# Nvidia's AI Dominance and Fed Policy Shifts

**Podcast:** Leben mit Aktien | Der Podcast für Anleger mit Weitblick
**Published:** 2026-09-02

## Transcript

Bevor es losgeht, dieser Podcast ist keine Anlageberatung, sondern dient lediglich der Information und Unterhaltung.
Die Hosts oder der Verlag übernehmen keine Haftung für Anlageentscheidungen, die sie aufgrund der im Podcast gehörten Informationen treffen.
Leben mit Aktien – ein Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche mit Christian Wirröl und Horst von Butler.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Leben mit Aktien, dem Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche.
Ich bin Horst von Butler.
Und ich bin Christian Wirröl.
Und ich frage mich, dieser Tage, Christian, kannst du eigentlich nur etwas von Matthias Reim singen oder auch von Dolly Parton?
Jetzt soll ich wahrscheinlich Jolene besingen.
Das kenne sogar ich.
Wobei ich tatsächlich gelesen habe in einem der Nachrufe auf Dolly Parton, dass sie auch irgendwie ein Lied von 9 to 5 hat.
gemacht hat.
Das passt ja irgendwie so dann ganz gut so um diese Hamsterrad-Diskussion.
Und sie hat auch irgendeinen Song gehabt, The Bargain.
Ja, und damit sind wir dann bei Value-Aktien.
Also scheinbar hat sie...
die Pause besorgen.
Also ich stelle mir das gerade so vor, also Country passt zu dir.
Wahrscheinlich, wenn du Amerikaner geworden wärst, hättest du jetzt so einen großen Cowboy-Hut in meinem Podcast-Studio auf.
Du wärst wahrscheinlich auch so ein erfolgreicher Podcast-Bro da geworden.
Und wärst wahrscheinlich, hättest du zu ihrer Musik getanzt und gesungen.
Also das passt zu dir.
Ja, aber dann weißt du dann so ein Barbecue dazu, so in netter Runde.
Das hatte ich tatsächlich mal in Arizona.
Ja, was ja jetzt auch von Texas nicht allzu weit entfernt wäre.
Aber das wäre so mein Mindset, ja.
Ja, passt auch so eine große Ranch auch noch dazu, nicht?
Mit so 80.000.
Solange ich mich nicht drum kümmern muss, ist es fein.
Ansonsten sieht die Ranch bald nicht mehr so schön aus.
Aber das Barmichu, das Steak grillst du schon selbst oder würdest du das auch grillen lassen?
Nö, ich lasse das schon ganz gerne.
Ich esse es selber.
Ich schneide es auch selber.
Ich finde, das reicht.
Machst du eigentlich überhaupt praktische Dinge im Alltag oder investierst du nur den ganzen Tag?
Nein, ich mache ganz viele praktische Dinge.
Also zum Beispiel will ich mir jetzt einen 3D-Drucker kaufen.
Mein Sohn kam damit um die Ecke und ich habe mich jetzt schon informiert und nächste Woche wird bei uns dann ein chinesischer 3D-Drucker einziehen.
Aber der Spiel näht dich aus dann, das weißt du.
Das passiert sowieso schon.
Wer mich ausspioniert, ist dann auch egal.
Also dann druck mal ordentlich und ich hoffe, dass du uns irgendwann noch eine Aktie auch mitbringst zum Thema 3D-Druck.
Mein Sohn möchte dann irgendwie so für alle möglichen Menschen Geschenke machen, so Eierbecher und sowas.
Er hat da irgendwie so ein paar Videos gesehen.
Ich finde, das ist ja ganz nett, dieser Link einerseits zwischen diesen digitalen Tools, da gibt es ja jetzt auch viel KI unterstützt, und der physischen Welt.
Und wenn das also hilft, ein Kind...
stärker an Technologie heranzuführen, finde ich das eine gute Sache.
Und es ist trotzdem ja eine haptische Erfahrung.
Also, wir bleiben nicht bei chinesischem 3D-Druck.
Wir müssen gedanklich zurück in die USA und auch nicht nach Arizona, sondern nach Wyoming.
Da gab es ja das Treffen in Jackson Hole, der Notenbanker.
Und wir machen nochmal einen Nachklapp dazu, was Kevin Walsh, der Fettchef, dort gesagt hat.
Und es gab auch andere Zahlen, Christian.
Nvidia!
Zahlen vorgelegt.
Nvidia hat Zahlen vorgelegt und die haben dann ja nochmal den KI-Boom richtig befeuert, als wenn der noch vorher gebraucht hätte, aber 70% Umsatz plus im nächsten Geschäftsjahr, was jetzt auch nicht mehr nur eine Analystenschätzung, sondern nochmal ganz klar die Guidance des Unternehmens ist.
Das ist auf jeden Fall eine Ansage.
Dann gehen wir doch nochmal kurz nach China.
Du willst nochmal das Thema Festlandsaktien erklären.
Es gibt ja spektakuläre Börsengänge, auf die wir dauernd schauen.
Shein diese Woche, Unitree, diese Roboterhersteller, ist an die Börse gegangen.
Und die Frage stellt sich ja für uns immer wieder, kann man das mitspielen?
Wie soll man es mitspielen?
Kann man es überhaupt irgendwann mal?
Sollte man es machen?
Aber bevor wir das tun, du wolltest noch was zu Meta sagen.
Da gab es ja diese...
Hammerstrafe und die Frage ist jetzt eigentlich, wie bewertet man das, diese 17 Milliarden?
Ist das ein Ablasshandel?
Wer ist der Gewinner des Ganzen?
Und ist das nur ein Auftakt einer Reihe von Klagen?
Weil die Frage ist jetzt ja tatsächlich, wie verhalten wir uns in Europa?
Ja, also Fakt ist, sie müssen jetzt über...
zehn Jahre bis zu in Summe 17,1 Milliarden Dollar zahlen und in den USA bestimmte Anpassungen der User Experience für Minderjährige vornehmen, also Nutzungsbegrenzung auf zwei Stunden, keine Push-Nachrichten nachts und während der Schulzeit, kein Doomscrolling.
Ja, kann man wahrscheinlich alles umgehen, wenn man als Alter einfach 18 einstellt, aber gut.
Es ist aber, und das ist, glaube ich, sehr wichtig festzuhalten, eine Einstellung des Verfahrens ohne Schuldeingeständnis, dass man also wirklich Kinder und Jugendliche bewusst hier abhängig gemacht hat von sozialen Medien durch diese algorithmische Verführung.
Ist also ein klassischer Ablasshandel und steht damit in einer Linie mit dem, was die Zigarettenkonzerne vor fast 30 Jahren erlebt haben.
Da gab es ja dieses Master Settlement Agreement.
Da haben die 200 Milliarden Dollar über 25 Jahre gestreckt als Zahlung leisten müssen.
War das nicht so auch Teil dieser Aufspaltung oder der Grund für diese Aufspaltung von Philip Morris?
Genau, man hatte dann bei Philip Morris die Idee, dass man nicht das amerikanische Geschäft...
zusammen mit dem restlichen Geschäft weltweit haben wollte, um die Schadensersatzrisiken auch zu diversifizieren.
Dass also nicht irgendwie eine Region mit übermäßigen Schadensersatzforderungen den ganzen Konzern infizieren könnte.
Dann gab es noch ein paar andere Gründe, die in den Beteiligungen liegen.
Aber da gab es dann im Nachgang dazu, allerdings deutlich später, die Aufspaltung in Altria.
Die machen ja nach wie vor das US-Geschäft.
Morris International, die den ganzen Rest machen, aber so ein bisschen durch die Hintertür jetzt auch in den USA dabei sind.
Aber 17 Milliarden über 10 Jahre sind 1,7 Milliarden.
Das klingt nicht viel und Sie haben ja auch gesagt, Sie zahlen es nur, wenn TikTok und YouTube auch was auf den Tisch legen.
Aber wie ist das im Vergleich zu den Gewinnen?
Das ist doch Portugasse.
Ja, es ist wirklich Portugasse.
Also allein in den 10 Jahren 2016 bis 2025 hat Meta mit diesen Tricks, also diesen suchtgefährdenden Algorithmen.
wird man in Summe 531 Milliarden Dollar operativen Cashflow eingefahren.
Und das addiert sich dann zu 320 Milliarden Dollar Nettogewinn.
Und jetzt kann man sich eben für 5 Prozent vom Gewinn, das dieses Geschäft abgeworfen hat, nachträglich alles legalisieren.
Und da bin ich voll und ganz beim Textchef der Vivo, der in seiner Kolumne dazu geschrieben hat.
Der Gewinner heißt Meta.
Und dann zitieren wir doch nochmal kurz aus seiner Kolumne, die er geschrieben hat.
Zitat.
Paracelsus, alles eine Frage der Dosis.
Das ist wie immer, Dieter Dasmacht, sehr pointiert auf den Punkt gebracht.
Ich würde ja sagen, das Problem ist mit Nichten gelöst, auch mit den Verboten, die man jetzt in manchen Ländern diskutiert oder schon eingeführt hat.
Aber am Ende, ich habe jetzt, als mein Sohn 18 wurde, nochmal so eine Bilanz gezogen.
Es liegt eben auch sehr viel an den Eltern.
Man kann ja diese Sperren reinbringen und ich verstehe nicht.
Eltern, die ihre Kinder, wenn ich in Restaurants bin und dann sehe ich die Eltern essen und da sitzen zwei Kinder irgendwie an irgendwelchen iPads und werden ruhiggestellt ab zwei Jahren.
Es ist auch eine Verantwortung der Eltern, was jetzt nicht Meta freisprechen sollen, dass sie natürlich irgendwie unsere Gehirne zu matsch machen, wenn man sich die ganze Zeit acht Sekunden Clips anschaut.
Ja, und du hast ja gerade dann noch gefragt, was ist jetzt mit Europa?
Wir würden ja am liebsten alles irgendwie regulieren.
Insofern ist mir dein Hinweis nochmal sehr, sehr sympathisch.
Aber wir sollten auch immer aufpassen, dass natürlich diese US-Deckkonzerne, und das schließt Meta eben mit ein, unter dem Schutz des US-Präsidenten stehen.
Und wir haben ja mehrfach schon erlebt, wenn da irgendwelche Hämmerchen...
aus Brüssel gekommen sind, dass Trump dann mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht hat.
Aber Mini-Hämmerchen, die eine Milliarde dann sind.
Da werden sie 10 Milliarden gezahlt und hier, wenn wir sagen, ihr müsst mal hier ein bis zwei zahlen.
Aber es ist halt die Frage, können wir es uns leisten, da stärker auf den Tisch zu hauen?
Weil wir sind auf die Services der US-Digitalkonzerne angewiesen und außerdem haben wir halt nicht so wirklich viele Druckmittel gegenüber den USA, sondern ganz im Gegenteil.
Wir haben uns ja in der Energiepolitik zunehmend abhängig von den USA gemacht.
Wir haben die Abhängigkeit von Russland durch die Abhängigkeit von den USA ersetzt.
Das ist mir schon mal lieber, ja.
Aber wenn wir jetzt mal auf die Füllspeicherstände schauen, was das Gas angeht, dann sehen wir, wir werden doch wohl weitere LNG-Lieferungen gerade gegen Ende des Winters aus den USA brauchen.
Das ist nicht die Situation, in der du jetzt so richtig auf den Tisch haust.
Nein, plant man auch nicht.
Wenn wir nochmal auf die Aktie schauen, Meta, Meta ist ja in dieser ganzen KI-Wette mit drin und mal ging es nach oben, mal nach unten, je nachdem, ob man die Wetten von Mark Zuckerberg, ob man die gut fand, wie man die beurteilt hat.
Irgendwie habe ich immer von dieser Aktie die Finger gelassen.
Man hat natürlich über die ETFs, hat man sie mit drin, also hat man Big Tech mit drin, aber jetzt ein gezieltes Investment würde ich nicht machen.
Und das lag aber eben auch an diesem Geschäftsmodell der sozialen Medien.
Klar, Alphabet hat auch YouTube, aber das war für mich immer was anderes.
Ich mache einen Bogen um diese Aktie.
Ja, es kommt halt auch noch erschwerend hinzu, dass Meta halt überhaupt kein Interesse an Nutzerschutz und Datenintegrität hat.
Ich meine, ich bin ja, wie sehr viele, genau davon betroffen, dass dort Fake-Anzeigen, inzwischen sogar Fake-KI-Video-Ads geschaltet werden, in denen dann mit...
meinem Gesicht, mit meiner Stimme für irgendwelche obskuren WhatsApp, Telegram-Gruppen, Trading-Services.
Ach, ich habe die Geburtstag nicht bei dir bestellt letzte Woche?
Ja, da wird dann mit geworben und dafür bekommt Meta ja Geld.
Pip Klöckner schätzt, dass ungefähr 10% des Meta-Umsatzes auf diesen Fake-Anzeigen beruht.
Und deswegen bleiben Meldungen halt auch erfolglos.
Also das ist ein Geschäftsmodell und ein Geschäftsgebaren, was ich niemals als Aktionär unterstützen kann.
Ich will das gerne nochmal nutzen, auch hier, nachdem ich es auf allen Social Media Profilen jetzt nochmal gepostet habe.
Also es gibt von mir keine WhatsApp-Gruppen, keine Telegram-Gruppen.
Es gibt keine komische Trading-Software.
Es gibt keine heißen Aktientipps.
Und insofern, wenn da sowas mit meinem Namen, meinem Bild...
irgendwo im Internet beworben wird, ist das immer Fake.
Es ist aus meiner Sicht Identitätsdiebstahl, es ist ein Straftatbestand und es ist dann mit einer ganz klaren Absicht, Betrug zu betreiben, Frontrunning zu betreiben, Menschen abzuzocken.
Und dass Meta das einfach so über sich ergehen lässt und in aller Dickfälligkeit toleriert.
finde ich wirklich beschämend.
Und ich kann nur hoffen, dass der Thomas Kehl von Finanzfluss, der sich ja da jetzt juristisch mit Meta auseinandersetzt, hier ein ganz klares Zeichen erwirken kann vor Gericht.
Also du bist stark davon getroffen und gebeutelt, wenn man dich erreichen will.
Muss man wahrscheinlich immer direkt sich an Scalable wenden oder über uns an dem Podcast und nicht über irgendwelche WhatsApp-Gruppen.
Profile AdCW Röhl, ja.
Und wirklich so.
Da gibt es ja auch dann so Fake-Profile, da ist dann bei AdCW Röhl am Ende kein kleines L, sondern ein großes I, was man dann je nach Formatierung erstmal nicht sieht.
Aber da einfach genau hingucken und vor allen Dingen nicht auf irgendwelche heißen Tipps reinfallen.
Also das muss man auch sagen.
Man kann das vermeiden.
Der Versuch, schnell reich zu werden, ist in aller Regel der sicherste Weg, Geld zu verlieren.
Und vor allem diese berühmten WhatsApp-Gruppen, in die man eingeladen wird.
Mir ist das in anderer Dimension auch passiert, dass Freunde mir geschrieben haben, ich bin von dir in eine WhatsApp-Gruppe eingeladen.
wo ich sage, ich mache sowas nicht.
Wir haben diverse Recherchen gemacht bei der Wirtschaftswoche.
In der Regel verliert man sehr viel Geld damit, weil man auf irgendwelche Links klickt.
Also geht nicht in obskure WhatsApp-Gruppen mit heißen Investment-Tipps.
Ja, und generell muss ich halt sagen, habe ich den Eindruck, dass Social Media ziemlich verseucht ist durch diesen ganzen KI-Müll, diesen AI-Slop.
Das wird immer mehr.
Und früher hat man wirklich über Social Media auch noch Interaktionen, Diskussionen gehabt.
Man hat interessante Menschen kennengelernt.
Aber das wird alles immer schwieriger, weil wirklich die Kanäle zugemüllt werden mit KI-generiertem Content.
Einfach nur, damit irgendetwas gepostet wird in hoher Frequenz oder damit man im Fall von X auch noch diese Monetarisierung in Anspruch nehmen kann.
Und da kommen dann den ganzen Tag bei Finanzaccounts, sogenannten Finanzaccounts, irgendwelche Geschichten aus dem Paul-Lander-Garten immer mit dieser Empfehlung, doch jetzt...
Wie siehst du das?
Wie macht ihr das?
Diese ständige Engagement-Aufforderung.
Das pervertiert eigentlich Social Media.
Und ich frage mich insgesamt, ob KI zumindest mal für einen gewissen Zwischenschritt nicht dazu führt, dass wir die Lust auf Social Media verlieren.
Oder es dann neue Plattformen gibt, wo sich dann nur noch die Menschen treffen.
Mal schauen.
Auf jeden Fall teilen wir da, glaube ich, die gleichen Gefühle und Einstellungen gegenüber Meta und diesen Plattformen.
Kommen wir aber auf unser nächstes Thema, auf die US-Notenbank FED und das Treffen in Jackson Hole.
Und die große Frage, was wird aus den Zinsen und den Schulden?
Das Ganze sehen.
Ja, alle haben auf Kevin Walsh geschaut und auf seine Rede beim Symposium der Kansas City FED in Jackson Hole.
Das ist ja wirklich ein tolles Ritual da immer vor dieser Berghulisse.
Jedes Jahr schaut man drauf.
Und er hat am Anfang ein kleines Wortspiel gemacht und von seinen Wanderungen erzählt, die er in diesem Bergrestort gemeinsam mit dem früheren Vize-Chef Don Cohn und Ben Bernanke, dem früheren FED-Chef, gemacht hat, als er schon mal bei der Notenbank war.
Und das Wort Wanderungen hat ja die schöne Bedeutung von Hikes.
Also er hat dann, finde ich, elegant sowas zu machen.
Er hat sehr häufig von Hikes gesprochen.
Also er hat das Thema Zinserhöhung natürlich in den Mund genommen.
Und ja, was war sein Dilemma vorab?
Die Frage ist halt, geht er in einen Konflikt mit Donald Trump, ja oder nein?
Weil Donald Trump möchte natürlich niedrige Zinsen haben.
Und gleichzeitig muss Walsch natürlich signalisieren, dass er für Preisstabilität steht.
Trump hatte ja schon Walsch Vorgänger, Jay Powell, jahrelang unter Druck gesetzt, die Zinsen zu senken.
Und seine Erwartung war natürlich, nachdem er Walsch an Land hatte zum FED-Chef, hatte seine Forderung auch erneuert.
Walsch hat jetzt in Jackson Hole deutlich gemacht, dass für ihn derzeit etwas anderes Vorrang hat, die Inflation.
Er sagte, angesichts der besorgniserregenden Inflationszahlen müsse, Zitat, das vorrangige Augenmerk der FED derzeit auf den Preisen liegen.
Also er hat klar gemacht, dass die Preisstabilität in den Mittelpunkt gestellt wird, künftig auch.
Und ich glaube, das war so ein wichtiges Signal.
Er wurde dann so als horkisch bezeichnet.
Das zweite ist, Christian, die Märkte haben die Botschaft verstanden, dass es Zinserhöhungen geben wird.
Also zumindest wurde, nachdem man die Woche zuvor noch der Meinung war, dass Zinserhöhungen eigentlich vom Tisch sind, jetzt wieder eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung eingepreist.
Also Anhebung um 25 Basispunkte auf der Sitzung Mitte September ist inzwischen wahrscheinlicher aus Perspektive der Märkte als unveränderte Zinsen.
Und damit hat Walsch eigentlich ja seine Linie fortgeführt, die er schon in den bisherigen Reden hatte, weil er immer wieder auf das Thema Inflation eingegangen ist.
Und das muss man ja auch ganz einfach sagen.
Die FED, wir haben das hier ja auch mal seziert anhand von 5-Jahres- und 10-Jahres-Vergleichen, die FED kann nicht behaupten, sie hätte den Kampf gegen die Inflation gewonnen.
Die Inflationsraten sind deutlich runtergekommen, aber die Preissteigerung, die wir gesehen haben, ist ja nicht eingedämmt.
Und wenn Inflation runtergeht von über 10 auf 3 Prozent, heißt das ja nicht, dass alles billiger wird, sondern das heißt, dass die Preise weiter steigen, nur eben nicht mehr so stark, wobei 3 Prozent eben weiterhin zu stark ist.
wenn man ein 2% Inflationsziel hat.
Und zudem hat er sich ja nochmal klar bekannt.
Er geht damit in einen möglichen Konflikt mit Donald Trump.
Der US-Präsident hat vergangene Woche nochmal die Leitzinsen, die derzeit zwischen 3,5 und 3,75% liegen, er hat sie nochmal als lächerlich bezeichnet.
Und Walsh hat in Jackson Hole da doch etwas zu gesagt.
Zitat, alles in allem wird es mir schwerfallen, die allgemeinen Finanzierungsbedingungen als restriktiv zu bezeichnen.
Das klingt natürlich ein bisschen kauderwelsch, aber es ist ein klare Signal, weil die Fed hat ja nochmal dieses berühmte duale Mandat, eben nicht nur Preisstabilität, sondern auch Wachstum.
Die Jobzahlen können natürlich nochmal einiges verändern, die kommen.
Aber er hat das Thema Inflation in den Mittelpunkt gestellt.
Und noch was war interessant, die Frage war ja mal, wie steht er eigentlich zu der Institution FED?
Da war so ein Zwischenton, den die Financial Times nochmal ganz schön rausgearbeitet hat.
Die Notenbank stand ja arg unter Feuer, vor allem auch durch den US-Präsidenten.
Und er hat jetzt sehr wohlwollend, also Warsh hat sehr wohlwollend über die FED als Institution gesprochen, hat von den besten Traditionen der FED gesprochen.
Und das Thema also verbunden auch mit der Preisstabilität.
Also es war so, die Zwischentöne in Bezug auf die Institution waren auch sehr wichtig.
Die Frage ist jetzt, welche Rolle nimmt er denn auch an im Zusammenspiel mit Scott Bassett, dem US-Finanzminister?
Naja, also am Ende ist es vielleicht auch so ein Good-Cup und Bad-Cup-Spiel, weil es ist natürlich jetzt zunächst mal klar, Walsh hat die Unabhängigkeit seiner Person und der Notenbank rhetorisch sehr deutlich demonstriert.
Das ist schon mal ein sehr, sehr klares Zeichen.
Das setzt auch alles fort, was er bislang kommuniziert hat.
Jetzt ist die Frage, wird er das Ganze auch praktisch beweisen?
Also zunächst mal ist es ja ein ganz klares Signal, auch als...
Beruhigung an die Marktteilnehmer.
Die FED hat die Inflation auf dem Radar und will Inflationsprämien gerade am langen Ende der Zinskurve gar nicht erst entstehen lassen.
Wir haben ja vergangene Woche mit dieser Break-Even-Inflation schon drüber gesprochen.
Das ist alles noch unspektakulär, aber das ist natürlich ein Risiko.
Alleine diese Rhetorik kann natürlich schon die langfristigen Zinsen einhegen.
Ich bin aber der Meinung, Auch eine einzige Zinserhöhung jetzt im September wäre jetzt kein Drama für den Aktienmarkt und auch nicht für die Wirtschaft.
Der Schaden für die Refinanzierung und für die Konjunktur, der wäre wohl überschaubar, weil, es ist ja klar, wie Walsch das formuliert hat, die Finanzierungsbedingungen sind nach wie vor gut.
will und halbwegs solide aufgestellt ist, der kriegt auch Geld, unabhängig von der Laufzeit.
Und gleichzeitig hätte die FED aber mit einer solchen Zinserhöhung Handlungsfähigkeit und Unabhängigkeit nochmal wirklich demonstriert.
Und das könnte allein reichen, diese Bondwächter, über die wir letzte Woche gesprochen haben, auch am langen Ende.
erstmal zu befriedigen, sodass Bassett dann in Ruhe seine Anleihen zurückkaufen kann und die Staatsfinanzierung vielleicht erstmal kurzfristig laufen lässt.
Man muss sowieso sagen, mit dem Approach, den Walsh hat in der Kommunikation, es ist eher so, die Märkte machen die Zinsen, schauen aber nicht mehr auf die FED, was die sagt, weil die sagt ja nichts.
Er wurde ja für seinen neuen Kommunikationsstil sehr viel auch kritisiert.
Ich habe jetzt mehrere Kommentare auch darüber gelesen, die ihn verteidigt haben.
Zuletzt Mohammed El-Erian, also den Chef-Ökonomen davon oder einer der wichtigen Ökonomen der Allianz, früher bei Pimco, bei dem großen Anleihwächter.
Und er nannte einen ganz interessanten Vergleich.
Er sagte, die Märkte...
schauen zu viel auf den Schiedsrichter und nicht mehr auf den Fußball.
Und ich fand, das bringt es ganz gut auf den Punkt.
Also es ist eine Umgewöhnungsphase, aber vielleicht muss man ja auch überlegen, vielleicht hat er ja auch einen Punkt, dass man immer zu viel auf diese Kommunikation der Fett nur noch geschaut hat und nicht auf die Fundamentaldaten der Wirtschaft.
Ja, ich glaube, in Unternehmen ist es wichtig, da kann man nicht überkommunizieren, wenn es um irgendwelche Issues geht.
Aber als Notenbank darf man vielleicht ein bisschen verschwiegener sein, ein bisschen konzentrierter sein.
Und damit hat er jetzt ja vorgelegt.
Und gleichzeitig sollte man immer im Hinterkopf halten, dass eine solche Zeitenwende in der Kommunikation ja für Volatilität sorgt.
Und diese Volatilität sehen wir ja auch an den Märkten.
Frage ist nun, was machen wir draus als Anleger?
Dann bleibe ich bei dem, was wir letzte Woche gesagt hatten.
Also jetzt schon darauf zu spekulieren, dass wir den Peak bei den Zinsen gesehen haben, erscheint mir etwas vermessen bei den langfristigen.
So reizvoll die Spekulation auch sein kann.
Ich würde weiter am kurzen Ende bleiben, auch strategisch und taktisch vielleicht irgendwann das lange Ende da reinnehmen.
Ich habe eine interessante Argumentation von Thorsten Schlöck von Apollo Global Management, dem Chief Economist, dort gelesen.
Der hat sich Gedanken darüber gemacht, wo eigentlich langfristige Zinsen hingehen können.
Und ja, seine Argumentation ist gar nicht mehr das Thema Wirtschaftszyklus, was man ja normalerweise immer hat, oder Fettpolitik.
sondern für ihn ist der entscheidende Faktor künstliche Intelligenz.
Denn wenn künstliche Intelligenz tatsächlich den Durchbruch in der Masse, in der Gesellschaft schafft, dann sagt er, naja, dann werden wir Produktivitäts- und Effizienzgewinne haben, die so stark sind, dass wir einen deflationären Impuls kriegen.
Völlig klar, was müssen wir dann machen?
Dann gehen die Zinsen runter.
Ein Argument für steigende Anleihekurse, sinkende Zinsen.
Andererseits, wenn AI nix wird, erst mal, wenn dieser Boom sich auflöst, wenn irgendwie in Anführungszeichen die Blase platzt, dann haben wir im Aktienmarkt ein Riesenproblem, dann geht es am Ende doch Schuldenberg hin und her.
in die Sicherheit, in die Treasuries.
Und wenn Treasuries gekauft werden, was passiert, auch dann gehen die Zinsen runter.
Also er sieht im Grunde zwei Wege, die beide mit KI zu tun haben und beide zum selben Ziel führen, nämlich zu sinkenden langfristigen Zinsen.
Und das, und da fand ich es jetzt wirklich ein bisschen unterkomplex, schon innerhalb der nächsten sechs Monate.
Das ist mir persönlich auf der Zeitachse zu kurzfristig und zu stark festgelegt.
Wie schaust du dann insgesamt auf dieses Gerätsel und Orakel über die Zinsen?
Weil ich weiß noch so vor...
Vor acht bis zehn Jahren, da hieß es, die Zinsen werden langfristig niedrig bleiben, Geld wird billig bleiben.
Da gab es aber auch andere Trends, die genannt wurden.
Zum Beispiel demografischer Wandel und die große Ersparnisschwemme in vielen Volkswirtschaften.
Nach dem Motto, es ist so viel Geld da.
Also das hat sich alles gedreht.
Ich finde es interessant, wie solche Trends dann auch plötzlich vergessen werden.
Jetzt dreht sich alles um KI.
Demografie sagt keiner mehr.
Demografie ist schon noch ein Thema, insbesondere im Zusammenspiel mit KI, weil KI und dann auch Robotik viele Themen lösen muss, damit durch den demografischen...
Oder Haushaltsroboter und ähnliches.
Aber ich glaube, man kann gerade an dieser Geschichte so, die Zinsen bleiben ewig niedrig, der Zins ist ewig weg, sehr gut erkennen, dass man nicht versuchen soll, grundsätzliche ökonomische Gesetzmäßigkeiten ein für allemal für ungültig zu erklären.
Es dauert manchmal ein bisschen länger, aber sie kommen wieder und dass Geld einen Preis hat, das ist ja auch gut zu begründen.
Und ob KI den Durchbruch schafft oder nicht, da ist es wahrscheinlich auch sehr schwierig, in den nächsten Monaten eine Bilanz zu ziehen oder einen Strich drunter zu ziehen.
Aber es gab Zahlen, über die wir jetzt sprechen wollen, die zumindest ein Indikator waren, dass es zunächst nochmal weitergeht.
Eine Frage der Größe.
Christian, seit einigen Jahren schauen wir wirklich immer auf diese Zahlen von Nvidia.
Das ist ja so der große Indikator, wie viele Chips gekauft, bestellt und verbaut werden weltweit.
Und der Chip-Champion hat jetzt Quartalszahlen geliefert.
Hat er denn eingelöst aus deiner Sicht oder die Versprechen, du hast es angedeutet, 70% Umsatzwachstum, hat dich das auch überrascht?
Ja, also zunächst muss man ja mal festhalten, die Gewinnerwartungen der Wall Street wurden wie immer seit dem Launch von ChatGPT übertroffen.
Und zwar...
Auch wieder sehr deutlich das dritte Mal in Folge prozentual zweistellig geschlagen.
Ich war auch vorher der Meinung gewesen, also wenn sie nicht prozentual zweistellig schlagen, dann wird man da schon wieder Fragezeichen hinter machen.
Aber das war okay, etwa 15 Prozent, ein Earnings Speed, das ist schon super.
Aber die Prognose, 70 Prozent Umsatzwachstum im nächsten Geschäft her, das ja dann von Ende Februar 27 bis Ende Januar 28 läuft, das hat den KI-Boom dann nochmal so richtig angeheizt.
Und dann gibt es ja sehr, sehr viele Einzelheiten in diesen Zahlen, auf die man eingehen kann.
Ich finde, wir sollten nochmal über drei Faktoren sprechen.
Das erste ist, was bedeutet eigentlich diese Zahl 70% Umsatzwachstum ganz konkret?
Wenn man das einfach mal anwendet und in absolute Zahlen konvertiert, heißt das 680 Milliarden Dollar Umsatz bei Nvidia im Geschäftsjahr 2027, 2028.
Dabei soll die Bruttomarge ein bisschen fallen, übrigens trotz der anvisierten Preissteigerungen für die High-End-Chips von 72, also von 73 auf 72 Prozent.
Aber das ist natürlich immer noch luxuriös.
Nettomarge wird dann vielleicht nicht mehr wie 2026 bei 55 Prozent sein, sondern eher bei 52 Prozent.
Aber das bedeutet trotzdem 350 Milliarden Dollar netto.
Gewinn.
Diese Zahl muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen und vielleicht zur Einordnung.
Also Walmart und Amazon sind ja so die vom Umsatz her in den Fortschrittverfahren und die größten Unternehmen.
Ich glaube, die liegen so ein bisschen über 700 Milliarden Umsatz.
Das heißt, Nvidia hat sich innerhalb von wenigen Jahren würde sich mit diesem Umsatz in die...
mindestens in die Top 5 katapultieren.
Nur eben nicht mit einem Handelsgeschäft, sondern mit einem verdammt hochmarschigen Geschäft.
Die Nettomarge ist jenseits von Hermes und Ferrari.
So, jetzt hast du 350 Milliarden Dollar Nettogewinn, schreibst du da ein KGV von 20 drauf, bedeutet das 7 Billionen Dollar Unternehmenswert.
Momentan sind wir bei 5 Billionen Dollar, heißt also, aus dieser Perspektive hättest du ein Drittel Aktuell liegt das KGV von Nvidia übrigens bezogen jetzt auf die Gewinnschätzungen.
für das laufende, ja noch nicht beendete Geschäftsjahr bei 24, extrapolierst du das mal auf die 350 Milliarden Dollar, dann bist du bei 8,4 Billionen Dollar Unternehmensbewertung.
Und wenn man Nvidia mit dem KGV von 28 handeln wollte, dann würde das Unternehmen tatsächlich die nächste Schallmauer knacken, nämlich dann wäre man bei über 10 Billionen Dollar Market Cap.
Nochmal ein Vergleich zwischen 8 und 10 Billionen Dollar.
Das ist so eine doppelte deutsche Volkswirtschaft, nur über welche Größen wir inzwischen hier reden.
Das ist das Thema absolute Zahlen.
Also die sind gigantisch und astronomisch und auch wirklich beeindruckend.
Die Frage ist immer, wie nachhaltig ist das?
Wie nachhaltig ist diese Ertragsperspektive bei den Margen?
Das kann man ja jetzt nicht seriös einschätzen, weil die Frage ist ja immer, irgendwann muss es doch auch mal Wettbewerb geben.
Aber den gibt es natürlich.
Aber eigentlich müssten laut Theorie längst Wettbewerber auf den Plan treten und diesen Markt auch für sich erobern.
Ja, gibt es ja auch.
Also Alphabet ist ja einerseits Kunde.
von Nvidia, aber dann auch Wettbewerber in etwas weniger komplexen Bereichen.
Aber wie schnell sich dieser Wettbewerb in den Zahlen von Nvidia niederschlagen wird, das ist die Frage, die ich mir jetzt nicht traue zu beantworten.
Denn diese zusätzlichen Chips, die da verkauft werden müssen für dieses Wachstum, die können ja auch einfach erstmal zusätzliche Nachfrage bedienen, die am Markt entsteht.
Aber wenn Nvidia immer mehr Umsatz macht, bald 700 Milliarden Euro, da gelten ja dann doch die Gesetze der Schwerkraft wie bei Walmart.
Irgendjemand muss diese Waren ja kaufen.
Und die Frage ist, wird genug Kapital zur Stelle sein, das alles auch abzunehmen?
Tja, können sich die Hyperscaler und die anderen Rechnungszentrumsbetreiber das alles überhaupt leisten?
Ja, also vielleicht auch dazu mal ein paar Zahlen.
Die Analysten der Wall Street gehen im Konsens für die Jahre 2026 bis 2029, also vier Jahre davon aus, dass die Hyperscaler, also Alphabet, Amazon, Microsoft, Meta-Plattforms und Oracle plus SpaceX plus CoreWeave in Summe 4,7 Billionen Dollar gekauft.
CapEx machen, also Investitionen in KI-Infrastruktur.
4,7 Billionen Dollar.
Das sind natürlich nicht nur Chips, das beinhaltet auch alles andere, was man so fürs Data Center braucht.
Dazu kommen natürlich dann auch noch andere, die Datacenter bauen, aber damit hat man sicherlich über 85 oder 90 Prozent vom Markt mal erschlagen.
Gleichzeitig taxieren die Analysten die Umsätze von Nvidia in diesem und in den drei folgenden Jahren auf in Summe 2,7 Billionen Dollar.
Auch das sind nicht nur Chips, aber es gibt eben auch noch andere Halbleiterhersteller, beispielsweise Broadcom mit einem kumulierten geschätzten Umsatz von...
817 Milliarden Dollar.
Also es schwirrt im Kopf von Billionen hier dreistellige Milliarden da.
Und wenn man es aggregiert, ja, grob passt das zusammen.
Aber im Detail kann man da schon Fragezeichen ableiten.
Vor allem ein Fragezeichen, sind Investoren bereit, das zu tolerieren und kontinuierlich die dafür notwendigen Gelder zur Verfügung zu stellen?
Denn die operativen Cashflows werden dafür nicht reichen.
Schon gar nicht und da sind wir wieder am Ausgangspunkt bei steigenden Zinsen.
Das ist eine interessante Frage, vor allem wenn die Chinesen es vielleicht dann doch schneller und billiger machen oder auf Augenhöhe billigere Modelle anbieten.
Die Frage ist ja nicht nur, ob diese Gelder bereitgestellt werden, sondern ob dann irgendwann die Umsätze auch reinkommen für diese ganzen Investitionen.
Ich meine, das ist die Urfrage der Wirtschaft, also die investieren, astronomische Summen, aber man muss hier mal hochrechnen, wie viele...
Abos ein Open AI dafür braucht, also wie viel Umsatz man dann auch macht.
Und das ist, glaube ich, etwas, was man auch so ein bisschen nach hinten schiebt, ob dieses Return on Investments, ob es das wirklich geben wird.
Aber nochmal zur Rolle von Nvidia.
Das sind diese Zahlen, erschlagen ja nicht nur, aber auch diese Rolle von Nvidia wird so kritisch in diesem ganzen Zirkus.
Ich erinnere, keine Phase in der Wirtschaft, wo sich dann doch alles so um ein Unternehmen drehte.
Jaja, also die werden eigentlich so eine Zentralbank des KI-Systems.
Central Bank of AI, so Länder of Last Resort.
Wer keinen Kredit mehr kriegt, der kriegt ihn von Nvidia, solange er nur genügend Chips kauft oder zumindest das verspricht.
Ja, das sind halt diese Kreislaufgeschäfte und die erinnern viele, die damals dabei waren, ebenso an dieses sogenannte Vendor-Financing während des Telekommunikations- und Internethypes Ende der 90er Jahre und führend in Anführungszeichen dabei war Lucent, Telekom-Ausrüster, der halt irgendwann auch nicht mehr nur die Top-Kunden vorfinanziert hat, sondern auch Kunden mit einer zweifelhaften Bonität.
Und als das Ganze dann ins Rutschen kam, dann rutschte Lucent eben mit Hebel nach unten und wurde ja später dann so auf der Rest der Rampe von Alcatel übernommen.
Da sind natürlich Parallelen systemisch drin, aber Nvidia ist natürlich heute ungleich stärker, hat eine ganz andere Marktdurchdrehung, ganz anders aufgestellt als Lucent damals.
Trotzdem, ja, wir haben häufiger darüber gesprochen, wenn man das alles vor 25 Jahren mitgemacht hat, es klingelt halt dann irgendwo.
Gleichzeitig muss man festhalten, die eigene Bilanz und die eigene Bonität quasi den Kunden als Service zur Verfügung zu stellen, kann man auch als Bestandteil dieses vielbeschworenen Ökosystems ansehen.
Und an dem bastelt Jensen Huang eben auch weiter, nicht nur mit Financial Engineering, sondern auch mit solchen Deals wie jetzt mit der Übernahme der KI-Plattform The Hugging Face.
Entwickler und Unternehmen dann KI-Modelle, Datensätze veröffentlichen und weiterentwickeln.
Und damit, zweifelsohne, stärkt Nvidia eben den Fußabdruck bei diesen offenen KI-Modellen, schafft also ein Gegengewicht zu Anthropic, OpenAI, Grog und wie sie alle heißen.
Das zu einem horrenden Preis, muss man auch sagen, für The Haging Face haut man knapp 13 Milliarden Dollar raus.
Das ist mehr als das 80-fache des aktuellen Umsatzes von Haging Face.
80-mal Umsatz, aber 13 Milliarden Dollar sind eben auch nur 60 Prozent des Free Cash Flows von Nvidia im letzten Quartal.
Nochmal, diese Dimensionen, die sind so gigantisch und mein Hirn sträubt sich immer noch.
dagegen das komplett zu verpacken.
Dann kann man immer sagen, ja, es ist vielleicht die Unfähigkeit zum exponentiellen Denken.
Mag durchaus sein, akzeptiere ich auch.
Deswegen investiere ich auch nicht in einzelne Aktien, sondern habe meinen Chip-ETF da liegen.
Es ist aber vielleicht auch ein Rast von Vorsicht und der tut manchmal auch ganz gut.
Das sieht man ja inzwischen auch in den Bilanzen der Tech-Konzerne.
Die FT hat ja berichtet, dass im vergangenen Quartal gab es einen Gewinnschub von mehr als 160 Milliarden Dollar aus diesen Beteiligungen an anderen KI-Unternehmen.
Und das lässt auch viele Ergebnisse eben besser aussehen.
Man weiß ja, den Gestaltungsspielraum bei Gewinnen, das ist was anderes als beim Cashflow.
Da hast du ja immer gesagt, der ist unbestechlicher.
Aber Alphabet, Amazon, Nvidia und Microsoft melden in ihren letzten Quartalszahlen erhebliche zusätzliche Beiträge, sogenannte Other Income.
Und diese stammen größtenteils aus Bewertungsgewinnen auf Beteiligung an anderen führenden KI-Unternehmen.
Da hast du diesen Kreislauf, den du auch beschrieben hast.
Und das sind einmalige Bewertungsgewinne, die natürlich aus dem KI-Hype irgendwie resultieren.
Und da haben jetzt einige Analysten schon gefragt, also über diese Zirkularität von Umsätzen und Gewinnen, ob man da irgendwann den Überblick verliert halt.
Cashflow kann man immer drauf schauen, auch auf die Schulden.
Aber bei den Gewinnen, wenn das natürlich nur Bewertungsgewinne sind, hat man da schon ein Problem.
Ja, und man bläst sich ja dann nicht nur gegenseitig die Umsätze auf, sondern eben auch die Börsenbewertungen.
Das haben wir ja häufig auch gesehen, wenn Nvidia sich dann mit irgendeinem Unternehmen verpartnert, diesem Unternehmen dann nicht nur Geld gibt, damit es Chips kaufen kann, sondern in Abhängigkeit von irgendwelchen Milestones auch noch eine Beteiligung oder Optionen bekommt, dann geht der Kurs dieses anderen Unternehmens gleich durch die Decke irgendwie 25 Prozent und schwupps kannst du das alles schon wieder höher bewerten.
Ja, und das ist eben das, was ich sagte, du kannst das sicherlich in jedem einzelnen Deal immer ganz logisch erklären und es zweifelt dir auch niemand an der Gesamtperspektive von KI.
Aber wenn man es dann in der Gesamtheit sieht, kann es einem schwindlig werden auf diesem sogenannten Schwungrad.
Also schaut auf die Other Incomes, wenn ihr da was zu lest.
Es wurde auch ein Beispiel genannt, zum Beispiel Alphabet und Nvidia halten ja Anteile an SpaceX.
Und da gab es auch Bewertungsgewinne, die sie in die Bilanz genommen haben.
Aber jetzt nochmal zurück zu der ganzen Frage, ist das jetzt alles fein?
Wenn ich an diesen KI-Boom glaube, wenn ich an Nvidia glaube, kann man natürlich sagen, wenn ich sage...
überragendes Geschäftsmodell, gewarnt wird jetzt auch schon lange, dann ist alles fein und dann investiere ich halt.
Ja, also wie gesagt, es gibt viele Fragen, wer die auflösen kann und daraus Ausrufezeichen macht, sprich klare Aussagen.
Chapeau, ja, dann wird man Nvidia-Aktien kaufen oder, wenn es kritische Aussagen sind, dann vielleicht auf einen fallenden Kurs setzen, wobei man immer im Kopf halten sollte, auch wenn man am Ende recht hat, man muss auch die Zeit haben, recht zu bekommen.
Und die Zeit hat man unter Umständen nicht.
Wir haben das ja am Beispiel anderer Aktien bei Leopold Aschenbrenner gesehen.
Also Shorten kann ruinös werden.
Davon müssen wir ja festhalten, fast jeder Anleger, fast jede Anlegerin ist sowieso Nvidia Long und zwar kräftig und schießt vor allem immer kräftig nach.
Kauft weitere Aktien, denn wer jetzt so einen 100-Euro-Sparplan auf den MSCI All Country World ETF hat, der ballert jeden Monat 4,80 Euro in den Chip Champion.
Ob das jetzt gut oder schlecht ist.
Das muss wirklich jeder für sich selber beantworten, aber man sollte sich diesen Klumpen klar machen.
Und dann gibt es eben drei Optionen.
Erstens, alles fein, weil man eben nicht nur von KI, sondern auch von Nvidia überzeugt ist.
Das sind dann diejenigen, die vielleicht on top nochmal einen Chip-ETF oder on top wirklich die Nvidia-Einzelaktie kaufen, obwohl sie damit den Klumpen vergrößern.
Zweite Möglichkeit, ja, trotzdem alles fein.
weil man eben passiv anlegen will und den Marktgewichten folgt.
Und die sind nun einmal so, wie sie sind.
Indizes bilden die Börsenlandschaft ab.
Und man muss ja auch mal festhalten, mit diesem selbst aktualisierenden System des kapitalisierungsgewichteten Index hat man ja historisch gut abgeschnitten, sowohl in den letzten Jahren, jetzt seit Corona, wo ja viele angefangen haben, als auch sehr, sehr langfristig.
Und dritte Möglichkeit dann eben.
Tja, man findet das doch nicht so doll, 4,80 Euro jeden Monat in die Invidia.
Dann sollte man über Alternativen nachdenken.
Und dabei dann logischerweise neben dem Nvidia-Klumpen auch die anderen KI-Champions ein bisschen einhegen.
Und witzigerweise hätte das in der Vergangenheit übrigens nicht mal Performance gekostet.
Ja, über den Sinn und Unsinn, Klumpen zu reduzieren, haben wir ja hier immer wieder gesprochen.
Aber natürlich hat man da einen neuen Chip-Klumpen, man hat immer einen KI-Klumpen, man hat einen Tech-Klumpen, man hat einen Nvidia-Klumpen.
Welchen ETF könnte ich denn dann kaufen, um das ein bisschen zu reduzieren, wenn ich das dann machen möchte?
Naja, ganz viel.
Du kannst natürlich ein Ex-USA oder sonst was haben.
Worum es mir nochmal geht, ist zu zeigen, dass man nicht unbedingt einen KI-Klumpen brauchte, um in den letzten Jahren Geld zu verdienen an der Börse.
Und zwar richtig.
Und das Beispiel wäre der Invesco ETF auf den Fuzi, Rafi, All World Fundamental Value.
Klingt gut.
Ja, klingt toll.
Das ist ein Index von Research Affiliates.
Ist ebenfalls die ganze Welt im Portfolio rund...
1200 Aktien, aber eben nicht kapitalisierungsgewichtet, sondern nach fundamentalen Kennzahlen.
Also Buchwert, Umsatz, Cashflow und Dividende.
Und das im Fünfjahresdurchschnitt, nur der Buchwert eben als Stichtag.
Ja, und in dem Index ist eine Nvidia nur die Nummer 38.
Mit 0,33%.
Und eine Broadcom ist nur die Nummer 47.
Mit 0,28%.
Dafür vorn dann eben eine Apple.
Aber nur mit 2,4%.
Statt über 4% im Acquie.
Und nur 6 Unternehmen überhaupt mit einem Gewicht von mehr als 1%.
Das sind im Acquie 12.
Dann nicht 30% IT wie im Acquie, sondern nur 18%.
Und?
Nur 51% USA statt 63% im Akvi.
Und da würde man jetzt eigentlich denken, puh, also so wenig Nvidia, zu wenig USA, zu wenig IT, das kann ja nichts gewesen sein.
Aber Irrtum, seit ChatGPT gelauncht wurde, 30.
November 2022, seit dieses KI-Narrativ die Börse treibt, hat dieser Rafi Allworld ETF fast exakt dieselbe Performance in Euro erzielt wie ein MSCI All Country World ETF.
Und das zeigt auch, dass diese Aufwärtsbewegung an den Börsen breiter aufgestellt ist als vielfach gedacht.
Wenn wir nach vorn schauen, wird dieses Klumpenrisiko doch aber eher zunehmen.
Du hast ja über die Umsätze gesprochen und irgendwelche Bewertungen.
Wenn das möglicherweise auf 8 bis 10 Millionen steigt, ist es ja ein Klumpen.
der einfach zunehmen wird, wenn es nach Fahrplan von Nvidia und Co.
geht.
Genau, das ist natürlich ein Risiko bei diesen RAFI-Indizes.
Sie sind nachlaufend, was die Abbildung der Börsenlandschaft angeht.
Ich habe ja gesagt, 5-Jahres-Durchschnitt.
Und da fallen jetzt bei Nvidia natürlich die relativ gesehenen schwächeren Jahre, zumindest bei Umsatz und bei Cashflow, die fallen dann raus und werden jetzt durch diese fetten Jahre ersetzt.
Also Nvidia wird da einen kräftigen Satz nach vorne machen.
Da kann man dann sagen, okay, damit wird man natürlich...
Vielleicht ein bisschen ungünstige Phase erwischen, aber wenn Nvidia dann auf 10 Billionen Market Cap gehen sollte in einem optimistischen Szenario, wird sich das da auch widerspiegeln.
Zeigt aber jedenfalls, breite Diversifikation muss nicht...
Verzicht auf Performance bedeuten.
Und wenn einem das so nicht gefällt mit diesen vier Kriterien, dann gibt es ja auch noch andere Produkte.
Also zum Beispiel den ETF vom Gerd Kommer mit einem wirklich komplexen Faktor-Overlay, vielen, vielen Einzelregeln.
Der ist noch nicht so lange am Markt wie ChatGPT.
Aber seit Start, Juli 2023 mit plus 62 Prozent, jetzt auch nicht viel schlechter als der MSCI-Aqui im selben Zeitraum.
Der hat plus 66 Prozent gemacht.
Jetzt kann man natürlich einfügen und sagen, ja, ist aber auch nicht besser.
Und trotzdem, da kommen mal 50 Basispunkte, während man ein Aqui deutlich günstiger kriegt für ein Drittel davon.
Ja, ist richtig, aber es geht ja darum, dass ich, wenn wir zurückkommen zu diesen drei Möglichkeiten, gesagt habe, Ich finde es nicht so doll, 4,80 Euro von 100 Euro Sparrate in eine Nvidia zu packen.
Und wenn man das nicht doll findet, dann braucht man auch eine Geldanlage, die das reflektiert.
Und das wären Möglichkeiten davon.
Es gibt ja nicht nur die USA und das KI-Rennen, sondern auch China.
Das ist ja ein episches Duell geworden.
Ja, auch große Aufholjagd, muss man sagen.
Es gab diesen berühmten Deep Seek Moment nach dem Chat-GPT-Moment, der inzwischen eigentlich Chemie-Moment heißen muss.
Also das jüngste Modell hat im Sommer ja für Schlagzeilen gesorgt und man hat das Gefühl, die Chinesen holen auf und aus diesem, wir haben zwölf Monate Vorsprung, wird plötzlich, wir haben irgendwie sechs Monate Vorsprung.
Aber es ist eine ganz andere Frage auch, die sich stellen wird, welche Modelle werden denn künftig dann eigentlich implementiert?
Was ja auch eine Frage ist, die in vielen Unternehmen entschieden wird, weil man merkt ja, das Token-Management ist bei den Controllern angekommen.
Also wir verballern da ganz gut Energie, das kostet.
Und die große Frage ist ja, wie geht das eigentlich billiger?
Also man hat ein großes Fragezeichen hinter diesen massiven Investitionen der Hyperscaler, über die wir gesprochen haben, aufgrund der billigen und schnellen Konkurrenz aus China.
Aber es geht eben nicht nur um Milliarden und Milliarden Gewinne und Investitionen, sondern das ist ja auch eine politische Frage.
Wenn man da eine Frage zu Taiwan stellt, wird man andere Antworten bekommen.
Das heißt, es geht auch um die Macht über Information und Deutungshoheit.
Frag mal Deep Seek nach dem Massaker auf dem sogenannten Platz des himmlischen Friedens 1989.
Das kommt nicht vor.
China wirbt ja damit, dass man sagt, nein, das wird hier alles nicht gesteuert.
Und diese Open Source Modelle heißen ja eigentlich, dass man Open Weight Modelle, also man nutzt diese Infrastruktur und kann es dann lokal nutzen auf eigenen Servern.
Wir haben das auch anhand vieler Unternehmen.
Unter anderem Deutz hat uns das gezeigt, wie die inzwischen in Köln chinesische Modelle auch nutzen.
weil sie sagen, es ist schneller auch günstiger.
Übrigens auch in den USA.
Airbnb hat einen Suchalgorithmus mit chinesischen Modellen.
Also da gibt es kein Schwarz oder Weiß.
Es sollte bloß einem klar sein, was man gerade nutzt und wofür.
Und es ist eben nicht nur eine Frage der Bewertung, sondern auch eben der politischen Inhalte, des politischen Bias, der dann eine Rolle spielt.
Auf jeden Fall hat man den Eindruck, dass China eben trotz Sanktionen und Embargos sowohl bei den LLMs als auch bei Chips den Anschluss gefunden hat zumindest und mal ganz abgesehen dann auch noch von der Stärke in der Robotik.
Interessant ist allerdings, dass davon nicht die alten Granden der chinesischen Tech-Wirtschaft profitieren.
Es gab ja mal, übrigens sogar als Index der Deutschen Bank, die BAT als Gegenstück zu den Magnificent Seven, also Baidu, Alibaba und Tencent.
Die Performance dieses Trios ist eben für die letzten zwölf Monate wirklich ernüchternd.
Ein Viertel bis ein Drittel Verlust während der Nasdaq 100 in den USA als Wachstumswerte in nächst knapp 20 Prozent zugelegt hat.
Das liegt auch daran, dass dieses KI-Rennen innerhalb von China ein offenes Rennen ist.
Also Peking hat keinen Sieger außer Korn und es ist teils auch verlustreich und ruinös, so ein bisschen wie bei der Elektromobilität, das kennen wir da ja eben auch.
Man hat schon auch über Kreuzbeteiligungen in China, also dass die Großen auch in die Startups investieren.
Aber es gibt neue Player, die da einfach eine Rolle spielen.
Und wir müssen neue Namen lernen, so wie wir vor einigen Jahren ja auch Namen wie BYD und so gelernt haben.
Also die Angreifer auf dem Automobilsektor.
Ja, jetzt müssen wir also zum Beispiel Zipu AI lernen.
Und aussprechen lernen.
General Language Modelle und autonome KI-Agenten machen, sind im Januar an die Börse gegangen.
Kurs verzehnfacht seitdem.
zwischenzeitlich war der sogar mal mit Faktor 25 gestiegen.
Dann CXMT, Halbleiterfirma, im Juli an die Börse gegangen, Kurs schon am ersten Handelstag, mehr als verfünffacht, seither nochmal 20% plus.
Oder eben Unitree, Haushaltsroboter, wobei die können eben noch nicht die Spülmaschine einräumen oder die Wäsche aufhängen, sondern die können einem irgendwie ein Liedchen vorsingen, Geschichten präsentieren.
Das sind diese berühmt-tanzenden Roboter, die man gesehen hat.
Ja, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz, Tanz Aber es ist natürlich sehr flashy, sehr catchy.
Börsengang vor zwei Wochen, Kurs am ersten Handelstag ebenfalls mehr als verfünffacht, seither Drittel runter, aber noch immer mit 100 Mal Umsatz bewertet.
Und was diese Börsengänge eben eint, sie finden nicht mehr wie eins bei Alibaba in New York statt, sondern primär auf dem Festland, am sogenannten Star Market, sozusagen dem chinesischen...
Pendant zur Nestec.
Nur ganz wenige neue Tech-Werte wagen den Sprung nach Hongkong, wie beispielsweise Cipu.
Und das Star...
Und das SpaceX-Prinzip, das eint sie auch, nämlich der Streubesitz zum Börsengang, der ist marginal.
Nominal oft so um die 10% des Unternehmens, was an der Börse angeboten wird, schon das ist wenig, aber in aller Regel, du hast das angesprochen, saugen Ankerinvestoren wie eine Tencent oder eine DeepSeek gleich mal die halbe Emission auf und dann sind eben nur ganz wenige Prozent frei handelbar und auf die stürzen sich die Privat.
wie die Geier, weshalb dann auch immer bei Börsengängen so von tausendfachen Überzeichnungen die Rede ist.
Und wenn man das liest, muss man sagen, okay, das ist irgendwo zwischen Lotteriespiel und Casino.
Das hat mit Börse im klassischen Sinne nichts mehr zu tun, sondern das ist eine staatlich orchestrierte Marktmanipulation.
Für uns als deutsche Anleger ist immer wichtig, dass wir in Shanghai natürlich außen vor bleiben.
Das sind die sogenannten A-Aktien.
die an den Festlandbörsen Shanghai und Shenzhen gelistet sind, die sind nur für Inländer zugänglich oder für ausländische Institutionelle, die sich dafür qualifiziert haben.
Das heißt, ich kann da nicht mitspielen, ich kann auf die tanzenden Roboter schauen, aber nicht direkt investieren.
Nicht direkt investieren.
Aber du hast natürlich, sonst würdest du es nicht thematisieren.
Über Bande kann man es doch spielen.
Ja, natürlich, denn die ausländischen Institutionen sind dann häufig ETF-Gesellschaften und da gibt es tatsächlich einen ETF auf den Star-Market von Crane Shares auf den 50er-Index, also die 50 größten Aktien.
Dank der Fast-Entry-Regel ist auch eine CXMT schon dabei, wenn auch nur mit 2%.
Allerdings muss ich dazu mal darauf hinweisen, relativ kleines Volumen, nur 30 Millionen Euro bislang in der europäischen Variante des ETFs.
Hohe Gebühren für den ETF, 82 Basispunkte.
Und Schwergewichte sind dann eben Chipwerte wie eine Amec, wie eine Cambricon, wie eine Higon, wie eine Montage mit insgesamt rund 33% Anteil für vier Chipwerte.
Ist also auch eine ziemlich klumpige Angelegenheit.
Aber wenn ich bei diesen Tech-Wetten mithocken will, die Performance stimmt doch, oder?
Ja, also seit Jahresanfang hat der ETF immerhin 30% zugelegt, war allerdings zwischenzeitlich auch schon 70% im Plus.
Also jetzt rund 35% Drawdown.
Und insgesamt notiert der ETF auf demselben Niveau wie zum Start im Juli 2021.
Rallye mit all ihren aberwitzigen Ereignissen hat also gerade einmal auf Index- und ETF-Basis die BES bis Herbst 2024 ausgeglichen.
Und man hat auch hier wieder dasselbe Problem wie eigentlich bei allen Marktbreiten China-Investments.
China wächst und produziert Fortschritt, aber aufgrund der Überkapazitäten, aufgrund dieses offenen Rennens, haben die Aktionäre eben nichts davon.
Was ich mich jetzt als Anleger frage, wie laufen denn diese Festlandaktien im Vergleich zu den Offshore-Aktien, also die in Hongkong und New York gelistet sind?
Das ging ja lange Zeit im Gleichschritt.
Ja, aber in den letzten zwölf Monaten haben wir da tatsächlich eine Lücke gesehen.
Der Offshore-ETF, wo also dann 20 Prozent Alibaba und Tencent drinstecken, der liegt rund 6 Prozent im Minus.
Der Festlandindex, der CSI 300, rund 11 Prozent im Plus.
Das spiegelt irgendwie...
Wahrscheinlich auch wieder, dass die Partei ein Interesse an der Entwicklung des inländischen Aktienmarktes haben muss.
Und wer sich deswegen trotz der in der Vergangenheit, ich sage das nochmal, insgesamt wirklich schwachen Börsenbilanz Chinas, wer sich da trotzdem stärker engagieren will, der sollte eben auch die Festlandaktien adäquat berücksichtigen.
Anders übrigens als MSCI das macht, denn wenn man sich jetzt einfach so ein MSCI China anschaut, Da sind die Festlandaktien wegen der eingeschränkten Handelbarkeit nur mit einem Fünftel ihres Streubesitzwertes berücksichtigt.
Wenn man sagt, man hätte das schon ein bisschen besser ausgeglichen, gibt es zwei Alternativen.
Invesco hat mit dem MSCI China All Shares ein ETF, in dem wirklich alle chinesischen Aktien unabhängig von ihrem Handelsplatz mit dem vollen Gewicht von ihrem Streubesitz eingehen.
Also Festland und Offshore sozusagen die kompletteste China-Abdeckung in einem ETF.
Oder wenn man so ein Weltportfolio à la MSCI All Country World hat und das China-Gewicht über die 2% hinaus, die aktuell drin sind, skalieren möchte, dann kann man eben einen speziellen Akzent auf die Festland-Aktien geben.
also den CSI 300.
Und da gibt es noch einen besonderen Charme dabei, denn mit einem nicht physisch replizierten, sondern über einen Swap dargestellten ETF lässt sich eine zusätzliche Rendite erzielen, weil...
die mit dem Swap auf dem Repomarkt erzielten Erträge auch dem Anleger gutgeschrieben werden.
Das ist also so eine strukturelle Outperformance, die sich wirklich sehen lassen kann.
Auf Jahressicht hat der Swap ETF 17% gemacht, 11% im physisch replizierten.
Und auf fünf Jahre liegt der Vorsprung sogar bei 20%.
Liebe Hörerinnen und Hörer, das war's für heute.
Einmal rund um den Globus.
Und wenn Sie...
uns mal bewerten wollen, das Angebot nicht nur von diesem Podcast, sondern auch von der Wirtschaftswoche, dann machen Sie das gerne unter vivo.de slash Umfrage.
Und natürlich kriegen alle Hörerinnen und Hörer von Vivo Leben mit Aktien immer noch einen Abo-Vorteil unter vivo.de schrägstrich Vorteil.
Unter vivo.de schrägstrich Vorteil.
Jetzt habe ich alles genug und zweimal gesagt.
Lieber Christian, danke dir für diese Aufnahme und wir hören uns hoffentlich kommende Woche wieder.
Machen Sie es gut.
Ein Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche.
