# Shein IPO, Humanoid Robots, and Bond Anomalies

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-09-02

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über historische Abschiede, den Börsengang eines Fast-Fashion-Giganten und SpaceX-Druck für Siemens Energy.
Im Thema des Tages dreht sich alles um die Gewinner der neuen industriellen Revolution.
Und in der EEE-Idee verraten wir, wie euch der Anleiheschock zu den großen Zinsgewinnern macht.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenschot.
Es begrüßen euch Lea Oetjen und Holger Zschäpitz.
aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte Heute ist Dienstag, der 1.
September und wir wünschen euch einen stabilen Start in den Tag.
Stabilität ist wichtig, denn heute ändert sich nicht nur der Monat und damit ist offiziell der Sommer vorbei.
Es ändert sich noch mehr.
Die Deutsche Post heißt ab heute offiziell DHL Group und Tim Cook ist nach 15 Jahren nicht mehr Chef von Apple.
Und als ob das noch nicht genug des Schmerzes sei, haben die Börsen den August im Minus verlassen.
Der S&P 500 verloren 0,3 Prozent, der DAX sogar 1,2 Prozent.
Aber immerhin der Nasdaq, der ging praktisch unverändert aus dem August.
Und trotzdem.
war der August unterm Strich ein sehr freundlicher Monat, was ja eigentlich normalerweise zumindest beim DAX nicht so ist.
Der S&P, der gewann 2,6 Prozent, der Nesdaq 100 sogar 4,2.
Und es war der erste positive Monat seit Mai.
Und das ist eigentlich die eigentliche Nachricht des Tages.
Die Börse hat so zwei Monate lang seitwärts bis abwärts so abgehangen.
Und liefert jetzt wieder Plus und ausrechnet das in einem Umfeld, in dem die Zinsen und die Zinserwartungen nach oben laufen.
Das ist schon bemerkenswert.
Und der DAX, der hat 2,5 Prozent im August gewonnen.
Der hat aber auch den Juli schon positiv beendet.
Und nun kommt der September und der gilt ja eher als schwieriger Börsenmonat.
Den mutigen Startschuss jetzt gibt Chi-In.
Der Fast Fashion Konzern klingelt heute in Hongkong die Glocke für den ersten Handelstag.
Ausgabepreis 48 Hongkong Dollar 56.
Eingesammelt wurden 1,7 Milliarden Dollar.
Bewertung 26,3 Milliarden.
Nur mal so zum Vergleich.
2022 wurde der Laden noch mit 100 Milliarden gehandelt.
Ein Viertel ist davon noch übrig.
Die Retail Anleger in Hongkong haben trotzdem 5,6 noch Überzahl.
Die Profis immerhin noch 2,6-fach.
Und ein Blick in den Prospekt erklärt so ein bisschen die Zurückhaltung im ersten Quartal.
2006 lag der Umsatz bei 9,1 Milliarden Dollar plus 1,1 Prozent.
Also von Wachstum ist da keine Rede mehr.
2023 waren es noch 41 Prozent Wachstum.
Die haben einfach ihren IPO viel zu spät auf die Schiene gebracht.
Und unter dem Strich gab es sogar einen Verlust von 99 Millionen.
Im Vorjahresquartal standen dort noch 395 Millionen Gewinn.
Und das Problem, das sind die Kosten, das Fulfillment frisst 47,7 Prozent von Umsatz und das Marketing nochmal.
15,8 Prozent.
Das Wachstum wird also mit immer höheren Marketingausgaben erkauft, liefert aber zunehmend weniger Ertrag.
Wie effizient es auch anders geht, zeigt zum Beispiel Inditex.
Der Konzern, der ja unter anderem Zara betreibt, erzielt operative Margen von rund 20 Prozent und kommt mit einer Marketingquote von unter einem Prozent aus, während She in etliche Milliarden mittlerweile ja schon in Werbung stecken muss, um neue Kunden überhaupt zu gewinnen.
Und hinzu kommt noch, dass die Politik gerade kräftig an der Kostenschraube dreht.
Die USA haben die Zollfreiheit für besonders günstige Einfuhren, also die Minimis-Regel, bereits gekappt und die EU zudem eine 3-Euro-Abgabe auf Kleinsendungen eingeführt.
Und das verteuert natürlich das Geschäftsmodell, auf dem Shein groß geworden ist.
Und der volle Effekt, der dürfte sogar erst nach dem IPO sichtbar werden.
Für euch heißt das, der erste Börsengang ist eine Wette auf die China-Euphorie, nicht auf die Zahlen.
Wer Fast Fashion im Depot bookt will, bekommt bei Inditex die bessere Marge, Dividende und eine Bilanz, in der das Eigenkapital nicht negativ ist.
Warten wir mal ab, was der IPO so bringt.
Der gestrige Abend dürfte vor allem Outlook-Nutzer aber große Kopfschmerzen bereitet haben.
Ein weltweiter Ausfall bei Microsofts E-Mail-Dienst hat nämlich Millionen Nutzer betroffen.
Grundwarnfehler in der Cloud-Infrastruktur von Exchange Online.
der den Login sowie den Versand und Empfang von E-Mails störte.
Schauen wir noch mal auf den Wochenstart.
Treiber des Tages war gestern Öl.
US-Streitkräfte, das haben wir schon berichtet, haben am Sonntag nach eigenen Angaben zwei Raketenwerfer auf der iranischen Insel Larak in der Straße von Hormuz angegriffen.
Das sind die ersten bekannten US-Angriffe seit Juli.
Der Iran hat mit Angriffen auf US-Luftwaffenstützpunkte in Jordanien geantwortet.
Brand ist daraufhin wieder über 90 Dollar gesprungen, WTI in Richtung 86 Dollar.
Die Hoffnung auf eine Normalisierung der Route ist jetzt erstmal wieder weg.
Bei den Einzelwerten war das ein sauberes Sektorenbild.
Energie von Halliburton und Valero Energy im Plus.
Die Versorger hinten, Pacific Gas & Electric, hat zum Beispiel den größten prozentualen Tagesverlust seit mehr als sechs Jahren kassiert.
Dafür gab es auch noch einen zweiten Grund, nämlich einen Gesetzesentwurf im kalifornischen Senat, der die Haftungsrisiken der Netzbetreiber bei Waldbrüchen.
kaum abmildert.
Edison International wurde ebenfalls mit runtergezogen und verlor knapp 23 Prozent.
Ja, und dieser Pacific Gas and Energy ist auch bekannt oder PG&E.
Und die haben 20 Prozent verloren.
War die meistgehandelte Aktie gestern an der Wall Street.
Wahnsinn.
Und dann gab es noch drei Deals, die man sich durchaus merken sollte.
Nvidia hat 3,5 Milliarden in Mediatek gesteckt und bindet damit die nächsten Chip-Partner an sein Rechenzentrums-Ökosystem.
Aon übernimmt die USI Insurance für 17 Milliarden Dollar von KKR und hat als Strafe gleich bei 9,5 Prozent verloren.
Und Eli Lilly kauft die Biotech-Firma Merida Bioscience für bis zu 2,9 Milliarden Dollar.
Und auch die Aktie gab 1,5 Prozent.
Und es gab noch einen anderen Deal.
Hyperliquid steht offenbar kurz davor.
Seine Crypto Perpetual Futures, die man immer bei Hyperliquid ja sehen kann, die ja rund um die Uhr gehandelt werden, für die amerikanischen Anleger zugänglich zu machen.
Und dazu verhandelt Hyperliquid Labs mit PWA.
Das ist die Muttergesellschaft von Kraken.
Und das wäre natürlich positiv, wenn da mehr Umsätze reinkommen.
Und die Aktien der Hyperliquid Treasury.
Das ist nicht High-Car Liquid, das ist eine Treasure-Company, die halt diesen Token hat.
Die gewann gestern 6%.
Bei den deutschen Einzelwerten war Siemens Energy das große Thema gestern.
Die Aktie war mit minus 5 Prozent größter Verlierer im DAX.
Auslöser war ein Medienbericht, wonach Elon Musk mit SpaceX in den Bau von Gasturbinen einsteigen will, um seine eigenen Rechenzentren mit Strom zu versorgen.
Bei einer Gewichtung von knapp 6 Prozent im DAX riss das den Index spürbar mit nach unten.
Nordex gaben 2 Prozent ab.
Chemiewerte legten dagegen weiter zu, nachdem der IFO-Geschäftsklimaindex für die Branche am Freitag ja positive Signale gesendet hatte.
Und die schönsten Kursgewinne, die gab es aber eine Etage tiefer, nämlich im Estax.
Stoh, das ist ja so ein Hersteller von Farben- und Dämmstoffspezialisten, also ein Bauspezialist, die gewannen fast 9 Prozent, weil der operative Gewinn wesentlich besser ausfiel als noch vor einem Jahr.
Und OHB, die legten gut 6 Prozent zu.
Das Bremer Raumfahrtunternehmen soll 18 Satelliten für Europäische Union bauen.
Und europäische Souveränität im Weltraum wird ja gerade zu einem eigenen Investmentthema.
Und da scheint OHB gut positioniert zu sein.
Immerhin irgendwelche Bremer, die gerade sich gut positionieren, wenn es fußballtechnisch schon...
nicht so gut läuft.
Naja, schauen wir nochmal auf die Immobilienwerte.
Die litten gestern unter dem Anstieg der Zinsen.
Vonovia verlor 3% und im MDAX lagen Around Town, TAC Immobilien und LEG Immobilien mit bis zu 3,6% unter den größten Verlierern des Tages.
Das Geschäftsmodell hängt halt an Fremdfinanzierung, steigenden Kapitalmarktrenditen und die heben die Finanzierungskosten und erschweren natürlich auch zugleich Käufe wie Verkäufe aus dem Bestand.
Da mache ich schnell die Termine.
Die sind heute nicht ganz so wichtig.
Mittwoch wird nochmal ein wichtiger Tag, weil da gibt es dann wirklich wieder wegweisende Unternehmensmeldungen.
Wir haben Inflationszahlen aus der Eurozone.
Nach den Deutschen ist das jetzt keine so große Überraschung mehr.
Aus den USA gibt es den ESM-Index für die Industrie.
Und wir haben den zweiten Tag des G20-Treffens.
Da ist einfach mal gestern plötzlich der russische Finanzminister aufgetaucht.
Alle sagten so, huch, haben die Amis den Russen eingeladen.
Aber der war dann auf dem Gruppenbild nicht mit drauf.
Das konnte dann noch verhindert werden.
Dann gibt es Quartalszahlen von Medtronic, Dell Technologies, MongoDB, Credo Technology und Nio und dann noch Zahlen von Palo Alto Networks.
Das Thema des Tages.
Lea, ich habe am Wochenende Sportergebnisse studiert und dabei entdeckt, dass die 100 Meter in 8,64 Sekunden gelaufen worden sind.
Entweder wäre damit der 9,58 Sekunden Weltrekord von Usain Bolt geknackt worden.
Und da bin ich mir ziemlich sicher, dass ich das als Sport-Event-Fan mitbekommen hätte.
Oder du versuchst mich hier, lieber Holger, auf eine ganz falsche Fährte zu locken.
Okay, es war kein Mensch, der die 100 Meter in 8,64 Sekunden gelaufen wäre, sondern es war eine Maschine namens Tiangong Ultra bei den World...
Humanoid Robot Games in Peking.
Und die sind vergangene Woche zu Ende nämlich gegangen.
Ja, das habe ich tatsächlich gelesen.
Und auch, dass der Sieger für dieselbe Strecke im vergangenen Jahr noch 21,5 Sekunden gebraucht hat.
Und beim Standweitsprung ging es übrigens von 1,25 Meter auf 4,83 Meter.
Ja, es waren 2056 Roboter, 666 Teams, viermal so viele Teilnehmer wie 2025.
Aber der eigentliche Punkt, der steht jetzt nicht unbedingt in der Ergebnisliste.
Die Disziplinen haben sich nämlich geändert.
Das musst du jetzt, glaube ich, einmal erklären.
Naja, es waren so Anwendungswettbewerbe, die sind von 6 auf 21 gestiegen.
Und Anwendung, was weiß ich damit?
So was wie Feuerwehreinsatz, Bibliothek sortieren, Hotelzimmer, Ladenregal, Gartenpflege.
Das wäre sowas für mich.
Und der Anteil insgesamt am Programm liegt jetzt bei 41 Prozent und vorher waren es erst 23.
Und wer den Roboter fernsteuert, der bekommt nur den halben Punktefaktor.
Volle Autonomie zählt dagegen doppelt.
Ja, ich verstehe.
Es geht also weg vom Zirkus hin zur richtigen Arbeitsprobe.
Das passt natürlich zu dem, was diese Woche auch an Analysen hereingekommen ist.
Goldman Sachs hat nämlich jetzt die Marktprognose für humanoide Roboter angehoben.
Und zwar ziemlich deutlich von 256.000 auf 890.000 bis 2030 und von 1,4 Millionen auf 6,5 Millionen bis 2035.
Und die Prognose wurde also mehr als vervierfacht.
Und Goldman Sachs sieht ein Marktvolumen von 138.000.
Milliarden Dollar.
Und das große Geschäft beginnt dabei nicht unbedingt im Privathaushalt.
Die ersten humanoiden Roboter werden vor allem in Lagerhallen und Fabriken arbeiten, wo sie einfache körperliche, belastende Aufgaben übernehmen werden.
Amazon setzt bereits auf mehr als eine Million Roboter in seinen Lagern.
Laut Goldman Sachs könnten humanoide Roboter den nächsten Produktivitätsschub bringen.
Im Szenario der Bank würden die Zustellkosten bis 2030 um 5,6 Prozent sinken und die Marge um rund 240 Basispunkte steigen.
Und da wird es nämlich spannend.
Entscheidend ist nämlich nicht der Preis des Roboters, sondern die Arbeitskosten, die er ersetzt.
Und deshalb rechnen sich Roboter in Hochlohnländern oft viel schneller.
Und das Analysehaus Bernstein, das zeigt an einem Beispiel, ein Sicherheitsroboter in den USA amortisiert sich trotz Kosten von rund 150.000 Dollar schon nach...
Einem Jahr, weil er eben teure Arbeitsstunden ersetzt.
Und ein Materialtransportroboter in China, der kostet zwar nur 65.000 Dollar, der braucht aber wegen der deutlich niedrigeren Lohnkosten 6,7 Jahre, bis sich die Investition letztlich auszahlt.
Deshalb schauen die Analysten auch so genau auf die Kostenkurve.
Bernstein erwartet, dass humanoide Roboter denselben Lerneffekt erleben wie Batterien.
Mit steigenden Stückzahlen sinken die Produktionskosten deutlich.
Fällt der Preis tatsächlich um 30 bis 50 Prozent, verschwindet auch in den Niedriglohnländern das größte Hindernis.
Und die Technik, die macht durchaus sichtbare Fortschritte.
Ficker arbeitet mit BMW, Ubitec bei Seca und der Unitree G1 kostet nur noch 12.000 Dollar.
Doch zwischen funktionierender Technik und profitablem Geschäft liegt durchaus noch ein weiter Weg.
China stellt zwar 97 Prozent aller ausgelieferten Humanoiden, viele Unternehmen verdienen aber damit noch kein Geld.
Das zeigt auch Unitree selbst.
Rund drei Viertel des Umsatzes kommen noch von Universitäten und Laboren statt aus direkt aus den Fabriken.
Viele Hersteller verkaufen bisher vor allem Testmodelle und verdienen damit kaum Geld.
Für Anleger könnten deshalb die Zulieferer auf die spannendere Wette sein.
Da haben wir sie wieder, die Schaufelhersteller.
Allein an Halbleitern stecken pro Roboter Chips für 3.000 bis 6.000 Dollar drin.
Und zu den Profiteuren zählen laut Goldman Sachs, da haben wir sie wieder.
Nvidia sowie Renaissance, dann NXP und Analog Devices, für die die Bank Kurspotenziale von ungefähr 33 bis 61 Prozent sieht, also für die Aktien.
Ja und sollte der Markt tatsächlich auf 100.000 Roboter pro Jahr wachsen, entsteht ein Engpass bei den Komponenten.
Bernstein schätzt, dass bei 500.000 Robotern im Jahr 2028 mehr als 7 Millionen Wellgetriebe benötigt werden, deutlich mehr als heute weltweit überhaupt produziert werden können.
Goldman Sachs setzt deshalb auf Unternehmen wie zum Beispiel Meinbo Mitsumi für Präzisionskomponenten, Regal Rexnord für Antriebstechnik, T-Connectivity und Amphenol für Sensorik.
Und für alle vier Titel lautet das Votum kaufen.
Die Kursziele liegen zwischen 40 und 60 Prozent über dem aktuellen Niveau.
Aber nicht nur Roboterbauer könnten profitieren.
Goldman setzt auch auf die Anwender wie Amazon und Walmart sowie auf Daifuku und Jabil, die die nötige Infrastruktur und Produktion liefern.
Die Kurspotenziale hier reichen von 26 bis rund 60 Prozent.
Und Goldmann setzt bei Robotern lieber auf Toyota, B2D, Xiaomi oder Xpeng als auf Tesla.
Für Tesla sieht die Bank nur 3% Kurspotenzial.
Und die Schätzungen für den Wert des Optimus-Geschäfts reichen von 15 bis 170 Dollar je Aktie und zeigen, wie groß eben diese Unsicherheit durchaus noch ist.
Die Fantasie ist riesig, die Visibilität aber noch nicht.
Selbst bei Siemens und Schneider Electric, die Goldman ja zu den Gewinnern der Automatisierungswelle zählt, fallen die Kursziele mit 10 und 17 Prozent überraschend bescheiden aus und das trotz eines Marktes terriertlich um 20 bis 30 Prozent wächst.
Wir heißen ja alles auf Aktien und dabei soll es auch bleiben.
Aber ab und zu präsentieren wir euch auch mal eine Zinsidee.
Natürlich nur dann, wenn es wirklich was Besonderes gibt.
Und genau so eine Lage haben wir jetzt.
Besonders ist sie deshalb, weil hier eine Anomalie entstanden ist.
Die Banken zahlen euch mehr, als sie selbst bei der Notenbank bekommen.
Einjähriges Festgeld bringt bei den bundesweit aktiven Instituten im Schnitt 2,43 Prozent.
Der Einlagezins der EZB liegt bei 2,25 Prozent.
Und das ist halt...
Ein Bruch im Zinsgefüge.
Wir haben exklusiv eine Verivox-Auswertung vorliegen, die mehr als 800 Banken und Sparkassen abgeklopft hat.
Und danach zahlen die Institute in allen Laufzeiten inzwischen mehr als die EZB.
Und Verivox-Experte Oliver Mayer sagt, das habe es zuletzt 2022 gegeben, also kurz nach dem Ausstieg aus der Niedrigzins-Ära.
Um zu verstehen, wie ungewöhnlich das eigentlich ist, muss man zwei Jahre zurückgehen.
Im Sommer 2024 zahlten die Banken 2,98 Prozent für einjähriges Festgeld und die EZB überwies 4 Prozent.
Der Unterschied blieb in der Bankbilanz hängen.
Heute liegt der Aufschlag bei 0,18 Prozentpunkten zu euren Gunsten.
Ein Schwenk um 1,2 Prozentpunkte in nur zwei Jahren.
Und getrieben hat das der Kapitalmarkt.
Ihr habt es ja schon häufiger hier gehört.
Die zehnjährige Bundesanleihe ist kräftig gestiegen und gestern ging es bis auf 3,31 Prozent hoch.
Das war so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr.
Und dreißigjährige Titel warfen sogar fast 3,8 Prozent ab.
Der Krieg im Iran hat die Bewegung seit dem Frühjahr massiv beschleunigt.
Und wenn man sich beispielsweise den 12-Monats-Euro-Bohr anschaut, das ist so der Satz, zu dem sich die Banken untereinander Geld leihen für zwölf Monate.
Der ist seit Anfang März von 2,23 auf 2,99% geklettert.
Damit wird Euro-Spareinlage also zur günstigen Refinanzierung.
Meier sagt, die Geldhäuser nutzten fest angelegte Spargelder für ihr Kreditgeschäft.
Am Kapitalmarkt wäre das Geld für sie inzwischen teurer.
Dazu kommt die Erwartung, dass die EZB im September nochmal die Zinsen anhebt, nach dem Schritt im Juni.
Das preisen die Banken schon in ihre Festgeldkondition mit ein.
Die Inflation liefert das Argument dafür.
Wegen der Energiepreise lag die deutsche Teuerung im August ja bei 2,9 Prozent.
Und wie schnell der Wettbewerb inzwischen läuft, sieht man an Scalable Capital.
Heute starten die Münchner ein eigenes Festgeldangebot.
2,75 Prozent für zwölf Monate und 3 Prozent für 24 Monate ab einem Euro und ohne Höchstbetrag.
Und das Tagesgeld wird auch erhöht auf 2,6 Prozent.
Noch höher sind nur die befristeten Neukundenaktionen.
Beispielsweise Revolut zahlt 4,25 Prozent aufs Tagesgeld, allerdings nur vier Monate.
Und gekoppelt an ein Girokonto und gedeckelt auf 25.000 Euro.
Und Chase, der deutsche Ableger von JP Morgan, der gibt vier Monate lang vier Prozent, dafür bis zu einer Million.
Jetzt kommt der Teil, der die Idee überhaupt erst zur richtigen Idee macht.
Man muss diese Angebote gegen die Zinsstrukturkurve des Bundes halten, den risikolosen Maßstab.
Einjährige Bundestitel rentieren bei 2,66 Prozent, Zweijährige bei 2,92, Fünfjährige bei 3,05 und Zehnjährige bei 3,31 Prozent.
Am kurzen Ende, also bei den kurzen Laufzeiten, schlagen die besten Festgelder diesen Maßstab also deutlich.
Ihr solltet auch irgendwie mehr kriegen als der Bund.
Gerade weil die Banken ja nicht so solvent sind wie der Bund.
Deswegen sollt ihr auf jeden Fall auch mehr kriegen.
Und das Top-Angebot über zwölf Monate, das bringt sogar 3,2 Prozent.
Also wirklich deutlich mehr.
Und einen halben Prozentpunkt über der einjährigen Bundesanleihe.
Und die drei Prozent von Scalable über 24 Monate, die liegen ebenfalls über den vergleichbaren Bundestitel.
Ihr bekommt für kurze Laufzeiten also mehr Zins, als der deutsche Staat seinen Gläubigern bieten muss.
Und das innerhalb der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kunde und Bank.
Beim Spitzenzins solltet ihr aber aufs Kleingedruckte schauen.
Die Liste über zwölf Monate führt ohne Länderfilter die Maltesische Ferratum-Gruppe mit 3,2 Prozent an.
Dahinter Big Bank, Kreditakol und Opel Direktbank mit 3,11 bis 3,15 Prozent.
Und setzt ihr den Haken bei deutscher Einlagensicherung, dann steht Krenke mit 3,05 ganz oben.
Dann Ackbank mit 3,01, dann Hamburg Direktbank und Volkswagen Bank mit je 3%.
Der Sicherheitsaufschlag, also deutsche Einlagensicherung gegenüber, weiß ich nicht, maldesischer oder was auch immer, kostet also 15 Basispunkten.
Und bei 10.000 Euro sind das 15 Euro Zinsertrag im Jahr.
Im Ernstfall müsstet ihr eure Ansprüche dann eben auch gegen das Sicherungssystem des jeweiligen Heimatlandes durchsetzen.
Und diese 15 Euro sind quasi der Preis dafür, sich den Weg zu ersparen.
Der eigentliche Skandal an der ganzen Nummer hier steckt aber nochmal wo ganz anders.
Bei einem Großteil der Kundschaft kommt nämlich von alledem nichts an.
Tagesgeld für Bestandskunden bringt im Schnitt 1,39 Prozent.
Sparkassenzahlen 0,42 Prozent.
Regionale Genossenschaftsbanken 0,48 Prozent.
Scalable bietet damit mehr als das Sechsfache des Sparkassenzinses.
Auf 10.000 Euro gerechnet sind es 42 Euro im Jahr.
Bei der Sparkasse gegenüber 260 Euro beim Direktanbieter.
Ein stolzer Preis für Bequemlichkeit also.
Aber an der Stelle müssen wir auch noch den nüchternen Blick auf die Realrendite längen, also den Zins abzüglich Inflation.
Ihr habt es ja gehört, 2,9 Prozent ist die Inflation derzeit in Deutschland.
Und damit fällt das durchschnittliche Zwei-Jahres-Festgeld mit 2,53 Prozent weiter an Kaufkraft.
Erst ab der 3 vor dem Komma dreht es ins Plus.
Und auch nur so lange die Erträge unter dem Sparer-Pauschbetrag bleiben.
Wer 10.000 Euro zu 3 Prozent anlegt, kassiert 300 Euro, steuerfrei.
Und liegt real knapp im Gewinn.
Bei 50.000 Euro greift die Abgeltungssteuer.
Und dann werden aus 3 Prozent 2,21 Prozent netto.
Und die reale Rendite, die rutscht wieder ins Minus.
Damit also zur Konsequenz.
Wer sein Geld noch auf einem schlecht verzinsten Tagesgeldkonto parkt, verschenkt Rendite.
Besonders attraktiv sind aktuell kurze Festgeldlaufzeiten.
Die besten Angebote schlagen die Renditen vergleichbare Bundesanleihen deutlich.
Anders sieht es bei den langen Laufzeiten aus.
Zehnjähriges Festgeld bringt im Schnitt 2,94 Prozent und damit real praktisch keine Rendite.
Die zehnjährige Bundesanleihe schneidet da etwas besser ab und bringt über zehn Jahre auf 10.000 Euro gut 500 Euro mehr Ertrag.
Wer sich langfristig binden will, fährt mit Anleihen besser.
und wer langfristig Vermögen aufbauen will, kommt an Aktien ohnehin nicht vorbei.
Deshalb heißen wir auch nicht umsonst, alles auf Aktien.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback, schicken uns eine Mail an AAA oder schreibt uns bei Instagram oder hinterlasst uns auch eine Bewertung bei Instagram oder schreibt uns auch bei Spotify.
Und ihr habt das wieder bei Spotify mal wieder sehr ausgiebig getan und nicht mit Kritik zur Werbung gegeizt.
Ich habe es mit dem Sommerfeld ja schon besprochen.
Ihr habt es aber auch schon mal besprochen.
Das ist durchaus an Montagen immer besonders krass.
Und da können wir euren Ärger auch wirklich nachvollziehen.
Es ist auch für uns unbefriedigend, hier jeden Dienstag aufs Neue sagen zu müssen, dass wir uns kümmern und für eine bessere Balance sorgen wollen.
Und es liegt aber nicht nur in unserer Gewalt.
Und wir führen schon viele Gespräche und wir hoffen und sind es auch.
einigerweise sicher, dass ich da ganz bald was tun muss und nicht zu irgendeiner Konkurrenz abwandern muss, die, by the way, auch Werbung hat.
So.
Ja, ohne Werbung wird es auch bei uns in Zukunft nicht funktionieren, aber du hast ja schon gesagt, Holger, es muss eine bessere Balance her.
Da habt ihr alle vollkommen recht und wir tun unser Bestes, dass sich da zeitnah was ändert und hoffen auf eure Geduld ein Stück weit.
Naja, so.
Und bevor wir uns jetzt hier weiter rechtfertigen, Holger, worauf freuen wir uns denn bei der Flau und Schäpfitz?
Da widmen wir uns dem Grauen des Septembers.
Wir haben ja eben schon ein bisschen angesprochen.
Der S&P hat ja, ich habe es aber statistisch durchgeguckt, seit Start in den 1920er Jahren im September im Schnitt 0,6 Prozent verloren.
Das ist der einzige Minusmonat beim S&P 500.
Und wenn man schaut, was war der schlimmste Monat in der Geschichte des S&P 500, das war mit minus 29,9 Prozent auch der September.
Und ihr wollt natürlich wissen, ob dieser September auch so schlimm wird und ob wir dann singen müssen Wake Me Up, wenn September ends.
Oder ob wir nicht singen müssen.
Bei Deffin und Schäfels würde ich das heute singen.
Und wenn ihr das nicht verpassen wollt, müsst ihr da einschalten.
Und wenn ihr morgen nicht verpassen wollt, wie viel Werbung es hier gibt, dann heißt es, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt unseren Freunden.
Wir hören uns morgen wieder.
Ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
