# Shein IPO, Dell Earnings, and AI Valuation Shifts

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-09-02

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über den gruseligen Septemberauftakt, Kracherzahlen von Dell und den letzten Take von GoPro.
Im Thema des Tages blicken wir auf den SheIn IPO und schauen, welche Fast Fashion Aktie wirklich liefert.
Und in der AAA-Idee dreht sich alles um eine Enzymaktie, die fremde Blockbuster in eigene Erlöse verwandelt.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenschat.
Es begrüßen euch Lea Oetjen und Holger Zschäpitz aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Mittwoch, der 2.
September und wir wünschen euch einen euphorischen Start in den Tag.
Nämlich genau in einem Monat ist es soweit.
Unser Alles-auf-Aktien-Summit findet in Berlin statt und die Verlosung ist durch.
Und alle Gewinnerinnen und Gewinner bekommen heute im Laufe des Tages eine E-Mail.
Und dann ist hoffentlich die Euphorie groß an den Märkten.
Da war von Euphorie gestern keine Spur.
Der September hat sich schon am ersten Handelsdag genau so benommen, wie es seinen Ruf verlangt, der DAX.
Der ist unter die 26.000 Punkte mal gerutscht.
Schluss 25.970.
Das war ein Minus von 1,1 Prozent.
Der S&P 500 hat auch verloren 0,7 Prozent und der Nasdaq 100 ging sogar mit einem Minus von 1,3 Prozent aus dem Handel.
Belastet haben vor allem die Chip-Werte die Märkte.
Der Sox verlor 2,1 Prozent.
Auslöser war einmal mehr der Ölmarkt.
Die USA haben gestern Nachmittag erneut Ziele der Revolutionsgarden angegriffen.
Teheran hat Gegenangriffe gemeldet und am Morgen waren dann schon zwei Supertanker in der Straße von Hormuz von Geschossen getroffen.
Brand sprang in der Folge um gut 5 Prozent auf 95 Dollar und WTI auf 90 Dollar.
Und was viele dabei unterschätzen oder gar nicht sehen, der europäische Gaspreis, der läuft mit nach oben.
Der TTF-Future, so heißt der, stand in der Spitze bei 71,50 Euro je Megawaltstunde.
Das war der höchste Stand seit über drei Jahren.
Seit Anfang August sind das über 20 Prozent.
Kein Nachrichtenrisiko mehr, das ist eher so was wie eine Inflation mit Zeitverzögerung.
Genau da liegt jetzt die Brücke zum eigentlichen Problem des Tages, nämlich dem Anleihemarkt.
Die Rendite 10-Jähriger amerikanischer Staatsanleihen, die kletterte um vier Basispunkte auf 4,79 Prozent.
Das war das höchste Niveau seit anderthalb Jahren.
Und 30-Jährige lagen bei knapp 5,3 Prozent.
Das ist sogar ein globales Phänomen.
Die zehnjährigen Bundesanleihen bei 3,34 Prozent, so hoch wie zuletzt bei 2011.
Die britischen Gills plus 16 Basispunkte auf 5,22 Prozent, auch da höchster Stand seit 2008.
Und in Japan hat die Zehnjährige erstmals seit 1996 die 3-Prozent-Marke berührt.
Da bricht gerade eine ganze Generationserfahrung weg.
Matt Maley von Miller Tabak hat dafür die Erkenntnis des Tages geliefert.
Der Aktienmarkt habe diese Renditebewegung.
das ganze Jahr bislang ignorieren können.
Höhere Renditen seien für Aktien so lange egal, bis sie es plötzlich nicht mehr sind.
Ja, und gestern war dann so ein Tag, an dem sie plötzlich nicht mehr egal waren.
Ganz genau.
Und es zählten sowohl Hard- als auch Softwareaktien zu den Verlierern.
SAP war mit minus 3,5 Prozent größer DAX-Verlierer.
In den USA knickten CrowdStrike und Cloudflare um mehr als 6 Prozent ein.
Auf der Gewinnerseite RWE knapp 1 Prozent im Plus auf 59 Euro.
Und das waren vier Monate hoch.
Und die Deutsche merkt plus 0,5 Prozent nach einer Hofstufung durch HSBC.
Auch Apple konnte gegen den Trend nach oben laufen.
John Ternis, der hatte nämlich gestern seinen ersten Arbeitstag und den hat er schon mal sehr euphorisch begonnen und hat seinen Mitarbeitenden gesagt, Zitat, ein phänomenaler iPhone-Start für die kommende Woche stehe bevor.
Tja, und der Konzern, der kommt jetzt schon.
Auf 4,8 Billionen Dollar Börsenwert und möglicherweise haben wir da bald 5 Billionen, wenn es wirklich der phänomenale Start wird.
Warten wir mal ab.
Bei den Einzelwerten gab es gestern aber noch eine kuriose Geschichte, nämlich GoPro.
Der Action-Kamera-Hersteller wird von Starman Optical übernommen.
285 Millionen Dollar in bar, 1,14 Dollar je Aktie, rund 30 Prozent Aufschlag.
Die Aktie sprang um 40 Prozent.
Nur so zur Erinnerung, 2014 stand das Papier noch bei 93 Dollar und die Firma war fast 12 Milliarden Dollar wert.
Schon am Montag war GoPro um 43 Prozent gestiegen, weil bekannt wurde, dass der YouTuber Marketplyr...
mit 8,5 Prozent größter Aktionär geworden ist.
Und wenn ein Influencer dann plötzlich als Ankeraktionär funktioniert, dann ist die Marktverfassung von 2026 schon ganz gut zusammengefasst.
Ja, und auch was GoPro mittlerweile ist, nämlich auch schon fast eine Meme-Aktie.
Fast 500 Millionen Aktien wurden Gäste gehandelt.
Wahnsinn, 500 Millionen.
Nach Börsenstoß gab es dann gestern Abend noch die geballte Ladung von Tech-Zahlen.
Dell hat alle anderen an die Wand gespielt.
Der Gewinn je Aktie hat sich verdreifacht.
Plus 203 Prozent auf 7,04 Dollar je Aktie.
Erwartet halt der Markt nur 4,90 Dollar.
Und der Umsatz, der sprang um 58 Prozent auf 47 Milliarden.
Und das Spannende war, dass noch nicht mal die KI...
Sparte das Herausragende war.
Die Server für KI brachten 16,4 Milliarden Dollar.
Das war ein Plus von 100 Prozent, aber eigentlich so im Rahmen des Konsens.
Die Musik spielte anderswo.
Klassische Server und Netzwerktechnik plus 122 Prozent, Speicher plus 26, Firmen-PCs plus 22.
Und die Unternehmen kaufen also wieder Technik über die ganze Breite und die Aktie, die gewann nachbörsig 7 Prozent.
Der Kontrast dazu heißt Credo.
Der Netzwerkspezialist hat auch die Erwartungen geschlagen.
Gewinn 1,20 Dollar statt 1,16 Dollar.
Umsatz plus 114 Prozent auf 479 Millionen.
Und trotzdem verlor die Aktie, die schon im regulären Handel 9 Prozent Liefer geschlossen hatte, nachbörslich nochmal 9 Prozent.
Weil da sind wir wieder beim Gut reicht einfach nicht mehr.
Das ist bei KI-Aktien inzwischen zu wenig.
Mal wieder die Lehre des Abends.
Bei KI-Werten wird nicht mehr der Konsens geschlagen, sondern die Fantasie.
Tja, und Fantasie, das war auch wieder das Stichwort bei MongoDB.
Die war da zu groß.
Die haben zwar ihren Gewinn auf 2,03 Dollar gesteigert und das war über den 1,61 Umsatz plus 30 Prozent.
Und das ist das höchste Wachstum seit Jahren von 25 auf 30 Prozent beschleunigt.
Aber die Cloud-Sparte Atlas, die trat mit 29 Prozent Steigerung auf der Stelle und das nahmen die Anleger übel.
Die Aktie verloren nachbörsig 30 Prozent.
Tja, da waren die Hoffnungen größer als die Realität.
GitLab gewann dagegen 16 Prozent, Gewinne 24 Cent statt 18 Cent, Umsatz plus 21 Prozent, operative Marge 15 statt erwarteter 11,2 Prozent.
Und auch die Jahresprognose wurde nach oben korrigiert.
Palo Alto Networks derweil schwankte nachbörslich ziemlich zwischen Gewinnen und Verlusten.
Der Cybersecurity-Riese überzeugte bei den entscheidenden Kennzahlen.
Die wiederkehrenden Erlöse der neuen Sicherheitsprodukte stiegen um 64 Prozent auf 9,1 Milliarden Dollar.
Tja, aber auch das war nicht genug.
Das Management nannte drei KI-Schübe, die das Sicherheitsgeschäft befeuern.
Die Verbreitung offener KI-Modelle seit Juni und je mächtiger die Modelle, desto größer wohl die Angst der IT-Chefs.
Und dann hat sich nochmal...
Georg gemeldet, der hatte ja die Idee mit diesem Zertifikat auf den Gaspreis mit dem Gehebelten.
Und das hat mittlerweile 25 Prozent zugelegt, seitdem er die Idee hier getroppt hatte.
Und er meinte aber jetzt, er rege zwar nicht damit, dass der Gaspreis so schnell wieder runterkommt, aber man sollte wohl mal jetzt einen Stop-Loss einziehen bei 10 bis 15 Prozent Gewinn.
Denn das Zertifikat, das war ja dieser Mini-Long auf den TTF-Gaspreis von Tobel, der handelt auf einen Gas-Future.
Und wenn man sich mal die Gas-Future-Kurve anguckt, dann ist der Preis...
für Frühjahr 2028 liegt unter der K.O.-Schwelle.
Wer jetzt denkt, das wäre chinesisch, der den Schein nicht hat, das ist ganz einfach.
In Futures gibt es immer so eine Kurve und da wird erwartet, dass der wieder runtergeht.
Deswegen muss man eben diesen Stop setzen, damit man das Ding nicht irgendwann wertlos hat.
Und wertlos sind auch nicht die Termine, oder?
Die machst du jetzt.
Nee, und die sind auch nicht auf Chinesisch, sondern auf Deutsch.
Sehr gut.
Der wichtigste Unternehmensabend der Woche steht nämlich an.
Nach Nvidias extrem starken Ausblick in der Vorwoche muss vor allem Broadcom jetzt zeigen, ob der KI-Boom auch bei Custom-Chips und Netzwerktechnik weiter beschleunigt.
Neben Broadcom gibt es noch Zahlen von Hewlett-Packett Enterprise, Snowflake und C3 AI.
Außerdem veranstaltet Bayer ein Investoren-Event in den USA und makroseitig wird noch das Beige-Book von der US-Notenbank veröffentlicht.
Das Thema des Tages.
Gestern war großer Ski-In-Tag in Hongkong und der Kurs hat ziemlich schnell gezeigt, was Anleger wirklich von dem Modekonzern halten.
Das kann man wohl sagen.
Ausgabepreis war ja 48,56 Hongkong-Dollar und zwischenzeitlich ging es mal 10 Prozent runter bis auf 43,72.
Und der Schlusskurs, der war dann knapp unter dem IPO-Preis, nämlich bei 48,50.
Eingesammelt haben sie 1,7 Milliarden Dollar und bewertet wird jetzt SHEIN mit gut 26 Milliarden.
Und wir hatten es euch gestern ja schon gesagt, die waren 2022 im privaten Markt mal mit 100 Milliarden Dollar bewertet.
Und im Zuge des IPOs sind jetzt ganz viele Zahlen an die Oberfläche gekommen und eine hat mich da wirklich umgehauen.
SHEIN setzt 42 Milliarden Dollar um.
koppelt so viel wie H&M und ist an der Börse trotzdem weniger wert, als die Schweden es sind.
Dabei gilt H&M ja in der Branche schon seit ein paar Jahren ganz regelrecht als Patient.
Ja, und da könnte man jetzt auf die Idee kommen, so mit Fast Fashion oder Billigmode holt man an der Börse nichts.
Das ist gründlich falsch.
Es gibt nämlich durchaus Fast Fashion Aktien, mit denen man ordentlich verdienen konnte.
Wenn man mal einfach auf eine 20-Jahres-Performance guckt, da hat Fast Retailing, das ist ja die Uni-Klo-Mutter, die steht ganz vorn.
In 20 Jahren 1.889 Prozent in Euro macht durchschnittlich 16,1 Prozent pro Jahr.
Also für 20 Jahre 16,1 Prozent, Jahr für Jahr, für Jahr, für Jahr.
Dann kommt Next, das ist so eine Modekette aus England, die haben 14,3 Prozent pro Jahr gemacht.
Vitex ist ja von Sarah bekannt, 14 Prozent pro Jahr in den vergangenen zwei Jahrzehnten.
Ja, das schlägt so ziemlich jeden Index.
Der MSCI World hat etwa im gleichen Zeitraum im Schnitt 9,8 Prozent gewonnen.
Aber jetzt die andere Hälfte derselben Fashion Brands.
Die Primark Mutter ABF nur 5,5 Prozent im Jahr.
Gap 4,8 Prozent und H&M sogar nur 4,1 Prozent über im Jahr.
Über zehn Jahre verteilt stehen H&M und Primark sogar in Euro im Minus.
Das ist schon krass.
12 Prozentpunkte Renditeunterschied pro Jahr über zwei Jahrzehnte.
Und das in der gleichen Branche.
Also was man da schon mal feststellen kann, Fast Fashion taugt jetzt nicht als Korb.
Und das Analysehaus Bernstein, die haben mal aufgeschrieben, warum die Trennlinie genau dort verläuft.
Und die Studie heißt The Devil Wears Uniqlo und Zara.
Sehr schöne Überschrift.
Und Bernstein spannt die Branche über zwei Achsen auf.
Da haben wir dann oben steht Trend.
Unten steht Basics, links in diesem Diagramm steht Billig und rechts Teuer.
Und wenn man da mal die Marken dazu ordnet, also Trend, Basics, Billig, Teuer, dann sitzt oben rechts, also Trend und Teuer, Zara.
Oben links Trend und Billig, Shein.
Und ganz unten, da sitzt Uniqlo praktisch ganz allein.
Bernstein trennt da die Trend-Immuno-Zone.
Da kommt man nur mit jahrelangen Skalenaufbau und Materialforschung rein.
In der Mitte stehen Marken wie H&M, Gap, Old Navy und Trimark.
Bernstein beschriftet dieses Feld als strukturelle Verlierer.
Weder schnell genug im Trend, noch zeitlos genug für die Basics.
Und unsere Renditetabelle von eben ist im Grunde die Auswertung dieser Karte, beziehungsweise dieses Diagramms vielmehr.
Genau, und dann stellen wir mal die zwei Gewinne gegenüber, nämlich Inditex.
Das ist so laut Bernstein das Modekamele.
Und der Konzern hat bewusst keine eigene Meinung dazu, was modisch ist.
Er kopiert, was die Kunden ohnehin wollen und liefert schnell nach.
Produktion in Europa und Nordafrika statt Fernost.
Flache Erstbestellung, Marketingbudget ist praktisch null.
Das Schaufenster ist da quasi die Werbung.
Und Uniqlo macht exakt das Gegenteil.
Weniger als 1000 Kernartikel im Jahr, dafür rund eine Million Stück pro Artikel.
Zara, nun mal so zum Vergleich, führt über 10.000 Kernartikel.
Und Uniqlo verkauft Verlässlichkeit statt Knappheit.
Wer beim Heat-Tag-Pulli zum Beispiel zögert, findet ihn auch nächstes Jahr noch zum gleichen Preis im Sortiment wieder.
Und entscheidend ist der Markt dahinter.
Eine Modemarke erreicht nicht nur modeaffine Leute in Städten.
Uniqlo verkauft ja quasi an alle.
Und deshalb trägt sich ein Laden auch an der Landstraße.
Und deshalb gibt es in Japan alleine 800 Filialen von Uniqlo.
Und die wollen die Zahl sogar nochmal verdoppeln.
Und rechnerisch gewinnt...
Trotzdem Inditex.
Brutto-Marge Inditex 58,3 gegen 53,8% bei Fast Retailing.
Operative Marge 20,1 gegen 16,6 und Kapitalrendite 43,9 gegen 38,7.
Beim Working Capital ist der Abstand aber am größten.
Inditex arbeitet mit minus 10,5 Prozent vom Umsatz, finanziert sich also über die Lieferanten und Fast Retailing bindet plus 6,4 Prozent.
Unterm Strich bleiben Inditex 17 Prozent des Umsatzes als freier Cashflow und bei Fast Retailing sind es nur 13 Prozent, die hängen bleiben.
Und die Börse, die zahlt aber genau umgekehrt.
Fast Retailing kostet das 42-fache der Gewinne und Inditex, die haben ein KGV von 24.
Und das liegt daran, bei Uniqlo ist die Landkarte noch weiß, da gibt es noch Expansionspotenzial.
59 Prozent des operativen Gewinns kommen schon von außerhalb Japans, aber Europa steht erst für 13 Prozent des Umsatzes.
Und Nordamerika nur für neun.
Das sind zwei sehr starke Regionen und da kann man eben noch was holen.
Und Inditex, die haben schon 71 Prozent aus Europa und sind damit weitgehend, ja, saturiert könnte man sagen.
Jetzt kommt aber noch eine kleine Überraschung.
Auf der Bloomberg-Skala von 1 bis 5 führt Inditex mit einem Konsens-Rating von 4,33 knapp vor Fast Retailing mit 4,29.
Es folgen Next mit 3,95 und Gap mit 3,8.
Am unteren Ende der Tabelle stehen dagegen die Primark-Mutter ABF mit 2,44 Punkten und H&M mit 2,22.
Und bei H&M stehen 15 Verkaufsempfehlungen gegen drei Kaufempfehlungen.
Und bei Primark hält von 18er Listen genau einer.
Die Aktie verkaufenswert.
Und exakt die Reihenfolge, die wir schon von der Bernstein-Karte kennen.
Und dazu noch eine Kuriosität.
H&M ist in zwölf Monaten um 30,9 Prozent gestiegen, obwohl der Konsens die Aktie inzwischen unter dem aktuellen Kurs sieht.
Wenn man sich die Kursziele mal anschaut, die reichen von 205 schwedischen Kronen bei der SEB bis 114 bei JP Morgan.
Das sind 80 Prozent Abstand zwischen höchstem und tiefstem Ziel.
Und das ist irgendwie...
keine wirkliche Bewertung mehr, sondern es ist eher so eine Meinungsschlacht, wie man die Aktie findet.
Ja, bei Fast Retailing gibt es keine einzige Verkaufsempfehlung.
Bernstein zählt 98.000 Yen, Mizu 96.000, JP Morgan 94.000.
Und das tiefste Ziel im Feld, Jefferies mit 70.000, das liegt aber immer noch ungefähr auf dem heutigen Kursniveau von 71.260 Yen.
Selbst der Pessimist sieht also kein großes Abwärtsrisiko mehr.
Eine Warnung müssen wir aber dennoch loswerden.
Die Währung.
In Yen gerechnet hat Fast Retailing die Spanier auch über fünf Jahre klar geschlagen.
Aber wenn man das in Euro ausrechnet, dann dreht sich das Bild.
Dann hat nämlich Inditex 18,1 Prozent pro Jahr in Euro gemacht und Fast Retailing nur 16,5.
Der schwache Yen hat den halben Erfolg aufgefressen und Bernstein nennt das auch das Hauptrisiko.
Das Auslandsgeschäft liefert inzwischen 55 Prozent des operativen Gewinns.
Und was heißt das jetzt für euch?
Also, an der Börse gewinnt in dieser Branche nicht der Größte, sondern der mit dem stärksten Geschäftsmodell.
Inditex überzeugt mit Profitabilität und Beständigkeit, Fast Retailing mit Wachstum und Expansionspotenzial.
Wer Qualität sucht, landet bei Zara.
Wer zusätzliche Kurschancen setzen möchte, sehe er bei Uniqlo.
Und Shein hat als einziges Argument den Preis und das Problem da, das hat man ja auch schon gesagt, der wird ja gerade erhöht durch die Politiker.
In Washington und Brüssel per Gesetz, weil ja die Pakete teurer werden sollen.
Die AAA-Idee des Tages.
In der Krebstherapie findet gerade eine spannende Umstellung statt.
Medikamente, die bislang über Stunden als Infusion verabreicht wurden, gibt es zunehmend auch als Spritze.
Die Behandlung dauert dadurch teilweise nur noch fünf Minuten und möglich macht das unter anderem eine Firma, die kein einziges Krebsmedikament herstellt und trotzdem an deren Umsätzen mitverdient.
Die Technologie...
Dahinter ist allerdings nicht neu.
Roche brachte Herzeptin schon 2013 auf Spritze auf den Markt.
Johnson & Johnson folgte 2020 mit Dazalex-Faspro und das entscheidende Enzym, die rekombinante Humana-Hyalurondiase, pH20, ist seit gut 20 Jahren bekannt.
Neu ist die Größenordnung.
Inzwischen geht mit Kitruda, auch das meistverkaufte Krebsmedikament der Welt, diesen Weg.
Und damit bekommt die Umstellung eine ganz andere wirtschaftliche Bedeutung.
Bei Kate Ruder läuft der Patentschutz nämlich 2028 aus und danach droht Konkurrenz durch günstigere Nachahmerpräparate.
Gelingt es der amerikanischen Merck und Co.
die vielen Patienten vorher noch auf die neu geschützte Spritzenversion umzustellen, lässt sich ein größerer Teil des Geschäfts damit verteidigen.
Die bequemere Verabreichung ist also auch eine Strategie gegen den Patentablauf.
Und hier kommt Halo-Sime ins Spiel.
Der US-Konzern entwickelt kein eigenes Medikament, sondern lizenziert Enhanced.
Das ist eine Technologie, die das Gewebe unter der Haut vorübergehend durchlässiger macht, sodass sich auch größere Mengen spritzen lassen.
Partner wie Roche, Bristol-Myers Squibb, Pfizer oder Elalili entwickeln daraus dann die neue Darreichungsform und bringen sie durch die Zulassung.
Halosyme verdient an Verabzahlungen, Meilensteinen und den Umsätzen der Präparate.
Das macht das Unternehmen quasi zu einer Art Mautstation für einen wachsenden Teil des Pharmamarktes.
Im zweiten Quartal setzte das Unternehmen schon 481 Millionen Dollar um, 48 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, davon 308 Millionen aus Lizenzen.
Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei rund 68 Prozent.
Und trotzdem wird die Aktie noch mit dem Zwölffachen des erwarteten Gewinns bewertet.
Denn der Markt zweifelt, dass das Unternehmen das Tempo halten kann.
Dieses Jahr soll der Gewinn zwar noch um rund 100 Prozent steigen, schon im kommenden Jahr rechnen Analysten aber nur noch mit etwa 20 Prozent Wachstum.
Wichtiger für den Abschlag ist aber, dass HaloSyme nicht der einzige Anbieter dieser Technologie ist, beziehungsweise nicht mehr.
In der Spritzelversion von Kate Ruder steckt nämlich das Enzym des koreanischen Konkurrenten Alteogen.
HaloSyme hält das für eine Patenzverletzung und versucht, Gerade das vor Gericht zu stoppen, man muss aber sagen, bislang mit eher überschaubarem Erfolg.
Für Anleger hängt aber viel daran, ob Halosyme die Mautstation bleibt oder ob die Pharmakonzerne auf günstigere Enzyme ausweichen können.
Und ihr merkt, ein No-Brainer ist Halosyme nun nicht.
Unsere Triple-E-D endet aber hier auch nicht.
Denn für jede dieser Spritzen braucht es spezielle Behältnisse, Dichtung und oft einen Auto-Injektor.
Und da lohnt sich auch noch ein Blick.
Genau, denn ein Teil dieser Lieferkette ist auffällig europäisch und es geht um mehr als eine Verpackung.
Ein Antikörper ist ein empfindliches Eiweiß, das weder mit dem Glas noch mit dem Gummistopfen in irgendeiner Form reagieren darf, indem es monatelang lagert.
Deshalb stehen diese Bauteile namentlich in der Zulassung eines Medikaments.
Und wer sie einmal austauschen will, braucht dafür neue Stabilitätsdaten.
Und ihr könnt es euch vielleicht denken, das dauert natürlich.
Und Schott Pharma und Gerrishimer sind ja schon bekannt fürs Spezialglas, das unter anderem für Diabetes und Abnehmen.
pens genutzt wird.
Hinzu kommen Autoinjektoren, die unter anderem von Ipsomed aus der Schweiz und der spannendste Kandidat sitzt aber trotzdem in den USA.
West Pharmaceutical, der ist ein Weltmarktführer für Stopfen und Dichtung.
Das Unternehmen verkauft Verbrauchsmaterial und jede zusätzliche Spritze bringt da also mehr Umsatz.
Und bei neuen Biologica gewinnt West eigenen Angaben zufolge mehr als 90 Prozent der Aufträge.
Und medizinisch führt der Weg von der stundenlangen Infusion zur Spritze in fünf Minuten.
Für euch ist es aber komplizierter.
Ihr müsst darauf wetten, wer den größten Teil des Geschäfts abschöpft.
Der Entwickler der Technologie, sein günstigerer Herausforderer oder die Hersteller, deren Glas und Injektoren in jeder Spritze stecken.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback, deshalb schickt uns eine Mail an AAA-at-welt.de oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Ein Hörer hat unseren Deep Dive zu humanoiden Robotern gelobt und nach einem ETF für diesen Sektor gefragt.
Der Crane Shares Global Humanoid & Amboid Intelligent ETF setzt gezielt auf physische KI, Sensorik und Robotik.
Mit 90 Millionen Euro ist er noch recht klein und kostet 0,69% im Jahr und liegt in diesem Jahr immerhin 16% im Plus.
Der iShares Automation and Robotics ETF ist mit 4,5 Milliarden da natürlich deutlich größer, mit 0,4 Prozent auch deutlich günstiger und kommt im laufenden Jahr auch auf 4,34 Prozent.
Dafür ist er weniger humanoid und mehr auf die allgemeine Automatisierung fokussiert.
Da muss man natürlich wissen, was man am Ende will.
Christoph hat uns auch zu diesem Thema eine Mail geschrieben und er fragt, ob man das Thema nicht noch etwas weiter denken könne, also zum Beispiel in Richtung der Haus- und Grünstückspflege mit Robotern.
Gibt es da nennenswerte?
Aktien oder ETFs, möchte ich ja wissen.
Also mehr Roboter-ETF gibt es noch nicht, aber es kann ja noch kommen.
Aber Aktien aus diesem Segment sehr wohl.
Hüsqana aus Schweden ist Weltmarktführer bei autonomen Rasenmähern.
Toro verdient vor allem an automatisierter Rasenpflege und Bewässerung.
Und iRobot, mittlerweile verkauft an Shenzhen Picea Robotics, wiederum hat den Haushaltsroboter groß gemacht.
Aber da müssen wir mal an anderer Stelle drauf im Detail blicken.
Ja, vielleicht lohnt da ja auch nochmal eine AAA-Idee zu.
Jetzt heißt es aber erst einmal, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Wir hören uns morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
