# Talangs CFO: Insurance Strategy, Diversification, and AI Risk

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-08-22

## Transcript

Schon Warren Buffett hat erkannt, dass Versicherungen ein sehr spannendes Business sind, aber sie sind auch ziemlich komplex.
Deswegen haben wir uns den CFO von Talangs, Jan Wicke, in dem Podcast geholt.
Talangs gehören 50 Prozent an der Hannover Rück und zig andere Versicherungen, zum Beispiel auch in Lateinamerika.
Sie versichern Rennpferde genauso wie Chemiefabriken und große Naturkatastrophen, machen das als Erstversicherer und eben über die Hannover Rück als Rückversicherer.
und sind an der Börse 30 Milliarden Euro wert.
Also war Jan Wicke der perfekte Gast, um einen ganz breiten Blick auf das Versicherungsgeschäft zu werfen.
Wie laufen Preisverhandlungen bei Rückversicherungen?
Auf welche Kennzahlen würde er schauen, bevor er eine Versicherungsaktie kauft?
Wieso haben sie bei 180 Milliarden Euro Bilanzsumme nur sehr wenig Geld in Aktien investiert und verfolgen zum Beispiel nicht ein Konzept wie Warren Buffett und Berkshire Hathaway?
Über das alles und viel mehr haben wir gesprochen.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Samstag, der 22.
August und das ist ohne Aktienwert schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Herr Wicke, wir starten unsere Deep Dives immer gerne mit einem Blick in die Geschichte.
Bei Ihnen geht ja ein bisschen weiter zurück bis ins Jahr 1903, also nicht bei Ihnen persönlich, sondern natürlich bei der Firma, bei Talanks und zwar auf den Haftpflichtverband der deutschen Eisen- und Stahlindustrie.
Und uns interessieren aber vor allem so die letzten 30 oder 20, 30 Jahre, wo dann daraus die heutige Struktur entstanden ist und zwar zum Hintergrundverständnis, es gibt einmal die Talanks, wo sie CFO sind.
Davon hält HDI, also dieser Haftlichtverband, noch immer 77 Prozent und Sie halten wiederum 50 Prozent an der Hannover Rück, die man ja vielleicht auch kennt von der Börse.
Können Sie uns mal erklären, wie es zu dieser Struktur gekommen ist?
Oh, das ist jetzt echt spannend.
Herausforderung direkt am Anfang, 120 Jahre Geschichte zusammenfassen.
Aber in Kurzform, der HDI, also der Haftlichtverband der deutschen Industrie, der wurde gegründet von den großen Industrieunternehmen Deutschlands, also Siemens, Bayer und so weiter, die einen günstigen, kostengünstigen Versicherungsschutz haben wollten.
Und wovon hängt kostengünstiger Versicherungsschutz ab?
Der hängt zum einen von Verwaltungskosten ab und zum anderen hängt er davon ab, wie gut man Risiken diversifizieren kann.
Weil der relative Preis für ein Risiko, der hängt von der Diversifikation ab.
Und das hat der HDI ganz gut gemacht und ist dann sehr stark gewachsen.
Und irgendwann ist das Rückversicherungsgeschäft noch stärker gewachsen, was mit dem Industrieversicherungsgeschäft zurückhängt, weil man so große Risiken versichert hat, da musste man Rückversicherungen machen.
Und dann brauchte man Kapital.
Und so kam Hannover Rück 1994 an die Börse und einfach zur Kapitalbeschaffung.
Dann hat die Hannover Rück durchaus eine wechselhafte Börsengeschichte am Anfang gehabt.
Aber wir haben in der Gruppe gelernt, wie gut Kapitalmarkt-Governance ist.
Weil Kapitalmarkt-Governance den Wettbewerbsgedanken auch in der Vereinsstruktur reinbringt und zur Wettbewerbsfähigkeit erzieht.
Und das war dann die Entscheidung 2012 für den Verein, das gesamte Versicherungsgeschäft mit der Talangst an die Börse zu bringen.
zwar die Mehrheit mit 77 Prozent zu halten, aber eben um eine bessere Governance zu haben und den Wettbewerbsgedanken ebenso im Unternehmen am Leben zu halten.
Also sozusagen das, was oft kritisiert wird, so ein bisschen an der Börse, dass man sagt, da kommt auch ein bisschen Profitgedanke oder die Wettbewerber haben noch mehr Einblick.
Es gibt andere Investoren, die vielleicht was fordern.
Das nehmen sie eher als positiv wahr, dass man sagt, man hat ein bisschen mehr Druck, ist nicht ein Verein, der so vor sich hinwirtschaftet, sondern man wird auch extern beobachtet und kriegt dadurch ein bisschen Dynamik rein.
Ganz genau.
Und es muss mal konkret zu sagen, der HDI, der ist relativ reich.
Und das größte Risiko, wenn man reich ist, ist, dass man bequem wird.
Und durch die Börsennotierung haben wir das nicht.
Und das sieht man bei uns durch das gesamte Unternehmen.
Alle Incentive-Schemes sind entweder auf Hannover-Rückaktien oder auf Thalangs-Aktien.
Also das ist wirklich orientiert daran, dass wir besser sind als andere börsennotierte Versicherungssysteme.
Wenn wir jetzt mal reinschauen ins Geschäft, ist ja ein großer Brocken, einmal Rückversicherung.
Ich glaube so 50 Prozent vom Umsatz circa.
Vielleicht gleich mal zum Verständnis, ist da der Umsatz von Hannover Rück voll reingerechnet oder wie sind diese 50 Prozent zu definieren?
Also in der Talangskonzernabschluss ist die Hannover Rück zu 100 Prozent reinkonsolidiert und beim Gewinn, weil uns nur 50 Prozent der Hannover Rück Aktien sind.
werden 50 Prozent Minderheitenanteile rausgenommen.
Also in der Umsatzteile ist 100 Prozent drin.
Bei der Bottomline für die Aktionäre der Talang sind natürlich die Gewinne, die auf Minderheiten entfallen, abgezogen.
Das heißt, es ist vom Gewinnsplit ein bisschen weniger als 50 Prozent Rückversicherung oder kommt das durch die Margen wieder ungefähr so hin wahrscheinlich?
Es kommt durch die Margen wieder hin.
Ja, nur verrückt.
Es ist ein hervorragendes Unternehmen und es sind rund 50 Prozent des Gewinns, ziehen wir gerade aus der Rückversicherung.
Wenn wir dann jetzt einsteigen ins Rückversicherungs...
Geschäft, das ist ja bei Investoren eigentlich sehr beliebt, weil man sagt, sehr stabil.
Es gibt nicht so viele große Player, die überhaupt die großen Risiken noch nehmen können heutzutage.
Dadurch eigentlich ein stabiles Geschäft und ist ja auch in den letzten Jahren sehr gut gelaufen an der Börse.
Gleichzeitig hört man gerade so die letzten ein, zwei Jahre aus der Branche auch, es gibt mehr Preisdruck, neue Player kommen in den Markt, drücken die Preise.
Wie nehmen Sie das Umfeld aktuell war im Rückversicherungsgeschäft?
Also grundsätzlich ist Rückversicherungsgeschäft noch sehr profitabel, aber es ist zutreffend.
Zurzeit ist es so, wir haben zweieinhalb Jahre gehabt mit einer relativ niedrigen Großschadenbelastung und das zieht natürlich dann auch neue Wettbewerber an, die neues Kapital zur Verfügung stellen.
Deshalb sind die Preise zurzeit dort ein bisschen unter Druck, aber immer noch sehr auskömmlich.
Und wie geht man dann vor, man liest ja immer von diesen Neuverhandlungsrunden, die es dann zum Beispiel im April gibt und dann wird neu verhandelt und dann wird immer gesagt, risikoadjustiert sind die Preise gestiegen oder gesunken und wir erzählen das im Podcast auch immer so ein bisschen, versuchen es einzuordnen, aber es ist immer schwer zu vermitteln, was heißt jetzt eigentlich ein risikoadjustierter Preis, was versteht man darunter?
Also jährlich sprechen wir in der Schadenunfallrückversicherung, spricht man jährlich mit den Versicherungsunternehmen.
über die Preise für die Übernahme von Risiken.
Und dieser Risikodialog ist für beide Seiten sehr, sehr wertvoll.
Das Unternehmen berichtet letztendlich, wie sich die Risiken bei sich entwickeln.
Und wir bringen eine weltweite Perspektive mit dazu.
Da haben beide was davon.
Und dann werden die Preise neu festgesetzt.
Und Risiko hat justiert.
Jetzt kann sich zum Beispiel ein Versicherungsunternehmen entscheiden, größeren Teil des Risikos selbst zu behalten.
Also bei sich zu behalten.
spricht nicht nur über den Preis für ein Risiko, sondern auch, wer wie viel von dem Risiko trägt.
Und risikoadjustiert, das berücksichtigt eben, wenn jetzt zum Beispiel er sagt, ich nehme 50 Prozent mehr von dem Risiko, dann ist natürlich, da muss man das in der Preis, also wenn man risikoadjustierter Preis hat, ist es um diesen Faktor adjustiert.
Okay, was heißt das sozusagen, Sie nehmen 10 Prozent mehr vom Risiko, die Prämien wachsen 10 Prozent, dann sind Sie risikoadjustiert?
Null.
Null, okay.
Und ist Wachstum im Rückversicherungsgeschäft?
Kommt das immer dadurch, dass man einfach mehr Risiko nimmt oder wie kann man zu einem besseren Preis oder wie kann man sonst im Rückversicherungsgeschäft wachsen und ist am Ende im jetzigen Marktumfeld die Frage, nimmt das jetzt der eine oder andere Rückversicherer, das ist am Ende eine Frage, wer will gerade mehr Risiko nehmen zum selben Preis?
Ganz generell in der Rückversicherung, der Markt wächst insgesamt.
Das liegt einfach mal am Weltwirtschaftswachstum.
Es gibt mehr Werte, die...
Versichert werden können und dann gibt es natürlich noch andere Effekte wie Klimawandel.
Das führt dazu, dass in mehr Regionen Großrisikoereignisse zu erwarten sind.
Leider geostrategische Risiken, die zum Beispiel bei Transportrisiken Kumule erwarten lassen oder Cyber oder auch AI.
Insofern gibt es einen Grundtrend des Wachstums in der Rückversicherung und das erfordert, dass es immer größeren Anteil von Risikokapital braucht, um das rückzuversichern, dass man auch diese Sicherheit letztendlich hat.
Insofern wächst der Markt Rückversicherung langfristig.
Auf jeden Fall kurzfristig kann es über die Preissetzung auch Schwankungen geben, aber das ist dann ein, zwei Jahre und dann wächst es wieder.
Und wenn man sich jetzt so diese Verhandlungsrunden vorstellt, kann man sich so vorstellen, Sie haben Kontakte zu Erstversicherern, dann gibt es einmal im Jahr Meeting, dann bespricht man das oder sprechen Sie gar nicht direkt mit der Versicherer, sondern gibt es irgendwelche Broker dazwischen oder wie ist so konkret so ein Verhandlungsprozess?
Sitzt man da am Tisch oder wie läuft das ab?
Ach, ganz praktisch ist es so, dass es beides gibt.
Es gibt Rückversicherungsbroker und es gibt Unternehmen, in den Unternehmen meistens eigene Rückversicherungsabteilungen, die dann mit dem Rückversicherer sprechen.
Und allen gemeinsam ist, das ist schon sehr quantitativ, da wird über große Datentapeten gesprochen, über Verteilungsfunktionen, über Extremrisiken, über Marktbeobachtung und am Schluss versucht man das zu verdichten auf einen Preis für ein Risiko.
Und dann ist es so, dass Erstversicherer meistens für quasi, die haben jetzt so ein Paket, da wollen sie 50% davon Rückversicherer geben, dann gibt man das normalerweise an drei verschiedene oder man gibt es meistens an einen Play und sagt zu dem Preis?
Die größeren Unternehmen verteilen das in der Regel auf Rückversicherer, weil man sich auch nie ganz abhängig von nur einem Rückversicherer machen möchte.
Bei kleineren Unternehmen oder sehr kleinen, also so kleinere Gilden oder so, da reicht auch ein Rückversicherer.
Da ist es schon zu aufwendig, mit mehreren die ganzen Dialoge durchzuführen.
Okay.
Und ich glaube, Sie haben jetzt auch gesagt, im letzten Jahr gab es in Jamaika zum Beispiel einen größeren Hurricane.
Da waren so 300 Millionen oder ein bisschen über 300 Millionen Schaden.
Für uns.
Nur für uns.
Also der Marktschaden war schon größer, obwohl unser Marktanteil sehr hoch ist in Jamaika.
Dadurch war es ja auch so ein großer Schaden wahrscheinlich im Vergleich zur globalen Abdeckung.
Und sowas, quasi das ist schon eingeplant.
Jedes Jahr gibt es so große Verluste.
Einen Topf, den plant man ein.
Da war die letzten Jahre, ist da weniger angefallen, als man erwartet hätte.
Das zu bepreisen, das sind einfach statistische Modelle.
Man guckt sich an, wie viel war in der Vergangenheit, wie laufen Wettermodelle in die Zukunft.
Das ist rein ein statistischer Prozess, sowas zu ermitteln.
Ja, genau.
Sie haben genau die entscheidenden Komponenten schon gesagt.
Das ist Vergangenheitserfahrung, die sehr, sehr wichtig ist.
Dann guckt man sich natürlich auch die Wertentwicklung in den betroffenen Regionen an.
Die Vulnerabilitäten, zum Beispiel wenn Sie bei Erdbeben Gebäudestrukturen vergleichen, ich sage jetzt mal bewusst Türkei oder Chile.
In Chile haben Sie sehr, sehr hochqualitative Baustandards, in der Türkei nicht immer.
Dann haben Sie unterschiedliche Betroffenheit bei Erdbeben und so weiter.
Dann wird natürlich die seismologische Forschung angeguckt und so weiter.
Das wird dann alles verdichtet am Schluss und am Schluss kommt dann ein unsicherer Preis raus.
Was heißt unsicherer Preis?
Ja, da ist es nicht so, dass sie wirklich fix sagen können, in zehn Jahren passieren so und so viele Schäden dafür, sondern das ist eine Risikoübernahme, die man eben macht.
Aber es ist eine fachkundige Risikoübernahme auf Basis eben von vernünftigen Überlegungen.
Und wie entscheidet man, wo man jetzt ein Risiko nimmt?
Also wenn man jetzt sagt, wir gehen nach Indien, versichern dort was oder in den USA.
Ist das dann Expertise, wo man sagt, okay, wir haben dafür gute Daten, dafür viel Erfahrung.
Wie entscheidet man, welche Dinge man rückversichert?
Oder kann man ganz breit eigentlich alle Risiken rückversichern, weil man die Datengrundlage schnell kriegt?
Ja, man kann grundsätzlich, also schnell kriegt man die Daten nicht.
Man muss da sehr, sehr viel, ist sehr, sehr viel Handwerk, sehr, sehr viel Tiefenanalyse, die man eben machen muss.
Also das will ich jetzt nicht unterschätzen.
Grundsätzlich können Sie eigentlich sehr, sehr viel so direkt versichern.
Die Entscheidung, die Frage ist aber, wie Sie es diversifizieren können und wie Sie Ihren Gesamtrisikoappetit am Schluss definieren.
Jetzt beispielsweise, wenn Sie hingehen.
Sie sind ein kleiner Rückversicherer und nehmen ganz, ganz viel Chile-Risiko aufs eigene Buch.
Dann sind sie natürlich total exponiert, dass es dann selber Nährdbeben passiert, dass sie dann den ganzen Rückversicherungsschutz bezahlen müssen.
Also sie müssen eine Aggregate, nennen wir das, haben für die verschiedenen Regionen.
Also man limitiert letztendlich alles, um eine gute Gesamtdiversifikation eben sicherzustellen.
Und insofern ist natürlich Rückversicherung auch ein bisschen ein Spiel der Größe.
Also ist man groß genug, dass man global diversifizieren kann.
Und in welchem Kontext ist die Rückversicherung?
Bei uns ist es ja aus der Talangsperspektive 50 Prozent des Geschäftes.
Wir haben ja dann auch noch Erstversicherungsgeschäft.
Wir haben damit eine ziemlich optimale Diversifikation.
Und was bedeutet das?
Wir brauchen relativ betrachtet etwas weniger Risikokapital zur Unterlegung der Schwankung der Zukunft, als jemand, der viel kleiner ist und damit eben nicht so ein ausgewogenes, gut diversifiziertes Portfolio hat.
Okay, weil Sie einfach breiter diversifiziert sind.
Am Schluss hängt der Preis einer Versicherung und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit an zwei Komponenten, ihren Verwaltungskosten und den relativen Preis, den ein neues Risiko zum bestehenden Portfolio dazu addiert.
Wenn sie gut diversifiziert sind, ist dieser relative Preis geringer.
Und das ist ein ganz, ganz zentraler Vorteil, den die Talanks hat.
Und der Weg, wie jetzt dann neue Player in den Markt kommen, ist, dass sie entweder sagen, okay, wir gehen aber bewusst einfach mehr Risiko ein, wir sind nicht so auf Stabilität aus, sondern wir wollen jetzt einfach mal wachsen oder sie sagen vielleicht sogar, wir haben ein größeres Investmentgeschäft oder machen da eine höhere Rendite vielleicht und können uns dadurch höhere Schäden im Schadensgeschäft erlauben oder würden sie das einschätzen?
Letzteres ist ein bisschen gefährlicheres Spiel.
Warum?
Wenn Sie jetzt mal einen Schadenunfallversicherer sehen, dann ist es so, wenn Sie globale Risiken diversifizieren, die diversifizieren auch im Tail, also in Extremszenarien sehr gut.
Wenn Sie ein Erdbeben in Chile haben, haben Sie nicht gleichzeitig eins.
Sehr unwahrscheinlich, dass Sie gleichzeitig eins in der Türkei haben.
Wenn wir dagegen eine Kapitalmarktkrise haben, dann korrelieren die Risiken erfahrungsgemäß sehr, sehr stark.
Und insofern muss man da schon immer ein bisschen aufpassen.
Das führt bei der Talangst auch dazu, wir haben ja zwei Ergebnisquellen.
Einerseits die Versicherungstechnik, also Prämien minus Schäden minus Kosten und zum anderen Seite das Kapitalanlageergebnis.
Das haben wir deshalb, weil wir ja zuerst die Prämie kriegen.
später die Schäden erst auszahlen.
Dieser bekannte Float von Warren Buffett.
Genau, das ist der Float, den wir haben.
Und für beides müssen wir Risikokapital vorhalten, weil bei beiden kann es Einschläge und Schwankungen eben geben.
Und wenn wir jetzt unser Risikokapital bei der Talang verteilen, dann wollen wir immer ein bisschen mehr auf der Versicherungstechnikseite haben, weil das können wir besser diversifizieren und im Krisenfall ist das vor allen Dingen viel, viel besser als auf der Kapitalanlagenseite.
Und deshalb, wenn Wettbewerber sowas gibt es, hingehen und das Versicherungsgeschäft generieren, um mehr Kapitalmarktrisiko zu nehmen, dann sind sie meines Erachtens nicht ganz im richtigen Topf.
Also es gibt natürlich so, wenn man jetzt auf Berkshire Hathaway guckt, die sind halt so groß von der Bilanz, da ist es wieder ein bisschen stabiler.
Absolut, absolut.
Aber Berkshire Hathaway, die haben letztendlich eine Fundingbox gezogen mit der Versicherung und die Versicherung ist ja auch nur ein Teil ihres Geschäftes und sie haben mit Omaha und Nebraska einen regulatorisch sehr vorteilhaften Standort.
Wo sie quasi investieren dürfen.
Und das ist wahrscheinlich Deutschland eher ein schwieriger Standort.
Das Modell wäre in Deutschland, also ich bewundere Berkshire Hathaway, muss ich ehrlich sagen, aber das Modell wäre so in Deutschland nicht umsetzbar.
Weil ich glaube, Sie haben 1% in Aktien investiert, jetzt von Ihren gesamten Assets?
Wir haben 1% unserer Kapitalanlage in börsennotierten Aktien, aber wir haben 3-4% in Private Equity.
Und generell unsere vorsichtige Kapitalanlagestruktur, 80% sind Bonds und rund 20% sind andere Investmentklassen, Immobilien, Private Credit haben wir ein bisschen was drin, dann haben wir das aber 1%, den Private Credit Funds ist auch nicht so viel, dann haben wir Aktien, Private Equity sind wir was größer und Infrastrukturinvestments wie Windparks, Solarparks und sowas, das haben wir auch.
Die Liquidität an der Börse ist ja erstmal sehr vorteilhaft.
Wieso macht man so ein relativ großes Private Equity Exposure im Vergleich zum Börsen Exposure?
Weil wir in Haftlichtsparten beispielsweise extrem lange Abwicklungsdauern haben von den Schäden und das Geld sehr, sehr lange zur Verfügung steht und wir deshalb das Thema, also diese Illiquiditätsrisiken auch gut eingehen können.
Aber auch das tun wir limitiert.
Ja, 4% ist jetzt auch nicht.
Würden Sie sagen, durch die Größe und das Rückversicherungsgeschäft, dass man eigentlich von Größe profitiert, dass Sie dadurch auch davon profitieren, dass die Risiken immer größer werden, also zum Beispiel Klimawandel, dass immer größere Schäden entstehen, es gibt immer größere Katastrophen, dass das eigentlich auch ein Spiel ist, das sich immer besser für die großen Versicherer eignet?
Kann man das so sagen?
Ich glaube, man muss jetzt mal zwischen zwei Bereichen erscheinen.
Das eine sind natürlich global große Versicherungen und das andere ist das Thema Rückversicherung, was bei uns die Hälfte des Geschäftes eben aus ist.
In der Rückversicherung profitieren wir davon, dass durch den Klimawandel mehr Regionen einfach von drei Phänomenen betroffen sind.
Starkregen, ja, dann Waldbrände.
Und Tropical Sea Clones, also drei Naturgefahren, die sich einfach durch die höhere Luftfeuchtigkeit, also durch den Klimawandel eben entsprechend stärker niederschlagen.
Deshalb müssen mehr Werte gegen die Extremereignisse stärker versichert werden.
Und davon profitieren wir zu aller forderstende Rückversicherung.
Wir profitieren aber auch in der Firmen- und Industrieversicherung sehr stark davon.
Weil wenn sie rational einen Unternehmenseigentümer hat, der eine Fabrik hat, in einer Region, die Klimawandel bedroht ist, dann wird er sich natürlich auch sagen, oh, meine Produktionsanlage will ich nicht verlieren.
Jetzt steigt die Wahrscheinlichkeit, dann bin ich auch bereit, einen Euro mehr zu bezahlen für den Versicherungsschutz, damit ich, wenn sowas passiert, danach abgesichert bin.
Jetzt haben Sie schon sehr elegant den Übergang geschafft zum zweiten Thema.
Jetzt haben wir viel über Rückversicherung gesprochen.
Sie haben aber eben auch etwas anderes Geschäft als Erstversicherer.
Da gibt es ja zwei Bereiche, soweit ich sehen konnte.
Einmal Privat- und Firmenkonten und dann Corporate und Specialty.
Können Sie einmal erklären, wie sich die beiden unterscheiden?
Also Privat und Firmen ist das, was wir als Bürger jeden Tag erleben, wenn wir ein Auto versichern wollen.
Oder wenn Sie ein Kleinunternehmer sind, haben eine kleine Flotte für Handwerker mit ein paar Lieferwagen und so weiter.
Das kriegen Sie bei privaten Firmen, Firmenhaftpflichtversicherung, Berufshaftpflichtversicherung, sowas.
Das ist das, was Sie in dem Geschäft machen.
Und das Corporate and Specialty-Geschäft, das ist wirklich, wenn es um Großindustrie geht, um Chemiefabriken geht, Pharmaindustrie oder Spezialitäten.
Also was sage ich Ihnen?
Kunst.
Ja, Kunst kann oder zum Beispiel, wir sind relativ stark in Rennpferdeversicherungen.
Unsere Firma ist historisch gewachsen.
Also so wie ein Bloodstock eben, wenn sie sowas versichern, wo sie einfach Spezial-Know-how haben, um das Risiko bepreisen zu müssen.
Versichert man da die Rennen oder versichert man dem Pferd was passiert?
Nee, dem Pferd was passiert.
Die Rennen versichern aber nicht.
Also keine Sportwerdenversicherung.
Und das ist aber vom Volumen her wahrscheinlich ein sehr kleiner Markt.
Das ist klein, aber das sind dann so Märkte, wo sie in der Regel auch sehr spezialisierte Vertriebsstrukturen haben.
Also die kennen sich dann untereinander und wo man dann eben die Pferde versichert.
Also was kostet so ein Rennpferd?
Das geht ja in die Millionen.
Aber für Sie sind solche Bereiche eigentlich super attraktiv, weil es ist total unkorreliert, ob sich jetzt ein Pferd verletzt und ob irgendwo eine andere Krise passiert, das ist ja total unkorreliert.
Genau, das ist unser Geschäft.
Und das baut man auch verstärkt aus, Spezialversicherung?
Oder gibt es Bereiche, die Sie forcieren von denen?
Nein, wir sind eigentlich generell wachstumsorientiert.
Wenn Sie unsere Historia angucken, wir sind einerseits Kostenführer und andererseits versuchen wir, den Preis der Diversifikation niedrig zu halten.
Da müssen wir schon damit...
sind wir eigentlich zum Wachstum verdammt, weil wir einfach am globalen Wachstum teilhaben müssen, um dauerhaft diese sehr gute Diversifikation zu bieten.
Und Sie sind ja auch international sehr breit gestreut.
Also ich glaube 14 Prozent Deutschland, dann nochmal 30 Prozent Europa, dann 30 Prozent USA, ein bisschen über 10 Prozent Lateinamerika und dann noch der Rest der Welt.
Also sehr, sehr breit.
In wie vielen der Ländern ist man als Rückversicherer aktiv und in wie vielen ist man wirklich als Erstversicherer jetzt so ganz grob?
Also ist man da auch so breit gestreut bei der Erstversicherung?
Also ich weiß aus dem Kopf heraus, dass wir in über 170 Ländern, Aktiv sind.
Fast alle.
Ja, es gibt welche mit Sanktionsbannen.
Also im Iran sind wir nicht, in Nordkorea sind wir nicht.
Das dürfen wir auch nicht.
Aber ja, wir sind praktisch global überall vertreten.
Wir sind nicht überall mit der Erstversicherung vertreten.
Also oft ist man nur über die, am meisten sind wir über die Rückversicherung vertreten.
Danach kommt das Corporate and Specialty Geschäft.
Stellen Sie sich vor, Sie haben ein internationales Industrieunternehmen und danach gibt es eben auch eine Niederlassung in.
eine Elfenbeinküste oder eine Produktionsfabrik oder sowas, dann versichern wir das natürlich auch mit.
Und würden Sie sagen, das Rückversicherungsgeschäft ist sehr datengetrieben, würden Sie sagen, das Erstversicherungsgeschäft ist ein starkes Vertriebsgeschäft, also wo das eigentlich so das Hauptgen ist, das man haben muss, oder ist das auch sehr produktbasiert, dass man sich die Gedanken macht, welche Produkte irgendwie noch passen?
Da würde ich unterscheiden zwischen dem Corporate und Specialty-Geschäft, da ist wirklich individuelles Risiko an der Freitag mit Expertise.
Und da ist unsere, sagen wir mal, über 100 Jahre Geschichte und Daten, die wir da haben, ist auch echt wertvoll.
Und da gehen auch Risikoingenieure mit.
Und es ist nicht nur die Versicherungsübernahme, sondern es ist auch oft Beratung, wie man eben Risiken eindämmt.
Und dann gibt es das Retail-Geschäft, also Privat- und Firmen, das heißt Kleinfirmengeschäft.
Und das ist natürlich ein Geschäft, wo es auf Skalierungsvorteile auch ankommt, auf Vertrieb ankommt, wie Sie gesagt haben.
Aber eine Sache gilt für beides, das ist eine gute Kostenposition.
Und wenn Sie jetzt einen Talangst vergleichen mit anderen Versicherungsaktien und so in die Kennzahlen reingehen, also Schadenkostenquote, dann werden Sie feststellen, dass wir bei den Schäden häufig ein bisschen mehr zahlen als die Wettbewerber, aber bei den Kosten günstiger sind.
Und wenn Sie es aus einer Kundenperspektive reflektieren, ist es das, was Sie haben wollen.
Und das hat auch dazu geführt, dass wir stärker gewachsen sind als die meisten Wettbewerber.
Und das heißt, Sie sagen dann schon bei Marketing und so sind Sie wahrscheinlich ein bisschen vorsichtig, einfach bevor Sie da größere Budgets freigeben, als jetzt vielleicht andere Konkurrenten wären?
Oder wo sind die größten Hebel?
Ich glaube, der Haupthebel ist bei uns schon in den Verwaltungskosten.
Wir haben eine sehr dezentrale Unternehmenskultur mit ein paar Entscheidungslayern weniger als bei Wettbewerbern.
Ja, das ist der Punkt.
Also wir empowern das Geschäft dort, wo es stattfindet und machen die Leute aber dann, bei uns heißt das Accountability first, also so, dass dort auch accountable für den Erfolg, den sie haben.
Und ja, wir versuchen dann in Retail-Märkten, versuchen wir dann auch große Marktpositionen zu entwickeln, damit wir Skalierungsvorteile eben kriegen, weil sie haben ja IT-Kosten und so weiter und wenn sie die über mehr Menge skalieren können.
dann schaffen sie eher eine Kostenführerposition.
Und das erklärt auch, wieso sie zum Beispiel in Lateinamerika dann gezielt ein bisschen mehr expandieren und man jetzt nicht ganz wild noch woanders zukauft, sondern sagt, wenn wir nach Lateinamerika gehen, dann machen wir es uns da groß.
Unsere Kernidee ist, dass wir eine Top-5-Position nach Größe plus Marktführerschaft in einem Markt, in einem Firmen- und Privatmarkt haben möchten, also in diesem Retail-Geschäft.
Und damit hat man dann schon eine sehr, sehr nachhaltige Wettbewerbsposition.
auch über die Schwankungen von Preisen hinweg.
Und das heißt, von der Führung her sind die Tochterfirmen sehr dezentral.
Aber wenn man jetzt zum Beispiel so einen Erstversicherer in Lateinamerika kauft, wie viel von dem Kernversicherungsgeschäft, also wie die investieren, welche Rückversicherung die nehmen, ändert man davon viel über die nächsten fünf Jahre oder lässt man die auch so sehr autark arbeiten von dem Kernversicherungsprodukt?
Also bei uns, wir haben...
wirklich gute Chancen, gute Talente zu bekommen.
Und das liegt daran, dass wir denen relativ viel Entscheidungsautonomie lassen.
Die haben die Bilanzverantwortung.
Nehmen wir mal Brasilien einfach als Beispiel.
In Brasilien versichern wir weit mehr Autos als in Deutschland.
Das ist ja auch ein viel, viel größerer Markt und es wächst auch stärker.
Das Management hat die Verantwortung für die Gewinn- und Verlustrechnung und für die Bilanz.
Die werden aber gebenchmarkt gegen ihre Wettbewerber im lokalen Markt.
Sie müssen besser sein als die anderen Peers.
Das ist unser Anspruch, den wir eben erreichen wollen.
Und solange sie das sind, dann greifen wir auch nicht ein.
Was wir aber machen ist, dass wir zum Beispiel bei der Rückversicherung natürlich unser Konzern-Know-how nutzen.
Was auch wichtig ist für so einen Markt.
Also Brasilien hatte ein paar Dürre-Themen und hatte auch große, also Flooding-Ereignisse, also Überschwemmungsereignisse in den letzten Jahren und so weiter.
Und da können wir natürlich schon mit der globalen Kompetenz helfen.
Was wir dann auch noch machen, ist, dass wir einen Erfahrungsaustausch zwischen den Märkten organisieren.
Wir sind zum Beispiel, wir sind nicht nur in Brasilien Nummer zwei, wir sind auch in Polen Nummer zwei.
Und jetzt, wenn man die beiden Märkte einfach mal nimmt, weil die auch unterschiedlich sind.
dann ist Brasilien ein Markt, wo die Digitalisierung viel, viel weiter war, weil die durch die Inflation schnellere Preisanpassungen gemacht werden.
Also die Interaktion mit dem Kunden, die war aufwendiger und die ist deshalb früher digitalisiert worden und da sind die echt weiter.
Und das sind dann so Erfahrungen, wo wir auch Erfahrungsdinge, die wir in Brasilien sammeln, nicht nach Polen zwangsweise verorten, sondern wir bringen die Leute zusammen.
Das heißt bei uns Polprinzip und in Polen eine hervorragende Entwicklung, die wir dort haben, die nehmen sich schon das, was...
für ihr lokales Geschäft gut ist, dann aus dem Portfolio der anderen Unternehmen.
Wir organisieren dann einen Austausch.
Und wahrscheinlich für die Manager auch oft ganz spannend, dass sie sagen können, ich bin jetzt vielleicht in Brasilien, aber habe hier die Perspektive, mal in Deutschland was zu leiten oder in den USA was zu leiten.
Ehrlicherweise ist das bei uns nicht so stark ausgeprägt wie bei Wettbewerbern, weil wir sehr stark auf lokales Management setzen, die wirklich ganz stark in dem Markt verankert sind, also im Retail-Geschäft.
Das ist anders bei uns in den beiden globalen Geschäften.
Also wenn Sie Rückversicherung oder Industrie oder Corporate and Specialty Versicherung machen, dann können Sie global rumreisen, weil da kommt es mehr darauf an, ob jetzt eine Chemiefabrik in den USA steht, in Puerto Rico oder in Deutschland steht.
Die Sicherheitsstandards, wenn Sie das bewerten, die sind global.
Und da reißt dann das Know-how rum.
Da geht es eher um die Fachlichkeit als um diese Vertriebsverankerung, die wir beim Retail-Geschäft sehen.
Jetzt haben wir schon über die Kostenquote und Digitalisierung gesprochen.
Welche Rolle, das ist die Standardfrage, sehen Sie da durch KI?
Es gibt sozusagen die These, dass Versicherungen eigentlich einer der Hauptprofiteure sein könnten, weil so viel von der Verwaltung eigentlich diese klassischen Abwicklungsaufgaben sind, die jetzt auch eine KI ganz gut irgendwann lösen kann, dass halt Schäden eingereicht werden.
Man prüft das mal, also gerade jetzt wahrscheinlich im Erstversicherungsgeschäft.
Glauben Sie, das ist ein großer Hebel oder wird das vielleicht sogar überschätzt?
Also wir nutzen KI schon in der Betrugserkennung.
Waren chilenischen und italienischen Unternehmen, also bei uns in der Gruppe, Unternehmen, die waren da führend in den Einsätzen.
Das kommt jetzt in den anderen Märkten auch.
Dann nutzen wir das schon.
Ansonsten, glaube ich, muss man bei der KI ein bisschen unterscheiden.
Man muss unterscheiden zwischen wo.
Codet man letztendlich mit KI, also man automatisiert Prozesse, indem man das viel billigere Coding eben nutzt.
Da machen wir sehr viel.
Und wo lassen Sie AI operate, also wirklich die künstliche Intelligenz, arbeiten?
Dann haben Sie einen relativ umfangreichen Kontrollapparat, den Sie aufbauen müssen, um zu kontrollieren, weil wir sind für die AI, die wir selber nutzen, auch verantwortlich für alle Ergebnisse.
Und da ist die Kostenvorteilhaftigkeit gar nicht.
immer so perfekt gegeben, weil der Kontrollaufwand für künstliche Intelligenz nicht unterschätzt werden kann.
Okay, und das wird vielleicht mal besser, wenn die KI noch fehlerfrei arbeitet und das ist wahrscheinlich auch ein regulatorisches Thema, wie viel man da vorhalten muss?
Regulatorik ist das eine, aber ich glaube, wir empfehlen allen Unternehmen, die wir versichern, die es einsetzen, auch wenn ihr künstliche Intelligenz operieren lasst, ihr braucht eine Kontrollinfrastruktur.
Und es beginnt bei der Auftragsvergabe von den Guardrails, die gesetzt werden in der künstlichen Intelligenz und es endet bei der laufenden Kontrolle der Ergebnisse, die durch künstliche Intelligenz produziert werden.
Es gibt ja auch schon die ersten Schäden von Fluggesellschaften, wo KI-Bots fehlerhaft sehr günstige Preise rausgejubelt haben, die die Fluggesellschaft dann widerrufen wollte, wo das kanadische Gericht dann gesagt hat, nein, ihr müsst zahlen.
Ja, ihr seid für die KI, die ihr selbst nutzt, verantwortlich, was ja auch richtig ist.
Und insofern brauchen Unternehmen, die KI nutzen, auch ein vernünftiges Risikomanagement, damit sie ihre Risiken unter Kontrolle halten.
Wie geht man sowas im Versicherungsgeschäft an?
Sie haben auch gesagt, AI ist ein neues Thema auch für die Rückversicherung zum Beispiel.
Wie bepreist man das?
Weil da hat man jetzt keine Daten, ist total unabsehbar, was in den nächsten Jahren sich entwickeln wird.
Was für ein AI-Bot, ich meine, bei Google ist jetzt auch, oder bei OpenAI hat der Bot ausgekommen, hat ein anderes Startup auf einmal gehackt.
Schwer vorhersehbar, was da passiert.
Wie geht man sowas an?
Also generell beobachten wir die Risiken zuerst.
Der klassische Weg ist, dass man ein paar Risiken erstmal ausschließt aus dem Versicherungsschutz, dann beobachtet und dann schrittweise einschließt.
Gegebenenfalls unter Auflagen für ein Risikomanagement, bevor man das einschließen kann.
Das ist der ganz traditionelle Pfad, wenn innovative Techniker auf den Markt kommen, nicht nur bei künstlichen Intelligenz, auch sonst so.
damit das Ganze eben kontrolliert ist und man limitiert halt.
Also man wird nicht am Anfang sagen, ich versichere alles, sondern man wird das limitieren, damit man auch ein Fehler, Fehlerirrtum gut aushält, ohne die Firma zu riskieren.
Das heißt, was Sie gesagt haben, diese Tale-Events quasi, also die Events, die ganz selten mal passieren jetzt im Klimabereich, diese Tale-Events würde man jetzt im KI-Bereich noch nicht versichern, weil man sagt, wir wissen nicht, was da passiert.
Also ich glaube zum Beispiel, dass es zurzeit keine Versicherung für einen Jailbreak.
bei der künstlichen Intelligenz geht.
Und ist es bei Ihnen so, also Sie haben schon gesagt, gerade jetzt, wenn man auf das Specialty-Geschäft schaut, wo man mit einem einzelnen Kunden spricht und dann ist es wirklich so, wenn die jetzt eine neue Fabrik bauen, geht man zum Kunden hin und sagt, okay, was wird jetzt kosten, diese Fabrik zu versichern?
Das kann man sich wirklich so und dann ist auch die Versicherung nur für diesen einen Kunden oder hat man ein Paket mit fünf anderen Unternehmen, die auch gerade eine Fabrik bauen und dann baut man so ein Paket für eine Versicherung.
Oder ist es wirklich pro Kunde eine Versicherung, die man da entwickelt?
Es ist in der Regel noch ein bisschen komplizierter, wenn ein Kunde eine Fabrik hat, die auch sehr, sehr groß ist von dem Risiko.
Dann guckt man, was ist der Wiederherstellungswert der Fabrik?
Also muss man überhaupt eigentlich als Summe absichern, wie ist die Risikosituation?
Und dann entscheidet der Kunde in der Regel, ob er es bei einem Versicherer oder bei mehreren Versicherern versichert.
So ist das im Industrieversicherungs- oder im Corporate- und Specialty-Bereich der üblichere Weg.
Also in den seltensten Fällen, also bei kleineren Unternehmen ist es so, dass es nur einen Versicherer gibt.
In der Regel gibt es auch Konsortien, weil die Risiken schon sehr, sehr große Summen ausmachen.
Gibt es bei Ihnen Warren Buffett spricht immer darüber, dass RG-Chain bei ihm so das Versicherungsgenie ist, der auch Versicherung...
ganz besonders bepreisen kann.
Gibt es sowas bei Ihnen auch, wo man sagt, da gibt es einzelne Ingenieure und man weiß, wenn man die da hinschickt, Risikoingenieure, die können das perfekt einschätzen, besser als alle anderen?
Also die Talangs ist eine Together Company.
Bei uns sind viele Spezialisten, die Together zusammen das dann eben entwickeln.
Und insofern, es gibt nicht den einen, sondern ganz, ganz viele und super hochqualifizierte Spezialisten.
Unsere Personalabteilung sagt immer, wir sind das Haus der tausend Berufe.
Wir haben von Handschirurgen bis Kapitänen zur See alles bei uns, weil wir das benötigen, um eben die Risiken vernünftig einschätzen zu können.
Also ein Handschirurg ist dann auch da, um Risiken einschätzen zu können und Schaden zu einschätzen zu können?
Klar, medizinhaftlich zum Beispiel, also im chirurgischen Bereich.
Sie brauchen schon die Leute, die beurteilen können, was ist der Schaden, wenn was schief geht.
Ja, stimmt.
Und können Sie nachvollziehen, dass man sagt, es gibt so eine Person, die das so viel besser einstellt, weil ich würde denken, es ist so datenbasiert.
Das passt ja auch gar nicht in deinen Kopf, da so viele Daten jetzt zu verarbeiten.
Am Ende ist es ein computerisierter Prozess, dass man so Sachen preisen kann.
Es ist wahrscheinlich ein bisschen einfach ein guter Manager, der das gut führt, aber jetzt niemand, der es besser preisen kann.
Ich würde die Aussage von Warren Buffett über den hochgeachteten Kollegen so interpretieren.
Okay, okay, okay.
Dachte ich mir auch.
Wenn wir jetzt schon bei Risikoeinschätzung sind, vielleicht nochmal auf die Zahlenseite zu gucken.
Das ist ja auch was, Versicherungen reporten ja auch sehr viele Zahlen, ist ja auch sehr transparent das Geschäft, was ja auch gut ist als Anleger.
Gleichzeitig oft ein bisschen overwhelming, auf welche Kennzahlen gucken wir jetzt wirklich, wie relevant sind jetzt bestimmte Kennzahlen.
Können Sie mal sagen, vielleicht neben jetzt der Kostenquote, was sind die Kennzahlen, auf die Sie vor allem schauen im Versicherungsgeschäft, so die zentralen Pillar, mit denen Sie die Firma auch steuern?
Ja, erstmal total spießig auf das, was unterm Strich rauskommt.
Also das Net Income, das ist mir schon das Wichtigste und ob es wächst.
Also wirklich Jahresüberschuss, nicht EBITDA.
Genau, Jahresüberschuss, wirklich ohne Bereinigung, was übrig bleibt.
Dann das zweite, das ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital, also bilanziell Return on Equity oder eben Return auf das Risikokapital, was zur Verfügung gestellt wird, also um die Wertigkeit eben dahin zu kriegen.
Das ist jetzt mal auf der übergeordneten Ebene.
Wenn man jetzt Versicherung eine Stufe tiefer analysieren will, hat eine Versicherung zwei Ergebnisquellen.
Das eine ist die Versicherungstechnik und das andere ist das Kapitalanlageergebnis.
Und die gucke ich mir auch noch immer separat an in der Versicherungstechnik.
Das heißt jetzt das versicherungstechnische Insurance Service Result oder wenn man es in einer Kennzahl die Combined Ratio, also was bleibt, wenn man die Prämien ins Verhältnis zu der Summe aus Schäden und Kosten setzt.
Dann die Combined Ratio unter 100 ist, hat man ein versicherungstechnisches Ergebnis, ein positives.
Wenn es über 100 ist, hat man in dem Jahr Geld verloren.
Und bei der Kapitalanlage ist es ganz einfach der Return on Investment, den man sich anguckt, natürlich ins Verhältnis zur Anlagestruktur gesetzt.
Und wo würde ich, also wenn ich jetzt generell Versicherungsaktien angucke, nicht nur die eigenen, gucke ich mir auch das Verhältnis, wie viel verdienen die Versicherungstechnik zu den Kapitalanlagen an.
Weil das so ein bisschen ein Gefühl dafür gibt, wo wird das Geld verdienen und wie gut diversifiziert dann auch eine Versicherungsaktie im eigenen Portfolio.
Und das heißt, Schadensrückstellung, das gucken Sie sich gar nicht so sehr an.
Doch, also bei uns ein Teil, aber das ist ganz zentral Schadenrückstellung, dass ich mir das angucke.
Vielleicht einfach ganz kurz, was ist denn in der Bilanzierung von Versicherungsunternehmen herausfordernd?
Wenn Sie einen Schaden bei uns haben, sagen, ich hatte jetzt einen Autounfall.
Und ich habe mein Auto in die Werkstatt gemacht.
Dann wissen wir zwar, dass der Unfall da ist, aber wir wissen noch nicht, wie viel der Schaden kosten wird.
Jetzt machen wir mal einen schlimmsten Fall.
Es hat auch ein Verkehrsopfer gegeben, wo eine Behinderung rauskommen kann oder sonst was.
Dann wissen wir auch noch nicht, wie viel das ist.
Also wir müssen schätzen, wie viel wir für diesen Schaden zurückstellen.
Und es ist natürlich klar, man kann konservativ oder weniger konservativ schätzen.
Also deshalb gibt es einen großen Spielraum in der Versicherungsbilanz.
Und wir haben das bei der Talangs und wir haben das uns von der Hannover Rück abgeguckt, die das zuerst gemacht hat.
Wir lassen bei uns sämtliche Schadenrückstellungen nochmal extern begutachten.
Also durch ein externes Aktuariatsbüro ist es ziemlich einmalig und wir veröffentlichen sogar die Zahl, die rauskommt.
Und deshalb kann ich Ihnen jetzt sagen, wir haben bei der Talangs super konservative Bilanz, 5,9 Milliarden Euro mehr an Schäden bilanziert als das, was der Externe sagt.
Also super vorsichtig.
Jetzt können Sie ja fragen, warum seid ihr so vorsichtig und warum guckt ihr da so hin?
Also erstens mal gucken ich und auch meine CFOs total dahin, weil wir die Entwicklung des Geschäftes nach Veränderung dieser Resilienzen, dieser Puffer beobachten möchten.
Also wir möchten also ein gutes Blick darauf kriegen.
Und das zweite ist eine ganz pragmatische Sache.
Wenn Sie jetzt sich mal in einen anderen Stuhl versetzen, Sie wären Regulator von einem Versicherungsgeschäft.
Das Versicherungsgeschäft ist weltweit in jedem Land reguliert.
Und sie haben einen, der sehr, sehr vorsichtig reserviert, wo sie sich nicht darum kümmern müssen, ob der Versicherungsnehmer am Schluss das Geld gibt, weil die stellen schon immer genug zurück.
Und jemand anders, der vielleicht schneller Gewinne zeigen möchte, also möglichst schnell eine gute Zahl produzieren will.
Dann ist natürlich klar, dass wir für die Regulatoren mit dieser konservativen Bilanzierung attraktiver sind.
Und das bedeutet für unser Management vor Ort, die können sich mehr um Kunden und Vertriebspartner kümmern und müssen weniger Zeit mit dem Regulator verbringen, um ihre Zahlen zu erklären.
Und deshalb ist das auch sehr hilfreich, dass wir den Regulatoren, geben wir diese Gutachten auch, dass sie sehen, okay, die Talangs, die kommen von der sicheren Seite.
Das ist sehr, sehr vernünftig.
Und wir gucken uns halt das versicherungstechnische Ergebnis nach den Veränderungen in Resilienzen an.
Wir nennen den Unterschied.
zwischen dem, was wir bilanziert haben und dem, was der Externe aktuar sagt.
Das nennen wir Resilienz in unserer Schadenrückstellung.
Und wir gucken das Ergebnis intern immer danach an.
Also nach der Veränderung, um dann den in Anführungsstrichen wahren Trend zu sehen.
Weil bei den Schätzungen, jetzt zum Beispiel, nehmen Sie das Beispiel mit dem Schaden, was ich eben gemacht habe, da ist immer sehr, sehr viel Judgment drin.
Und auch wenn sie sich manchmal wirklich meinen, sie wären vorsichtig, stellen sie ab und zu auch mal fest, dass es noch mehr braucht.
Und umgekehrt stellen sie fest, dass sie mal viel zu vorsichtig waren und so weiter.
Also insofern braucht es diesen zusätzlichen Puffer.
aus unserer Sicht.
Und ich glaube, Sie haben beim letzten Analysten-Call auch gesagt, dass Sie jetzt gerade den größten Puffer haben, den Sie jemals hatten, quasi die stabilste Stellung.
Ja, die Bilanz der Talangs ist sehr, sehr gut.
Wir haben aber auch davon profitiert, dass wir in den letzten zweieinhalb Jahren sehr, sehr geringe Großschadenbelastung in der gesamten Branche, nicht nur bei der Talangs hatten.
Wir sind sehr, sehr gut aufgestellt, ja.
Und man kann sich das auch ein bisschen als Investor angucken.
Es gibt immer so Tabellen quasi für die Schäden und dann gucken, was war eigentlich für das Jahr geplant, wie viele Schäden sind wirklich gekommen und sich das über die letzten 15 Jahre angucken.
Da kriegt man auch ein Gefühl dafür, wie konservativ macht das jemand oder wie, was für einen heißen Reifen fährt eine Versicherung.
Vielleicht noch ein Thema abschließend, das auch für viele Privatanleger bei Versicherungsaktien spannend ist, ist die Dividendenrendite.
Ich glaube bei Ihnen gerade so um die 3%.
Wie gucken Sie generell so auf die Frage, wie viel Dividende schüttet man aus, wie viel expandiert man vielleicht auch, weil Sie auch viele Übernahmen machen?
Wie entscheidet man da, wo man das Geld hin allokiert?
Wir haben bei der Teilhands grundsätzlich zwei Ziele.
Das erste Ziel ist, wir wollen mit der Dividende immer auf dem Steigerungspfad sein, also always up für die Dividende.
Also das ist ein Startpunkt.
Jetzt fürs Laufen, da haben wir versprochen, mindestens 4 Euro Dividende und wir werden das danach auch weiter steigern.
Also das ist das, wofür wir arbeiten.
Und das zweite Ziel ist, dass wir das Net Income, den Konzernüberschuss, auch steigern wollen, aber mit geringerer Volatilität.
Also Earning Growth with Lower Volatility ist unser zweites Steuerungsziel.
So steuern wir im Kern die Bilanzen und insofern glaube ich, das haben wir bis jetzt immer steigende oder gleichbleibende Dividenden gehabt, werden wir unsere Rolle als Dividendenaristokrat auch erarbeiten und weiterentwickeln.
Gibt es da so ein Ziel, dass man sagt, man will jedes Jahr über 5% oder über 10% steigen oder es ist einfach nur steigend quasi über die Jahre, weil es gibt jetzt keine fixe Zielmetrik?
Es gibt keine fixe Zielmetrik, wir haben aber absolute Ziele rausgegeben.
Also die 4 Euro waren ursprünglich das Ziel, was erst für 2027 gesetzt war, weil die wirtschaftliche Entwicklung so gut war, haben wir eben gesagt, wir ziehen das vor ein Jahr, ein Jahr früher und davor hatten wir auch ein Dividendenziel, richtig in absoluten Ziffern benannt, was wir erreichen wollen.
Die durchschnittliche Dividendensteigerungsgröße ist sogar deutlich höher als die von Ihnen zitierte.
Das letzte Jahr war über 30 Prozent.
Ja, 5 Prozent auch im mehrjährigen Vergleich.
Aber bisher ist die Politik einfach nur, wir wollen jedes Jahr steigern.
Uns ist die Langfristigkeit wichtiger, als jetzt irgendwie eine hohe Zahl rauszuposaunen, die wir dann nochmal wieder runternehmen müssen.
Passend zum Dividendenthema wollte ich nochmal auf unseren Partner, den Vermögensverwalter DJE hinweisen.
Der ist ursprünglich mal ähnlich gestartet wie dieser Podcast hier.
damals noch als Informationsmedium für Aktien in Briefform, das war 1974.
Heute verwalten sie über 17 Milliarden Euro.
Bis heute als familiengeführtes Unternehmen, neben dem Gründer Dr.
Jens Erhard, ist sein Sohn Dr.
Jan Erhard bald 25 Jahre mit an Bord und verantwortlich für das hauseigene Research Team und einige Fonds.
Was uns an der Partnerschaft gereizt hat, ist, dass DJT, genau wie wir im Podcast, einen starken fundamentalen Ansatz hat und sehr auf die Qualität bei den Aktien schaut, in die sie investieren.
Außerdem gibt es unter euch ja viele, die zum Beispiel selbst sehr aktiv in Tech-Aktien investieren und als Beimischung immer mal was suchen, was mehr Stabilität ins Depot bringt und ein bisschen Cashflows.
Genau dafür gibt es von DJE zum Beispiel den Dividende- und Substanzfonds, der in dividendenstarke Firmen investiert, die aber gleichzeitig auch ein stabiles Business haben.
Das alles ist natürlich keine Anlageberatung.
Wie bei allen Fondanlagen kann es auch sein, dass ihr euer Kapital verliert und Informationen zu Chancen, Risiken und Kosten findet ihr in der Beschreibung.
Und wie gucken Sie da auf Aktienrückkäufe?
Da gibt es ja auch das Argument zu sagen, das ist eigentlich steuerlich fast vorteilhafter für alle, die jetzt gar nicht den Cashflow brauchen.
Und wenn man den Cashflow braucht, kann man auch selbst die Aktien verkaufen.
Wieso sagt man nicht, statt Dividende macht man mehr Aktienrückkäufe?
Die Talangs ist 23 Prozent an der Börse notiert und 77 Prozent an der Verein.
Dann würde man den Free Float so runterkarten.
Dann würden wir den Free Float eben beschneiden.
Und wir wollen ja, ich kann das jetzt, weil ich auch Kassenwart des Vereins bin, sagen, der Verein bräuchte die Börsennotierung nicht zwingend.
Aber wir wollen die ja haben.
Und dafür müssen wir auch eine ausreichende Liquidität sicherstellen der Aktie.
Und wir sind sogar auch bereit, die Liquidität irgendwann auch nochmal auszuweiten, wenn die Gelegenheit sich dazu bietet.
Also insofern, wenn wir weiteres externes Wachstum eben ins Auge fassen sollten.
Und insofern ist für die Talangst der Aktienrückkauf derzeit nicht vorrangig in Betrachtung.
Vielleicht nochmal abschließend weg vom Versicherungsgeschäft auf Ihre Karriere schauen.
Wir haben einerseits viele junge Hörer, die zu Beginn der Karriere stehen, andererseits auch viele, die selbst schon Führungskraft sind, in den seltensten Fällen natürlich in der Position, wie Sie sie haben.
Aber viele, die vielleicht auch mal so eine Position gerne erreichen würden.
Haben Sie irgendwas, irgendwelche Ratschläge, wo Sie sagen, das würden Sie der jungen Generation weitergeben, wenn man auch mal so eine Karriere machen will?
Das sind drei Dinge.
Erstens würde ich immer sagen, seid neugierig.
Weil die Welt entwickelt sich weiter und ohne Neugier wird man an der Weiterentwicklung wenig teilnehmen.
Zweitens, ich glaube, dass viel Arbeiten lohnt und viel Erfahrung sammeln.
Also eher dahin gehen, wo wirklich man mit anpacken muss, viel zu tun ist und so weiter, auf wie bewegen kann, also wo man auch Sachen hat.
Und das Dritte ist, in Bezug auf Karriere machen, da glaube ich, hängt viel davon ab, auch sich die richtige Chefin, den richtigen Chef zu suchen.
Und da würde ich jedem empfehlen hinzugucken, ob das eine Person ist, die irgendwo einen Track-Rekord hat, dass sie andere Leute auch fördert und weiterentwickelt.
Also bewusst fordern, fördern, weiterentwickeln.
Das wären die drei Punkte.
Und haben Sie aus Management-Sicht irgendwas, wo Sie sagen, das machen Sie als Manager vielleicht anders?
Bei Amazon gibt es diese Prinzipien, dass man immer mit einem Dokument jedes Meeting startet oder bei Netflix war alles immer super transparent.
Haben Sie irgendwas, wo Sie sagen, das machen Sie speziell oder vielleicht anders als andere Kollegen?
Also ich glaube, auch wenn ich ein Mann der Zahlen jetzt qua Rolle bin, ich bin ein Piebelmann, ich glaube an Menschen, dass Menschen einen Unterschied machen.
Und ich glaube daran, wenn man Menschen empowert, also denen Gestaltungsspielräume gibt und gute Menschen auswählt, dann machen die einen Unterschied.
Und ehrlich gesagt, das ist so mit tollen Leuten zusammenarbeiten, macht Spaß für alle Seiten und das ist dann auch inspirierend.
Hatten Sie selbst mal irgendwelche Vorbilder oder Mentoren, unternehmerisch oder managerisch, wo Sie hinaufgeblickt haben oder die Sie gefördert haben?
Ja, ich hatte unglaubliches Glück mit meinen Chefs während meiner Berufskarriere.
Und ich hatte unterschiedliche Chefs und das begann von Menschen, die Innovation total konnten, Menschen, die Menschenfänger waren, also Menschen für sich gewinnen konnten.
Das waren Menschen, die durch eine Integrität in super schwierigen Zeiten überzeugt haben, also in Gradlinigkeit.
Also ich habe wirklich eine ganze Reihe und auch intellektuelle Vorbilder, wo die einfach intellektuell die Sachen unglaublich gut, also Versicherung ist nicht unkomplex, wenn sie so in Verteilungsfunktionen runterbrechen konnten, da habe ich unglaubliches Glück gehabt dafür, dass ich mit solchen Menschen auch zusammenarbeiten durfte.
Gibt es irgendwelche Bücher oder andere Themen, wo Sie sagen, das können Sie empfehlen, wenn man sich für Versicherung generell interessiert, jetzt auf einem höheren Level, auf einem niedrigeren Level, irgendwas, was Sie regelmäßig konsumieren?
Menschen, wo sie sagen, wenn die was veröffentlichen, das lese ich mir immer durch.
Gibt es da was?
Jetzt für Versicherung speziell, jetzt haben sie mich wirklich auf dem falschen Fuß geöffnet.
Ich lese leidenschaftlich gerne und stelle gerade jetzt hier in dem Podcast fest.
dass ich also so Versicherungsfachliteratur so zum Einsteigen...
Darüber reden Sie ja den ganzen Tag.
Das konsumiere ich tatsächlich nicht.
Was lesen Sie sonst gerne?
Erstmal Unterhaltungsliteratur, Krimis lese ich total gerne.
Aber ich lese auch jede Menge Fachbücher und ein bisschen Belletristik auch mal zwischendurch.
Also ich lese wirklich im Jahr schon 20, 30 Bücher.
Und das dann irgendwie zwischendurch im stressigen Manageralltag so auf dem Weg zur Arbeit?
Nee, überhaupt nicht.
Meine Frau und ich, wir lesen jeden Abend.
Das ist so ein bisschen bei uns auch Ritual.
Wir gucken nicht so viel Fernsehen, lesen mehr Bücher.
Gibt es noch irgendwas, wo Sie sagen, das haben wir noch nicht beleuchtet, jetzt wenn man Versicherung, wenn man Talax verstehen will, irgendeinen Aspekt, den wir vergessen haben?
Oder haben wir das gut abgedeckt aus Ihrer Sicht?
Ein Einsatz ist ganz gut abgedeckt, wenn man das so zusammenfasst im Sinne von, was macht Halangs aus?
Wir sind Kostenführer in den meisten Geschäften, in denen wir machen.
Wir legen sehr, sehr viel Wert aus der Kundenperspektive, dass der Gesamtpreis einer Versicherung kompetitiv sein kann, gute Diversifikation, gute Kostenquote.
Wir haben eine dezentrale Struktur, was attraktiv ist für Talente, weil bei uns kann man einen Unterschied machen.
Und sehr, sehr schlank, das ist auch eine Parallelität zu Warren Buffett, sehr, sehr schlanke Holdingstrukturen bei einer Bilanzsumme von 180 Milliarden.
Nur 300 Leute in der Holding ist recht schlank bei den ganzen regulatorischen Aufgaben, die auch da sind.
Aber das ist auch ein Signal dafür, dass man bei uns dezentral was bewegen kann.
Und deshalb macht es auch, hoffe ich zumindest, für viele Leute bei uns Spaß, in dem Unternehmen was zu bewegen.
Warum ist das so wichtig?
Am Schluss sind die Menschen das Kapital.
die unsere Firma auch weitererwenden werden.
Ich würde sagen, das ist ein sehr schönes Schlusswort.
Mir hat es auch heute großen Spaß gemacht, mal so die Einblicke zu kriegen.
Auch natürlich viele Anfänger fragen, die jetzt für sie keine Challenge mehr sind.
Aber ich glaube, für die Hörer super spannend, da so einen Einblick zu kriegen aus der Praxis.
Vielen Dank, dass Sie heute vorbeigekommen sind und viel Erfolg weiterhin.
Ja, danke schön.
Danke.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Lasst uns gern Feedback zur Folge da.
Wollt ihr gern mehr über Versicherungen oder doch wieder über andere Geschäftsmodelle hören?
Wir hören uns dann am Montag wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
