# Unitree IPO, VF Corp Turnaround, and AI Market Shifts

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-08-20

## Transcript

Vance, Norface, Timberland und Altra gehören alle einer Firma.
An der Börse läuft es für der sehr bescheiden, aber wir schauen uns heute an, ob sich das vielleicht ändern könnte, ob es da eine Chance gibt.
Außerdem geht es um Kryptowale, die wieder Bitcoins kaufen und ziemlich absurde Versicherungen für Ziegenherden.
Und die aktuellen News haben wir natürlich auch noch dabei.
Mein Name ist Noah Leidinger, heute ist Donnerstag, der 20.
August und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital, der einzige Broker, den deine Familie zum Traden braucht.
Bei Scalable Capital gibt es nämlich auch Kinderdepots.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Gestern war der Tag der großen Kursbewegungen an der Börse und die größte gab es, wie so oft in letzter Zeit, in China.
Da ist nämlich der Roboterhersteller Unitree an die Börse und die Aktie ist direkt am ersten Tag 460% gestiegen auf 50 Milliarden Dollar Börsenwert.
Das klingt jetzt erstmal ziemlich absurd, man muss aber wissen, dass Börsengänge in China immer viel zu günstig bepreist werden und wir haben schon vor einer Woche gesagt, dass man auf der dezentralen Kryptobörse Hyperliquid, wo es Wetten auf den Kurs von Unitree gab, sehen kann, dass Investoren den Wert eher auf 50 Milliarden schätzen und eben nicht auf die 10 Milliarden, zu denen Unitree an die Börse ist.
Und übrigens haben chinesische Aktien, die dieses Jahr an die Börse sind, im Schnitt am ersten Tag 279% Rendite gemacht.
Also Unitree ist ein bisschen drüber, aber nicht um Größenordnungen.
Spannend wird sowieso eher zu sehen, wie es jetzt mit der Aktie weitergeht und wie sich vor allem die Zahlen entwickeln.
In Deutschland gibt es die Aktie ja gerade nicht zum Handel, das ist also eher zur Marktanalyse interessant.
Und wenn man sich die Zahlen anschaut, sieht man, dass Unitree schon echt eine solide Firma ist, zumindest einiges an Umsatz macht.
Im letzten Jahr waren das 250 Millionen Dollar von gerade mal 60 Millionen in 2024.
Trotzdem sind dafür natürlich 50 Milliarden Dollar eine sehr sportliche Bewertung.
Was es in Deutschland neben Unitree-Aktien leider auch nicht gab gestern, ist eine Biotech-Aktie, die mal Impfstoffe für Corona gemacht hat und dann gestern an einem Tag über 100% zugelegt hat.
Das war nämlich nicht Biontech, sondern Moderna.
Die haben gemeinsam mit dem amerikanischen Konzern Merck einen Impfstoff gegen Hautkrebs entwickelt, der in der späten Studienphase sehr starke Ergebnisse hatte.
Das wäre ein Riesendurchbruch in der Krebsforschung und konkret geht es dabei um einen Impfstoff, der genau auf den Krebs des Patienten zugeschnitten ist und es ist das erste Mal, dass es eine finale Studienphase mit so einem mRNA-Krebsmedikament gab, das eben erfolgreich war.
Das erklärt auch die Euphorie bei der Aktie.
Man muss nämlich wissen, dass Investoren skeptisch sind, wie groß das Medikament für die aktuelle Indikation ist, also für die spezifische Anwendung bei dem Hautkrebs eben.
Dafür wäre es eventuell nicht mal ein Blockbuster-Medikament, also könnte damit vielleicht nicht mal über eine Milliarde Dollar Umsatz machen.
Aber die Hoffnung ist eben, dass man den Krebsimpfstoff jetzt auch noch auf ganz viele andere Indikationen bzw.
Krankheiten übertragen kann.
Und die Hoffnung, dass es nicht bei einem Medikament bleiben wird, sondern das Ergebnis jetzt eins von vielen positiven bei den mRNA-Impfstoffen sein wird, hat gestern auch der Biontech-Aktie geholfen, die war so um die 20% im Plus.
Und die Aktie von Merck, mit denen Moderna das Medikament zusammen entwickelt, hat so um die 10% zugelegt.
Dann habe ich ja gestern erzählt, dass der Zinssatz auf amerikanische Staatsanleihen, vor allem auf die 30-Jährigen, den höchsten Stand seit 2007 erreicht hat.
Und das wollen die USA sowohl nicht.
Der Finanzminister Scott Bassant hat nämlich gestern gesagt, dass die USA das Volumen an Anleihen, die sie zurückkaufen, jetzt verdoppeln werden.
Danach sind die Zinsen erstmal gesunken und das hat übrigens keine große Euphorie bei den Tech-Aktien ausgelöst, obwohl die ja eigentlich...
von niedrigeren Zinsen profitieren, aber es gab in der Tech-Welt und in der KI-Welt leider ein paar gemischte Signale.
Positive Signale kamen neben den Zinsen vor allem von Aktiendeals.
Alphabet hatte einen großen mit Marvell gemacht und kriegt Optionen, Marvell-Aktien für bis zu 12 Milliarden Dollar zu kaufen.
Im Gegenzug bauen die beiden ihre Partnerschaft im Chip-Bereich weiter aus und einen Teil der Optionen kriegt Alphabet auch nur, wenn die gemeinsam entwickelten Chips und Produkte bestimmte Umsatzziele erreichen.
Die Aktie von Marvell hat nach der Meldung um die 10% zugelegt, weil das Business mit Chips die sie gemeinsam mit Tech-Giganten entwickeln, eben eine der großen Zukunftshoffnungen ist.
Im Gegenzug hat die Aktie von Broadcom 5% verloren.
Die sind in dem Bereich der härteste Konkurrent von Marvell und haben ja auch eine riesige Partnerschaft mit Alphabet und deren Chips.
Einen anderen Aktien-Deal, der eigentlich nur positiv wahrgenommen wurde, gab es bei Esky Hynix.
Die wollen 29 Milliarden Dollar an eigenen Aktien zurückkaufen und haben generell gesagt, dass sie in den nächsten Jahren mehr Geld an Aktionäre zurückgeben wollen.
Die Aktie hat danach leicht zugelegt.
Dass die Stimmung in der KI-Welt aber nicht insgesamt besser war, könnte an OpenAI liegen.
Vom ersten aufs zweite Quartal ist der Umsatz bei denen nämlich gerade mal 18% gewachsen.
Und der Verlust ist gestiegen.
Dazu muss man wissen, dass sich der Umsatz von Anthropic, also dem wichtigsten Konkurrenten, in derselben Zeit mehr als verdoppelt hat.
Und generell ist das natürlich eine eher schlechte Nachricht für die KI-Welt, weil OpenAI neben Anthropic eben eine der ganz wenigen Firmen ist, die mit KI schon jetzt im großen Stil Umsatz macht.
Und wenn das jetzt zu stocken anfängt, dann sorgt das auch so ein bisschen für mittelfristige Sorgen, wie groß das Gesamtpotenzial der KI-Branche ist.
Und abschließend gab es neben Tech gestern noch ein paar spannende Einblicke ins aktuelle Konsumverfahren.
erhalten.
Erstens boomen Kreuzfahrten weiter.
Das haben die Zahlen von Viking gezeigt, die auch für 2027 schon zu über 50 Prozent ausgebucht sind.
Die Aktie ist gestern übrigens nicht gestiegen, aber dieses Jahr schon 35 Prozent im Plus.
Dann wächst alkoholfreies Bier weiter viel stärker als normales Bier.
Bei Carlsberg sind die Biervolumen letztes Quartal ein Prozent gesunken.
Aber das Volumen an alkoholfreiem Bier ist über 10% gestiegen.
Und letztes Thema, Kosmetik feiert ein Comeback, zumindest bei Estee Lauder.
Da ist der Umsatz jetzt jahrelang gesunken, letztes Quartal aber organisch, also ohne Übernahmen und Währungseffekte 5% gewachsen.
Die Aktie hat danach um die 15% zugelegt.
Wenn das Ganze weniger wert ist als die Summe der Teile, dann gibt es vielleicht eine Investmentchance und so einen Fall hat Timon heute dabei.
Outdoor-Marken Boom, das beste Beispiel dafür sind Acterics und Salomon.
Die gehören ja zu Emma Sports und die Firma hat am Dienstag Zahlen gebracht und konnte den Umsatz im letzten Quartal schon wieder mit 30% steigern.
Problem ist nur, dass sich die Aktie seit dem Börsengang 2024 schon fast verdreifacht hat.
Deshalb habe ich nach Firmen gesucht, bei denen man vom Outdoor-Boom profitieren kann, ohne dass sie schon so krass gelaufen sind.
Und da ist mir VF Corp aufgefallen.
Die sind von der Aktienperformance das komplette Gegenteil.
Mit einem Börsenwert von 6 Milliarden Dollar sind die heute genauso viel wert wie vor 17 Jahren in der Finanzkrise.
Dabei stecken hinter VF auch richtig bekannte Outdoor-Marken.
The North Face und Timberland machen zusammen 60% vom Umsatz und wachsen immer noch, auch wenn nicht ganz so krass wie Emma.
Aber mit währungsbereinigt 5% ging es beim Outdoor-Segment letztes Jahr trotzdem noch voran.
Das Problem der Aktie ist aber auch ein anderes, nämlich das Business mit ein paar kleineren Taschenmarken wie Eastpack und mit Vans.
In dem Bereich hat sich der Umsatz in den letzten vier Jahren knapp halbiert.
Vans hat es nämlich nicht geschafft, neue Modelle rauszubringen, während es günstige Kopien mittlerweile überall gibt.
Dazu sieht man ja zum Beispiel auch bei Nike, dass die Tochtermarke Converse seit Jahren massive Probleme hat.
Und die gehen ja vom Stil in eine ähnliche Richtung.
Jetzt aber zu den guten Nachrichten.
Andere Marken mit Problemen wie Supreme und Dickies hat WF in den letzten Jahren einfach verkauft und mit dem Geld dann schuldend zurückgezahlt.
Die sind netto mit fast 3 Milliarden Dollar immer noch hoch und sind ein Grund, warum die Firma aktuell nur mit dem 13-fachen vom erwarteten Gewinn bewertet wird.
Schnitt der letzten 10 Jahre ist 21.
Wenn WF jetzt aber weiter Marken verkauft und Schulden zurückzahlt, sodass am Ende nur noch die Outdoor-Brands bleiben, dann könnte eine finanziell stabilere Firma entstehen, die auch leichter zu bewerten wäre, weil gut laufende Marken nicht mit den problematischen in einen Topf geworfen werden.
Wir können uns zu einem Szenario mal annähern.
2021 hat Helen of Troy die Rucksackmarke Osprey für 400 Millionen Dollar gekauft.
Das entspricht ca.
dem zweieinhalbfachen vom Umsatz.
Wenn wir das gleiche Kurs-Umsatz-Verhältnis bei den Taschenherstellern anlegen, die IVF jetzt noch hat, dann sollten die zusammen ca.
1,5 Milliarden Dollar wert sein.
Vans wurde 2004 gekauft.
Damals hat man ungefähr 1 Dollar pro Dollar Umsatz für das Business gezahlt.
Und selbst bei einer Bewertung von nur der Hälfte vom Umsatz wären wir trotzdem bei über 1,5 Milliarden Dollar Plus ein paar hundert Mio für die restlichen kleineren Marken.
Dann sind wir insgesamt bei gut drei Milliarden Dollar.
Nach Steuern und den Kosten, die beim Verkauf entstehen würden, würde da noch immer genug bleiben, um alle Netto-Schulden abzuzahlen.
Ich habe die Rechnung jetzt nur ganz grob gemacht, aber es würde danach eine schuldenfreie Firma überbleiben mit zwei wachsenden Outdoor-Marken, North Face und Timberland, die im letzten Jahr fast eine Milliarde Dollar operativen Gewinn gemacht haben.
Und das zu einer Bewertung von gerade mal sechs Milliarden.
Und ich habe jetzt auch noch gar nicht Ultra erwähnt, was laut dem Management eine Milliardenmarke werden kann und letztes Jahr 30% gewachsen ist auf über 250 Millionen Dollar Umsatz.
Die große Krux an der Rechnung ist aktuell noch, dass das Management den Turnaround bei Vance selber versuchen will.
Damit bleibt also das Risiko, dass da schief geht.
Ich bin Team Vance.
Der Bitcoin hat gestern über 5% zugelegt, endlich mal, weil es heute im Weißenhausen Treffen zwischen Trump und wichtigen Kryptomanagern von Coinbase, ParPredictionMarkets oder Blockchain.com geben soll und außerdem dürfen dem Bitcoin auch die niedrigeren Zinsen geholfen haben.
Und es gibt sogar noch einen Hoffnungsschimmer und zwar sind die Wale zurück in der Kryptowelt, also große Bitcoin-Investoren, die haben in den letzten 60 Tagen Bitcoins im Wert von rund 3 Milliarden Dollar gekauft, nachdem sie davor einige Monate unterm Strich verkauft haben.
Und das betrifft übrigens die kleinen Wale mit 100 bis 1000 Bitcoins, genauso wie die Buckelwale mit über 10.000 Coins.
Die Frage wird jetzt natürlich sein, ob die mit ihren Käufen wieder genug Dynamik in den Kurs bringen, dass sie auch andere Investoren anziehen, die dann wieder einsteigen.
Und dazu gab es letzte Woche Umfragedaten, die eher negativ für Krypto sind.
Bei einer Umfrage von 1000 Kleinanlegern in den USA haben nämlich 26% der Gen-Z-Teilnehmer gesagt, dass sie Sportwetten als einen dauerhaften Teil ihrer Altersvorsorge sehen und mehr als die Hälfte hat im letzten Jahr Geld in Sportwetten geschoben, das sie eigentlich investieren wollten.
Das ist an sich schon sehr bedenklich und trifft eben neben dem langfristigen Vermögensaufbau der jungen Leute auch die Kryptowelt, weil ich eben das Geld, das ich tendenziell eh schon riskant in der Kryptowelt angelegt hätte, nochmal eher in Sportwetten umschifte, als das Geld, das ich zum Beispiel in ETFs stecke.
Getrieben wird dieser Trend zu den Sportwetten auch stark von Prediction Markets wie Calchi und Polymarket, die am Ende ja vor allem Sportwetten anbieten.
Eine Sache, die es auf Prediction Markets aber noch gibt und die der Welt vielleicht sogar einen Mehrwert bringt, wollte ich euch nicht vorenthalten.
Und zwar geht es um die Ziegenherde von Tim Aerosmith.
Das erste Mal, dass wir im Podcast über eine Ziegenherde sprechen.
Tim Aerosmith hat auf jeden Fall eine Herde von 4000 Ziegen in den USA, die Wiesen abgrasen, damit dort das Brandrisiko sinkt.
Das Problem ist, dass in Kalifornien gerade ein spezielles Gesetz gekippt wurde für das Gehalt von Ziegenherden.
Bei denen ist es eigentlich so, dass sie ein bisschen unter Mindestlohn liegen, weil sie eben 24-7 bei den Herden sind.
Und wenn das jetzt nicht mehr zurückgenommen wird, diese Gesetzesänderung, dann würde sich das Gehalt, das Tim Aerosmith seinen Hirten zahlen muss, mehr als vervierfachen.
Deshalb hat er dann mit dem Investor Saskuhana noch jemanden gefunden, der eben im großen Stil die Gegenseite der Wette annimmt.
Und wenn die Gesetze in Kalifornien nicht geändert werden, kriegt er Ende September 500.000 Dollar ausgezahlt.
Dafür musste er übrigens auf der anderen Seite um die 50.000 Dollar an Wetteinsatz oder eben Versicherungsprämie zahlen.
Und jetzt könnte man argumentieren, dass Saskuhana und Aerosmith den Deal auch direkt machen können.
Nur ist es verboten, einfach so eine Versicherung anzubieten.
Und deswegen ist das Ganze auch als Finanzinstrument strukturiert.
Aber das muss eben rechtlich auf einer offiziellen Börse gehandelt werden.
Und genau das ist eben Calci.
Calci ist da also einfach die rechtliche Infrastruktur.
Das klingt jetzt erstmal sehr positiv, hat sicher auch positive Seiten, aber es gibt auch Gründe, wieso solche Deals eigentlich reguliert sind und nicht möglich sind.
Wahrscheinlich, weil in der Vergangenheit mal was schief gegangen ist und wir haben in der Kryptowelt ja oft genug erlebt, dass da gewisse Deals und Trades möglich sind, die in der klassischen Finanzwelt verboten wurden und meistens hat sich dann durch irgendwelche Skandale doch wieder rausgestellt, wieso sie eben verboten wurden.
Blöde Ziege, die lutschen Steine.
Das machen die, damit sie Mineralien bekommen.
Sollen wir auch Steine lutschen?
Das war ohne Akzent wird schwer, produziert von Potsdars bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
