# Meta Litigation, Klarna Miss, and Siemens AI Bet

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-08-19

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über den Halbleiterjammer, den Klarna-Krater und den historischen No-Optimismus.
Im Thema des Tages geht es um die Frage, ob sich der Big-Tobacco-Moment für MEDA wiederholt.
Und in der Triple-E-Idee stellen wir die Eine-Billion-Siemens-These auf.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Nando Sommerfeld und Holger Zschäpitz aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Mittwoch, der 19.
August und wir wünschen euch einen mutigen Start in den Tag.
Mut kann man jetzt doch so langsam gebrauchen, denn in der Wall Street gab es gestern den dritten Tag in Folge mit Minuszeichen.
Und auch ordentlich teilweise was auf die Mütze.
Und zwar dort, wo es dieses Jahr am schönsten war.
Bei den Halbleitern.
Ja, bei den Halbleitern.
Beim Halbleiterindex Sox, der verloren mich 5%.
Micron verloren 7%, ist jetzt wieder unter 1000 Dollar gefallen und damit ist die Serie von 5 Gewinntagen auch schon wieder vorbei.
Sandisk minus 9%, die SK Hynix der Legungsscheine minus 9,2% und Intel war mit 121 Millionen gehandelten Stücken die aktivste Aktie überhaupt, minus 6,6%, obwohl sogar die Ratingagentur Fitch den Ausblick von negativ auf stabil gesetzt hat.
Chips waren einfach nicht gefragt.
Der breite Markt, der kam aber glimpflich davon.
Der S&P 500 hat gerade mal 0,7 Prozent verloren auf 7.691 Punkte.
Der Nasdaq 100 minus 1,7.
Da war dann schon der Halbleiter Ausverkauf stärker zu spielen.
Software, Versicherer, Gesundheit und Energie lagen sogar im Plus, teilweise sogar deutlich.
Und es war also kein klassischer Risk-of-Ausverkaufstag.
Es war mal wieder.
Die Rotation, sagen wir mal.
Die Rotation, natürlich.
Und da gab es übrigens ganz viele Ideen, wie man das nennen könnte, Umschichtung.
Stimmt, richtig.
Das haben wir gar nicht aufgelöst, weil danach ja Urlaubszeit war.
Ich fand Umschichtung war ganz okay, aber ich finde Rotation nach wie vor eigentlich ein ganz passendes Wort dafür.
Rotation, also raus aus dem klassischen KI-Halbleiter-Trade.
Okay, dann belassen wir es erstmal dabei.
Und der Auslöser, der Sitz am Anleihemarkt, wir haben es gestern schon erklärt und das hat sich tatsächlich nochmal richtig beschleunigt.
Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen ist nämlich gestern vorübergehend auf 5,33% gestiegen und das ist jetzt das höchste Niveau inzwischen seit 2007, also seit 19 Jahren.
Und das Verrückte ist, die jüngsten Inflationsdaten waren eigentlich ziemlich zahm, würde ich sie mal nennen.
Die Renditen steigen trotzdem einfach weiter.
Genau, weil das Angebot explodiert, da haben wir ja auch schon häufiger drüber geredet, neben den Staatsschulden kommen Anleihen der KI-Industrie hinzu und da gab es gestern neue Zahlen.
Amerikanische Unternehmen haben dieses Jahr schon fast 1,7 Billionen Dollar an Anleihen begeben.
Und 27 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und mehr als im gesamten Jahr 2025 zusammen.
Und Alphabet hat ja beispielsweise, wir haben auch darüber schon gesprochen, 100-jährige Papiere imitiert.
Das ist schon crazy, was da passiert.
Das haben doch früher nur die Österreicher gemacht, oder?
Die Österreicher und die Argentinier hatten das auch schon.
Ja, die Argentinier, das stimmt.
Die JP Morgan-Strategin Gabriela Santos, die nennt das den KI-Tentakel.
Also das Klumpenrisiko.
steckt längst nicht mehr nur in den Aktiendepots.
Es kriegt über die Rekordemissionen auch in die Anleiheportfolios.
Und wer Tech-Aktien und Unternehmensanleihen hält, der hat das Risiko gleich doppelt im Depot.
Und dazu kommt, was könnte man anders denken, die Geopolitik.
Und Trump hat gestern nochmal erklärt, es gebe keine Gespräche mit dem Iran.
Und es werden auch keine Gespräche geplant.
Und im Zweifel wolle man die Straße von Hormuz einfach als amerikanisches Territorium führen.
Sehr spannende Idee.
Hat er schon mal gehabt, hat nicht so gut gezündet.
Der Iran, der feuerte gestern zwei Raketen Richtung Emirate.
Ein Frachter wurde in der Straße von Humus getroffen.
Und die Öl-Märkte sind weiter gestiegen, den dritten Tag in Folge auf knapp 92 Dollar brennt und WTI auf 85.
Und das hat dann auch so ein bisschen beim Gold für Missstimmung gesorgt.
Das verlor 1,6 Prozent auf 4.340 Dollar.
Ja und in Deutschland das gleiche Bild in grün, beziehungsweise besser gesagt in rot.
Wirklich genau die gleichen Entwicklungen der DAX verloren, 0,8% auf 26.128 Punkte.
Und auch hier die Renditen 10- und 30-jähriger Bundesanleihen markierten 15 Jahreshofs.
Und größter DAX-Verlierer war auch hier Tech Halbleiter im Infineon mit minus 7,6% und auch sonst ein Siemens Energy minus 5,3% und MDAX eben auch Halbleiter.
Ixtron im Minus, Süß Microtech und Elmos bis zu 9% nach oben.
unten.
Und Gewinner gab es trotzdem Deutsche Telekom plus 1,7 Prozent.
Das ist ja, naja, der Klassiker, wenn Anleger defensiv werden, wobei eigentlich mögen Telekom-Werte keine steigenden Zinsen, aber gestern war da eine Ausnahme.
Im SDAX, da sprangen 1 und 1 sogar 8,3 Prozent, weil Großaktionär United bis zu 6 Millionen Aktien zukaufen will.
Und in Schweden, da legten H&M nach zwei positiven Analystenkommentaren 4,1 Prozent zu.
Kommen wir zum Abschurz des Tages und da reden wir über Klana.
Minus 22,8 Prozent auf gut 15 Dollar und das Bittere daran, das Quartal selbst war richtig gut.
Der Umsatz stieg um 27 Prozent auf 1,04 Milliarden Dollar und das bereinigte operative Ergebnis hat sich mit 91 Millionen Dollar mehr als verdreifacht und die Analysten hatten tatsächlich nur mit 42 Millionen gerechnet, also klar übertroffen.
Und das Handelsvolumen wuchs um 18 Prozent auf 36,6 Milliarden Dollar.
Dann aber kam die Prognose.
Klarna sinkt das Ziel für das Jahresvolumen auf 149 bis 151 Milliarden Dollar und vorstand da über 155 Milliarden im Plan.
Ja und die Gründe, ja Wechselkurse heißt es und schwächelnde Verbraucher in Deutschland und Deutschland ist halt Klarna's größter Markt, wenn man das Volumen betrachtet.
Und der eigentliche Schocker, der steckt im Ausblick fürs dritte Quartal 5 bis 15 Millionen Dollar operatives Ergebnis.
Und da hatte die Wall Street 82 Millionen erwartet.
Und Klarna steckt die besseren Margen in neue Produkte, statt sie in die Bilanz laufen zu lassen.
Und obendrauf ist auch noch der Finanzchef gegangen.
Das ist ja nie ein gutes Zeichen.
Und die Botschaft der Anleger war eindeutig, bei Now Pay Later wachstumswert wird jede Prognosesendung gnadenlos bestraft.
Apropos Schocker, da konnte Baidu gut mithalten, die chinesische Internetaktie.
Die Aktie verlor 13 Prozent, nachdem das Unternehmen das fünfte Quartal in Folge mit rückläufigen Umsätzen gemeldet hatte.
Also wirklich eine Internetaktie, die KI dabei ist und auch noch irgendwie Social Media hat.
Das ist schon wirklich krass und ein deutliches Zeichen für den doppelten Existenzkampf in der Praxis.
Post-Chat-GPT-Ära.
Das margenstarke Werbegeschäft verliert Nutzer nicht nur an Social-Media-Konkurrenten wie ByteDance, sondern auch noch an eine neue Generation von KI-Chatbots.
Und das eigene KI-Modell Ernie ist hinter offene Konkurrenten wie Moonshot AI zurückgefallen, die bei wichtigen Kennzahlen auf Augenhöhe mit Open AI und Anthropic liegen.
Und das tut Baidu eben nicht.
Nee, offensichtlich nicht.
Ja, und da stellt sich mal die Frage, wie ist denn die Stimmung insgesamt?
Und dafür lohnt sich immer ein Blick in die Fondsmanager-Umfrage der Bank of America.
Und die kam ganz frisch raus.
Und die hat den Titel The Nose Habit.
Das ist ein Wortspiel, das Autor Michael Hartnett aus dem britischen Unterhaus entlehnt hat.
Denn der Konsens der befragten Fondsmanager besteht aus einer Kette von Verneinungen.
Also wir fangen mal an mit No Lending, also kein Abschwung.
56% der Befragten erwarten schlicht weiter Wachstum.
No Fet Hike, 72% rechnen mit keiner Zinserhebung vor den Midterms.
No AI CapEx Cut, also 71% glauben nicht, dass ein Hyperscaler 2026 seine KI-Investitionen noch kürzt.
No DEM Sweep, also kein Durchmarsch der Demokraten bei den Zwischenwahlen.
Und das letzte No, das sind die No Bears, schlicht keine Pessimisten mehr im Markt.
Das ist schon krass.
Das war die drittbullischste Umfrage seit 2022 und die Cashquote.
Das ist ja immer so ein Zeichen, wie zurückhaltend oder wie aggressiv die Fonds-Mitro-Kratien fiel auf ultra niedrige 3,5 Prozent.
Und das ist die Aktienquote gleichzeitig, stieg auf den höchsten Wert seit November 2021.
Und dann wurde immer noch so gefragt, was ist denn so der most crowded trade, also der überdehnteste Trade überhaupt?
Und da haben 53 Prozent gesagt, naja, das ist ein globaler Halbleiter.
Und das größte Extremrisiko sehen die Fondsmanager in der KI-Blase.
Und das Dumme an der Geschichte ist, die Profis sitzen also voll investiert in genau dem Trade, den sie selbst für den Most Crowded halten.
Und die hauseigene Cashregel der Bank of America, wenn was unter 4% die Cashquote fällt, dann ist es ein Verkaufssignal.
Also so ein richtig klassischer Kontraindikator, wenn eben alle drin sind, dann fehlen eben Käufer für die nächste Etappe.
Tage wie gestern zeigen eben, wie schnell es dann auch gehen kann, wenn es eben keine Käufer für Sachen mehr gibt.
Ja, dann kommen wir schnell zu den Tagen wie heute, nämlich zu den heutigen Terminen.
Heute Abend unserer Zeit kommen die FED-Protokolle.
Vorher gibt es noch Zahlen von Lovis, Target und TJX.
Dazu noch Analog Devices, Wolfspeed, SD Lauder.
Aus Europa, Deutschland kommen noch Heidelberger Druckmaschinen und Doc Morris.
Das Thema des Tages.
Im Thema des Tages wechseln wir vom Handelsparkett, wie ja früher so das genannt wurde, die Börse, in den Gerichtssaal.
Und in Auckland hat am gestrigen Dienstag ein Prozess gegen Meta begonnen, den die eigenen Anwälte des Social-Media-Riesen mit einer Risikosumme von 1,4 Billionen Dollar beziffern.
Und das ist fast der komplette Börsewehr des Konzerns.
Und der Markt, der hat reagiert auf dieses Verfahren.
Die Aktie von Meta verlor zum Auftakt 4,5 Prozent auf 544 Dollar.
Ja, die Konstellation ist wirklich bemerkenswert.
29 US-Bundesstaaten treten gegen MEDA an, angeführt von California und Colorado.
Kentucky und New Jersey.
Und der Vorwurf, der hat ja zwei Ebenen.
Erstens habe Meta seine Plattformen Facebook und Instagram gezielt so designt, dass Kinder und Jugendliche süchtig werden.
Etwa mit Infinite Scroll, also das ist quasi dieses Endlosscrollen, dass es einfach immer weiter geht.
Und den Empfehlungsalgorithmen.
Und zweitens habe der Konzern Daten von Kindern unter 13 gesammelt und damit gegen das US-Kinderdatenschutzgesetz verstoßen.
Und die Anklägerin Meckin O'Neill fasste das Geschäftsmodell.
Immer Öffnungsplädoyer, relativ drastisch etwa so zusammen, Nutzer anfixen, möglichst lange halten, Daten abernten und Wahrheit verstecken.
Und die jungen Menschen seien eben die besten Kunden, weil sie am ehesten hängen bleiben würden.
Und MEDA weist alles zurück, spricht von einer absurd überzogenen Forderung und fragt, warum eigentlich nur ein Konzern, nämlich MEDA, vor Gericht stehen würde, wenn doch Jugendschutz ein Branchenproblem ist.
Kommen wir mal zu den Zahlen, denn die sind wirklich krass.
Die 1,4 Billionen Dollar sind mehr das eigene Maximalrechnung.
Also die Verbraucherschutzgesetze sehen bis zu 20.000 Dollar Strafe pro Verstoß vormultipliziert mit Millionen jugendlicher Nutzer.
Die Staaten selbst nannten vor Gerichte rund 193 Milliarden Dollar.
Auch das wäre historisch hoch.
Der legendäre Vergleich mit den Tabakkonzernen von 1998, der lag bei 206 Milliarden.
Und genau deshalb, weil eben da diese Parallele zu den Tabak-Konzernen da ist, geistert der Begriff Big Tobacco-Moment durch die Wall Street.
Die Parallelen, die sind durchaus verblüffend.
Parteiübergreifende Generalstaatsanwälte, dieselben Star-Kanzleien wie damals.
Der erklärte Wille zum Präzedenzfall statt zum stillen Vergleich.
Und ein Rechtsexperte von Missou sagt, die Staatsanwälte könnten es kaum erwarten, vor Gericht zu ziehen.
Derselbe Experte nennt aber auch drei Unterschiede zur Tabak-Story.
Meta hat mit Section 230 einen juristischen Schutzschild, der Plattform von der Haftung für Inhalte Dritter freistellt.
Außerdem stiftet Social Media anders als Zigaretten auch Nutzen und die Wissenschaft zum Zusammenhang mit psychischer Gesundheit ist längst nicht so eindeutig wie beim Rauchen und Lungenkrebs.
Wobei die Kläger den Schutzschild ganz clever umgehen.
Es gehe nämlich nicht um Inhalte Dritter, sondern ums Produktdesign selbst.
Und diese Strategie, die hat durchaus schon funktioniert.
In New Mexico wurde MEDA gerade zu fast einer Milliarde Dollar verdonnert, inklusive gerichtlich angeordneter Zeitlimits für junge Nutzer.
Und damit sind wir beim...
eigentlichen Punkt, die auch euch Anleger interessieren dürfte, also wenn ihr Meta-Anleger seid.
Denn die spannendste Frage ist nicht unbedingt die Strafhöhe, sondern die strukturellen Auflagen.
Die Staaten fordern, dass Meta süchtig machende Features abschaltet, allen voran dieses Infinite Scroll und diese Empfehlungssysteme.
Ja, Analyst Jill Luria von DA Davidson erklärt, warum das ans Eingemachte geht.
Also diese Scrolls haben halt die Verweildauer dramatisch erhöht, was ja klar ist.
Und Verweildauer heißt bei Meta direkt mehr verkaufte Werbung.
Und der Mizzou-Experte hält es zudem für kaum machbar, solche Mechaniken nur für minderjährig zu ändern und für alle anderen zu belassen.
Und eine Dimension reicht sogar über Meta hinaus.
Ex-US-Kartellamtschef Jonathan Kanter war weist darauf hin, dass die Staaten auch die Löschung der KI-Modelle verlangen könnten, die mit den unrechtmäßig gesammelten Kinderdaten trainiert wurden.
Und das wäre dann sogar ein Präzedenzfall für die gesamte KI-Branche.
Aber auch das Gegenlager hat Argumente.
Jeffries beispielsweise schreibt, dies sei eben kein Big Tobacco Moment.
Rechtsrisiken bei Meta hätten sich historisch als Kaufgelegenheiten erwiesen.
Die Bewertung liege mit dem 15-fachen des Gewinns für 2,27 rund drei Punkte unter dem Fünfjahreschnitt.
Viele Ängste seien also schon im Kurs.
Und selbst die Warner oder die Mahner bleiben investiert.
Mitsuhu führt Meta mit Kursziel 750 Dollar bei aktuellen Kursen um 544.
Also das ist sogar nochmal ein kräftiges Plus und die sagen auch Outperform.
Und sie sehen praktisch kein Zerschlagungsrisiko.
Und Bloomberg Intelligence, die schätzen die realistischen Vergleichskosten auf gut 3,5 Milliarden Dollar.
Das wäre für Meta extrem gut verkraftbar.
Also die Spanne reicht.
Von Petitesse bis Geschäftsmodellumbau.
Und entsprechend nervös ist der Optionsmarkt auch.
Der Preis laut CBOE bis Ende August ein Ausschlag von 30 Dollar ein, rund 5 Prozent bis Ende September sogar 55 Dollar oder 10 Prozent in beide Richtungen.
Der Prozess läuft fünf Wochen, Mark Zuckerberg und Instagram-Chef Adam Mosseri, heißt der gute Mann, die sagen persönlich aus.
Dazu kommen interne Nachrichten als Beweismittel.
Ja, da kann schon jeder Verhandlungstag den Kurs bewegen.
Und wichtiges Detail, die Jury, die berät nicht.
Nur am Ende entscheidet Richterin Yvonne Gonzalez-Rogers allein über Strafe und Auflagen.
Und die Konsequenz für euch, wer Meta jetzt im Depot hat, sollte die signalisierten Schwankungen von bis zu 10 Prozent aushalten und auch nicht auf jede Wendung reagieren.
Und wer über den Einstieg nachdenkt, hat zwei Lesarten zur Auswahl.
Jeffries sagt, Bewertung günstig, Rechtsrisiko gleich Kaufgelegenheit.
Und die Vorsichtigen wie Paul Meeks von Freedom Capital sagen, naja.
Vielleicht besser an der Seitenlinie, denn zum Prozess, da kommen ja auch noch die Zweifel an den gewaltigen KI-Ausgaben obendrauf.
In fünf Wochen wissen wir, ob aus dem Big Tobacco Moment ein Big Tobacco Urteil wird.
Bis dahin gilt für Meta-Aktionäre, was für Instagram-Nutzer schon lange gilt, es wird schwer, nicht ständig aufs Handy zu schauen.
Die AAA-Idee des Tages.
Wir kommen hier heute mal mit einer richtig steilen These.
Wenn einem deutschen Konzern absehbarer Zukunft der Sprung in den Billionen-Club zuzutrauen ist, dann wahrscheinlich Siemens, sagen wir.
Eine Billion Euro Börsenwert, das ist schon mal eine Ansage und das wäre fast fünfmal so viel wie heute.
Ja, das ist klar, der Weg dahin ist noch weit.
Aber Siemens ist ja schon heute der wertvollste börsennotierte Konzern des Landes.
Und in wenigen Wochen könnte eine Entscheidung fallen, die darüber mitbestimmt, ob aus dem traditionsreichen Industriekonzern tatsächlich mal ein globaler Tech-Champion dieser Größenordnung wird.
Ganz genau.
Am 1.
Oktober, dann will sich nämlich Siemens ganz offiziell als One-Tech-Company präsentieren.
Und ab diesem Moment erhöht Konzernchef Roland Busch den Einsatz in seiner großen KI-Wette massiv.
Und deshalb schauen wir schon jetzt mal auf die Frage, lohnt es sich beim Projekt Siemens zur Billion mit dabei zu sein?
Ja und jetzt ist tatsächlich ein guter Zeitpunkt, denn unser Weltkollege Andreas Machow, der ist tief ins Siemens-Universum eingetaucht, hat mit Investoren, Arbeitnehmervertretern und Leuten aus dem Konzern gesprochen und ist jetzt wieder aufgetaucht und hat interessante Erkenntnisse mitgebracht und die müssen wir natürlich mit euch teilen.
Vielleicht fangen wir mal mit der Vorgeschichte an.
Siemens wurde unter Joe Kayser radikal umgebaut.
Energie raus, Medizintechnik raus.
Siemens Energy und Siemens Healthineers wurden abgespalten.
Und das sorgte damals für heftigen Widerstand.
Heute kann man zumindest sagen, der verbliebene Konzern, der läuft hervorragend.
Mehr als 10 Milliarden Euro Rekordgewinn im vergangenen Geschäftsjahr.
Zuletzt Margen von über 17 Prozent.
Ja, und das mitten in der deutschen Wirtschaftslaute, wie gesagt, Siemens ist ein globaler Riese.
Ja, der jetzt CEO Roland Busch will diesen Erfolg nun fortschreiben.
Wir haben es gesagt, One Tech Company heißt das Programm.
Die drei großen Sparten Digital Industries, Smart Infrastructure und Mobility bleiben bestehen.
Daran wird nicht gerüttelt, aber darunter soll Siemens deutlich schlanker werden, weniger Hierarchie, größere Einheiten, klarere Verantwortlichkeiten.
Aber die eigentliche Börsen-Story, ihr werdet es ahnen, das ist KI.
Siemens will industrielle KI zum verbindenden Element des Konzerns machen.
Und das ist interessanter, als es zunächst klingt.
Denn Siemens sitzt dort, wo KI die reale Welt erreicht.
In Fabriken, Stromnetzen, Gebäuden und Infrastruktur.
Und es geht um Maschinen, die effizienter produzieren.
Netze, die intelligenter gesteuert werden.
Und Fabriken, die automatisierter arbeiten.
Unsere Bullenthese lautet, Siemens könnte sich vom klassischen Industriekonzern immer stärker zum Tech- und Softwareunternehmen entwickeln.
Und das wäre eben auch für die Bewertung entscheidend.
Industrieunternehmen, ihr wisst das alle, bekommen an der Börse normalerweise deutlich niedrige Multiples als Tech-Konzerne.
Und wenn Siemens beweist, dass sich Software, Daten und KI skalierbar monetarisieren lassen, dann könnte der Markt im Konzern irgendwann auch eine höhere Bewertung zugestehen.
Und darin steckt ein möglicher Weg zur Billion.
Der Haken, diesen Beweis.
Den gibt es bislang nicht.
Das stimmt.
Das ist nämlich die zentrale Schwäche der Story.
Bislang zumindest.
Siemens redet viel über industrielle KI, weist aber nicht separat aus, wie viel Umsatz- oder Auftragseingang damit tatsächlich erzielt wird.
Und Investoren wissen bislang nicht genau, über welchen Mechanismus KI den Gewinn erhöht.
Es gibt viel KI-Fantasie, aber noch keine KI-Rechnung.
Genau deshalb ist der 1.
Oktober so wichtig.
Dann muss nämlich Bush erklären, ob One Tech Company mehr ist als eine neue Konzernfolie und wie daraus konkret mehr Wachstum, höhere Margen und stärkere Kundenbindung entstehen sollen.
Und ehrlich gesagt, da könnte noch ein Problem auftauchen, selbst dann, wenn es die KI-Rechnung gibt.
Denn dann besteht immer noch das Risiko, dass Siemens inzwischen stärker am KI-Zyklus hängt, als man auf den ersten Blick vermutet.
Also Rechenzentren, Halbleiter, Elektrifizierung.
Vieles wird heute vom gleichen Investitionsboom getrieben.
Und sollte die KI-Euphorien kippen, könnte das mehrere Siemens-Geschäfte gleichzeitig treffen.
Und ausgerechnet zwei stabilisierende Säulen hat man abgegeben, Energie- und Medizintechnik.
Gerade Siemens Energy hat sich inzwischen selbst zum deutschen Börsenstar entwickelt.
Und der Betriebsrat sagt offen, mit Energy & Healthineers wäre Siemens heute noch wertvoller.
Andererseits wären die Rekordmargen vielleicht ohne diese Fokussierung gar nicht möglich gewesen.
Der Veranleger zählt ohnehin nur die Zukunft, das muss man auch sagen.
Und dafür braucht es drei Dinge.
Siemens muss Wachstum und Margen hochhalten, den Umbau tatsächlich effizienter machen und vor allem muss der Konzern zeigen, dass KI nicht nur technologisch funktioniert, sondern auch finanziell.
Also nicht nur unsere Produkte können KI, sondern hier sind die Milliarden, die wir damit verdienen.
Und diese Erkenntnis, die muss am 1.
Oktober irgendwie greifbar werden.
Und gelingt das, könnte Siemens etwas Seltenes werden, nämlich ein europäischer Industriekonzept mit zunehmend technologischer Bewertung.
Und dann wäre die Billion zumindest keine völlig verrückte Vorstellung mehr.
Und apropos Vorstellung, weißt du, worauf ich dabei ganz besonders gespannt bin?
Na?
Auf die Lederjacke.
Der hat doch der Busch, der hat doch jetzt schon ein paar Mal diese Lederjacke auch so bei Präsentationen angezogen.
Und dann, das war doch so voll der Jensen Wang Style.
Und irgendwie so geriert er sich ja auch so ein bisschen so.
Und vielleicht sitzt es ja auch so ein richtig krasser Lederjackenauftritt.
Und dann sind wir ja irgendwie schon bei der Billion.
Also Nvidia und so weiter.
Du weißt, was ich meine.
Ja.
Und Deadlifter ist er auch noch.
Ja.
Das war alles erwachsen.
Wir freuen uns immer über Feedback.
Schickt uns deine Medien-Triple-A, also a-at-will.de oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Und bei euch hat sich beim Thema Werbung reichlich Ärger aufgestaut.
Uns erreichen derzeit auffällig viele Nachrichten zum Thema.
Alex schreibt etwa, schade, dass die Werbung nicht nur am Anfang kommt, sondern auch vermehrt zwischendurch und es insgesamt auch wesentlich mehr geworden ist.
Kann man zwar vorspulen, aber trotzdem schade.
Schmeldet aber nicht den Inhalt vom Podcast, der gut ist.
Na immerhin.
Ja, immerhin.
Also man muss wirklich sagen, Alex ist nicht der Einzige.
Wir bekommen wirklich sehr, sehr viele Mail-Zuschriften und Kommentare dazu.
Also von uns gibt es dazu Folgendes zu sagen.
Erstens, wir verstehen den Ärger.
Es gibt tatsächlich immer mehr Werbung und zwar häufig über den gesamten Podcast verteilt.
Zweitens freuen wir uns ehrlich gesagt auch, dass die allermeisten von euch die Kritik wirklich fair äußern und keine so entweder Werbung weg oder ich höre hier nicht mehr rein Attitüde an den Tag legen.
Und drittens.
Dass Triple E auch bei Werbepartnern so gefragt ist, ist natürlich auch ein gutes Zeichen und spricht für unser spannendes Publikum, also euch und die große Reichweite.
Das ist alles sehr, sehr attraktiv für Werbekunden.
Fest steht aber auch, dass das mit der Werbung besser geht.
Uns stören auch vor allem Dinge wie die Platzierung und auch die Kenntlichmachung der Werbepassagen.
Und was man aber auch sagen muss, vieles liegt grundsätzlich nicht in unserer Hand, aber wir versprechen, dass wir uns darum kümmern, dass es wieder besser wird.
Vielleicht nicht schon morgen, aber in nächster Zeit und ist hiermit so zwischen euch und uns vor allen Bart abgemacht.
Es gibt Hoffnung auf Besserung und das ist doch ein guter Grund, uns zu abonnieren, über uns zu sprechen und uns euren Freunden zu empfehlen.
Wir hören uns morgen wieder, wahrscheinlich mit Werbung.
Ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
