# Kühne Legacy, Boston Scientific Insider Buys, and AI Market Shifts

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-08-25

## Transcript

Der reichste Mann Deutschlands ist verstorben.
Wir schauen uns an, wie Klaus Michael Kühner sein Imperium aufgebaut hat und wie es jetzt vor allem weitergeht.
Außerdem geht es um den Insider-Kauf beim Medizintechniker Boston Scientific.
Und davor gibt es natürlich die aktuellen News.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Dienstag, der 25.
August.
Und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Unterstützt wird dieser Podcast von Scalable Capital, die neben dem Broker bzw.
im Broker sogar einen eigenen KI-Chatbot haben.
der euch alle möglichen Fragen über Aktien und Wirtschaft beantwortet.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Am Donnerstag gibt es ja die neuen, heiß erwarteten Zahlen von Nvidia und gute Zahlen braucht die KI-Welt auch.
Gestern war die Stimmung bei den meisten Chip-Aktien nämlich wieder ziemlich bescheiden und es könnte vor allem zwei Gründe haben.
Erstens gab es gestern viele kritische Stimmen zur Zinspolitik der Amis, beziehungsweise vor allem dazu, dass die USA mehr Anleihen kaufen wollen, also selbst kaufen wollen, um damit eben die Zinsen zu senken.
Bei Goldman, Wells Fargo, der Allianz und eigentlich allen großen Finanzplayern meinten die führenden Ökonomen, dass das nicht so richtig helfen wird.
Die Zinsen sind zwar gestern nicht weiter gestiegen als Reaktion darauf, aber insgesamt bleibt die Stimmung da einfach angespannt.
Was man übrigens ganz gut beim Goldpreis sieht, der hat nämlich gestern den höchsten Stand seit Mitte Mai erreicht.
eben aus Sorge von einem instabilen Dollar.
Das ist also der erste Grund, der den KI-Playern vielleicht schadet, die ja unter hohen Dollarzinsen leiden.
Der zweite Grund könnte chinesische Konkurrenz sein.
Alibaba zum Beispiel hat gestern 10 Milliarden Dollar eingesammelt, um KI-Investments zu machen.
Die Aktie hat danach verloren, weil Investoren unsicher sind, ob sich die Investments auszahlen und Alibaba dafür ja eben Aktien verkaufen muss.
Es zeigt aber gleichzeitig, wie stark die KI-Entwicklung in China vorangetrieben wird.
Und dazu hat der chinesische Speicherchip-Hersteller Y...
IMTC, gestern seinen Börsengang angekündigt, will 5 Milliarden Dollar einsammeln.
Das könnte einerseits bei uns Speicherchip-Herstellern schaden, wenn die Chips der Chinesen doch mal mehr bei uns verbaut werden.
Und gleichzeitig sind positive Chip-Entwicklungen in China ja immer ein schlechtes Zeichen, weil das einer der ganz wenigen Bereiche ist, wo die USA eben noch klar vorne sind.
Deutlich weniger klar, dass die USA vorne sind, ist es zum Beispiel bei humanoiden Robotern.
Und da gab es direkt die nächste Meldung.
Der Autobauer Xpeng will nämlich 700 Millionen Dollar von Investoren einsammeln, zum Beispiel von Alibaba und Tencent, und damit dann seine Tochterfirma für humanoide Roboter finanzieren.
Und bewertet wird die Robotersparte schon jetzt mit 6 Milliarden Dollar.
Xpeng selbst nur mit 11 Milliarden.
Also krass, was da passiert.
Übrigens, wer sich wundert, wieso die Xpeng-Aktie gestern so um die 10% verloren hat, das lag nicht an der Robotic News, sondern vor allem an eher schwachen Zahlen im Autogeschäft.
Long story short ist auf jeden Fall, dass der technologische Druck aus China nicht abnimmt.
Und was auch nicht abnimmt, sind Drohungen von Trump.
Der will nämlich ab Januar 50% Zölle auf Autos und Autoteile aus Kanada verhängen.
Aktuell stehen wir bei 25% Autozoll.
Aber nochmal kurz zurück zum KI-Thema, was gestern vielleicht auch für nicht so gute Stimmung gesorgt hat, ist, dass die zirkulären Deals vor allem rund um Nvidia einfach kein Ende nehmen.
Aktuell sprechen sie wohl mit Perplexity über ein Investment, das Perplexity mit 30 Milliarden Dollar bewerten würde.
Und das wäre eben wieder ein Deal, wo Nvidia dann indirekt den eigenen Kunden finanziert.
Übrigens macht Perplexity aktuell, wenn man den Monatsumsatz aufs Jahr hochrechnet, 750 Millionen Dollar Umsatz im Jahr.
Anfang des Jahres waren wir bei 250 Millionen Dollar, also krasses Wachstum.
Und in Deutschland sehen so KI-Deals noch ein bisschen anders aus.
Und zwar wird Porsche der indischen IT-Beratung Tata Consultancy Services in den nächsten fünf Jahren 1,3 Milliarden Euro zahlen, um KI bei sich einzuführen.
Und außerdem hat Porsche noch seine Beratungsfirma MHP für um die 300 Millionen Euro an Tata verkauft.
Die Aktien haben darauf übrigens nicht reagiert.
Jetzt gibt es Insider-Käufe und vor allem Medizin-Deep-Dives mit meinem Kollegen Timon.
Ein Weg, um spannende Aktien zu finden, ist nach Insider-Käufen zu suchen.
Manager müssen ja offenlegen, wenn sie Aktien vom eigenen Unternehmen kaufen und die sollten normalerweise am besten wissen, wie es ihrer Firma gerade geht.
Und genau so habe ich letztens Boston Scientific gefunden.
Das ist eines der größten Medizintechnik-Unternehmen der Welt.
Also erstmal ein stabiles Business, aber der Börsenwert ist seit Anfang des Jahres 50% auf 70 Milliarden Dollar gefallen und jetzt haben einige Insider angefangen zu kaufen.
Allen voran der CEO mit 9 Millionen Dollar Anfang August.
Boston Scientific ist in den letzten 5 Jahren stark gewachsen.
Pro Jahr ging es im Schnitt 15% nach oben und das lag hauptsächlich an zwei Produkten.
Einmal Ferrapulse, das hat die Behandlung von Herzrhythmusstörungen in den USA revolutioniert.
Vor allem Ärzte störendes Gewebe im Herz verbrannt oder vereist.
Mit Ferrapulse läuft das über kurze Stromstöße.
Das ist schonender und geht knapp dreimal so schnell.
Medtronic, Abbott und Johnson & Johnson haben deshalb auch Konkurrenzprodukte rausgebracht und die sind in Teilen sogar besser als die von Boston.
Noch hat die Firma aber über 50% Marktanteil.
Der schrumpft allerdings.
Allgemein wird das Verfahren mittlerweile bei knapp 80% aller Eingriffen in den USA verwendet.
Das bedeutet, dass zumindest im Heimatmarkt nicht mehr viel Wachstum drin ist.
Und der Umsatz ist im Geschäftsbereich, zu dem vor allem das Gerät gehört, im letzten Quartal nur noch mit 9% gewachsen.
In den Jahren davor waren es immer über 20%.
International gibt es trotzdem Chancen.
Da wird das Verfahren erst bei ca.
der Hälfte aller Behandlungen eingesetzt und der internationale Umsatz ist im letzten Quartal über 20% gestiegen.
Das zweite Produkt, das über die letzten Jahre stark gewachsen ist, ist Watchmen.
Das ist ein kleiner Stöpsel, der eine Ausbuchtung im Herz verschließt, in der sich bei Vorhofflimmern Blutgerinnsel bilden können.
Boston Scientific hat hier über 90% Marktanteil.
Hier gibt es aber auch Probleme.
Erstens eine Studie, die im Großen und Ganzen zwar gut war, aber es gab zum Beispiel ein Ergebnis, dass eine spezielle Form von Schlaganfall bei Watchmen-Patienten häufiger war als bei solchen mit Blutverdönern.
was die alternative Therapie ist.
Das war zwar statistisch nicht signifikant, könnte trotzdem ein paar Ärzte oder auch Patienten beschäftigen.
Dazu gab es letztes Jahr ein paar Studien, die ein bisschen in Frage gestellt haben, ob das Produkt bei manchen Kundengruppen überhaupt nötig ist.
Außerdem ist es wohl gerade so, dass Ärzte immer öfter Faribals und Watchmen in einer OP kombinieren.
Gleichzeitig führt das aber dazu, dass sie weniger Zeit für eigenständige Watchmen-OPs haben, was das Wachstum insgesamt dämpft.
Die Begründung kaufen übrigens nicht alle Analysten ab.
und sehen eher Verunsicherung der Ärzte durch die Studien als Grund.
Also schwierige Lage aktuell und das Management erwartet fürs Gesamtjahr kein oder nur wenig Wachstum.
Davor ist es auch hier immer mit über 20% nach oben gegangen.
Das sind also die zwei Problemstellen, Farerpulse und Watchmen.
Zusammen machen die knapp ein Viertel vom Umsatz aus, der Rest wächst immer noch stabil mit ca.
6%.
Das Problem ist aber, dass Farerpulse und Watchmen die zwei Wachstumsmotoren waren.
Die machen also nur ein Viertel vom Umsatz aus, haben aber die Bewertung nach oben getrieben, die teilweise echt teuer war.
Und es ist schwer zu sagen, wie stark die Konkurrenz die Umsätze drücken wird.
Das Management macht sich scheinbar wenig Sorgen, zumindest nicht bei einer Bewertung, die gerade mal dem 15-fachen des erwarteten Gewinns entspricht.
Der Schnitt der letzten 20 Jahre liegt bei 20.
Der Logistikunternehmer, Lufthansa Großaktionär und laut Bloomberg auch der reichste Mann Deutschlands, Klaus Michael Kühne, ist von Sonntag auf Montag im Alter von 89 Jahren verstorben.
Sein Vermögen, das Bloomberg auf 49 Milliarden Dollar schätzt, wird das erstmal nicht direkt beeinflussen.
Es liegt nämlich schon ziemlich lang in der Stiftung, die über eine Holding 55 Prozent an Kühne und Nagel hält, 30 Prozent an Hapag-Lloyd.
20% an der Lufthansa und 20% von Brenntag.
Spannend ist an dem Vermögen auf jeden Fall, dass Kühne gerade in den letzten Jahren, wo es ihm gesundheitlich schon schlechter ging, stark ausgebaut hat.
Zum Beispiel die Anteile an Brenntag, die an der Lufthansa, die an Flixbus und auch die 3% am Prothesenhersteller Ottobock.
Alle...
hat er in den letzten Jahren ausgebaut oder komplett neu gemacht.
Was genau die Strategie hinter diesen Beteiligungen ist, ist auf den ersten Blick schwer zu durchschauen.
Man muss sagen, dass sie gerade mit Blick auf KI aber zumindest relativ stabil sind.
Prothesen, Busse, Luftfahrt, alles sind Bereiche, die von KI erstmal nicht sofort disruptiert werden.
Und es sind auch Bereiche, zu denen Kühne persönlichen Bezug und auch persönliche Expertise hatte.
Fakt ist auf jeden Fall, dass die Stiftung vor allem während Corona und durch das Reedereibusiness Milliarden verdient hat.
Kühne selbst meinte ja sogar mal, dass er die Tonnagesteuer, die teilweise zu extrem niedrigen Steuern in der Schifffahrt geführt haben, komisch und eigentlich ungerechtfertigt findet.
Dieses Geld musste er jetzt also auch anlegen und bei Benko hat er auch gesehen, dass das vor allem Sinn macht, dort anzulegen, wo man selbst das Geschäft versteht und vor allem Transparenz hat.
Es ist also gut vorstellbar, dass die Stiftung mit der Logik weiter investiert, in ähnliche Firmen, in ähnliche Bereiche.
Und es ist auch gut vorstellbar, dass die Stiftung zumindest teilweise einen patriotischen Auftrag hat.
Harper-Gloyth hat Kühne ja vor allem auch gekauft, weil er nicht wollte, dass asiatische Investoren...
die Firma 2008 übernehmen.
Auch wenn man sagen muss, dass sich das Investment am Ende auch finanziell wirklich mehr als gelohnt hat.
Er hat damals 2008 mit anderen Investoren um die 4,5 Milliarden Euro für die Firma gezahlt.
Alleine 2021 und 2022 hat er insgesamt eine Dividende von über 5 Milliarden Euro von Hapag-Leuth gekriegt.
Und man muss auch sagen, dass es schon mutig war, dass er sich überhaupt an Hapag-Leuth herangetraut hat.
Kühne ist nämlich schon Mitte 20 in Führungspositionen beim Familienbetrieb Kühne und Nagel eingestiegen, der damals schon sehr wohlhabend war.
Übrigens unter anderem auch wegen Transportgeschäften, die sie für die Nazis übernommen haben, was von Kühne selbst nie so richtig aufgearbeitet wurde.
Nachdem er jedenfalls mit in der Führung war, ist er dann stark ins Ausland expandiert und hat vor allem angefangen, eine eigene Reederei aufzubauen.
Nach der Ölkrise hat er damit aber nur noch Geld verloren und musste fast die komplette Firma verkaufen, hat dann aber einen Deal mit dem Unternehmer Tiny Roland gefunden, der ihm 50% von Kühne und Nagel abgekauft hat und ihn damit gerettet hat.
Und als Roland selbst dann in die Krise kam, hat Kühne 19...
die komplette Firma zurückgekauft, was auch eine absolut richtige Entscheidung war.
Diese schwierige Phase erklärt vielleicht auch seine Sparsamkeit.
Er ist zum Beispiel immer mit Linienfliegern geflogen, weil ihm Privatschats zu teuer sind.
Reiseanträge von Mitarbeitern soll er teilweise spontan storniert haben und einfach entschieden haben, dass ein Termin auch telefonisch geht.
Und bei seinen Managern hat er sich früher über die hohen Telefonrechnungen beschwert und dann war es manchmal so, dass einige an geraden Kalendertagen telefonieren durften und die anderen nur an ungeraden Kalendertagen.
Man muss aber sagen, dass sich die Sparsamkeit nicht überall durchgezogen hat.
Auf Mallorca hat er zum Beispiel mal das Nachbargrundstück für mehr als 10 Millionen Euro gekauft, weil dort gebaut wurde, was ihm zu laut war.
Wenn wir jetzt abschließend nochmal auf die Börse schauen, ist die langfristig beste Aktie in seinem Depot übrigens immer noch die erste.
Deswegen habe ich auch gesagt, es war eine gute Idee, die Anteile 1992 zurückzukaufen.
1994 ist Kühne und Nagel nämlich an die Börse.
Und seitdem hat die Aktieninvestoren über 8000% Rendite gebracht und damit fast 15% pro Jahr.
Und auch dieses Jahr sah es für sein Portfolio übrigens bisher gut aus.
Über 20% Rendite gab es bei Brenntag und Kühne und Nagel, knapp unter 20% bei HarperGloid und einen leichten Verlust bei der Lufthansa.
Ja, also von der Logistik verstehe ich schon mehr als vom Fußball.
Und das Geschäft läuft recht gut.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, Adios und lasst uns gerne eine positive Bewertung da bei Apple, Spotify, wo immer ihr den Podcast hört.
