# Meta Settlement and AI Content Strategy

**Podcast:** Tech and Tales
**Published:** 2026-09-05

## Transcript

Tech & Tales Herzlich Willkommen zur 96.
Folge von Tech & Tales.
Heute ist einer meiner Lieblingsgäste wieder da, nämlich Gavin Kallmeier.
Gavin hat selber einen großartigen Podcast, der montags, mittwochs und freitags rauskommt und Hacken dran heißt, bei dem ich übrigens auch gerade war und der kam gestern für euch raus.
Sehr interessante Folge zu lauter Social Media Fragen.
Und Gavin ist Journalist und eben Experte in Social Media.
Und da Social Media und KI eine ziemlich große Schnittstelle haben, lohnt es sich doch, darüber zu sprechen.
Und momentan gibt es mehrere Themen natürlich rund um Social Media, aber eins der Hauptthemen sind tatsächlich die Klagen gegen Meta, gegen Metas sehr harte Empfehlungsalgorithmen und insbesondere im Hinblick auf die Kinder.
So, aber Gavin, stell dich noch einmal kurz vor.
Mein Name ist Gavin, ich bin so ein Internettyp und spreche über all diese Dinge, die mit dem Internet zu tun haben, indem wir die meiste Zeit am Tag verbringen, würde ich sagen.
Also ich kenne deine Bildschirmzeit nicht.
Aber wenn ich meine jetzt öffentlich hier nennen würde, würden Leute sich fragen, wie ich das eigentlich alles mache und meine Antwort wäre, ich habe keine Ahnung.
Ja, meine Bildschirmzeit, die will ich gar nicht wissen.
Ich habe das irgendwann ausgestellt, das Tracken.
Das war zu ungesund.
Also es ist sowieso ungesund, aber ich wollte es nicht noch wissen.
Das Essen wird nicht gesünder, wenn man die Kalorien nicht mehr zählt.
Ja, ja, nee, machen wir nicht.
Augen zu und durch.
Ja, aber erzähl mal.
Also Meta...
wurde verklagt.
Es gab immer Klagen gegen Meta und es gibt zur Zeit auch eigentlich zwei parallele, recht unterschiedliche Klagen.
Was weißt du darüber oder was kannst du sagen?
Also das Spannendste ist eigentlich der Prozess, der in der letzten Woche ohne Urteil zu Ende gegangen ist, nämlich der Prozess von 29 Bundesstaaten gegen Meta.
Das wurde so ein bisschen wie der große Big Tobacco-Fall gehandelt.
Wir erinnern uns, dass damals die Tabakindustrie jahrelang dafür gekämpft hat, bloß nicht als ungesundes Produkt zu gelten, bis es irgendwann den Bundesstaaten gereicht hat.
Und die Tabakkonzerne zu Strafzahlungen verpflichtet hat, zu Veränderungen.
Aber vor allem dazu, dass in der öffentlichen Wahrnehmung klar wurde, Tabak ist krebserregend, verkürzt unser Leben und die Tabakindustrie versucht alles, damit wir das bloß nicht mitkriegen.
Und sowas ähnliches hatte man hier erwartet, dass das passiert.
Also federführend waren vor allem vier Bundesstaaten, amerikanische Bundesstaaten, die gegen Meta vor Gericht gezogen sind, die eben nachweisen wollten, dass Meta wider besseren Wissens nichts für den Jugendschutz auf seinen Plattformen tut.
Und jetzt wissen wir, die ja mündige Bürgerinnen und Bürger sind und sich viel mit Medien auseinandersetzen, dass es einige Hinweise darauf gibt, dass Meta tatsächlich nicht so richtig viel für den Jugendschutz macht, obwohl sie das besser wissen.
Es gab wirklich dutzende Fälle von internen Studien darüber, was alles schädlich ist für junge Menschen, von Umgang in Virtual-Reality-Welten bis hin zu Nutzungszeit.
Wir wissen, dass bei Instagram zum Beispiel das interne Ziel die Anhebung der täglichen Nutzungsdauer auf der Plattform war und so weiter.
Also Meta hat intern nicht so gearbeitet, wie sie sich nach außen dargestellt haben und die Bundesstaaten wollten das einmal groß und öffentlich machen.
Also hatte man viel erwartet von diesem Prozess, der dann da gestartet ist.
Es war angekündigt, dass sowohl Mark Zuckerberg als auch Adam Mosseri, der Instagram-Chef, sich dort sozusagen rechtfertigen müssen oder aussagen müssen.
Dann ging der Prozess los, er ging los mit einem Whistleblower, einem früheren Meta-Mitarbeiter, der erstmal viele dieser Dinge, die ich gerade gesagt habe, Meta auch vorgeworfen hat.
Du kannst, wenn du willst, gleich nochmal ein bisschen detaillierter drauf eingehen, aber ich würde gerne einmal zu diesem Punkt kommen.
Dann ist dieser Prozess relativ überraschend geendet und zwar mit einem Vergleich.
Und dieser Vergleich sieht vor, dass Meta einen Betrag zwischen 16,8 und 18 Milliarden US-Dollar an diese Bundesstaaten bezahlt und zwar an, ich glaube 49, mit denen sich Meta hier geeinigt hat.
und gleichzeitig Veränderungen für junge Menschen auf ihren Plattformen vornimmt.
Und das ist jetzt erstmal der Stand.
Es gibt keinen Schuldspruch, es gibt vor allem nicht diesen Prozess, bei dem Dinge zutage gekommen wären, auf die wir alle gewartet haben, sondern das Ganze ist so sang- und klanglos von Meta weggekauft worden.
Krass, oder?
Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die ja momentan wahnsinnig viel für KI ausgeben, für KI-Training.
Das merkt man außerdem auch daran, wie ambitioniert die Empfehlungsalgorithmen sind.
Das heißt, man merkt deutlich, dass die einzelnen Plattformen nicht mehr auf den sozialen Teil der Social Media optimiert sind, sondern einfach aufs Kaufen.
Und Time Spent in App, wie du auch sagtest.
Deswegen finde ich es erstaunlich, dass die so viel Geld an die Hand nehmen, um ihre Ruhe zu haben.
Und das ist schon ein absolut beträchtlicher Betrag, 18 Milliarden.
Ich kenne keine Vergleiche, die ähnlich waren in letzter Zeit.
Ja, aber es zieht sich gerade so durch, vermutlich schon länger, aber im Moment fällt es ja häufig auf, weil die KI-Unternehmen ähnliche Verfahren mit Vergleichen irgendwie beendet haben, in denen es nicht um Jugendschutz ging, sondern um Urheberrecht.
dass es so die Maxime ist, den Präzedenzfall zu vermeiden.
Also dass es bloß nicht dazu kommt, dass du einmal schwarz auf weiß hast, dass du schädlich für junge Menschen bist, war hier offenbar die Intention von Meta.
Interessant ist aber, ich habe ja eben schon angesprochen, dass Meta damit auch Veränderungen in die Plattformen bringt und das versprochen hat.
Wir sollten uns die gleich mal detaillierter anschauen, weil da stecken ein paar Dinge drin, bei denen man sich wundert.
Aber dass sie damit eben vor allem jetzt an dem Punkt sind, dass sie sagen, Wir sind nicht schuldig.
Es gibt keinen Präzedenzfall.
Wir haben Dinge verändert.
Und noch interessanter ist aber die Beobachtung, die auch Verfassungsbeobachter teilen.
dass diese Veränderung, die Meta an den Plattformen vornimmt, möglicherweise in Form eines Gerichtsprozesses als Verpflichtung seitens des Staates niemals hätten kommen können, weil du in den USA eben eine sehr, sehr starke Redefreiheit hast, ein First Amendment.
Und in diesem First Amendment ist eigentlich auch mit gemeint, dass die Unternehmen ihre Angebote so gestalten dürfen, wie sie das möchten.
Ist also die Frage, ob Meta tatsächlich auch dazu hätte verdonnert werden können, solche Veränderungen auf die Plattform zu bringen.
ohne dass das möglicherweise ein Folgeprozess mit sich gebracht hätte.
Ja, ich denke schon, weil auch wie in Deutschland ja auch, die konstitutionellen Rechte haben alle Schranken.
Das heißt, sie werden eingeschränkt eben durch Rechte anderer.
Und diese Rechte anderer sind eben zum Schutz auch von anderen Menschen.
Und da ist ja klar, der Jugendschutz ist ein absolut weithabes Recht, was eben geschützt werden muss.
Das heißt, ich denke schon, dass am Ende die dazu verdonnert gewesen wären.
ähnliche Dinge zu verändern oder in die Plattform einzufügen, die jetzt noch nicht da sind.
Nur, und ich glaube, das ist das Problem, dieses Litigation Risk, was die ja hatten, ist nicht absehbar.
Das heißt, wenn die gerade in diesen wahnsinnigen Fundraising-Prozessen sind, dann haben sie jede Menge Investoren, die Zahlen sehen wollen, die Risiken sehen wollen, das sind umfassende Decks.
Und ein Litigation Risk zu haben oder ein laufender Prozess, ist halt...
Es ist nicht bepreisbar.
Das heißt, alle Tech-Unternehmen, die gerade im Wandel stehen und vielleicht Akquisitionen vorhaben und dergleichen, werden das Risiko nicht eingehen.
Und deswegen muss man es irgendwie totmachen.
Ja, guter Punkt.
Vor allem mit dem Streitwert von 1,2 Billionen Dollar, also dem kompletten Marktwert des Unternehmens Meta.
Das hätte in der Tat ungünstig ausgehen können, auch für Meta am Ende.
Ja, absolut.
Aber was sind die Produktveränderungen oder Änderungen, die Sie anstreben?
Also die größten Veränderungen sind eigentlich vor allem, also was ich ganz interessant finde, Meta verpflichtet sich dazu, für junge Menschen auf der Plattform die maximale Nutzungsdauer auf zwei Stunden pro Tag zu begrenzen.
Ist deswegen interessant, weil wir werden später noch darüber sprechen, dass sie die gesamte Summe gar nicht zahlen müssen, sondern nur 70 Prozent.
Es sei denn, TikTok und YouTube verpflichten sich zu ähnlichen Veränderungen in der Plattform und zwar für eine Stunde am Tag.
Das hat Meta so ausgehandelt.
Sie haben also reingeschrieben, wir müssen die komplette Vergleichsumme nur dann zahlen, wenn wir einen Wettbewerbsvorteil kriegen.
Und das finde ich doch...
stark bemerkenswert, angesichts der Tatsache, dass da eben knapp 50 Generalstaatsanwälte Meter gegenüber saßen.
Ja, die haben gute Anwälte, ne?
Also die haben eindeutig die besseren, haben die stärkere Seite gehabt.
Ich nehme fast an, dass...
Also die Gegenseite von Meta sozusagen, dass die Summen, die die aufgerufen haben, sind einfach so astronomisch gewesen, dass die wahrscheinlich in Schockstarre waren und gar nicht so richtig kapiert haben, was Meta da in den Vergleich reinverhandeln hat.
Darüber hinaus ist es ja so, dass Vergleiche sind Rechtskonstrukte, die ja nicht, also kannst du alles erstmal reinschreiben, kannst auch alles verhandeln.
Also das ist ja immer diese juristische Meisterleistung am Ende, dass Auch wenn du selber Vergleiche schließt, egal in welchem Rechtsgebiet, kannst du erstmal alles reinschreiben.
Du kannst erstmal sagen, ich möchte, dass ab jetzt die Wände blau sind oder so.
Ja, und dann musst du die Gegenseite dazu Stellung nehmen.
Typischerweise macht man das nicht bei Dingen, die völlig utopisch sind.
Aber die haben es anscheinend gemacht und haben es geschafft, dass die Konkurrenz auch Gleichheiten wegkriegt.
Aber, und das sei ja dann mal irgendwie, das muss man ja sehen, dass...
letztlich das ein absoluter Vorteil ist, weil damit die Konsumenten oder die User natürlich geschützt werden und deswegen wird das Gericht das dann dankend angenommen haben, beziehungsweise dass es denen dann egal ist, ob das die anderen Marktteilnehmer so ein bisschen benachteiligt in dem Kontext.
Ja, oder eben am Ende, dass Meta dadurch weniger zahlen muss.
Interessanterweise, das kann ich schon mal dazu reinschmeißen, hat Meta am Tag nach dem Vergleich ganzseitige Anzeigen geschaltet, in der New York Times, in der LA Times, also in verschiedenen Tageszeitungen.
indem sie in Form eines offenen Briefes YouTube und TikTok eingeladen haben, die digitale Welt für junge Menschen sicherer zu gestalten.
Echt, ja?
Also in Klammern, sie sind es keine 17 oder 18 Milliarden, sondern nur 12 und you're welcome.
Ja, ganz genau.
Aber dieses Evil, ganz ehrlich, diese Evil-Algorithmen, die hat definitiv TikTok erfunden.
Also die waren vor drei, vier Jahren die ersten, die mit AI deren Algorithmen veredelt haben.
Das heißt, die haben diese Transformer-Architektur als Basis genommen, um deren Algorithmen wesentlich performanter zu machen.
Und als Meta das gesehen hat, haben die das kopiert und damit ihre Umsätze ins Astronomische hochgefahren.
Also da ist schon was dran, dass man TikTok vielleicht sagen sollte, dass die auch daran arbeiten können.
Ja und ich teile deine Einschätzung.
Man muss auch dazu sagen, das ist ein klassisches Metamuster.
Also viele der Dinge, die wir heute Meta zuschreiben, haben sie ja gar nicht erfunden.
Die Storys war eine Erfindung von Snapchat, dieser Feed, wie du eben schon gesagt hast, war eine Erfindung von TikTok.
Also es ist alles sehr zusammenkopiert und die Ursprungsidee war eben halt.
Sie hatten halt mal Facebook, was eigentlich eine App war, um Frauen zu bewerten.
Auch das muss man dazu sagen.
Also der Innovationsgeist von Meta in den letzten 15 Jahren, der ist zumindest, was die Produkte angeht, die dann wirklich eine große Anzahl an Menschen erreicht hat, überschaubar.
Aber ich will kurz zu diesem teuflischen For-You-Algorithmus kommen, weil ich stimme dir zu, das ist ja, was uns in den Sog zieht und was so sticky ist.
Es ist interessant, weil in der Liste der Veränderungen von Meta taucht dieser Feed auf, aber mit einer kleinen Unterscheidung.
Ich lese dir mal kurz noch zwei, drei andere Veränderungen vor und dann komme ich zu dieser.
Also, das Zeitlimit hatten wir, das können Jugendliche nur mit elterlicher Erlaubnis deaktivieren.
Einen Nachtmodus, eine standardmäßige Sperre zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens, die von den Eltern auch eingeschränkt werden können, übrigens auch zu Schulzeiten zwischen 8 und 15 Uhr.
Keine Push-Nachrichten außer für Direktnachrichten und ausgeblendete Likes standardmäßig, das kann deaktiviert werden.
Algorithmische Feedsteuerung.
Jugendliche können einen nicht-algorithmischen Feed als Standard festlegen.
Wir werden sie an diese Option erinnern und Eltern können das anpassen.
Wir stellen also fest, alle diese Veränderungen, die wir gerade angesprochen haben, verändern das Produkt, wie es ist, nicht, sondern verändern nur die Punkte, an denen wir in diese App gezogen werden oder wie viel wir sie nutzen können.
Und da gibt es eine Veränderung der Standardeinstellungen.
Es gibt diesen schönen Satz, die False Matter.
Die einzige signifikante Veränderung an dem Ding, das diese Plattform so sticky macht und bei dem man sagen muss, da müssen wir mal ran, bei dem bleibt die Standardeinstellung so wie sie ist und es kommt eine zusätzliche Einstellung, es ein bisschen weniger giftig zu stellen.
Und da sieht man, wie perfide Meta da tatsächlich verhandelt hat bei diesen Vergleichsregelungen.
Klar, die protekten natürlich ihr Kerngeschäft, ihr absolutes Asset und das ist letztlich Werbung.
Also man kann ja relativ einfach messen, ab wie vielen Millisekunden neurologisch das Hirn Werbung wahrnimmt.
Und das ist nicht nur bei einer Sekunde logischerweise, das ist nicht nur bei 0,1, das ist aber bei 0,01.
Also das heißt, du musst nur Werbung für einen Bruchteil einer Sekunde sehen und hast es schon wahrgenommen.
Und das verkaufen sie ja auch.
An die jeweiligen Kunden, an die Werbekunden.
Und das müssen sie schützen, aus deren Perspektive, um eben das KI-Training zu bezahlen.
Ich meine, irgendwo muss das Geld ja herkommen am Ende.
Aber ich finde, ich habe viel zu diesen Algorithmen gelesen.
Und die eine Sache, die bei mir wirklich hängen geblieben ist in den letzten Wochen, war, dass die Jugendlichen, wenn sie Sex haben, immer noch am Feed hängen.
Das heißt, sie sind währenddessen am Scrollen bei Insta.
Oh, wow.
Um genau zu sein, hat man festgestellt, dass 35 Prozent der Studienteilnehmer gesagt haben, dass sie währenddessen quasi Social Media oder getextet haben.
Also Social Media genutzt haben oder getextet haben.
Und dass das ein komplett normales Verhalten sei.
Und ich finde es sehr, sehr bemerkenswert.
Denn wo soll das dann noch hinführen?
Und deswegen frage ich mich eben...
was dann auch kommen wird in Hinblick auf Meta.
Glaubst du, dass die aktuellen, es gibt ja auch eine Untersuchung auf der EU-Seite, in Hinblick auf den Digital Service Acts.
Das heißt, die sind ja am Prüfen, ob das Design von den jeweiligen Produkten ein Suchtdesign sei.
Und am 10.
Juli gab es ja erste Veröffentlichungen zu den Ergebnissen der Untersuchung.
Meinst du, an der Stelle wird es einen Hebel geben?
Also mit den DSA-Regelungen ist es halt leider so eine Sache.
Wir haben sehr viele Indizien und auch schon so Zwischenberichte gesehen, dass die EU eigentlich hinreichende Belege dafür hätte, dass diese Plattformen sich häufig nicht an die DSA-Richtlinien halten.
Also wir wissen, DSA, Digital Services Act, soll uns Nutzerinnen und Nutzer vor den Plattformen schützen.
Das ist eigentlich ein Verbraucherschutzgesetz, wenn man so möchte.
In dem es aber eben auch um Dinge wie Content-Moderation geht, um Datenschutz und so weiter und so weiter.
Und eigentlich, wie gesagt, lägen alle Dinge auf der Hand.
Bisher hat sich die EU aber nicht so richtig getraut, Strafen nach dem DSA wirklich zu erheben.
Also wir wissen, dass es ein paar einzelne Fälle gibt.
Gegen X zum Beispiel wurden sie erhoben, aber auch gegen Temu und AliExpress.
Sowas haben Temu und AliExpress gemeinsam.
Sie sind nicht amerikanisch.
Wir wissen, dass Donald Trump und seine Regierung dazu neigt, mit Zöllen zu drohen, wenn reguliert wird.
J.D.
Vance, das habe ich, glaube ich, hier schon mal erzählt, aber man kann es nicht oft genug hören.
J.D.
Vance hat vor der Wahl...
von Donald Trump schon gesagt, sollte die EU Twitter regulieren, müsste die USA ihre Beteiligung an der NATO überdenken.
Also es wird sehr scharf damit gedroht, dass einfach diese, wie die USA, sie nennen Zensurgesetze, Mark Zuckerberg hat das die institutionalisierte Zensur genannt, dass die eben bloß nicht das US-Geschäft verhageln und tun alles dafür, damit das auch nicht passiert und die EU macht das erstmal so mit, indem sie eben diese DSA-Strafen dann tatsächlich auch nicht erheben.
Ich bin entsetzt, ehrlich gesagt.
Mir war das gar nicht so klar, dass wir uns so erpressen lassen.
Und wie?
Und wie?
Und das ist halt ein Riesenproblem, weil eigentlich nahezu alle diese Produkte, alle diese Plattformen, die unter die Flop-Regelung, die Very Large Online-Plattform-Regelung des DSA fallen, also alle Netzwerke oder Plattformen, die mehr als 45 Millionen monatliche NutzerInnen haben.
Und ganz kurz in Klammern jetzt auch ChatGPT neuerdings.
Genau, auch ChatGPT und Reddit und die alle.
dass nahezu alle von denen am Ende so eine Untersuchung verdient hätten, weil entweder es an der Content-Moderation mangelt, weil es am Jugendschutz mangelt, weil, weil, weil.
Also es gibt ja ohne Ende Beispiele und Untersuchungen.
Im Fall von X wurde die Strafe zum Beispiel vor allem deswegen erhoben, weil der kaufbare blaue Haken irreführend sein könnte.
Eine Funktion, die es bei allen Meta-Netzwerken ganz genauso gibt.
Auch dort kann ich mir einen blauen Haken kaufen.
Da hat die EU aber noch keine Untersuchung gestartet in diese Richtung.
Also ich will sagen, wir lassen uns wie Sau erpressen.
Das ist eigentlich tragisch, weil es geht ja da um die Gesundheit unserer nächsten Generationen, um unsere Kinder vor allen Dingen und letztlich auch um unsere eigene Zukunft.
Denn was sie konkret beanstandet haben in dem Kontext, war nämlich einmal das Infinitive Scroll, also dass man immer weiter diesem Feed ausgesetzt ist sozusagen.
Dann Auto-Play, also das automatisierte Abspielen.
Und also all diese Sachen sind neurologisch eben das, was diese Abhängigkeit schafft.
Dass nicht deine Augen von diesen Geräten wegziehen kannst.
Und ich sage das ja auch bei uns Erwachsenen fällt das ja schon sehr schwer.
Also ich glaube, es ist rein statistisch einfacher, mit dem Trinken aufzuhören, als mit Social Media.
Da kann ich aber direkt dazu sagen, weil ich diesen Alkoholvergleich, der so häufig gezogen wird, weil aber Social Media de facto positive Aspekte mit sich bringt.
Fragt man Alkoholiker, wie viele positive Aspekte er in seinen Getränken noch sieht.
Also die Alkoholiker, die meisten sind sehr positiv.
Die sehen das als absolutes Medikament, ihren Alltag zu ertragen.
Wenn sie irgendwann über einen gewissen Punkt hinweg schreiten und es dann einsehen, dann ist es nicht mehr positiv, obviously.
Aber die Alkoholiker, die ich kenne, die nehmen das immer in Kauf und sagen, ohne Alkohol kann ich diese Welt nicht mehr ertragen.
Aber ich glaube, dass Menschen so nihilistisch nicht unbedingt auf Social Media schauen.
Also es ging gerade erst die Studie rum, dass zwar die Mehrheit, wir reden bitte nicht wieder über ein Verbot, da haben wir beide schon sehr ausführlich darüber diskutiert, als ich das letzte Mal hier war.
Aber die Mehrheit der Jugendlichen spricht sich eher für als gegen ein Verbot aus, aber 80 Prozent der Jugendlichen sagen, dass sie vor allem positive Dinge aus Social Media ziehen.
Das stimmt.
Ich finde es auch nicht nur negativ, also überhaupt nicht.
Was ich negativ finde, ist eben das so zu gestalten, dass du dich davon nicht mehr lösen kannst.
Also alles, was eben Addiction fördert oder wo deine eigene Freiheit, nein zu sagen, eingeschränkt ist, ist meines Erachtens nicht gut.
Also vor allem einfach, wenn du deinen eigenen Willen verlierst sozusagen und dieses Willenlose.
Und was wir, ich meine unser ganzer...
Frontaler Cortex, das ist alles ausgebildet und wir sind erwachsene Menschen und wenn es uns schon so schwer fällt, dann ist es für Kinder, die überhaupt diese ganze Dopaminregulation noch gar nicht können, für die ist es einfach unmöglich, sich davon zu lösen.
Und weißt du, für wie viel Unfrieden das ist?
Und ich rede jetzt von Kindern.
Wenn ich meine zehnjährige Tochter ansehe, ihre gesamten Freunde haben alle Handy, die hängen alle an ihren Handys und viele von denen sind ungezügelt den ganzen Social Media Algorithmen ausgesetzt.
Das ist schon so ein bisschen das neue Rauchen.
Ich weiß, was du meinst, aber das, was ja das Erschreckende ist, und jetzt muss ich leider doch nochmal das Verbot rausziehen, diese Erpressung, die die EU mit sich machen lässt und die Folge, dass wir die Plattformen nicht regulieren und nicht zu sicheren Orten machen, die macht es ja überhaupt erst nötig, dass wir über ein Verbot sprechen.
Weil wenn wir die Orte als solche verbessern könnten und eben nicht buckeln würden, dann hätten wir die Diskussion gar nicht, weil es eben diese sichtig machenden Algorithmen gar nicht gäbe.
Genau, aber die Verbote werden ja an anderen Stellen reguliert, als der DSA enforced wird.
Es kommt drauf an.
Es kommt drauf an.
Also Frankreich zum Beispiel wollte eigentlich an diesem Dienstag am 1.
September sein Social Media Verbot für Minderjährige einführen.
Und sie haben das wirklich stark beworben.
Sogar die Partei von Macron hat Wahlkampf mit dem Thema gemacht.
Also das war das Thema.
Und kurz vor Einführung dieses Verbotes kam dann raus, nee, das ist nicht so ganz einfach, weil das halt Europarecht ist und eigentlich in der EU-Kommission geregelt werden müsste.
In Deutschland, der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat damals gesagt, eine nationale Lösung für ein Social-Media-Verbot ist mit dem Europarecht so nicht vereinbar.
Und trotzdem machen aber die PolitikerInnen, die dann am Ende dafür verantwortlich sind, machen genau damit eben...
Wahlkampf oder einfach nur Stimmen fangen oder Werbung, indem sie halt sagen, wir führen das ein und die Kinder, die haben ganz viereckige Augen, obwohl es Also auf rechtlicher Grundlage nicht so easy ist tatsächlich.
Es ist nicht easy, aber auf der anderen Seite, es gibt viele Dinge, die im nationalen Recht nicht mit dem Europarecht vereinbar sind.
Zum Beispiel die Wegzugsbesteuerung.
Wenn ich ein Unternehmen habe und wegziehe, dann muss ich in Deutschland steuernd nachzahlen.
Und das ist mit dem Europarecht, also im Sinne der Freizügigkeit des Europarechts ebenfalls nicht vereinbar.
Da gibt es viele Beispiele, ehrlich gesagt, aber das heißt, da muss dann auch erstmal jemand klagen, beziehungsweise es gibt ein gewisses Verfahren.
um das festzustellen und so weiter.
Das heißt, im ersten Schritt könnte man das machen, wenn man es nur wollte.
Das wäre auf jeden Fall, also ich bin nicht mehr seit unserem Gespräch für ein Social Media Verbot, aber ich bin definitiv für eine Einschränkung.
Und diese Einschränkung muss eben sich beziehen auf diese sehr stark personalisierten Empfehlungsalgorithmen.
wie du schon sagtest, auf die Push-Notifications, auf das Auto-Play und Infinitive-Scrolling, weil das alles Dinge sind, die einfach das Gehirn zu sehr beeinträchtigt.
Wir sehen ja auch, dass diese aktuelle Generation die erste Generation ist, die weniger IQ hat als wir Millennials, obwohl wir wesentlich mehr getrunken haben, möchte ich mal bitte anführen.
Es ist die erste Generation, die wesentlich schlechter lesen und schreiben kann.
Das heißt, das sind alles Folgen am Ende.
Ich bin für Social Media, aber man muss das in irgendeiner Form besser regulieren.
Die Technologie ist noch so jung, dass der Schaden, der damit potenziell angerichtet werden kann, noch nicht so ganz begriffen wird, glaube ich.
Wie siehst du das denn mit, sorry, aber kurze Rückfrage dazu, weil das ja viel mehr hier eigentlich dein Thema ist, aber wie stehst du da, was Chatbots angeht?
Also würdest du sagen, auch die müssen einfach scharf reguliert werden oder sollte es gar für Minderjährige ein Verbot von KI-Chatbots geben?
Es sollte besser reguliert werden, wenn diese Chatbots für Life Advice befragt werden.
Und das ist ja tatsächlich einer der Haupt-Use Cases.
Man nennt das zum Teil Therapie-Use Cases oder Use Cases, in denen Menschen um Lebensrat bitten.
Ich meine, wir haben verschiedene Suizide gesehen, in denen Kinder von Chatbots quasi in Suizid getrieben wurden.
Diese Verfahren sind noch am Laufen.
Ich denke, dass das inhärente Problem bei Chatbots ist, dass sie grundsätzlich zu sykophant sind.
Das heißt, sie reden dem jeweiligen Nutzer nach dem Mund.
Es gibt keine kritischen Hinterfragungen.
Es ist so wie der Freund, der zu einem Ja und Abend sagt, anstatt dir kritische Fragen zu stellen.
Und das ist natürlich nicht die Realität.
Du willst ja Reibung haben, um zu wachsen.
Und du möchtest ja eigentlich eine Institution haben, die dir sagt, wenn du Quatsch machst und die dich daran hindert, irgendwie noch weiter in eine gewisse Richtung zu gehen.
Und das tun die Chatbots nicht.
Dafür sind die nicht gebaut.
Die sind gebaut für Time Spent in App und die sind gebaut dafür, quasi dich zu spiegeln.
Und nicht in a good way.
Das heißt, wenn Heranwachsende dem permanent ausgesetzt sind, und permanenten Chatbot haben, die denen nach dem Mund reden, dann ist das nicht sonderlich hilfreich, glaube ich.
Und es ist auch nicht gut für ihre Mental Health.
Und ich kann echt anekdotisch sagen, dass ich zwei Personen kenne, die jetzt sich in so einer Art KI-Psychose befinden, die tatsächlich non-stop mit verschiedenen Bots reden, die alle Namen haben und die haben den Bots Namen gegeben, beziehungsweise der eine Bot durfte dann die anderen Bots nehmen und so.
Das kommt deutlich schneller, als man denkt.
Und ich habe heute zum Beispiel auch mit einer Freundin gesprochen und ihr Advice an mich war, als ich sie was fragte, dass ich doch mal Chat-GPT fragen solle und der könnte eine viel bessere Antwort geben als sie.
Ich glaube, das wird alles Formen annehmen, die wir uns auch gar nicht ausmalen können.
Daher, ich denke, dass man Bots für Live-Advice sehr gut einschränken sollte.
Und das ist auch möglich.
Alle Schranken sind möglich, wenn man nur möchte.
Nur die Tech-Konzerne werden das nicht freiwillig machen.
Daher glaube ich, wird man sie irgendwann dazu zwingen müssen.
Das wird sonst Ausmaße annehmen, die wir uns gar nicht vorstellen können.
Ja, weil ich komme darauf, weil am Donnerstag die Meldung kam, dass Mamdani in New York für ein Jahr lang alle KI-gestützten Lernprogramme aus den Schulen und Mittelschulen verbannen möchte.
Und habe dann so darüber nachgedacht, ob das nicht eigentlich genau die richtige Konsequenz ist.
Ob man dann nicht sagt, also seine Begründung ist, Menschen brauchen Beziehungen und Menschen sollen lernen, selber zu denken.
Und ich beobachte das an mir, sorry, ich will es nicht derailen, aber ich beobachte an mir, dass wenn es Prozesse gibt, bei denen ich schon mal eine KI gefragt habe, dass ich beim nächsten Mal mir dann denke, da denke ich jetzt nicht drüber nach, dann frage ich wieder die KI.
Und das ist eigentlich ein bisschen wie früher, ich konnte mal Telefonnummern auswendig und Geburtstage, dann hatte ich ein Smartphone und seitdem ist alles verloren.
Und natürlich ist es irgendwie nett, Dinge outzusourcen, aber es ist auch eigentlich nicht in der Idee der Erfindung unseres Gehirns, dass wir das Gehirn eigentlich nur dafür benutzen, zu wissen, wen wir fragen müssen.
Vielleicht ist es auch manchmal sinnvoll, komplexe Zusammenhänge selber zu erfassen.
Komplett.
Was Mam Dani gemacht hat, kann ich nur unterschreiben, weil wir in den Schulen ja...
sitzen, um denken zu lernen und auch in den Universitäten.
Ich nutze nichts aus meiner schulischen und universitären Ausbildung in meinem beruflichen Leben und es ist da, nicht nur denken zu lernen, sondern auch arbeiten zu lernen, komplexe Sachverhalte durchdenken zu lernen, kritisches Denken zu lernen.
Du brauchst jetzt überhaupt keine KI.
Du wirst inhaltlich ohnehin alles später dir irgendwo ziehen können.
Aber du musst in der Lage sein, die Entscheidung, die die KI trifft oder das Output, was die KI generiert, validieren zu können oder bewerten zu können.
Und das kannst du nicht, wenn du nicht in der Lage bist, kritisch zu denken.
Deswegen, ich wäre die größte Förderin davon, komplett das alles zu verbannen in den Schulen.
Die Kinder hinsetzen zu lassen, mit ihren Händen arbeiten zu lassen, weil das ist nämlich etwas, was viel zu kurz kommt.
Und auch wenn Maria Montessoni das gesagt hat, schon so nur...
was über die Hand geht, bleibt im Kopf, dann hat sie schon recht, weil zum Beispiel diese Hand-Augen oder Hand-Hirn-Kombination oder Achse, wie auch immer, ist sehr sinnvoll und wertvoll und notwendig.
Du behältst halt alles, was du zum Beispiel schreibst, ich habe das im vorletzten Podcast auch schon erzählt, behältst du dreimal so gut im Kopf, als wenn du es nur tippst.
Und diese ganzen Lernmechanismen und Prozesse und so weiter finden ja gar nicht mehr statt.
Und deswegen wäre ich auf jeden Fall dafür, das aus den Schulen rauszuhalten, solange es irgendwie geht.
Und das pure Auswendiglernen von Content, es hat völliger Unsinn.
Die Kinder sollen irgendwas lernen und dann in der Tiefe, was ihr Hirn schult.
Ist völlig egal, ob es Biologie ist.
Es muss etwas sein, was hart ist, was schwierig ist, wo das Gehirn dran knackt, wo du wirklich drüber nachdenken musst.
Wenn es meinetwegen eine Sprache für dich ist, dann muss es eine Sprache sein.
Aber es muss halt herausfordernd sein, weil sonst das Gehirn sich nicht in Bewegung setzt.
Ja.
Finde ich glücklich.
Lange Rede, kurzer Sinn.
Sorry, ich wollte es gar nicht so, aber ich fand den Gedanken irgendwie gerade interessant.
Ja, und ich muss sagen, ich bin sehr passionate mit diesem Thema, weil man sieht natürlich in den Schulen und auch Universitäten, da sieht man aber diese gewisse Latenz in der Anpassung an Tech.
Das heißt, die fangen jetzt erst an, irgendwie Google Sheets zu nutzen.
Die fangen jetzt erst an, sich zu technologisieren, eine gewisse Digitalität in die Schulen zu bringen.
Ich will nicht sagen, es ist jetzt zu spät, aber das hätten wir während Corona gebraucht.
Jetzt brauchen wir etwas, was so ein bisschen die Gegenbewegung ist, damit die Kinder nicht zu sehr da reinrutschen.
Aber leider, wie gesagt, das wird vielleicht noch ein bisschen dauern.
Also es gibt skandinavische Länder, die ja die Smartphones schon wieder aus den Schulen komplett verbannen.
Ja, mit Recht.
Also sehr sinnvoll.
Und ganz ehrlich, ich feiere die Skandinavia total deswegen, weil die zur richtigen Zeit es ausprobiert haben, haben festgestellt, hat es nicht funktioniert.
Und they move on, ja.
Stattdessen im Rest der Welt irgendwie dauert 20 Jahre, bis es irgendwie schlechte Tablets in den Schulen gibt und dann wahrscheinlich in 2030 stellen sie das Gleiche fest und dann ist es viel zu spät.
Aber wir haben doch jetzt den Förderantrag bei der EU eingereicht.
Ja, genau.
Wir müssen das jetzt machen.
Irgendwann in sechs Jahren oder so werden wir dann irgendwie ein Ergebnis sehen.
Aber sag nochmal, du als Social Media Experte, was tut sich noch in der Welt von Social Media?
Was kannst du empfehlen?
Hast du irgendwas Spezielles gesehen?
Was ist gerade Stand der Dinge?
Irgendwas Interessantes?
Tami?
Hast du was Interessantes mitgebracht?
Also grundsätzlich, ich schaue ja gerne so grundsätzlich darauf, wie sich die Plattformen entwickeln, was sind so ihre Bestrebungen und was mich so in der letzten Woche am meisten tatsächlich bewegt hat, ist die Ankündigung.
Es ist eine Kleinigkeit, es ist wirklich so eine Randnotiz.
dass bei Instagram jetzt Reichweitenkonsequenzen folgen.
Also du wirst bestraft mit schlechterer Sichtbarkeit, wenn du dein KI-generiertes Profil nicht als solches kennzeichnest.
Und das fühlt sich an wie eine ganz kleine Meldung.
Aber das ist ein riesen...
Riesenschift eigentlich für ein Unternehmen wie Meta, weil wenn wir uns über Meta und KI nochmal so vergegenwärtigen, wie sie sich in den letzten Monaten und Jahren positioniert haben, dann wollten sie gefühlt eine AI-First-Company werden.
Mark Zuckerberg hat vor einem Jahr schon oder über einem Jahr hat er gesagt, die Amerikaner, das größte Problem ist die Einsamkeit, die Menschen haben drei Freunde und wünschen sich 15, das können nur KI lösen, sie haben die Avatare an den Start gebracht, plötzlich gab es irgendwie 600, 700.
digitale Figuren, die Meta selber erfunden hat, mit denen man chatten konnte und die auch Dinge gepostet haben aus ihrem Urlaub und aus ihrem Leben, die es nicht gegeben hat.
Zuckerberg hat damals von diesen Three Errors auf Social Media gesprochen, also die dritte Epoche.
Die erste ist die der Vernetzung, die zweite des Entertainments und die dritte des synthetischen Inhaltes.
Also alles wird darauf ausgerichtet, dass früher oder später der menschliche Content verschwindet.
Und jetzt stellen sie aber fest, Ich glaube, die Leute haben gar keinen Bock auf den ganzen Slop, also müssen wir was verändern.
Und diese Feststellung resultiert jetzt darin, dass nicht gekennzeichneter Slop am Ende weniger gut ausgespielt wird.
Und wie gesagt, das ist eine kleine Meldung, aber damit machen sie was auf.
Denn sie machen die Option auf, dass es früher oder später die Möglichkeit gibt, einen Slop-freien Feed zu bekommen.
Und ich glaube, dass diese Möglichkeit...
tatsächlich früher oder später von Bedeutung werden wird, weil sie irgendwann die Wahl haben, glauben wir an unsere Idee oder glauben wir daran, was die Zahlen uns geben und wie die Menschen unsere Plattform konsumieren.
Ja, komplett.
Und ich glaube, irgendwann müssen die Plattformen ja reagieren.
Die werden Nutzer verlieren.
Also ich habe selber...
Habe ich auch in der letzten oder vorletzten Folge erzählt, dass ich so ein bisschen die Freude an LinkedIn verloren habe, weil gefühlt jedes der Kommentare unter meinen Posts KI generiert war, was ich auch total dämlich fand.
Wer macht sich die Mühe, den Post bei irgendwie Chat-GPT einzugeben, um dann zu prompten, gib mir einen möglichst smarten Kommentar.
Es ist so dumm, ja.
Vor allem auch noch so visibel.
Wer möchte darauf schon reagieren?
Niemand.
seitdem, also jetzt so seit einer Woche, ich habe zwei wirklich völlig nicht relevante Posts im Sinne von Content.
Es war eine Ankündigung für die Konferenz Brains und Silicon in Dresden.
Ich freue mich sehr drauf.
Ich bin auch da.
Ja, ich weiß, ich freue mich schon.
Übrigens eine sehr unterstützenswerte Konferenz meines Erachtens.
Auf jeden Fall habe ich davor auch, ich habe genau einen Podcast LinkedIn Post gemacht und auf einmal habe ich meine Reichweite wieder.
die jetzt seit, ich würde sagen, dreiviertel Jahr völlig weg war.
Und ich hatte kein, deswegen hatte ich auch keine Lust mehr, weil es haben irgendwie nur, keine Ahnung, 9000 Leute oder so gesehen, jetzt bin ich wieder bei meinen 50.000, 60.000 Views.
So, aus dem Nichts.
Und ich glaube, die haben auf einmal wieder ein Handel über diese KI-generierten Inhalte.
Also laut der Pangram-Studie, die zwischen April und Juni relativ viele Social Media Netzwerke überwacht hat oder sich angeguckt hat.
Die sagen, dass 41 Prozent aller Beiträge bei LinkedIn, die mehr als 250 Wörter haben, komplett KI generiert sind.
Und das sind ja nur die Beiträge, das sind ja noch nicht mal die Kommentare.
Und das heißt aber, dass die das erkennen und auch als Problem gesehen haben.
Und ganz kurz im Vergleich übrigens, bei X, also bei Twitter ist es so, dass die Hälfte aller Artikel vollständig KI generiert sind oder KI unterstützt, also KI generiert.
Also noch mehr.
Auf der anderen Seite bei Reddit ist es so, dass anscheinend, so they say, 98% der Kommentare immer noch menschlich verfasst sind.
Bei Substack ist es so, dass kaum ein KI, also kaum ein...
wirklich großer KI-Anteil in diesem langen Formen-Content herrscht.
Aber ich glaube, wie du schon sagst, also nicht nur Instagram, auch Microsoft, also LinkedIn, dass die das langsam checken.
Dass die Menschen wollen einfach nicht diesen Slop gefüttert werden.
Und das siehst du ja auch daran, dass sie ja diesen Button eingeführt haben.
Seems like AI-Slop.
Du kannst Postings selber melden und innerhalb von drei Wochen wurde der eine Million Mal gedrückt.
Das ist schon wirklich sehr bezeichnend.
Weil aber, das ist halt glaube ich das größte Problem von LinkedIn, dass LinkedIn so wie Twitter zu seiner besten Zeit eigentlich auch so eine eigene Grammatik, eine eigene Sprache entwickelt hat, einen eigenen Umgang.
Und diese Formel ist halt relativ leicht zu durchdringen und das können deswegen Chatbots extrem gut reproduzieren.
Das Problem ist halt nur mit allen generierten kreativen Inhalten, dass halt nach meinem Ermessen, wenn du halt alles, was schon da ist, als Grundlage nimmst, um daraus etwas zu kreieren, was quasi der Mittelwert aus all dem ist, was schon da ist, dann wirst du nur sehr schwerlich Gedanken damit generieren, die noch nie ein Mensch vor dir hatte.
Und ich glaube, der beste LinkedIn-Post, den du schreiben kannst, ist ja ein Gedanke, den alle Leute lesen und sich denken, so habe ich das noch nie gesehen.
Und da sehe ich, glaube ich, die größte Chance eigentlich für Menschen, irgendwie doch bei LinkedIn zum Glänzen zu kommen, indem man sich einfach mal traut, einen ganz neuen Gedanken da reinzuschreiben.
Das ist total wahr und AI ist immer nur best average.
Es ist einfach nur der beste Durchschnitt.
Aber wenn du nicht Durchschnitt sein möchtest, dann darfst du nicht AI nutzen.
Also dann wirst du einfach, du kannst dich darauf verlassen, dass du besser sein wirst als AI.
Und ich wünschte auch, dass mehr Leute dieses Selbstbewusstsein haben.
Ich habe pre-AI deutlich bessere E-Mails bekommen, deutlich besseren Content gelesen als Post-AI.
Man kann eigentlich unser Zeitalter in Pre-AI und Post-AI BAI und PAI unterteilen.
Die Neulzeitrechnung.
Ja, ist so.
Aber auf der anderen Seite, weißt du, ich glaube, am Ende wird es so einen gewissen Wandel geben, auch in der Ästhetik.
Das heißt...
Vielleicht finden wir Menschen ja wieder den Weg zurück zu einer größeren Natürlichkeit.
Man sieht das ja auch schon jetzt bei Instagram, dass die Beiträge, so eine natürlichere Ästhetik, wenig kogratierter, wenig schönere, also wenig dieses plastikhafte oder diese Cappuccino-Becher, die in irgendwelchen, weiß ich nicht, Matcha-Cafés da in Szene gesetzt werden.
Die neue Generation, die verwendet Social Media gar nicht so.
Die machen Schnappschüsse und stellen sie live, egal wie es aussieht.
Ja, in einem Dump.
Ja, genau, in einem Dump.
Das war mal in Juli und dann sieht man so 20 Fotos, wo man denkt so, Alter, sogar meine Eltern irgendwie 1983 haben bessere Fotos gemacht.
Aber es hat ein gewisses Level an Authentizität, was ich schätze, muss ich sagen.
Ja, stimme ich dazu.
Ja, und ich mag auch die Generationen deshalb so gern, weil die haben irgendwie ein anderer...
Sicht der Dinge und anderen Blickwinkel.
Und deswegen habe ich das Gefühl, dass wir vielleicht als Menschheit uns irgendwann wieder gegen diesen AI-Slop und gegen diese Künstlichkeit wenden werden und dann vielleicht mehr wieder zu uns selbst finden.
Ja, weil es so überreizt wird.
Also du siehst ja kaum noch ein Plakat, das nicht diese ganz typische Chachibiti-Images-Ästhetik hat.
Du siehst kaum noch eine Werbung in Social Media jedenfalls, die ohne diese Ästhetik auskommt.
Und Menschen hassen das.
Der Zorn gegen diese dort verwendeten Schriftarten, gegen die Strukturierung ist so groß.
dass es automatisch zum Qualitätsmerkmal wird, wenn du slopfrei bist.
Ich glaube, wenn du jetzt ein Plakat für eine Party machst und du nimmst einfach einen DIN A3 Zettel und schreibst es mit Edding da drauf, das fällt auf, weil du eben plötzlich dich abhebst, dadurch, dass du ohne diese ganzen flashy Ästhetiken auskommst.
Kleiner Disclaimer, ich bin bei Cosnova an Bord.
Das ist die Firma, die hinter Essence und Catrice, das ist im Massensegment Kosmetik steht.
Und die haben sich ganz bewusst dafür entschieden, keine KI-generierte Werbung zu nehmen und keine KI-generierten Fotos und so weiter.
Und ich feiere das so, weil die einfach unfassbar Erfolg haben.
Es ist eine Firma von einer Frau, quasi gegründet von vor über 20 Jahren, die mit 2,99 Euro Nagellacken angefangen hat bei Rossmann, sozusagen.
Also jetzt sehr, sehr vereinfacht gesagt.
Ganz so hart war es nicht.
Wahrscheinlich, wer weiß.
Aber diese Authentizität ist visionär.
Und dann siehst du aber gleichzeitig den größten Retailer der Welt, Walmart, die einen Shitstorm bekommen, weil sie in ihrer Werbung für die Möglichkeit per Tab zu bezahlen generative KI verwendet haben und ganz offensichtliche Artefakte auf diesem Bild zu sehen sind.
Ja, aber es ist doch Wahnsinn.
Ich meine, das weißt du doch als Werber und als Grafiker, dass dieser Shitstorm oder das kommen wird.
Und ich finde, alleine, dass die Möglichkeit herrscht, hätte mich nicht diese irgendwie paar hunderttausend Dollar, die das in Produktion kostet, einsparen lassen.
Wie dumm.
Also der Grafiker für dieses Plakat wäre nicht so teuer gewesen.
Ja, oder vielleicht, weißt du, ja.
Es ist einfach, man kann es nicht anders sagen, es ist dämlich.
Es ist naiv, es ist unvorsichtig, es ist...
All diese Dinge, die man eigentlich sich als Unternehmen, das irgendwie, weiß ich nicht wie viele Milliarden im Jahr umsetzt, ist es eigentlich nicht verzeihlich und sollte eigentlich, das sollte schon dazu führen, dass man sich vielleicht eine andere Lead-Agentur sucht.
Ja, vielleicht auf der anderen Seite, es könnte, also ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass sie so doof sind.
Vielleicht war es auch reine Absicht.
Ich habe zum Beispiel auf meinen LinkedIn-Post, habe ich auch gerne total überzogene KI-Bilder, also die so ein bisschen an der Grenze sind.
Mich fragen dann schon so ein paar...
ältere Zeitgenossen, ob das Bild KI generiert ist und ich so, ja, obviously.
Und ich sehe jedes Mal schlimmer aus.
Aber der Punkt ist, dass man eben so ein bisschen Artefakte sieht, finde ich, macht das fast wieder witzig, wenn ich ehrlich bin.
Aber naja, vielleicht hatten sie es ja, war das auch Absicht, aber wer weiß.
Darf ich noch einen kleinen Internet-Tipp mitgeben?
Ja, auf jeden Fall.
Weil wir sind gerade in dieser Slop-Welt.
Infinitiveslop.ai ist eine Website, die ist wie ein Fernsehsender.
Da läuft einfach durchgehend 8-sekündige AI-Slop-Videos und du kannst im Chat schreiben, was das nächste Video werden soll und die anderen können abstimmen.
Und weil das eben so auf die Spitze getrieben ist, ich konnte nicht aufhören, das zu gucken.
Wirklich?
Ja, ich habe wirklich viel zu lange damit verbracht.
Aber warum?
Weil du den Content gut fandst oder weil du einfach diesen Mechanismus, dass Leute das empfehlen sozusagen und dann das alle abstimmen?
Es ist einfach eine Faszination.
So wie man auf einer Autobahnbrücke steht und sich diese Autos einfach anguckt.
Diese Faszination hat das in mir ausgelöst.
Ich empfehle das allen, die am Wochenende jetzt mal irgendwie...
10 Minuten oder 20 Zeit haben und nicht Doomscrollen wollen, lasst euch bedoomscrollen mit Slop.
Wahrscheinlich wird das auch die Zukunft sein, dass der Algo genau weiß, was das Slop du magst und dir dann, wenn du dir dann Fenster aufmachst und dich dann erstmal 20 Minuten berieseln lassen kannst.
Also wenn es nach Meta geht, wäre das die Zukunft von vor einem Jahr gewesen und jetzt machen sie einen Rückzieher.
Ja, aber dann war das Slop nicht gut genug vielleicht.
Also, Vielen Dank auf jeden Fall für deine Zeit.
Du hast ja jetzt schon deine Medienempfehlung gegeben.
Normalerweise frage ich immer nach Medienempfehlungen oder Buchempfehlungen.
Also wenn du noch was hast, immer gerne.
Ich habe gelernt durch die letzten Besuche.
Sehr gut.
Guckt euch infinitiveslop.ai an.
Hervorragend.
Okay, dann haben wir es ja.
Also, vielen, vielen Dank für deine Zeit und liebe Hörer, hört gerne einen Haken dran, Montag, Mittwochs, Freitags rein.
Letzte Folge waren wir zusammen.
Und ich wünsche dir auf jeden Fall ein schönes Wochenende und ein Happy September.
Euch allen auch.
Danke.
Bis dann.
Ciao, ciao.
