# Shein IPO, AI Infrastructure, and Alstom Execution Risks

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-09-02

## Transcript

Die chinesische Online-Plattform Shein ist an die Börse gegangen und am ersten Handelstag ging es direkt 10% abwärts.
Was ist von der Schnäppchen-Plattform an der Börse zu erwarten, das besprechen wir heute.
Außerdem schauen wir auf einen der größten Zughersteller in Europa.
Heute ist Mittwoch, der 2.
September.
Ich bin Christoph Damm und ihr hört Ohne Aktien wird schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital und von denen gibt es mal wieder gute Nachrichten.
Bei Scalable gibt es jetzt auch Festgeld.
3% Zinsen pro Jahr für 24 Monate oder 2,75% für 12 Monate für Kunden in Deutschland.
Und man kann sogar bis zu 5 Festgeldkonten pro Nutzer erstellen.
Außerdem steigt der Zins auf dem Tagesgeld auf 2,6% im Jahr.
Mehr Infos gibt es wie immer in der Beschreibung.
Jetzt aber ab zu den News.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Kein guter Tag gestern.
An der Börse, wie schon am Montag, haben steigende Anleiherenditen und Ölpreise belastet.
Dazu sind die Verbraucherpreise in der Eurozone im August um 3,3 Prozent gestiegen und deswegen steigt jetzt die Sorge vor Zinserhöhungen weiter.
Das ist schlecht für Aktien, vor allem für die KI-getriebene Rallye, denn ein großer Teil des Werts dieser Firmen liegt ja in Gewinnen weit in der Zukunft, die bei höheren Zinsen heute eben weniger wert sind.
Apropos KI, da gab es trotzdem ein paar Meldungen und zwar Nummer 1 von Fervo Energy, ein Entwickler von Geothermiekraftwerken.
Der hat einen Deal mit Google gemacht.
Die Aktie ist um die 25 Prozent gesprungen.
Fervo will Google ab 2028 fast 400 Megawatt Strom für ein geplantes Rechenzentrum in Utah liefern.
Das Thema ist also mal wieder der Stromhunger durch die KI.
Die Geothermie ist dabei attraktiv, weil sie rund um die Uhr Strom liefert.
Ferwo nutzt dabei Fracking-Methoden aus der Öl- und Gasindustrie, um mehr Energie aus der Erdwärme zu gewinnen.
Google hat sich außerdem die Option auf weitere 600 Megawatt bis 2030 gesichert.
Damit könnte die Bestellung also auf 1 Gigawatt steigen.
Und das entspricht laut Ferwo ungefähr einem klassischen Atomreaktor.
Und auch bei Entropic, dem Hersteller des Chatbots Cloud, gibt es einen Deal.
Und zwar über 35 Milliarden Dollar für Rechenleistungen mit dem Cloud-Anbieter Lambda.
Das ist nur der jüngste in einer ganzen Reihe von Megadeals.
Erst letzte Woche hat ja Entropic 45 Milliarden Dollar für Kapazität bei N-Scale zugesagt.
Dazu kommen noch Cloud-Deals über 50 Milliarden Dollar mit Fluidstack und 45 Milliarden Dollar mit Elon Musk SpaceX.
Man sieht also, wie krass viel Geld gerade hier immer noch in KI-Rechenzentren fließt.
Spannend übrigens ist die Rolle von Nvidia im Hintergrund von dem Deal.
Laut Wall Street Journal hält nämlich der Chip-Gigant den Mietvertrag für das Rechenzentrum in Tech.
und unterstützt auch Lambda.
Nvidia nutzt also seine Finanzkraft gezielt, um mehr Rechenkapazität zu erschließen, was am Ende ja auch wieder die Nachfrage nach den eigenen Chips ankurbelt.
Die Nvidia-Aktie hat sich aber kaum bewegt.
Zahlen gab's auch, und zwar vom Medizintechnik-Konzern Medtronic.
Und die sind gut ausgefallen.
Und der Konzern hat sogar die Jahresprognose leicht angehoben.
Das Wachstum soll jetzt eher bei 8% als bei 7% liegen.
Die Aktie war deshalb im schlechten Marktumfeld gestern leicht im Plus.
Der Umsatz ist um fast 15 Prozent gestiegen.
Der größte Wachstumstreiber dabei war das Herz-Kreislauf-Geschäft, das mittlerweile auch die umsatzstärkste Sparte ist.
Dazu hat Medtronic zwei Investitionen von zusammen fast 800 Millionen Dollar angekündigt.
Das Geld soll in eine Herz-Technologie-Firma fließen und in einen Hersteller von OP-Robotern.
Beim Thema Chirurgieroboter will Medtronic damit dann neben dem eigenen System für Krankenhäuser mehr Auswahl bieten.
Wir bleiben im Medizinbereich, kommen aber nach Europa.
Da gab es gute Nachrichten von Novartis.
Die Schweizer Firma hat positive Studiendaten für ein neues Medikament gegen Multiple Sklerose gemeldet.
Konkret geht es um eine Tablette gegen die häufigste Form der Krankheit, bei der das Medikament in zwei Studien die Schübe stärker reduziert hat als ein Konkurrenzmittel.
Das ist strategisch auch wichtig für Novartis, denn der Konzern hat letztes Jahr durch auslaufende Patente bei einigen großen Medikamenten Umsätze verloren und braucht jetzt eben neue Mittel, um das wieder auszugleichen.
Laut Analysten könnte das Medikament alleine in der MS-Behandlung Spitzenumsätze von 3 Milliarden Dollar pro Jahr bringen, über alle Anwendungsgebiete hinweg sogar über...
10 Milliarden Dollar.
Die Aktie war auch um die 5 Prozent im Plus.
Von der Schweiz nach Frankreich.
Der aktivistische Investor Elliot hat sich beim französischen Industriegaskonzern Air Liquide eingekauft.
Das ist mit einem Börsenwert von 110 Milliarden Euro das achtgrößte Unternehmen in Frankreich.
Wie groß der Anteil genau ist und was Elliot konkret fordert, ist zwar noch nicht offiziell bekannt.
Es scheint aber ziemlich klar, denn Air Liquide ist bei der Profitabilität seit Jahren schlechter als Konkurrent Linde.
Bei Linde war die operative Marge zuletzt bei 30 Prozent, Air Liquide kommt nur auf knapp 20 Prozent.
Dazu hat Air Liquide an Aktionäre in den letzten zehn Jahren deutlich weniger Geld ausgeschüttet als Linde.
Und das sind genau die Hebel, an denen ein Aktivist wie Elliot typischerweise eben ansetzt.
Die Aktie ist 2 Prozent gestiegen.
Innerhalb von einer Woche mehr als verdoppelt hat sich die Aktie von GoPro.
Trotzdem kommt die Firma gerade mal noch auf ein bisschen mehr als 200 Millionen Dollar Börsenwert, weil sie so schwere Probleme hatte in der Vergangenheit.
Im Hoch 2014 waren es mal 12 Milliarden Dollar.
Auf jeden Fall fusioniert der Hersteller von Action Kameras für 285 Millionen Dollar mit Starman Optical.
Die GoPro-Aktionäre bekommt dafür einen Aufschlag von 30 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag und die Aktie ist um die 40 Prozent gestiegen.
Für einen ersten Kurssprung hat schon der YouTuber Markiplier gesorgt.
Das ist einer der bekanntesten YouTuber überhaupt.
Er wurde am Montag mit 8,5 Prozent zum größten Einzelaktionär, woraufhin die Aktie schon mal knapp 50 Prozent gestiegen ist.
Das klingt aber ein bisschen oder sogar sehr stark nach Meme-Stock-Fantasie, denn an der schwierigen Lage ändert das ja erstmal gar nichts.
Der Umsatz ist allein im letzten Quartal nochmal um 31 Prozent eingebrochen und GoPro warnte vor großen Zweifeln an der Fortführung des Unternehmens.
GoPro will jetzt durch die Übernahme stärker ins KI- und Verteidigungsgeschäft einsteigen.
Äußerst fraglich, ob das wirklich ein echter Turnaround werden kann.
Eine große News von gestern haben wir jetzt noch gar nicht besprochen, nämlich den Börsengang von Shein.
Die Billig-Online-Plattform ist beim IPO in Hongkong direkt mal 10% abgerutscht.
Am Ende stand sie aber ungefähr auf dem Ausgabepreis und wird mit rund 25 Milliarden Dollar bewertet.
2022 waren es in einer privaten Finanzierungsrunde noch fast 100 Milliarden.
Wer damals eingestiegen ist, hat also knapp drei Viertel verloren.
Timon hat mit Caro Juncker den Neue gesprochen, um das Business und den Börsengang besser zu verstehen.
Caro ist Geschäftsführerin von der Beratungsfirma eTribes und Host vom Kassenzone Podcast, also absolute E-Commerce-Expertin.
Caro, erstmal nochmal aus deiner Perspektive als Branchenexpertin.
Was ist SHEIN und was macht das Unternehmen so besonders?
Shein ist ein Modeunternehmen oder besser gesagt einer der größten Fast Fashion Player der Welt und hat seinen formellen Sitz heute in Singapur.
Das Besondere an Shein ist das Produktionsmodell.
Shein bringt permanent neue Styles zunächst in kleinen Stückzahlen online, schaut dann quasi in Echtzeit, was gut funktioniert und produziert dann nur die Gewinner in größeren Stückzahlen nach.
Mittlerweile entwickelt sich Shein auch zunehmend zur Plattform und betreibt auch einen Marktplatz, auf dem Drittanbieter ihre Produkte verkaufen können.
Damit hat es Xi'in geschafft, innerhalb relativ weniger Jahre auf ein Umsatzniveau von über 42 Milliarden US-Dollar zu wachsen und sich eine Kundenbasis von knapp 300 Millionen aktiver Kunden aufzubauen.
Xi'in wollte in den letzten vier Jahren immer wieder an die Börse, damals in London und in New York.
Jetzt listen sie in Hongkong.
Warum hat es diesmal geklappt?
Ein wesentlicher Unterschied ist diesmal, dass Xi'in die regulatorische Freigabe auch aus China bekommen hat.
Bei den früheren Anläufen in New York und London war genau das auch ein zentraler Stolperstein, zusätzlich zu der starken politischen und natürlich auch regulatorischen Kritik in den westlichen Märkten.
Hongkong passt auch besser zur operativen Realität des Unternehmens.
Der formelle Sitz ist zwar in Singapur, aber ein großer Teil der Lieferkette und des Produktionsnetzwerks sitzt weiterhin in China.
Insofern sind die kritischen Themen rund um Skien nicht verschwunden, aber diesmal waren die regulatorischen Voraussetzungen für einen Börsegang tatsächlich gegeben.
Dabei hat das Unternehmen ja eigentlich gerade Probleme.
Der Umsatz wächst nur noch mit 1%.
Vor ein paar Jahren waren es ja noch über 40.
Was ist da los?
Ja, der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig, denn ausgerechnet in diesem Jahr kommt das jahrelang extrem dynamische.
hoch zweistellige Wachstum von Xi'in praktisch zum Erliegen.
In den USA ist der Umsatz sogar rückläufig.
Da kommen mehrere Dinge zusammen, aber ein ganz wichtiger Punkt ist die Regulierung.
Ein wesentlicher Teil des ursprünglichen Erfolgs von Xi'in basierte auf einem enormen strukturellen Vorteil.
Sehr günstige Einzelpakete konnten direkt aus China mit sehr geringen beziehungsweise teilweise sogar ohne Zollbelastungen an Endkunden geschickt werden.
Und genau dieses Ungleichgewicht wird jetzt in den wichtigen Märkten USA und auch der EU zunehmend korrigiert.
Dadurch wird das Modell teurer und natürlich wird damit auch die Nachfrage gebremst.
Dazu kommen Wettbewerb, Player wie Temu oder auch TikTok Shop und natürlich auch etablierte Fashion-Unternehmen kämpfen um dieselbe preissensitive Kundengruppe und letztlich ist Shein auch schon sehr groß.
Bei über 40 Milliarden US-Dollar Umsatz wird es natürlich immer herausfordernder, dieses dynamische Wachstum dauerhaft aufrecht zu erhalten.
Shein hat beim Börsengang jetzt ein bisschen weniger als zwei Milliarden Dollar eingesammelt.
Wofür will man das Geld aus dem IPO jetzt genau benutzen?
Das Geld soll vor allen Dingen in weiteres Wachstum fließen.
Ein großer Teil geht in Technologie, ein weiterer großer Teil in Markenaufbau, beziehungsweise, wenn man mich fragt, Imageaufbau und natürlich in die weitere globale Expansion.
Unabhängig von den IPO-Einnahmen stecken sie auch immer mehr Geld in Marketing, mittlerweile 16 Prozent vom Umsatz.
Vor drei Jahren waren es noch 11 Prozent.
Ist das ein schlechtes Zeichen?
Wie würdest du das einordnen?
Ja, das ist für mich schon ein Warnsignal.
Hohe Marketingausgaben gehören bei SheIn grundsätzlich zum Modell dazu.
Die Zielgruppe ist jung, extrem umkämpft und Aufmerksamkeit muss einfach permanent neu gekauft werden.
Problematisch ist aber hier die Kombination.
Die Marketingquote steigt, während das Wachstum gleichzeitig fast zum Stillstand kommt.
Mittelfristig muss es deshalb unbedingt gelingen, aus den teuer gewonnenen Neukunden loyale Bestandskunden zu machen und diese natürlich stärker über die eigenen Kanäle, App, CRM zu reaktivieren.
16% Marketingquote bei 40% Wachstum kann ich gut erklären.
16% Marketingquote bei 1% Wachstum hingegen nicht.
Obwohl die Bewertung heute so viel niedriger ist als noch vor ein paar Jahren, ist die Aktie immer noch nicht richtig billig.
Xi'in wächst kaum und wird mit einem erwarteten KGV von 15 gehandelt.
Bei der Temu-Mutter, PDD Holdings, ist knapp die Hälfte.
And it's pretty.
Fangen wir mal mit diesem Widerspruch an.
Alstom hat einen Auftragsbestand von 100 Milliarden Euro.
Das sind mehr als fünf Jahre Umsatz.
Die Nachfrage nach Zügen ist also riesig, weil in vielen europäischen Ländern Flotten erneuert werden.
Das Problem ist damit nicht, dass keiner Züge kaufen will.
Es ist, dass Alstom sie nicht rechtzeitig fertig bekommt.
Warum das so schwer ist, versteht man am Vergleich mit Flugzeugen.
Ein Airbus, der ist im Grunde überall gleich, der kann überall fliegen.
Ein Zug ist aber eine andere Nummer.
In Europa haben zum Beispiel Bahnsteige unterschiedliche Höhen und teilweise liegt sogar eine andere Spannung auf den Gleisen.
Jeder Zug ist damit fast ein Sonderbau und der zieht sich.
Wie sehr, das sieht man am französischen Ford Cycle-Projekt.
Alstom hat nämlich 2018 einen fast 3 Milliarden Euro Auftrag über 100 neue Doppelstock-TGV gewonnen.
Die ersten hätten zu Olympia 2024 in Paris fahren sollen.
Losgehen soll es jetzt aber erst in diesem Monat.
Und genau das ist ein Problem für Alstom.
Die wichtigen Schlusszahlungen kommen erst, wenn der Zug monatelang im Netz getestet und abgenommen ist.
Bei Verzögerungen verspätet sich also auch die Zahlung und obendrauf gibt es oft sogar Strafzahlungen.
Das schlägt dann direkt auf die Kasse durch.
Im April gab es die dritte Gewinnwarnung in fünf Jahren und die Aktie ist an einem Tag um bis zu 30 Prozent eingebrochen.
Analysten von Barclays schätzen, dass mindestens ein Dutzend Projekte um Jahre verspätet sind.
Ein Teil davon ist hausgemacht und der Name dafür lautet Bombardier.
IZDOM hat nämlich den kanadischen Rivalen 2021 für 5,5 Milliarden Euro gekauft, um größer zu werden.
Aber mit der Firma kamen jede Menge Altlasten.
Auf alte Bombardier-Verträge sind seitdem laut Financial Times mehr als eine Milliarde Euro an Rückstellungen und Anpassungen angefallen.
Man hat also nicht nur einen Konkurrenten gekauft, sondern auch dessen Probleme.
Und der Fall Spanien, wo Alstom bei Hochgeschwindigkeitszügen nicht mitgeboten hat, zeigt eine neue Ausrichtung der Firma.
Die ersten fünf Züge sollten nämlich innerhalb von 40 Monaten geliefert werden, was für Alstom offenbar zu sportlich war.
Seit April hat Alstom mit Martin Sion einen neuen CEO.
Seine Strategie, lieber weniger neue Projekte, dafür eine saubere Ausführung.
Er sieht ISTOMs akutes Problem also nicht bei der fehlenden Nachfrage, sondern eben bei der eigenen Ausführung.
Ein weiteres Problem, der Auftragseingang lag im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres fast 40 Prozent unter dem Vorjahr.
Es gibt aber Analysten, die sind optimistisch, dass die teuren Andaupphasen der aktuellen Großprojekte bis 2027 hinter ISTOM liegen und dann noch wieder mehr Geld hängen bleibt.
Der Börsenwert von 7,5 Milliarden Euro ist nur das Zehnfache vom erwarteten Gewinn.
Das ist günstiger als im Schnitt der letzten fünf Jahre.
Klingt nicht zu teuer, wenn es Alstom künftig schafft, die Aufträge schnell genug abzuarbeiten.
Sicher ist das aber eben nicht.
Fraglich ist auch, wie sich eine Bahn verfahren kann.
Das werden sich die Passagiere des ICE 278 von Fulda nach Berlin auch gefragt haben.
Denn genau das ist gestern passiert.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Schönen Tag euch, tschüss!
