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**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-08-12

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über Robotik-Euphorie in China, den Sneaker-Absturz von On und einen Schockmoment für Monster-Aktionäre.
Im Thema des Tages suchen wir nach der Antwort auf die Billionen-Dollar-Frage nach dem Mega-Deal von Nvidia mit den Finanzkonzernen.
Und in der AAA-Idee, da geht es heute mal um heiße Luft.
Alles auf Aktien.
Der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Philipp Vetter.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Heute ist Mittwoch, der 12.
August und wir wünschen euch einen liebevollen Start in den Tag.
Cristiano Ronaldo soll gestern seine langjährige Freundin Georgina Rodriguez geheiratet haben.
Herzlichen Glückwunsch an CR7.
Ja und an Georgina Rodriguez natürlich.
Die hören uns ja schließlich beide mit Sicherheit regelmäßig.
Mit Sicherheit.
Was glaubst du, woher Ronaldo sonst die finanzielle Freiheit hat?
Naja, romantischer wird es heute nicht.
Romantischer zumindest als die läutenden Hochzeitsglocken in Portugal.
Naja, wir gehen jetzt erstmal hier rein, starten ausnahmsweise mal in Shanghai.
Da läuft nämlich gerade die Zeichnung für den Börsengang des Roboterbauers Unitree.
Und die Zahl dazu musste ich wirklich zweimal lesen.
Bei den Privatanlegern war die Emission nach Angaben der Börse nämlich um 8000-fach überzeichnet.
Ja, davon träumt doch Elon mit seinem SpaceX-Börsengang.
Der Grund für den Ansturm ist nicht nur Robotik-Fantasie, sondern vor allen Dingen Knappheit.
Es kommen nur 10% des Konzerns an die Börse, zugeteilt wird per Los.
In China gilt ein Börsengang mit Pekinger Rückendeckung als nahezu sicherer Gewinn am ersten Handelstag.
Der Chip-Hersteller CXMT, der legte ja Ende Juli direkt am ersten Handelstag mal eben 470% zu.
A-Aktie am Star-Market und da kommen ausländische Privatanlieger nicht ran.
Spannend ist der Ansturm aber trotzdem.
Von so viel Begeisterung war an der Wall Street gestern aber nichts zu sehen.
Der S&P 500, der Dow Jones und der Nasdaq 100 verloren jeweils 0,3 Prozent.
Bei den Gründen für den Rücksetzer drehen wir uns ein bisschen im Kreis.
Nur der Rhythmus hat sich ein bisschen verändert.
Eigentlich wird ja meistens zu Wochenbeginn eine sich ankündigende Einigung im Iran thematisiert.
In der Wochenmitte gibt es dann wieder ein paar Meinungsverschiedenheiten und gegen Ende der Woche verhärten sich die Fronten dann wieder.
Gestern lief dieser Ablauf, den wir jetzt ja schon mehrfach in den vergangenen Wochen so erlebt haben, innerhalb weniger Stunden allerdings ab.
Am Morgen sagte Khawaja Asif, der pakistanische Verteidigungsminister, die Signale der vergangenen Tage, die deuteten darauf hin, dass die USA und der Iran mal wieder kurz vor einer Art Einigung stünden.
Daraufhin fiel der Ölpreis und die europäischen Börsen, die liefen los, markierten zeitweise Rekordstände.
Doch am Nachmittag, da kam dann die Antwort aus Teheran und die war eindeutig, die Straße von Hormuz bleibt zu, solange die iranischen Forderungen nicht erfüllt sind.
Trump hat derweil nachgelegt und verlangt jetzt ebenfalls Reparationszahlungen.
Ja, und dann wurde am Abend sogar auch noch von den Amerikanern auf ein Schiff geschossen, das irgendwie diese Blockade durchbrechen wollte.
Also es klingt alles eher nicht nach einer Einigung.
Nee.
Eher weniger.
Aber jetzt hast du schon erwähnt und da müssen wir natürlich nochmal ausführen.
Am Vormittag gestern stand der Deutsche Leitindex zum ersten Mal in seiner Geschichte über der Marke von 26.500 Punkten.
Halten konnte er das nicht.
Aus dem Handel ging er dann bei 26.391 Zählern.
Immerhin noch mit einem Plus von 0,3 Prozent.
Und die US-Futures, die traten dann nachts auch ein bisschen auf der Stelle.
Ihr merkt schon, der Markt hält gerade ein bisschen still, weil er auf die Juli-Inflationsdaten wartet, die am heutigen Mittwoch kommen.
Der größte Verlierer des Tages kam aus der Schweiz und wurde bei uns bestraft.
On Holding verloren 21,7 Prozent, obwohl der Sneaker-Hersteller beim Gewinn besser Abschnitt als erwartet.
Bestraft wurde ein Satz im Ausblick.
On will die Preise für ältere Modelle nicht senken, um kurzfristig Umsatz zu machen.
Jetzt fragt ihr euch bestimmt, seit wann Preisdisziplin zu einem Verkaufsgrund geworden ist.
Vor allem so kurz für den US Open.
On Holding ist doch auch so eine Tennisaktie, oder nicht?
Ja.
Oder?
Ist das nicht so?
Naja, egal.
Warum ist auf einmal Preisdisziplin ein Verkaufsgrund?
Naja, das liegt daran, weil bei einer Premiummarke wie On die ganze These an der Preissetzungsmacht hängt.
Ist ja ein Stück weit logisch.
Solange On ohne Rabatt verkauft, ist alles gut.
Sobald das Unternehmen aber sagt, wir verzichten lieber auf Umsatz, hört der Markt natürlich genauer hin.
Zu den alten Preisen kaufen die Leute nicht mehr.
Und deshalb hat es auch die Konkurrenz jetzt erstmal erwischt.
Adidas verlor 3,1 Prozent und Puma knapp 2 Prozent.
Der zweite Absturz kam aus dem SDAX und der ist eine Lehrstunde in Sachen Übernahmefantasie oder wie man sie eben gerade nicht befeuern sollte.
PNE brach um 19,5 Prozent ein.
Der Windparkentwickler hatte sich selbst zum Verkauf gestellt und dann aber mitgeteilt, dass die Preisvorstellungen der Interessenten unter dem aktuellen Börsenkurs lagen.
Übersetzt heißt das, der Markt hat die Firma teurer bewertet als jeder Käufer, der sie sich wirklich angesehen hat.
Nach oben ging es derweil überall dort, wo KI drinsteckt.
Größter DAX-Gewinner war Siemens Energy mit plus 2,6 Prozent.
Im MDAX lagen Süß Microtech, Silktronic und Axtron mit Aufschlägen von bis zu 4 Prozent vorn.
Im MDAX führte PVA Tepler mit plus 5,2 Prozent.
Ganz anders das Bild bei Cancom.
Der IT-Dienstleister aus München verlor mehr als 6 Prozent nach schwachen Halbjahreszahlen.
Und dann war da noch ein Kurs, bei dem ihr heute Morgen vielleicht kurz erschrocken seid.
Monster Beverages halbiert.
Keine Sorge, da ist nichts passiert.
Der Energy Drink Hersteller, der hat seine Aktie 2 zu 1 gesplittet.
Seit gestern läuft der Handel zum angepassten Kurs.
Wer Monster im Depot hat, der besitzt jetzt doppelt so viele Papiere zum eben halben Preis.
Am Wert ändert das nach...
Natürlich exakt nichts.
Es ist der sechste Split seit 2005, was vor allem eines zeigt, der Kurs steigt seit 20 Jahren schneller, als das Management ihn optisch klein halten kann.
Nachbörslich sprang dann noch CoreWeave um 14 Prozent.
Der KI-Vermieter hat seinen Umsatz binnen eines Jahres mehr als verdoppelt.
Auf 2,6 Milliarden Dollar und der Auftragsbestand liegt inzwischen bei 104 Milliarden Dollar.
Entscheidend war aber, dass etwas ganz anderes, nämlich die operative Marge, die kam bei 5 Prozent herein, fast doppelt so hoch wie erwartet.
Zum ersten Mal deutet sich damit an, dass sich das Geschäftsmodell tatsächlich rechnen könnte.
Denn bisher galt ja, CoreWeave leiht sich Geld, kauft davon Nvidia-Chips und vermietet die dann weiter.
Das Prinzip dreht sich gleich das Thema des Tages nochmal ausführlicher.
Die Corvive-Zahlen kamen gestern Nacht aber nicht allein.
Supermicro legte nachbörslich um mehr als 8 Prozent zu.
Und der Grund ist eine Prognose, die ich auch zweimal lesen musste.
Für das laufende Quartal erwartet der Serverbauer einen Umsatz von 14,5 bis 15,5 Milliarden Dollar.
Analysten hatten lediglich mit 11,7 Milliarden gerechnet.
Das sind rund 30 Prozent über den Erwartungen.
Und ihr erwartet jetzt die Termine und diese sollt ihr auch bekommen.
Den Termin des Tages, der kommt am Nachmittag.
Ich habe es eben schon erwähnt, die US-Verbraucherpreise für Juli.
Erwartet wird da ein Rückgang auf 3,4 Prozent.
nachdem es im Juni ja knapp bei 3,5 Prozent lag.
Danach wissen wir, ob der Markt seine Wette auf eine mögliche Zinserhöhung im September jetzt nachschärfen muss.
Und ihr wisst es, der Anleihenmarkt reagiert darauf innerhalb von Sekunden.
Wir werden das berichten.
Vorher vermeldet noch das Statistische Bundesamt die deutsche Inflationsrate für Juli.
Das wird dieses Mal besonders spannend, weil es darum den ausgelaufenen Tankrabatt...
Es wird einen Schub nach oben deshalb erwartet.
Bei den Unternehmen berichten E.ON, Hannover Rück, Brenntag, Bechtle, TUI, K&S, Vestas, Jenoptik, Billfinger, Douglas, Indus Holding, Shot Pharma, Medios, TKMS, Grand City Properties, ABN, Amro.
Wienberger und Freenet und am Abend lohnt sich dann noch einen Blick nach oben.
Über Island, Grönland und Nordspanien zieht eine totale Sonnenfinsternis.
In Deutschland ist sie dann als partielle Finsternis zu sehen.
Die letzte totale Sonnenfinsternis, deren Kernschatten Europa gestreift hat, liegt übrigens schon 27 Jahre zurück und ist damit älter als ich es bin.
Das Thema des Tages.
Lea, heute müssen wir in unserem Thema des Tages nochmal ausführlich über Nvidia sprechen.
Wir hatten den Deal mit den sechs Finanzkonzernen zwar gestern in der Folge schon kurz berichtet.
Aber das, was der Chip-Konzern damit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR vereinbart hat, das ist nicht nur in der Dimension.
Eine halbe Billion Dollar, ziemlich einzigartig.
Der Deal hat auch massive Auswirkungen auf die ganze KI-Branche und vor allem auf die Frage, ob wir jetzt in einer Bubble stecken und ob die demnächst platzt.
Da müssen wir jetzt nochmal ausführlicher drüber sprechen und uns das Ganze mal in Ruhe anschauen.
Ist das jetzt der größte Vertrauensbeweis, dass die Finanzriesen investieren oder vielmehr ein Warnsignal, dass da irgendwas nicht stimmt im KI-Kosmos oder vielleicht sogar beides?
Tja, okay, langsam und der Reihe nach.
Erstmal die Fakten.
Nvidia und die sechs Finanzkonzerne wollen mehr als 500 Milliarden Dollar, also eben jene halbe Billion, in KI-Infrastruktur stecken.
Das sind natürlich vor allem Rechenzentren, in denen dann wiederum die Chips von Nvidia stecken.
Die Idee dahinter ist aber fast noch ein Ticken größer als die Summe.
Rechenleistung soll laut Nvidia-Chef Jensen Wang zu einer eigenen Anlageklasse werden.
Also so wie Großinvestoren heute in Immobilien oder in eine Autobahn investieren, soll man sein Geld künftig auch in Rechenpower stecken können.
Aber, und das ist wichtig, es gibt noch gar keinen fertigen Deal.
Bislang ist das nur ein Memorandum of Understanding, also eine Absichtserklärung.
Und gerade bei Nvidia heißt das jetzt nicht unbedingt wahnsinnig viel.
Der Konzern hatte auch schon mal ein 100 Milliarden Investment in OpenAI verkündet.
auch als Memorandum of Understanding.
Das kam dann aber nie zustande.
Wenn es diesmal klappen sollte und der Deal umgesetzt wird, dann kommt das Geld weder von Nvidia noch von den sechs Partnern, sondern von institutionellen Investoren wie zum Beispiel Pensionsfonds.
Die Finanzkonzerne, die sammeln die Riesensumme dann quasi nur ein, leihen sie dann KI-Firmen, die dann davon wiederum Nvidia-Chips für ihre Infrastruktur kaufen.
Und das Geld landet dann auch nicht in einem großen Topf, sondern jedes einzelne KI-Projekt wird von den Finanzriesen geprüft.
Und wenn sie investieren wollen, dann werden Zweckgesellschaften gegründet, die das Geld dann da anlegen.
Und Nvidia legt in Einzelfällen sogar noch eine Garantie obendrauf.
Heißt, Nvidia übernimmt einen Teil des Risikos, falls die Chips zu schnell an Wert verlieren.
Ja, da sind wir auch schon bei einem der Kritikpunkte.
Nvidia hatte immer ein Klumpenrisiko in der Bilanz.
Die Milliardenumsätze hingen an ganz wenigen Großkunden, nämlich den sogenannten Hyperscalern, also der Google Cloud von Alphabet, Amazons AWS oder Microsofts Azure.
Als vierten Großkunden kann man noch Meta dazu zählen.
Außerdem sorgt Nvidia quasi selbst für Verkäufe und damit Umsätze, indem der Chipkonzern auch in KI-Startups investiert und das Geld dann wieder in Nvidia-Chips zurückfließt.
Kreislauffinanzierung nennt man das.
Und das schürt Angst vor einer Blase.
Wang selbst wehrt sich in einem Post auf X genau dagegen.
Er sagt, das Gegenteil sei der Fall.
Der Deal hole ja gerade unabhängige Investoren in den Markt und schreibt dazu, die Nachfrage ist echt.
Aber man muss sich schon fragen, ob es ein gutes Zeichen ist, wenn ein CEO erst betonen muss, dass es eine echte Nachfrage nach seinen Produkten gibt.
Das ist genau der Punkt und der führt uns direkt zur Kursreaktion, denn die Nvidia-Aktie, die ist als Reaktion auf die Nachricht am Montag erstmal um 3% gefallen.
Die Investoren haben also offensichtlich vor allem die Botschaft gehört, dass die Nachfrage allein von den Hyperscalern nicht mehr reicht.
Nvidia verkauft seine Chips schließlich schon seit Jahren an die finanzstärksten Konzerne der Welt und die zahlten das bislang aus laufenden Gewinnen.
Wenn jetzt aber sechs der größten Kapitalverwalter eigene Fonds auflegen müssen, damit weiter eingekauft werden kann, dann heißt es im Umkehrschluss, dass das vorhandene Geld nicht für das geplante Tempo reicht.
Daraus ergibt sich ein Bewertungsproblem, ein Umsatz, den Kunden aus eigener Kraft zahlen, der gilt als verlässlich.
Sobald derselbe Umsatz auf Krediten beruht, da hängt er plötzlich an Zinsen und an der Stimmung der Kreditgeber.
Daher ist die Millionenfrage oder eben eher die Billionenfrage in diesem Fall, steigt durch all das das Risiko, dass die KI-Blase platzt.
Der entscheidende Punkt ist nicht die Höhe der Bewertung, sondern die Art der Finanzierung.
Zahlen die Konzerne aus eigenen Gewinnen, kann eine Enttäuschung jahrelang vor sich hin schwelen.
Läuft der Ausbau aber über Kredite, gilt das nicht mehr, weil dann Zweckgesellschaften ins Spiel kommen.
Die nehmen Fremdkapital auf, kaufen Rechenleistung und vermieten sie weiter.
Bleiben die Mieteinnahmen aus, können die Zinsen nicht mehr gezahlt werden und dann hängt alles daran, was die Sicherheit am Ende wirklich noch wert ist.
Kein Problem.
Fällt ein Mieter aus, nimmt der Nächste dieselbe Kapazität ab, weil die Nachfrage das Angebot übersteigt.
Aber der Wert der Chips sinkt doch relativ schnell, weil die nächste Generation Halbleiter dieselbe Arbeit billiger erledigt.
Wie lange kann man die Chips also abschreiben und nutzen, bevor man sie ersetzen muss?
Die großen Cloud-Anbieter, die rechnen mit so fünf bis sechs Jahren im Moment.
Michael Barry dagegen, der Mann, der die US-Immobilienblase vorhergesagt hat, der hält eher so zwei bis drei Jahre für realistisch.
Ein Riesenunterschied, der darüber entscheidet, ob sich das Investment der Geldgeber über die Finanzkonzerne dann am Ende rechnet oder eben nicht.
Nvidia Chef Wang argumentiert damit, dass die Preise für die neuen Chip-Generationen zuletzt ja sogar noch gestiegen seien.
Am Ende hängt aber alles an einer einzigen Frage.
Übersteigen die Produktivitätsgewinne durch KI wirklich die Kosten?
Anzeichen für das Gegenteil gibt es bislang nicht, aber der Deal verändert die Folgen eines möglichen Irrtums.
Vorher drohten Kursverluste, jetzt drohen ganze Zahlungsausfälle.
Und damit sind wir bei dem, was mich ehrlich gesagt am meisten aufhorchen lässt.
Der beunruhigendste Vergleich kam von einem der Beteiligten selbst, BlackRock-Chef Larry Fink.
Der nannte das Ganze bei CNBC die nächste Stufe des Financial Engineering, vergleichbar mit der Erfindung hypothekenbesicherter Wertpapiere in den 70ern.
Ja, und er meint das tatsächlich positiv und in gewisser Weise ist es das auch.
Aber Verbriefungen haben nämlich Millionen Familien ein Eigenheim ermöglicht.
Aber sie sind eben auch eine der Ursachen für die Finanzkrise 2008.
Damals wurden Immobilienkredite gebündelt, in handelbare Papiere zerlegt und weltweit verkauft.
Als die Kredite ausfielen, wusste kaum jemand, wer am Ende die Verluste trägt.
Das könnte mit den KI-Krediten genauso passieren, wobei ein Absturz natürlich nicht zwangsläufig ist.
Kraftwerke, Autobahnen, Mobilfunknetze wurden nie aus laufendem Gewinn bezahlt.
Infrastruktur läuft auf Kredit, das ist normal.
Entscheidend ist wie gesagt nur, dass die Erträge fließen, bevor die Raten fällig sind.
Und jetzt die Frage, die ihr euch natürlich jetzt alle stellt.
Was bedeutet das für euch als Anleger?
Die meisten von euch sitzen wahrscheinlich ohnehin schon mit dem Boot, auch wenn ihr keine Nvidia-Aktien habt.
Und ironischerweise liegt das an einem Produkt, das wir hier eigentlich für seine breite Risikostreuung feiern, dem MSCI World.
Im Oktober 2022 machte Nvidia in dem Index gerade mal 0,69 Prozent aus.
Inzwischen sind es fast 5,6 Prozent mehr als jede andere Einzelaktie in dem Index.
Wer heute also ein ETF auf dem MSCI World bespart, also etwa den iShares Core MSCI World, hat automatisch viel mehr Nvidia im Portfolio als zum Beispiel noch vor vier Jahren.
Und das ist erst der Anfang, weil derselbe Mechanismus für alle gilt, hat der Aufstieg der US-Tech-Konzerne den ganzen Fonds umgebaut.
Der MSCI World besteht heute zu rund 72 Prozent aus US-Aktien.
Allein der Technologiesektor macht knapp 28 Prozent aus.
Und die zehn größten Werte kommen zusammen auf fast 27 Prozent.
Ein Sparplan verteilt euer Geld also nur formal auf 1300 Unternehmen.
Aber über Gewinn und Verlust entscheiden am Ende dann ein paar wenige US-Tech-Riesen.
Und deren Geschäft hängt eben an genau dem Investmentzyklus, den dieser Deal finanzieren soll.
Was also tun, wenn ihr glaubt, dass das Ganze auf einen Platzen der Blase rausläuft?
Ganz aussteigen ist schwierig.
Wer verkauft, muss den richtigen Moment finden.
Dafür gilt die alte Börsenregel Time in the market beats timing the market.
Entscheidend ist, wie lange man investiert bleibt.
Nicht, ob man den perfekten Zeitpunkt erwischt.
Wer aussteigt und zu spät zurückkommt, verpasst meistens genau die wenigen Tage, an denen der Großteil der Rendite entsteht.
Die AAA-Idee des Tages.
Philipp, heute mal eine Zahl zum Einstieg.
Die 25.
So viele komplett neue Produkte bringt nämlich unsere heutige AAA-Idee im Durchschnitt pro Jahr auf den Markt.
Also ungefähr alle zwei Wochen ein neues Produkt.
Die Aktie hat sich in zwölf Monaten mehr als verdoppelt und es geht nicht um Chips, es geht nicht um Rechenzentren und nicht um irgendein neues KI-Modell.
Es geht um Staubsauger und Eismaschinen.
Ja, ein bisschen geht es schon auch um Chips, aber halt um andere.
Die Rede ist von Shark Ninja, der Firma hinter den Marken Shark und Ninja.
Viele von euch kennen die Creamy Eismaschine.
oder die Heißluftfritteusen aus Social Media.
Und Lea, bist du auch schon Airfryerin?
Bist du da schon Opfer geworden?
Ich halte das ja alles für großen Quatsch.
Das Ding kann im Grunde nichts, was der Ofen in der Küche nicht auch könnte.
Ja, die treuen AAA-Hörer wissen, dass ich ein absolutes Konsumopfer bin und ich deshalb sowohl einen Airfryer als auch eine Eismaschine in meinem Küchenschränkchen stehen habe.
Ob ich sie benutze, ist eine andere Sache, aber ich habe sie auf jeden Fall.
Okay, also bei dir hat die heiße Luft in Social Media geholfen.
Natürlich.
Wie auch immer.
Der Hype ist auf jeden Fall groß, aber kaum jemand kennt die Aktie dahinter.
Dabei stand sie zuletzt bei gut 186 Dollar und damit auf einem Allzeithoch.
Der Konzern ist rund 26 Milliarden Dollar schwer und seit Mai ein Teil des S&P mit Cap 400.
Der Konzern mit Sitz in Needham, Massachusetts, hat erst vor ein paar Tagen aktuelle Zahlen vorgelegt und damit wirklich überzeugt.
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 22,2 Prozent auf 1,77 Milliarden Dollar.
Das war das 13.
Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum.
Wow!
Getragen hat das vor allem das Ausland, wo die Erlöse um fast 37 Prozent zulegten.
Die Sparte Kochen und Getränke wuchs um gut 36 Prozent.
Und die Jahresprognose, die wurde kräftig angehoben auf 16 bis 17 Prozent Umsatz plus.
Vorher standen dort 11,5 bis 12,5 Prozent plus.
Jetzt kommt der Punkt, um den es dir aber eigentlich geht.
Die meisten erzählen Shark Ninja als TikTok-Geschichte.
Da sind wir ja auch so auf die aufmerksam geworden, über Social Media und diesen Megatrend.
Aber...
Ich finde ja, dieser Hype-Stempel greift bei Shark Ninja ein bisschen zu kurz.
Naja, mal schauen.
Der Konzern baut nämlich nicht nur Küchengeräte, sondern er schließt auch laufend neue Produktkategorien.
40 sind es bisher.
Die 41.
startet im dritten Quartal.
Das Unternehmen sucht dafür gezielt Bereiche aus, in denen es seit Jahren keine neuen Produkte gab.
Und das in einem sehr hohen Tempo.
Tausende Ingenieure arbeiten auf der ganzen Welt daran, dass regelmäßig neue Produkte auf den Markt kommen.
Dauernd werden bestehende Produkte weiterentwickelt und neu vermarktet.
Es gibt Eismaschinen, Mikrowellen, verschiedene Geräte fürs Haarstyling, also ein Föhn, ein Glätteisen, einen Lockenstab, Staubsauger, Ventilatoren und, und, und.
Irgendwo habt ihr mit Sicherheit schon mal ein Produkt von Shark Ninja gesehen und vermutlich ohne, dass der Konzern dafür überhaupt etwas tun musste.
Ein großer Teil der Werbung entsteht nämlich gratis.
Shark Ninja gibt zwar rund 700 Millionen Dollar im Jahr für Werbung aus, aber Marc Barocas, der CEO des Konzerns, der hat mal offengelegt, dass allein 99,5 Prozent der Videos auf TikTok und Instagram Nicht vom Unternehmen selbst stammen.
Ja, und das lässt sich in den Zahlen natürlich nachprüfen.
Die Betriebskosten lagen im zweiten Quartal bei 35,6 Prozent vom Umsatz nach 36 Prozent ein Jahr zuvor.
Das fünfte Quartal in Folge in diese Richtung.
Der Umsatz wächst also schneller als der Aufwand, um ihn zu erzeugen.
Hinzu kommt der Zollbonus aus den USA.
Der Supreme Court hat im Februar entschieden, dass die alten Notstandszölle nicht rechtens waren.
Seitdem zahlt der amerikanische Staat den Importeuren ihr Geld zurück.
Rund 166 Milliarden sind es insgesamt.
Shark Ninja allein bekommt davon 247 Millionen im dritten Quartal.
Klingt jetzt so, als wären die Zölle damit vom Tisch, sind sie aber nicht.
Donald Trump hat sie im Juli einfach mal neu draufgesetzt, nur in eine andere Richtung, mit einer anderen Begründung.
Und diesmal gibt es kein Enddatum.
Für Shark Ninja ist es doppelt bitter.
Die haben nämlich ihre Produktion gerade erst aus China rausgeholt und nach Südostasien verlegt, um sich eigentlich genau diese Zölle zu sparen.
Das hat einige Jahre gedauert und extrem viel Geld gekostet.
Und jetzt zahlt Vietnam zwölfeinhalb Prozent, exakt genauso wie China.
Also der ganze Aufwand umsonst.
Und dann ist da noch das Geschäft.
selbst.
Shark Ninja lebt davon, dass alle zwei Wochen ein neues Gerät einschlägt.
Wer von Hits lebt, der erlebt eben auch Flops.
Wenn die nächsten Geräte floppen, bleibt eine ganz normale Haushaltsgerätefirma übrig.
Und dafür ist die Aktie dann doch wieder viel zu teuer.
Stimmt, die Analysten sehen trotzdem noch ein durchschnittliches Kurspotenzial von 10 Prozent.
Und ich muss ja sagen, ich sehe eigentlich auch noch Potenzial in den Geräten.
Vielleicht muss ich sie mal abstauben und aus dem Küchenschrank wiederholen.
Insgesamt beobachten übrigens zwölf Analysten den Titel und alle raten zum Kauf.
Unterm Strich bleibt Chagnin ja aber trotzdem eine Wette, weil das Wachstum nur so lange läuft, wie alle zwei Wochen ein neues Gerät einschlägt.
Das hat jetzt 13 Quartale lang geklappt, aber garantiert ist es eben nicht.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über euer Feedback.
Deshalb schickt uns eine Mail an AAA at welt.de oder hinterlasst uns eine Bewertung hier im Podcast Player eures Vertrauens oder auf Instagram.
Hinter die Diskussion um die Werbung setzen wir jetzt hier einfach mal einen Haken.
Dafür haben sich einige von euch gewünscht, dass wir hier mal den neuen ETF von Jan Beckers vorstellen.
Nehmen wir als Thema natürlich mal auf die Liste.
Tim hat auf Spotify außerdem noch gefragt, wo man denn eigentlich Kakao handeln kann.
Gutum schrieb dazu Supermarkt.
Fand ich lustig, habe ich kurz gelacht.
Aber Spaß beiseite.
Der Handel läuft an zwei Terminbörsen.
In New York in Dollar und in London in Pfund.
Jeweils 10 Tonnen pro Kontrakt.
Also für Privatanlänger nicht zugänglich.
Wer trotzdem auf den Kakaopreis setzen will, kommt an einem ETC nicht vorbei.
Der Wisdom Tree Kakao ist der einzige auf dem Bloomberg Kakao Index und kostet 0,49 Prozent im Jahr.
Daneben gibt es auch noch eine gehebelte Variante.
Das ist der Wisdom Tree Kakao Two Times Daily Leverage.
Die WKNs gibt es in der Folgenbeschreibung.
Wichtig dabei, der ETF kauft keinen Kakao, sondern nur die Futures, die ständig in den nächsten Kontrakt gerollt werden müssen.
Ist der jeweils teurer, dann frisst das Rendite.
Der ETC kann also über Jahre schlechter laufen als der Kakaopreis selbst.
Bleiben noch die Aktien.
Barry Calbo, Lind, Hershey und Mondelez.
Nur ist das keine Wette auf den steigenden Kakaopreis, sondern das genaue Gegenteil.
Für die vier ist Kakao der wichtigste Rohstoff im Einkauf.
Je teurer er wird, desto stärker drückt er auf die Marge.
Und wo das jetzt geklärt wäre, da heißt es natürlich, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Wir hören uns morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcast gibt.
