# Coupang Recovery, Kalmar Logistics, and Chip Sector Volatility

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-08-31

## Transcript

Die Aktie vom Amazon Südkoreas ist nach einem Cyberangriff 50% down.
Wir gucken uns an, ob es jetzt eine Investmentchance gibt.
Und dann stellen wir euch noch den selbsternannten Weltmarktführer für die Maschinen vor, die jeden Tag im Hafen die Container hin und her fahren.
Davor gibt es aber natürlich die aktuellen News.
Mein Name ist Timon Wunderlich.
Heute ist Montag, der 31.08.
Und das ist ohne Aktien wird schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital.
Die haben durch ihre Vollbanklizenz noch bessere Konditionen.
Zum Beispiel gibt es auf dem Tagesgeldkonto 2,5% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben, auch für Kinderkonten und im Prime Plus Broker sogar mit mehreren Partnerbanken, bei denen jeweils die Einlagensicherung greift.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Die guten Nvidia-Zahlen Mitte der Woche haben nicht ausgereicht, um Chip-Aktien auch am Freitag ins Plus zu schicken.
Der Chip-Hersteller Marvell hatte schon am Donnerstagabend nach Börsenschluss Zahlen veröffentlicht.
Die waren zwar über den Erwartungen und auch die Prognose wurde angehoben, für Investoren hat es aber trotzdem nicht gereicht.
Die Aktie ist 10% gefallen, war davor aber auch schon über 180% im Plus.
Und der Kursrutsch bei Marvell hat auch noch andere Chip-Aktien mit nach unten gezogen.
Unter anderem waren Intel und Lumentum 3 und 6% im Minus.
Da hat auch nicht geholfen, dass der Rechenzentrumsumsatz im letzten Quartal fast 50% gestiegen ist.
Und das, obwohl Barron sogar davon ausgeht, dass die Zahlen von Marvell mehr über die KI-Nachfrage aussagen, als die von Nvidia.
Marvell baut ja nicht nur Chips, sondern auch die Verbindung zwischen den Servern und Rechenzentren.
Wenn hier weiter bestellt wird, dann ist das sowas wie ein Frühindikator für den KI-Ausbau.
Zu der schlechten Chip-Stimmung kommt noch, dass auch der Neo-Cloud-Anbieter Iron am Donnerstagabend Zahlen fürs vierte Quartal gebracht hatte.
Und der Umsatz war zwar über den Erwartungen, der operative Gewinn vor Zinsen und Abschreibung ist aber schlechter ausgefallen und das kam schlecht an.
Und für 2027 erwartet Iron bis zu 30 Milliarden Dollar in Rechenzentren und GPUs auszugeben.
Das kam bei Investoren nicht gut an, weil dafür wohl Schulden aufgenommen oder eigene Aktien rausgegeben werden müssen.
Dazu passend, Blue Owl und Pimco wollen dem Unternehmen knapp 2,5 Milliarden Dollar leihen, zur Hälfte als Kredit und zur Hälfte als Anleihe, beides zu 9% Zinsen.
Damit kauft Iron Nvidias neue Blackwell Ultra Chips für sein Rechenzentrum in der kanadischen Provinz British Columbia.
Die Aktie ist am Freitag über 13% auf 13 Milliarden Dollar gefallen.
Bei der Aktie vom Softwareunternehmen Elastic hat es besser ausgesehen.
Die ist am Freitag fast 20% nach oben.
Elastic betreibt eine Plattform, um riesige Datenmengen zu durchsuchen.
Umsatz und Gewinn waren über den Erwartungen.
Fürs Gesamtjahr wird jetzt von gut 2 Milliarden Dollar Umsatz ausgegangen.
Aber das muss nicht allgemein bedeuten, dass die Stimmung rund um Software besser wird.
Laut einem Analysten von Kentor kommt die höhere Nachfrage bei Elastic durch den KI-Boom.
Auch nach oben, aber nur 10% ging es für die US-Klamottenkette The Gap.
Die hatte zwar schon am Donnerstag Nacht Zahlen veröffentlicht, weil die aber einen neuen Chef für ihre wichtigste Marke Old Navy eingestellt haben und weil die Aktie am Freitag über 10% im Plus war, gucken wir uns die nochmal genauer an.
Old Navy macht knapp 60% von Gaps Umsatz aus und im letzten Quartal sind die Verkäufe in Old Navies bestehenden Filialen um 4% zurückgegangen.
Das ist das erste Minus seit 2023 und Analysten hatten nur mit der Hälfte gerechnet.
GAPs CEO Richard Dixon war mit der letzten Werbekampagne und auch mit der letzten Kollektion nicht zufrieden.
Im 2.
November soll jetzt Michael Francis die Marke übernehmen.
Der ist Anfang des Jahres zu GAP gekommen und war davor unter anderem Marketingchef bei Target.
Ansonsten lief es bei GAP auch eher gemischt.
Der Gewinn war zwar über den Erwartungen, das lag aber auch daran, dass die Firma Rückerstattung für die gezahlten Zölle bekommen hat.
Das wird jetzt dafür eingesetzt, die Produkte günstiger zu machen.
Der Umsatz war dafür mit knapp 3,5 Milliarden Dollar unter den Erwartungen und auch leicht niedriger als noch vor einem Jahr.
Und wegen Old Navy wird fürs Gesamtjahr auch nur noch mit bis zu 1,5% Wachstum ausgegangen, vor Wands 2.
Auch in China gab es gemischte Nachrichten.
Einmal konnte BYD zum ersten Mal seit über einem Jahr wieder seinen Gewinn steigern.
Besonders geholfen haben die Exporte, die im ersten Halbjahr um 70% gestiegen sind.
Fast die Hälfte seiner Autos hat BYD im Ausland verkauft.
Damit steigern die Chinesen auch ihre Marktanteile in Europa und werden unabhängiger vom harten Preiskampf in China.
Dadurch war auch der Auslandsumsatz das erste Mal im letzten Quartal höher als der im Heimatmarkt.
Der Nettogewinn ist im zweiten Quartal um 30% auf über 1 Mrd.
Dollar gestiegen und lag damit leicht über den Erwartungen.
Aber der Umsatz ist um 3% zurückgegangen und das lag eben am chinesischen Markt.
Nicht nur bei BYD, sondern auch insgesamt sind die Pkw-Verkäufe in China im ersten Halbjahr um 20% gefallen.
obwohl in der Zeit viele neue Modelle rausgekommen sind.
Umgekehrt werden in Europa immer mehr chinesische Autos verkauft.
Laut einer Bloomberg-Umfrage haben fast 40% aller Europäer kein Problem mehr damit, ein chinesisches Auto zu kaufen.
Die Aktie war am Freitag leicht im Plus.
Nicht gemischt, sondern ganz klar negativ war der Freitag für PayPal.
Der Börsenwert ist knapp 15% auf fast 47 Milliarden Dollar gefallen, nachdem Bloomberg berichtet hat, dass Finanzinvestor Advent International und Zahlungsdienstleister Stripe die Firma wohl nicht mehr übernehmen wollen.
Im Juli hatten die beiden noch über 50 Milliarden Dollar für das ganze Unternehmen geboten.
PayPal war das damals zu wenig und es wurde über einen höheren Preis verhandelt.
Jetzt ist es wohl erstmal durch, heißt aber nicht, dass Verhandlungen nicht wieder aufgenommen werden können.
Und zum Schluss noch eine richtig positive News.
Es gab noch einen richtigen Highflyer.
Das französische Quantencomputerunternehmen Pascal ist am Freitag in den USA an die Börse und hat sich direkt am ersten Tag verdoppelt.
Einmal ist das gesamte Thema ja gerade im Trend und dann macht Pascal im Gegensatz zu vielen Unternehmen in dem Bereich auch schon Umsatz, wobei der noch eher niedrig ausfällt.
Pascal hat einen Spezialfahrzeughersteller mit dabei, von dem ich vorher noch nie gehört habe.
Wer schon mal auf den Hamburger Hafen geschaut hat, hat bestimmt schon so spinnenartige Fahrzeuge gesehen, die Container von A nach B bringen.
Das sind sogenannte Straddle oder Van Carrier.
Die Firma, die sowas baut, heißt Calma, kommt aus Finnland und ist an der Börse rund 3 Milliarden Euro wert.
Bis 2024 hat Kalmar noch zu CargoTag gehört.
Dann ist eine große Fusion geplatzt und CargoTag hat sich als Konzern selbst zerlegt.
Der Gedanke dahinter, als Ganzes war die Firma weniger wert als ihre Einzelteile, so ist Kalmar eigenständig an die Börse.
Im Grunde ist so ein Carrier ein Fahrzeug auf hohen Beinen, das über einen Container fährt.
Es packt ihn von oben, hebt ihn ein Stück an und trägt ihn dann übers Gelände bis zu seinem Bestimmungsort.
Dadurch muss der große Kran am Schiff nicht warten, bis mal wieder ein LKW frei ist.
Der Kran setzt den Container einfach an der Hafenkarte ab und der Carrier holt ihn sich.
So bleibt der teuerste Punkt im Hafen, der Kran, immer in Bewegung.
So geht das Endladen und Beladen schneller.
Kalmar ist im Carrier-Geschäft ein OG.
In den 1950er Jahren hat Finnland nach dem Krieg Reparationen an die Sowjetunion leisten müssen.
So sind die Vorläufer der heutigen Carrier entstanden und in die Sowjetunion gegangen.
Kalmar sieht sich in dem Geschäft selbst als Marktführer.
Die Kohle macht die Firma aber gar nicht mit dem Carriere alleine.
2025 hat Calma rund 1,7 Milliarden Euro umgesetzt.
Knapp zwei Drittel davon kommen aus dem Verkauf von neuen Maschinen.
Neben Carriere sind das zum Beispiel Greifstapler und große Gabelstapler.
Das restliche Drittel, also rund 600 Millionen Euro, macht Calma mit Service.
Und dieses Servicegeschäft ist eigentlich das Spannende.
Klar, es ist kleiner als der Verkauf der Maschinen, aber es bringt deutlich mehr operative Marge.
Knapp 18 Prozent im Service gegen 13 Prozent bei den Maschinen.
Trotzdem macht Kalmar den größten Teil des Umsatzes eben mit Maschinen und die hängen am Welthandel.
Wird weniger gehandelt, halten die Häfen ihr Geld zusammen und bestellen weniger.
Der Auftragseingang schwankt also mit dem Containerzyklus und den steuert Kalmar nicht selbst.
An der Börse wird das Business wohl auch deshalb mit einem erwarteten KGV von 15 bewertet.
Für eine Firma, die im Schnitt um die 5% Wachstum erwartet, nicht wahnsinnig teuer, aber auch kein Überschnapper.
Der Riesenkalmar.
Geiler Typ, 18 Meter lang, 15 Meter lang, Schnabel wie ein Papagei, ist ein Monster.
In Südkorea läuft über 30% vom gesamten Einzelhandel mittlerweile online.
In Deutschland und in den USA sind es unter 20%.
Und in Korea gibt es ein Unternehmen, das in dem Markt laut Morningstar über 30% Anteil hat und die Aktie ist gerade 50% günstiger als vor einem Jahr.
Dazu muss man wissen, dass letzten November rausgekommen ist, dass es einen Hack auf die Kontodaten von 33 Millionen Kunden gab.
Coupang musste jetzt eine Rekordstrafe von 400 Millionen Dollar zahlen und wird weiter von verschiedenen Behörden untersucht und Kunden sind abgewandert.
Das hat zu Sorgen bei Investoren geführt und der Börsenwert ist eben seit dem Hack 50% auf knapp 30 Milliarden Dollar gefallen.
Anfang des Monats hat Coupang aber Zahlen fürs zweite Quartal rausgebracht und die Zahl der aktiven Kunden ist jetzt wieder auf einem Level wie vor dem Hack.
Die Kunden, die geblieben oder zurückgekommen sind, geben 16% mehr aus als noch vor einem Jahr und Mitte 2027 sollte man wieder bei den alten Margen sein.
Die wurden nämlich wegen der Strafe gedrückt und weil Coupang Rabatte verteilt hat, um die verlorenen Kunden wieder zurückzuholen.
Außerdem haben sie neue Lager gebaut, weil die Nachfrage ja vorher so hoch war, die ist durch den Datenskandal dann aber ausgeblieben.
Die Lager sind wichtig, weil Coupang dadurch Versand innerhalb von 24 Stunden garantieren kann und weil Händler deshalb Coupang freiwillig große Mengen Inventar schicken.
Und wenn sie das machen, dann können sie es natürlich nirgendwo anders mehr anbieten.
Zusammen mit der hohen Mitgliederzahl hat sich Coupang dadurch einen Burggraben im Online-Handel aufgebaut und dazu hat die Firma noch ein paar andere Bereiche, in denen sie Wachstum sehen.
Einmal versuchen sie gerade nach Taiwan zu expandieren und dann gehört ihnen noch der Online-Luxus-Retailer Farfetch und noch ein paar andere Felder, die zusammen 15% vom Umsatz ausmachen und aus denen noch viel werden kann.
Das sind aber alles nur Zukunftswetten und aktuell macht der ganze Bereich noch eine Milliarde Dollar Verlust.
Falls sie im Zweifel nicht aufgehen, könnte man die Sparte aber einstampfen.
Ich werde mich mal für die Bewertungen einfach nur auf das Kerngeschäft fokussieren.
Das macht 30 Milliarden Dollar Umsatz und hatte vor dem Datenheck eine operative Marge vor Abschreibungen und vor der Vergütung, die Mitarbeiter in Aktien kriegen, von 9% gehabt.
Wenn sie da wieder hinkommen und wir einfach Abschreibungen und Aktienvergütungen vom gesamten Konzern von dem Ergebnis abziehen, kommen wir auf über eineinhalb Milliarden Dollar.
Abzüglich steuern, wenn das heute über eine Milliarde Dollar netto gewinnt.
Zieht man vom Börsenwert das Cash ab, zahlt man dann für das Business ungefähr das 22-fache und das für eine Firma, die den Umsatz über die letzten 5 Jahre mit im Schnitt 20% pro Jahr steigern konnte.
Aber man muss eben auch sagen, Coupang wird sein Zukunftsgeschäft erstmal weiter betreiben.
Das kostet dann eben erstmal 1 Milliarde Dollar Verlust pro Jahr und damit geht so gut wie der gesamte Gewinn dafür drauf.
Wenn die Zukunftsvisionen dann nicht aufgehen, ist das ein schlechter Deal.
Sven Luca ist Deutschlands größter Coupon-König.
Vor 17 Jahren fängt alles an.
Mittlerweile ist Rabatte sammeln sein größtes Hobby, was ihn pro Woche mindestens eineinhalb Stunden kostet.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Euch einen guten Start in die Woche.
Adios.
