# US Trucking, AI Chips, Defense, And Mergers

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-08-18

## Transcript

Amerikanische LKW-Aktien gehen dieses Jahr durch die Decke.
Wir schauen uns heute an, was da los ist und ob man davon vielleicht noch profitieren kann.
Außerdem gibt es eine Premiere im Podcast.
Wir sprechen das erste Mal ever über das Business des Kartografierens.
Und davor gibt es wie immer die aktuellen News.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Dienstag, der 18.
August.
Und das ist ohne Aktien wird schwer.
Gesponsert wird dieser Podcast von Scalable Capital, dem Broker mit eigenem KI-Chatbot, der euch alle möglichen Fragen rund um Aktien, Wirtschaft usw.
beantwortet.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Wie es sich für einen Montag gehört, war gestern Merger Monday und es war wirklich ein historischer Merger Monday, vor allem, weil die erfolgreichste Grundschulklasse in der Geschichte Deutschlands involviert war.
Vor Jahrzehnten waren in einer Schulklasse in Künstlsau, nämlich ein junger Reinhold Wirth, ein junger Albert Berner und ein junger Gerhard Sturm in einer Klasse, Wirth hat danach, wie alle wissen, die größte Firma gebaut mit über 20 Milliarden Euro Umsatz.
Berner hat aber auch einen Milliarden Schraubenhändler gebaut und Sturm hat EBM PAPS gegründet.
Das ist heute einer der Weltmarktführer für Ventilatoren und Lüftungen und wurde eben gestern für um die 5 Milliarden Euro an Madison Air verkauft.
Madison Air will damit besseren Zugang zum europäischen Markt kriegen und EBM kriegt so Zugang zum wichtigen US-Markt, wo sie unter anderem mehr Kühlungen für Rechenzentren verkaufen wollen.
Insgesamt ist natürlich ein bisschen schade, dass jetzt ein deutscher Hidden Champion da an den US-Konzern geht.
Aus Aktionärsicht kann man jetzt aber zumindest das erste Mal ever in EBM investieren.
Madison Air insgesamt ist nämlich auch nur um die 13.
Milliarden Euro wert, da macht EBM nach der Übernahme also einen großen Teil aus.
Und das Ganze bleibt auch familiengeführt, über 60% der Aktien von Madison gehören nämlich dem Gründer und Milliardär Larry Gies.
Die Madison Aktie hat nach der Dealmeldung übrigens nur leicht verloren, was bei so einer großen Übernahme selten ist und ein Zeichen dafür, dass die Börse das Ganze sinnvoll findet.
Außerdem muss man sagen, dass Madison zum Beispiel einiges an Risiken eingeht.
Wenn die Übernahme nämlich nicht klappen sollte, weil sie zum Beispiel von Behörden gestoppt wird, dann muss Madison den Eigentümerfamilien von EBM 250 Millionen Euro zahlen.
Aber jetzt weiter zu den anderen Deals.
Zwei große gab es im Rüstungs- bzw.
Space-Bereich.
Da haben einmal die Kollegen von OHB den Auftrag gekriegt, 18 größere Satelliten zu produzieren für insgesamt ca.
1 Milliarde Euro.
Die Aktie hat danach um die 5% zugelegt.
Und wer übrigens mehr zu dem Business von OHB generell zu Satelliten wissen will, der kann sich nochmal unser Interview mit dem CEO und Großaktionär vor einigen Wochen anhören.
Einen noch größeren Deal gab es für RTX.
Da haben die Amerikaner nämlich Tomahawk-Raketen für 22,9 Milliarden Dollar bestellt.
Damit soll die jährliche Produktion dann auf 1000 steigen, von aktuell eher 100.
Und profitieren dürften von dem Deal auch L3 Harris und General Dynamics.
Die liefern nämlich Komponenten von den Raketen.
Man muss aber auch sagen, dass die Aktien nach dem Deal nicht zugelegt haben.
Starke Nachfrage nach den Raketen hat die Börse also scheinbar schon erwartet.
Und bei Alfre Harris war es sogar so, dass die Aktie um die 5% verloren hat.
Das lag aber daran, dass sie ihren CEO rauswerfen mussten, weil Chris Kubasik, so heißt der Kollege, gegen den Code of Conduct verstoßen haben soll.
Woran es genau gelegen hat, wollten sie nicht sagen.
Aber es ist so, dass Kubasik 2012 schon mal CEO von Lockheed Martin werden sollte.
Aber er wurde rausgeworfen, weil er eine Beziehung mit einer Mitarbeiterin hatte.
Damit wieder zurück zu den Deals.
Die mit Abstand größten gab es natürlich in der KI-Welt.
Ich habe ja letzte Folge schon erzählt, dass Nvidia darüber nachdenkt, in SB Energy zu investieren.
Das ist die Tochterfirma von Softbank, die vor allem ein Riesenrechenzentrum für OpenAI baut und dann auch betreiben soll.
Nvidia hat da jetzt auch 1,5 Milliarden Dollar investiert, vor allem werden sie aber bei diesem Rechenzentrum bis zu 105 Milliarden Dollar bürgen, falls OpenAI den Strom oder die Leasingraten nicht zahlen kann.
Ursprünglich war mal die Rede von 250 Milliarden Dollar, also deutlich mehr.
Trotzdem ist es wieder ein Deal, wo Nvidia den eigenen Kunden mitfinanziert.
Anders gesagt könnte man auch kritisch sagen, das ist indirekten Rabatt auf die Nvidia-Chips, weil OpenAI eben nicht nur die Chips kriegt, sondern auch die Garantie und die Kritiker von Nvidia.
lesen diese Deals genauso, dass Nvidia eben mehr und mehr Angst vor anderen Chip-Konkurrenten hat und so mit solchen Deals die eigenen Chips in den Markt drückt.
Chips, die sich gerade nicht so einfach in den Markt drücken lassen, sind die vom chinesischen Speicherchip-Hersteller CXMT.
Da betreibt ja Apple seit einigen Wochen Lobbying-Arbeit, dass sie die eben nutzen wollen, weil sie sonst die hohen Preise bei Micron und Co.
bezahlen müssen.
Howard Latnik hat jetzt aber gesagt, dass die Regierung das nicht so gern hätte.
wenn Apple auf diese Chips zurückgreift.
Die Aktie von Micron hat danach um die 6% zugelegt.
Und damit zum Abschluss nochmal kurz zurück zum Merger Monday.
Ein paar Deals im Schnelldurchlauf habe ich nämlich noch dabei.
Zum Beispiel hat Peter Thiel letztes Quartal einiges an Geld in Energieaktien wie Vista Energy aus Argentinien gepumpt.
Vor allem Vista Energy fand ich spannend, weil Peter Thiel ja vor einigen Wochen auch oder vor einigen Monaten nach Argentinien ausgewandert ist.
In die Aktie hat er übrigens 80 Millionen Dollar gesteckt.
Dann gab es noch zwei Börsengangsmeldungen.
Der Online-Händler Shein aus China soll ja schon länger an die Börse.
2022 war die Firma auch mal 100 Milliarden Dollar wert.
Seitdem gibt es aber viel Konkurrenzdruck, zum Beispiel durch Temo.
Und jetzt soll die Bewertung bei unter 30 Milliarden liegen.
Und auch an die Börse will der Tech-Investor General Atlantic, der verwaltet um die 130 Milliarden Dollar in seinen Fonds, ist also einer der größten der Welt.
Keinen Börsengang, aber auch eine ganz spannende News gab es bei Ferrari.
Die haben nämlich eine spezielle Variante von ihrem ersten E-Auto designt, um es zu versteigern und das Geld an die eigene Stiftung zu geben.
Und es wurde jetzt für einen Rekordwert von 40 Millionen Dollar versteigert.
So teuer war noch nie ein neues Auto bei einer Auktion.
Und die letzte Meldung ist ein Nachtrag zum größten Deal der letzten Woche.
Josh Kaschner und Bob Iger haben ja die Los Angeles Lakers für über 12 Milliarden Dollar gekauft, wirklich ein unfassbarer Preis.
Mir war aber nicht bewusst, dass man den Preis wohl so gut wie komplett über 15 Jahre abschreiben kann.
Und wenn man dann, wie Kaschner, hohe Investmentgebühren aus den eigenen Fonds kriegt, kann man eben die Abschreibungen dagegen rechnen und so wirklich hunderte Millionen an Steuern sparen.
Und jetzt muss man sagen, dass Abschreibungen ja auch was Normales sind, nur ist es eben so, dass sich ein Sportteam nicht wirklich abnutzt.
Hier kriegt man also wirklich Steuern quasi geschenkt.
Wir haben in weit über 1000 Folgen Podcast ja wirklich schon über sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr viele Geschäftsmodelle gesprochen.
Aber das, was Christoph heute dabei hat, hatten wir trotzdem noch nie.
Die Firma, um die es geht, heißt Fugro und ist nach eigenen Angaben Marktführer für sogenannte Geodaten.
Die braucht man, bevor irgendwo ein Windpark ins Meer gestellt, ein Kabel verlegt oder eine Ölplattform gebaut wird.
Denn es muss geklärt werden, wie tragfähig der Boden ist und wo vielleicht Felsen oder alte Wracks liegen.
Fugro fährt dann mit Spezialschiffen raus und kartiert den Meeresgrund per Sonar.
Bezahlt wird die Firma dann pro Projekt meist nach Schiffstagen.
Und weil Fugro immer als erstes an so einem Projekt arbeitet, ist das Business ein spannender Frühindikator, zum Beispiel für die Windkraftbranche.
Und genau das merkt man auch.
Bis 2024 ist das Business gut gelaufen.
Der Umsatz lag bei fast 2,5 Milliarden Euro und die EBIT-Marge kam auf fast 14 Prozent.
Deshalb hat FUGRO auch die Flotte ausgebaut.
2025 dann der Rückschlag.
Umsatz minus 15 Prozent, ein Verlust, Dividende gekürzt und über 1000 Stellen gestrichen.
Der Grund war, dass Windprojekte reihenweise gestoppt worden sind.
Bei einer Ausschreibung vor der niederländischen Küste hat sogar gar keiner geboten.
Zuletzt sind die Halbjahreszahlen gekommen.
Auf den ersten Blick sah es da operativ wieder nach Besserung aus.
Der Umsatz ist um gut 5% gestiegen, der Gewinn sah auch solide aus.
Aber zum besseren Ergebnis hat auch ein einmaliger Gewinn aus dem Verkauf eines Bürogebäudes in Hongkong beigetragen.
Die heftige Reaktion?
Fast 15% Minus nach den Zahlen hatte aber einen anderen Grund, und zwar das Auftragsbuch.
Das ist um 15% geschrumpft, bei erneuerbaren Energien sogar um fast die Hälfte.
Genau dieser Frühindikator schlägt beim Offshore-Wind also gerade wieder Alarm.
Die Firma sagt selbst, die Erholung werde sich auf 2027 verschieben.
Deshalb hält FUGO die eigene Margenverbesserung für dieses Jahr inzwischen für unwahrscheinlich.
Dann ist da noch ein Posten, den man selten in einer Bilanz liest.
Der operative Gewinn wurde mit 15 Millionen Euro belastet durch den Krieg im Nahen Osten.
Aber nicht wegen zerstörter Anlagen, sondern weil in den Emiraten und Katar die Navigationssignale gestört werden, teilweise sogar gefälscht.
Das bedeutet, die Schiffe empfangen falsche Positionen und wenn ein Vermessungsschiff nicht weiß, wo es steht, kann es natürlich seine Arbeit nicht machen.
Hier schlägt die Geopolitik also direkt aufs Ergebnis durch.
Fugro will jetzt sparen, rund 10 Schiffe werden ausgemustert, zurückgegeben, verlegt oder stillgelegt.
Spannend ist auch, woher Fugro seine Aufträge bekommt.
Die Firma hängt nämlich nicht nur am Wind.
Die Hälfte vom Umsatz kommt inzwischen wieder aus Öl und Gas.
Dazu nennt Fugro im Infrastrukturgeschäft zwei Hotspots.
Erstens Kernkraft.
Weltweit sind rund 80 Reaktoren im Bau.
Das sind so viele wie seit 30 Jahren nicht.
Und zweitens Rechenzentren.
Fugro vermisst also auch den Baugrund für KI-Rechenzentren.
Für die Zukunft bleiben aber die Aufträge für die Vermessung von Offshore-Windanlagen wichtig.
Wird der Ausbau wieder hochgefahren, könnten die Niederländer einer der ersten sein, die davon profitieren.
Analysten sind übrigens recht optimistisch.
Ab 2027 erwarten sie wieder mindestens 5% Wachstum pro Jahr und auch steigende EBIT-Margen erwarten sie.
Dafür erscheint der Börsenwert von 950 Millionen Euro, der für das Elffache vom erwarteten Gewinn steht, nicht super teuer.
Aber das ist ein Denkmal der Dummheit und ich denke, ich selbst habe daraus gelernt und ich sollte ein warnendes Beispiel für euch alle sein, weil hütet euch vor falscher Faulheit.
Es wird nicht so viel darüber geredet, aber 2026 ist bisher nicht nur das Jahr der Speicherchip-Aktien, sondern auch das Jahr der amerikanischen LKW-Logistiker.
Knight Swift Transportation, Old Dominion, XPO, JB Hunt, Schneider National, diese ganzen Aktien haben dieses Jahr schon über 30 Prozent zugelegt.
Nach einer eher schwierigen Zeit, vor allem nach Corona, gibt es da gerade also scheinbar ein Comeback und ich habe erst gedacht, dass es einfach der klassische Zyklus der Branche ist.
Also es gibt eine schwierige wirtschaftliche Phase, die kleinen Player, die wirtschaftlich nicht so stark sind, gehen unter, gehen aus dem Markt, dadurch gibt es weniger Angebot, die Preise steigen und davon profitieren dann vor allem die großen Player.
In einem Odd Lords Podcast letzte Woche war aber der Marketingchef vom Truck Parking Club zu Gast und aus seiner Sicht gibt es noch ein paar andere Treiber, die ich euch nicht vorenthalten wollte, weil das auch nicht nur er so sieht, sondern die ganze Branche.
Und zwar ist der erste unterschätzte Faktor die Politik von Trump.
Seit der nämlich im Amt ist, wurden über 30.000 aus seiner Sicht illegale Führerscheine für LKW-Fahrer zurückgezogen und fast 10.000 Anbieter wurden geschlossen, wo man eben solche Führerscheine machen konnte.
Dazu werden Englischkenntnisse jetzt härter überprüft und das alles hat die Anzahl an LKW-Fahrern wohl einfach sehr deutlich reduziert und das sagt nicht nur der Ottlots-Gast, auch die Kollegen bei Schneider National haben den aktuellen Anstieg bei den Preisen oder den Transportkosten eben genau auf diese Faktoren zurückgeführt.
Dazu kommt, dass die ganzen Firmen oben ja selbst Carrier sind, die haben also eigene LKWs, mit denen sie dann rumfahren, anders als reine Speditionen, die eben nur Aufträge vergeben.
Und das ist wichtig zu verstehen, weil es noch zwei wichtige Trends gibt.
Erstens gab es dieses Jahr ein Urteil vom obersten Gerichtshof in den USA, dass eben Speditionen für bestimmte Themen haften, wenn die von ihnen ausgewählten Carrier Fehler machen.
Das war bisher eben anders und es ist auch so, dass seit Corona wohl extrem viel Kriminalität im LKW-Business ist.
Also zum Beispiel Carrier, die eigentlich gar keine sind, sich trotzdem als welche ausgeben und dann eben Lieferungen klauen.
Für die Speditionen wird es dadurch immer wichtiger, vertrauenswürdige Carrier zu nehmen, was eben den großen Playern hilft.
und kleiner eher aus dem Markt drängt.
Und dazu können die großen Carrier dadurch auch höhere Preise durchsetzen, weil es eben mehr Differenzierung bei der Sicherheit gibt.
Das Ganze sieht man leider auch schon an den Bewertungen.
Die ganzen Firmen, die ich oben genannt habe, werden gerade mit über dem 30-fachen vom erwarteten Gewinn bewertet, also schon echt teuer.
Aber gleichzeitig gibt es eben die Chance, dass neben dem Angebot an LKWs, das jetzt geschrumpft ist, auch noch die Nachfrage deutlich anzieht, zum Beispiel durch Rechenzentren, für die ja auch extrem viel transportiert werden muss.
Und wenn das passiert, könnten die LKW-Firmen für eine bestimmte Zeit eben wieder noch mehr Geld machen.
Einem muss aber trotzdem bewusst sein, dass es sehr wahrscheinlich eine zyklische Branche bleiben wird, weil in guten Zeiten eben alle LKWs bestellen.
Das führt zur Überkapazität, die Preise sinken, die schwächsten Player gehen unter, dadurch sinkt die Kapazität, Preise steigen wieder, es wird wieder investiert und so weiter und so fort.
Cherubim und Seraphim, das ist die größte Schutz- und Glückskarte in meinem Kartendeck.
Wenn diese kommt, wisst ihr, seid ihr natürlich komplett universell geschützt.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
