# Luxury Watch Marketplaces & Alternative Asset Strategies

**Podcast:** Asset Class
**Published:** 2026-08-11

## Transcript

Ich hätte bei einer Patek Philippe Uhr mehr Vertrauen als in die allermeisten Währungen dieser Welt.
Warum habt ihr das geschafft, wirklich gegen eBay, gegen diese Weltmarke, so eine Plattform aufzubauen?
Am Ende, wenn wir ehrlich sind, ist das ein Wegwerfprodukt.
Also auch einfach Rolex, zeitweise der Meme-Stock des Uhrenmarktes?
Dem habe ich dann auch gleich mal gesagt, hey, you need a watch.
Und er hat mich gleich am Tag danach kontaktiert und hat gesagt, ja, hilf mir mal.
Wenn ich mir eine Uhr kaufen würde, wäre es wahrscheinlich eine Patek.
Aber wenn dieser Vertrag gekündigt würde, dann ist die Aktie wahrscheinlich nichts mehr wert.
Die folgenden Inhalte.
Kapitalanlagen bergen Risiken.
Du entscheidest, in was du investierst.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Acid Class, deinem Podcast über Wachstum und Werte.
Ich bin Christian Beröhl und heute habe ich für dich Investments am Handgelenk.
Mein Gast hat den weltweit führenden Online-Marktplatz für Luxusuhren aufgebaut und er wird mir erklären, warum Menschen auch im Zeitalter der Smartwatches viel Geld für Chronographen ausgeben, anders als ich mit meiner Apple Watch.
Ob hochwertige Zeitmesser Sammlerstücke sind, Statussymbole, Sachwerte oder Spekulationsobjekte, was der Uhrenmarkt mit der Börse gemeinsam hat und auf was du achten solltest, wenn du dich für eine Omega, eine IWC oder eine Rolex interessierst.
Egal, ob direkt oder doch nur im Depot, sprich als Aktie.
Ich freue mich auf Tim Stracke, Gründer von Krono24.
Hallo Tim, schön, dass du da bist.
Christian, vielen Dank für die Einladung.
Tim, du bist Gründer, Unternehmer, Investor mit einer sehr, sehr spannenden Biografie, über die wir natürlich auch gleich reden werden.
Aber in deinem Profilslogan auf LinkedIn, da steht an erster Stelle Watchlover.
Und insofern drängt sich doch die Frage auf, was der Uhrenliebhaber den heute am Handgelenk hat.
Ja, die Frage habe ich mir natürlich auch heute Morgen gestellt und ich habe mich für meine Royal Oak von Audemars Piguet entschieden.
Gerade wo in den letzten Wochen ja auch sehr, sehr viel über...
diese Marke auch in den Boulevardmedien gesprochen wurde und wo sie auch als Investment sicherlich eine der spannendsten Uhren ist, habe ich gedacht, bringe ich die heute mal mit.
Ja, das war die Kollaboration mit Swatch, wegen der Menschen, glaube ich, sich schon abends im Klappstühlchen oder Schlafsack vor die Geschäfte gelegt haben, um morgens bei Ladenöffnung um 9 Uhr eine Chance zu haben.
Wie guckst du darauf, wenn Marken wie Odemar also absolutes High-End, eine Kollaboration mit einer Massenmarke wie Swatch machen.
Ja, das wird wirklich sehr, sehr intensiv diskutiert.
Und ich glaube, dass der Vergleich wäre, stellen wir uns vor, Louis Vuitton würde eine Kollab mit H&M machen und dort ein T-Shirt verkaufen, wo auch das Louis Vuitton-Logo drauf ist.
Würde man sagen, macht die Marke kaputt?
Ja, das ist natürlich die...
Die kritische Sichtweise darauf.
Ich sehe die Kollaboration sehr positiv und man kann das von drei Seiten betrachten.
Also erstmal von Seiten der Swatch Group ist es natürlich ein No-Brainer, diese Kooperation zu machen.
Für Swatch ist das durch und durch ein Win.
Auch für die Uhrenindustrie als Ganzes kann man sagen, ist das durch und durch ein Win, weil plötzlich alle wieder über Uhren geredet haben.
Also auch bei Chrono24 konnte man sehr deutlich sehen, dass die Nutzerzahlen extrem nach oben gegangen sind.
Weil alle natürlich plötzlich wieder bei Uhren geredet haben und das hat auch viele Käufe getriggert.
So die große und spannende Frage ist, und da gibt es auch sehr unterschiedliche Meinungen, was ist denn die Bedeutung für AP, für Audemars PG?
War das ein richtiger Schritt?
Und da habe ich die Meinung, ja, das war ein richtiger Schritt als eine solch exklusive Luxusmarke.
Und wir reden hier über Uhren.
die bei 25.000, 30.000 Euro preislich erst anfangen und dann bis hoch in sechsstellige Beträge gehen.
Und dann kann man plötzlich eine Uhr, die dieses Logo trägt, für 390, 420 Euro im Swatchladen kaufen.
Aber eine solche Luxusmarke braucht natürlich Exklusivität, aber sie braucht trotzdem eine gewisse Sichtbarkeit.
Und insbesondere langfristig ist eine solche Sichtbarkeit wichtig.
Und die Idee hinter dieser Kollab von Audemars Piquet war nicht, damit irgendwie Geld zu verdienen.
Sie haben sogar gesagt, dass sämtliche Erlöse gespendet werden in Uhrmachernahe Zwecke.
Aber man wollte halt bei einer Kundengruppe, die heute sicherlich keine AP kaufen kann und die wahrscheinlich auch in zehn oder fünf oder zehn Jahren die nicht kaufen kann, da wollte man eine Aufmerksamkeit erzielen, um dann, wenn sie in 15, 20 Jahren die finanziellen Mittel haben, dann sich noch daran erinnern.
Also den Brand quasi schon mal im Gehirn junger Menschen zu verankern, sodass sie sich dann in 20 Jahren, wenn vielleicht fünf Prozent von denen potenzielle Zielkundschaft wären, sich erinnern.
Ach Mensch.
Und sie erinnern sich an die Begehrlichkeit.
Und die These ist da natürlich, dass diese ganzen Tumulte, die es vor den Läden gab, die kurzfristig sicherlich erstmal nicht positiv waren, dass die aus den Köpfen verschwinden.
Aber dieser Gedanke, hey, da konnte ich mich anstellen und wenn ich da eine Uhr bekommen habe, dann war sie sogar deutlich mehr wert.
Und es ist was Besonderes.
Die Frage ist natürlich, was macht es mit den AP-Sammlern?
Da haben wir so die Daten, die wir uns angeschaut haben, haben schon gesehen, dass die Nachfrage erstmal explodiert ist, auch nach der originalen Royal Oak.
Die Preise sind leicht gefallen, was erstmal ein bisschen überraschend war, aber nur ein, zwei Wochen und haben dann wieder das Ursprungsniveau erreicht.
Also Preise der originalen Royal Oak sind stabil.
Nachfrage ist erstmal, also die Suchanfragen bei Chrono24 und auf anderen Plattformen sind auf jeden Fall hochgegangen.
Ich gehe davon aus, die Wette geht auf, aber es war ein extrem mutiger Schritt und man kann auch davon ausgehen, dass die Kollab in kürzester Zeit beendet wird.
Also die wird zwei, drei, vier Monate laufen.
Und es wurde auch von vornherein von AP gesagt, das machen wir nie wieder.
Und das ist auch richtig so.
Ja, das wäre kritisch, wenn es jetzt jedes Jahr so eine Edition gibt.
Das darf nie wieder passieren.
Dann leierst du das Ganze aus.
Jetzt sind wir schon so in einem ganz speziellen Thema drin.
Man merkt aber bei dir einiges wirklich.
Diese Passion für Uhren, diese Leidenschaft.
Wann hat sich die entwickelt?
Hattest du das schon als junger Mensch wirklich so mit dem Ziel, oh wow, cool, vielleicht diese Anzeigen gesehen, die es damals gab, vielleicht elterlich geprägt.
Irgendwann kaufe ich mir diese Uhren.
oder ist das erst später bei dir gekommen?
Bei mir kam das vielmehr durch die Mechanik und die Technik und viel weniger durch die Marken.
Die Marken haben mich lange, lange nicht interessiert.
Aber Technik hat mich schon immer interessiert.
Also ich bin auch so, ich bin Ingenieur und war es auch schon als junger Mensch.
Da waren es dann eher ferngesteuerte Flugzeuge und Lego-Technik und ferngesteuerte Autos.
Aber dann irgendwann zu sehen, dass man diese Mechanik auch am Handgelenk tragen kann, das hat mich schon immer sehr fasziniert.
Also auch schon so als Jugendlicher, dass du dir angeschaut hast, wie das so mit diesen Rädchen, die da ineinander greifen, wirklich ein Wunderwerk, so funktioniert?
Ja, meine erste Uhr war eine sehr günstige Swatch, aber schon eine, die ein Automatikwerk hatte mit einem Glasboden, wo man das eben alles sehen konnte.
Und das hat mich schon damals sehr fasziniert.
Auch eine ikonische Uhr, die eigentlich so diese Uhrmacherkunst transparent in die Masse kommuniziert hat.
Eigentlich ja ein Kommunikationsinstrument, ein Marketing-Tool, viel mehr als eigentlich jetzt nur eine Uhr, oder?
Ja, und man muss auch sagen, dass Swatch die Marke ist, die die Uhrenindustrie gerettet hat.
Die Uhrenindustrie ist ja in den 80er Jahren durch die Quarz-Krise in eine Riesenkrise geraten, wo man plötzlich festgestellt hat, dass man viel, viel, viel genauere Werke zu einem Bruchteil der Kosten herstellen kann.
Und dann hat der Hayek, der Vater des jetzigen CEOs der Swatch Group, gesagt, hey, man kann auch besondere...
günstige Uhren in der Schweiz produzieren und hat dann die Swatch ins Leben gerufen und hat damit die Schweizer Uhren wieder cool gemacht.
Also Swatch ist auch so, das S steht für die Second Watch.
Das war gar nicht so als die Hauptuhr, sondern hey, man kann sich auch so Spaßuhren nebenher kaufen.
Uhren wurden dann wieder cool und dann hat es die Uhrenindustrie geschafft, obwohl die Quarzwerke natürlich viel, viel genauer sind, auf diese Luxusschiene zu setzen und zu sagen, hey, aber das ist einfach nichts Besonderes, wenn du das wirklich Besonderes haben willst.
Dann musst du weiterhin Schweizer Uhren kaufen.
Und am Ende ist die Uhrenindustrie ja alles andere als untergegangen, sondern hat gerade in den letzten 20 Jahren einen wahnsinnigen Boom erlebt.
Und da gehen wir auch von aus, dass es erstmal so schnell nicht aufhört.
Wann hast du dir deine erste, in Anführungszeichen, richtige Uhr, also Luxusmarkenuhr, gegönnt?
Wie alt warst du?
Das war ein Geschenk meiner Eltern.
Also ich habe mir die selbst...
gekauft sozusagen, aber als Geschenk von meinen Eltern zu meinem Diplom.
Das war 2001.
Und die habe ich damals bei einem bunten Auktionshaus im Internet gekauft und habe damals schon gedacht, das ist schon eigentlich ganz cool, nur wo im Internet zu kaufen.
Aber irgendwie habe ich schon damals gedacht, das Kauferlebnis kann man besser machen.
Das hat dir nicht gefallen.
Eigentlich hättest du ja mit dieser Leidenschaft, mit deiner Begeisterung für Technikthemen eigentlich 2001 schon sagen können, so, also ich mache das jetzt besser, dieses Shopping-Erlebnis für Uhren im Internet.
Hast du aber nicht, sondern du hast erstmal andere unternehmerische Schleifen gedreht.
Extrem erfolgreich.
Erzähl ein bisschen, was du unternehmerisch gemacht hast.
Naja, erfolgreich war die Lernkurve, die Unternehmen nicht.
Neben Technik haben mich aber auch schon immer Marktplätze begeistert.
Also ich fand dieses Prinzip und dieses Konzept eines Marktplatzes schon immer super faszinierend.
In einer Kategorie Wissen zu demokratisieren, fand ich schon immer spannend.
Und auf der anderen Seite hat es mich schon immer geärgert, etwas zu kaufen, ohne wirkliche Markttransparenz zu haben.
Du stehst im Laden und dann kostet das etwas und du weißt nicht.
ob es nicht woanders viel, viel günstiger ist oder besser ist.
Und deswegen haben mich Marktplätze schon immer extrem fasziniert.
Mein erstes unternehmerisches Venture war ein Marktplatz für Geschenke.
Der ist fulminant gescheitert, aber ich habe viel dabei gelernt.
Wir haben da nochmal einen zweiten Versuch gemacht.
Das war ein Technologiedienstleister für Price Comparison Engines, der am Ende auch nicht so erfolgreich war, wie ich mir das vorgestellt habe.
Und nachdem ich einmal gescheitert, ein zweites Mal...
so mittelmäßig erfolgreich war.
Das waren dann auch insgesamt zehn Jahre, auch mit durchwachsenem Spaß an der ganzen Sache, habe ich mir dann 2009 einfach gesagt, okay, beim nächsten unternehmerischen Vorhaben, da optimiere ich auf etwas anderes.
Nämlich zum einen, es soll mir 15 Jahre lang Spaß machen, auch wenn es wirtschaftlich nicht erfolgreich wird.
Und ich möchte definitiv nicht scheitern.
Das waren so die beiden Hauptprämissen.
Wer möchte das schon?
Wie kann man das beeinflussen?
Was hat sich an der Denke geändert, an der Art des Geschäftsmodells?
Naja, wenn du bereit bist, hohe Risiken einzugehen und sehr, sehr erfolgreich sein möchtest, dann hast du natürlich immer auch ein hohes Risiko des Scheiterns.
Das geht natürlich einher.
There's no free lunch.
Du als Ökonom weißt das besser als ich.
Und da war ich einfach nicht mehr bereit, dieses Risiko einzugehen.
Das heißt, ich wollte etwas tun.
wo ich mir auf der einen Seite sicher bin, dass es funktioniert und auf der anderen Seite sicher bin, dass mir das langfristig Spaß macht.
Weil die davor, diese zehn Jahre, da wirklich von diesen zehn Jahren hatte ich ein einziges Quartal mit schwarzen Zahlen und es hat mir einfach keinen Spaß gemacht.
Ich wollte ein profitables Unternehmen und mir war das auch gar nicht so wichtig, wie rasant das jetzt skaliert und wächst.
Naja, und bei der Frage, was macht mir Spaß, war mir natürlich zum einen wichtig, mit wem mache ich das zusammen?
Das heißt, wir haben das zu dritt gegründet, Chrono24.
War mir natürlich ganz wichtig, mit wem mache ich das?
Und dann auch, was für ein Umfeld.
Wollten dann ein cooles Büro haben.
Wir haben uns auch gesagt, wir wollen es klein halten, weil wir eben auch gar nicht so groß werden wollten.
Wir haben unseren ersten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen wirklich eine Zusage gegeben, dass wir maximal 15 Mitarbeiter werden wollen.
Wir wollten also klein bleiben, weil uns das auch dann mehr Spaß gemacht hat.
Und bei der Auswahl des Geschäftsmodells, ich fand Marktplätze schon immer cool, ich fand Uhren schon immer cool, da war das eine relativ eindeutige Entscheidung, dass wir einen Marktplatz für Uhren machen wollten.
Gut, dass es dir Spaß machen würde, war ja eigentlich dadurch klar, weil es dein Leidenschaftsthema Uhren betraf und die andere Sache mit dem Geschäftsmodell.
Was hatte sich seit 2001 bis 2009, 2010, als ihr dann tatsächlich auch mit dieser Vision des...
transaktionsgestützten Marktplatzes gestartet seid bei Chrono24.
Was hat sich da im Internet getan?
Abgesehen davon, dass wir zwischenzeitlich mal eine Finanzierungskrise hatten, dass wir eine Finanzkrise hatten und dass natürlich insgesamt das Internet mehr an Breite gewonnen hat in diesen zehn Jahren.
Wir haben es ja genau in der Phase gestartet.
Also der eigentliche Start war 2010.
Die Marke Chrono24, die gab es schon sieben Jahre länger.
Die haben wir dann gekauft.
Das war auch eine längere Diskussion.
Da muss ich fairerweise sagen, dass ich am Anfang gar nicht davon überzeugt war.
Ich hatte eher die Meinung, wir sollten selbst starten auf der grünen Wiese.
Wir waren auch nicht überzeugt, dass Chrono24 der richtige Markennamen für dieses Venture ist.
Chrono24 wirkt natürlich so ein bisschen Oldstyle.
Also ich erinnere mich an die Anfänge vom Internet.
Da war quasi jeder Spot, jeder Shop irgendwie mit der 24 am Ende, um zu zeigen, hey, hier kannst du 24 Stunden am Tag einkaufen.
Irgendwann haben sich alle daran gewöhnt.
Irgendwann wusste man, dass das Internet rund um die Uhr geöffnet hat.
Trotzdem seid ihr...
Obwohl ihr ja dieses Thema Luxusuhren hattet, bei diesem doch eher profanen Namen geblieben und habt jetzt nicht irgendwie euch sieben Flaschen teuren Rotwein geholt und habt euch einen Kunstnamen ausgedacht.
Doch, den Kunstnamen, den hatten wir und der hat uns auch deutlich besser gefallen.
Aber nachdem wir das...
Also wir wollten ja dieses Geschäft eBay wegnehmen.
Wir hatten eine klare Meinung, dieses Geschäft gehört nicht in die Hände von eBay.
Und ich habe 2008, 2009 mal geschaut, wie viel Transaktionsvolumen eBay mit Luxusuhren macht.
Und man kann die in den letzten 90 Tagen bei eBay tracken.
Das habe ich wirklich mit der Hand mal durchgezählt und bin allein in Deutschland auf knapp 100 Millionen Euro Transaktionsvolumen gekommen in dem Segment Luxusuhren.
Da habe ich gedacht, das kann nicht sein.
Da habe ich das hochgerechnet global, 4, 5, 600 Millionen Euro.
Das ist unglaublich.
Eine Plattform, wo ich das Gefühl hatte, da ist niemand im Hause, der, wenn er morgens aufsteht, an Uhren denkt.
Das hat man einfach gespürt.
Da war gar keine Passion drin.
Und dann haben wir das global recherchiert und haben dann Krono24 entdeckt.
Witzigerweise kannte ich das vorher gar nicht.
Ich habe gedacht, eBay ist der Einzige, den es da gibt.
Das spricht nicht für die Leute, die es vorher gemacht haben, wenn du als Liebhaber es nicht kanntest.
Ja, ich war so fixiert darauf, dass das gesamte Handelsvolumen einfach nur bei eBay stattfindet.
Und als wir das dann entdeckt hatten, furchtbarer Name, noch schlimmeres Design.
Also man hatte wirklich das Gefühl, dass das Mitte des letzten Jahrhunderts programmiert worden ist.
Aber wir haben halt gesehen, dass diese Plattform schon sehr viel Traktion hat und haben dann den Käufern ein Angebot gemacht, die Marke an uns zu kaufen, zu verkaufen.
Das haben wir dann gemacht und wollten dann sofort den Markennamen ändern.
Und dann bin ich kurz nach der Akquise mal rumgeflogen und habe unsere wichtigsten Händler besucht.
Und ich hatte genau die Wahrnehmung, die du jetzt auch hattest, 24 steht für billig.
Und habe dann aber gemerkt, so in Asien, in Hongkong, in Amerika, in New York, als ich da mit den Händlern gesprochen habe, die, ohne dass ich sie richtig darauf angesprochen habe, gesagt haben, was für ein toller Markenname.
Das ist ja ein perfekter...
Match zur Uhrenindustrie.
Also bislang, wenn man sich auch das Wachstum anschaut, scheint die Entscheidung...
Mittlerweile ist es einfach auch global sehr, sehr etabliert.
Wir schätzen, dass jeder zweite Luxusuhrenliebhaber weltweit die Plattform regelmäßig nutzt.
Also mittlerweile ist es, glaube ich, auch gesetzt, dass es dabei bleiben wird.
Bestimmte Marken würde man heute anders sehen.
Aber das ist ja auch schon fast wieder so ein Thema für den Uhrenmarkt, dass man eben nicht jeder Zeitgeistschleife hinterherläuft.
Und wir sehen das ja immer dann, wenn Konzerne...
Teile abspalten und dann irgendwelche Agenturen Namen sich überlegen, was da für Ungetümer rauskommt.
Healthineers.
Healthineers, Hellion bei den EKSK-Abspaltungen.
Das ist schon Wahnsinn.
Dafür wird sehr, sehr viel Geld gezahlt.
Also insofern vielleicht so viel beim Anlegen.
Keep it simple, stupid hat sich zumindest bei euch sehr, sehr gut niedergeschlagen.
Aber der Name war dann auch das Einzige von dem Unternehmen, was ihr übernommen habt.
tatsächlich beibehalten habt.
Ansonsten, weil es ja, glaube ich, eher so ein Händlerkatalog, Anzeigenverzeichnis und ihr habt sofort dann 2010 gesagt, also das Ganze muss transaktionsbasiert sein.
Was ist es denn jetzt transaktionsbasiert?
Ist es P2P?
Seid ihr mit Chrono24 ein Trust Service?
Wir reden ja auch sehr stark über Sicherheit, über...
Echtheit, Überkäuferschutz.
Führen Sie mal kurz durch, wie das Geschäftsmodell und die wesentlichen Stellschrauben sind.
Es ist ein sehr globaler Marktplatz.
Es ist wahrscheinlich auch eines der globalsten Internetunternehmen aus Europa.
Es ist wirklich so, dass Corona24 in fast allen Ländern marktführend ist.
Ausnahme von China und den USA.
In den USA ist eBay noch stärker als wir.
Aber selbst in Japan ist mittlerweile beispielsweise der zweitgrößte Markt für uns auf der Verkäuferseite.
Das Geschäftsmodell ist sehr einfach.
Händler und Privatpersonen zahlen Geld dafür, dass sie Uhren auf Corona24 stellen können.
Privatpersonen dürfen das kostenlos tun, Händler zahlen eine kleine monatliche Gebühr.
Und wenn die Uhr dann über die Plattform verkauft wird, dann helfen wir zum einen bei der Abwicklung der Transaktion.
Das heißt, das Geld fließt über ein Treuhandkonto, um sicherzustellen, dass Käufer und Verkäufer da sicher sind und da behalten wir eine kleine Marge.
Bei Privatverkäufern liegt die Marge bei 6,5 Prozent.
Das sind auch alles enthalten.
Die Abwicklungsstreuern-Services, die Kosten der Kreditkartenzahlung, Unterstützung bei der Rückabwicklung, Unterstützung bei der Kommunikation, wenn es notwendig ist.
Wenn ich mir jetzt mal vielleicht überlegen würde, ich will jetzt tatsächlich eine Uhr kaufen und überlege 5.000, 10.000, 15.000 Euro auszugeben.
Für eine Uhr, die ich noch nie am Handgelenk hatte, wo ich eigentlich gar nicht weiß, wie fühlt sie sich an, wie sieht sie echt aus?
Ist das überhaupt was für Einsteiger oder ist das eher etwas für Menschen, die genau wissen, wie sich zum Beispiel eine Royal Oak anfühlt am Handgelenk und die letztendlich nur bestimmte Modelle suchen?
Ist es wirklich dann so Shopping auf so einer Plattform oder ist es nicht sehr gezielte Suche?
Da gibt es natürlich beides.
Aber wir sehen schon, dass gerade Erstkäufer sehr viel Zeit auf der Plattform verbringen.
Das sind teilweise bis zu 30 Kontaktpunkte.
Also die gucken dann 30 Uhren an?
Nee, die sind 30 Mal auf der Plattform.
Ich glaube, wir haben das mal irgendwann vor ein paar Jahren mal gemessen.
Da war es bei Erstkäufern, glaube ich, 36 Plattformbesuche.
Also ein Kauf einer Uhr, der läuft auch anders ab als jetzt ein Kauf eines Buchs bei Amazon beispielsweise.
Das ist oft eine sehr lange Journey.
Und das ist auch richtig so, weil du gehst, Mit einer Uhr häufig eine Partnerschaft ein, die einfach sehr, sehr lange läuft.
Da gibt es ja den Spruch von Patek Philipp, man kauft sie nicht für sich allein, man erfreut sich an ihr ein Leben lang, aber eigentlich bewahrt man sie für die nächste Generation.
Also wenn ich mir eine Uhr kaufen würde, wäre es wahrscheinlich eine Patek, weil mich diese Werbung einfach seit Jahrzehnten...
fasziniert.
Nicht nur vom Slogan her, sondern auch von der ganzen Bildsprache.
Diese Vater-Sohn-Bild.
Das ist großartig.
Das ist pure Emotion und schafft so eine Desirability auf einer ganz besonderen Ebene, von der man dann schnell wieder wegkommt.
Aber trotzdem, wenn ich jetzt sage, ich würde mir jetzt eine Patek Philippe kaufen, um sie dann auch später meinem Sohn zu geben, um genau diese emotionale Situation auch mit ihm zu erleben, wollte ich nicht irgendwie doch so eine Uhr erstmal Ja, fühlen.
Naja, du kannst in den Laden gehen, aber da wirst du sehr ernüchternd sein, wenn du jetzt eine Nautilus oder eine Aquanaut von Patrick Philipp kaufen willst, dann wird man dir dort sagen, wird man dich dort sehr enttäuschen, sagt, wir haben keine.
Das sind ja die berühmten Wartelisten.
Das sind die berühmten Wartelisten, aber man wird dich wahrscheinlich noch nicht mal auf die Warteliste nehmen, sondern man wird dir empfehlen, vielleicht erstmal eine Calatrava zu kaufen und da wartest du dann vielleicht nur zwei Jahre drauf.
Und wenn du die dann hast, dann wird man dich vielleicht auf die Warteliste setzen, eine Aquanaut oder eine Nautilus.
Das ist eine sehr, sehr lange Reise.
Das heißt, wenn du sie wirklich in absehbarer Zeit haben möchtest, bleibt dir oft gar nichts anderes übrig.
Also zu euch zu gehen und auf das physische Vorabgefühl zu verzichten?
Oder kann ich einfach...
Naja, oder du kannst natürlich auch in andere Läden gehen.
Du kannst die Uhr natürlich auch mal bei Freunden und Bekannten, wenn du sie dort siehst, auch mal sozusagen leihen und das Gefühl dafür bekommen.
Du kannst natürlich auch...
die Händler, die bei uns auf der Plattform Uhren anbieten, auch besuchen und die Uhr dort in die Hand nehmen.
Aber dann wirst du irgendwann auch feststellen, dass vielleicht die wirklich attraktiven und günstigen Angebote gar nicht hier in Berlin sind oder vielleicht nicht mehr in Deutschland.
Beispielsweise gibt es gerade in Japan sehr viele attraktive Angebote, insbesondere durch den sehr niedrigen Yen in den letzten Jahren.
Dann hat man einfach gesehen, dass du da auf 10, 20 Prozent sparen kannst.
Und wenn du eine Patek Philipp kaufst, die natürlich auch viel Geld kostet, sind 10, 20 Prozent einfach sehr, sehr viel Geld.
Und dann wirst du dir das vielleicht überlegen.
Du sagst, naja, ich kaufe die über einen Treuhandservice.
Das Geld liegt treuhänderisch bei Krono24 beziehungsweise bei einem unserer Bankenpartner.
Das ist also erstmal sicher.
Das heißt, wenn die Uhr nicht kommen sollte oder wenn die irgendwas an der Uhr nicht gefallen sollte.
Kannst du sie zurückschicken und kriegst von Krono24 das Geld zurück?
Was heißt jetzt gefallen?
Also wenn ich einfach sage, ich habe die umarmt und irgendwie fühlt es sich komisch an, dann kann ich sie schon zurückgeben?
Dann kannst du sie zurückbestimmen.
Oder brauche ich wirklich Mängel?
Nee, du kannst sie zurückschicken, wenn sie dich gefällt.
Und du musst dann nicht dich mit einem japanischen oder chinesischen oder amerikanischen Händler rumschlagen.
der vielleicht noch nicht mal deine Sprache spricht, vielleicht auch noch nicht mal Englisch spricht, sondern das wird dann einfach über die Plattform gemanagt und du kriegst das Geld von uns als Chrono24 zurück.
Und wie ist es jetzt mit dem Thema Echtheit?
Also ist natürlich klar, man kann so eine filigrane Uhr nicht so einfach fälschen, aber ich vermute, es muss doch möglich sein, sowas zu machen.
Mittlerweile sicherlich möglich, das muss man davon sagen.
Ich sehe das als Laie doch nicht.
Dann habe ich jetzt so eine Uhr aus Asien und denke, wow, das ist eine Patek Philipp und in fünf Jahren sagt mir ein Freund, was ist das denn, weil der hat einen Blick dafür und sagt, naja, das ist aber voll fake, das ist nichts wert.
Ich kann es bei Krono24 einen Authentifizierungsservice buchen.
Das kostet aktuell 200 Euro und für 200 Euro wird die Uhr dann von uns authentifiziert.
Da sind Uhrmacher, die die Uhr öffnen, anschauen.
Und diesen Trust Service, den gibt es bei eBay in der Form nicht, dass ich da Experten habe.
Da glauben wir, dass die es ein bisschen einfacher halten, aber diesen Trust Service gibt es mittlerweile auch bei eBay.
Wo ist dann euer Edge?
Warum habt ihr das geschafft, wirklich gegen eBay, gegen diese Weltmarke, so eine Plattform aufzubauen?
Ich glaube, der Hauptgrund ist, weil wir uns wirklich 15 Jahre lang auf Uhren konzentriert haben.
Wir sind morgens aufgewacht und nicht nur wir Gründer, sondern auch die Mitarbeiter, die denken daran, wie kann man das noch besser machen.
Und wir sind mit dem gleichen Gedanken durch den Tag gegangen und ins Bett gegangen.
Und das spürt man einfach irgendwann.
Und bei Ebay ist Uhren eine Kategorie von sehr, sehr vielen.
Ebay ist sicherlich eine gute Plattform und die machen das auch gut.
Die haben natürlich auch große technische Ressourcen, aber sie haben einfach nicht diesen Fokus.
Und es ist so ein bisschen, wenn du das mit der Offline-Welt vergleichst, fühlst du dich jetzt in einem großen Kaufhaus wohler.
eine wertvolle Uhr zu kaufen oder würdest du lieber in einen spezialisierten Fachhandler gehen, wie Bucherer oder Wempe?
Und da ist wahrscheinlich auch der Unterschied zwischen Karstadt und Wempe vergleichbar oder Kaufhof und Wempe wie vielleicht ein großes Auktionshaus mit allen möglichen Kategorien oder ein Spezialist.
Ja, der Spezialist ist im Zweifelsfall sicherlich derjenige, dem man mehr vertrauen.
Du hast eben was Interessantes gesagt.
Du hast gesagt, bei dir in der dritten Gründung, du wolltest nicht scheitern.
Da kann man also wirklich mal einen Haken dran machen.
Das ist dir gelungen.
Ganz im Gegenteil, es ist richtig erfolgreich geworden.
Nicht nur jetzt von der Größe der Plattform der internationalen Expansion, wie du es beschrieben hast, sondern eben auch kommerziell.
Und gerade wir aus der Finanzbrille gucken natürlich dann auf sowas wie diese Series C Finanzierungsrunde 2021.
Über 100 Euro.
Millionen Euro Wachstumskapital bekommen mit General Atlantic als Lead Investor.
Und 2021, da sind wir ja mitten in einer für Collectibles, Sammlerstücke, generell so Passion Assets, ja, alles, was Leidenschaft erfordert.
in einer sehr, sehr speziellen Phase.
Wir saßen alle zu Hause, konnten unser Geld nicht für Erlebnisse ausgeben und haben dann halt entsprechend konsumiert.
Und in der Phase ein Venturing zu machen, muss ich ja auch sagen, ihr habt nicht nur Sinn für Zeit mit den Uhren, sondern ihr habt auch Glück mit dem Timing gehabt.
Ja, wir waren bei all unseren Finanzierungsrunden immer in der glücklichen Situation, dass wir das Geld nie brauchten, weil Chrono24 durchgehend bis auf wenige Ausnahmen profitabel war.
sehr vorsichtig agiert.
Das war so ein bisschen auch meiner Vergangenheit geschuldet.
Da kann man sicherlich auch kontrovers diskutieren, ob es richtig war.
Wir haben in unseren Board-Meetings auch relativ häufig intensiv debattiert, ob wir nicht aggressiver Geld ausgeben sollten, um einfach noch schneller zu wachsen.
Aber da war einfach auch so ein bisschen meine unternehmerische Vorsicht geschuldet meiner Vergangenheit.
Ein Grund dafür, das eben nicht zu tun.
Und dadurch, dass wir natürlich da ...
so entspannt dann in diese Finanzierungsrunden gehen konnten.
Und ja, konnten dann halt unseren möglichen Investoren immer sagen, wenn ihr Interesse habt, hier gibt es sicherlich den einen oder anderen Shareholder, der bereit wäre, Shares zu verkaufen und sein Investment sozusagen zu versilbern.
Oft sind diese Gelder auch nicht ins Unternehmen geflossen, weil es verkaufende Shareholder gab.
Aber wenn ihr nicht wollt, dann lasst es oder wartet noch ein Jahr.
Und das muss ich dir als Ökonom nicht erzählen.
Das führt natürlich auch da dann zu einer gewissen Begehrlichkeit, zu sagen, okay, nee, dann wollen wir jetzt.
Die müssen nicht, aber jetzt wollen wir unbedingt.
Naja, und dann war eben diese Phase 2021 schon auch eine Phase, wo man jetzt sagt, also wenn es Brei regnet, dann halt den Löffel raus und vielleicht sogar das Fass.
Das habt ihr getan.
Und das war ja wirklich eine sehr spezielle Phase, weil ja damals dann auch die Preise.
für Uhren wirklich durch die Decke gegangen sind.
Und genau das kann man ja bei euch auch nachvollziehen.
Denn mit diesem riesigen Datenschatz an Preisbewegung macht ihr das, was wir an der Börse ja auch tun.
Ihr kalkuliert nämlich Indizes.
Es gibt tatsächlich einen Chronopuls Watch Index.
Und wenn ich den mal zugrunde lege, dann haben sich die Preise für Uhren insgesamt im Hochpreissegment von Anfang 2019 bis zum Peak im Frühjahr 2022 nahezu verdoppelt.
Je nachdem, welche Marken man sich anschaut.
Aber diesen Aggregate-Index, der glaube ich aus einem Dutzend Marken besteht.
Das ist ja gar keine triviale Frage, wenn man einen so globalen Index macht.
Ich kann mich noch sehr gut an dieses Projekt erinnern.
Das hört sich immer so leicht an, so einen Index zu machen.
Wen nimmt man denn rein?
Wie geht man mit Währungen um?
Wie gewichtet man?
Wie ändert man auch die Gewichte?
Alles Themen, die wir auch an der Börse haben.
Wie habt ihr es denn gelöst?
Also die Auswahl der Marken, die tatsächlich drin sind, ist ja wahrscheinlich basierend darauf, was wird am meisten gehandelt, wo sind die meisten?
Genau, wir haben bei dem Index uns für die zwölf größten Marken entschieden.
Wir haben die gewichtet nach dem Transaktionsvolumen bei uns auf der Plattform.
Wir haben sehr intensiv diskutiert, ob man das in irgendeiner Art und Weise cappen sollte.
Wir haben am Ende uns entschieden, kein Cap zu machen und damit ist Rolex natürlich eine sehr dominierende Marke.
Ich glaube, der Wert geht mit, ich glaube damals waren das 36 Prozent, da liege ich jetzt wahrscheinlich plus, minus ein paar Prozentpunkte daneben, aber ungefähr so 35, 36 Prozent ist Rolex in diesen Index reingegangen.
Auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass Rolex natürlich eine sehr dominierende Uhrenmarke in dieser ganzen Uhrenwelt ist und deswegen haben wir das auch für angemessen gesehen.
Und haben dann je Marke die zehn wichtigsten Referenzen, also Uhrenreferenzen, da mit reingenommen.
Und es gibt aber auch aktuelle Überlegungen, dass man das auch auf unterschiedliche Währungen abstellt.
Weil wir haben das damals dann aus einer Eurosicht gemacht.
Aber wir überlegen auch gerade oder gibt es gerade auch Überlegungen, ob man das entsprechend auch für einzelne Währungen nochmal anpassen sollte.
Weil das ist natürlich immer eine Frage, von welcher Währung.
Gerade was du geschrieben hast, Euro oder Dollar versus Yen, dann ist das natürlich schon ein entscheidender Faktor.
Aber dieser Gesamtindex hat sich verdoppelt.
Das ist natürlich toll.
Das haben die Aktienmärkte in dieser Zeit damals nicht geschafft.
Da gab es eine Studie von BCG in der Zeit, dass sich in dieser Phase der UN-Index substanziell stärker war als der S&P.
Auch da die Frage, wie schaut man drauf?
Aber BCG hätte dann über einen längeren Zeitraum mit einer 20-prozentigen Durchschnittsrendite kalkuliert.
Mit dem einzigen Nachteil, der Uhrenindex ist nicht handelbar.
Es gibt eben keinen Uhren-ETF physisch hinterlegt.
Wäre das eigentlich mal eine Möglichkeit, sowas tradable zu machen?
Ein Uhrenportfolio handelbar?
Das ist schon vielfach versucht worden.
Aber ich vermute, am Ende sind die Transaktionskosten dann auch innerhalb des Fonds zu groß.
Die Versicherungskosten, Lagerkosten und man muss natürlich auch sagen, dass der Kauf einer Uhr für viele Menschen dann doch nicht out of reach ist.
Selbst wenn jetzt die Patek Philippe für 99 Prozent der Menschen einfach out of reach ist, aber man kann natürlich in dieses Segment auch mit einer gebrauchten Omega mit sehr niedrigen Beträgen einsteigen.
Und hat dann sozusagen nicht nur die Rendite, die finanzielle Rendite, sondern hat auch die emotionale Rendite.
Immer wenn man auf die Uhr draufschaut, dieses Lächeln, dieses schöne Gefühl, der eine oder andere, der auch einen gewissen Status damit zum Ausdruck bringen möchte oder der eine gewisse Markenzugehörigkeit zum Ausdruck bringen möchte, das fehlt halt alles.
Und hinzu kommen dann die relativ hohen Transaktionskosten und Managementkosten eines solchen Fonds, sodass die Rendite dann auch gar nicht so hoch ist.
ist glaube ich dann am Ende für denjenigen, der wirklich kalt an Rendite denkt, ist es dann wahrscheinlich einfacher, eine Uhrenaktie oder vielleicht einfach eine ganz normale Aktie zu kaufen.
Und für das Passion-Thema dann doch das Handgelenk als Verwahrstation vorziehen und nicht den Tresor irgendeines Fondsmanagers.
Es bleibt also tatsächlich wirklich ein Passion-Asset.
Glaubst du, man kann Uhren kaufen einfach nur, wenn man sagt, das ist eine Asset-Klasse und das möchte ich jetzt auch irgendwie beimischen.
Ich habe ein Portfolio von einer Million, ich möchte drei Prozent Uhren haben und kaufe mir jetzt eine Odemar.
Kriege ich für 30.000, oder?
Das gibt es.
Wir haben es vor vielen Jahren mal bei unseren Nutzern gefragt, was die Motivationen des Kaufes sind.
Und ich meine, damals hätten nur 11% geantwortet in erster Linie ein Investment-Hintergrund.
Gleichwohl würde ich aber sagen, dass bei fast allen das Thema Werterhalt eine große Rolle spielt.
Also man kauft etwas, woran man Spaß hat, aber man möchte einfach das...
Gefühl zumindest haben.
Ich habe kein Geld ausgegeben, sondern ich habe Geld investiert und wenn es hart auf hart kommt, dann kriege ich zumindest das, was ich reingepackt habe.
Vielleicht sogar mit Inflationsaufschlag, vielleicht sogar mit Rohstoffaufschlag.
Also bei hohem Goldanteil ist das natürlich auch wieder ein Thema.
Genau, also den Rohstoffaufschlag, den würde ich jetzt tendenziell als eher kleiner einsehen.
Ist das kein Thema für die Uhrenbranche?
Es ist ein Grund, warum Uhren gerade so teuer sind.
Da spielt natürlich der hohe Goldpreis auch mit rein.
Aber wenn du jetzt beispielsweise dich irgendwann mal ...
dann doch durchringst, deine langersehnte Patek Philippe zu kaufen.
Ich glaube, da hast du eine sehr, sehr große Wahrscheinlichkeit, dass du deutlich mehr als einen Inflationsausgleich bekommst.
Einfach aufgrund der Knappheit dieser Uhren.
Also Patek Philippe ist familiengeführt und wird auch mit hoher Wahrscheinlichkeit langfristig familiengeführt bleiben.
Und da kann man einfach sehr sicher sein, dass die nicht den Markt mit Patek Philippe-Uhren fluten.
Das haben sie über 100 Jahre gezeigt.
Wie gesagt, ich habe es eben schon einmal angedeutet, ich hätte bei einer Patek Philipp Uhr mehr Vertrauen als in die allermeisten Währungen dieser Welt.
Eben weil Währungen entsprechend nachgedruckt werden und man bei Patek Philipp eben die Exklusivität, die Begehrlichkeit, die Desirability, wie das Bernard Arnault von LVMH ja immer wieder formuliert, ganz ins Zentrum rücken kann.
Wenn wir jetzt bei Arnault sind, LVMH, ist ja auch so ein Beispiel dafür.
während der Pandemie extrem stark gewachsen, wenn man neue Käuferschichten erschlossen hat.
Seitdem tun sie sich aber schwer, weiter zu wachsen, sondern sind einfach froh, wenn man irgendwie dieses Umsatzniveau so halbwegs halten kann.
Es düdelt leider ein bisschen runter.
Zeigt aber auch, dass da im Luxusbereich eben die Bäume nicht in den Himmel wachsen.
Oder dass man es vielleicht mit Skalierung auch übertrieben hat.
Das heißt, wenn ich eine wertstabile Uhr suche, muss ich dann eigentlich auf Marken gehen, die nicht in großen Konzernen hängen, sondern wirklich, so wie du gesagt hast, auf eine Patek Philipp, wo ich eine Familie dahinter habe, wobei wir dann ja auch, glaube ich, bei Rolex sind, die ja auch privat sind.
Was gibt es noch für, Odema ist auch privat.
Also Odema und Patek sind in Familienhand.
Rolex ist in einer Stiftung, die vierte Marke.
die hinsichtlich Wertstabilität auch noch da immer wieder genannt wird, ist Richard Mill, auch in Familienhand.
Sind das so die Blue Chips, die Low Volatility Aktien des Uhrenmarktes?
Das kann man, das würde ich absolut so unterstreichen.
Und man muss natürlich auch sagen, dass Bernard Arnault, der übrigens auch mit seinem Family Office bei uns Gesellschafter ist, aber wenn man sich die Biografie von Bernard Arnault anschaut, Der ist nicht in erster Linie ein Luxusliebhaber, sondern Investmentbanker.
Ja, da haben wir eine lange Folge hier bei Asset Class zu gemacht.
Der Deep Dive, wie LVMH entstanden ist und was für heiße Deals Bernard Arnault im Grunde seit den 80er Jahren schon gemacht hat, wenn wir beispielsweise an den Übernahmekampf um Gucci oder die Tricksereien um Hermes denken und natürlich auch die vielen Dinge, die dann funktioniert haben, wie die Übernahme von Tiffany.
Ja, er hat es gut gemacht.
Ich kenne die Story auch ganz gut.
Aber es ist natürlich so, dass er genau so nicht agiert hat, wie jetzt die Uhrenfamilien das getan haben.
In der Hype-Phase, in der Corona-Phase haben sie die Preise erhöht, haben die Produktion erhöht, einfach weil sie es konnten.
Und Patek Philippe, Rolex und Audemar Piquet hätten das auch tun können.
Sie haben aber es nicht getan, weil sie einfach an den langfristigen Erfolg der Marke glauben und nicht an den kurzfristigen Gewinn.
Und das wirklich auch mit einer hohen Überzeugung langfristig durchziehen.
Jetzt gerade ist die Uhrenindustrie ein Stück weit in der Krise.
Und auch da sind es die Familien, denen auch das egal ist.
Die dann sich nicht gezwungen sind, die Preise zu senken oder mit irgendwie Möglichkeiten versuchen, die Uhren mit Druck zu verkaufen.
Sondern sie halten sie dann einfach zurück, um die Begehrlichkeit weiterhin hochzuhalten.
Und das ist etwas, was seit 100 Jahren funktioniert hat und wahrscheinlich auch die nächsten 50, 100 Jahre funktionieren wird.
Und deswegen sind diese Uhren eben tolle Passion-Objekte, aber eben auch gute Investments.
Wenn man es mal ganz langfristig denkt, das Thema Schmuck und das Thema Status, was ja bei Uhren ein Stück weit auch immer eine Rolle spielt, ist etwas, das gibt es seit 1.000, 5.000, 10.000 Jahren.
Und ich glaube, da kann man auch davon ausgehen, dass das Thema Schmuck und Status auch in den nächsten Hunderten von Jahren gut funktionieren wird.
Ich habe witzigerweise vor zwei Wochen in London auf einem Event neben einem sehr berühmten Rapper gesessen, der keine Uhr hatte.
Namen will ich jetzt mal nicht nennen.
Dem habe ich dann auch gleich mal gesagt, hey, you need a watch.
Und er hat mich gleich am Tag danach kontaktiert und hat gesagt, hilf mir mal, ich brauche eine Uhr, du hast recht.
Okay, also das heißt, du machst also Kaufberatung auch inzwischen.
Wir sollten dazu sagen, du hattest ja dieses Ziel, 15 Jahre möchtest du Spaß haben an deinem Business und auch das hast du ja erreicht.
Du wirst 15 Jahre Wachstum begleitet, hast dich 2025 dann entschieden, aus der CEO-Rolle mal rauszugehen, den Stab zu übergeben, bist du auch vom Beiratsvorsitz bei Chrono24 einfach so in das zweite.
Mitglied gerückt, bis nach wie vor Shareholder.
Das heißt, du lebst jetzt einfach voll deine Leidenschaft aus, ja?
Naja, ich wollte es 15 Jahre lang machen.
Das hat gut geklappt.
Es hat auch wirklich 15 Jahre lang richtig viel Spaß gemacht.
Das andere Versprechen, dass wir maximal 15 Mitarbeiter haben möchten, das sollen wir nicht halten können.
Das sind mittlerweile knapp 400 Mitarbeiter, die für Chrono24 arbeiten.
Da seid ihr sicherlich nicht böse drum.
Ja, es waren sogar auch mal ein paar mehr.
Da haben wir auch ein paar strategische Nachjustierungen machen müssen.
Aber es war dann auch eine Phase, wo das Unternehmen auch für die Zukunft nochmal aufgestellt werden musste.
Und da haben wir dann auch mit Themen gespielt, ob man das Unternehmen vielleicht irgendwann mal an die Börse bringt.
Und da sind natürlich Themen, die wichtig sind, die jetzt nicht meiner Leidenschaft entsprochen haben.
Habe ich dann auch mit den Banken gesprochen, die auch signalisiert haben, dass man nach einem möglichen Börsengang idealerweise drei bis fünf Jahre noch dabei bleiben soll.
Und dann habe ich mir auch überlegt, in absehbarer Zeit wird ein Börsengang wahrscheinlich nicht stattfinden.
Irgendwann vielleicht schon, aber dann nochmal drei bis fünf Jahre.
Und das war dann insgesamt ein Zeitraum, der mir dann zu lang war.
Und auf der anderen Seite war ich mir auch nicht mehr sicher, ob ich dann die perfekte Besetzung an der Stelle war.
meinen Impuls auch mit reingeben kann, aber dass es für das operative Tagesgeschäft sicherlich bessere gibt.
Und dann haben wir uns da auf die Suche gemacht.
Das war bei uns auch der Wechsel schon 2024.
Ja, immerhin.
Planung ist aufgelöst.
Du hast was Schönes gesagt, an die Börse gehen.
Das würde mich ja freuen, dann gäbe es noch eine Möglichkeit, sich am Uhrenmarkt zu beteiligen, ohne dass man sich jetzt eine Uhr kaufen muss, an all diesen Potenzialen, die du gerade genannt hast.
Das war übrigens schon noch damals eine Investment-These oder Teil dieser Equity-Story, dass man darüber die...
diese Marken Audemars-Piquet, Rolex und Patek Philippe tradable macht, weil die kann man gerade nicht handeln.
Die einzige Möglichkeit ist wahrscheinlich Watches of Switzerland.
Genau, Watches of Switzerland.
Die sind börsennotiert, sind ja Händler für Rolex, Patek, Audemars, Cartier, Omega.
Sehr expansiv.
In den USA und ja irgendwie so ein bisschen Spiegelbild dieses gesamten Hypes im Uhrenmarkt.
Also die sind natürlich bis 2022 gelaufen wie geschnitten Brot, aber von 2022 bis 2024 um drei Viertel abgestürzt.
Dann haben wir eine lange Bodenbildung gesehen und inzwischen seit den Tiefs immerhin wieder verdoppelt.
Heißt das, das ist so die Fieberkurve des Uhrenmarktes?
Sie bilden das sicherlich, bilden Sie den Uhrenmarkt sehr gut ab.
Ich sehe bei der Aktie aber ein großes Aber.
Diese Aktie hängt wahrscheinlich zu zwei Dritteln des Erfolgs an einem einzigen Vertrag.
Und das ist die Lieferbeziehung mit Rolex.
Und jetzt vermuten wir mal, dass es vielleicht einmal im Quartal ein Treffen gibt von dem Duffy, dem CEO von Watches for Switzerland und Dufour von Rolex.
Und wir wissen nicht, wie diese Meetings laufen.
Aber wenn dieser Vertrag gekündigt würde, dann ist die Aktie wahrscheinlich nichts mehr wert.
Dann sind die Regale leer.
Und das andere ist der Vertrag mit Patin Philipp.
Und wir wissen nicht, was es da für Verträge gibt.
Aber eine Aktie, die so hochgradig von einem ...
Vertrag abhängt, wäre mir persönlich zu riskant.
Ja, auf jeden Fall ein immenses Schlüsselrisiko.
Und es ist tatsächlich die einzige Aktie, also zumindest die ich kenne, vielleicht kennst du noch mehr, mit der man das wirklich auch in einer entsprechenden Skalierung...
Und allzu viele Uhrenaktien gibt es ja eben auch ansonsten nicht.
Ich meine, es gibt natürlich eine, die auch das Kürzel Uhren hat in der Schweiz, das N für die Namensaktien und damit sind wir bei Swatch.
Du hast eben schon mal gesagt Second Watch, viele denken immer an Swatch, das sind so diese Plastikuhren, aber tatsächlich.
sind da ja eine ganze Reihe Marken drin.
Omega ganz vorne.
Morgan Stanley behauptet, dass die für 35 Prozent der Umsätze und 70 Prozent der Gewinne von Swatch verantwortlich sind.
Brequet, Blancpain, Longines, Glashütte Original.
Naja, und dann gibt es eben die Swatch-Uhren.
Wie schaust du auf das Unternehmen?
Naja, eigentlich müsste es die Omega Group heißen.
Und Richemont müsste wahrscheinlich eigentlich die Cartier Group heißen.
Da gibt es auch jeweils aktivistische Investoren, die genau das fordern, dass man diese Aktien auch umbenennt.
Und das ist sicherlich einer der ganz großen Konflikte, insbesondere in der Swatch Group, dass man einen CEO hat, der extrem dominant ist, der das Unternehmen wie ein Familienunternehmen führt.
Dem es auch ein Stück weit egal ist, was die Aktionäre über diese Aktie und über das Unternehmen denken.
Die Familie hat ja auch durch diese Mehrfachstimmrechte die Mehrheit.
Es versucht seit einigen Jahren, es versucht da auch ein, ich glaube auch wohlwollender Investor, mehr Macht im Aufsichtsrat zu bekommen, aber scheitert da regelmäßig.
Und dem Hayek ist einfach die Marke Swatch wichtiger.
Hat man manchmal den Eindruck, als jetzt...
Eine Marke Omega, die einfach ökonomisch viel, viel, viel relevanter ist.
Warum?
Weil er damit die Schweizer Uhrenindustrie gerettet hat?
Oder weil es cool war, weil es seine Idee war?
Es ist einfach die Familienhistorie.
Omega ist zugekauft und Swatch ist halt seine oder die Idee seines Vaters.
Und deswegen steckt da eine ganz andere Leidenschaft dahinter.
Die Familie mag halt keine Banken.
Also die Familie arbeitet nicht mit Banken zusammen.
Das heißt, man will nicht leveragen.
Also sie könnten ja auch zu Banken gehen, sich wahrscheinlich leicht Geld leihen und das Unternehmen von der Börse nehmen.
Aber man will halt nicht mit Banken zusammenarbeiten, weil man einfach kein Geld, sich kein Geld leihen möchte.
Es ist eine sehr, sehr, sehr konservative Denkweise.
Man lässt keine wirklich zeitgemäße Corporate Governance zu.
Und deswegen ist die Aktie einfach so krass unterbewertet.
Allein das Immobilienvermögen der Swatch Group macht einen Großteil der gesamten Börsenkapitalisierung aus.
Wahrscheinlich ist die Marke Omega Standalone betrachtet mehr wert als die gesamte Swatch Group inklusive der ganzen Immobilien.
Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie wichtig Governance ist für den Anlageerfolg.
Es nutzt dir ja am Ende gar nichts, wenn du sagst, hier habe ich Value, hier habe ich coole Marken, Sum of the Parts Bewertung, wenn es keinen Katalysator gibt, das irgendwie aufzubrechen.
Und es spricht ja auch wenig dafür, dass sich irgendwie mit der nächsten Generation die Denke mal ändert, oder?
Ja, ich meine, das...
Das, was man dem Nick Hayek da zugutehalten muss, ist, dass er auch nie was anderes versprochen hat.
Das sagt er auch immer so.
Das war ja mal transparent.
Ihr wusstet das ja.
Ich mache ja gar keine falschen Versprechungen.
Ich sage uns beispielsweise, der Erhalt von Schweizer Arbeitsplätzen ist uns sehr, sehr wichtig.
Die Marke Swatch ist uns sehr wichtig.
Wir wollen hier ein Schweizer Unternehmen bleiben.
Wir wollen in unserem Board auch nicht Englisch sprechen.
Aber was ihnen halt fehlt, sind halt diese...
extrem hochwertigen, super begehrlichen Marken.
Man könnte das sicherlich mit Breguet machen.
Da gibt es ja auch gerade so ein bisschen Optimismus, seit Breguet da seit einigen Jahren unter der neuen Führung ist.
Aber die gucken sich natürlich auch die Playbooks von Rolex, Patek Philippe und Audemar Piquet an, aber schaffen es einfach nicht, das zu kopieren.
Da muss man sich auch sehr, sehr, sehr langfristig denken.
Aber Breguet wäre sicherlich eine Marke, mit der man das machen könnte.
Und sonst leiden sie natürlich auch sehr stark unter dem Nachfrageeinbruch aus China, weil Swatch Group generell auch in China...
sehr viel Geschäft immer gemacht hat.
Also was auf jeden Fall begehrlich ist, ist Cartier.
Ich habe mal geschaut in diesen Chronopuls Index, den es ja auch markenspezifisch gibt für Cartier.
Der läuft kontinuierlich nach oben.
Da sah man auch keinen 2022er Hype.
Und wenn wir darüber sprechen, gibt es da Möglichkeiten.
irgendwie sich zu engagieren.
Ist das Gleiche, was Omega für die Swatch Group ist.
Also auch Cartier ist ein sehr, sehr wesentlicher Teil des Erfolgs der Rechement-Gruppe.
Wird sicherlich sehr, sehr gut gemanagt, die Marke Cartier.
Sie haben da vieles richtig gemacht.
Sie bewegen sich auch in Preisregionen, die für viele einfach noch erreichbar sind.
Also Cartier-Uhren sind gar nicht so teuer und auch so ein bisschen weg von diesen...
Sportuhren, die so in der Corona-Phase sehr begehrt waren, diese Stahlsportuhren, hin zu doch etwas mehr fashion-orientierten Uhren.
Das Cartier einfach super gut positioniert.
Spannender Preispunkt.
Sehr, sehr, sehr gut gemanagt.
Auch da könnte man natürlich jetzt sagen, sollte Richemont nicht sich zu Cartier Group umbenennen.
Ja gut, sie haben ja noch mehr.
Vacheron, Constantin, Schaffhausen, Jägerle, Couture, Panerai, Piaget.
Es ist aber wahrscheinlich eine ähnliche Quote, dass das Quartier wahrscheinlich für 70, 75 Prozent des Gewinns der Gruppe verantwortlich ist, würde ich mal verwenden.
Wobei, das muss man auch bei Richemont dazu sagen, das sind nicht nur die Uhren, sondern der wesentliche Teil, das sind über 70 Prozent, sind eben Schmuck.
Und dann haben sie ja noch immer so ein paar Geschäfte dazu, wo sie versuchen, irgendwie Plattformen aufzubauen.
Joksnetter Portee.
War ja so sicherlich das, was am meisten nach außen gegangen ist, so als Luxusplattform.
Da ist auch am meisten Geld dann rausgegangen, dreistelliger Millionenbetrag, am Ende vielleicht sogar eine Milliarde für diese Plattform.
Warum schaffen das solche Unternehmen nicht, solche Marktplattformen aufzubauen?
Müssen die wirklich unabhängig sein?
Das ist eine super spannende Frage.
Ich glaube, dass es in erster Linie auch ein kulturelles Thema war.
Tech-Unternehmen werden einfach fundamental anders geführt wie Luxusmarken.
Und wenn man jetzt beides unter einem Dach führen will, ist das einfach schwierig.
Und es ist auch so, wir haben das dann nachher auch bei Farfetch erlebt, es war ja auch ein Desaster, wie die dann zusammengebrochen sind.
Die wollen ja wirklich von Coupang aus Südkorea.
Resteweise so übernommen, damit sie nicht in die Insolvenz gegangen sind.
Die waren wirklich kurz davor, in die Insolvenz zu gehen.
Und Richemont hatte ein Darlehen irgendwie draußen stehen oder eine Wandelschuldverschreibung, wo sie dann auch...
Und auch eine Beteiligung.
Und es ist so, dass Farfetch ein sehr, sehr erfolgreicher Marktplatz für Luxury Fashion war und Händlern die Möglichkeit geboten hat, ihre Waren, die sie im Laden nicht verkaufen konnten, weltweit über Farfetch anzubieten.
Also Farfetch deswegen auch...
Du konntest aus der Ferne halt die Ware dann kaufen.
Und dann haben sie halt versucht, eine engere Beziehung zu den Luxusmarken aufzubauen.
Und da sind dann die Konflikte einfach aufgetaucht.
Und das haben sie am Ende nicht geschafft.
Ich glaube, der Gründer, der José, hat sich auch dann sehr wohl gefühlt in dieser ganzen Luxuswelt.
Die Luxusindustrie hat ihn auch sehr, sehr hofiert.
Er ist überall reingekommen.
Die Luxusmarken haben natürlich ein extrem straffes Reglement, wie Ware dort angeboten werden darf, zu welchen Preispunkten sie angeboten werden darf.
Da hat er sich überall dran gehalten, um halt diese Partnerschaften hinzukriegen.
Und wir haben das auch sehr eng beobachtet und uns auch die Frage gestellt, was für uns gegebenenfalls auch ein Playbook wäre, enge Partnerschaften mit den Herstellern zu haben.
Aber in dem Moment, wo du dich deren Vertriebs- und insbesondere Marketingrichtlinien unterwirfst, verlierst du halt so viel Flexibilität, insbesondere in der Preisgestaltung und es ist einfach auch so extrem teuer und das hat Farfetch am Ende dann aus der Bahn geworfen.
Wahrscheinlich auch gepaart mit fehlender operativer Excellence und ich glaube wirklich, dass Tech und Luxury zwei sehr unterschiedliche Welten sind und es hat bisher noch keiner so richtig geschafft, das zusammenzubringen.
Außer es wirklich für die eigene Marke zu machen, also Louis Vuitton Shop, Dino Shop, das läuft aber, dieses Plattform-Dingen läuft nicht.
My Theresa ist ja der nächste Case, wo jetzt natürlich auch sehr genau hingeschaut wird, die ja ...
Juxnet d'Apoté von Richemont übernommen haben, wo auch nochmal Geld reingeflossen ist.
Und auch da bin ich mal sehr gespannt, wie das ausgehen wird.
Da ist sicherlich auch noch nicht die finale Antwort im Raum heute.
Also wenn ich dich so höre und wenn wir jetzt diese Aktien in dem Bereich durchdeklinieren, dann ...
Vermittelst du den Eindruck, dass man in diesem Bereich doch lieber physisch mit der Uhr am Handgelenk investieren sollte?
Dass du generell bei Luxusmarken, gerade wenn sie börsennotiert sind, eher ein bisschen skeptisch bist aufgrund dieses Zielkonflikts zwischen Desirability auf der einen Seite und ökonomischer Skalierung auf der anderen Seite?
Ja, würde ich sagen.
Also insbesondere, ich würde sagen, Tech und Luxury ist nicht leicht unter einen Dach zu bringen.
Entweder investiert man in Tech oder investiert in Luxury.
Und bei Luxury investiere ich lieber in das Unternehmen oder in die Güter.
Wenn die das gut machen, sind wahrscheinlich oft die Aktien nicht handelbar, sprich es sind Familienunternehmen.
Und es ist wahrscheinlich ein sehr schwer zu lösender Zielkonflikt.
Eine am Markt gehandelte Luxusaktie.
Hermes ist ein gutes Beispiel, die an der Börse sehr, sehr gut funktioniert haben, richtig?
Die skalieren, die haben kontinuierlich diese hohe Bewertung, ja mal ist es 50 Mal Gewinn, mal ist es nur 35 Facher Gewinn, aber kontinuierlich teuer und die Aktie scheint ähnlich begehrlich zu sein wie die Produkte.
Aber auch da, siehst du da irgendwo mal die Gefahr?
Man könnte es überreizen.
Ich glaube, die machen das schon sehr, sehr gut, dass sie da auch sehr langfristig denken.
Ich glaube, da ist einfach wichtig, wenn man eine Luxusaktie hat, dass da wirklich eine sehr, sehr langfristige Denke in dem Shareholderskreis und auch in der Führung ist.
Bonello Cuccinelli, der ist ja sicherlich auch mit seinem ganzen philosophischen Konstrukt des ethischen Unternehmertums auch.
Einer, der in diese Reihe fällt.
Wobei, das muss man natürlich auch umsetzen.
Wenn es dann irgendwelche Nachrichten gibt, dass da doch nicht immer ganz so ethisch gearbeitet wird, dann kann das auch schnell zurückfeuern.
Naja, und die Frage ist, was passiert, wenn es mal ein bisschen ruckelig wird?
Die Familien können das halt aushalten.
Die können das auch lange Zeiten aushalten.
Die sind bereit, auf Gewinne zu verzichten, wenn sie denn da wären und haben deswegen auch die Rücklagen, in Krisenzeiten das auszuhalten.
Und da braucht man schon eine sehr vertrauenswürdige Führung und auch einen sehr vertrauenswürdigen Shareholders-Kreis, um eine Luxusaktie, um der wirklich so viel Vertrauen entgegenzubringen.
Da hätte ich am Ende dann doch immer die Sorge, dass vielleicht dann doch plötzlich irgendwann mal Entscheidungen gefällt werden, die nicht langfristig genug sind, sondern die kurzfristig optimierend sind.
Und deswegen würde ich wahrscheinlich im Zweifelsfall schon immer sagen, Auf lieber das Produkt und nicht die Aktie.
Im Zweifel das Produkt.
Du hast Hermes erwähnt, die machen ja auch Uhren.
Und interessanterweise das Uhrengeschäft bei Hermes, in absoluten Zahlen jetzt nicht wirklich relevant für den Konzern, aber ich gucke immer auf diese verschiedenen Segmente, das ist leicht rückläufig gewesen.
Ist so eine Hermes-Uhr überhaupt was?
was in deinen Augen Gnade findet?
Oder sagst du, es ist einfach zu sehr MeToo?
Man hat einen großartigen, ikonischen Brand.
Man kann halt nicht nur Taschen und Tücher machen.
Die Krawatten werden auch weniger.
Deswegen pappen wir das auch noch mal auf eine Uhr drauf.
Oder ist das wirklich eine Uhr, die einen Wert hat und die nicht nur vom Preis, sondern auch vom Heritage irgendwann in die Kategorie vielleicht dieser 12-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen-Marchen liebt und schätzt.
Das ist vielleicht auch ein bisschen weiblicher als jetzt das typische Patek Philipp oder Rolex Publikum.
Für solche Personen ist dann vielleicht auch eine MS-Uhr was Besonderes.
Für mich wäre es nichts.
Wie ist generell so das Thema auch bei euren Kunden auf Chrono24?
Könnt ihr das sagen?
Wie hoch ist die Männerdominanz?
Die ist leider sehr, sehr, sehr hoch.
Wir haben das immer mal wieder gemessen und als ich dann noch im Ruder war, lag das immer so bei 85 Prozent.
Der Käufer sind Männer.
Witzigerweise ist es in Q4 immer leicht runtergegangen.
Das waren dann vielleicht die Damen, die uns Geschenke gekauft haben.
Ein Männerspielzeug?
Und natürlich auch, ich würde es nie als Standalone so sehen, aber die Uhr ist am Ende auch eine ganz besondere Asset-Klasse.
Ein Statussymbol.
Und was sehr einzigartig ist.
Aber ich habe insgesamt auch in der ganzen Werbung der Uhrenindustrie, die ja auch viel in Finanz- und Wirtschaftsmedien präsent ist, den Eindruck, das ist alles schon sehr auf Männer fixiert.
Das ganze Geschäft, während man bei den Damen dann sagt, naja, dafür gibt es ja dann den Schmuck.
Täuscht dieser Eindruck?
Nein, nein, das täuscht nicht.
Wäre das nicht auch ein Riesenwachstumsmarkt?
Wenn man sagt, die andere, die größere Hälfte der Bevölkerung, erschließt man in derselben Weise?
Die erschließt man oft sogar indirekt mit.
Also ein ganz interessantes und spannendes Beispiel ist die Kampagne von IWC, die so vor 15 Jahren lief.
Ich weiß gar nicht, ob du dich da noch dran erinnerst.
Das war eine super ikonische Kampagne.
Schwarz-Weiß-Bilder, eine große Uhr abgebildet und dann oben ein super macho-hafter Spruch.
Also Sprüche wie...
heute undenkbar, aber es ist gar nicht so lange her, fast so pünktlich wie eine Frau, tickt aber richtig.
Oh, okay.
Oder sie trinken unseren Lagavulin, sie rauchen unsere Cohiba, lasst uns unsere IWC.
Und die Spitze war ...
Einfach nur noch der Uhr.
Und dann der Claim drunter, IWC, solange es noch Männer gibt.
Also immer extrem männliche, extrem Mannschaft.
Und das Spannende, es war eine der erfolgreichsten Werbekampagnen ever.
Die hat also extrem gut funktioniert.
Ich muss auch sagen, meine erste Uhr war auch ein IWC.
Ich habe mich da auch von anstecken lassen.
Da hat die Kampagne sicherlich eine Rolle gespielt.
Aber interessanterweise hat die Kampagne...
bei Frauen noch besser funktioniert als bei Männern.
Der Frauenanteil ist bei IWC-Uhren dadurch hochgegangen.
Weil auch Frauen, die teure Uhren kaufen, dieses männliche Image einer Uhr gar nicht so nachteilig finden.
Also so ein bisschen Guerilla-Marketing.
Jetzt hast du viele Themen genannt, warum...
Menschen Uhren kaufen, Sammelgüter, Statussymbole, Männerspielzeuge, vielleicht auch so ein bisschen Spekulationsobjekt, wobei also wenn man wirklich dann 22 sich vom Hype hat erfassen lassen und gedacht hat, okay, damit kann ich jetzt noch schneller Geld verdienen als mit Aktien.
Das hat bei vielen Uhren nicht funktioniert, weil...
22 waren Hype-Preise und das sieht man ja auch an euren Indizes.
Selbst bei Rolex Preise sind so 20 Prozent runtergegangen erst mal.
Ja, im Schnitt und bei einzelnen sehr ikonischen Modellen noch deutlich mehr.
Also gerade wenn man so die Pertek Philipp Nautilus, die Rolex Daytona und die Royal Oak nimmt, dann sind die Preise noch deutlich mehr gefallen.
Also auch einfach Rolex zeitweise der Meme-Stock des Uhrenmarktes?
Das war in der Corona-Phase ganz sicher so.
Hat sich jetzt aber...
Deutlich stabilisiert, die letzten zwölf Monate sehr stabile Preise, in den letzten sechs Monaten wieder leicht steigende Preise.
Ich muss persönlich auch sagen, ich habe auch in einer Phase von zwölf, achtzehn Monaten dann keine Uhren gekauft, habe aber in den letzten sechs, neun Monaten dann auch wieder eine Uhr gekauft, bin jetzt gerade auch wieder auf der Suche nach einer.
Also ich glaube, es ist gerade kein schlechter Moment nach dieser Nach dem Zusammenbruch der Bubble und der Stabilisierung eines Flaws, eines Pricing-Flaws, jetzt da wieder einzusteigen.
Insbesondere, wenn man auch bereit ist, eine Uhr zu kaufen, die vielleicht zwei, drei Jahre alt ist.
In den Läden sind die Uhren gerade nach wie vor sehr, sehr teuer.
Aber man kriegt häufig sehr, sehr gute Discounts, wenn man die auf den Pre-Owned-Plattformen kauft, wo man die Uhren fast ungetragen, fast neu bekommen kann, aber vielleicht mit 20, 30 Prozent Unterliste.
Aber die Frage ist ja dann, wenn man sich jetzt entscheidet, also man würde gerne eine Uhr vielleicht doch mal kaufen, muss ja nicht gleich für 10.000 Euro sein, kann ja auch für 2.000 Euro sein, einfach mal, gibt es ja auch irgendwie aus eurem Index ein paar Modelle, die dann da reinpassen.
Worauf sollte man, abgesehen von Passion, davon gefällt mir einfach, vielleicht auch vom ganzen Marken-Heritage her, Worauf sollte man achten?
Insbesondere, wenn man als Laie dahin kommt, wie schätzt man so einen Preis ein?
Hilft dabei wirklich dieser Chart oder gibt es irgendwelche anderen Themen, die wichtig sind?
Also ich würde mir erstmal ganz viel Zeit lassen.
Ich würde mir wirklich viel Zeit lassen.
Wir sagen ja, das ist eine Uhr, die kaufe ich und werde es vielleicht einige Jahrzehnte, vielleicht bis zum Lebensende behalten.
Und da kann ich mir ruhig auch mal drei, sechs oder auch neun Monate Zeit lassen, überlegen.
gefällt es mir nach drei Monaten noch so gut wie am Anfang.
Und da werden viele merken, dass diese Reise gerade am Anfang auch eine gewisse Volatilität hat.
Am Anfang guckt man wahrscheinlich stärker aufs Design, lässt sich vielleicht von manchen Marken beeindrucken.
Aber wenn man da mal liest, wenn man in die entsprechenden Foren mal reingeht, da gibt es ein paar sehr gute Blogs, wie beispielsweise Fratello oder Hodinkee und sich regelmäßig informiert, auch mit Freunden mal redet.
Es gibt auch einen Podcast von dir.
Es gibt auch einen Podcast, wo wir regelmäßig über unter Tomorrow Watches über die Uhrenindustrie, Uhrenmarkt sprechen.
Und wenn man dann merkt, dass man wirklich über viele Monate stabil eine Marke, ein Modell wirklich schätzt und sich vorstellen kann, das sehr langfristig auch zu besitzen, es sicherlich auch mal am Handgelenk mal getragen hat und mal geguckt hat, wie es sich anfühlt, dann kann man es kaufen.
Ich würde sagen, gerade am Anfang hilft es sicherlich auf die...
großen renommierten Marken und das muss jetzt nicht Rolex oder Patek Philipp sein, da gibt es auch günstigere Marken.
Zum Beispiel?
Naja, wir haben eine ganz interessante Studie gemacht und haben mal durch unsere Daten können wir auch sehen, in welcher Reihenfolge Sammler Marken kaufen.
Und da haben wir eine Studie gemacht und mal geschaut, was ist eine typische Einstiegsmarke und was ist eine Marke, die mit einer viel größeren Wahrscheinlichkeit am Ende einer Sammlung gekauft wurde.
Und so die Marke, die eine vergleichsweise hohe Wahrscheinlichkeit am Anfang hatte, die dann aber auch kontinuierlich abgefallen ist, war beispielsweise Takoya.
Tolle Uhren, tolles Design, auch leicht zu verstehen.
Die sind in der Formel 1 sehr aktiv.
Genau, sind in der Formel 1 sehr aktiv und stehen einfach auch für dieses Thema Formel 1.
Aber es ist eine Wahrscheinlichkeit, die kontinuierlich sinkt in der Kaufwahrscheinlichkeit mit dem Verlauf einer Sammlung.
Rolex interessanterweise ...
ist die Marke, die eine unglaublich stabile Kaufwahrscheinlichkeit hat.
Also die Wahrscheinlichkeit, dass deine erste Uhr eine Rolex ist, ist genauso groß wie die Wahrscheinlichkeit wirklich auf den Prozentpunkt, wie dass deine 20.
Uhr eine Rolex ist.
Und eine Jägerle Coutre oder eine Vacheron Constantin ist wahrscheinlich dann...
Ganz genau.
Ich frage das häufig so, was glaubst du denn, welche Uhr dann sozusagen ganz rechts ist?
Dann sagen viele Patek Philipp aufgrund des hohen Preispunkts.
Das stimmt aber nicht.
Es gibt auch viele.
wie du vielleicht irgendwann mal, die sich eine Uhr kaufen und es ist dann die Patek Philipp Nautilus.
Vacheron ist genau die Uhr, die von Menschen gekauft wird, die schon viel Erfahrung haben, würden die nie als erste Uhr kaufen.
Ist deswegen auch eine Marke, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so offensichtlich ist, weil sie viele nicht kennen.
War übrigens die Alternative, die ich überlegt hatte, heute hier anzuziehen.
Die Overseas ist auch eine Uhr, die ich sehr mag.
Wie lange überlegst du morgens, bis du die richtige Uhr für den Tag gefunden hast und wovon hängt das ab?
Nicht lange.
Es ist meistens so, dass neben meinem Waschbecken meistens nur eine liegt und dann muss es oft schnell gehen, dann ist es die.
Aber wenn ich dann irgendwelche Termine habe und dann mir meine Sammlung anschaue, dass teilweise auch nicht zu Hause liegen die Uhren, dann ist es schon ein etwas größerer Prozess.
Ja, also da ist bei mir noch viel Zeit hin.
Du hast mich zumindest nicht von Uhren abgeschreckt, ganz im Gegenteil.
Aus unserer Sicht ist ja eine Apple Watch keine Uhr.
Vor euch muss das schlimm sein, oder?
Nein, das ist nicht schlimm.
Für uns ist es einfach keine Uhr.
Es ist ein Computer am Handgelenk, der ja auch seinen Nutzen hat.
Und die Funktionen sind ja gigantisch, gerade was im ganzen Gesundheitsbereich ist.
Es ist ja wirklich ein super Produkt.
Aber wir sagen, dass es der Grund, warum du eine Uhr kaufst, ein anderer ist.
Du kaufst eine Uhr ja nicht, um die Zeit ablesen zu können.
Die ist genauer, die Zeitanzeige deiner Apple Watch und im Zweifelsfall dein Telefon in der Tasche hat die Zeit ja auch.
Aber wenn du wirklich Handwerkskunst an deinem Handgelenk haben möchtest, dich zu einer Marke bekennen möchtest, vielleicht auch in so einer Community dann.
wo du jemanden siehst, der auch diese Marke trägt, wo sofort so eine Verbindung ist.
Das ist mir bei Freunden aufgefallen, wenn die zufälligerweise die gleiche Uhr haben, die haben sofort ein Gesprächsthema.
Ja, die haben sofort ein Connect.
Ich unterhalte mich mit Leuten immer über die Apple Watch.
Naja, das war vielleicht, als sie gerade rausgekommen ist, ein Thema.
Aber das ist natürlich am Ende, wenn wir ehrlich sind, ist das ein Wegwerfprodukt.
Du wirst es irgendwann wegwerfen, weil es eine bessere gibt.
Sind solche Uhren wie auch deine Odemar irgendwie auch ein bisschen eine Flucht aus dieser...
rationalen Selbstoptimierung, weil die Smartwatches helfen uns ja immens, uns selbst zu optimieren, gerade mit diesen ganzen Gesundheits- und Fitnessdaten.
Und dass man dann sagt, okay, ich gebe bewusst einfach mal einen Schritt zurück und habe etwas total Unvernünftiges, wo ich einfach Tausende von Euro ausgebe, nur damit ich die Zeit sehen kann, wo ich das doch eigentlich mit einem technischen Gerät viel günstiger, viel effizienter habe.
Ich habe ja auch eine Apple Watch, aber ich trage sie nie, also nahezu nie.
Ich wollte es einfach mal wissen, wie es ist.
Also keep your friends close, keep your enemies closer.
Dann dachte ich, hey, ich will es jetzt auch mal wissen.
Ich trage sie einfach wirklich nie.
Und sie gibt mir auch irgendwie kein Gefühl.
Und die Funktion, bin ich ganz ehrlich, die habe ich in meinem Telefon.
Das reicht mir.
Mein Telefon habe ich in der Regel bei mir.
Und ich brauche es gar nicht so nah.
Ich will auch nicht durch E-Mails und Messages ständig gestört werden.
Insofern hat die für mich einfach keinen Zweck.
Aber es gibt sehr, sehr viele, die diese Uhren tragen, aber im Tresor zu Hause dann vielleicht noch eine richtige Uhr haben.
Und dann am Wochenende, wenn man vielleicht ein besonderes Event hat oder zu Freunden geht, dann, glaube ich, brauchst du diese Funktion nicht.
Und dann was Schönes, was Besonderes am Handgelenk zu haben.
Also du hängst dir ja in deiner Wohnung auch nicht nur LED-Screens hin, die Bilder anzeigen, sondern willst ja vielleicht da auch ein...
Das war in den späten 90ern mal so eine Zukunftsvision von Bill Gates, der ganz viele Bildrechte gekauft hat, weil er gesagt hat, wir werden uns gar nichts mehr physisch aufhängen, sondern wir werden überall nur noch Screens haben und werden dann da Bilder drauf projizieren, wechselnd je nach Stimmung.
Ja, ist jetzt nicht so gut gehalten.
Zum Glück nicht.
Es gibt immer noch Kunst, es gibt immer noch Fotografie, es gibt immer noch Installationen.
Tim.
Großartig.
Ich hatte extrem viel Spaß, hat mich vor allen Dingen gefreut, mal mit einem Branchenexperten gleichzeitig über Aktien fachsimpeln zu dürfen und dadurch einfach mal einen ganz anderen View noch auf Beteiligung zu bekommen, über die wir ja hier auch in anderen Formaten immer wieder mal gesprochen haben.
Vielen Dank, dass du hier warst.
An dich auch.
Vielen Dank, dass du zugeschaut und zugehört hast.
Ich hoffe, du konntest etwas mitnehmen, wenn es dir gefallen hat.
Dann lass uns doch gerne Sterne oder ein Abo oder einen Daumen nach oben.
Und schreib doch mal, wie ist denn deine Beziehung zu Uhren?
Auch ein Watchlover oder eher so ein reichlich pragmatisches Verhältnis, wie ich es habe?
Wenn du außerdem der Meinung bist, Mensch, da gibt es noch ein paar Menschen, die...
ähnlich tolle Gäste wären wie Tim, den du übrigens auch bei LinkedIn gut erreichen kannst, dann schreib uns auch das, schreib uns gerne auch per E-Mail an podcast at scalable.capital oder gerne in den sozialen Netzwerken, auch direkt an mich at cb.röl.
Das war's für heute, vielen Dank und Tschüss aus Berlin.
