# Behavioral Finance Insights For Smarter Investment Decisions

**Podcast:** Asset Class
**Published:** 2026-08-18

## Transcript

Akzeptanzresilienz.
Jetzt sind wir endlich mal an dem Punkt, wo wir hundertprozentig wissen, wir haben eine Wissenschaftlerin eingeladen.
Ja, das war ein bisschen ein Unfall.
Ich tessoriere mir mal mein Essen rein, ja.
Hat ein Mädchen sie gefragt, ob sie die Klana-App einfach löschen könnte.
Und dann sind ihre Schulden weg.
Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatung.
Kapitalanlagen bergen Risiken.
Du entscheidest, in was du investierst.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Asset Class, deinem Podcast über Wachstum und Werte.
Ich bin Christian Veröhl und heute habe ich für dich eine Wissenschaftlerin, die den größten Risikofaktor für unser Vermögen erforscht.
Und nein, das ist nicht die Inflation oder die KI-Blase, das sind wir selbst.
Merkwürdig verquastes Verhältnis zu Geld.
Wieso wir uns noch immer schwer tun, über Geld zu sprechen.
Weshalb wir investieren oft als stressigen Nebenjob begreifen, statt einfach den Zinseszins für uns arbeiten zu lassen.
Und wie die Wissenschaft uns helfen kann, die Psychofallen hinter uns zu lassen und bessere Finanzentscheidungen zu treffen.
Das und mehr.
Jetzt mit Prof.
Dr.
Christine Laudenbach von der Goethe-Universität Frankfurt und vom Safe Leibniz-Institut.
Hallo Christine, schön, dass du hier bist.
Ja, hallo, ich freue mich.
Du bist Verhaltensökonomin.
und Professorin für Household Finance, wie in deinem Profil steht.
So Household Finance, Haushaltsfinanzen.
Das klingt so ein bisschen wie Omas Teetasse im Küchenschrank, wo so die Münzen und vielleicht auch mal der eine oder andere Fünfer oder Zehner reingesammelt werden.
Aber das kann es natürlich nicht sein.
Da steckt mehr dahinter.
Erklär mal ein bisschen, was du so machst und mit welchem Ziel.
Deine Intuition war gar nicht so schlecht.
Also im Endeffekt geht es darum, wie Menschen Finanzentscheidungen treffen.
Das geht von der Oma mit ihrer Tasse bis hin zu dir in deinem Portfolio.
Also ich beschäftige mich damit, welche Entscheidungen Menschen aus welchen Gründen treffen, wenn es um ihr Geld geht.
Und das wirklich auf wissenschaftlicher Basis mit einer ganzen Reihe.
Von Studien.
Das Schöne an wissenschaftlichen Studien ist, sie sind in aller Regel zumindest über wissenschaftliche Archive auch öffentlich zugänglich.
Deswegen können wir so ein paar Studien einfach mal durchgehen.
Und das ist ja auch der Grund, weshalb ich mich so gefreut habe, dass du hier bist.
Weil bei dir merkt man auch immer, dass du einerseits halt diesen ganzen wissenschaftlichen Background hast, aber die Themen dann auch wirklich praxisnah runter.
Und das wollen wir jetzt auch mal machen.
Und naja, jetzt hast du gerade gesagt, du redest einfach darüber, wie Menschen mit Geld umgehen, wie sie Finanzentscheidungen treffen.
Und dazu gehört ja auch, ich habe das eingangs schon gesagt, wie man überhaupt Geld begegnet.
Ich komme ja noch aus einer Zeit, wo also vor allem meine Oma mir beigebracht hat, über Geld spricht man nicht, Geld hat man.
Dieses Tabu.
ist, glaube ich, heute nicht mehr ganz so stark in Deutschland wie vor 40 Jahren.
Du hast eine Studie gemacht in Hessen Monitor.
Da haben immerhin 62 Prozent der Menschen gesagt, über Geld spricht man nicht.
Das ist Quatsch, das ist von gestern.
Was ist da passiert?
Wie ist es zu so einem Umdenken gekommen?
Ich glaube, das ist wie bei vielen Themen, die wir sehen, die vor allem auch durch die sozialen Medien offener geworden sind.
Also die Leute reden einfach mehr drüber, aber auch nicht über alle Aspekte.
Also wenn wir zum Beispiel dann in die Details gehen, ändert sich das auch wieder über Aktien, redet man vielleicht über das Portfolio auch, aber da auch eher über die Gewinne als über die Verluste, die man so gemacht hat.
Also dieses soziale Image, das man von sich selbst weiterträgt, das müsste man auch da positiv erhalten.
Aber wenn es dann um so Themen wie Inkasso geht oder auch Gehalt, ist auch wieder schwieriger.
Also da werden die Menschen auch offener, aber es ist immer noch so, dass wir da ganz anders unterwegs sind als zum Beispiel in den nordischen Ländern, wo man auch öffentlich über diese Themen spricht.
Woran liegt das?
Also kann ich natürlich aus den sozialen Medien absolut nachvollziehen.
Durchaus einige Menschen, die auch einen kompletten Depotauszug oder ein Screenshot aus der Scalable-App dann posten, wo eben nicht nur relative Portfoliogewichte drinstehen, sondern auch die absoluten Zahlen, die auch über absolute Zahlen reden, wie viele tausend Euro an Dividenden sie vereinnahmen.
Aber dass jemand sagt, also hier ist mein Gehaltszettel, habe ich nicht gesehen.
Es gab dann irgendwie so diese merkwürdige Geschichte mit den Klana-Schulden, ich glaube auf TikTok, wo man immer dachte, okay, das ist so eine Mischung aus Schämen und Stolz.
Guck mal hier, wie ich wirklich hardcore konsumiert habe.
Woran glaubst du liegt das?
Warum tun wir uns mit Aktien eher leicht, vielleicht sogar über Schulden zu reden?
Aber warum ist Gehalt echt so ein Tabuthema?
Ich meine, es hat auch immer eine kulturelle Komponente.
Man ist eben wie du auch, du hast das halt zu Hause gehört, das macht man nicht, da spricht man nicht drüber und das sind oft so ganz unbewusste Dinge, wo man das Bauchgefühl dann hat, irgendwie ein schwieriges Thema.
Beim Gehalt ist es natürlich auch so, dass manche gar nicht drüber reden dürfen.
Das ist ja teilweise auch noch vertraglich verboten, sage ich jetzt mal.
Und ich glaube, in Deutschland ist es halt auch so, dass wir nicht wie in den USA stolz darauf sind, wenn wir zum Beispiel ausreichend Geld verdienen, sondern wir schämen uns dann vielleicht auch eher, weil es könnte ja sein, dass...
die Freunde vielleicht weniger verdienen.
Das bringt uns in so eine Situation, wo wir uns unwohl fühlen und deswegen thematisieren wir das am liebsten gar nicht.
Also wir haben da noch ein bisschen Angst vor Neid oder so und dass wir selber neidisch werden oder andere auf uns neidisch werden.
Ja, genau.
Das ist ja auch schwierig.
Das merkt man ja auch, wenn es gerade um Konsum geht.
Dieses, was kann ich mir leisten?
Das ist ja auch bei jungen Menschen ja sehr ausgeprägt als Statussymbol noch.
Und das verändert sich ein bisschen im Laufe der Zeit.
Das ist ganz spannend, weil wir ja auch genau deine Eingangsfrage an Menschen gestellt haben.
8000 Menschen in Deutschland, was denkt ihr, wenn ihr über Geld nachdenkt?
Und niemand schreibt da etwas wie die ursprüngliche Form des Geldes, also Zahlungsmittel und so weiter, sondern es kommen immer Emotionen mit rein.
Und da sieht man zum Beispiel auch, dass die ganz jungen Menschen noch sehr viel Träume damit...
verbinden und die älteren Menschen sagen dann irgendwann, Geld macht nicht glücklich, aber es befreit einen von Sorgen.
Also eine ganz andere Art, sich dem Ganzen zu nähern und das ändert sich eben auch mit dem Lebensabschnitt, in dem man sich befindet.
Also bei jungen Menschen ist es dann tatsächlich eher so, auch statistisch signifikant, dass sie sagen, okay, ich will so und so viel Geld akkumulieren und dann ist mein Leben super.
Ja, ich glaube, es sind einfach auch noch mehr Träume dabei.
Ich meine, bei den ganz Jungen ist es natürlich so, dass sie denken, jeder wird ein super Fußballprofi oder YouTuber.
Ich habe so einen zu Hause.
Ja, ich auch.
Der ist neun Jahre alt.
Macht demnächst irgendwie wieder so ein Fußballcamp und geht fest davon aus, dass danach wir nach München ziehen werden, weil der FC Bayern sagt, jetzt kommen wir zu uns.
Und das ist ja auch super schön.
Ich finde auch nicht, dass man Kinder und Jugendliche schon aufwecken muss und ihnen diese Träume nehmen sollte.
Es kommt halt immer so ein bisschen drauf an, wenn dann ein Kind sagt, ich muss nicht für die Schule lernen, weil ich ja eh Fußballprofi werde.
Dann kann man darüber nachdenken.
Aber grundsätzlich sind diese Träume ja auch schön.
Ja, diese Träume sind schön, aber man muss sie dann auch irgendwann zur richtigen Zeit aufgeben.
Aber ja, unter jungen Menschen spricht man sicherlich schon ein bisschen mehr über Geld.
Man flext vielleicht auch mal damit, da sind auch diese Problemthemen.
Aber warum ist es überhaupt wichtig, dass wir über Geld sprechen?
Jetzt mal so aus der verhaltensökonomischen Perspektive heraus.
Naja, weil wir aus Interaktion, Kommunikation und Erfahrung lernen.
Und es muss nicht immer unsere eigene Erfahrung sein, sondern wir können eben auch von der Erfahrung anderer lernen.
Wenn wir aber über ein Thema nicht reden, dann wird es auch schwer, darüber zu lernen.
Und dadurch fehlt halt in manchen Situationen auch das Bauchgefühl.
Also gerade, wenn es dann um extremere Fälle geht, so um Betrug oder ist das seriös, 8% sicher.
Also solche Themen, gab es ja auch mal tolle Werbungen und so.
Und wenn ich ein Bauchgefühl dafür habe, entwickelt habe oder auch, was mache ich denn, wenn ich mal eine Mahnung bekomme oder wenn ich mal wirklich im Inkasso lande, was bei vielen Deutschen inzwischen auch der Fall ist, dass sie da mindestens einmal Erfahrung mitgemacht haben, dann, wenn ich darüber reden kann, weiß ich halt, komme ich schneller zu einer Lösung auch.
Das heißt also, wenn dann so ein Brief kommt von irgendeinem Inkasso-Dienstleister, hier zahlen sie entweder sofort oder in Raten oder es kommt der Gerichtsvollzieher.
Ja, oder ich habe eine Kollegin, die Birgit Happel, die war mal in einer Veranstaltung und da hat ein Mädchen sie gefragt, ob sie die Klana-App einfach löschen könnte.
Und dann sind ihre Schulden weg.
Also solche Themen einfach.
Ich meine, das ist natürlich wichtig, so ein Grundverständnis für Finanzen und für Geld zu haben.
Und auch gerade am Aktienmarkt ist es so, dass ganz viele, vor allem Frauen häufig sagen, ich habe schon so viel darüber gelesen, aber ich weiß jetzt nicht, wo fange ich eigentlich an.
Und da hilft es natürlich auch zu kommunizieren.
Und zu mir haben zum Beispiel Studierende auch schon gesagt, sie fühlen sich teilweise in den Aktienmarkt gedrängt inzwischen.
Und ich wusste nicht genau, wie sie das meinen und habe dann nachgefragt.
Und dann haben sie eben gesagt, Also, dass sie inzwischen sich auch auf Partys oder Veranstaltungen eben über das Depot unterhalten und sie können halt nicht mitreden, wenn sie nicht mitmachen.
Und da dann bestimmte Sachen, die man eben vielleicht nicht ganz verstanden hat, die man irgendwo in einem Podcast oder wo auch immer hört.
einfach nachfragen zu können.
Also es ist wieder dieser Wissenstransfer.
Aber ich glaube, diese Punkte, die sind schon viel, viel einfacher geworden.
Wie findest du sowas aus verhaltensökonomischer Sicht?
Sagst du, das ist gefährlich, wenn jetzt so das Thema Aktien, also nicht Finanzen allgemein, sondern wirklich Aktien so einsickert in das tägliche Leben, dass es schon zum Partygespräch wird?
Sind wir dann schon wieder irgendwo da, wo wir im neuen Markt waren?
Oder sagst du, das ist eigentlich ganz gesund, dass sowas passiert?
Also grundsätzlich finde ich es gut, weil ich glaube, dass wir ganz, ganz viele Menschen nicht erreicht haben, sich überhaupt damit zu beschäftigen, sich damit auseinanderzusetzen.
Natürlich kann das auch wie bei allem zu gewissen Bubbles führen, die für die einzelne Person da nicht so gut ausgehen.
Ich meine, es kommt halt immer so ein bisschen darauf an, was die Inhalte des Gesprächs sind.
Aber grundsätzlich sich Informationen zu holen, zu sammeln, Ansprechpartner zu haben, finde ich, ist eine gute Sache.
Also ich stelle es selber fest, ich gehe jetzt nicht mehr so häufig.
Ich bin häufig auf Partys.
Meine Party ist immer Fußballtraining von meinem Sohn.
Und da stelle ich schon fest, wenn wir so dann mit den Vätern zusammenstehen und irgendwas gerade los ist an der Börse, ist das halt Thema.
Beispielsweise beim Liberation Day hieß es dann sofort, jetzt muss ich mal erst die Sparpläne aufstocken.
Ja, jetzt ist das so runtergegangen.
Das macht ja total Sinn, jetzt einfach ein bisschen mehr reinzumachen.
Da habe ich mich natürlich dann gefreut, jetzt als SpaceX an die Börse gegangen ist, war das natürlich auch.
Durchgehend Thema.
Aber da habe ich dann so ein bisschen diese ironische Distanz auch gemerkt, wenn dann so ein Vater sagt, Mensch, wie lange dauert es denn noch, bis ich weiß, wie viel Geld ich verliere mit SpaceX.
Und dann am Ende haben sie doch dann erst mal, zumindest in den ersten Tagen, ganz ordentlich absahen können.
Und dann auch die Gewinne.
Ich finde das auch schon ganz schön.
Insbesondere, weil ich noch nicht den Eindruck habe, dass es insgesamt so in der breiten Bubble so giergetrieben ist wie vor 25 Jahren.
im neuen Markt und bei den damaligen Börsengängen.
Aber jetzt haben wir ganz stark über die Menschen gesprochen, die über Geld schon reden.
Das sind 62 Prozent nach deiner Studie, nach dem Hessen-Monitor.
Aber da bleiben ja 38 Prozent übrig.
Da ist ja dann die Frage, wie kriegen wir die denn dazu, dass man die mal ein bisschen für das Thema Geld...
Weil wenn die sich darüber nicht trauen zu reden, dann wollen die sich vielleicht ja auch gar nicht damit beschäftigen.
Und ich merke das häufig auch von dem, was Follower mir zurückspielen.
Und dann sagen die, ja, also ich würde gerne meine Freunde, meine Arbeitskollegen wirklich einfach für einen ETF-Sparplan begeistern.
Aber die blocken sofort ab, die machen sofort die Schotten hoch, entweder weil sie sagen, ist eh alles Mist, ist eh alles spekulativ oder verstehe ich sowieso nicht.
Die kommen nicht mal in so ein Gespräch.
Was kann man denn tun, gerade in der Situation, bei Freunden, Verwandten, Arbeitsplatz, um wirklich mal so ein Gespräch über Geld in Gang zu setzen?
Ich glaube, da kommt es ein bisschen darauf an, was du mit Geld meinst.
Also ob es jetzt wirklich um den Aktienbereich geht oder allgemein über Geld.
Weil diese 62 Prozent, die reden ja allgemein über Geld.
Es kann ja auch sein, dass die einfach über ihr Budgeting oder alltägliche Finanzentscheidungen sprechen.
Das ist ja häufig die Basis davon.
Bevor wir überhaupt über den ETF-Sparplan reden.
kommt ja erstmal, nee, habe ich sowieso kein Geld für.
Da sind wir erstmal im Budgeting-Thema.
Ja, ich glaube, es gibt so Entscheidungen, wenn die so allgemeingültig sind, die muss man halt treffen.
Zum Beispiel sowas wie eine Baufinanzierung, wenn du dir ein Haus kaufen möchtest oder eine Wohnung kaufen möchtest, dann hast du da auch gar kein Problem, darüber zu sprechen.
Weil das irgendwie sowas ist, was völlig natürlich ist, muss ich halt jetzt machen, deswegen kann ich darüber reden oder über eine bestimmte Versicherung oder so.
Bei den Aktien ist es so, dass eben dieses Gefühl aus der Historie bei vielen noch da ist.
Also ich sage immer, wir haben so ein Kollektivgedächtnis, das nicht überschrieben wurde.
Was bedeutet das?
Es gibt halt einfach diese Telekom-Story, die immer noch in manchen Familien erzählt wird.
Vor allem, weil die Kinder vielleicht oder die Enkel inzwischen keine neuen Erfahrungen gesammelt haben.
Dann ist das so einfach so wie so ein Spruch, den du am Anfang auch beschrieben hast.
Und das andere sind auch Teile.
noch die Ost-West-Unterschiede, die in Deutschland dazukommen, dass du halt ganz lange da keinen Kapitalmarkt hattest und so auch eine negative Propaganda in die Richtung von Kapitalmärkten, was so ein ungutes Bauchgefühl bei vielen Menschen hinterlassen hat, weil das ja auch nicht so das Erste ist, wo du drüber nachdenkst dann.
So kaufe ich mir jetzt mal eine Aktie.
Das heißt, wir haben dieses Kollektivgedächtnis, das negativ geprägt ist und zusätzlich keine Institution, die uns was Positives vorlebt.
Also wenn du zum Beispiel an die USA denkst, wo du die 401k-Planner hast, wo ein Arbeitgeber für dich vorselektiert, der dir schon einen großen Anteil an deinen Suchkosten abnimmt, weil du einfach davon ausgehst, dass dein Arbeitgeber natürlich was Positives für dich im Sinn hat und dir vielleicht zwei, drei, vier Fonds, fünf Fonds aussucht und dir dann auch zeigt, wie es funktioniert.
Und ich hoffe so ein bisschen, dass mit der Frühstattrente und dem Altersvorsorge-Depot diese allgemeine Erfahrung jetzt auch in die Gesellschaft einfach kommt.
Dadurch werden Menschen zumindest mal vorbereitet, geöffnet.
Man wird dem Thema nicht einfach entkommen können.
Alles wird sehr häufig in Medien präsent sein.
Wir machen ja auch viel Aufklärung drumherum.
Aber was sind die Triggerpunkte, um Menschen da wirklich dann auch abzuholen?
aus deiner Sicht.
Nicht, dass man sagt, ja, okay, jetzt gibt es noch wieder was Neues.
Und ja, Riester war schon Mist und Ronald Reagan hat ja schon gesagt, die gefährlichsten Sätze sind, ich bin von der Regierung und hier, um dir zu helfen, deswegen will ich auf keinen Fall.
Wie schaffen wir es, Menschen dafür zu öffnen, sich auch auf diese neuen Möglichkeiten einzulassen?
Ich glaube...
Also wir haben da verschiedene Themen, die schwierig sind.
Das erste ist schon mal, dass es doch noch viel Englisch ist.
Also da geht es ja schon mal los in ETF.
Das Wort ist schon mal ganz furchtbar.
Wieso, das steht doch für einfach, transparent, fair.
So übersetze ich das immer.
Nein, immer.
Mach ich grundsätzlich.
Sag immer das ETF-Prinzip einfach, transparent, fair.
Vielleicht sollten das auch noch mehr Menschen machen, weil genau das ist so das erste Problem.
Dann gibt es einen Asset-Manager und so weiter.
Also es ist viel Komplexität da drin.
Wenn du dir dann einen Fonds aussuchst, dann kriege ich ständig irgendwelche Bilder über WhatsApp.
Ja, da gibt es aber jetzt ja 15 verschiedene Varianten.
Was soll ich denn jetzt nehmen?
Was heißt denn das alles?
Und dann vertrauen Menschen blind.
Und das soll es ja eigentlich auch nicht sein.
Ich meine, allein wenn man es zumindest schon mal ausschüttend und thesaurierend oder wie auch immer.
Also irgendwas, was man intuitiv vielleicht auch, das ist auch nicht ganz intuitiv, aber besser als es momentan.
Thesaurierend, typisches Wort im Sprachberauf.
Ja, ausschüttend.
Ich korriere mir mal mein Essen rein.
Okay, ich habe es selbst gemerkt.
Aber da sehen wir schon.
Ich finde es ja spannend, dass du über das Thema Sprache, Deutsch gekommen bist.
Weil wir sehen ja eigentlich überall, dass Englisch in der Alltagssprache schon drin ist.
Selbst mein Sohn mit neun sagt, das ist aber nice.
Gleichzeitig, aber bei Finanzthemen sagst du schon, würden wir eine Hürde senken, wenn einfach mehr Deutsch ist.
Weil wir grundsätzlich schon oder viele grundsätzlich schon Angst vor diesen Themen haben.
Und ich glaube, da kommt halt noch dazu, wenn du dir überlegst, wenn du dir früher Börse vor acht oder so eine Informationssendung anschaust.
Jeden Tag wurde allen Menschen erklärt, was der DAX gemacht hat, welche Unternehmen hoch und runter gegangen sind.
Und natürlich denkst du, wenn mir das jeden Tag als Otto-Normalverbraucherin erklärt wird, dann muss das einen Informationswert für mich auch als Anlegerin haben.
Ich muss das beobachten, ich muss das wissen.
Und viele denken einfach, es ist unglaublich viel Aufwand.
Die glauben, sie müssen Bilanzen lesen, wenn sie investieren wollen und so.
Jetzt sind wir im Grunde bei einer spannenden Studie von dir, die ich gelesen habe mit dem schönen Titel Rethinking the Stock Market Participation Puzzle.
Das ist mal eine Ansage, auch englisch, aber klar, die wissenschaftlichen Journals sind eben englisch.
Und das ist schon auch für eine deutsche Wissenschaftlerin das Ziel in dieser Studie.
Journals entsprechend reinzukommen.
Aber ja, du hast einfach da mal geschaut, was Menschen einfach davon abhält, sich an Aktienmärkten zu beteiligen.
Und da habe ich einen schönen Begriff gefunden, die Labor Illusion.
Sozusagen investieren als Job, als Arbeit.
Die irgendwie Korrelation zwischen Investmenterfolg und der Zeit.
dich da reinsteckt.
Das ist im Grunde das, was du gerade beschrieben hast.
Genau, also es ist total verrückt, was Menschen glauben, wie viel Aufwand das ist.
Und ich glaube, das kommt so ein bisschen davon.
Es gibt ja ganz verschiedene Gründe, warum Oder was ich mit meinem Investment machen möchte.
Und die sind nicht immer nur rein Rendite getrieben.
Es gibt ja Menschen, die wollen einfach Vermögensaufbau fürs Alter und das kann ruhig langweilig sein.
Und sie möchten sich so wenig wie möglich damit beschäftigen.
Durch die Art und Weise, wie viel Information dabei bereitgestellt wird, denken viele, das geht gar nicht.
Also sie müssen sich mit diesen ganzen Themen beschäftigen und dann ist das natürlich ein Vollzeitjob.
Also sie denken, sie müssen zwei bis drei Mal pro Woche in ihr Portfolio gucken.
die makroökonomischen Nachrichten verfolgen, um gut aufgestellt zu sein.
Nein, das braucht man nicht.
Man muss einfach nur einmal die Woche Asset Class hören.
Das reicht für mich.
Zum Beispiel.
Nein, auch das braucht man ja eigentlich nicht.
Wenn man einmal seine Strategie...
Ich wollte es jetzt so nicht sagen.
Nein, da muss man doch ganz ehrlich sein.
Es hilft vielleicht Menschen an der einen oder anderen Stelle.
Das ist ja zumindest unsere Hoffnung, Risiken besser einschätzen zu können.
Sinne des Kredos von Warren Buffett, risk comes from not knowing what you're doing, das ist zumindest der Anspruch, den wir haben, aber klar, ich muss ja nicht jede Woche Finanzpodcast hören, auch alles auf Aktien, ohne Aktien wird schwer, mach einen tollen Job, aber ich kann ein extrem guter und erfolgreicher Anleger, eine sehr erfolgreiche Anlegerin sein, ohne überhaupt jemals einen solchen Podcast gehört zu haben, einfach weil ich meine Strategie durchhalte und, was weiß ich, 60, 40 Aktien online mache.
Ich glaube, das ist genau dieses Problem, das da besteht, weil das sind ja alles tolle Podcasts, aber ich, weil ich Spaß daran habe.
Also ein Punkt ist natürlich schon, es ist ja total spannend, was diese ganzen Unternehmen machen.
Man kriegt auch viel, viel mehr.
Man lernt sehr viel dazu.
Man lernt dafür, wo geht die Wirtschaft hin und so weiter.
Alles ganz wichtige Sachen.
Aber sie sind nicht unbedingt für den Einzelnen, der einfach nur breit investiert sein Vermögen aufbauen will und monatlich sparen möchte und einfach damit nichts zu tun haben will.
Kann das halt überfordernd sein.
Weil die Personen häufig denken, sie müssten das alles wissen.
Und ich glaube, das ist so.
ein bisschen die Krux, die wir haben mit den Menschen, die nicht investieren, dass sie da diese verschiedenen Ansätze nicht verstanden haben.
Ich meine, natürlich ist es auch wichtig, ein Gefühl dafür zu bekommen, warum man doch hin und wieder die Podcasts auch braucht, wenn man für die Altersvorsorge rein...
also nur dafür investieren möchte, weil du natürlich auch die Kostenstruktur ändern.
Es gibt neue Produkte, man kann diskutieren, wie viel USA, ist der MSCI World diversifiziert genug?
Solche Diskussionen gab es ja auch.
Aber für das Basisinvestment, für den ersten Schritt, für den Anfang, brauche ich viele dieser Informationen einfach nicht und das wissen viele Menschen einfach auch nicht.
Aber ist es wirklich so, dass Menschen dann in der Breite, gerade wenn sie sich jetzt nicht aktiv mit Geld beschäftigen, auch nicht den Spaß an Wirtschaft haben, dass Menschen dann wirklich auch damit hadern, dass zum Beispiel im MSCI World oder MSCI All Country World zu viel USA ist?
Oder ist das nicht eher auch Verunsicherung, wenn dann diese Artikel rauskommen?
Das ist ja häufig dann auch sehr clickbaitig.
Wie riskant ist da MSCI World?
Und da denke ich mir dann, okay.
Jetzt haben die vielleicht 2020 das Thema entdeckt, Sparplan aufgemacht, MSCI World läuft ja auch großartig, haben sich daran gewöhnt, es geht am 1.
des Monats gleich weg, zack ins Depot, manchmal rappelt es ein bisschen, aber insgesamt ist es rasant gut gelaufen, wo man eigentlich eher sagen muss, ein bisschen mal die Erwartungshaltung einbremsen und dann kommt so ein Ding, eben ja auch in großen Medien, FAZ, Süddeutsche.
Spiegel, wie riskant ist der MSCI World?
Jemand, der einfach nur Geld anlegen will, der muss doch Angst kriegen, oder?
Ja, natürlich, das ist das Problem.
Also er ist immer noch weniger riskant als eine Einzelaktion.
Aber wie lösen wir das?
Wo kann uns die Wissenschaft da helfen?
Was müssten wir eigentlich machen, um Menschen in der Stelle nicht zu überfordern und um sowohl denen, die noch nicht investieren?
als auch denjenigen, die schon dabei sind, diese Labor-Illusion zu nehmen.
Weil es ist ja auch bei ganz vielen, die dabei sind, immer so dieses Thema, ich muss jetzt reingucken, ich muss jetzt nochmal gucken, ob es vielleicht neue ETFs gibt, dass ich vielleicht umschichten muss, meinen Sparplan ändern muss.
Nein, musst du eigentlich gar nicht.
Ja, auch die Investoren in unserer Studie glauben, dass das sehr viel Arbeit ist.
Also das ist nicht nur bei den Leuten so, aber die haben einen Weg gefunden und da gibt es im Endeffekt zwei Möglichkeiten.
Das eine ist Akzeptanzresilienz.
Akzeptanzresilienz, doch, jetzt sind wir endlich mal an dem Punkt, wo wir hundertprozentig wissen, wir haben eine Wissenschaftlerin eingeladen.
Das ist ein schöner Begriff.
Komm, erklär uns mal.
Also, dass du einfach akzeptierst, nicht alles zu wissen und damit...
damit zufrieden bist.
Das ist die eine Möglichkeit, das beschreiben manche.
Die sagen halt, naja, ich habe irgendwie das Gefühl gehabt, ich war noch nicht ready, ich weiß immer noch nicht so viel, aber es ist ausreichend und ich mache es jetzt einfach wie beim Tennis, da würde ich auch nicht erst mal fünf Jahre Bücher lesen, bevor ich mich das erste Mal auf den Platz stelle, sondern ich fange einfach mal an.
Leg einfach mal los.
Einfach mal machen.
Also Akzeptanzresilienz ist ja total gut dann.
Genau.
Und die andere Gruppe delegiert.
Die delegiert dann an die Schwester, den Bruder, den Vater, die Mutter, den Berater, die Beraterin und denkt aber, dass die Person das alles liest.
Die Bilanzen und so weiter.
Und denkt dann halt, die Person macht diese ganzen Sachen, die man selbst eigentlich machen müsste, aber auf die man keine Lust hat.
Okay, das heißt also, dann Fati liest immer die FAZ und hört...
Der weiß, wie es läuft und der macht es jetzt für mich.
Und der macht auch dann das ganze Depot.
Also diese zwei Typen finden wir im Groben in dieser Studie.
Und wie ist so dieser Typ des Delegierens?
Es ist ja eigentlich eher schwierig, weil man dann ja irgendwie nicht selbst Eigeninitiativ wird, sondern am Ende ja auch dann vielleicht die Verantwortung, wenn es mal nicht so läuft, auf jemand anderes schiebt.
Ja, das finden viele auch gut.
Also das ist auch so dieser Unterschied zwischen, wenn man so Studien anguckt, zu ETFs und klassischen Fonds, dass Menschen auch bei den klassischen Fonds mit aktivem Fondsmanager das Gefühl haben, sie können dann jemanden verantwortlich machen, wenn es nicht gelaufen ist.
Weil du hast die Entscheidung ja nicht selber getroffen.
Das ist schön.
Das ist dann auch ein Vorteil.
Den Index kann man eigentlich nie dafür verantwortlich machen.
Der Fondsmanager ist doof, der 40% verliert.
Aber es sagt dann wenige Leute halt, der DAX ist doof, wenn er um 40% runter geht.
Ist ja nur ein Index.
Es ist wieder spannend, wie das in Zukunft mit der KI sein wird.
Wenn die KI die Anlagevorschläge macht.
Oder auch wenn ich jetzt das Gefühl habe, ich habe mit der Interaktion, ich meine, das ist ja auch so oft, ich weiß nicht, wie das bei dir ist, wenn du mit Freunden sprichst, aber man hat ja dann schon immer so ein bisschen Angst, also muss man sehr aufpassen, was man genau sagt, weil am Schluss bist du ja dann auch schuld.
Also ich sage ja gar nichts, ich gebe ja keine Empfehlungen ab.
Manchmal sage ich meine Meinung und was man dann daraus macht.
Ja, aber ich sage es selbst in der Familie, im Freundeskreis, weil ich werde halt oft gefragt, ich gebe keine Anlageempfehlung, aber ich bin mir sicher, dass die den Satz alle überhören.
Ja, aber dann sagst du doch also...
Ein breit gestreutes Portfolio ist gar nicht so schlecht.
Und dann sagen die, was gibt es denn da zum Beispiel?
Da gibt es so viele, also so sind ja diese Gespräche dann.
Und ich bin gespannt, wie das mit der KI in Zukunft dann sein wird, wenn du darüber kommunizierst, ob du dann das Gefühl hast, du hast die Entscheidung selbst getroffen oder ja, das wird spannend.
Ob die KI uns dann am Ende doch allein lässt.
Nochmal zurück zu denjenigen, die jetzt schon drin sind.
Und die investieren, aber die feststellen, irgendwie, das ist mir ein bisschen zu sehr Fulltime-Job.
Irgendwie macht das Spaß.
Und sich zu informieren, 90% habe ich sowieso in irgendwelchen ETFs und dann ab und zu mal so ein bisschen Aktien und dafür das alles lesen und vor allem dieses ständig ins Depot gucken.
Hast du da irgendwie einen Tipp, was man da machen kann?
Also Akzeptanzresilienz hilft dir da nicht weiter.
Naja, also so ganz so würde ich das nicht sagen.
Ich glaube, da gibt es ja auch wieder verschiedene Typen.
Solange das was ist, wo du sagst, du kannst ja bestimmte Apps auch von deinem Handy löschen.
Also wenn du sagst, es ist zum Beispiel, es stresst dich, dass du da jeden Tag das Gefühl hast, du musst da draufklicken, machst das vom Home-Bildschirm weg.
Das kannst du ja auch mit Instagram so machen oder was auch immer.
Ich meine, du kannst natürlich auch zu einem Punkt kommen, wo du sagst, wenn ich den Großteil breit diversifiziert angelegt habe und ich habe halt so ein Play Money Depot, dann ist es vielleicht auch in Ordnung.
Dann akzeptiere ich das vielleicht auch einfach, dass das ein Ziel dieses Ganzen wirklich auch das ist, dass ich mich damit beschäftige, dass ich die Unternehmen nicht aus dem Blick verliere, weil ich es einfach spannend finde, was ja auch in Ordnung ist.
Ich glaube...
Ich persönlich bin ein großer Freund von irgendwelchen Regeln und Limits.
Finde ich grundsätzlich gut, weil viele Menschen sehr impulsiv sind und sich dann in der Situation selbst eben dann doch nicht so gut kontrollieren können.
Und wenn man vorher sich mal überlegt, was man eigentlich möchte, dann bricht man vielleicht auch seltener aus.
Also Zeitlimits?
Und was auch immer.
Ich meine, im Endeffekt ist es so, dass mein Doktorvater Martin Weber hat immer einen Vortrag gehalten, investieren vor der Krise, in der Krise, nach der Krise und dann war das erste Slide so the same.
Weil wenn du halt in der Krise irgendwie drüber nachdenkst, was du anders machen müsstest, dann warst du vorher schon irgendwie nicht perfekt aufgestellt, weil du ja langfristig orientiert bist.
Also es ist natürlich jetzt ein bisschen extrem, aber so grundsätzlich, wenn du dich unwohl fühlst mit Dingen, dann heißt das meistens, dass es auch grundsätzlich ist.
was nicht in Ordnung ist.
Jetzt hast du einen großartigen Namen gerade genannt.
Professor Martin Weber.
Es muss ein Glück sein, ihn als Doktorvater gehabt zu haben.
Er ist ja nun auch wirklich jemand, der eine ganze Menge getan hat für passives Investieren und einfache, breit diversifizierte Geldanlage in den letzten Jahren.
Und du warst nicht nur bei ihm an der Uni dabei, sondern irgendwann habt ihr euch...
gedacht, naja, also Diagnose ist ja eine ganz schöne Sache.
Wissenschaftlich zu sagen, was schief läuft, ja, wichtig, aber so wie in der Medizin entwickeln Wissenschaftler dann ja auch Behandlungen und ihr habt tatsächlich eine Therapie gegen diese Nervosität an den Finanzmärkten damals entwickelt.
Therapie gehört auf den Namen Arero.
2008 hat er dieses Konzept entwickelt, ganz entscheidend von Martin Weber, ja auch dann auf vielen, vielen Vorträgen, die du vielleicht kennst in vielen Medien, auch vorgestellt entwickelt.
Arero-Aktien, Renten, Rohstoffe, das alles in einem für mich von Verhältnissen sehr günstigen Feind.
Erklär uns mal ein bisschen so, wie war der Spirit damals?
Wie seid ihr da in diesem Gründungsteam überhaupt auf die Idee gekommen?
Und warum ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt?
Denn ihr seid an den Start gegangen im Jahr 2008, mitten in der Finanzkrise.
So ungefähr ein Monat nachdem Liemann in die Pleite geschlittert ist.
Ja, das war ein bisschen ein Unfall, würde ich sagen.
Also das war natürlich nicht so geplant.
Aber die Geschichte so kurz zusammengefasst war ein bisschen.
mit Promovierenden und Postdoktorandinnen und Doktoranden zusammen ein Buch geschrieben, davor genial einfach investieren.
Und da ging es eben viel um Anlegerfehler, um Dinge, auf die man aufpassen muss, um Impulse, um diese ganzen Themen.
Und dann kam öfter mal das Feedback so, ja, jetzt wissen wir, was wir alles nicht machen sollen, aber was sollen wir denn jetzt eigentlich machen?
Und dann hat das Ganze als wissenschaftliches Projekt gestartet.
Also sie haben sich Daten angeguckt und geschaut, wie sollte man eigentlich idealerweise diversifizieren und haben sich eben komplexere Strategien.
einfachere Strategien angeschaut und dann war so eine regelbasierte, relativ einfache Heuristik gar nicht schlechter als jetzt was super Komplexes, zumindest nicht für Privatpersonen.
Und irgendwie ist es dann dazu gekommen, dass das tatsächlich aufgelegt wurde als Investmentfonds.
Ja, das ist dann 60% Aktien, 25% Anleihen, 15% Rohstoffe, kein ETF, sondern wirklich ein ganz klassischer.
Investmentfonds, mittlerweile 2,8 Milliarden Assets under Management, also ein richtiges Wachstumsprojekt und man kann ja auch sehen, wie Diversifikation dann eben wirkt.
Denn seit 2008 250% plus mit einem maximalen Drawdown von 20%.
MSCI World, klar, volle Kanne Aktien, Schwerpunkt auf den US-Aktienmarkt plus 650%, aber dagegen auch stärkere Drawdowns, 30%.
Und das ist eben dann für diejenigen, die wirklich voll diversifiziert sein wollen, ja, weniger Rendite, aber auch eben deutlich mehr Entspannung.
Hat also gut funktioniert.
Ja, ich glaube damals vor allem.
Ich meine, inzwischen gibt es ja viele Multi-Asset-Fonds, aber damals war es tatsächlich was relativ Neues, muss man sagen, 2008.
Und ich glaube, der große Vorteil damals für uns war auch, dass unser Anspruch ja einfach war, es einfach und transparent zu machen und ein Konzept zu entwickeln, wo wir wirklich auch viele Informationen bereitstellen.
Wir hatten eine eigene Website, wir hatten ein Telefon, wo Leute anrufen konnten und Fragen dazu stellen konnten.
Also es war wirklich...
so der Anspruch, das Ganze, es gab keine Kickbacks, also das Ganze so transparent wie möglich zu machen.
Und wir haben damals, ich weiß nicht, was wir für, wir haben am Anfang für, also wir haben nicht damit gerechnet oder wir haben gar nicht darüber nachgedacht, wie langfristig das ganze Produkt dann am Markt bleibt, sondern das war wirklich eher so eine Frage, wie kann man das gestalten, dass es auch meine Oma irgendwie hinkriegt, das zu verstehen.
Ja, wobei man muss sagen, ihr habt ja ein Startup gemacht.
Mittlerweile ist es ein reines DWS-Produkt und es gibt mehr Multi-Asset, aber häufig wird ja Multi-Asset dann auch genutzt, um irgendwie komplexe Mechanismen da reinzubringen.
Da stehen plötzlich doch 1,7% Gebühren dann da drauf, die mit einem hohen Rentenanteil.
ziemlich schwierig reinzukriegen sind.
Und man hat ja auch gesehen, solche 60-40-Strategien im Jahr 2022 zum Beispiel, hat es dann mit langfristigen Anleihen auch ziemlich reingeregt.
Und die haben bis heute ihren Drawdown nicht aufgeholt.
Deswegen also diese fixen Grenzen.
Du hast ja gesagt, Regeln sind gut.
Das ist ja auch dann wieder so eine Regel.
Zweimal im Jahr wird ja...
Rebounding.
Also wieder diese 60, 25, 15 hergestellt.
Und ja, es ist eine sehr praktische Sache.
Kann man natürlich auch selber umsetzen, wenn man das ein bisschen anders gewichten will.
Wir haben auch damals zum Beispiel die Informationen immer bereitgestellt, wie man es selber machen kann.
Also wenn ihr das für euch selbst so machen wollt, was könntet ihr kombinieren und so weiter.
Und ihr habt aber auch weiter dann untersucht, was mit diesen fixen Prozentsätzen ist.
Und da bin ich dann so ein bisschen gestutzt.
Es gibt eine Studie von dir gemeinsam mit Professor Martin Weber und Christian Ehm, wo ihr euch auseinandersetzt mit dem Thema Prozentsatzheuristik.
Nämlich genau diesen klassischen 60, 40, 80, 20.
wie man häufig Aktien, Renten, Portfolios strukturiert, wie ihr damals auch den Arero strukturiert habt.
Aber da habt ihr dann zehn Jahre später in dieser Studie gesagt, diese Prozentsatzheuristik, die kann schon kritisch sein, weil man nicht wirklich zu dem Risikoprofil kommt, was eigentlich zu den Lebensumständen, zur Lebenssituation und zur Risikotragfähigkeit passt.
Erklär mal dieses Thema.
Prozentsatzheuristik.
Also ich habe mich während meiner Dissertation eigentlich damit beschäftigt, wie man Risiko erklärbar machen kann.
Also Volatilität zum Beispiel.
Das ist ja was, was wirklich, dann hast du irgendwelche Verteilungsfunktionen, da rennen ja schon alle weg, wenn du damit ankommst.
Genau, deswegen.
Also vielleicht eine Frage zuvor.
Was ist denn überhaupt Risiko?
Da können wir auch eine Stunde drüber reden.
Also ein Kollege von mir, der Stefan Zeisberger, der hat da mal ein Experiment zu gemacht, wo er verschiedene Risikovariablen verändert hat und dann immer die Leute gefragt hat, wie riskant ist dieses Produkt denn jetzt und hat die Volatilität verändert oder was auch so.
Also die Volatilität, das ist ja in der Wissenschaft jetzt allgemein so dieses Risikomaßstab, gerade im Asset Management von Märkten.
Was ist die Volatilität?
Die Volatilität ist die Standardabweichung der Erträge.
Toll, das sagt jetzt auch ganz viel aus.
Also wie stark schwankt es?
Ja, aber ist die Frage, wie stark etwas schwankt, wirklich Risiko?
Also wir hatten zum Beispiel mit Christian Wienkamp von Perpetual Family Office darüber gesprochen.
Er sagt, Schwankung ist mir doch egal.
Ich habe einen Horizont von 30 Jahren und für mich ist das Risiko, dass ich bei säkularen Trends einfach nicht dabei bin.
Oder dass ich irgendwo einen kompletten Ausfall habe, weil ich irgendwo einen Faktor unterschätzt habe.
Oder dass ich in einem Produkt bin, wo viel zu hohe Kosten...
eine eigentlich hohe Vorkostenrendite aufrasten.
Das ist Risiko.
Aber nicht, ob das vielleicht zwischenzeitlich mal ein bisschen mehr und dann zwischenzeitlich ein bisschen weniger ist.
Also insofern, was sind dann unterschiedliche Risikodefinitionen, die man wissenschaftlich messen kann?
Ja, es ist super schwierig.
Also in der Studie von dem Kollegen kam eben raus, dass die Leute eigentlich nur ihre Risikoeinschätzung verändert haben und sich die Verlustwahrscheinlichkeit verändert.
Bei der Volatilität auch ein bisschen, aber dann bei anderen Indikatoren gucken die Leute, also weil dieser Fokus, wenn du auf diese Renditen zum Beispiel geguckt hast oder die Wertentwicklung, der ging immer um die Verlustwahrscheinlichkeit.
Und da ist ja so ein bisschen die Frage, was bedeutet das?
Und ich habe überlegt.
präziser gesagt während meiner Dissertation, wie kann man Volatilität erklären?
Wie kann man das greifbar machen?
Und was wir dann gemacht hatten, war auch mit Martin Weber zusammen so ein Risikotool entwickelt, wo du dir, wie mit so Bausteinen, die über den Bildschirm fliegen, verschiedene Ziehungen bei einem Anlagehorizont anschauen kannst, wie sich das verteilt.
dass du ein Gefühl dafür bekommst, es waren so Klötzchen, da wurde immer ein mögliches Endergebnis gezogen, nach einem Jahr, nach fünf Jahren, nach zehn Jahren und das Ganze hat dann so eine Verteilungsfunktion aufgebaut.
Also verschiedene Kursverläufe.
Genau.
Reale Kursverläufe oder simuliert?
Aus historischen Daten gezogen.
Und die Idee war aber einfach, also die Idee war gar nicht, dass das exakt jetzt auf diesen Fonds oder dieses Produkt oder was auch immer zustrifft, sondern einfach um ein Gefühl für Schwankungen zu bekommen.
Und dann haben wir das den Leuten in dieses Key Investor Information Document, damals in diese Risikoklassen übersetzt.
Also wir haben gesagt, die Verteilung, die du dir gerade ausgesucht hast, da konnten wir so rumspielen mit Plus und Minus und so weiter, entspricht einem Risikoprofil von so und so.
Und da hat man gesehen, dass die Leute...
das wirklich ganz gut verstanden haben.
Und jetzt komme ich zu der Studie, weil in dieser Studie war es eben so, dass wir gesagt haben, okay, wir machen jetzt mal was Verrücktes.
Wir fragen die Leute, stellt euch vor, ihr habt 1000 Euro zum Beispiel und soll die zwischen einem risikofreien Cash-Konto und einem ETF oder einem Fonds aufteilen.
Also wie wollt ihr anlegen?
Und dann haben wir das Risiko dieser riskanten Komponente verändert.
Und normalerweise müsstest du dann ja, wenn was super riskant ist, sagst du, okay, ich will vielleicht nur 30 Prozent da reinmachen.
Und wenn du aber was hast, was gar nicht so riskant ist, weil es zum Beispiel ein Multi-Asset-Fonds ist oder was auch immer, machst du vielleicht 70 Prozent da rein, wie auch immer.
Und was wir dann gemacht haben, und das war der Clou in der Studie, ist, wir haben das auch simuliert.
Und einmal haben die Leute diese Prozentaufteilung gesehen und einmal eben nicht.
Da konnten die nur mit Plus und Minus mehr oder weniger Risiko machen.
Und wenn, sobald du diese Prozentaufteilung gesehen hast, haben sie immer eine sehr, sehr ähnliche Zahl angegeben.
Also du bist dann halt zum Beispiel der 70-Prozent-Typ und es ist völlig egal, was du mir da in dem riskanten Fonds da reinlegst.
Du nimmst immer 70% und 30% Cash.
Und das ist natürlich nicht optimal, sage ich jetzt mal.
Vor allem, weil du ja auch immer nur eine Auswahl an Produkten dir anschaust.
Und das war eben diese Ignoranz der Volatilität gegeben, dass du diese Prozentzahlen siehst.
Das heißt also für mich jetzt bei der Geldanlage, was soll ich jetzt nicht mehr sagen, okay, ich mache jetzt.
60, 40?
Soll ich jetzt sagen, nee, Arero ist ja eigentlich Mist, weil der macht ja 60, 25, 15 und das passt ja vielleicht gar nicht zu mir.
Soll ich mir wirklich das über Risiko selber zusammensetzen, selbst wenn ich gar nicht weiß, wie das jetzt geht, weil ich brauche ja unglaublich viele Daten dafür.
Ja, bräuchte ich ja eigentlich wieder ein Tool.
Könntet ihr ja im Institut eigentlich sonst so ein Tool dafür bereitstellen oder wie im Broker irgendwie?
Was folgt jetzt wirklich praxisnah daraus?
Ich glaube, das ist eher etwas, was auch relevant ist natürlich für die Anbieterseite.
Auf eine...
Ja, je nachdem, was du Menschen vorlegst.
Es gibt auch eine Studie aus den USA, die zeigt, wenn du den Leuten fünf Produkte gibst, in der Altersvorsorge zum Beispiel, und davon sind drei Anleihenfonds und zwei sind Aktienfonds, teilen die es gleichmäßig auf.
Wenn aber vier Aktienfonds sind und ein Anleihenfonds, was ja ein völlig anderes Risiko ist, teilen sie es auch gleichmäßig auf.
Und ich glaube...
Hier war der wichtige Punkt, genau diesen Anbietern auch bei den Altersvorsorgeplänen, wenn jetzt ein Arbeitgeber sowas für dich vorschlägt, zu zeigen, hey, je nachdem, was ihr den Leuten für ein Angebot zeigt, kommen die mit einem völlig unterschiedlichen Risiko daraus.
Und die nächste Frage ist natürlich, okay, was mache ich jetzt damit?
Aber das hängt halt so ein bisschen davon ab.
Im Endeffekt ist es erstmal eine Beschreibung, eine Information, so zu sehen, dass die Auswahl bestimmt, wie viel Risiko du am Schluss hast.
Und das ist ja schon erschreckend, wie extrem das funktioniert.
Wobei ich auch immer sagen muss, diese ganzen Daten sind halt immer irgendwie nach hinten.
Und natürlich, wenn ich jetzt für die letzten 15 Jahre schaue, dann habe ich natürlich Technologie.
Aber du kannst ja die letzten 15 Jahre fix lassen.
Und egal, was du mir zeigst, wenn du mir vier Technologienaktien gibst und eine andere, zwischen denen ich auswähle, mache ich ein Fünftel, ein Fünftel, ein Fünftel.
Wenn du mir aber was ganz breit diversifiziert hast, mache ich auch ein Fünftel, ein Fünftel.
Das ist so ein bisschen, als würdest du beim Essen immer einen Teller essen.
Egal, was du mir reinlädst.
Egal, wie viel drauf ist, egal, wie es aussieht.
Okay, das ist spannend.
Ich finde dieses Thema Risiko.
Ja, interessant, weil ich habe eben schon mal diese Warren Buffett-Definition gehabt, die entspricht mir sehr stark, weil ich glaube, dass wir grundsätzlich das größte Risiko haben, wenn wir irgendetwas machen, was wir nicht voll durchdrungen haben, was nicht zu uns wirklich passt, auch von den Konsequenzen.
Aber nichtsdestotrotz versuchen ja auch Privatanlegerinnen und Privatanleger, Risiko zu messen.
Und Volatilität, Standardabweichung, das haben wir ja schon alles in der Schule nicht so wirklich gerne gehabt.
Statistik.
Ich kenne ganz wenige Menschen, die gesagt haben, ach Mensch, also Statistik war so mein Lieblingsfach in der Schule.
Ja, es ist relativ komplex.
Hilft sowas wie historische Kursverläufe anschauen und Maximum Drawdown unter Wassercharts?
Ist das etwas, wo du sagst, das kommt eigentlich der menschlichen Psyche mehr entgegen, so dieser schlimmstmögliche Verlust?
Oder ist das vielleicht auch wieder riskant, weil das wieder irgendeinen Bias kreiert?
Naja, ich meine, am Ende des Tages ist ja der erste Schritt, überhaupt ein Gefühl für das Risiko zu bekommen.
Das bedeutet dennoch, dass ich nicht exakt voraussagen kann, was die nächsten Jahre passiert.
Aber ich kriege zumindest aus der Historie ein Gefühl, was in der Vergangenheit passiert ist und was so Szenarien sind, die wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher sind.
Und das ist einfach das Beste, was ich habe, weil ich es nicht vorhersagen kann.
Ich weiß nicht, ich weiß weder, was Trump macht, noch weiß ich, ob es irgendwo ein...
eine Naturkatastrophe gibt, ob ein Atomkraftwerk ein Problem, also ich kann es ja nicht vorhersagen.
Und diese ganzen Dinge beeinflussen ja alles.
Das heißt, die Zukunft ist unsicher, damit müssen wir leben.
Aber es sind auch in der Vergangenheit schlimme Dinge passiert und die Aktienmärkte haben in irgendeiner Art und Weise darauf reagiert und ich kann versuchen, daraus zu lernen.
Und deswegen sind eben die Daten aus der Vergangenheit das Beste, was ich habe, um zu lernen, zumindest ein Grundgefühl für die Schwankungen zu kriegen.
Und ich sehe gerade, du hast hier zum Beispiel ja dieses Rendite-Track auch stehen.
Da sieht man ja, wie oft es war grün, wie oft war es rot und so weiter.
Und für viele Privatpersonen ist das für das Grundgefühl oder auch die Risikosimulation, die wir damals gemacht haben, einfach die Idee, ein Grundgefühl dafür zu bekommen.
Und dieses Grundgefühl, da finde ich ja immer ganz spannend, diese eben nicht nur Rendite-Dreiecke, sondern diese Unterwasser-Charts, wirklich zeigen, was hatte ich denn unter Umständen mal als Verlust, wenn ich am schlechtestmöglichen Zeitpunkt eingestiegen bin, also wirklich auf einem temporären Hoch und dann kommt man dazu.
Also 50 Prozent bei internationalen Aktien haben wir eben gesehen in den 70er Jahren, dazu diese lange Unterwasserphase, die dann begleitet wurde von hoher Inflation, aber auch die Drawdowns.
Anfang der Nullerjahre, dann in der Finanzkrise, als dann kurze Zeit später der Arero kam.
Und ist das was, wo du sagst, auch aus wissenschaftlicher Sicht, das ist eigentlich eine ganz faire Annäherung, wenn man sagt, okay, bei Aktienmärkten nicht breit diversifiziert, streue 50% Verlust, ja, muss ich mit leben, dass das einfach irgendwann im Laufe meiner Anlegerkarriere mal passiert?
Oder sagst du schon, das ist zu sehr über den Daumen und muss man differenzierter sehen?
Ne, passieren kann das auf jeden Fall.
Die Frage ist halt einfach immer, wie ich aufgestellt bin und das hängt halt sehr stark von meinem Lebensmodell ab, auch von meiner Zukunftsvision, die ich habe.
Wenn ich jetzt zum Beispiel, keine Ahnung, es gibt Menschen, die gehen in Rente und sitzen am liebsten in ihrem Garten, die haben ihr Haus abbezahlt.
Das ist was ganz anderes, wie wenn ich zum Beispiel sehr hohe Ausgaben habe, wenn ich noch eine Weltreise machen möchte und das in zwei Jahren und habe alles in einem Depot.
Also ich glaube, wir wollen immer sehr einfache Lösungen.
Aber bei diesem Finanzplanungsthema ist es natürlich so, dass es sehr individuell ist und das wird einem auch niemand abnehmen können.
Ich muss wissen, will ich ein Jahr durch die Weltreisen zwischendurch und mal eine Pause machen?
Was hat das für Konsequenzen für meine Ersparnisse und so weiter?
Mit diesen Dingen muss ich mich einfach beantworten.
Und das ist ja beim Aktienmarkt genauso.
Ich kann nicht einmal die Entscheidung treffen und dann denken, okay, ich warte jetzt einfach, bis ich in Rente gehe und gucke nie wieder, was ich gespart habe.
Das ist schwierig.
Also außer ich kann halt dann gut mit den Konsequenzen leben.
Aber das ist natürlich eine dynamische Sache, weil das Leben dazwischen kommt.
Das heißt, ich muss mich schon mal...
manchmal damit beschäftigen, spätestens dann, wenn das Leben dazwischen kommt, wenn Lebensumstände sich ändern oder wenn sich abzeichnet, dass sie sich ändern.
Also zum Beispiel, auch dazu gibt es ja dann eine Folge hier auf dem Kanal, wenn allmählich so die Rente in Sichtweite kommt und man einfach mal an das Entsparen denkt und dazu...
dann auch vielleicht etwas mehr Anleihen beimischt, als man das in der Ansparphase ansonsten getan hätte.
Das heißt, man muss schon eigentlich so ein paar Themen durchdringen.
Dazu ist es wichtig, mit Menschen zu sprechen, aber natürlich auch das, was man an Feedback bekommt und sei es am Ende nur von der KI, auch einordnen zu können.
Und damit sind wir ja bei einem ganz großen Thema, das auch bei dir Als Überschrift über dein Wirken steht nämlich Finanzbildung.
Das ist ja so ein riesiges Wort und es gibt ja auch sehr viele Projekte.
Und wenn ich so in der Investment-Bubble über Finanzbildung spreche, dann heißt es immer, ja, es müsste ein Schulfach Finanzbildung geben.
Und dann frage ich so, was müsste dann in diesem Schulfach Finanzbildung so erklärt werden?
Ja, also auf jeden Fall, was eine Aktie ist, was ein ETF ist und so, da denke ich mir, ja, ist ganz wichtig.
Aber bevor wir dahin kommen, müsste es mal so ganz, ganz viele andere Themen geben.
So, was ist eine Credit Card, was ist eine Debit Card, wie funktioniert es?
Ratenkredite, Konsumentenkredite, Hypothekenkredite.
Gibt es Versicherungen?
Gibt es ganz, ganz viel.
Und wenn man das dann durchdenkt, stellt man fest, okay, dann müsste man aber auch eigentlich ein Schulfach haben zum Thema Kochen.
Wie ernähre ich mich vernünftig?
Wie halte ich meinen Körper in Schuss, mein allerwichtigstes Kapital und nicht nur im Sportunterricht schnell Rundenlaufen?
Und dann denke ich, dann wird es immer sehr, sehr viel.
Jetzt mal aus deiner Perspektive als Wissenschaftlerin auch auf Basis, deiner Forschung.
Was heißt denn eigentlich Finanzbildung und welches Maß an Finanzbildung wäre denn wichtig, ohne jetzt in so eine nerdy Überforderung zu kommen?
Also das erste Punkt, der wichtig ist, ist, dass Finanzbildung und Finanzwissen nicht identisch sind.
Wissen ist eben dieses Theoretische, was weiß ich darüber, kann ich bestimmte Dinge erklären.
Da sind die Deutschen gar nicht so schlecht, wenn man so im internationalen Vergleich guckt.
Aber dann geht es an die Umsetzung.
Was mache ich damit?
Und da fehlt es doch an der einen oder anderen Stelle.
Da sind wir eben nicht so gut.
Ich glaube, was ganz, ganz wichtig für Deutschland auch ist, ist zum einen fehlen uns viele Daten.
Also wir haben zum Beispiel auch die Finanzbildungsmaße nicht in Pisa.
Also das heißt, wir wissen gar nicht so genau, wie es um die Finanzbildung gerade bei den jüngeren Kindern und Jugendlichen steht.
Und wir haben auch nicht viel Zugang zur Finanzbildung.
Also es ist eine Hilfe zur Selbsthilfe.
Es gibt ganz tolle Angebote.
Also ich glaube, wir brauchen jetzt nicht viele neue Institutionen, die uns Finanzbildungsmaterialien geben.
Da gibt es ganz, ganz tolle Sachen.
Aber ich muss sie selber suchen.
Und das führt eben zu einer...
Zu geringe Chancengleichheit.
Also in Abhängigkeit davon, wo ich groß geworden bin, wo ich herkomme, in welchem Umfeld ich mich bewege, habe ich eben Zugang dazu oder auch eben nicht.
Das heißt dann am Ende muss der Staat doch wieder irgendwie aktiv werden und dann haben wir diese große staatliche Finanzbildungsinitiative, wo der Staat uns dann quasi vorkuratiert, was wir über Geld wissen müssen.
Soll es das sein?
Weiß ich gar nicht unbedingt.
Ich glaube, man kann das auch als gesellschaftliche Verantwortung sehen.
Also ich meine zum Beispiel auch können Unternehmen machen ja auch, da kommen wir wieder zur Resilienz, aber es gibt ja auch bei Employer Benefits oder so, gibt es ja auch Möglichkeiten zu mentaler Gesundheit, Angebote und so weiter.
Und ich sehe nicht, warum nicht auch Unternehmen ein Interesse haben sollten, für ihre Mitarbeitenden Finanzbildung anzubieten.
Finanzielle Gesundheit.
Ja genau, finanzielle Gesundheit.
bei den Anfangsentscheidungen anzufangen, ist für ein Unternehmen auch nichts, was man sich wünscht.
Und viele Jugendliche oder Menschen, die gerade so in das Erwachsenenalter übergehen, die wünschen sich zum Beispiel Informationen zur Budgetplanung.
Also so ganz einfache Sachen, wie plane ich am besten?
Weil wir zum Beispiel auch, wir haben auch Interviews mit Inkassos gemacht, da gibt es eben auch diese Themen, dass man so volatiles Gehalt nicht so gut einschätzen konnte, wo dann jemand sagt, naja, ich habe Dinge gekauft und dann haben die mir im Café die Schicht gestrichen, dann kam das Geld nicht und so weiter.
Also so diese relativ einfachen Dinge, wie track ich das, was kann ich da tun?
Aber auch natürlich diese ganzen...
wichtig, der Zinseszins.
Das ist was, was der Mensch einfach, das Hirn versteht das nicht, wenn es mir nicht vorgerechnet wird.
Wie kriegen wir Sinn, dass Menschen genau das mit dem Zinseszins verstehen?
Mit schönen Beispielen.
Da gibt es so dieses tolle Beispiel mit den Meilenstiefeln, wenn du irgendwie, du läufst irgendwie, ich weiß es nicht mehr genau, 18 Schritte oder so und du läufst den ersten Schritt und dann potenziert der sich immer und wie weit kommst du?
Und du kommst halt mehrfach um die Welt.
Also das ist einfach so was, das hat man ja auch während Covid gesehen, dass du dieses Gefühl, heute ist noch alles in Ordnung und morgen sind alle tot, ich überspitze das jetzt.
Aber wir verstehen das einfach nicht.
Also der Mensch kann nicht exponentiell denken und ich glaube, die einfachste Art und Weise, uns das zu versinnbildlichen, ist mit Beispielrechnungen.
Dass du sagst, okay, wenn ich jeden Monat 50 Euro spare und ich habe halt keinen Zinseszins, was kommt dann hin?
raus und was passiert bei einem Prozent, zwei Prozent, was passiert bei sechs Prozent?
Und das sind die einfachsten Beispiele, weil dann sehe ich es halt.
Und dann ist natürlich, wenn wir jetzt über Finanzbildungsinitiative sprechen, ist das alles immer so groß oder wenn wir über Schule sprechen, Schulfach, dann ist auch wieder der Staat in der Verantwortung.
Aber eigentlich die kleinste Zelle, um Finanzbildung jetzt zu vermitteln, ist die Familie.
Und hast du da vielleicht irgendwie so ein paar?
Tipps auch vielleicht durchaus aus dem eigenen Leben, was wichtig ist, auch aus der wissenschaftlichen Reflexion raus, wie man Kindern bei diesem Umgang mit Geld helfen kann.
Ja, ich glaube, Familie ist natürlich auch deshalb wahnsinnig wichtig, weil wir auch viel durch Beobachtung lernen.
Also wir lernen nicht nur durch das, was uns bewusst mitgeteilt wird, sondern durch das, was wir sehen.
Keine Ahnung, wenn immer die Männer über Geld oder Entscheidungen, finanzielle Entscheidungen sprechen, dann denken Kinder, das ist Männersache.
Da geht es schon los.
Mit den Töchtern wird weniger über Geld gesprochen als mit den Söhnen.
Da gibt es Studien zu.
Das ist natürlich schon mal schlecht, wenn ich meine Töchter auf die Welt vorbereiten möchte.
Und dann darf man auch nicht vergessen, dass zum Beispiel auch so Gewohnheiten, dass man leise wird, wenn Kinder außenrum sind, wenn man über Geld redet oder dass man denkt, das ist noch nichts für dich.
Oder dass man selbst nicht über Konsum nachdenken muss, was kostet.
Verkostetes und so weiter.
Das sind ja alles so Kleinigkeiten, die über die Zeit so Gewohnheiten ausbilden, weil die Finanzklischees oder Stereotype, die werden sehr, sehr früh in der Kindheit gebildet.
Also das ist unter zwölf, wo das schon losgeht.
Und da kann ich natürlich schon, indem ich einfach auch ein paar Sachen erkläre, die vielleicht auch mit dem Budget zu tun haben, kann ich schon viel vorbereiten einfach.
Hilft das, wenn Kinder so ein...
Haushaltsbüchlein haben und also fürs Taschengeld dann aufschreiben, wofür sie es ausgegeben haben.
Oder man kann das ja inzwischen, wenn ich ein bisschen älter bin, mein Sohn hat noch kein Handy, aber er darf manchmal ins iPad.
Könnte man ja auch dann reinmachen.
Hättest du was für sinnvoll?
Ja, weil es dir ein bisschen eine Leichtigkeit in dem Umgang mit dem Thema gibt.
Also du kriegst nicht diese Barriere zu dem Thema, die ja viele Erwachsene auch mit dem über Geld sprechen und so haben.
Du musst natürlich ein bisschen aufpassen.
Ich würde auch jetzt, Kinder reden natürlich über alles, dann auch mit jedem und jeder.
Das heißt, wenn du ihnen deinen Gehaltszettel zeigst, dann weißt du es halt am nächsten Tag die ganze Nachbarschaft.
Damit musst du halt auch rechnen.
Also die Frage ist natürlich immer, in welchem Kontext mache ich das?
Aber ich denke gerade diese Dinge, dass man zum Beispiel auch...
Die Kinder bei mir, die dürfen sich auch mal eine Aktie aussuchen oder ein ETF oder was auch immer.
Einfach um ein Gefühl dafür zu entwickeln, was passiert da.
Das darf mein Sohn jetzt auch.
Du darfst jetzt deine Geburtstagsaktien selber aussuchen.
Deine Kinder sind 9 und 11.
Mein Sohn ist 9.
Was suchen die sich so aus?
Ja, also mein Sohn hat Allianz genommen, weil er denkt, eben gehört jetzt einen Teil von Bayern München.
Bingo, aus dem Grunde haben wir letztes Jahr, weil er Geburtstag hatte, kurz nachdem wir in der Allianz Arena gewesen sind, auch Allianz Aktien.
Und übrigens auch Adidas Aktien.
Und es war auch sehr spannend, nämlich bei dem IPO jetzt, haben die Kinder auch so mitgekriegt, dass irgendwie da auch so ein bisschen über die Moral.
diskutiert wurde.
Also darf man jetzt in Unternehmen von Elon Musk investieren oder nicht?
Also das fand ich ganz interessant, weil sie dann halt schon so ein bisschen so dieses ...
Wie sucht man sich denn so eine Aktie aus?
Und ich meine, ich habe jetzt bei den Kindern da nicht mit dem großen Erklären von den ETFs angefangen, weil das ist natürlich ein bisschen viel dann auch.
Aber ich habe halt angefangen mit diesem klassischen Beispiel, alle Eier in einem Korb und dann, wenn der Korb umfällt, sind alle Eier kaputt und einfach so ein bisschen dieses Gefühl.
Solche Sachen kann man ja auch Kindern schon erklären.
Was ich aber fast wichtiger finde, ist tatsächlich diese Budgetierung.
Dass sie selber gucken müssen, keine Ahnung, wenn wir irgendwo hingehen und wir gehen was essen und sie möchten noch irgendein Getränk haben, dass man dann aus Spaß, egal ob man sagt, ja, dann musst du es aber von deinem Taschengeld bezahlen.
Oh nee, dann will ich es nicht.
Also einfach so, dass man dieses Gefühl für diese Themen einfach zu bekommen, dass man haushalten muss, dass nicht alles selbstverständlich ist.
Und auch dieses Einnahmen, Ausgaben, das kann man schon relativ früh machen.
Mein Sohn hat einen 3D-Drucker und hat dann auf einer Familienfeier Vasen an die Tanten verkauft, hat super geklappt.
Und dann kam er zurück und hat halt einen gewissen Umsatz gemacht und hat gemeint, oh, ich habe das und das jetzt als Gewinn.
Und dann habe ich gesagt, nee, nee.
Du musst dir jetzt wieder Materialien kaufen und die Trockenblumen, die da drin waren, die habe ja ich bezahlt, das Geld musst du mir wiedergeben.
Ich habe es da nicht genommen.
Aber einfach, er war erst mal geschockt.
Und er sagt, ja, das, was du eingenommen hast und das, was dir am Schluss gehört, ist ja nicht immer dir.
Also das sind so kleine Beispiele.
Ich mache das jetzt auch nicht jeden Tag, also ich bin ja auch kein Unmensch.
Aber so ab und zu mal so diese Themen mit reinzubringen und zu diskutieren.
Auch mal was im Urlaub Dinge kosten und so.
Das finde ich sehr, sehr wichtig, weil Man kann ja auch nicht erwarten, dass man alles anfängt dann mit 14, 15, 16, wo es sowieso schon alles schwierig ist zu lernen.
Und ist es dabei hilfreich, mit Bargeld zu arbeiten?
Oder das Handy, naja gut, ich meine, die Kinder können ja selber dann irgendwann auch mit der Uhr bezahlen, wenn man dann so ein Taschengeldkonto dahinter legt.
Aber sozusagen trotzdem, unabhängig mal von den technischen Möglichkeiten, das Bargeld ist schon auch...
irgendwie wichtig.
Da gibt es auch Studien mit Erwachsenen dazu, dass ich besseren Überblick bekomme und meine Impulse besser kontrollieren kann, wenn ich Bargeld benutze.
Und ich meine...
Man muss natürlich auch sagen, es gibt eben neue Möglichkeiten, Geld zu verwenden und dann wird es auch wieder Möglichkeiten geben, da die Impulse zu kontrollieren.
Also das gibt es ja auch inzwischen bei der Handynutzung, wo du dir Zeiten einstellen kannst und so weiter.
Und auch da gibt es auch ja Möglichkeiten, wenn du weißt, dass du sehr impulsiv bist, wie du Dinge kontrollieren kannst oder indem du eben eine Aggregation oder so eine Aggregations-Airpass, die dir zeigt, wofür du dein Geld ausgibst, wie viel fließt in Freizeit.
wie viel fließt in und so weiter.
Das digitale Haushaltsbuch, da gibt es ja ganz viele Möglichkeiten, wenn du da entgegenwiegen möchtest.
Christine, vielen, vielen Dank, dass du hier warst, für deine Einblicke aus der Wissenschaft zu sehen, wo sie uns denn konkret auch weiterhelfen kann.
Dir vielen herzlichen Dank, dass du dabei gewesen bist, dass du uns deine Zeit geschenkt hast.
Und wenn es dir gefallen hat, dann sag es doch gerne weiter.
Gib uns Sterne und Natürlich auch gerne ein paar Kommentare.
Welche Tipps zur Finanzbildung hast du schon befolgt?
Vielleicht auch so mal ganz konkret.
Wie sieht Finanzbildung bei dir in der Familie aus für Kinder?
Ich freue mich auch immer über gute Anregungen dazu.
Und natürlich gerne auch kommentieren, wenn du eine Idee hast, wer als nächstes in diesem Studio sitzen soll, wen wir unbedingt mal einladen sollen, beziehungsweise um welche Themen wir uns hier bei Asset Class kümmern sollen.
einfach in die Kommentare oder per E-Mail an podcast.scalable.capital.
Das war's für heute.
Tschüss aus Berlin.
