# Inflation Easing, AI Valuations, And DAX Pay

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-08-14

## Transcript

Das ist alles auf Aktien.
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Alle Informationen findest du wie immer in den Shownotes.
Und jetzt viel Spaß mit der heutigen Folge.
Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über Entspannung an der Inflationsfront, Übernahmeeuphorie bei Workday und den Aufstieg von Reddit.
Im Thema des Tages schauen wir uns an, ob die DAX-Chefs eigentlich verdienen, was sie so verdienen.
Und in der AAA-Idee, da prüfen wir, wie gut der neue ETF von Jan Beckers und BitCapital wirklich ist.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Philipp Vetter und Lea Oetjen aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte Heute ist Freitag, der 14.
August und wir wünschen euch einen rekordverdächtigen Start in den Tag.
Ein ganz wichtiger Aktienindex, wenn nicht sogar der wichtigste der Welt, hat gestern Geschichte geschrieben.
Der S&P 500 ist im Handelsverlauf erstmals über die Marke von 7.800 Punkten gestiegen und ging dann mit einem Plus von 0,65 Prozent bei 7.799 Punkten aus dem Handel.
Das ist auch ein neuer Schlussrekord.
Und die Futures deuten darauf hin, dass sich diese gute Stimmung auch fortsetzt.
Ausgelöst hat die ausgerechnet...
Eine Zahl, die überhaupt nichts gemacht hat.
Die amerikanischen Erzeugerpreise sind im Juli gegenüber dem Vormonat nämlich exakt gleich geblieben.
Ökonomen hatten mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet.
Ja, und im Jahresvergleich, da ist die Entspannung noch deutlicher.
Die Erzeugerpreise, die liegen jetzt 4,7 Prozent über dem Vorjahr.
Im Juni waren es noch 5,5 Prozent.
Die Erzeugerpreise, das ist sowas wie die Vorstufe der Inflation.
Was die Hersteller heute für Material und Energie zahlen, das landet ein paar Monate später dann auf dem Preisschild am Regal.
Wenn die Amerikaner ihre Preise im Juli also gar nicht erhöht haben, dann spricht es dafür, dass auch bei den Verbrauchern der Druck nachlässt.
Und genau das haben wir am Mittwoch schon gesehen.
Da lagen die Verbraucherpreise bei 3,4 Prozent nach 3,5 Prozent im Juni.
Der Nestec 100 kletterte um mehr als 1% getrieben von Workday, Sundisk und Western Digital.
Workday sprang zeitweise um 26%, nachdem Reuters berichtet hatte, dass der Finanzinvestor Silver Lake über eine Übernahme des Softwarehauses verhandelt.
Der Handel wurde da zwischenzeitlich sogar ausgesetzt.
Netflix kletterte um mehr als 5%, nachdem bekannt geworden war, dass Bill Eggman im Zuge eines größeren Portfolio-Umbaus eingestiegen ist.
Und die andere Seite des Umbaus haben wir gestern auch noch gesehen.
Beteiligung am Autovermieter Hertz verkauft.
Die Aktie rauschte daraufhin um fast 20 Prozent ab.
Zu den anderen Verlierern des Tages gehörten Cisco, die mehr als 8 Prozent einbüßten.
Noch härter hat es den Chip-Entwickler Sarah Bras erwischt, der nach seinem Ausblick fast 12 Prozent verlor.
Und der Photonik-Spezialist Coherent, der verlor rund 8 Prozent.
Schauen wir mal nach Europa, wo gestern die Überraschung aus Großbritannien kam.
Die britische Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 0,4 Prozent gewachsen, nach 0,6 im ersten Quartal.
Die Investitionen legten sogar um 1,7 Prozent zu.
Erwartet worden war da ein Rückgang, und zwar um 0,5 Prozent.
Und damit dürfen die Briten zum zweiten Mal in Folge das stärkste Wachstum aller G7-Staaten hinlegen.
Und das freut mich sehr, denn ich bespare nämlich schon länger den iSharescore Fuzzi 100.
In Deutschland liefert das IFO-Institut parallel zu den nächsten Dämpfer die geplante Einkommensteuerreform.
Die bringt gesamtwirtschaftlich so gut wie nichts.
Das sagt zumindest IFO-Präsident Clemens Fust und er nennt sie eher Ausgleich als Aufbruch.
Entlastet wird über einen höheren Grundfreibetrag und der Spitzensteuersatz, der greift erst bei etwas höheren Einkommen.
Finanziert wird das über eine neue Stufe für sogenannte Superreiche.
Die müssen dann 47 Prozent zahlen ab.
einem zu versteuernden Einkommen von 280.000 Euro.
Das macht unterm Strich dann 10 Milliarden Euro Entlastung, drei davon im Jahr 2027, sieben im Jahr 2028.
Das reicht aber nicht mal, um die Inflationseffekte, also die sogenannte kalte Progression auszugleichen.
Ja, und genau da liegt auch für das Ivo das Problem.
Wenn Steuern sinken, sollen Menschen mehr arbeiten und mehr konsumieren.
Das ist der Punkt, an dem eine Reform ja erst Wachstum überhaupt erzeugt.
Diesen Effekt sehen die Experten hier allerdings kaum mit einer Reform des Ehegattensplittings, der Abschaffung des Solidaritätszuschlags und einer besseren Anrechnung von Sozialleistungen, während nach Ivo-Rechnungen dagegen 200.000 bis 400.000 zusätzliche Vollzeitstellen am Arbeitsmarkt möglich gewesen.
Bleiben wir noch in Deutschland.
Nach dem Rekordlauf der vergangenen Tage hat der DAX gestern an Schwung eingebüßt und letztlich mit leichten Verlusten geschlossen.
Am Ende stand ein Minus von 0,12%.
Und ein Schlussstand von 26.299 Punkten.
Aber die Deutsche Bank hat Zwischenbilanz gezogen.
70% der DAX-Konzerne haben die Erwartungen übertroffen.
Und das Gewinnwachstum ist das stärkste seit mindestens dem ersten Quartal 2024.
Wobei die Musik gestern gar nicht so unbedingt im DAX gespielt hat, sondern vielmehr in zweiter und dritter Reihe.
Der größte Sprung kam von TKMS mit einem Plus von 10,2 Prozent, nachdem das Analysehaus Bernstein die Marien-Sparte auf Outperform hochgestuft hatte.
Die Mutter ThyssenKrupp zog mit Plus 90,1 Prozent hinterher, weil die Kostenmaßnahmen laut Jeffreys auch im schwierigen Umfeld greifen.
Und im SDAX legte der Rüstungszulieferer Vincorian um fast 10 Prozent zu, weil die Auftragsbrücher so voll sind, dass das Unternehmen beim Jahresumsatz nachlegt.
Im DAX selbst, da war RWE mit plus 2,6 Prozent einer der stärksten Werte.
Ausschlaggebend waren nicht die Zahlen selbst, sondern die Telefonkonferenz danach.
DZ-Bank-Analyst Werner Eisenmann, der sprach von einer prall gefüllten Pipeline und hält die Ende Juli angehobenen Ziele für 2026 und 2027 immer noch für konservativ.
Wenn ein Versorger seine eigenen Prognosen untertreibt, ist das normalerweise ein gutes Zeichen.
Außerdem legten Sixt nach Überraschung...
starken Zahlen um 3,1% zu und Secunet um 6,2%, weil das IT-Sicherheitsunternehmen nach einem starken Halbjahr zuversichtlicher für das Gesamtjahr wurde.
Auf der Verliererseite standen HelloFresh, Energiekontor und EvoTech mit Abschlägen von bis zu 8%.
Bei HelloFresh liegt das Umsatzziel jetzt am unteren Ende der eigenen Prognosespanne.
Energiekontor und EvoTech haben ihre Jahresziele zwar bestätigt, aber eine schwache Halbjahresbilanz vorgelegt.
Und ja, das reicht eben in einer solchen Berichtssaison gerade nicht.
Schnell wieder zu den guten Nachrichten.
Birkenstock legt ein 13 Prozent zu.
Der Schuhhersteller hat seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben, weil die Nachfrage nach den Korksandalen einfach nicht abreißt.
Und vermutlich auch, weil diese Korksandalen immer teurer werden.
Ein paar kostet mittlerweile ja schon deutlich über 100 Euro.
Früher konnte man die noch für einen Bruchteil kaufen.
Klingt so, als wärst du Team Birkenstock und nicht Team Crocs.
Ich bin mittlerweile, ich kaufe Fake-Birkenstocks bei Deichmann, weil ich das nicht einsehe, dafür mehr als 100 Euro auszugeben.
So, so.
Wo wir jetzt aber hier schon bei den ganz großen Summen sind.
Die Financial Times berichtet, dass Investoren beim möglichen Börsengang von Anthropic im Oktober mit einer Bewertung von bis zu 2 Billionen Dollar rechnen können.
Das wäre der größte Börsengang aller Zeiten und würde selbst SpaceX weit übertreffen.
Ja, wie viele Birkenstock-Sandalen wären das?
Zum Vergleich, Ende 2025 lag der annualisierte Umsatz der KI-Firma Anthropic bei knapp 10 Milliarden Dollar.
Bis Ende 2026 erwarten die Investoren, dass das auf 100 bis 120 Milliarden steigt, also immer eine Verzehnfachung.
Zwei Billionen wären dann das 20-fache des Umsatzes.
Palantir und Nebius, die werden mit rund dem 55-fachen bewertet.
Ja, was hier also getestet wird, ist nicht Anthropic, sondern im Grunde die Frage, wie viel Vertrauen der Markt in den KI-Boom insgesamt noch hat.
Und nachbösslich ging es dann noch für Reddit einmal 11 Prozent nach oben, denn das soziale Netzwerk steigt am 18.
August in den S&P 500 auf und ersetzt dort den Wohnmobilkonzern Avalon Bay.
So ein Aufstieg ist ja fast automatisch schon ein Kurstreiber.
Jetzt noch die letzten Termine der Woche bei den Zahlen.
Kommen aus Deutschland SFC Energy, Nagaro, Talangs, Wüstenrot und Württembergische und am Abend Flatex DeGiro.
Aus Großbritannien berichtet der Versicherer Aviva.
Auf der Konjunkturseite stehen die deutschen Großhandelspreise an.
Zudem kommen für die Eurozone die zweite Schätzung zum BIP im zweiten Quartal.
Die Handelsbilanz und außerdem die Beschäftigungszahlen aus den USA erwarten uns noch.
Daten zu den Einzelhandelsumsätzen im Juli und dann heißt es endlich hoch die Hände, Wochenende.
Das Thema des Tages.
Lea, uns kann man ja jetzt hier wirklich nicht vorwerfen, dass wir uns nicht oft genug über Geld unterhalten, aber eines gilt immer noch oft als Tabu, das Gehalt.
Da wird immer noch viel zu wenig drüber gesprochen und viel zu oft drüber geschwiegen und dieses Schweigen und das Tabu hilft vor allem den Chefs in Gehaltsverhandlungen, wenn es keine Transparenz gibt, was die anderen Kollegen denn so verdienen.
Bei den Chefs selbst der börsennotierten Konzerne, da gibt es das Problem hingegen nicht, denn da müssen die Gehälter bei börsennotierten Konzernen in der Regel veröffentlicht werden.
Und die wollen wir uns heute mal genauer anschauen, beziehungsweise unser Kollege Frank Stocker hat sich die Analyse der Aktionärsschützer von DSW und der TU München zu eben jenen Gehältern der DAX-Manager angeschaut.
Die untersuchen sie schon seit Jahrzehnten und zwar genau, wie sich die Gehälter entwickeln und die setzen dabei vor allem ins Verhältnis auch zu den anderen Mitarbeitern des Konzerns.
Das Wichtigste vorweg, Gehälter der Vorstandsvorsitzenden im DAX sind zuletzt um fast 7 Prozent gestiegen.
Ganz genau waren es 6,8 Prozent.
Im Durchschnitt verdienen sie jetzt 6,14 Millionen Euro.
Zwei Chefs bekommen sogar mehr als 10 Millionen Euro.
Im Jahr davor waren es auch schon zwei, aber Überraschung, es sind diesmal zwei andere.
Bevor jetzt die Frage aufkommt, ob es hier um Neid geht, nein, natürlich nicht.
Die können sich zwar Birkenstocks leisten und ich nicht, aber darum geht es ja nicht.
Das sagt auch der Chef der DSW, Marc Tüngler.
Es kommt nicht auf die absolute Höhe der Gehälter an, sondern ob sie begründbar sind.
Also ob die Manager sie im Wort sind, verdient haben.
Und ja, da hakt es aus Sicht der Aktionärschützer.
Ja, am deutlichsten wird das in der Autobranche.
Der geht es ja nun gerade wirklich überhaupt nicht gut.
Wir verkünden hier manchmal im Tagesrhythmus neue Sparprogramme, Stellen ab.
bei den Herstellern und Zulieferern.
Und obwohl die Gewinne massiv eingebrochen sind, landet zum Beispiel Volkswagen-CEO Oliver Blume im Gehaltsranking immer noch auf dem sechsten Platz mit weiter knapp 9 Millionen Euro Jahresgehalt.
Wobei es ein kleines Minus ist.
Letztes Jahr war er noch einer von den beiden, die mehr als 10 Millionen verdient haben.
Aber trotzdem passt der Wert irgendwie nicht zur Performance des Autobauers in den vergangenen Monaten.
Ja, aber dafür gibt es einen Grund und der ist recht simpel.
Die Gehälter beruhen stark auf langfristigen Variablen.
Krisen wirken sich also erst mit Verzögerung aus.
Tüngler sagt selbst, in den nächsten drei Jahren müssen die Gehälter an der Spitze der Autokonzerne deutlich sinken.
Allerdings glaubt er da selbst nicht wirklich dran.
Die Erfahrung zeigt nämlich, dass man dann eben auch andere Begründungen findet, warum das Gehalt eben nicht schrumpfen sollte.
Also treu nach dem Motto, jetzt in der Krise haben die Manager doch besonders viel zu tun und geleistet.
Allerdings gilt das alles nur für die absoluten Spitzenpositionen, denn die Schere auch innerhalb der Vorstände geht laut DSW immer weiter auseinander.
Während die CEOs fast 7% mehr bekommen haben, ging es für den Rest der Vorstände nur um 1,5% rauf.
Sorgen müssen wir uns um die Manager aber trotzdem nicht.
Da gibt eher ein anderer Wert Anlass, nämlich die Vertikalität.
So messen die DSW-Analysten das Verhältnis zum Chefgehalt und dem Durchschnittsmitarbeiter.
Bei VW liegt der Faktor bei 75, bei Adidas sogar bei 106.
Adidas-CEO Björn Gulden verdient also das 106-Fache seiner Mitarbeiter.
Gulden war vor einem Jahr noch einer der beiden Spitzenverdiener, die mehr als 10 Millionen Euro bekamen.
Jetzt ist er quasi abgerutscht auf Platz 3 mit nur noch 9,8 Millionen Euro.
Vor ihm dieses Jahr deutsche Bankchef Christian Seewing mit 10,5 Millionen Euro und Christian Klein von SAP.
Der bekommt als Spitzenreiter 10,85 Millionen Euro.
Am Ende der Top 10, da steht übrigens Siemens-Chef Roland Busch mit immerhin noch 8,06 Millionen Euro.
Abseits der nackten Zahlen stellt sich aber natürlich die Frage, ob die Vergütungssysteme der Vorstände eigentlich richtig aufgebaut sind und wirklich dafür sorgen, dass die Chefs ihre Konzerne fit für die Zukunft machen.
Und da kommt die Analyse zu einem besorgniserregenden Ergebnis.
Genau, denn ausgerechnet das Zukunftsthema künstliche Intelligenz spielt bei der Vergütung der Vorstände quasi keine Rolle.
Dabei bedroht KI fast überall die Geschäftsmodelle, ist auf jeder Hauptversammlung und in jedem Earnings Call Thema.
Professor Jürgen Ernstberger von der TU München, der kritisiert, in den langfristigen Vergütungskomponenten findet KI kaum Berücksichtigung.
Also da, wo es um mehrjährige Transformationen geht, taucht das wichtigste Transformationsthema nicht auf.
Die KI ist für uns alle Neuland.
Wie viele der 40 DAX-Konzerne haben denn überhaupt KI-Ziele drin?
In der kurzfristigen Vergütung nur sechs.
Bayer, Commerzbank, Deutsche Börse, Deutsche Telekom, RWE und Siemens Healthineers und langfristig nur ein einziges Unternehmen, nämlich die Commerzbank.
Ja, und selbst da gibt es keine harte KI-Kennzahl, an der die Vorstände gemessen werden.
KI steckt immer in weich formulierten Sammelpositionen, sowas wie individuelle Ziele, Konzernziele, ESG-Multiplikator.
Zum Vergleich beim Thema Nachhaltigkeit, da sieht das inzwischen völlig anders aus.
Da haben inzwischen alle 40 DAX-Konzerne feste Ziele.
Egal ob CO2-Reduktion, Mitarbeiterzufriedenheit, Compliance.
Die Nachhaltigkeitsziele machen im Schnitt fast 19 Prozent der kurzfristigen und sogar 24 Prozent der langfristigen Vergütung aus.
Und KI liegt quasi praktisch bei Null.
Und das ist wirklich im Jahr 2026 bemerkenswert.
Als Anleger solltet ihr in den kommenden Jahren im Blick behalten, ob die Aufsichtsräte der Firmen, in die ihr investiert habt, die richtigen Anreize setzen und das einfach auch mal ändern, um die Konzerne fit für die Zukunft zu machen.
Oder ob die Gehälter einfach immer nur weiter steigen.
3, 2, 1 und willkommen bei meinem eBay-Livestream.
Ich bin Vanelli Melli und heute geht es bei mir Pre-Love-Designer-Pieces.
Ich zeige euch jedes Detail.
Ist der Verschluss intakt?
Ah, gute Frage im Chat.
Ja, hör mal.
Streamen, Fragen, bieten.
3, 2, 1, eBay Live.
eBay, things people love.
Die AAA-Idee des Tages.
Viele von euch haben uns darum gebeten, dass wir hier einmal den neuen ETF von Jan Beckers unter die Lupe nehmen.
Und das machen wir natürlich.
Und es klingt erstmal wie einer dieser seltenen Win-Win-Momente der Finanzbranche.
Der BitGlobal Technology Leaders, das Flaggschiff des Vermögenverwalters BitCapital, der ist jetzt auch als börsengehandelter ETF verfügbar.
Statt 1,9 Prozent laufender Kosten wie in der klassischen Privatanleger-Tranche fallen in der ETF-Anteilsklasse nur 0,46 Prozent.
an.
Gehandelt wird börsentäglich über Xetra.
Einen Ausgabeaufschlag, den gibt es in diesem Fall nicht.
Und der Blick ins Kleingedruckte lohnt sich und den Blick hat der Holger für uns getätigt, denn die niedrige Fixgebühr hat einen Gegenspieler, nämlich eine Erfolgsgebühr von 15 Prozent auf die gesamte positive Wertentwicklung.
Die Hürde liegt bei 0 Prozent, also Schutz dient lediglich einer High-Water-Mark.
Vereinfacht gesagt kassiert BitCapital in jedem Jahr, in dem der ETF einen neuen Höchststand erreicht, 15 Prozent des Zuwachses.
Bei einem Fonds, der im Schnitt 35 Prozent pro Jahr abgeliefert hat, ist das schon eine gewaltige Stellschraube.
Wie groß der Effekt?
ist, das zeigt eine Rechnung.
Hätte es die ETF-Klasse bereits seit Anfang 2019 gegeben, wären aus 10.000 Euro bis heute rund 84.400 Euro geworden.
In der teuren Tranche, der vermeintlich teuren Tranche mit ihren 1,9% Fixkosten, wurden daraus tatsächlich rund 99.800 Euro, also deutlich mehr.
Die Ersparnis von 1,44% pro Jahr bei den laufenden Gebühren wurde von den Erfolgsgebühren mehr als aufgefressen.
Allein im Ausnahmejahr 2020, als der Fonds brutto um rund 175 Prozent zulegte, hätte die Performance-Fee etwa ein Zehntel des Fondsvermögens gekostet.
Selbst das gesetzlich vorgeschriebene Basis-Informationsblatt bestätigt die Rechnung.
Dort werden die Erfolgsgebühren des ETF auf 3,81 Prozent pro Jahr geschätzt, die jährliche Kostenbelastung im mittleren Szenario auf 5,4 Prozent.
Damit ist die vermeintlich günstige ETF-Klasse in Wahrheit fast dreimal so teuer wie die alte Privatanleger-Tranche.
Die Faustformel lautet, erst wenn die Rendite des Fonds unter etwa 10% pro Jahr fällt, ist die ETF-Klasse tatsächlich die billigere Wahl.
Je besser BitCapital liefert, desto teurer wird der ETF im Vergleich.
Anleger stehen damit vor einer paradoxen Entscheidung.
Wer an die Fortsetzung der glorreichen Historie glaubt, fährt mit den klassischen Fondtranchen besser.
Die Historie selbst ist zweifellos spektakulär.
Seit Anfang 2019 kommt die Strategie auf...
898 Prozent Gesamtrendite.
Das entspricht gut 35 Prozent pro Jahr.
2020 legte der Fonds um 170 Prozent zu, zu 123 um 76,9 Prozent.
2024 um 64,8 Prozent.
Im Laufe der Jahre stehen bereits wieder 23 Prozent auf dem Kurszettel.
Dazwischen liegt allerdings ein Absturz, den nur hartgesottene Anleger durchgehalten haben.
2022 verlor der Fonds 52,2 Prozent.
Vom Hoch im Februar 2021 bis zum Tiefende 2022 summierte sich der maximale Drawdown auf rund zwei Drittel des Vermögens.
Wer damals am Gipfel einstieg, der wartet mehr als drei Jahre auf neue Höchststände.
Die Risikokennzahlen sprechen dieselbe Sprache.
Die Volatilität liegt bei knapp 34 Prozent fast fünfmal so hoch wie im Schnitt der Vergleichsgruppe.
Das Basis-Informationsblatt stuft den ETF in Risikoklasse 6 von 7 ein und empfiehlt eine Haltedauer von mindestens fünf Jahren.
Der Kultfonds ist damit ein Produkt für Anleger mit einem langen Atem, starken Nerven und einem Depot, in dem er als Beimischung dient.
Als Basis-ETF taugt er ungefähr so viel wie ein Formel-1-Wagen im Berufsverkehr.
Schöner Vergleich.
Aufschlussreich ist der Vergleich mit dem anderen großen Kultvehikel der Tech-Welt, dem ARK Innovation ETF von Cathy Wood.
Der startete 2014 gleich als aktiver ETF und steht damit für das Modell, das BitCapital nun nachträglich adaptiert.
In der Performance liegen Welten zwischen beiden.
ARK Innovation kommt seit Anfang 2019 in Euro gerechnet auf rund 120% Gesamtrendite oder 10,9% pro Jahr, weniger als ein Siebtel des Bit.
Capital-Ergebnisses also.
Dafür liefert Wood etwas, dass der deutsche Herausforderer schuldig bleibt.
Volle Transparenz.
ARK veröffentlicht sämtliche Positionen täglich.
Jede Order wird den Anlegern am Abend per Mail mitgeteilt.
Der Bit-ETF zeigt sein Portfolio dagegen zum Monatsultimo und da kann sich sehr schnell sehr viel verschieben.
Damit stellt sich eine Folgefrage, die für ETF-Anleger unmittelbar relevant ist.
Wie stellt der Market Maker denn faire Preise für ein Portfolio, dessen Zusammensetzung er gar nicht laufend kennt?
Laut BitCapital stelle er feste Spreads, die einen gewissen Portfolio-Umschlag bereits einpreisen.
Über Veränderungen im Portfolio werde er untertäglich derzeit noch nicht informiert.
Das sei Work in Progress.
Übersetzt heißt das, der Händler kalkuliert einen Sicherheitspuffer für das, was er nicht weiß und die Anleger bezahlen ihn über die Geldbriefspanne.
Aktuell liegt der Spread auf Xetra bei rund 0,9 Prozent, ein Vielfaches dessen, was bei etablierten Index-ETFs üblich ist.
Immerhin notiert der ETF bislang nah am fairen Wert mit einem Volumen von gut einer Million Euro in der ETF-Klasse bei 1,5 Milliarden Euro im Gesamtfonds.
Steht das Experiment an?
allerdings noch ganz am Anfang.
Für euch als Anleger ergibt sich daraus eine Konsequenz.
Der ETF bleibt eine Renditemaschine und die ETF-Hülle macht den Zugang bequemer.
Günstiger macht sie ihn voraussichtlich nur dann, wenn die goldenen Jahre vorbei sind.
Wer dem Fondsmanagement weitere Renditen von 20, 30 oder sogar mehr Prozent noch zutraut, zahlt in der klassischen Tranche mit ihren hohen Fixkosten unterm Strich dann weniger.
Und wer tagesaktuelle Transparenz sucht, der findet sie beim US-Vorbild ARK, muss dort allerdings mit einem Bruchteil der Rendite leben.
Eine Win-Win-Situation ist der neue ETF damit vor allem für einen, nämlich den Anbieter.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback, deshalb schickt uns eine Mail an AAA-atwelt.de, schreibt uns bei Instagram oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Zum Schluss der Woche wird es hier nochmal kulinarisch.
Nachdem wir hier Sucuk-Shaming betrieben haben, also es wurde konkret mir vorgeworfen, muss ich da nochmal klarstellen, ich bin großer Sucuk-Fan und könnte mich eigentlich täglich vom Menemen ernähren.
Ich lebe allerdings offenbar hinter dem Mond und habe die Kombination von Sucuk, Feta und was da doch noch mit drauf ist, keine Ahnung, auf einer Pizza noch nicht wirklich mit.
bekommen.
Ich wohne ja auch nicht in Berlin wie der Philipp und in Minden gibt es sowas.
Jetzt rede ich mich hier im Kopf und Kragen.
Wie auch immer, für einige von euch war dieser Mix aus Sucuk und Väter auf einer Pizza immerhin auch noch etwas Neues.
Ja, aber für viele eben auch nicht.
Und wir klammern jetzt mal die Stimmen für die Pizza Hawaii in unserer Umfrage einfach mal bewusst aus, denn das war selbstverständlich eine Fangfrage, um diejenigen auszusortieren, die nun wirklich gar keinen Geschmack haben.
Soll ich jetzt noch sagen, dass ich jener öfter eine Pizza Hawaii schon gegessen habe als eine Pizza Sucuk?
Ja, das überrascht nicht, denn eine Pizza-Sucuk hast du ja noch nie gegessen.
Korrekt.
Du machst es nicht besser.
Aber wer jetzt sagt Pizza, warum eigentlich Pizza?
Ich stehe doch auf Fischstäbchen.
AAA hat auch da was für euch, nämlich wertvolle kulinarische Tipps.
Walter aus Wien hat uns recht ausführlich nochmal zur Glaubensfrage Airfryer Ja oder Nein geschrieben.
Er ist ganz klar auf der...
Jein, Fraktion.
Aber das führt jetzt zu weit.
Wenn ihr eure Fischstäbchen jedenfalls im Airfryer machen wollt, rät Walter aus Wien, Öl aus der Sprühflasche ganz hauchzart aufzusprühen.
Dann wird es knusprig.
Wir geben das hier alles allerdings nur ungetestet weiter.
Jetzt haben wir schon wieder alle Hunger.
Und jetzt machen wir aber bitte ganz schnell Schluss mit dem Schmarrn hier.
Ja, Kaiserschmarrn.
Philipp!
Schluss.
So, morgen.
Morgen geht es weiter mit einer Bonus-Folge.
Da geht es wieder knallhart zur Sache.
Matthias Schranner ist nämlich vor Ort dabei.
Früher Verhandlungsführer der Polizei, heute Top-Berater von Konzernen, Regierungen und den Vereinten Nationen.
Er gibt Moritz und Holger eine Masterclass im guten Verhandeln.
Sie sprechen mit ihm über Donald Trump, Putin und das Ende von Win-Win und darüber, warum ihr euer Gehalt nie selbst verhandeln solltet und warum ihr schon verloren habt, sobald ihr glaubt, im Recht zu sein.
Und Holger bespricht noch sein ganz spezielles Verhandlungsproblem.
mit seinem Fensterbauer.
Das wollt ihr nicht verpassen?
Deshalb abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Und dann hört ihr Moritz, Nando und Holger morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcast gibt.
