# AI Financing Shifts, Rhine Logistics Crisis, and Pharma Patent Dynamics

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-08-11

## Transcript

Einige von euch, die uns hier zuhören, dürften ihr Depot nach dem klassischen Core-Satellite-Prinzip aufgebaut haben.
Das heißt, ein solider, breit gestreuter ETF bildet den Kern, also den passiven Core.
Und drumherum, da kreisen Satelliten, Einzelaktien, Rohstoffe oder Krypto, um zusätzliche Renditechancen zu nutzen.
Das Problem dabei ist nur, oft holt man sich damit am Ende doch vor allem zusätzliches Marktrisiko ins Portfolio, aber keine Rendite, die wirklich unabhängig vom Gesamtmarkt läuft.
Wer aber nach Satelliten sucht, die idealerweise eine marktunabhängige Rendite bringen, also das, was wir in der Theorie als echtes Alpha bezeichnen, sollte unseren heutigen Werbepartner Wikifolio kennen, der dafür einen ganz interessanten Ansatz entwickelt hat.
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Ihr kriegt da echte Track Records und könnt damit nachvollziehen, wer es schafft, langfristig marktunabhängige Rendite zu liefern.
Also echtes Alpha.
Und genau diese Strategie könnt ihr euch dann ganz einfach als Satellit ins Portfolio holen.
Heißt?
zusätzliche Diversifikation und eine Renditequelle, die nicht am Gesamtmarkt hängt.
Investierbar wird so einfach wie eine Aktie oder ein ETF als börsengehandeltes besichertes Zertifikat mit einer eigenen E-SIN.
Am besten schaut ihr euch die mehr als 10.000 investierbaren Strategien jetzt selbst einfach mal an und checkt, ob eine davon zu eurem Depot passt.
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Und zum Schluss, das war keine Anlageberatung, sondern eine bezahlte Werbung von unserem Partner Wikifolio.
Jedes Investment in Wertpapiere ist immer mit Risiken verbunden.
Die vergangene Performance ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.
Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über den 500 Milliarden Dollar Plan von Nvidia, den GameStock-Brückzieher und die finanzielle Intel-Renaissance nach 55 Jahren.
Im Thema des Tages dreht sich alles um das Niedrigwasser im Rhein, das die Unternehmen lähmt und die Preise treibt.
Und in der AAA-D verraten wir euch, wie ihr als Anleger vom Milliardengeschäft nach Osampic profitieren könnt.
Alles auf Aktien.
Der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Philipp Vetter.
Und Lea Oetjen aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Heute ist Dienstag, der 11.
August und wir wünschen euch einen abgekühlten Start in den Tag.
Abkühlung ist nämlich genau das, worauf die Wall Street in dieser Woche hofft.
Allerdings nicht bei den Temperaturen, sondern bei der Inflation.
Denn eigentlich läuft für Aktien gerade alles in die richtige Richtung.
Die Unternehmen im S&P 500 steuern auf ein Gewinnwachstum von 50% gegenüber dem Vorjahresquartal zu.
So stark war das zuletzt vor fünf Jahren, als sich die Wirtschaft aus dem Corona-Loch herausgearbeitet hat.
Trotzdem, der S&B 500 verlor gestern 0,1 Prozent nach dem Rekord vom Freitag und der Nasdaq 100 gab 0,2 Prozent nach.
Der Grund findet sich natürlich mal wieder im persischen Golf.
Der Iran fordert nämlich Entschädigungen für den Krieg und Donald Trump denkt nicht mehr daran, diesen Forderungen entgegenzukommen.
Naja, heißt jetzt, die Straße von Hormuz bleibt jetzt erstmal ein bisschen auf weiteres dicht.
Brent verteuerte sich daraufhin um 5 Prozent auf 87,72 Dollar je Fass.
Die US-Sorte WTI zog um 4,9 Prozent auf 2.
82 Dollar und drei Cent an.
Ihr merkt, der Ölmarkt dreht sich jetzt seit Monaten im Kreis und macht dabei alle ziemlich nervös.
Wir hatten ja gestern schon darüber gesprochen und jetzt preisen auch die Terminmärkte für die September-Sitzung der Fed inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von knapp 52 Prozent für einen höheren Leitzins ein.
Bereich der Mehrheit.
Am Anleihenmarkt, da sieht man dasselbe Bild.
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen, die stieg um 5 Basispunkte auf 4,7 Prozent.
Vorkriegsbeginn, da lag sie bei 3,97 Prozent.
Das sind gut 70 Basispunkte mehr und die landen 1 zu 1 bei den amerikanischen Häuserkäufern und in jedem Firmenkredit.
Auch in Europa ging es hoch.
Die 10-jährige Bundesanleihe, die rentiert mit 3,18 Prozent.
Die britische mit 4,99 Prozent.
Bei den Einzelwerten war Intel gestern der große Verlierer mit einem Minus von mehr als 4%.
Der Konzern will neue Aktien im Wert von 15 Milliarden Dollar ausgeben.
Und das wäre dann die erste öffentliche Aktienplatzierung, seit Intel im Jahr 1971 an die Börse gegangen ist.
Seit knapp 55 Jahren hat dieses Unternehmen also kein frisches Eigenkapital am Markt eingesammelt.
Und jetzt mitten in der Aufholjagd tut es das.
Das Geld soll in Investitionen fließen und vom KI-Boom noch etwas abzubekommen.
Für Altaktionäre bedeutet das natürlich in Erzweiterung.
erst einmal eine gewisse Verwässerung.
ob das so ein positives Signal ist.
Die größere Geschichte des Tages liefert aber Nvidia, der Konzern, der verhandelt mit einer Gruppe von US-Finanzriesen über die Finanzierung von KI-Infrastruktur im Umfang von, Achtung, 500 Milliarden Dollar, eine halbe Billion.
Zuerst hat die Financial Times darüber berichtet.
Danach hat Nvidia den Schritt dann auch selbst noch bestätigt.
Am Tisch, da sitzt echt das Who-is-Who des privaten Kapitals, darunter Apollo Global Management, Blackstone und Goldman Sachs.
Und die Nvidia-Aktie, die verlor trotzdem erstmal 3%.
Eine halbe Million Dollar für das eigene Kerngeschäft.
Ja, und der Kurs gibt nach.
Ja, das musst du jetzt erstmal erklären, Lea.
Ja, das mache ich doch glatt, denn dahinter steckt eine Mechanik, über die ihr in den nächsten Monaten wahrscheinlich noch öfter stolpern werdet.
Sie heißt nämlich Kreislauffinanzierung.
Im Fachjargon wird das auch Vendor-Financing genannt.
Nvidia kauft nicht nur Chips, Nvidia hilft auch seinen Kunden zunehmend dabei, diese Chips überhaupt bezahlen zu können.
Allein im vergangenen Monat hat der Konzern seine Partnerschaft mit der südkoreanischen SK Group auf ein Volumen von mehr als 500 Milliarden Dollar ausgeweitet.
Nvidia verhandelt darüber, bis zu 250 Milliarden Dollar abzusichern, damit OpenAI Rechenkapazität anmieten kann.
Der Konzern führt Gespräche darüber, OpenAI-Chipkäufe im Wert von 350 Milliarden Dollar zu finanzieren.
Stellt euch einen Autohändler vor, der euch den Kredit für sein eigenes Auto gibt, solange ihr die Raten zahlt.
Sieht seine Bilanz ganz gut aus.
Er hat verkauft, der Umsatz steht in den Büchern, nur bleibt das Risiko halt auch bei ihm hängen, wenn ihr jetzt nicht zahlen solltet.
Ein schöner Vergleich.
Und genau diesen Verdacht formulieren jetzt auch manche Investoren ziemlich offen, dass Nvidia mit solchen Zusagen die Nachfrage und damit auch die Bewertung der ganzen Branche selbst nach oben schiebt.
So ein bisschen künstlich animiert.
Und deshalb lässt sich der 500 Milliarden Deal auch auf zwei verschiedene Art und Weisen lesen.
Für Optimisten, Nvidia holt sich Apollo, KKR und Blackstone an Bord und schiebt das Risiko damit weg von der eigenen Bilanz.
Skeptiker könnten aber auch sagen, dass der KI-Ausbau inzwischen eine halbe Billion Dollar am fremden Kapital braucht, weil ihn die laufenden...
Gewinne der Branche nicht mehr alleine tragen können.
Tja, bei den Investoren hat sich gestern offenbar die zweite Lesart durchgesetzt.
Passend dazu meldet der Branchendienst The Information, dass Microsoft die Produktion seiner eigenen KI-Chips deutlich hochfahren will.
Und das trifft Nvidia an einer empfindlichen Stelle.
Schließlich ist Microsoft einer der größten Abnehmer von Nvidia-Chips überhaupt und arbeitet gleichzeitig eben jetzt daran, weniger davon zu brauchen.
Bleibt abzuwarten, wie gut das gelingt.
Auf der Gewinnerseite stand dafür gestern Berkshire Hathaway mit einem Plus von 1,5 Prozent.
Greg Abel hat in seinem ersten vorigen Quartal als Chef nicht mehr nur verdient als erwartet, sondern auch einen Teil des riesigen Cashbacks an Aktien gesteckt.
Und darüber haben wir ja schon in der gestrigen Folge gesprochen.
Dann gab es gestern noch zwei Übernahmen, bei denen die Kurse regelrecht explodiert sind.
Marine Max sprang um mehr als 46 Prozent der Yachthändler und Marina-Betreiber.
Der verkaufte sich für rund 1,5 Milliarden Dollar an eine Beteiligungsgesellschaft von Blackstone.
Barracks Imaging legte sogar 48,8 Prozent zu, weil Teledyne Technologies den Hersteller von Röntgenkomponenten für 18,90 Dollar je Aktie übernimmt.
Zwei Bar übernahmen an einem Tag, kurz nach den Rekorden im Index.
Wer glaubt, an der Wall Street sei alles zu teuer, sollte sich einfach anschauen, wo Private Equity und strategische Käufer gerade zugreifen, nämlich bei den Nebenwerten.
Weniger gut lief es dafür gestern bei Apple.
Die Investmentbank Jefferies stufte die Aktie gestern auf Underperform ab.
GameStop sorgte gestern auch noch für Schlagzeilen.
Der Videospielhändler, den Ryan Cohen, führt erweckt laut Insidern sein Übernahmeangebot für eBay über 56 Milliarden Dollar wieder einzukassieren.
Da muss man ja sagen, das war ohnehin jetzt nicht besonders glaubwürdig von dieser Memestock-Aktie, dass die tatsächlich eBay kauft.
Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Ganz im Gegensatz zu Boeing.
Der Flugzeugbauer, der verkauft mehrere Einheiten für Lufttaxi und Drohntechnik an Archer Aviation und will sich...
künftig auf Verkehrsflugzeuge und Rüstung konzentrieren.
Übersetzt heißt das, Boeing trennt sich von allem, was frühestens im nächsten Jahrzehnt Geld verdienen wird.
Und Archer, die kaufen Technik von einem der erfahrensten Flugzeugbauer der Welt und bleiben trotzdem eine Wette darauf, dass die Behörden solche Fluggeräte überhaupt irgendwann mal eines Tages zulassen.
Die Aktie von Archer legte trotzdem um 12 Prozent zu.
So, und dann werfen wir jetzt nochmal einen schnellen Blick auf unseren Heimmarktmarkt.
Der hat sich nämlich gestern fast ein bisschen selbst überholt.
Der DAX war zur Mittagszeit ganz dicht in seinem Rekordhoch.
Dann ging ihm aber so ein Stück weit die Luft aus.
Am Ende blieb ein sehr, sehr, sehr kleines Plus von 0,02% auf 26.323 Punkte.
Zwei Hundertstel Prozent näher kann man wirklich kaum an seinem eigenen Rekord vorbeischrahmen.
Dem Eurostoxx 50 ging es genauso.
Der schloss 0,18% höher und verpasste seinen Höchststand ebenfalls ganz knapp.
Unter der Oberfläche sah es allerdings schwächer aus.
Der MDAX, der mittelgroßen Werte, verlor 0,48%.
An der DAX-Spitze stand Kiagen mit plus 5,5%.
Die Deutsche Bank liest die Quartalszahlen des Diagnostik-Spezialisten als operative Verbesserung und die schwache Prognose fürs laufende Quartal eher als Vorsicht des Managements.
Am anderen Ende gab die Deutsche Telekom 3,2 Prozent ab und kassierte damit einen Teil der Gewinne nach den Zahlen der vergangenen Woche wieder ein.
Und richtig ungemütlich wurde es bei den Nebenwerten.
Stabilos brach um knapp 9 Prozent ein und war damit schwächster Wert im SDAX.
Auslöser da war keine Zahl oder auch keine Geschäftszahlen oder sowas, sondern vielmehr eine Personalie.
Finanzchef Andreas Jäger hat seinen Vertrag nämlich aus persönlichen Gründen vorzeitig aufgelöst.
So, dann haben wir noch ein paar Termine.
Willst du, soll ich, wie mache ich das?
Ja, mache ich und sage vorher noch.
Immer ein ganz schlechtes Zeichen, wenn der Finanzchef geht.
Aber zu den Terminen.
Heute kurz und knapp.
Es kommen Zahlen von Uniper, Salzgitter, Jungheinrich, Cancom, TAC Immobilien, Norma und Dema Farm legen Quartalszahlen vor.
Dazu RTL, Intercontinental Hotels und die Schweizer Laborusrüster Tekan mit Halbjahreszahlen.
Das Thema des Tages.
Es gibt so Themen, die bauen sich ganz langsam auf und lange interessiert sich kaum einer dafür und plötzlich sind sie dann da und man kann sie einfach nicht mehr wegignorieren.
Und um genau einen solchen Fall geht es heute auch im Thema des Tages.
Wir müssen endgültig über den Rhein sprechen.
Genauer gesagt über das extreme Niedrigwasser, das die Trockenheit und Hitze in diesem Jahr verursacht hat.
Genau.
Dass es da ein Problem geben wird, das hat sich ja schon vor ein paar Wochen abgezeichnet.
Aber als wir damals bei Welt darüber berichtet haben, hat es noch keinen so wirklich interessiert.
Das ist inzwischen anders, was vielleicht auch daran liegt, dass wir endgültig im Sommer noch angekommen sind und noch kein Löwe in Berlin gesichtet wurde.
Gerechtfertigt ist diese neuerliche Aufmerksamkeit aber trotzdem.
Schließlich ist der Rhein ja Europas wichtigste Wasserstraße.
Er verbindet die Industriezentren von der Schweiz über Deutschland bis hin zu den Nordsee-Häfen in Rotterdam.
Und aktuell macht das historisch Niedrigwasser der deutschen Wirtschaft.
schafft seit Wochen ordentlich zu schaffen.
So, so, Lea.
Du wartest auf den Löwen.
Dabei sind doch Wale eigentlich die Tiere der Saison dieses Jahr.
Ja, es fehlt auch noch so ein bisschen, dass irgendein Zootier noch ausbricht.
Normalerweise brechen da irgendwelche...
Irgendein zweiter Timmy oder so.
Nein, du schreierst nicht.
Das wäre doch vielleicht das Richtige.
Bitte nicht.
Das Grundproblem, das ist jedenfalls schnell erklärt.
Es hat viel zu wenig geregnet.
Deshalb sind die Pegelstände jetzt extrem niedrig und Schiffe können schon seit einiger Zeit weniger Ladung aufnehmen.
Weniger Ladung pro Fahrt, das heißt eben auch mehr Fahrten, höhere Transportkosten.
In Deutschland werden zwar weniger als 10% der Fracht auf Binnengewässern transportiert, aber es sind die entscheidenden Güter.
Erze, Öl, Chemieprodukte und Kohle.
Ja, und ihr könnt es euch wahrscheinlich denken, genau da wird es auch für die Börse spannend, weil das ausgerechnet die Rohstoffe der großen Industriekonzerne sind.
Immer mehr Bundesländer setzen deshalb das Sonn- und Feiertagsverbot für Lkw aus.
Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland haben das schon vergangenes Wochenende gemacht.
Jetzt ziehen auch noch Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern nach.
Geplant ab dem kommenden Wochenende und zunächst bis Ende August.
Ja, da haben wir sie doch, die Sommertiere, nämlich das Elefantenrennen auf der Autobahn.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, der will...
an diesem Mittwoch digital mit den Landesverkehrsministern über weitere Entlastungen beraten, etwa über den Umgang mit Gütern, die nicht länger an den Häfen gelagert werden dürfen.
Aber die Lockerung, die ist eben kein Allheilmittel.
Der Logistikverband BGL sagt klar, zusätzliche Transportkapazitäten schafft das nicht, wenn die Lkw auch sonntags fahren dürfen.
Ist ja auch logisch, nur durch eine Ausnahmegenehmigung gibt es ja nicht plötzlich automatisch mehr Lkw-Fahrer.
Und die müssen sich ja auch noch weiter an Pausen und Ruhezeiten halten.
Deutlich mehr Waren kann man da also nicht auf die Straße transportieren.
Zumal ohnehin seit Jahren ja mehr als 100.000 Trucker fehlen.
Die Branche kann ihre Jobs gar nicht genug besetzen.
Und man muss sagen...
Der Tiefpunkt, der ist vermutlich noch nicht erreicht.
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt, der rechnet damit, dass bei weiter sinkenden Pegeln keine durchgehende Schifffahrt mehr möglich sein wird.
Besonders kritisch ist die Lage am Messpunkt Kaub.
Jens Schwanen, der Geschäftsführer des Binnenschifffahrtsverbandes, sagt, wenn der Pegelkaub im Laufe der Woche noch weiter runter geht, dann macht gewerbliche Schifffahrt einfach keinen Sinn mehr.
Es bestehe dann die Gefahr, den Grund zu berühren und die Prognosen sagen, weiter sinkende Pegelstände voraus.
Damit droht das Extremszenario in Deutschland, die Zweiteilung des Rhein.
Dann kann man nicht mehr durchgängig befahren, sondern muss Umwege nehmen.
Was bedeutet das jetzt für die börsennotierten Unternehmen, die normalerweise auf den Rhein angewiesen sind?
Fangen wir mit dem Chemiekonzern Covestro aus Leverkusen an.
Der Rhein ist für die NRW-Werke zentral.
Über 30 Prozent der produzierten Werkstoffe und rund drei Viertel der Rohstoffe werden über den Fluss transportiert.
Ein Sprecher sagt, Zitat, aufgrund der akuten Niedrigwasserlage ist der Rohstoff- und Warenverkehr derzeit erheblich eingeschränkt.
Das wirkt sich inzwischen auf die Rohstoffversorgung, den Abtransport einzelner Produkte und die Produktion einzelner Betriebe aus.
Und Covestro hat aufgerüstet.
Der Konzern setzt zusätzliche Schiffe mit geringerer Beladung und höherer Fahrtfrequenz ein.
Dazu noch spezielle Niedrigwasserschiffe.
Schon 2023 hat Covestro gemeinsam mit HGK Shipping zwei solcher Niedrigwasserschiffe in Betrieb genommen.
Eines heißt Courage.
Die haben einen außergewöhnlich niedrigen Tiefgang und können bis zu einer Wasserrentiefe von 1.000.000.
1,50 Meter eingesetzt werden.
Das entspricht 40 Zentimetern am Kölner Pegel.
Also selbst bei extrem niedrigem Wasser fahren die noch irgendwie.
Und womöglich weicht Covestro auf Straße und Schiene aus.
Rohstoffvorräte wurden frühzeitig aufgestockt.
Zu den Kosten hält sich der Konzern noch bedeckt, aber zur Einordnung im Niedrigwasserjahr 2018.
Da entstand für Covestro Kosten im mittleren zweistelligen Millionenbereich.
Für die aktuelle Periode lässt sich das noch nicht beziffern, aber die zusätzlichen Aufwände sind laut dem Unternehmen signifikant.
Den Stahlhersteller ThyssenKrupp mit seinem größten Standard in Duisburg trifft das Niedrigwasser auch schwer.
Eine Sprecherin sagte, Zitat, die anhaltende und sich verschärfende Niedrigwassersituation hat mittlerweile auch Auswirkungen auf die Versorgung unseres Duisburger Werks mit Rohstoffen.
Zitat Ende.
Die eigene Schubschifffahrt wurde wegen der niedrigen Pegel bereits eingestellt.
Jetzt nutzt man auch bei ThyssenKrupp vorsorglich angemietete externe Schiffe mit geringem Tiefgang.
Die Hochofenproduktion wurde wegen der leicht eingeschränkten Rohstoffversorgung vorsorglich etwas angepasst.
Die Kundenversorgung sei aber aktuell noch nicht gefährdet.
Wenn man verstehen will, warum es keine Option ist, einfach auf LKW umzusteigen, dann muss man sich da mal einfach die schiere Masse anschauen, die ThyssenKrupp da bewegt.
Täglich erreichen 50.000 bis 60.000 Tonnen Rohstoff für den Werkshafen.
Die Sprecherin sagt klar, eine Verlagerung auch nur eines Teils dieser Mengen auf die Straße ist keine realistische Lösung.
Bleiben wir bei den Rohstoff- und Energiethemen.
BP mit der größten deutschen Tankstellenkette Aral.
Auch hier wird der Transport von Benzin, Diesel, Heizöl und Flugkraftstoff erschwert, die Frachtkosten steigen, sagt ein Konzernsprecher.
BP arbeitet intensiv daran, die Versorgung über verschiedene Verkehrsträger sicherzustellen.
Die gute Nachricht für Autofahrer, Zitat, an unseren Aral-Tankstellen gibt es bislang keine Versorgungsengpässe.
Zitat Ende.
Unser Kollege Andreas Machow, der sich unter anderem mit der Chemieindustrie auskennt, der hat noch bei zwei weiteren Konzernen nachgefragt.
Bei Lanxess ist die Versorgungslage sehr herausfordernd.
Die Schiffslieferungen sind stark eingeschränkt.
Die Schiffe fahren mit deutlich weniger Ladung als üblich, weil einzelne Lade- und Entladestellen schon nicht mehr erreichbar sind, stellt Lanxess möglichst auf Bahn- und Straßentransporte um.
Lanxess hat eine Taskforce eingerichtet, weil die Lage, Zitat, hochdynamisch sei.
Die Produktion läuft bislang ohne größere Einschränkungen und trotzdem, die Mehrkosten durch das Niedrigwasser liegen schon jetzt im einstelligen Millionenbereich.
Und dann ist da noch der Branchenriese BASF.
Auch dort verfolgt man Pegelstände sehr genau.
Der Binnenschifffahrttransport, der konnte bislang durch den Einsatz einer größeren Anzahl an Niedrigwasserschiffen weitestgehend aufrechterhalten werden, heißt es dort.
Zusätzlich stürzt BASF die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen über LKW und Schiene.
Aber in Einzelfällen kommt es durch das Andauern der Wetterlage zu Lieferengpässen.
Die Notfallstrategie ist also überall ähnlich.
Mehr Schiffe mit weniger Ladung, spezielle Niedrigwasserschiffe, Ausweichen auf Bahn und Straße, Vorräte aufstocken, höhere Kosten in Kauf nehmen und alles, was dann noch irgendwie so auf dem To-Do auftaucht.
Aber alle stoßen an dieselben Grenzen, die Straße kann die Mengen schlicht nicht auffangen.
Das macht die entscheidende Warnung der DZ-Bank jetzt so relevant.
In einer aktuellen Studie heißt es da, Zitat, je länger das Niedrigwasser anhält, desto stärker summieren sich Transportengpässe und Mehrkosten, desto erforderlicher werden Produktionsdrosselungen und desto schwerer fällt es später, Produktionsausfälle wieder nachzuholen.
Genau, das ist der Punkt für Anleger.
Es geht nicht um einen einmaligen Schock, sondern um einen Kosten- und Belastungseffekt, der sich mit jeder weiteren Woche aufsummiert.
Und der lässt sich später nicht einfach mal so nachholen.
Noch halten sich die Kosten in Grenzen, aber der Tiefpunkt ist eben auch noch nicht erreicht.
Und man muss leider auch sagen, durch den Klimawandel werden solche Sommer wie dieser eher häufiger vorkommen.
Und damit wird er für die Konzerne am Rhein zur dauerhaften Belastung.
Sie sind Macher, sie sind Blockierer, sie kämpfen für den Frieden.
Oder führen rücksichtslos Krieg?
Was sie eint, das ist die Macht.
Hi, mein Name ist Gondropinski von Politico.
Ich lade euch ein zur Fortsetzung unserer Podcast-Reihe Machthaber.
Zusammen mit euch ergründe ich, was die mächtigsten und umstrittensten Politikerinnen und Politiker unserer Zeit antreibt.
Wie sie denken, wie sie entscheiden und was das für uns bedeutet.
Dieses Mal unter anderem mit Pedro Sanchez, aber auch mit King Charles und Papst Leo XIV.
Außerdem schreiben wir die bisherigen Porträts aus unserer Machthaberei weiter fort.
Was wird Trump hinterlassen?
Kann Friedrich Merz noch ein Kanzler für die Geschichtsbücher werden?
Wie wird Marine Le Pen nun doch als Kandidatin den französischen Präsidentschaftswahlkampf prägen?
Das alles hört ihr ab der letzten Juliwoche in unserer Politico-Machthaberei.
Überall, wo es Podcasts gibt.
Ich freue mich auf euch.
Philipp, rate mal.
Noch Anfang des Jahres hat Osampic in Indien je nach Dosierung zwischen 94 und 175 Dollar gekostet.
Und schätze mal, was der Wirkstoff heute pro Monatspackung wert ist?
Wenn du so fragst, wahrscheinlich nur noch ein Bruchteil.
Ich sage jetzt aber mal 9,99.
Ja, gar nicht schlecht.
Bei Netco Farmer startet die Einstiegsdosis bei knapp 14 Dollar.
Und ja, das hat einen ganz simplen Grund.
Das Patent auf Sema-Gludit ist in diesem Jahr in Indien, China, Brasilien und in der Türkei ausgelaufen.
Und schon einen Tag später standen die ersten Nachahmerprodukte in den Regalen von Indiens Apotheken.
Mehr als 40 Hersteller hatten sich vorbereitet.
Novo Norders musste die Preise entsprechend senken und hält auch jetzt nur noch einen knappen Viertel im indischen Markt.
Tja, das zeigt, der Preis eines Medikaments ist eben keine Naturkonstante.
Er hängt von der Rechtslage ab.
Die Industrieländer, die verlängern ihren Herstellern den Schutz.
Die Schwellenländer, die tun das nicht.
In den USA bleibt der Markt je nach Präparat bis 2031 oder 2032 dicht.
Genau, damit dreht sich die Logik der Generika-Branche einmal um.
Sonst verdienen die Nachahmer ihr Geld in Amerika und nehmen die Schwellenländer nebenbei noch so ein bisschen mit.
Dieses Mal darf in Asien, Lateinamerika und in Afrika längst verkauft werden, während der Westen dabei nur zuschaut.
Langfristig kann das zu einem echten Vorteil werden, denn wer jetzt baut, lernt etwas, das man später nicht kaufen kann.
Bei einer Spritze kommt es schließlich auf Details an, auf die sterile Abfüllung, funktionierende Pens und die lückenlose Kühlkette.
Wenn Anfang der 2030er die reichen Märkte aufgehen, dann treffen dort Geübte auf Nachahmeranbieter, die bei Null anfangen.
Wie weit das reicht, zeigt Aspen Pharmacare aus Südafrika.
Der Konzern hat in Kanada die Zulassung für ein generisches Semaclodid bekommen.
Abgefüllt wird in Südafrika.
Die Injektoren kommen aus Frankreich und der Wirkschaft aus Indien.
Und jetzt kommt die Pointe, Aspen kann das nur, weil der Konzern seit 2023 für Novo Nordisk bereits Humaninsulin abfüllt.
Heißt, aus dem Auftragsfertiger ist ein Wettbewerber des Auftraggebers geworden.
Die Aktie von Aspen Pharmacare liegt auf Jahressicht knapp 50 Prozent im Fluss.
Das kommt super an beim Auftraggeber.
Der zweite Name ist Sun Pharmaceutical, Indiens größter Arzneimittelkonzern.
Im Quartal bis Ende Juni stieg der Umsatz um 10%, der Gewinn um 27%.
Getragen hat das der Heimatmarkt, wo die Erlöse um 16% zulegen konnten.
Der dritte Name ist Sun Pharmaceutical.
spielt ein ganz anderes Spiel.
Während Indien kopiert, verkauft China längst auch Forschung.
Chinesische Biotech-Firmen haben im vergangenen Jahr Wirkstoffkandidaten für rund 137 Milliarden Dollar an globale Konzerne lizenziert.
2021 waren es nur noch 13,9 Milliarden.
Ja, der dritte Name und wohl auch der prominenteste Fall für dieses Beispiel ist CSPC Pharmaceuticals.
AstraZeneca zahlt bis zu 18,5 Milliarden Dollar, ausgerechnet für ein experimentelles Abnehmmedikament.
1,2 Milliarden flossen sofort.
Im zweiten Quartal buchte CSPC dann knapp 840 Millionen als Lizenzentrag auf und vervielfachte damit seinen Halbjahresgewinn.
Nur trägt dieses Modell eben auch das Risiko, das eigentliche Arzneigeschäft Wuchs nur um rund 10% und im Auftaktquartal ohne Lizenzverträge brach der Gewinn um 42% ein.
Die Aktie liegt auf Jahressicht 16% im Minus, Analysten sehen aber erhebliches Turnaround-Potenzial.
Ja, und was heißt es jetzt für euch?
Das Wichtigste vorab, eine Spritze mit Kühlkette verzeiht keine Fehler.
Ausgerechnet Dr.
Reddys, der erste am Markt, stoppte im Frühsommer die Auslieferung, weil in einzelnen Chargen ein Abbauprodukt außerhalb der Spezifikation auftauchte.
Die operative Marge fiel von 26,7 auf 12,5 Prozent und die Aktie brach daraufhin natürlich ein.
Hinzu kommt, über die These entscheidet nicht Indien, sondern die USA.
Die 100% Zölle auf patentierte Arzneimittel nehmen Generika bisher aus.
Bis Frühjahr 2027, da läuft allerdings eine Prüfung des US-Handelsministeriums, ob das auch so bleibt.
Indien liefert 38% seiner Ausfuhren in die USA.
Heißt, das hier ist keine Wette auf Medizin, sondern auf einen Prüfbericht, denn auch die Erschwinglichkeit bei Medikamenten ist keine Naturkonstante.
Sie hängt eben auch von der Rechtslage ab.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über euer Feedback.
Deshalb schickt uns eine Mail an AAA at welt.de oder hinterlasst uns eine Bewertung im Podcast Player oder auf Instagram.
Gestern gab es besonders auf Spotify viel Feedback zur Werbung in unserer Folge.
Da schlagen natürlich jetzt zwei Herzen in unserer Brust.
Vermutlich haben wir uns alle schon mal geärgert, wenn der Reklame-Blog scheinbar nicht enden will.
Auf der anderen Seite geht es auch nicht ohne Werbung.
Um das ganz klar zu sagen, wir können alles auf Aktien nur machen, weil es Firmen gibt, die bei uns werben wollen.
Wir sind unseren Partnern also durchaus dankbar, dass sie dafür sorgen, dass wir diesen Podcast kostenlos anbieten können.
Ja, und es kommt noch hinzu, dass in dem Podcast auch wirklich sehr viel Arbeit steckt.
Nicht nur unsere, sondern auch die Arbeit von unseren Produzenten, die mitten in der Nacht dafür sorgen, dass wir meist viel besser und wacher klingen, weil sie einfach unsere Versprecher und die Stolperer rausschneiden.
Und unsere Nachtschicht bereitet die Folgen dann auch für die Podcastplayer vor und, und, und.
Mit einer Folge sind also wirklich viele Menschen beschäftigt.
Heißt, ohne Werbung geht's nicht.
Wir checken aber nochmal, wie wir das alles so ausbalanciert bekommen, dass keiner den Spaß an AAA verliert und hoffen, dass das ein Deal ist, mit dem wir alle leben können.
Und dann hat uns noch Amelie einen Kommentar bei Spotify hinterlassen.
Da zitiere ich mal eben.
Ich will jetzt nicht die Überkorrekte spielen, aber El Niño als ein paar Grad mehr und Wetter zu bezeichnen, ist ein bisschen grob und wird dem Klimaphänomen nicht gerecht, schreibt sie.
Das wird nämlich dank Klimawandel immer heftiger und die Auswirkungen spüren wir überall, nicht nur in der globalen Wirtschaft oder den Lieferketten, sondern auch im Tourismus, der Gesundheit etc.
Liebe Amelie, da hast du natürlich völlig recht.
Und auch wenn wir manchmal ein bisschen flapsig formulieren, wollen wir die Folgen des Klimawandels hier sicher nicht verharmlosen.
Nein, im Gegenteil.
Das ist ja einer der Gründe, warum wir hier immer wieder über die wirtschaftlichen Folgen sprechen.
Aber genau das ist ja das Problem.
Es sind formal...
halt wirklich nur ein paar Grad mehr.
Aber die Folgen sind natürlich gewaltig.
Wir behalten das auch weiterhin im Blick und versuchen, allzu flapsige Formulierungen an der Stelle zu vermeiden.
Und wenn ihr checken wollt, ob uns das auch gelingt, dann kann es nur heißen, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Und wir hören uns dann morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
