# US Debt Crisis and Market Volatility

**Podcast:** Deffner und Zschäpitz – Der Wirtschafts-Talk von WELT
**Published:** 2026-08-22

## Transcript

Herzlich willkommen zu Defner und Schäpitz.
Mein Name ist Defner, Dietmar Deffner.
Mein Name ist Schäpitz, Holger Schäpitz.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Zusätzlich zu unserem großen Podcast bekommt ihr jeden Samstag ein Defner und Schäpitz Update mit Ausblick.
Anders als dienstags, kurz und knapp, denn Zeit ist Geld.
Und wir lassen immer eine Uhr mitlaufen, damit keiner hier zu viel redet.
Und das Ganze gibt's freitags auch schon bei Weltfernsehen live um 17.45 Uhr.
Und jetzt rein in die Show.
Ja, und die letzte Woche war eindeutig eine bährende Woche.
Die Turbulenzen an den Anleihenmärkten haben auch die Aktienanleger verunsichert.
Und deswegen hat der DAX 1,2 Prozent im Minus geschlossen.
Du hast recht, es waren historische Anstiege von Renditen.
Und das hat dann auch ein bisschen irritiert die Menschen.
Und darüber reden wir jetzt gleich im Thema.
Genau, unser Thema der Woche.
Der wirtschaftsweise Felbermayr ist sogar so weit gegangen.
Und vor einer globalen Staatsschuldenkrise hat er gewarnt, die da drohen könnte.
Aufgrund dieses Anstiegs der globalen Anleihrenditen.
Besonders krass war es in den USA, als die 30-jährige Rendite für Staatsanleihen auf einen Hoch seit 2007 gestiegen.
Also fast 20 Jahre hoch, was wir da gesehen haben.
Aber auch in vielen anderen Ländern, von Japan bis Frankreich, gab es rekordhohe Renditen.
Und das hat die Anleger weiter verunsichert.
Der Auslöser dafür war ein weiterer Anstieg des Ölpreises, die Nahost-Sorgen.
Nachdem die Eskalation dort ja immer weitergeht, Trump jetzt mit einem Wirtschaftskrieg droht, einem wirtschaftlichen D-Day.
Und das hat eben die Sorgen ausgelöst, dass die Inflation noch länger höher bleiben könnte und dann eben die Zinsen auch weiter steigen lassen würde.
Und dann haben wir noch eine Zahl gehabt in Amerika.
40 Billionen Dollar.
So hoch sind mittlerweile die Schulden in Amerika.
Und die Zahl an sich, die ist schon eigentlich krass.
Aber was noch krasser ist, ist das Tempo.
Wir hatten 2022 erst...
30 Billionen und jetzt haben wir schon 40.
Und wenn das Tempo sich so fortsetzt in den vergangenen 12 Monaten, sind alleine 3 Billionen nochmal obendrauf gekommen, dann haben wir 2029 50 Billionen.
Und pro Sekunde, die wir hier reden, 91.000 neue Schulden.
Pro Sekunde.
Also wenn wir eine Minute hier reden, haben wir eine halbe Million schon drauf geredet.
Wahnsinn.
Und was das dann auch nach sich zieht, sind wahnsinnig hohe Zinskosten.
Die Zinskosten sind mittlerweile schon höher als der Militäretat.
1,1 bis 1,2 Billionen, die einfach so als Zinskosten, das ist einfach so Geld für nichts, die da rauskommt.
Das kommt noch hinzu.
Amerika muss jetzt irgendwie Käufer finden für seine Schulden.
Nur noch ein Drittel halten Ausländer die Schulden.
2008 waren es noch 50 Prozent.
Man sieht, die Ausländer sagen so, ich mal nicht mehr.
Und das wird auch immer krasser, zumal auch immer mehr Unternehmen den Markt anzapfen für die ganzen KI-Investitionen.
1,7 Billionen von den Unternehmen.
Dann nochmal, wie gesagt, die 3 Billionen von Amerika.
Wahnsinn.
Das hat dann dieser Anstieg der Anleiherenditen auch zu einer Panikreaktion beim US-Finanzministerium geführt.
Der US-Finanzminister Bassett hat die Anleiherückkäufe für sehr langlaufende Staatsanleihen mal eben verdoppelt.
Und das wurde eben am Markt so ein bisschen eben als Panikreaktion interpretiert.
Dann hat das eben auch nicht lange gewirkt, kurzfristig die Anleihrenditen gesenkt.
Aber am Tag darauf ging es dann schon wieder nach oben mit den Anleihrenditen.
Weil man sagt, zum einen ist das natürlich linke Tasche, rechte Tasche.
Aber auf der anderen Seite ist es eben ein Umschichten von langlaufenden Staatsschulden in kurzlaufende Staatsschulden.
Nun hat Amerika schon sehr, sehr viele.
Kurzlaufende Staatsschulden.
Und je mehr man davon hat, desto höher ist wieder das Rollover-Risiko, also das Umschuldungsrisiko.
Und wenn dann die kurzfristigen Zinsen auch noch steigen sollten, dann hat man noch mal ein Problem.
Da hast du ein Problem angesprochen.
Die amerikanische Notenbank, die kann ab einem bestimmten...
Niveau an Schulden überhaupt nicht mehr die Zinsen anheben, weil sie dann genau weiß, dass Amerika schachmatt wäre.
Und insgesamt ist diese Geschichte im US-Finanzministerium nicht so besonders professionell, weil der Staat hat ja nicht unbegrenzt Geld.
Die Notenbank, die FED, die konnte ja einfach aus dem Nichts Geld schöpfen und konnte Anleihen kaufen und konnte die dann aus dem Verkehr ziehen.
Aber in Amerika ist es so, die können das nicht, die müssen jetzt einfach immer kurzfristige Schulden ausgeben, müssen langfristig kaufen und das ist wirklich eine krasse Sache.
Deswegen funktioniert es eben auch nicht.
Es könnte sogar passieren, dass die Märkte irgendwann sagen, ja, wenn du jetzt so ein Ziel hast, so ein komisches, das wollen wir nicht mitgehen.
Und dann sogar das Gegenteil passiert und die Märkte dann den Menschen testen.
Es gab auch schon so einen Tweet, wo jemand geschrieben hat, George Soros soll mal her und soll mal spekulieren, wir kennen das.
Das wäre dann nochmal gefährlicher.
Und insofern ist das eher kontraproduktiv, was wir da in Amerika erleben.
Die Reaktion darauf an den Devisenmärkten, die war auch ganz klar, der US-Dollar ist unter Druck gekommen zu den weltweiten anderen Währungen.
Und Anleger haben dann nach Alternativen gesucht zum US-Dollar.
Nach Krisenwährungen sozusagen.
Da sind sie fündig geworden.
Bei Edelmetallen, Gold und Silber ist in die Höhe geschossen.
Aber auch der Bitcoin.
Beim Bitcoin kam dann noch dazu, dass am gleichen Tag US-Präsident Trump sich mit seinen Kryptobros im Weißen Haus getroffen hat.
Und vom Kongress endlich ein kryptofreundliches Gesetz verlangt hat.
Und das hat jetzt den...
Bitcoin in dieser Woche richtig nach oben katapultiert, nachdem er eine lange, lange Schwächephase hinter sich hatte.
Ich würde eher als Absicherung auf Gold setzen.
Vielleicht Silber bin ich auch dabei, weniger auf den Bitcoin.
Ich bleibe bei meinem Bitcoin auch noch dabei.
Aber es ist ein klassischer Misstrauen-Strade.
Aber nicht nur Leute, die jetzt Dollar halten müssen, gucken, sondern auch Aktienanleger müssen gucken.
Wenn jetzt die langfristigen Renditen über 5% sind, wären Anleihen schon, würde ich sagen, zur Konkurrenz.
Und dann werden gerade Gewinne, die in ferner Zukunft erst liegen, die wären weniger wert.
Und dann sind gerade so Wachstumsaktien problematischer.
Oder Private Equity Unternehmen, die viel mit Schulden arbeiten oder Immobilienunternehmen.
Da muss man genau auf diese Rendite gucken.
Und wenn die weiter ansteigt, sollte man da etwas vorsichtiger werden und auch als Aktionär genau die Renditen im Blick behalten.
Mein Bulle der Woche, der hat sich den Bullen wirklich verdient.
Moderna mit einer echten Hammer-Nachricht in dieser Woche.
Man hat den Durchbruch bei einem Impfstoff.
zu schwarzem Hautkrebs verkündet.
Man hat in einer Phase-3-Studie zusammen mit dem Partner Merck einen Erfolg erzielt.
Das ist eine zulassungsrelevante Studie.
Man kann mit diesen Ergebnissen zu den weltweiten Zulassungsbehörden gehen.
Man rechnet damit, wenn das schnell geht, dass man diesen Impfstoff im Zusammenhang mit dieser Immuntherapie von Merck im nächsten Jahr bereits auf den Markt kommt.
Das ist nicht nur ein Durchbruch für diesen Impfstoff, sondern auch ein Befreiungsschlag für mRNA.
Das kennen wir noch aus der Corona-Zeit, wo es mRNA-Impfstoffe gab.
Aber das ist jetzt der erste mRNA-Impfstoff gegen Krebs.
Da erhofft man sich ein wahnsinniges Potenzial beim Konkurrenten BioNTech.
Die haben auch viele mRNA-Krebs-Impfstoffe in der Pipeline.
Deswegen ist auch die ...
Biontech-Aktien mit nach oben gesprungen um 20%.
Aber den Vogel abgeschossen hat Moderna mit einem Cost-Plus an einem Tag von 177%.
Wahnsinn.
Ich komme zu meinem Bär der Woche.
Das ist Walmart, der größte Einzelhändler.
Der hätte 11% diese Woche verloren.
Die waren ja mal eine Billionen-Aktie.
Jetzt sind sie nur noch 820 Mrd.
wert.
Was war das Problem?
Sie haben Zahlen vorgelegt, die gar nicht so schlecht waren.
6% Umsatzzuwachs, Online-Geschäft brummte.
Auch das Werbegeschäft hat gebrummt.
Aber die Aktie ist wahnsinnig hoch bewertet.
Kursgewinnverhältnisse von 40.
Und wenn du mit einem 40er KGV bewertet bist, bist du kein klassischer Einzelhändler mehr.
Dann bist du eher so eine Tech-Aktie.
Und da haben sie halt in einigen Metriken enttäuscht, haben dann den Ausblick nicht so gemacht.
Und deswegen, wenn eben die Erwartungen zu hoch sind, muss man auch die Erwartungen liefern.
Und deswegen Bär der Woche.
Bis Wollemarsch.
Tja, apropos Erwartungen, gibt es nächste Woche auch einen großen Erwartungswert, Nvidia, mit Zahlen.
Aber nächste Woche wartet man vor allem auch gespannt jetzt angesichts dieser Anleihe-Turbulenzen auf das große weltweite Notenbank-Treffen.
Zum ersten Mal ist Karen Worscht der Gastgeber und da muss er irgendwo mal ein bisschen Butter bei der Fische bringen und was liefern.
Ich glaube, dass nächste Woche der DAX wieder steigt und das ist meine Wette.
Der Borsch kommt erst nach dem DAX.
Ich glaube, der DAX, der fällt.
Und ich meine, klar, du hast gesagt, Nvidia, die müssen aber 100 Prozent Umsatzwachstum bringen.
Und selbst, man hat ja gesehen, bei anderen Unternehmen, wenn die das geliefert haben, reicht das auch nicht.
Insofern glaube ich, ist es eher eine Minuswoche für den DAX.
Das war es auf jeden Fall für diese Woche bei Defner & Schelpitz im TV.
Wir sagen Tschüss.
Und schauen, wer mehr Wirtschaft und Finanzen hören will, hört auf den Podcast immer ab Dienstag bei Welt und überall, wo es Podcast gibt.
