# Quantum Computing: Commercial Roadmap & Strategic Implications

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-08-08

## Transcript

Letzte Woche hat IBM das erste Mal verkündet, dass sie den Quantenvorteil erreicht haben.
Also einfach gesagt haben Quantencomputer Dinge gerechnet, die normale Computer nicht rechnen können.
Von Massenanwendung ist das noch immer weit entfernt, aber für uns mal wieder ein guter Anlass über das Thema zu sprechen.
Und das habe ich heute gleich mit zwei Gästen gemacht.
Einerseits mit Dr.
Jan-Reiner Lahmann von IBM und andererseits mit Dr.
Wilhelm Kenders, dem Gründer von Toptica Photonics.
IBM, dürfte jeder kennen, ist auch einer der großen Namen im Quantencomputerbereich.
Toptica macht fast 150 Millionen Euro Umsatz, ist ein Hidden Champion bei Lasern und eben auch bei Lasern für Quantencomputer.
Mich hat vor allem noch mal interessiert zu verstehen, wo die Welt der Quantencomputer gerade steht, wie weit sie noch von echten Anwendungen entfernt ist, bis sie wirtschaftlich so richtig relevant wird.
Außerdem wollte ich verstehen, wie die Quantencomputerindustrie grob funktionieren wird, ob sie viel Strom brauchen, viele Laser und und und.
Und ich habe gerade mit Wilhelm Kenders auch nochmal diskutiert, wie er den Wettbewerb in dem Bereich zwischen China, Europa und den USA einschätzt.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Samstag, der 8.
August und das ist ohne Aktienwert schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Jan, vor knapp einem Jahr hat Jensen Wang von Nvidia noch gesagt, dass Quantencomputer, bis sie wirklich in der Praxis eingesetzt werden, dass es noch locker zehn Jahre dauern wird, vielleicht sogar noch länger.
Mittlerweile hat er da seine Einstellung geändert und man hört aus der Branche und von den großen Wirtschaftsgrößen und großen Techfirmen eigentlich immer mehr, dass Ende des Jahrzehnts die großen Durchbrüche kommen werden.
Wie seht ihr das bei IBM?
Wie ist da euer Blick auf den Zeitrahmen?
Ja, ist Quantum Computing ist ja ein gewisses Hype-Thema, durchaus auch im positiven Sinne.
Und das heißt, was wir oft sehen in den Berichten, ist eigentlich eher auch ein Stück weit Hype und überzogene Erwartungen.
Wir versuchen da sehr, sehr nah an der Realität zu sein und zu bleiben.
Und von daher auch gleich vorab die klare Aussage, Stand heute ist Quantum Advantage aus unserer Sicht noch nicht erreicht.
Das heißt, für praktisch relevante Anwendungsfälle bieten Quantencomputer, Stand heute, noch keine Vorteile gegenüber rein klassischem Vorgehen.
Und die Frage, die du stellst, ist natürlich ganz wichtig.
Also wir gehen davon aus, Quantencomputing hat ein sehr großes Potenzial und wird für spezifische Anwendungen große Vorteile bieten gegenüber rein klassischen Computern.
Die Frage ist, wann wird das soweit sein?
Und unsere Erwartung ist, dass tatsächlich bis Ende dieses Jahres, bis Ende 2026, erste Fälle von so einem Quantum Advantage erreicht werden können.
Das wird dann noch nicht alle Industrien und alle potenziellen Anwendungsfelder von Quantencomputing betreffen, aber für erste, ich sag mal, reale Anwendungen, also keine rein theoretischen Dinge, gehen wir davon aus, dass das bis Ende dieses Jahres schon erreicht werden kann.
Was sind das für erste reale Anwendungen, bei denen das passieren wird?
Also gibt es da ein, zwei konkrete Beispiele?
Ja.
Also die Idee für Quantencomputing ist ja aus dem Umfeld entstanden, Simulation quantenmechanischer Systeme, also Richtung Molekülstrukturen, Quantenchemie, Materialforschung.
Und in dem Umfeld sind nach wie vor die heißesten Kandidaten, um quantumadvantisch zu erreichen.
Es gibt noch drei andere Gruppen von Anwendungen oder von Algorithmen.
Das ist einmal Optimierung, mathematische Optimierung.
im Sinne von Supply Chain Optimierung, Produktionsplanung, andere Dinge.
Da denken wir, dass das relativ bald danach, also nach eben diesen Simulationsdingen, auch dort Vorteile sichtbar werden.
Es gibt zwei weitere Bereiche.
Das ist Machine Learning, künstliche Intelligenz und partielle Differenzialgleichung.
Da gehen wir auch davon aus, dass das noch ein bisschen weiter weg ist auf der Zeitachse.
Partielle Differenzialgleichung klingt jetzt von den drei Begriffen, weil es das, was am wenigsten verstehen wird.
Was ist damit grob gemeint?
Genau, das sind Dinge, die im Engineering-Umfeld, also Strömungssimulation beispielsweise, verwendet werden.
Und ist es dann so, Aus eurer Sicht, in fünf bis zehn Jahren könnten auch wirklich dann Quantencomputer klassische Rechner ablösen, also das, wo jetzt gerade alle großen Tech-Giganten investieren, in diese riesigen KI-Rechenzentren.
Werden die abgelöst oder bilden eher die Quantencomputer nochmal andere Anwendungsfälle ab und lösen nochmal andere Probleme, aber die Kerncomputer, wie es die jetzt gibt, haben auch noch ihre Berechtigung?
Also letzteres ist der Fall.
Ja, wir gehen nicht davon aus, dass Quantencomputer im großen Stil klassische Rechner oder eben auch KI, also GPUs, ersetzen werden.
sondern Quantencomputer werden eine weitere Möglichkeit praktisch in der IT-Infrastruktur sein.
Wir haben hier mal stand heute eben klassische CPUs, dann haben wir die GPUs, die Grafik-Units, die eben viel im KI-Umfeld eingesetzt werden.
Und in Zukunft wird es eben noch eine weitere Option geben, QPUs, Quantum Processing-Units, die dann auch für bestimmte Algorithmen oder für bestimmte Teile von Algorithmen eben besonders effizient sind.
Und dann braucht es eine, wir nennen das mal, Orchestrierungsschicht, die eben für die Gesamtanwendung, Gesamtalgorithmus dann eben verteilt, welche Teile laufen auf welcher Infrastrukturkomponente am effizientesten.
Ja, das ist das, was wir sehen für die Zukunft.
Und kann man sich das grob so vorstellen, man hat ja gerade in der KI-Welt den Schiff gesehen, erst war sehr viel Fokus auf die GPUs, weil die eigentlich fürs Training der KI-Modelle perfekt sind, was ja sehr komplex ist.
Und jetzt geht der Fokus immer mehr auf die Anwendung der KI, auf die Inferenz und da werden CPUs auf einmal relevanter, weil man nicht mehr ganz so komplexe Rechnungen macht, aber einfach quasi viele Rechnungen durchschieben muss.
Kann man dann...
quasi grob sagen, Quantencomputer sind nochmal eine Stufe über GPUs für die ganz, ganz komplexen Fälle dann?
Genau, ich würde dann jetzt nicht so eine Hierarchie sehen, von wegen da drüber.
Also in meinem Weltbild ist es parallel.
Also es ist dann eben für spezifische Teile von Algorithmen, da gehe ich eben lieber auf eine QPU statt einer GPU.
Und wir gehen davon aus, dass praktisch alle Anwendungen, wo Quantencomputer beteiligt sind, sogenannte hybride Anwendungen sind, das heißt, wo eben auf jeden Fall auch CPUs und gegebenenfalls GPUs verwendet werden.
Vielleicht in dem Umfeld, weil jetzt das Stichwort KI und GPU schon relativ häufig gefallen ist, ist es vielleicht ganz interessant, wir gehen davon aus, oder man sieht es so, dass Quantencomputer keine Big Data Systeme sind, sondern wir sprechen von Small Data Big Compute.
Das heißt, Quantencomputer sind eher für nicht ganz so große Datenmengen geeignet.
Und in dem Umfeld, ich hatte ja gesagt, Machine Learning ist durchaus eines der Anwendungsfelder.
Das heißt, da geht man davon aus, dass man mit weniger Trainingsdaten genauere Modelle wird erstellen können.
Also beispielsweise bei Kernel-basierten Methoden, dass man eben mit einem Quantencomputer sehr effizient einen Custom Kernel berechnen kann.
Und die Inferenz, wie du ja gerade auch gesagt hast, die findet dann wieder in der klassischen Welt statt.
Das heißt, man rechnet eben den Teil auf einen Quantencomputer.
Das Ergebnis davon geht dann in die klassische Welt wieder und da passiert dann die Inferenz, wo die großen Datenmengen dann drüber laufen und das Scoring passiert.
Da gibt es auch schon länger die Argumente, dass man sagt, eigentlich ein Kind lernt aus viel weniger Datenmengen als jetzt ein Computer, wie es sich in der Welt verhalten muss, wie es sprechen muss.
Ein Computer braucht viel mehr Daten und der Quantencomputer wäre sozusagen ein bisschen effizienter, so wie das Gehirn heute auch effizienter ist.
Genau, also grob generell, das ist die Idee, dass eben ein Quantencomputer hochdimensionale Strukturen und komplexe Daten sozusagen besser abbilden kann, als eben mit klassischen Machine Learning Verfahren.
Und was genau sind da so die größten Entwicklungen, die noch ausstehen?
Also wieso sind Quantencomputer heute noch nicht leistungsfähiger?
Was fehlt da noch, dass Sie auf den Punkt kommen?
Ich glaube, da müssen wir erst kurz drüber sprechen, was heißt leistungsfähig bei einem Quantencomputer und wie kann man das bewerten?
Algorithmen und damit auch klassische Benchmarks laufen nicht auf einem Quantencomputer.
Das heißt, ich kann eben die klassischen Benchmarks dort nicht laufen lassen.
Und wir sehen ganz klar drei Parameter, drei Dimensionen, die die Leistungsfähigkeit von einem Quantencomputer beschreiben.
Das ist die Skalierung, die Qualität und die Ausführungsgeschwindigkeit.
Die Skalierung ist die Anzahl der sogenannten Q-Bits, die Quantenbits.
Das ist die Fundamentale.
Informationseinheit bei einem Quantencomputer sozusagen statt Bits, in der klassischen, in der digitalen Welt.
Dann die Qualität.
Es ist so, dass Quantencomputer unter einer Vielzahl von Störeinflüssen sozusagen leiden.
Und da geht es darum, eben die Qualität einerseits zu verstehen und zu verbessern.
Und das ist auch ein ganz wichtiger Parameter, den man eben angucken muss, Stand heute und auch noch auf die nächsten Jahre.
Und die dritte Größe ist die Ausführungsgeschwindigkeit.
Das heißt, wie lange dauert es eben einzelne Operationen sozusagen auf diesen Q-Bits auszuführen und auch einen Gesamtalgorithmus.
Und da unterscheiden sich verschiedene Ansätze, Quantencomputer zu realisieren, ganz erheblich voneinander.
Also in dem Sinn ist nicht Quantencomputer gleich Quantencomputer, sondern da gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Und die drei Parameter, die ich gerade gesagt habe, das ist auch grundsätzlich meine Empfehlung, wenn man im Internet liest von einem neuen Durchbruch bei Quantencomputing, immer diese drei Parameter angucken.
Skalierung, Qualität, Ausführungsgeschwindigkeit.
Ich sage dann immer gerne, falls derjenige, der da den großen Durchbruch erzielt hat, einen der drei Parameter nicht nennt, dann gibt es wahrscheinlich Gründe dafür.
Jetzt hast du schon angesprochen, es gibt verschiedene Arten von Quantencomputer.
Ihr bei IBM baut quasi eine Art oder forscht auch an verschiedenen Arten.
Und wie sieht jetzt die Art aus, an der ihr forscht oder die Arten?
Also es ist so, dass wir verschiedene Optionen untersuchen, also daran forschen, aber wie du sagst, auch Patente haben für verschiedene Ansätze und uns aber ganz klar für einen der Ansätze, die sogenannten supraleitenden Qubits, entschieden haben.
Die basieren einerseits auch auf Chips, die in der Fertigung gewisse Ähnlichkeit haben mit klassischen Computerchips, sind aber dann schon deutlich anders.
Aber ein paar Prozessschritte sind ähnlich wie in der klassischen Welt.
Und am Ende der Grund dafür sind genau diese drei Parameter, die ich gerade genannt habe.
Also die Balance aus Skalierung, Qualität und Ausführungsgeschwindigkeit, das sehen wir am besten erfüllt mit diesen supraleitenden Qubits.
Im Vergleich zu beispielsweise Ionenfallen, Ionenbasierten Systemen, photonischen Quantencomputern.
Es gibt da eine größere Anzahl, also ich habe es nicht genau gezählt, aber zwischen fünf und zehn verschiedene Möglichkeiten, einen Quantencomputer zu bauen.
Und wir sehen ganz klar die beste Balance und den besten Weg in die Zukunft von diesen sogenannten supraleitenden Kupits.
Und das heißt, ein Bestandteil sind dann...
Einfach gesagt, Chips, ähnlich wie Chips, sind die dann auch aus einem Wafer quasi rausgestampft erstmal?
Also die Grundlage ist die gleiche?
Also ja, wir stehen aus einem Wafer.
Die Strukturen da drauf sind aber ganz anders als in der klassischen Welt.
Also in der klassischen Welt, es ging auch gerade durch die Presse, die ersten Chips unter einem Nanometer Strukturgröße sind von IBM angekündigt worden oder auf der Forschungsseite zum ersten Mal hergestellt worden.
Da haben wir ganz andere.
tatsächlich viel größere Strukturgrößen bei Quantencomputern.
Aber erstmal ist es auch ein Waver, aber das Processing dann da drauf ist ganz anders als klassisch.
Aber das heißt, der Grundstoff dahinter ist immer noch Silizium oder ist dann auch der Waver aus einem anderen Stoff?
Nee, das ist ja gleich.
Okay.
Und wenn man sich grob so ein Quantencomputer vorstellt, was passiert dann bei so einem Supraleitenden-Quantencomputer ganz grob mit diesem Chip?
Also wird der auch einfach dann einmal fertig gebaut und reingesteckt und dann angeschlossen oder was passiert da im Gerät?
Auf dem Chip sind eben diese sogenannten Q-Bits, die Quantenbits.
Und die verhalten sich so, wie natürlich die fundamentalen Eigenschaften der Quantenmechanik das beschreiben und das wollen.
Das sind Eigenschaften wie Superposition, also Überlagerung von Zuständen.
Verschränkung, das heißt eine sehr enge Abhängigkeit von verschiedenen Elementen, also verschiedenen Kubits in so einem quantenmechanischen System und Interferenz.
Und Quantenmechanik ist eine verrückte Sache für viele.
Und das in dem Effekt, die Einstein damals kommentiert hatte mit, also diese Überlagung von Zuständen, wo er dann sagte, Gott würfelt nicht.
Wo er sich das erstmal nicht vorstellen konnte, dass das eine akkurate Beschreibung der Natur ist.
Und diese Verschränkung, wo er sagte, ja, das wäre dann ja spukhafte Fernwirkung.
Und er hat sich aber herausgestellt und Einstein hatte auch zu bestimmen, dass das tatsächlich eine akkurate Beschreibung der Natur ist, wie sie in ihren kleinsten Elementen sozusagen funktioniert.
Das sind genau die Effekte, die dann eben realisiert werden und gezielt gesteuert und eben in Algorithmen genutzt werden können in einem Quantencomputing-Chip.
Und ja, genauso wie du es gesagt hast, der Chip wird dann eben hergestellt mit diesen Qubits.
Im Augenblick haben wir, sagen wir mal gut 100 Qubits pro Chip.
Wir haben auch schon mal einen hergestellt, wesentlich größer, um zu gucken, wie weit kann man das skalieren und wo sind da die Grenzen in der Fertigung.
Dann werden die Chips eingebaut in einen sogenannten Kryostaten.
Das ist eine Kühleinrichtung.
Er hatte vorhin gesagt, unsere Chips sind supraleitend.
Das deutet schon darauf hin, dass sie eben sehr weit runtergekühlt werden, bis das Material eben supraleitend wird.
Das heißt fast auf den absoluten Nullpunkt in diesen Kursdaten.
Und aktuell ist es so, dass man tatsächlich erst dann, nachdem die Chips runtergekühlt wurden, eben gucken kann, wie sind die Eigenschaften, wie ist die Qualität und hat eben der Fertigungsprozess tatsächlich so funktioniert, wie man sich das vorstellt.
quasi Daten jetzt reinkommen, mit denen was passiert ist, wahrscheinlich über optische Datenübertragung?
Bei uns, diese Superleitenden-Chips oder Qubits werden über Mikrowellenimpulse angesteuert.
Das heißt, das sind Mikrowellenkabel, im einfachsten Fall Koaxkabel.
Inzwischen gibt es auch Fortschritte davon, um das weiter zu verdichten, dass man nicht eben eine große Anzahl von solchen einzelnen Koaxkabeln dort hat.
Und darüber werden die Qubits angesteuert.
Das heißt, in dem Sinn sind auch darüber Daten eingegeben, die Operationen ausgelöst und hinterher das Ergebnis dann wieder ausgelesen.
Und braucht so ein Quantencomputer, vielleicht ein bisschen komische Frage, aber ganz normal Strom?
Also man hat ja bei den großen Rechenzentren das Thema, dass es einfach einen Strommangel gibt.
Braucht ein Quantencomputer auch so viel Strom?
Ja, also ja, er braucht auch Strom.
Man kann jetzt denken, durch diese Kühlung, ich hatte gesagt, fast auf den absoluten Notpunkt wird es runtergekühlt, dass das ein sehr, sehr großer Aufwand ist.
Tatsächlich ist das nicht so.
Also ich sage immer gerne, den Quantencomputer, und wir haben ja mehrere auch in Deutschland, die wir betreiben, den könnte man auch bei mir am Hausanschluss betreiben.
Jetzt nicht an der einzelnen Steckdose, aber das, was bei mir ins Einfamilienhaus vom Stromanbieter reinkommt, das reicht aus.
Also in der Größenordnung 30, 50 Kilowatt braucht so ein System.
Wir erwarten eben, dass es für spezifische Aufgaben ein Quantencomputer in dem Sinne mit einem Supercomputing-Cluster mithalten kann.
Und da habe ich eben eher Megawatt an Leistungsaufnahme.
Das heißt, für die richtigen Aufgaben gehen wir davon aus, dass ein Quantencomputer erheblich energieeffizienter sein wird als eben die klassischen Alternativen.
Und das heißt auch, wenn man sich vorstellt, jetzt in so zehn Jahren, wenn Quantencomputer immer mehr Anwendungsfälle lösen, immer mehr Einzug in die Wirtschaft erhalten.
Dann werden wir wahrscheinlich eher in der Welt kommen, wo es einfach ein paar Quantencomputer auf der Welt verteilt gibt, aber nicht jetzt in dem großen Ausmaß, wo wir jetzt gerade Rechenzentren gebaut werden, weil die einfach pro Quantencomputer deutlich effizienter sind.
Ja, das ist eine sehr gute Frage natürlich.
Und bei Abschätzung von Stückzahlen, glaube ich, haben sich schon ganz andere Leute verschätzt in der Vergangenheit.
Also natürlich wird man irgendwie mit sozusagen ersten Systemen anfangen.
Im Augenblick haben wir ungefähr zehn Quantencomputer bei uns in Cloud-Rechenzentren, in der IBM Cloud in dem Sinne, und auch knapp zehn Systeme bei Partnern in deren Rechenzentrum installiert.
Die Zahl wird sicherlich steigen im Laufe der Zeit.
Um wie viel Größenordnungen, da traue ich mir keine Prognose zu.
Aber wir haben Ende Mai bekannt gegeben, dass wir eine dedizierte Foundry, also ein Werk für Quantencomputing-Chips bauen.
Und das wird in dem Sinne eine unabhängige Tochterfirma von IBM sein, die auch für andere Anbieter dann die Quantencomputing-Chips fertigt.
Genau, und das deutet darauf hin.
dass wir schon mit größeren Anzahlen von eben Quantencomputing-Chips rechnen, dass sie eben so eine dedizierte Fabrik, ja, und die Aufwände sind ja enorm, das geht in den Milliardenbereich, ja, für solche Chip-Fertigung, dass sich das eben lohnen wird, ja, dass wir davon ausgehen.
Und das heißt, euer Geschäftsmodell bei IBM im Quantencomputer-Bereich ist einerseits die Fertigung für ein Selbst, für andere, dann der Betrieb von eigenen Rechenzentren mit Quantencomputern und dann auch, dass man die eigenen Quantencomputern andere vermittelt.
kauft, die dann Rechenzentren mit betreiben.
Genau, also das Hauptgeschäftsmodell ist eben Rechenleistung auf Quantencomputern zur Verfügung zu stellen.
Und genauso wie du sagst, entweder eben cloudbasierend über unsere Cloud-Rechenzentren, wo man dann auch heute schon eben als Pay-as-you-go darauf zugreifen kann.
Man benutzt die Systeme, bezahlt dann pro Sekunde oder Minute.
Oder auch, wenn es gewünscht ist, dass die Systeme im eigenen Rechenzentrum installiert werden.
Wie gesagt, wir haben schon einige Fälle, wo wir das gemacht haben weltweit.
Wir bieten natürlich auch Beratungsleistungen, Unterstützung an.
Aber Hauptgeschäftsmodell ist eben Rechenleistung auf Quantencomputern.
Passend zum Zukunftsthema Quantencomputer will ich nochmal auf unsere Partnerschaft mit dem Vermögensverwalter und Fondsmanager DOE hinweisen.
DOE ist ja ursprünglich mal ähnlich gestartet wie dieser Podcast, damals als Informationsmedium für Aktien in Briefform, das war 1974.
Mittlerweile verwalten sie über 17 Milliarden Euro und das bis heute als familiengeführtes Unternehmen.
Neben dem Gründer Dr.
Jens Erhard ist nämlich auch sein Sohn Dr.
Jan Erhard bald 25 Jahre mit an Bord und verantwortlich für das hauseigene Research Team und einige Fonds.
Was uns insgesamt an der Partnerschaft gereizt hat, ist, dass DJE, genau wie wir im Podcast, einen starken fundamentalen Ansatz hat, sehr auf die Qualität bei den Aktien achtet, versucht zu verstehen, wie die Hintergründe funktionieren, genau wie in der Folge heute.
Und dazu kommt, dass wir hier im Podcast ja sehr stark die Aktienseite abdecken.
Es gibt aber ja auch andere Assets, wie zum Beispiel Anleihen oder Gold.
Genau dafür hat DJE zum Beispiel den Multi-Asset und Trendsfonds, der neben Aktien wie Palo Alto Networks oder Amazon auch Anleihen und Gold im Depot hat.
Und Fokus ist dabei, neben der Diversifikation passend zur Folge heute auf langfristige Trends zu setzen, vor allem auf der Aktienseite, zum Beispiel auf den langfristigen Megatrend durch den demografischen Wandel, der den Medizinbereich antreibt oder natürlich auch in Themen rund um Digitalisierung.
Das alles ist natürlich keine Anlageberatung.
Wie bei allen Fondanlagen kann es sein, dass ihr euer Kapital verliert und Informationen zu Chancen, Risiken und Kosten findet ihr in der Beschreibung.
Vielleicht, wenn wir jetzt nochmal mehr auf die Anwendungsfälle schauen oder generell aber auch noch ein bisschen auf das Business, glaubt ihr, dass es, du hast schon gesagt, es wird demnächst vielleicht erste Anwendungsfälle mit einem Quantum Advantage geben, so die ersten Durchbrüche, aber wird es vielleicht trotzdem dann mal so einen Moment geben, wo man sagt, okay, jetzt werden auf einmal so viele Anwendungsfälle gelöst oder glaubt ihr eher, das wird ein schleichender Prozess sein, immer mehr Anwendungen im Hintergrund und irgendwann sind sie halt da oder wird es eher so einen Chat-JPT-Moment geben?
Also ich würde jetzt nicht sagen schleichen, das hört sich irgendwie so langsam an, aber wir gehen nicht oder ich gehe nicht davon aus, dass es so ein Knalleffekt ist wie bei ChatGPT oder das, was man unter dem ChatGPT-Moment versteht.
Jetzt Ende dieses Jahres oder dieses Jahr noch, wenn eben erste Fälle von Quantum Advantage bekannt werden und allgemein akzeptiert sind, das wird sicherlich sehr, sehr großes Interesse hervorrufen.
Und in vielen Firmen, in vielen Organisationen auch fragen, was bedeutet das für unsere Industrie?
Was sind die relevanten Anwendungen für uns?
Wie ist da die Zeitachse?
Wann sollten wir selber dort einsteigen?
Es wird aber nicht so sein, wie eben bei ChatGPT, dass auf einmal praktisch die ganze Welt darauf zugreifen kann und es auch wirklich nutzen kann.
Das wird dann schon noch ein Prozess sein, ich denke über mehrere Jahre.
wo sich das dann verbreitern wird, praktisch mehr Algorithmen, verschiedene Anwendungsfälle für verschiedene Industrien.
Und aus unserer Sicht ein ganz wesentlicher Meilenstein wird dann nochmal 2029 sein.
Da wollen wir zum ersten Mal sogenannte fehlertolerante Systeme zur Verfügung stellen, nutzbar machen extern.
Das heißt, das sind Systemen, wo dieser zweite Parameter, den ich vorhin genannt habe, ganz erheblich verbessert wird.
Fehlerkorrektur machen kann.
Das heißt, wo man die Fehler schneller erkennt, als sie passieren und dann auch korrigieren kann in den laufenden Rechnungen.
Das heißt, wo man dann erheblich längere und erheblich komplexere Algorithmen und Anwendungsfälle auf dem System ausführen kann.
Wie gesagt, 2029, denke ich, ist das soweit.
Ein großes Thema, mit dem Sie ja viele Firmen...
auseinandersetzen werden.
Neben der Frage, wie kann ich selbst mein Geschäft effizienter machen, ist sicher das Thema Cyber Security.
Gibt es ja auch gerade relativ viele Sorgen rund um Bitcoin zum Beispiel, dass der halt geknackt werden kann von Quantencomputern.
Wie ist euer Blick auf diese Cyber Security Gefahr?
Ja, also ist natürlich eine ganz wichtige Sache, dass man sich bei neuen Technologien auch über mögliche Gefahren und Risiken der Technologie Gedanken macht.
Bei Quantencomputing, die Gefahr, die ich sehe, die wir sehen, ist eben tatsächlich in dem Cyber Security Bereich.
Das heißt, es gibt einen Algorithmus, der sehr effizient auf Quantencomputern läuft oder laufen wird, wenn die noch leistungsfähiger sind, der Zahlen faktorisieren kann.
Und ein erheblicher Teil unserer bestehenden Verschlüsselungsverfahren beruht eben darauf, dass Faktorisierung von Zahlen, Primfaktorzerlegung, sehr, sehr aufwendig ist auf klassischen Rechnern.
So, und das wird sich dann eben ändern.
Und damit wird man in dem Sinne die...
asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren dann brechen können.
Das ist zunächst mal die Gefahr.
Die gute Nachricht ist, es gibt bereits sogenannte quantensichere Verschlüsselungsverfahren.
Die sind auch schon standardisiert.
IBM hat einige davon auch vorgeschlagen, die inzwischen eben standardisiert wurden.
Und noch eine gute Nachricht, diese quantensicheren Verschlüsselungsverfahren, die laufen auf klassischen Rechnern.
Das heißt, ich brauche gar keinen Quantencomputer, um mich gegen diese potenzielle Quantencomputer-Attacke in der Zukunft zu schützen.
Eine Bemerkung noch dazu oder zwei.
Also einmal eben dieser Algorithmus, die Faktorierung von Zahlen, ist für uns keine in dem Sinne sinnvolle Anwendung von Quantum Computing.
Das ist also nichts, was wir aktiv verfolgen.
Und aber auch ganz wichtig.
Wann genau Quantencomputer leistungsfähig genug sein werden, um eben tatsächlich diese Entschlüsselung oder diese Primfaktorsicherung auszuführen, das ist noch nicht ganz klar.
Ist aber auch gar nicht so wichtig, denn es gibt einen Angriffsvektor, der nennt sich Harvest Now Decrypt Later.
Das heißt, Angreifer speichern Stand heute verschlüsselte Daten, die sie eben abgreifen können.
wie auch immer.
Man geht ja davon aus, die sind verschlüsselt, ja, von daher sind die ja nicht physisch gegen Zugriff geschützt oftmals.
Und die Angreifer warten dann eben ab, ja, bis Quantcom wieder leistungsfähig genug sind und werden eben dann, wann auch immer, in fünf Jahren, in zehn Jahren, in 15 Jahren die Daten entschlüsseln.
So, und von daher ist klar, dass sich jede Organisation eben schnellstmöglich damit beschäftigen muss.
zu untersuchen, welche sind meine Daten, die eben auch in 10, 15, 15 Jahren noch kritisch sind, wo ich eben nicht will, dass die dann entschlüsselt werden und publik werden.
Und sich eben zu überlegen, wie stelle ich möglichst schnell auf diese quantensicheren Verschlüsselungsverfahren um.
Und aus unserer Sicht ist das Thema ein anführungszeichen klassisches Security-Thema, weil es eben auf klassischen Rechnern läuft, mit modernen Verschlüsselungsverfahren, ja.
ist aber in dem Sinne dann kein Quantencomputing-Thema mehr, sondern Plastik-Security, Crypto-Agility muss man gewährleisten, muss man herstellen.
Aber ist trotzdem ein Thema, was Teil von IBM ist, ist auch eine Beratung, dass man sagt, okay, wir haben da einfach eine Expertise im Quantencomputer-Bereich und bieten das quasi den Kunden an?
Ja, absolut, genau.
Also sowohl in der Forschung eben solche quantensicheren Verschlüsselungsverfahren zu entwickeln und auch in der Beratung Kunden eben zu beraten, zu begleiten in der Analyse der der Datenlandschaft, was ist kritisch und eben auch möglichst schnell die ersten Dinge umzustellen auf diese quantensicheren Verschlüsselungsverfahren.
Du hast jetzt schon gesagt, Quantum Advantage, die ersten Anwendungen in 2026, 2029, fehlertolerante Systeme.
Gibt es sonst noch in eurer Pipeline oder in eurer Planung für die nächsten Jahre irgendwelche wichtigen Schlüsselmomente, von denen ihr ausgeht, mit denen ihr rechnet?
Also die beiden Dinge sind tatsächlich die wesentlichen Meilensteine.
Noch dieses Jahr erste Fälle von Quantum Advantage.
2028 wollen wir intern, beispielsweise die erste Version von diesen fehlertoleranten Systemen verfügbar haben.
2029 dann extern nutzbar machen mit 200 logischen, also dem Sinne perfekten Qubits.
Und auf unserer Roadmap, die Entwicklungsroadmap haben wir veröffentlicht, ist auf unserer Webseite zu finden.
Da gibt es dann noch einen Schritt 2033.
planen wir dann 2000 solche logischen, nachvollziehungsweise perfekten Qubits zu haben.
Das ist nochmal eine wesentliche Erweiterung.
Das Ganze ist ja schon noch ein Forschungsthema, sehr komplexes Engineering, sehr schwierige Engineering-Fragestellungen, die gelöst werden müssen.
Und von daher ist jetzt so ein Roadmap bis 2033 also schon sehr weit in die Zukunft blickend.
Wir sind optimistisch, dass sich das so realisieren lässt.
Und in der Vergangenheit war das tatsächlich so.
Also wie gesagt, wir haben unsere Roadmap schon vor einiger Zeit veröffentlicht und bisher konnten wir in jedem Jahr am Ende des Jahres immer einen grünen Haken dran machen und sagen, genau, auch in dem Jahr hat es wieder funktioniert, was wir geplant hatten für das Jahr.
Es ist ja so, dass ihr auch schon sehr lange im Quantencomputerbereich arbeitet, du ja auch.
Und das eigentlich bis vor ein paar Jahren, zumindest jetzt zu meiner Wahrnehmung aus der Wirtschaftswelt, Börsenwelt.
War das immer so ein Nebenthema, das immer schon mal ein Thema war, aber nie so richtig hoch kam?
Und jetzt erlebt man eigentlich gerade die Phase, wo es so richtig kommt.
Gab es bei dir mal irgendwelche Zweifel, dass du gesagt hast vor 15 Jahren?
Boah, ich weiß nicht, ob das wirklich passiert.
Vielleicht verfolgen wir auch das Falsche.
Oder war das eigentlich für euch und auch für dich vielleicht immer klar, dass das kommen wird?
Also IBM war Mitveranstalter, glaube ich, der ersten Konferenz, wo das Thema Quantencomputing diskutiert wurde.
Das war 1981.
Das heißt, wir sind schon sehr, sehr lange an dem Thema dran.
Und ich glaube, lange Zeit war nicht klar, wann es tatsächlich real wird.
Also ich will jetzt keine andere spezielle Technologie nennen, aber manchmal ist es ja so, dass man davon ausgeht, in 20 Jahren ist dann folgendes, was auch immer, marktreif und diese 20 Jahre schiebt man so vor sich her.
Und das ist das Tolle bei Quantencomputing, dass wir jetzt wirklich gefühlt dem deutlich näher kommen.
Also es gibt immer wieder Meilensteine, Evidenze, Fortschritte, wo man sagt, genau, gefühlt tatsächlich, wir glauben alle dran und wir sind alle sehr positiv, dass eben das mit Quantum Advantage relativ bald funktioniert.
Und daneben auch die ersten tatsächlichen Anwendungen kommen und der produktive Einsatz.
Und für alle, die in dem Umfeld tätig sind, ist das natürlich faszinierend.
Also jetzt dabei zu sein, wo aus diesen langen Forschungsarbeiten dann tatsächlich in praktischen Einsatz kommen.
Und wo man das mitgestalten kann.
Also ich glaube, das ist was, was jeder einzelne Person nur ganz selten oder vielleicht nur einmal im Leben erlebt und mitgestalten kann.
Und vielleicht das letztes Thema.
IBM ist eine amerikanische Firma, du bist aber auch in Deutschland.
Wie ist denn so dein Blick auf Deutschland und generell Europa in diesem Quantencomputerbereich?
Also sind wir da auch so schlecht aufgestellt wie jetzt im KI-Bereich oder Chip-Bereich?
Oder sind wir da vielleicht im Vergleich zu Asien und den USA sogar ein bisschen weiter vorne dabei?
Also gibt es verschiedene Betrachtungswinkel.
Wir haben im Augenblick zwei Quantum Computing Data Center.
Das eine ist in den USA, das andere ist ein bisschen südlich von Stuttgart.
Und aktuell ist tatsächlich unser leistungsfähigster Quantencomputer steht in Deutschland, in dem Quantum Data Center ein bisschen südlich von Stuttgart.
Und ich sage mal, das hängt immer davon ab, welches das neueste, das letzte System ist, was installiert wird.
Das heißt, wenn als nächstes System im US-Data-Center installiert wird, wahrscheinlich wird das dann leistungsfähiger sein, aber danach dann auch wieder das in Deutschland.
Also von daher haben wir hier für die Nutzung der Systeme hervorragende Voraussetzungen.
Wir haben Datenlokalität, das heißt also, man kann es so konfigurieren, dass eben alle wesentlichen Daten, die jemand verarbeitet oder eben berechnet auf dem Quantencomputer, dass die physisch in der EU bleiben.
Genau, so, das war ein bisschen die IBM-Sicht.
Dann in der Forschung allgemein, glaube ich, sind wir sehr gut, sehr stark im Umfeld Quantum Computing in der Kommerzialisierung.
Ich glaube, da stellen sich andere Regionen auf der Welt ein bisschen geschickter an, haben da mehr Erfahrung.
Das heißt, da gibt es noch Nachholbedarf aus deutscher, aus europäischer Sicht.
Und vielleicht noch ein Blinkwinkel.
Also ich meine, deine Frage geht ja in Richtung Souveränität.
Und das ist etwas, was uns alle bewegt.
Wir gucken alle Nachrichten und es ist ganz klar, dass Europa, Deutschland in Schlüsseltechnologien souverän sein muss.
Quantencomputing gehört dazu.
Es ist die Frage einerseits, wie definiert man Souveränität und wie erreicht man das dann?
Und ich würde es mal halten mit der Definition von unserem digitalen Minister, der Carsten Wildberger.
Er hat gesagt, Souveränität bedeutet für ihn, keine Abhängigkeit zu haben.
Aber es bedeutet nicht Isolation.
Und von daher ist das Bild, was mir vorschwebt, ich will es mal vergleichen mit dem Airline-Bereich.
Es gibt zwei große Flugzeughersteller auf der Welt, also Airbus und Boeing.
Und europäische Airlines fliegen durchaus Flugzeuge von beiden Herstellern, genauso US-amerikanische Airlines.
Als Passagier merke ich es gar nicht genau.
Also ich könnte jetzt gar nicht sagen, der letzte Flieger, an dem ich gesessen habe, von welchem der beiden Hersteller war der.
landet auf derselben Landebahn, selbe Flughafeninfrastruktur und so weiter.
Das heißt, das wäre das Modell, was mir auch vorschwebt für Quantencomputing.
Das ist eben natürlich in dem Sinne, dass wir da souverän sind in Deutschland, in Europa, aber eben freien Handel haben dort weltweit und eben aus verschiedenen Gründen jeweils individuell das passende System auswählen.
Jetzt eine letzte Bemerkung noch dazu.
Ich habe den Eindruck, dass bei uns, manchmal ein sehr, sehr großer Fokus darauf ist, also in Deutschland eigene Technologie herzustellen, also einen eigenen Quantum Computing Hardware Software Stack.
Und natürlich im Sinne der Souvenität ist das wichtig.
Für mich ist das aber nicht, oder aus meiner Sicht sollte das nicht die Leitfrage sein.
Also die Leitfrage aus meiner Sicht ist, wie können wir in Deutschland mit als Erste von Quantum Advantage tatsächlich geschäftsmäßig profitieren.
Und dann muss man sich natürlich auch Gedanken machen, wie sicher ich langfristig Zugang dazu der Technologie ist.
Absolut.
Aber ganz wichtig ist jetzt eben bei der Nutzung nicht den Anschluss zu verlieren, weil wir eben in der Kommerzialisierung der eigenen Technologie noch nicht so weit sind.
Wir haben jetzt sehr viele Themen heute abgedeckt.
Gibt es noch irgendwas, was wir aus deiner Sicht nicht abgedeckt haben?
Vielleicht auch irgendein Thema, wo du denkst, das fragt mich nie jemand, aber würde ich eigentlich gerne darüber sprechen, weil das ist aus Sicht von einem Experten super spannend in dem Bereich oder haben wir alles abgedeckt aus deiner Sicht?
Also ich glaube, wir haben sehr viele Themen abgedeckt.
Ein Punkt wäre vielleicht, wenn jetzt jemand sagt, ja, hört sich alles spannend an, ist noch so ein bisschen in der Zukunft, aber wie kann ich denn jetzt selber ein Gefühl dafür kriegen?
Und es ist tatsächlich so, dass man auf unsere Systeme, auch auf die großen Systeme, die wir haben, kostenfrei zugreifen kann.
Das heißt, jede Person kann pro Monat zehn Minuten kostenfrei auch unsere großen Quantencomputer nutzen.
Programmiersparen, die in der Regel verwendet wird, ist Python.
Das ist sicherlich vielen geläufig.
Die Algorithmen sehen anders aus als klassisch.
Wir haben da viele Schulungen und Tutorials im Web und dann eben die Möglichkeit, dasselbe auszuprobieren.
Und für technisch interessierte Personen ist das eine faszinierende Sache, zum ersten Mal eben ein Programm auf einem echten Quantencomputer auszuführen und dadurch ein viel tieferes Verständnis dafür zu kriegen, was sind die Möglichkeiten, was sind die...
Herausforderungen, die noch überwunden werden müssen?
Wie ist die Zeitachse?
Also genau, das wäre der Punkt, den ich den Zuhörern noch ans Herz legen würde.
Ich habe gerade einmal gegoogelt.
Man kann es wahrscheinlich einfach IBM Quantencomputer googeln und dann sieht man, wo man da so einen Test machen kann.
Ja, genau.
Also es gibt von uns zwei Webseiten.
Das eine ist ibm.com slash quantum und die andere ist, da gibt es viele Informationen, auch die Roadmap, die ich vorhin erwähnt habe.
Und die andere Webseite ist quantum.cloud.ibm.com.
Da kommt man auf diese Plattform, wo man die Quantencomputer sieht und dann eben auch einen Account anlegen kann, wie gesagt, kostenfrei und die Systeme dann nutzen kann.
Dort sind dann auch diese Tutorials und Schulungen sichtbar.
Okay, das heißt, alle, die sich vielleicht gewünscht hätten, sie wären beim KI-Thema schon vor 15 Jahren dabei gewesen, hätten da früh rum experimentiert, die können hier vielleicht auf die Technologiewelle noch ein bisschen aufspringen.
Vielen Dank auf jeden Fall für...
für deine ganzen Insights heute, für den Überblick, auch für die ganz grundlegenden Fragen, die du wahrscheinlich sehr oft beantworten musst.
Für uns sehr spannend.
Und dann hören wir uns vielleicht in ein paar Jahren wieder zum Update, wenn dann die nächsten großen Meilensteine erreicht werden.
Genau, also ich weiß schon, welche Frage ich am 1.
Januar dann kriege.
Und ich freue mich drauf, dann mal wieder Bericht zu erstatten.
Gerne.
Nach unserem ersten Quantencomputer-Deepdive jetzt, wie angekündigt, ein Hidden Champion, von denen wir in Deutschland eigentlich viel mehr brauchen.
Wir sind ja ursprünglich auf Toptika gestoßen durch ein White Paper mit dem Namen Quantums Industrial Moment, wo es so ein bisschen darum geht, wenn wir jetzt wirklich in eine Welt kommen, wo Quantencomputer in der Praxis angewendet werden, auch größere Probleme lösen, schafft man es überhaupt, Quantencomputer in größeren Mengen zu produzieren?
Gibt es überhaupt die Tools, um da Massenproduktion zu machen?
Und da kommt unter anderem eben Toptika vor, als eine von ganz wenigen Firmen, die die Laser für Quantencomputer herstellen kann.
Wurde noch eine japanische Firma erwähnt, Hamamatsu, und eine chinesische Firma, Pressi Laser.
Und da war für uns mal so die grundlegende Frage, welche speziellen Laser braucht man denn in Quantencomputern, die es nur von so wenigen Firmen gibt?
Und ist das wirklich so?
Ja, also man muss aufpassen, es gibt ja verschiedene Methoden, Quantencomputer zu bauen, mit Vor- und Nachteilen.
Die sind alle noch im Wettbewerb zueinander.
Ich glaube, das ist fair zu sagen, dass keiner von diesen Firmen schon den alleinseligmachenden Weg hat.
Insbesondere die Herausforderung ist, Das Problem der Skalierung, also das Übergehen von einzelnen Hunderten Qubits in einen Bereich von tausend, zehntausend, der am Ende sicher das ist, was man braucht, um diese Quantencomputer wirklich wertvoll zu machen.
Und wir als Firma kommen aus einem Bereich, wo wir diese Art von Forschung an Ionen und Atomen, das sind die speziellen von uns unterstützenden Quantencomputer, seit ungefähr 30 Jahren aus der Forschung heraus unterstützen.
Diese Qubits, wenn sie in Atomen oder in Ionen kooperiert eingebaut werden, das sind sicher die physikalisch besten Quantenquubits, die man sich vorstellen kann.
Das ist sozusagen das Qubit an sich.
Nur brauchen die entsprechend spezialisierte Laser, weil diese Atome nur auf sehr schmalbanding, auf sehr eng eingegrenzten Farben angesprochen werden können, nämlich die Resonanzlinien, das, was das Atommodell...
für diese Atome vorschreibt.
Und diese Laser, die sind sehr, sehr anspruchsvoll, weil sie eben nicht Consumer-Kriterien genügen, sondern das sind immer Anpassungen, Spezialanpassungen.
Und wir kennen jetzt so die großen Namen, die Quantencomputer entwickeln, IBM, IonQ, Rigetti und so weiter, D-Wave Quantum.
Ist es so, dass alle da Laser benutzen oder gibt es da auch große Ausrede, die zum Beispiel ganz ohne solche Laser auskommen?
Ja, also man kann, glaube ich, im Wesentlichen vier große Technologie oder vielversprechende Technologierichtungen sich anschauen.
Wenn man Rigetti oder IBM und andere sich anschaut, die arbeiten mit supraleitenden Systemen, da ist der Laser nur ein ganz kleiner Teil, wenn man sich den Chip selber anschaut.
Heute spricht man, so wie man historisch von CPUs gesprochen hat und GPUs, ich glaube, das hat sich mittlerweile so, sprechen wir heute von QPUs, also von Quantum Processing Units, die vielleicht in der Lage sind, 100 Qubits zu inkorporieren.
Wenn man auf dieser Ebene bleibt, brauchen die Supraleitenden keine Laser.
Das heißt, das ist eine Technik.
Die andere ist eine Technik, die auf Photonen basiert, die aber vor allen Dingen quantenmechanisch erzeugt werden, also sogenannte Entangled Photons.
An denen sind wir als Pumpquelle beteiligt, aber nicht jetzt in der Skalierung.
Wo wir wirklich eine sehr wichtige, ich glaube sogar global dominierende Rolle haben, ist im Bereich der Neutralatom- und Ionenbasierten Quantencomputer.
wo das Qubit eben aus Atomen besteht.
Und auch die brauchen an ganz verschiedenen Stellen das Licht, einmal um die Atome zu präparieren, dann die Atome zu initialisieren, die Atome miteinander zu verkoppeln, die sogenannten Gate-Prozesse auszuführen und die dann hinterher wieder auszulesen.
Diese Systeme funktionieren überhaupt nicht ohne Laser.
Wenn man jetzt die QPUs, also auch die supraleitenden Systeme, wieder miteinander in Verbindung bringen möchte, dann muss man sich überlegen, wie man das macht.
Da ist das Photon, also das Lichtteilchen, wieder eine ganz entscheidende Rolle, weil man das ohne Verlust an Quanteninformationen von einem QPU aufs nächste bringen kann.
Und wenn das Ganze dann auch noch dezentral wird im Quantennetzwerk, dann wird man nicht darum kommen, das über Glasfaser zu transportieren.
Und die Glasfaser selber muss wieder beschickt werden mit Licht, mit Photonen.
Also der Laser ist eine unverzichtbare Quelle aus meiner Warte für zukünftige Quantencomputer.
Sowohl im Prozessieren für bestimmte Arten von Quantencomputern, aber hinterher für das Netzwerk spätestens wird man Licht wieder brauchen.
Und wäre Ihre Einschätzung auch, dass es da einen Produktionsengpass geben könnte?
Oder sagen Sie eigentlich, wenn die Nachfolge da ist, ist es für uns relativ einfach, diese Laser auch in sehr großen Mengen zu produzieren?
Nein, ich glaube, dass da noch eine erhebliche Skalierung zu machen ist.
Und das ist ja auch der Hintergrund für das Papier, das Sie da zitiert haben, dass man eigentlich zwei Dinge lösen muss.
Man muss aus amerikanischer Sicht sich natürlich erstmal aus dieser europäischen Abhängigkeit Ich würde mal behaupten, dass etwa 80 Prozent der Laser für diesen Quantenbereich heute aus Europa kommen.
Das ist sicher nicht sehr erfreulich aus der amerikanischen Sicht, deswegen auch hier so ein Paper geschrieben wird.
Aber andererseits ist auch die Infrastruktur, mit der diese Laser heute in Europa oder auch in der Welt erzeugt werden, ist eine Forschungsinfrastruktur, die in keiner Weise auf...
diese eventuell dann notwendige Volumenskalierung abgestellt wird.
Aber auch das ist natürlich aus heutiger Sicht sehr schwierig, weil die Volumina, die gebraucht werden, sehr klein sind.
Wenn man dazu Konsumerprozesse aufbauen möchte, massentaugliche Prozesse, dann braucht es natürlich auch eine entsprechende große Nachfrage.
Wie schauen Sie auf den chinesischen Markt?
Da gibt es auch eine Firma PresiLaser, die da auch deutlich ausbauen und wahrscheinlich auch keine Abhängigkeit von Europa haben wollen in dem Bereich.
Würden Sie sagen, neben Europa ist das der Markt, wo am meisten passiert in dem Gebiet?
Nein, das kann ich so nicht sagen.
Aber China hat natürlich und zwar leider Gottes schon ein bisschen hervorgerufen durch eine sehr restriktive Exportpolitik in Europa, die Notwendigkeit eigene Anbieter aufzubauen.
Wir haben ja über Jahre auch chinesische Fachkräfte ausgebildet.
China hat mittlerweile einen technologischen Stand, der sicher äquivalent ist zu dem, was wir hier im Westen haben.
Und wenn wir gleichzeitig, zumindest im Forschungsbereich, schon keine Waren, keine unterstützenden Hilfeleistungen nach China exportieren können, entsteht in China ein Alternativmarkt.
Und mit dem Problem, das wir ja aus anderen Bereichen kennen, wenn dann mit staatlicher Unterstützung in China Industrien entstehen, dann haben wir in der freien Welt nicht wirklich Mittel, sie davon abzuhalten, wieder zurückzukommen und auch in der westlichen Welt zu verkaufen.
Das, was uns im Solarbereich passiert ist, was jetzt mit Autos passiert, wird sicher auch in diesem Bereich kommen.
Die technologischen Fähigkeiten in China und auch der politische Wille, diese Unabhängigkeiten aufzubauen.
sind sehr groß.
Da müssen wir in der westlichen Welt zeigen, dass wir damit umgehen können und nicht wieder eine Industrie, in der wir heute stark sind, in Zukunft wieder nach China verlieren.
Es ist ja auch gerade eine große Debatte in der Chip-Welt, also in der klassischen Chip-Welt, ob Nvidia sozusagen nach China exportieren darf, ob man damit die dortige Industrie fördert oder ihnen eher schadet.
Das heißt, da wären sie auch eher derselben Meinung wie die Kollegen bei Nvidia, die sagen, eigentlich müsste man exportieren, wenn man sonst die Industrie dort indirekt fördert.
Das würde ich genau so sehen.
Ich glaube, dass da eine gewisse historische Arroganz da ist, dass die Chinesen nichts in der Lage sind, Hochtechnologie aus sich heraus zu entwickeln.
Ich glaube, das kann man sich durchaus abschminken.
Die technologischen Fähigkeiten dort und auch die Unterstützung ist so massiv, dass man dort mit rechnen muss, dass wir, um überhaupt technologisch Schritt zu halten, in diesen Märkten präsent sein müssen.
Wir haben es in der Raumfahrt gesehen, wo die Amerikaner über Jahre versucht haben, ihre Technologien zu schützen.
Ich glaube, heute wird jeder Raumfahrttechnologe sagen, wenn ich nicht nach China schaue, dann verpasse ich den besten Zustand, den technologischen Zustand, den ich eigentlich auch für meine Technologie nutzen möchte.
Ich habe den Eindruck, dass China in diesem Bereich so ähnlich wie bei den Olympischen Spielen Mehr daran interessiert es, eine Anerkennung zu bekommen in der westlichen Welt für die Qualität der Forschung, als da jetzt heute schon den Anspruch zu haben, die westliche Welt zu überflügeln und zu dominieren und das Ganze für den Sicherheitsbereich auszunutzen.
Denn die Publikationen, die ich aus China sehe, sind so offen, wahrscheinlich noch offener als das, was ich aus Amerika sehe, wo man Hochtechnologie in einer...
doch auch aus dem Westen in historischen Seiten bekannten, offentlichen Förder- und Forschungslandschaft miteinander teilt.
Wenn wir jetzt nochmal zurück auf den Quantencomputermarkt insgesamt, also global schauen, auch auf Ihre Kunden.
Grundsätzlich, was wir an der Börse sehen und so ein bisschen in der Wirtschaftswelt mitkriegen, ist schon, dass das Thema in den letzten zwei, drei Jahren deutlicher Relevanz gewonnen hat.
Es auch im letzten Jahr vor allem immer mehr Meldungen gab, wir sind jetzt gar nicht mehr so weit von einer Welt entfernt, wo Quantencomputer wirklich relevant wären.
Ist es auch dasselbe, was Sie als Kundensicht beobachten, dass die Nachfolge da deutlich ansteigt?
Wir sehen eine Steigerung.
Was wir sehen, ist Reproduktion von Quantencomputern.
Nur sind die Kosten für den einzelnen Quantencomputer sicher heute noch, das wird nicht skalierbar sein.
Wir haben da Kosten irgendwo zwischen 50 und 500 Millionen.
für ein einzelnes Kontencomputersystem, das den Anspruch haben könnte, dass es einen echten Mehrwert erzeugt.
Also dieser Schritt ist noch nicht gegangen.
Was man sieht, ist, dass Firmen Zugang zu dem Kontencomputer und auch zu der Algorithmik, die dann ja dazugehört, und auch die Lösungsfindung, also das, was am Ende Mehrwert erzeugt, dass viele große Firmen solche Sachen lokal unter ihrer Kontrolle haben wollten, dass der Netzzugang über Amazon oder andere nicht mehr das Mittel der Wahl ist, sondern man möchte gerne eigenen Zugang haben und damit auch die Anwenderkontrolle, die Anwendungskontrolle bei sich lokal haben.
Aber das können natürlich nur sehr wenige Institute oder sehr wenige Firmen sich in dieser Anfangszeit leisten.
Das heißt, die Skalierung passiert, ich denke mal, wir sprechen aber immer noch von maximal zweistelligen vielleicht Anfang dreistelligen Zahlen für Quantencomputer.
Das heißt also auch die Reifung, die Industrialisierung von diesem Prozess zu diesen Kosten ist immer noch ein Rieseninvestment.
Sowohl auf öffentlicher Förderseite wie auch durch die Gelder, die in diese Firmen hinein investiert werden.
Was wahrscheinlich mittlerweile etwa 50% öffentlich und 50% private Gelder sind.
Und wahrscheinlich so in dem Umfang von 50 Milliarden im Jahr die immer noch in diesen Bereich oder weiterhin in diesen Bereich hineingehen.
Also auch schon substanzielle Zahlen.
Wenn wir jetzt auf den Quantencomputermarkt schauen, oder generell auf den Quantenmarkt, gibt es ja einerseits Quantencomputer, über die sprechen alle.
Es gibt ja aber auch noch andere Themen, Quantum Sensing, auch Quantum Communication.
Und nach unserem Verständnis sind das Bereiche, die ja schon deutlich weiter sind, auch in der praktischen Anwendung.
Und da spielen sie auch mit den Lasern eine Rolle.
Das ist so, ja, weil die Quantencomputer nutzen, von denen ich jetzt hier bevorzugt spreche, die nutzen ja Atome und Ionen.
Und die Quantennatur ist insgesamt eine sehr flüchtige Eigenschaft, sind sehr empfindlich.
Jetzt kann man natürlich sagen, Empfindlichkeit ist ein Problem.
Die Grundlagenforscher sagen, Empfindlichkeit ist natürlich toll, weil ich dann mit dieser Empfindlichkeit, Messempfindlichkeit habe.
Messmöglichkeiten haben, die ich so nicht habe.
Also wir als Firma haben uns konzentriert auf Präzisionsuhren, auf sogenannte Atomuhren, die erlauben, eine Maßverkörperung aus dem Atom zu bekommen.
Sie haben eine bestimmte Atomsorte, die können Sie auf der ganzen Welt in der gleichen Weise sich präparieren, können Sie auch auf dem Maß haben.
Sobald Sie dieses Atom haben, haben Sie eine Verkörperung für Frequenzen.
für Zeit, für Längen, die damit auch universell, und das meine ich wirklich, also für das ganze Universum gültig wären, wenn das denn jemand auf einem anderen Planeten wissen möchte.
Und in einer Güte, die, wenn man jetzt die äußeren Einflüsse abschirmt, die in dem Gerät, das wir gebaut haben, wir nennen das Toptic-Lock, In einer Ganggenauigkeit ist das, wenn man eine solche Uhr seit Beginn des Universums, also vor 14,8 Milliarden Jahren angefangen hätte zu betreiben, dann hätten wir heute einen Gangfehler von vier Sekunden.
Also diese ganz enorme technische Möglichkeit in der Quantenwelt, das ist das, was die Technologen, die Forscher seit Beginn der Quantentechnologie fasziniert.
was jetzt nur im Rahmen des Engineerings eben auch genutzt werden soll, um daraus praktikable Geräte zu machen.
Also Präzisionsuhren, Präzisionsmesstechnik, dass sie aus dem All heraus zum Beispiel Wassertableaus auf der Erde messen können, dass sie geologische Störungen, wie zum Beispiel ein Ausbruch eines Vulkans aus dem All heraus, oder eben durch entsprechende Sensorik auf dem Vulkan heraus vorhersagen können.
Diese enorme Messtechnik, die spielt in diesem Bereich eine Rolle.
Ob es jetzt zu einer Sensorik führt, die wir irgendwann mal im Mobiltelefon sehen werden, weil wir sehr empfindlich Magnetfelder sehen möchten, ob wir daraus eine Messtechnik machen, um Herzströme zu messen.
oder auch unser Hirn zu interpretieren.
Diese Herausforderungen sind immer noch sehr groß und das bedingt natürlich auch, dass wir die Kosten und das Volumen für diese Sachen gleichzeitig hochbringen.
Haben Sie dann einen Blick drauf, wird ja gerade viel diskutiert, die ASML-Maschinen.
Einerseits gibt es in den USA erste Versuche, dass man da Konkurrenten aufbaut.
Peter Thiel hat da gerade einen mitfinanziert.
Andererseits, China versucht es ja schon seit Jahren, irgendwie diese Technologie von ASML zu reproduzieren oder eine andere Lösung zu finden, um eben Chips auf dem Level zu produzieren.
Haben jetzt gesagt, dass Sie bei Huawei zum Beispiel da...
zumindest in die Richtung kommen langsam.
Aber als Gegenargument wird eben immer genannt, nicht nur ASML selber hat eine tolle Technologie, sondern eben auch die ganzen Lieferanten dahinter haben eine tolle Technologie.
Wie wäre da Ihr Blick so auf das geopolitische Umfeld, gerade auch auf China?
Haben Sie da eine Meinung dazu, wie verteidigbar diese Maschinenvorteile sind, die wir im Westen haben und in Europa?
Ich kann das nur auf der Ebene der Lasertechnik sagen.
Ich glaube, da haben wir noch zwei, drei Jahre Vorsprung, aber auch der schrumpft ständig, insbesondere weil wir auch bei unseren Produkten immer wieder auf Rohmaterial, sowohl auf seltenerdenbasierte Rohmaterialien, aber auch hochprozessierte Materialien, Kristalle, nicht-lineare Kristalle, Materialien für optische Isolatoren, für Dotierstoffe, auf chinesische Hersteller angewiesen sind.
Und je mehr wir diesen Systemwettbewerb propagieren, desto gefährlicher wird natürlich, dass wir dann den Zugang verlieren zu solchen Vorprodukten.
die wir hier in der Systemtechnologie wahrscheinlich heute noch für ein paar Jahre besser bauen als das, was in China kann.
Aber man provoziert natürlich einen entsprechenden Wettbewerb auch aus China.
Und das heißt, das Ziel, ich meine, Sie sind ja auch eine große Firma.
Ich glaube, ich habe geschaut, 130 Millionen Umsatz.
weiß nicht, ob es im Jahr die Zahl ist, aber wird wahrscheinlich ungefähr noch korrekt sein.
Das Ziel ist dann auch in Zukunft, selber als Toptiker im Zweifel in die Massenproduktion auch im Quantencomputerbereich zu gehen in 10, 20 Jahren und da auch auf größeren Stückzahlen mitzuspielen sozusagen.
Also unsere Strategie ist sicher da, mehr in die Systementwicklung zu gehen, also mehr als den Laser anzubieten, denn das wird da auch immer wieder auch entsprechende Adaptionen brauchen, also das Interface.
zwischen dem Laser und dem Quantencomputer ist noch ein sehr schwieriges Problem, das man lösen muss.
Insbesondere wenn man die Anzahl der Qubits skaliert, dann kommt man zu sehr höhere Ausgangsleistungen und damit zu ganz neuen Adaptionsproblemen.
Toptiker wurde ja als abschließende Frage 1998 gegründet, mittlerweile wie gesagt 130 Millionen Umsatz, also wahnsinnig erfolgreich.
Eigentlich so die klassische Hidden Champion Geschichte aus Deutschland, von der man immer liest und einfach auch organisch gewachsen quasi durch Forschung in den einzelnen Bereichen oder wie ist das entstanden, die Firma?
Ja, das ist so.
Die Firma hat sich aus meinen persönlichen Themen, aus meiner Doktorarbeit in der Physik ergeben, wo wir mit kalten Atomen, das was man heute...
Quantencomputer nennt.
Das war früher Forschung an kalten Atomen, also an lasergekühlten Atomen, die man über sehr lange Zeit beobachten konnte und wo man dann merkt, dass die eben mehr liefern als nur ein wissenschaftliches Fundamentalmessinstrument, sondern eben auch als technologischer Hintergrund für solche Quantencomputer dienen können.
Und das haben wir über fast 30 Jahre jetzt über das sogenannte Bootstrapping, also durch Reinvest.
aber auch durch öffentliche Forschungsfinanzierung, die wir genossen haben, aufgebaut und sind weiterhin eine privat gehaltene, unabhängige Firma in Deutschland, mittlerweile auch bei nahezu 115 Millionen Euro Umsatz tatsächlich.
Ist es für Sie jetzt so ein bisschen ein...
quasi erfüllender Moment gerade, dass man auch sieht, okay, diese ganzen Themen, die wir seit Jahren forschen, Halbleiter werden immer relevanter, Space scheint jetzt gerade relevanter zu werden, Quantencomputer kommen jetzt vielleicht wirklich in der Range, ich meine, da forscht man jetzt seit 30 Jahren dran, wurde wahrscheinlich auch einige Male belächelt oder gesagt, das ist so weit weg, macht wahrscheinlich gar keinen Sinn, da als private Firma dran zu forschen.
Und jetzt kommt auf einmal alles so zusammen und perspektivisch ja in 10 Jahren ist man da wahrscheinlich dann trotzdem nochmal einen deutlichen Schritt weiter.
Das ist so und ich glaube, das ist auch das treibende Moment für die Menschen, die heute an diesem Feld in der Forschung arbeiten, dass sie da infiziert wurden von dieser doch etwas ungewöhnlichen, ich will es nicht sagen bizarren Quantenwelt, die ja ganz neues Denken, ganz neue Prozesse ermöglicht und damit auch eine Leidenschaft gestartet hat, dass man diese Sachen jetzt wirklich praktisch nutzen kann.
auch vielleicht mal Zuhörer findet, die Interesse haben, sich über Quanteneigenschaften Gedanken zu machen, die ansonsten doch nur in der Spezialistenwelt gedacht werden.
Also da gibt es sehr ungewöhnliche Eigenschaften, Eigenschaften, die überraschend sind, weil sie in der Welt, die wir im praktischen Leben kennen, eben nicht auftreten, die aber auf der anderen Seite zuverlässig technologisch umsetzbar sind.
Und damit eine ganz neue Ebene und wahrscheinlich die fundamentalste Ebene, die wir in der Technologie erreichen können, dann auch wirklich umsetzen können.
Gibt es so Märkte, wo Sie sagen, da gucken Sie besonders genau drauf?
Jetzt natürlich sind Sie noch ein Stück weit von der Anwendung entfernt, weil Sie ja eher die Grundlagen liefern, aber wo Sie trotzdem sagen, im Jahr 2045, 2050, der und der Bereich, Medizinforschung im Zweifel oder irgendein anderer Bereich, wo Sie sagen, da fokussieren wir uns besonders drauf oder da schauen wir mit großer Hoffnung drauf?
Ja.
Ich glaube, dass aus Physikers Sicht der Quantencomputer sicher das Spannendste ist, solange man sich mit realistischem Blick über die Zeitskalen unterhält.
Und was jetzt passiert ist, dass eben Ingenieure die Physiker hier unterstützen.
Ich glaube, man sollte nie unterschätzen, was gutes Engineering da leisten kann.
Und wir haben natürlich das Zusammenprallen jetzt von Laborphysik mit der Halbleiter.
mit der gesamten Ingenieurskunst, die im Bereich der Chip-Entwicklung über 50, 60 Jahre zusammengekommen ist.
Und da wird enorm viel Kraft entfaltet.
Also der Zweifel, dass die Quantencomputer irgendwann eine wichtige technologische Rolle spielen, den gibt es bei uns nicht.
Die Frage ist nur, zu welchem Zeitpunkt und wann gehen wir hier auch als Firma sozusagen all in.
In der Zwischenzeit können wir unsere Laser, in einer wunderbaren Art und Weise weiterentwickeln zu Messtechnik, zu speziellen Quellen, die ganz neue Möglichkeiten haben in der Biologie, in der Medizin.
Von der Forschung an neurodegenerativen Krankheiten angefangen bis zur EUV-Lithografie finden wir dort Anwendungen und auch die Fusion, die jetzt ja gerade die lasergetriebene Fusion ist ein Thema, an dem wir mit Analytik, mit Spektroskopie weiter beitragen können.
Der Laser ist ein Werkzeug, das eine unheimlich breite Anwendung hat.
Und das ist auch Teil des Reizes, glaube ich, hier auch breit empfunden in der Firma, dass wir an sehr, sehr vielen Baustellen beitragen können.
Gibt es eigentlich andere Firmen?
Ich meine, man spricht jetzt natürlich nicht so gerne auch über Konkurrenz, aber vielleicht auch in anderen Laser-Bereichen, in denen Sie jetzt gar nicht aktiv sind, wo Sie sagen, okay, da gibt es Firmen in den USA, in China.
die machen beeindruckende Sachen auf technologischer Ebene oder vielleicht auch auf Quantencomputerebene, wo sie sagen, okay, die und die Firma, die machen das wirklich aus unserer Sicht am besten oder sind am weitesten oder treiben Spannendes voran?
Die gibt es sicher.
Man muss dann sicher natürlich auch auf die spezifischen Felder schauen.
Zum Beispiel, wir haben seit vielen Jahren eine Kooperation mit der Firma NICHIYA in Japan, die die spektrale Abdeckung von blauen Laserdioden komplett revolutioniert hat.
Die blaue Laserdiode ist sozusagen das, was wir gerne haben.
Aber was eigentlich passiert, ist, dass man mit dem blauen Licht Weißlicht erzeugen kann, indem man bestimmte Phosphore pumpt.
Das heißt, ich kann jetzt mit 3 Volt, mit 5 Volt, mit 6 Volt Spannungsversorgung, die ich aus Solartechnik bekomme, eine Lichtquelle betreiben, die dazu führt, dass ich auf der ganzen Welt, eben auch in Entwicklungsländern, mit sehr viel Sonne eine Beleuchtung hinbekomme, mit einfachsten Mitteln und ich für die gesamte Welt ein erhebliches Problem lösen kann, nämlich gerade in Ländern nahe des Äquators, dass man eben nach Sonnenuntergang immer noch in einfachsten Mitteln lesen kann, teilhaben kann und Handy betreiben kann und damit teilhaben kann an der modernen Welt.
Das ist eine Erfindung, die wurde erst um 2000 herum kommerzialisiert, wurde auch mit dem Nobelpreis geehrt, aber die Firma, die das ursprünglich gestartet und auch durchgesetzt hat, eine japanische Firma mit Namen Nijia, wirklich beeindruckend, wie in 20, 25 Jahren unsere...
technische Möglichkeiten dazu geführt haben, dass wir jetzt eine weltweite Kommunikation über Mobilfunk mit aufladbaren Situationen, mit Licht in den kleinsten Hütten wirklich realisieren können.
Das hat mich begeistert.
Das ist ein echter Game Changer gewesen für das Leben auf dem ganzen Planeten und zwar durch Licht getrieben.
Vielleicht letzte Frage, wir sind ja ein Wirtschaftspodcast, Börsenpodcast.
Wahrscheinlich Börsengang für sie, gerade wenn man eine Firma jetzt so von Grund auf bauen kann, die eigenen Dinge vorantreiben kann, noch nie so ein großes Thema gewesen.
Aber ich muss mir vorstellen, wir sehen gerade Börsengänge teilweise von Quantinium, eine Quantencomputerfirma macht 30 Millionen Umsatz und ist 10 Milliarden wert an der Börse.
Und was die ja schon gern machen, ist dann zu gucken, okay, gibt es in unserem Spektrum Firmen, die schon wirklich Umsatz und Profite im Zweifel sogar machen, die wir zukaufen können.
Und dann haben wir plötzlich 130 Millionen Umsatz.
können das an der Börse wieder zum Hundertfachen verkaufen.
Da werden Sie ja sicher oft angesprochen, war das für Sie irgendwann eine Option oder sagen Sie, ich will die Forschung vorantreiben, ich habe ein stabiles Geschäft und eigentlich kann man das weiter sehr gut bootstrappen.
Immer wieder eine spannende Frage.
Ich glaube, diese Entscheidung muss man von Zeit zu Zeit, also ich glaube, in der Vergangenheit war die Entscheidung richtig, dass wir weiterhin unabhängig auch in Europa, in Deutschland verankerte Firma sind.
Wir werden sehen, wie das weitergeht.
Ich glaube, wir haben uns als Aktiengesellschaft strukturell darauf vorbereitet, auch an die Börse zu gehen, selber an die Börse zu gehen.
Und ich glaube, dass wir auch damit ein Rollenmodell für viele andere Technologiefirmen in Europa sind.
Wenn der Wettbewerb weiter zunimmt, wir Bedrohungen haben, dann wird man sicher nochmal neu das Ganze definieren können und definieren müssen.
Momentan sind wir, glaube ich, sehr gut aufgestellt, so wie wir sind.
Wir haben auch mit einem Family Office einen Gesellschaft, der uns im Zweifelsfall hilft, wichtige Technologieschritte auch intern zu finanzieren.
Dann sage ich schon mal vielen Dank für die ganzen Einblicke heute und vielleicht, wenn wir in einigen Jahren nochmal sprechen, können wir den IPO sogar mit begleiten oder was auch immer dann passiert oder über die neuen technologischen Felder sprechen.
Würde mich auf jeden Fall sehr freuen und Ihnen und der Forschung weiterhin sehr viel Erfolg.
Vielen Dank für die Möglichkeit, das hier formulieren zu dürfen.
Dankeschön.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns am Montag wieder und lasst uns gern Feedback da.
Wollt ihr gern mehr so technische Analysen rund um Quantencomputer, KI und so weiter oder lieber wieder die klassischen Aktienanalysen?
So oder so, auf jeden Fall ein schönes Wochenende.
Bis Montag.
Adios.
