# Amazon Mechanical Turk Shutdown And AI Labor Shifts

**Podcast:** Kollegin KI
**Published:** 2026-08-28

## Transcript

Happy Friday, liebe Leute.
Herzlich willkommen zu Kollegin KI Snackbox und wir gehen heute mal ein bisschen in die Vergangenheit.
Ich bin Max Mundhenke und ihr kennt das Spiel.
Jeden Freitag erkläre ich euch, was so die KI-News der Woche waren und so weiter.
Und diese Woche war auch wieder was los.
Und zwar ist eine riesengroße Plattform gestorben.
Vielleicht kennt ihr sie, Mechanical Turk von Amazon, ist dicht oder wird dicht gemacht.
Was ist Mechanical Turk?
Da können wir vielleicht in der Geschichte mal kurz ein bisschen zurückgehen.
Wir schreiben das Jahr 1770 und ein Herr namens Wolfgang von Kempehlen baut eine Maschine, die Schach spielen kann.
Ja, das ist eine Holzpuppe im Turban, davor ein Schachbrett, darunter ein Schrank mit ganz vielen Zahnrädern und so und das Ding gewinnt.
Gewinnt gegen alle.
Angeblich hat der mechanische Türke...
sogar gegen Napoleon gewonnen.
Riesensensation, der Schachtürke.
Der Haken ist, in dem Schrank sitzen Menschen.
Kleiner, sehr gut, gut zusammengefalteter Mensch, der einfach extrem gut Schach spielen kann.
Aber es ist halt, wie gesagt, so ein bisschen der Fake, dass das hier tatsächlich jetzt eine Maschine sein soll und wird weltbekannt.
Und Amazon hat aus der Geschichte 2005 ein Geschäftsmodell gemacht, nennt das tatsächlich dann Mechanical Turk.
Ja, ist eine Plattform für Aufgaben, die Maschinen damals einfach noch nicht konnten.
Das ist sowas wie Bilder beschriften.
Audiodateien abtippen und so Umfragen ausfüllen, irgendwie sowas.
Das sieht von außen aus wie eine Software, aber im Inneren sitzen eben Menschen, die das dann als Clickworker mehr oder weniger machen.
Zu Spitzenzeiten über eine halbe Million Menschen aus 190 Ländern, die dann mit ein paar Cent pro Aufgabe bezahlt werden.
Am Ende kommt dann eben ein Datensatz raus, der ja von Menschen angereichert wurde.
Jeff Bezos hat das damals als künstliche, künstliche Intelligenz beschrieben.
Das ist halt, glaube ich, der Gag.
Und ich finde, das ist eigentlich der ehrlichste Satz, der je über diese Branche gesagt wurde.
Also ihr wisst ja, heutzutage sind es auch Menschen, die hauptsächlich KI-Inhalte labeln, beziehungsweise mit Metadaten anreichern, häufig unter ganz prekären Arbeitsbedingungen.
Da gibt es diverse Studien zu und Dokus.
Schaut euch die gerne mal an.
Auf jeden Fall ist jetzt Schluss mit dem Mechanical Turk.
Am 30.
September wird die Plattform abgeschaltet.
Amazon sagt witzigerweise kein Wort zu KI in der Presseerklärung, sondern sagt einfach, dass...
man halt regelmäßig Programme, Tools und Dienste überprüft und das jetzt auf dem Prüfstand stand und jetzt irgendwie wegfällt.
Tatsächlich gibt es aber Studien schon von 2023, die sagen, dass eigentlich der wirklich, diese eine Studie, ich verlinke euch die natürlich wieder in den Kommentaren, heißt Artificial, Artificial, Artificial Intelligence.
komplett geil, weil diese ganzen Clickworker natürlich zunehmend einfach auch KI genutzt haben, um diese kleinen Clickaufgaben zu lösen.
Und da weist sich halt, da weist sich die Schlange in den Schwanz.
Ja, also wenn man halt irgendwie Dokumente labeln möchte, dafür Menschen einstellt, die dann aber irgendwie KI nutzen und diese Dokumente danach halt wieder irgendwie in KI werden.
Es funktioniert halt nicht.
Es ist komplett wertlos dann am Ende und deshalb geht das Ganze im Bach runter.
Ich fand das eine schöne News.
Ich habe ein bisschen ausgeholt jetzt, aber wir gehen einfach mal direkt weiter.
Und zwar der Deutsche Bankangestelltenverband.
Der geht im Oktober in die Tarifverhandlung und der hat eine witzige Tarifforderung.
Das heißt, das ist die erste Tarifforderung, die ich sehe, in der KI nicht als Jobkiller vorkommt, sondern als Belastung.
Der fordert nämlich KI-Entlastungstage, der Bankangestelltenverband.
Und das finde ich ganz spannend.
Die Begründung vom Verhandlungsführer Wolfgang Ehrmann ist nämlich eigentlich ganz simpel.
KI übernimmt Routine und was übrig bleibt, sind die anspruchsvollen, komplexen Fälle.
Also die Produktivität geht drauf, die Belastung halt aber auch.
Und ich muss sagen, ganz im Ernst, das kenne ich.
Diese Nonsensaufgaben, die man früher gemacht hat, irgendwie so Tabellen überführen, Protokolle schreiben und so.
Das, was jetzt halt KI für uns alle irgendwie macht, das waren durchaus ja auch Pausen.
Also da konnte man mal durchatmen von den ganzen stressigen, intensiven Aufgaben, die man am Tag hatte, wo man richtig nachdenken musste.
Und das wird jetzt von KI übernommen.
Und das ist so ein bisschen auch die Erzählweise dahinter.
Was bleibt, ist ein Tag voller Spitzen.
Und das ist tatsächlich ein ganz interessanter Punkt, weil wir einfach viel, viel produktiver werden, aber halt auch natürlich uns mehr mit Aufgaben befassen, die einfach menschliches Wissen wirklich erfordern, sind wir überlastet.
Und ich hatte ja in den letzten Wochen auch schon mal von diesem Phänomen des KI-Burnouts gesprochen, der das in den USA zunehmend irgendwie beobachtet wird, zumindest im Silicon Valley.
Und ich glaube, das reiht sich hier ein.
Finde ich eine ganz interessante Sichtweise, dass KI natürlich auch vor allem erstmal die Aufgaben abnimmt, die relativ anspruchslos sind.
Und das bedeutet, dass für uns in diesem 9 to 5 tatsächlich nur noch Aufgaben übrig bleiben, die sehr, sehr intensiv sind.
Dann gibt es einen KI-Monitor der Technischen Uni Darmstadt.
Dritte Meldung.
Und das ist so die, über die ich tatsächlich am längsten nachgedacht habe.
2000 Menschen wurden befragt, ist eine repräsentative Umfrage und die steckt tatsächlich zumindest so in einer Zahl unsere Debatte rund um KI so ein bisschen auf den Kopf.
So 60 Prozent der Erwerbstätigen halten es für wahrscheinlich, dass KI Arbeitsplätze ersetzt.
Das ist erst mal soweit so gut.
Beim eigenen Job sagen es aber nur 16 Prozent.
Ist immer ganz cool.
Es trifft die anderen.
Das ist ganz klassisch.
Kennen wir vom Rauchen und Trinken und wie auch immer.
Keine Ahnung.
Passiert ganz vielen, aber mir auf gar keinen Fall.
Und wenn man mal guckt, wer diese 16 Prozent sagen, dass ihr eigener Job auch von KI ersetzt wird, dann sind das vor allem die, die besonders gut informiert über KI sind.
Also die mit sehr hohem KI-Wissen, die neigen dazu zu sagen, ja, mein Job, der geht auf jeden Fall auch flöten.
Damit ist eigentlich ein Satz tot, den ich selbst jahrelang gesagt habe und den ihr eigentlich auf jeder zweiten Konferenz gerade hört.
Gegen die Angst vor KI hilft Aufklärung.
Nee, nee tut sie nicht.
Aufklärung macht handlungsfähig, aber sie macht eben nicht sorglos.
An der Stelle muss man natürlich irgendwie gucken.
Ich selbst erkläre ja Leuten beruflich KI, mache ich ja hier jetzt auch.
Und ich kann eigentlich nach dieser Studie jetzt nicht mehr in irgendwie einen Raum oder einen Podcast gehen und sagen, naja, am Ende des Tages seid ihr alle viel entspannter, weil ihr wisst, was mit KI irgendwie Sache ist.
Kann ich nicht.
Wahrscheinlich stimmt sogar das Gegenteil.
Je informierter man ist, desto eher sagt man, okay, doch, das hat auch Einfluss auf mich.
Was ich aber sagen kann, ist, dass diese Informiertheit durchaus dazu beiträgt, dass wir was dran ändern können.
Also dass wir tatsächlich uns Gedanken darüber machen, woran das liegt, was da eigentlich passiert und wie wir das mitbestimmen können und vor allem mitgestalten können.
Und um ehrlich zu sein, muss man sagen, das ist eine Entwicklung, die uns bevorsteht und die unsere Arbeitswelt massiv verändern wird, stimme ich absolut zu.
Und ich glaube, viele Dinge werden tatsächlich auch automatisiert und durch KI übernommen.
Aber am Ende des Tages werden wir einen Weg finden, damit umzugehen und uns selbst nicht komplett wegzurationalisieren, weil es einfach gewisse Dinge gibt, die uns Menschen auch ausmachen, die eben nicht von KI übernommen werden können.
Alles, was irgendwie mit Menschen zu tun hat, was Soziales zu tun hat, was Kommunikation ist, kann KI einfach noch nicht.
Und von daher wird für uns Menschen auch was übrig bleiben.
Aber das ist im Grunde das der KI-Monitor der TU Darmstadt.
Verlinke ich euch ebenfalls.
So und zum Schluss nochmal so zwei kleine Wörter von unserem Buzzword-King Sascha Lobo.
Liebe Grüße Sascha.
Vibe Working, hat er in einem Interview in der T3N gesagt, hinter der Paywall, ich habe es nicht komplett gelesen, aber das ist Vibe Working, ist, finde ich, ein fantastisches Wortkonstrukt.
Ihr kennt vielleicht Vibe Coding, also man beschreibt der KI, was man für ein Programm haben möchte, die KI codet irgendwas und danach führt man das Programm aus und es funktioniert so zu 40 Prozent, reicht, ich habe ein Programm gebaut, wofür vorher noch Leute studieren mussten und jahrelang irgendwie daran arbeiten mussten.
Sekunden funktioniert, gebe ich mich auch mit 40 Prozent zufrieden, auch wenn da massive Fehler drin sind, Sicherheitslücken und so weiter.
Und Sascha Lobo beschreibt jetzt Vibe Working.
Und ich muss sagen, so...
Buzzword Faktor 1000 auf jeden Fall.
Aber da ist durchaus, finde ich, ein wahrer Kern dran.
Wir übernehmen ja immer mehr Sachen mit KI und lassen Mails beantworten von KI und so weiter und so fort.
Und das ist ja in der Theorie immer ganz schön mit dem Human in the Loop und bitte checkt euren Output, recherchiert nochmal nach und so.
Aber in der Praxis macht das eigentlich kaum jemand.
Spätestens wenn ich so sieben Mails mit KI beantwortet habe und mir die angeguckt habe und es passte immer irgendwie so, dass ich auf Senden drücken kann, dann neige ich doch als Mensch dazu danach.
einfach zu sagen, komm, das passt schon und ich mache mir gar nicht mehr die Mühe, irgendwie das anzugucken und so.
Und das Sorgt natürlich für eine gewisse Fehleranfälligkeit und für neue Verantwortung.
Das Ganze zu überblicken und zu gucken, wie gut ist das Ganze entsprechend auch von Architektur her aufgesetzt.
Wie gut kann ich KI füttern, um meine Aufgaben dann am Ende auch gut zu erledigen.
Und das finde ich durchaus einen interessanten Gedanken.
Vibe Working, merkt euch das Leute.
Da werden wir definitiv noch einige Male drüber sprechen.
Liebe Grüße an den Kollegen Lobo.
Das wäre es von mir für diese Woche.
Ich hoffe, ihr habt ein bisschen was mitgenommen.
Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht.
Redaktionsschluss war der 27.08.16 Uhr 33.
Und ich wünsche euch ein fantastisches Wochenende.
Und natürlich freue ich mich auf kommenden Dienstag zur regulären Folge Kollegin KI.
Vielen Dank fürs Zuhören.
Bis dahin.
Macht's gut.
Ciao.
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
