# Antitrust, AI Servers, and Crypto Tokenization Trends

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-09-03

## Transcript

Positive Langeweile.
So konnte man lange die Aktie von Heidelberg Materials beschreiben.
Auf Sicht von fünf Jahren hat sie sich mehr als verdoppelt.
Dieses Jahr ging es aber 30 Prozent abwärts.
Wir schauen, woran das liegt.
Außerdem gibt es den Blick in die Kryptowelt, wo Robinhood immer stärker von der Blockchain-Arbitrum profitiert.
Heute ist Donnerstag, der 3.
September.
Ich bin Christoph Damm und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital, der einzige Broker, den deine Familie zum Traden braucht.
Bei Scalable Capital gibt es nämlich auch Kinderdepots.
Jetzt aber ab zu den News.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Ein US-Gericht hat entschieden, dass Google sein Werbegeschäft nicht zerschlagen muss.
Das Justizministerium wollte, dass Google seine Ad-Exchange verkaufen muss, also quasi die Technologie, die entscheidet, welche Werbung auf welcher Website landet.
Mal vereinfacht ausgedrückt.
Letztes Jahr hatte ein Gericht schon geurteilt, dass Google in dem Bereich illegal ein Monopol aufgebaut hat.
Statt Zerschlagung gibt es jetzt aber nur ein paar Auflagen.
Ein Grund für die mildere Strafe ist, dass eine Zerschlagung technisch schwierig geworden wäre.
Außerdem war auch komplett unklar, wer die AdExchange überhaupt kaufen und dann auch betreiben sollte.
Es ist ja nicht das erste Mal, dass hier eine Zerschlagung in der Diskussion war.
Die gab es ja auch schon um den Chrome-Browser.
Aber auch da musste Google am Ende nicht verkaufen.
Trotz der harten Linie der Kartellbehörden tun sie sich also vor Gericht mit den ganz großen Zerschlagungen weiter schwer.
Das hat der Markt offenbar auch so erwartet, denn die Aktie von Alphabet hat sich gestern kaum bewegt nach der Nachricht.
Nicht zerschlagen, dafür aber massiv abbauen, heißt es bei Uber.
Der Fahrdienst streicht rund 3.300 Stellen, also knapp 10% der Belegschaft.
Das Spannende dabei, Uber macht das nicht, weil es schlecht läuft, sondern eigentlich, obwohl es gut läuft.
Der Umsatz hat sich in fünf Jahren fast verdreifacht, aber durch das schnelle Wachstum sind laut Uber eben zu viele Management-Ebenen und Mini-Teams entstanden, die die Firma langsam machen.
Das soll sich durch weniger Management wieder ändern.
Das Geld, das dabei frei wird, will Uber in die große Zukunftswette Robo-Taxi stecken.
Da will Uber über 10 Milliarden Dollar in Partnerschaften pumpen, um die Plattform fürs Bestellen von autonomen Autos zu werden.
Die Aktie ist deswegen auch gestern leicht gestiegen.
Kräftlich gestiegen, nämlich um die 10 Prozent, ist Dell nach starken Zahlen.
Die sind schon am Dienstag nach Börsenschluss gekommen.
Dell hat die Umsatzprognose fürs laufende Jahr mal eben um 25 Milliarden Dollar nach oben geschraubt.
Grund ist die starke Nachfrage nach Servern, auf denen KI läuft.
Aber, und das fand ich ganz spannend, es sind nicht nur die KI-Server, die gerade laufen.
Auch das klassische Servergeschäft zieht wieder stark an, weil man die normalen Prozessoren zum Beispiel gut braucht, um KI-Agenten zu managen.
Und im PC-Geschäft schafft es Dell, die hohen Preise für Speicherchips an Kunden weiterzugeben.
Ähnlich stark war auch GitLab nach zahlendem Plus.
Der Umsatz war deutlich über den Erwartungen.
GitLab betreibt eine Plattform, auf der Softwareentwickler gemeinsam Programme schreiben, testen und veröffentlichen können.
Das ist also quasi ein zentraler Arbeitsplatz fürs Coden.
Über die Aktie spricht man in Deutschland nicht so oft.
Ich fand es aber mal ganz spannend, weil GitLab ja in einem Markt mit sehr großer Konkurrenz unterwegs ist, allein schon wegen Cloud Code.
Der Markt scheint trotzdem noch recht entspannt zu sein, denn allein in diesem Jahr hat die Aktie über 30 Prozent gewonnen.
Aber es gab auch eine negative Reaktion auf Earnings, nämlich beim Datenbankanbieter MongoDB.
Die haben eigentlich starke Zahlen gebracht.
Der Umsatz ist um 30 Prozent gewachsen und damit so schnell wie sein Jan nicht mehr.
Trotzdem ist die Aktie um die 10 Prozent gefallen.
Das Problem war eher die hohe Erwartung an das wichtige Cloud-Produkt Atlas.
Das wächst jetzt schon, das fünfte Quartal in Folge mit knapp 30 Prozent.
Hier wurde aber noch mehr erhofft.
Dazu war die Aktie in den letzten Wochen auch schon sehr stark gelaufen.
Also war die Erwartung auch insgesamt einfach hoch.
Kommen wir damit nach Europa.
Nestlé verkauft sein Geschäft mit Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln für eine Milliarde Dollar an den US-Finanzinvestor Yellowwood Partners.
Klingt erstmal ein bisschen ironisch vom Timing her, weil die Nachfrage nach Vitaminen und Supplements gerade wächst.
Erst letzten Monat hat zum Beispiel Procter & Gamble den Supplementhersteller Thorne für 4 Milliarden Dollar gekauft.
Nestlé steigt aber auch nicht komplett aus dem Business aus.
Hochwertige Marken behalten sie nämlich und sehen gerade in diesem Premium-Segment auch sehr gute Wachstumschancen.
Der Schritt passt damit in die Strategie vom neuen CEO Nafratil, der Nestlé gerade ja umbaut und sich auf die stärksten Bereiche konzentrieren möchte.
Also vor allem sind das Kaffee, Tiernahrung und Snacks.
Er hat ja auch dieses Jahr schon die Hälfte vom Wassergeschäft verkauft.
Die Aktie hat sich gestern aber kaum bewegt nach der Nachricht.
Mehr Bewegung war bei Volkswagen, da droht laut Handelsblatt ein Machtkampf um das Sparpaket von Konzernchef Blume.
Der will VW hier effizienter aufstellen, das haben wir letzte Woche schon erklärt.
Am Freitag tagt jetzt der Aufsichtsrat und der Vorstand rechnet laut Handelsblatt wohl schon mit einem Scheitern seines Vorschlags.
Dann könnte er das Sparpaket über eine außerordentliche Hauptversammlung den Aktionären zur Abstimmung vorlegen.
So einen Vorgang zur Durchsetzung eines solchen Pakets gegen den Widerstand vom Aufsichtsrat hat es in der deutschen Wirtschaftsgeschichte noch nie gegeben.
Mal sehen, ob es wirklich dazu kommt.
Was schon sicher ist, VW steigt aus dem Eurostoxx 50 ab, wegen der schwachen Aktienperformance.
Die Aktie hat gestern auch deswegen 4% verloren.
Mehr Krypto an der Londoner Börse.
Strategy kauft wieder zu.
Und was steckt eigentlich hinter Abitrum?
Und warum profitiert Robinhood davon?
Das alles gibt es jetzt von Timon im Krypto-Update.
Die Londoner Börse steigt tiefer in den Kryptobereich ein.
Zusammen mit PayWard, also dem Eigentümer der Kryptobörse Kraken, will die London Stock Exchange tokenisierte Aktien anbieten.
Also Token, die Kurse von Aktien abbilden, die aber 24-7 gehandelt werden können.
Wenn man so ein Token hält, hat man aber keine Stimmrechte und kein offizielles Eigentum an der Firma.
Damit kommt die Tokenisierung jetzt immer mehr bei den klassischen Börsen an.
Die Nasdaq ist sogar noch einen Schritt weiter, da kriegen Tokenhalter sogar volle Aktionärsrechte.
Dazu kommt der politische Rückenwind.
Großbritannien will sich als Standort für digitale Vermögenswerte positionieren und die Bank of England soll ein zusätzliches Mandat für Innovationen bei Zahlungsverkehr und digitalem Geld bekommen.
PayWard hat ja schon vorher sowas über die eigenen Plattformen gemacht und auch andere Player hatten schon vorher damit angefangen.
Der Neobroker Robinhood hat zum Beispiel vor knapp zwei Monaten seine eigene Blockchain, die Robinhood Chain, zusammen mit der Blockchain-Firma Arbitrum gestartet.
Das war auch die Idee, dass man darüber dann in erster Linie tokenisierte Aktien, ETFs und auch Tokens zu privaten Firmen wie OpenAI kaufen kann.
Bis jetzt werden aber hauptsächlich Meme-Coins über die Chain gehandelt.
Und das Business damit boomt.
Ende Juli lag das tägliche Handelsvolumen auf der Chain noch bei knapp 370 Millionen Dollar.
Inzwischen sind es knapp anderthalb Milliarden in 24 Stunden.
Damit hat die Chain zuletzt knapp eine Million Dollar an einem Tag eingespielt und hat damit an dem Tag mehr eingenommen als Solana, Base oder Ethereum.
Aber Robinhood pusht die Chain aktuell auch noch krass.
Bis Ende September ist das Handeln auf der Chain für Nutzer quasi umsonst.
Wie viel gehandelt wird, wenn pro Transaktion gezahlt werden muss, sehen wir dann erst ab Oktober.
Neben der Robinhood Chain ist der Handel sonst noch bei den eigenen Kryptofirmen krass.
Die kaufen nämlich mehr Token zurück als jemals zuvor.
Seit Anfang des Jahres im Wert von fast 640 Millionen Dollar in der gleichen Zeit letztes Jahr waren es 550 Millionen und 2024 gerade mal 370.000.
Wobei fast 90% davon auf zwei Namen zurückgehen.
Einmal Kryptobörse Hyperliquid und die Meme-Coin-Plattform Pumpfun.
Die Idee ist dasselbe wie bei Aktienrückkäufen.
Angebot verknappen, um den Kurs zu stützen.
Und auch Strategy kauft wieder.
Nach 10 Wochen Pause hat die Firma von Michael Saylor in der Woche bis zum 30.
August für 370 Millionen Dollar Bitcoin gekauft.
Bezahlt wurde das mit Stammaktien im Wert von knapp 600 Millionen Dollar, die Strategy frisch rausgegeben hat.
Die Pause davor war nicht freiwillig.
Die Strategy-Aktie war ja krass gefallen und das Modell war ja immer eigene Aktien rauszugeben, wenn die teurer sind als der eigene Bitcoin-Bestand und dann von dem Geld neue Bitcoins zu kaufen.
Der Aufschlag ist dann weggefallen und den gibt es auch immer noch nicht.
Für 150 Millionen Dollar von den Einnahmen durch die ausgegebenen Stammaktien wurden aber auch Vorzugsaktien zurückgekauft.
Das macht Sinn, weil man für die ja sonst Dividende zahlen muss, bei den Stammaktien ja nicht.
Und dann gab es mal wieder sowas wie ein Krypto-Hack.
Auf Kryptoplattform Tectonic hat nämlich ein Angreifer am Sonntag mindestens 6 Millionen Dollar abgezogen und das ohne, dass es eine Lücke im Code gab.
Tectonic ist im Grunde ein Pfandhaus, man kann Tokens als Sicherheit hinterlegen.
um sich andere Tokens zu leihen und der Nutzer hat vorher ganz viele Tonic-Token gekauft.
Das ist ein kleiner Token, der nur ganz wenig gehandelt wird und dadurch konnte er den Preis selber in 20 Minuten um das 300-fache hochtreiben.
Damit waren die Tonic-Token auf dem Papier Millionen wert und der Nutzer hat die dann als Sicherheit genommen, um andere Tokens für über 70 Millionen Dollar zu leihen.
Zurücktauschen will aber natürlich nicht, damit ist Techtonic dann auf dem Tonic-Token sitzen geblieben, der kurz danach wieder an Wert verloren hat.
Von den über 70 Millionen Dollar sind aber nur 6 Millionen wirklich geflossen, weil der Betreiber der Blockchain den Handel eingefroren hat.
Und von Krypto kommen wir jetzt zu einer Aktie, die über Jahre eher das Gegenteil von Krypto war, quasi positive Langeweile.
Nämlich Heidelberg Materials.
Die Aktie hat sich auf Sicht von fünf Jahren mehr als verdoppelt, kämpft aber aktuell mit Schwierigkeiten und das liegt an einer Strategie der Firma.
Heidelberg Materials hat nämlich jahrelang stark auf Klimaschutz gesetzt.
Der Konzern gehört zu den Vorreitern der Branche bei CO2-armen Baustoffen.
Umso überraschender, Mitte August hat die Firma ihr Vorzeigeprojekt zur CO2-Abscheidung in Kanada vorerst auf Eis gelegt.
Das Projekt sollte eigentlich ein Aushängeschild in Nordamerika werden und mehr als eine Million Tonnen CO2 pro Jahr abscheiden.
Der Grund für den plötzlichen Stopp, die Wirtschaftlichkeit, rechnet sich offenbar nicht, auch weil die politischen Vorgaben beim CO2-Preis zu unsicher sind.
Dabei waren gerade die Vorstöße beim Klimaschutz lange ein klarer Wettbewerbsvorteil des Konzerns.
Das klingt erstmal komisch, denn Heidelberg Materials ist ja einer der größten Baustoffkonzerne der Welt und Zement ist extrem CO2-intensiv.
Bei der Herstellung entstehen große Teile der Emissionen sogar zwangsläufig durch den chemischen Prozess.
In Europa wird das über den Emissionshandel zunehmend teuer.
Die Wette des Konzerns war im Grunde, wenn CO2 richtig teuer wird, hat der einen Vorteil, der am wenigsten davon ausstößt.
Der Stopp in Kanada zeigt jetzt, dass sich das nicht überall rechnet.
Das passt auch zum Druck auf der Aktie.
Im Januar war die Firma noch mehr als 40 Milliarden Euro wert.
Zurzeit sind es weniger als 30 Milliarden, also ein Minus von fast einem Drittel.
Und das, obwohl 2025 stark war.
Es gab einen Rekord beim operativen Ergebnis und der Umsatz ist leicht gestiegen auf mehr als 20 Milliarden Euro.
Im ersten Halbjahr 2026 ist der Umsatz weiter leicht gewachsen.
Rückenwind gibt es vor allem aus Nordamerika, wo große Bauprojekte die Nachfrage nach Zement und Kies treiben, zum Beispiel Fabriken und der Boom bei KI-Rechenzentren.
Außerdem kauft Heidelberg Materials weiter zu, zuletzt in Kanada und der Türkei und auch in Australien ist eine große Übernahme geplant.
Ein wichtiger Auslöser für den Aktienrücksetzer war also ein anderer.
Operative Gründe gab es nicht.
Anfang des Jahres gab es dann eben die Debatte über eine Reform des europäischen Emissionshandels und eine mögliche Verlängerung der kostenlosen CO2-Zertifikate.
Das heißt konkret, Firmen müssten erstmal weiterhin kein Geld für ihren CO2-Ausstoß bezahlen.
Für energieintensive Unternehmen wäre das eine Entlastung, für Heidelberg Materials das Gegenteil.
Denn während Konkurrenten ohne teure Klimainvestitionen einfach weiter billig produzieren könnten, verpufft der Vorsprung von Heidelberg Materials.
Man kann das aber auch anders sehen.
Heidelberg selbst ist beim jüngsten EU-Vorschlag nämlich ziemlich gelassen.
Die Firma sagt, das Papier stützt die eigene Strategie und ändert bis 2030 wenig, denn langfristig dürfte an der Dekarbonisierung ohnehin kein Weg vorbeiführen und der CO2-Preis bleibt der zentrale Hebel dafür.
Auch Analysten von Citi haben sich nach der Debatte gelassen gezeigt, halten die Sorgen für übertrieben.
Und insgesamt sind Analysten sehr positiv gestimmt für die Aktie.
Von 20 raten nämlich 15 zum Kauf der Aktie.
Ein Argument sind auch die Ausschüttungen.
Aktuell kriegt man 2% Dividendenrendite und ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,2 Milliarden Euro läuft.
Nach dem Rücksetzer wird die Aktie nur noch mit dem zwölffachen vom erwarteten Gewinn bewertet.
Das ist deutlich günstiger als der Schweizer Konkurrent Holzim, von dem Analysten aber auch ein bisschen stärkeres Wachstum erwarten.
Rund acht Prozent der globalen CO2-Emissionen gehen allein auf die Zementindustrie zurück.
Das war Ohne Aktien wird schwer.
Danke fürs Zuhören.
Bis morgen.
Tschüss.
