# Market Rotation: AI Infrastructure, Live Events, and Growth Deceleration

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-08-12

## Transcript

Die Aktie von der Schweizer Laufschuhmarke ON ist gestern abgeschmiert.
Die vom südostasiatischen Amazon Sea Limited hat deutlich zugelegt.
Wir schauen uns natürlich an, was dahinter steckt.
Außerdem geht es unter anderem um das überraschend geile Business von Musicals.
Und ein paar andere News haben wir wie immer auch noch dabei.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Mittwoch, der 12.
August.
Und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Unterstützt wird dieser Podcast von Scalable Capital, die neben dem Broker auch noch einen der besten YouTube-Accounts meiner Meinung nach in Deutschland haben.
Dort gibt es zum Beispiel Interviews mit Top-CEOs, aber auch immer wieder Folgen zu spezifischen Anlagethemen.
Zum Beispiel letztens eine sehr gute ausführliche Folge zum Altersvorsorge-Depot.
Link dazu ist wie immer in der Beschreibung.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Sportschuhe sind auf der einen Seite ein sehr, sehr geiles, aber auch ein sehr, sehr schwieriges Business.
Das hat jeder gemerkt, dass sich in den letzten Jahren die Aktien von Adidas, Nike, On, Asics oder Puma angeschaut hat.
Einerseits gibt es so Storys wie Asics oder On, die krass wachsen und dabei auch wirklich krasse Margen haben, weil man Laufschuhe oder Schuhe generell, wenn man gerade im Trend ist, einfach wirklich teuer verkaufen kann.
Andererseits kann das Geschäft auch sehr schnell in die andere Richtung drehen, wenn man einmal mit zu viel Wachstum rechnet, das dann nicht kommt, dann hat man zu viel Ware auf dem Lager, muss Rabatte geben, das schadet dann der Marke, es schadet dem Umsatz, es schadet den Margen und dann kann es ganz schnell bergab gehen.
Deswegen ist die Börse bei der Bewertung von Sportschuhfirmen, bei denen es gut läuft, auch immer sehr vorsichtig aus Angst, dass der Trend eben drehen kann und genau das hat man gestern bei On gesehen, wo die Aktie an einem Tag 20% verloren hat.
Grund ist, dass die Zahlen weiter krass sind.
Ohne Währungseffekte ist der Umsatz zum Beispiel 22% gewachsen und fürs Gesamtjahr erwarten sie um die 20% Wachstum und das bei einer Bruttomarge von extrem starken 65%.
Das Problem ist jetzt aber, dass der Umsatz im letzten Quartal noch 26% gewachsen ist und die Prognose fürs Gesamtjahr lag da noch bei mindestens 23%.
Also das Wachstum nimmt deutlich ab.
Besonders stark abgenommen hat es im Großhandel, da hat sich das Wachstum fast halbiert und die Firma hat auch eine klare Begründung dafür.
Und zwar war in ein paar Ländern letztes Quartal ein sehr promotional Umfeld.
Konkurrenten haben also einfach viele Rabatte gegeben.
ON geht da nicht mit, weil sie die Marke schützen wollen und das sieht man auch an den Margen, dass sie keine Rabatte geben oder nicht so hohe Rabatte.
Nur was bisher eben immer so, dass ON nicht mitgegangen ist und auch beim Wachstum trotzdem alle outperformt hat, das ist jetzt nicht der Fall und damit ein erstes Signal von Schwäche.
Das ist jetzt alles noch jammern auf sehr hohem Niveau und auch auf einem Niveau, wo sich das schnell wieder ändern kann und die Bewertung von ON entspricht mittlerweile dem 17-fachen vom erwarteten Gewinn, also nicht mehr wahnsinnig teuer.
Aber wie gesagt, es gab im Sportschuh-Business auch schon genug Beispiele von krassen Abwärtsspiralen nach einer krassen Aufstiegsphase.
Alles andere als Abwärtsspiralen gibt es weiter für Firmen, die Rechenzentren haben und sie dann an KI-Player vermieten.
Die Aktie von Fermi hat zum Beispiel gestern 20% zugelegt, weil sie für 15 Jahre und 6,5 Milliarden Dollar eins ihrer Rechenzentren an die KI-Cloud-Firma TensorFlow vermieten.
Und wie wir wissen, kommt ein KI-Deal selten allein.
Entsprechend kam auch noch raus, dass der Bitcoin-Miner Riot ein Rechenzentrum für rund 9 Milliarden Dollar über mehrere Jahre an eine führende KI-Firma vermietet hat.
Laut Medienberichten ist damit Anthropic gemeint.
Der Deal hat übrigens nicht so positiv überrascht.
Die Aktie ist also nicht wahnsinnig stark gestiegen.
Aber ganz lustig ist, dass Riot ursprünglich mal als Biotech-Firma gestartet ist.
Dann sind sie auf Bitcoin umgestiegen, als das der heiße Scheiß war.
Und jetzt machen sie eben KI-Rechenzentren.
Alles andere als heißer Scheiß ist aktuell das Business der Wind- und Solarparkentwickler.
Für immer mehr Firmen lohnt es sich gerade nämlich nicht mehr wirklich neue Wind- und Solarparks zu bauen, wegen gestiegener Zinsen, gleichzeitig gefallener Strompreise und hohen Baukosten.
Und das merken auch die Kollegen bei PNE, die ein führender Entwickler in dem Bereich sind.
Gestern kam dann raus, dass sie aktuell mit Investoren sprechen, die die Firma von der Börse runterkaufen könnten.
Bisher wollen die Investoren aber wohl weniger zahlen, als PNE aktuell an der Börse wert ist.
Und entsprechend hat die Aktie gestern um die 20 Prozent verloren.
Die gute Nachricht ist zumindest, dass P&E nicht verkaufen muss und im Gegensatz zu Konkurrenten zum Beispiel den Vorteil hat, dass sie Strom aus eigenen Anlagen verkaufen als zweites Standbein.
Und zum Schluss gab es da noch einen ganz spannenden Deal, bisschen Absatz der Börse von Ari Emanuel.
Der Milliardär hat sein Geld eigentlich in Hollywood mit einer Talentagentur gemacht.
Ich verfolge ihn gerade aber ein bisschen mehr, weil er Geld von Investoren eingesammelt hat.
um Anti-KI-Wetten zu machen bzw.
ein Portfolio an Anti-KI-Wetten aufzubauen.
Seine zentrale These ist dabei, dass in der Zeit von KI Live-Events immer wertvoller werden, Menschen dafür immer mehr Geld ausgeben.
Deswegen hat er auch schon die legendäre Kunstmesse Freeze gekauft oder das Miami Open.
Und gestern hat er einfach mal für angeblich 6 Milliarden Dollar die Theaterkette ATG gekauft.
Zu der gehört zum Beispiel der Musical Dome in Köln, das Theater am Großmarkt in Hamburg und es wird gerade ein neues Theater im Wiener Prater gebaut.
Dazu kommen Theater in London, am Broadway in New York und, und, und.
Und freuen dürfte der Deal vor allem Providence Equity.
Der Investor hat ATG 2013 für circa 500 Millionen Dollar gekauft und sein Geld jetzt circa verzehnfacht.
Übrigens habe ich am Wochenende im Acquired Podcast auch gehört, wie krass das Business von Theater und Musical sein kann.
König der Löwen hat zum Beispiel insgesamt über die letzten...
Jahre 11 Milliarden Dollar umgesetzt.
Das sind dann pro Jahr über 300 Millionen Dollar Umsatz mit einem einzigen Musical.
Ich habe es im Intro schon angekündigt.
Es gab gestern auch Quartalszahlen von Sea Limited, dem Amazon Südostasiens.
Und weil wir die schon so lange nicht mehr im Podcast haben, habe ich sie mal wieder diskutiert mit Baki Irmak vom Digital Leaders Fund.
Und wir schauen auf die Quartalszahlen, aber auch insgesamt auf das Business und zum Schluss auch auf die Bewertung.
Wenn man sich jetzt mal anguckt, auf das E-Commerce-Geschäft fokussiert, also auf Shopee, da ist ja der Umsatz 48% gewachsen, also wirklich sehr starkes Wachstum.
Aber mir ist zum Beispiel aufgefallen, das Warenvolumen, also wie viel insgesamt verkauft wurde, ist nur unter 30% gewachsen und der Gewinn sogar nur 10%.
Woran liegt das aus deiner Sicht?
Weiterhin der Fall.
Und insbesondere in den Märkten, in denen man halt eine massive Konkurrenz verspürt.
Sie ist ja in sehr, sehr unterschiedlichen Ländern tätig.
Auf der einen Seite natürlich, wie der Name sagt, in Südostasien.
Auf der anderen Seite hat sie natürlich ein sehr, sehr starkes Geschäft in Südamerika.
Also insbesondere in Brasilien.
Und wächst auch in die anderen Märkte rein.
Und wie schaust du auf die Investitionen vor dem Hintergrund, dass ja andere Konkurrenten auch sehr stark investieren?
Also bei Mercado Libre gibt es ja gerade und die sind da teilweise in den gleichen Märkten aktiv.
Genau dasselbe Thema, dass sie sagen, wir investieren jetzt sehr aggressiv in Logistik, weil wir langfristig wachsen wollen.
Und dann gibt es ja TikTok-Shop, die auch sehr aggressiv investieren.
Wie schaust du darauf?
Ich meine, wichtig ist ja, dass dabei bei diesen Investitionen insgesamt der Trend eigentlich in die richtige Richtung geht.
Und sie hat ja in den letzten Jahren bewiesen, dass die Take-Rate zumindest sukzessive nach oben ging.
Also sie haben die State Rate eigentlich sukzessive verbessert und sie haben die Subventionierung für diese Logistik sukzessive auch runtergefahren.
Und dann gibt es immer wieder Phasen, wo plötzlich ein neuer Trend aufkommt und sie müssen eventuell wieder mehr investieren.
Aktuell sind die Investitionen ja auch wieder sehr, sehr hoch.
Ich meine, sie haben das ja gesagt, sie investieren ja auch massiv in KI und so, haben deswegen auch Mitarbeiter abgebaut.
Also für mich ist sozusagen wirklich die Gesamtgemengenlage einfach wichtig.
Dass auf der einen Seite natürlich Top-Line-Growth extrem wichtig ist.
Und auf der anderen Seite die Zahlen insgesamt stark genug und solide genug sind.
Also dass der Konzern insgesamt ordentlich Free Cashflow generiert, um einfach diese Investitionen zu finanzieren.
Vielleicht ein Schritt zurück.
Sie steht ja eigentlich aus drei unterschiedlichen Unternehmen, wenn man so will.
Auf der einen Seite.
Traditionell mit Garena sind sie eigentlich eine klassische Gaming-Plattform.
Und dann sind die ja irgendwann in E-Commerce eingestiegen mit Shopee.
Und wie fast alle E-Commerce-Unternehmen sind die irgendwann gesagt, naja, wir kennen eigentlich im Prinzip das Kreditverhalten des unseren Kunden sehr, sehr gut.
Und eigentlich könnten wir Payment anbieten und mit dem Payment könnten wir eigentlich irgendwann sowas wie Radkredite anbieten.
Und also Money.
Das heißt, du hast Garena, du hast Shopee und du hast Money.
Und eigentlich hat Garena bisher mehr oder weniger alles finanziert.
In anderen Bereichen ist man stärker gewachsen, aber die Margen und die Free Cashflow kamen eigentlich sehr, sehr stark aus Garena.
Und zwischenzeitlich gab es natürlich massive Sorgen, dass Garena nicht mehr so erfolgreich ist.
Wir hatten ja diesen Hiccup in Indien.
Free Fire in Indien nicht mehr zugelassen war.
Und das hat sich ja...
deutlich beruhigt.
Und ja, die Zahlen jetzt bei Garena waren eigentlich auch wieder solide.
Das war jetzt kein Blowout-Quarter.
Also es war jetzt nicht so, dass ich jetzt total begeistert bin von den Zahlen, die jetzt sie berichtet hat.
Aber tendenziell gehen die eigentlich alle in die richtige Richtung.
Man muss wahrscheinlich bei Garena verstehen, dass es eben sehr abhängig von einem Spiel ist, der Großteil jetzt von einem Gewinn.
Ja, es ist eigentlich konzentriert wirklich auf einen.
Ein Spiel, das Shopee ja selber entwickelt hat, Free Fire, alles andere auf Garena, ist ja eigentlich gedient.
Das sind ja Tencent-Spiele oder andere Spiele, die auf Garena dann auch gespielt werden können, auf dieser Plattform.
Da sind die Margen natürlich bei weitem nicht so hoch.
Und das Unternehmen ist sehr, sehr stark abhängig von einem Game.
Und sie haben es eigentlich nicht geschafft, in den letzten Jahren etwas ähnlich Gutes zu entwickeln, eigentlich wie Free Fire.
Aber das heißt, wenn man jetzt als Investment Case draufschaut, muss einem dieses Risikobewusstsein einerseits, dass da von einem Spiel abhängig ist, andererseits, wenn man jetzt mit Wachstumsperspektivisch draufschaut, ist das wahrscheinlich so immer noch der Cashflow-Faktor, der Cashflow ins restliche Business bringt, dass man dann investieren kann in die neuen Bereiche.
Wenn wir jetzt nochmal auf einen Bereich schauen, den wir noch nicht angesprochen haben, die ganze Kreditsparte, die Paymentsparte, da gibt es ja einerseits auch viel Wachstum, aber auch immer die Sorge, wie stabil sind jetzt wirklich diese Kredite, die sie da vergeben und ich glaube, es sind jetzt schon über 11 Milliarden Dollar an Krediten.
Wie schaust du darauf?
Ja, da muss man immer beobachten, wie ist die Kreditvorsorge.
Ich meine, die NPL-Zahlen, das ist das eine, aber die sind ein bisschen irreführend bei Shopee, weil sie sehr, sehr viele dieser Kredite eigentlich ausbuchen.
Also die geben sie praktisch schon auf.
Man muss im Prinzip schauen, wie hoch ist die Kreditvorsorge gemessen an dem Kreditbuch.
Und da reden wir im Prinzip von einem Wert von ungefähr, ich glaube, 22, 23 Prozent.
Das ist schon relativ hoch, aber man muss überlegen, Die Kreditmarge ist natürlich auch sehr, sehr hoch.
Die Zinsmarge ist auch sehr, sehr hoch.
Man darf auch nicht eins vergessen, weil Shopee auch nach US Gap berichtet, ist es so, dass wenn das Kreditbuch massiv zunimmt, innerhalb kürzester Zeit, muss man im Prinzip die geschätzte Kreditvorsorge im ersten Jahr direkt ansetzen und nicht über den Zeitraum verteilen.
Das heißt, wenn das Kreditbuch irgendwann langsamer wächst, wird man merken, dass die Kreditvorsorge sukzessive eigentlich zurückgeht.
Das war zum Beispiel bei Nu auch der Fall.
Und das heißt, das bilanzielle Thema bedeutet ganz einfach gesagt, quasi alle Verluste, von denen man ausgeht bei den Krediten, die nimmt man sofort im ersten Jahr als Verlust und die Erträge über die Zinsen kommen ja erst über die Jahre verteilt.
Deswegen rechnet man sich sozusagen in Jahr eins, gerade wenn viele neue Kredite dazukommen, ein bisschen schlechter.
Exakt, exakt.
Wenn wir jetzt abschließend nochmal auf die Bewertung schauen.
Aktuell entspricht dir so circa dem 30-fachen vom erwarteten Gewinn.
Das wäre jetzt für eine westliche Firma, die so schnell wächst, erstmal relativ günstig.
Gleichzeitig sind ja auch in Asien die Aktien deutlich günstiger bewertet.
Wie würdest du das grob einschätzen, die Bewertung?
Ja, ich sehe das so ähnlich wie du.
Also wenn ich mir jetzt, ich schaue mir gerade parallel hier die Bloomberg-Zahlen an, Konsensuszahlen, wenn ich mir anschaue, wie das Wachstum eigentlich ist, geschätzt zumindest so in den nächsten Jahren, das Revenue-Wachstum, ja, dieses Jahr, ja.
30 Prozent schwächt sich aber zumindest nach Konsensschätzung sukzessive ab, irgendwo eher 20 Prozent.
Aber die Margen gehen halt deutlich nach oben.
Ich würde sagen, ich meine an Betracht der Tatsache, dass wir mit Shopee eigentlich einen der spannendsten globalen E-Commerce-Unternehmen haben, was auf der anderen Seite mit einer Gaming-Plattform das Ganze sehr, sehr gut finanzieren kann.
Und auf der anderen Seite sehen wir eigentlich ein vernünftiges Payment-Geschäft, ein vernünftiges Fintech-Geschäft.
Und insgesamt würde ich sagen, ist Shopee eigentlich ein attraktiv bewertetes Unternehmen?
Weil jetzt ist es nicht so, dass jetzt diese Bewertung danach schreit, dass man jetzt unbedingt investieren müsste.
Sehr gut, vielen Dank für deine Einschätzung.
Und wer mehr von deinen Einschätzungen generell lesen will, gibt es ja auch viel bei euch beim Digital Leaders Fund auf der Webseite, einen Blog, Newsletter.
Da kann man alles abonnieren und dich so ein bisschen verfolgen.
Und dann hören wir uns hoffentlich in ein paar Wochen, Monaten hier auch wieder.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
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Bis morgen.
Adios.
