# German Market Resilience & AI Monetization Strategies

**Podcast:** Deffner und Zschäpitz – Der Wirtschafts-Talk von WELT
**Published:** 2026-08-01

## Transcript

Herzlich willkommen zu Defner und Schäpitz.
Mein Name ist Defner, Dietmar Defner.
Mein Name ist Schäpitz, Holger Schäpitz.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Zusätzlich zu unserem großen Podcast bekommt ihr jeden Samstag ein Defner und Schäpitz Update mit Ausblick.
Anders als dienstags, kurz und knapp, denn Zeit ist Geld.
Und wir lassen immer eine Uhr mitlaufen, damit keiner hier zu viel redet.
Und das Ganze gibt's freitags auch schon bei Weltfernsehen live um 17.45 Uhr.
Und jetzt rein in die Show.
Und die letzte Woche war sowas von eine Bullenwoche.
Der DAX hat 2,1% zugelegt, fast sogar einen neuen Rekord hingelegt.
Und es war viel los in dieser Woche.
Viele Bilanzen in die Zahlen, die kamen ganz unterschiedlich ausgefallen.
Dann Hü und Hot im Nahen Osten.
KI-Angst, KI-Optimismus haben sich auch wieder die Waage gehalten.
Und die FED hat auch noch etwas für Chaos gesorgt.
Und da ist es wirklich sehr respektabel, dass der DAX vorhin plus hingelegt hat.
Und wir haben es beide vorausgesagt, dass es hoch geht.
Und damit hat er...
Wäre jetzt 6 Wochen am Stück die richtige Prognose abgegeben.
Aber gut, egal.
Was auf jeden Fall spannend ist, diese Märkte sind total kompliziert gewesen.
Es gab ein Wunderkind aus Deutschland, der ist mit den Märkten nicht zurechtgekommen.
Der musste jetzt seinen Hedgefonds schließen.
20 Milliarden.
Davon hatte er einen Großteil auf Pump gekauft und musste jetzt das liquidieren.
Man sieht diese Märkte.
Da sollte man nicht zu Cruz rangehen, sondern sollte demütig bleiben.
Und das wäre eine meiner Sachen.
Vor allem keine KI-Wetten auf Pump.
Stimmt.
Ja, und wir wollen reden über die deutsche Wirtschaft.
Die lebt auch noch und sogar stärker als von vielen erwartet.
Viele hatten ja damit gerechnet, dass der Iran-Krieg uns in eine Rezession stürzen könnte.
Aber beileibe ist das nicht passiert.
Im zweiten Quartal, da gab es sogar ein Wachstum, das stärker ausgefallen ist als erwartet mit 0,2 Prozent.
Ökonomen hatten nur 0,1 Prozent erwartet.
Und auch die Vorquartale wurden vom Statistischen Bundesamt noch mal nach oben revidiert.
Es läuft also für die deutsche Wirtschaft.
Und warum?
Weil man zum einen auch profitiert von den Folgen des Irankrieges.
Denn deswegen konnten unter anderem Exporteure aus Aasen nicht so liefern, weil sie keine Vorprodukte aus der Region bekommen haben.
Da sind die Deutschen eingesprungen, waren offenbar auch in der Lieferkette besser aufgestellt, gerade die Chemieindustrie zum Beispiel.
Und konnten dann eben die Exporte steigern.
Das war einer der Treiber.
Auch der Konsum hat geholfen.
Und ja, ich würde sagen, in Krisenzeiten ein sehr gutes Vorzeichen dann auch für das weitere Jahr.
Was heißt hier Krisenzeichen, Defna?
Die letzten Zahlen sind so weit nach oben gestufert, es gibt kein Rezessionsjahr 2024 mehr, weil die Zahlen revidiert worden sind nach oben.
2025 war fast schon ein Boomjahr.
Also wir leben im Boom, nur kriegt es keiner mit.
Nein, war ein Scherz.
Der Bär muss das mal ein bisschen einordnen.
Also, was ist passiert im zweiten Quartal?
Klar, du hast gesagt, der Export ist angestiegen.
Und wenn man mal das amerikanische Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal sieht, die haben schlechter als erwartet abgeschnitten, weil wir halt zu denen mehr exportiert werden.
Nicht nur nach Asien, sondern eben auch nach Amerika.
Und viele haben dann einfach in Amerika schon immer, wenn es Krise gibt, dann bunkerst du lieber schon mal die Exporte.
Das könnte aber geborgter Export sein und könnte dann in den kommenden Quartalen wieder ein bisschen weniger werden.
Das war eine Sache.
Und das andere ist natürlich, der Staatskonsum läuft auch.
Und ich habe mal angeguckt, wie die deutsche Wirtschaft gelaufen ist, seit bevor der Corona-Krise, also Ende 2019.
Da haben wir jetzt insgesamt ein Plus von ungefähr 2,7 Prozent.
Immerhin seit Ende 2019.
Also es ist nicht besonders toll.
Der Staatskonsum ist gelaufen um plus 15 Prozent, aber die Investitionen, die privaten, minus 9.
Und wenn man sich das Statistische Bundesamt angehört hat, die haben gesagt, dass im zweiten Quartal die Investitionen auch noch runtergegangen sind.
Also bevor wir jetzt von der Trendwende sprechen oder gar einem Boom, möchte ich erst mal sehen, dass Unternehmen diesen Boom auch spüren und mal ein bisschen mehr investieren in Deutschland.
Und wenn wir nicht diese Sache haben...
Denn auf Pump irgendwie Staatsausgaben, das kann ja jeder.
Aber richtig investieren aus eigener Tasche mit eigenem Risiko, das machen nur wenige.
Naja, Exporte waren ja keine Staatsausgaben, sondern das war ein echter Nachfrageboom.
Und wenn wir in die vorausschauenden Indikatoren gucken, dann sehen wir, dass da auch die Vorzeichen sehr, sehr rosig aussehen.
Die Auftragsbücher der Industrie sind voll.
Und zwar so voll wie noch nie in der Statistik vorher.
Seit 2015 werden diese Auftragsendgänge in der Industrie.
Das hat dazu geführt, dass die Industrie im IFO-Geschäftsklima sehr guter Stimmung war.
Nicht nur die Industrie, auch alle anderen Branchen haben eine gute Stimmung.
Das hat das Industrie- und IFO-Geschäftsklima nach oben getrieben.
Das dritte Mal in Folge ist dieses wichtigste Konjunkturbarometer in Deutschland angestiegen.
Das ist ein gutes Vorzeichen für die deutsche Konjunkturökonomen.
Sie haben ihre Prognose angehoben.
Das ist ein Ausgang von 0,6 auf 1%.
Und ich würde sagen, das sind doch vielleicht mehr als 1% drin in diesem Jahr.
Naja, du musst ja auch sehen, wenn du den Bundeshaushalt die eine guckst, wie viel mehr Schulden gemacht werden.
Alleine diese Schulden, die mehr gemacht worden sind, müssten ein größeres Wachstum als diese 1% bringen.
Also es ist auch gut schuldengetrieben.
Und wenn die Stimmung so gut ist, frag ich mich, oder die Auftragsbücher so voll und prall sind, frage ich mich, Warum investieren die Unternehmen nicht?
Warum werden nicht neue Jobs geschaffen?
Wir haben einen Arbeitsmarktbericht am Freitag gehabt, der hat gezeigt, wir sind mittlerweile auf dem höchsten Arbeitslosenlevel wieder seit Corona, seit 2020.
Also ich kann da wirklich das nicht erkennen, von Investitionen ganz zu schweigen.
Und insofern würde ich sagen, bevor ich das nicht sehe, dass wirklich da Geld in die Hand genommen wird und nicht nur ...
Wenn du sagst, wie geht es Ihnen, wie hoffen Sie, wie es Ihnen geht, ja, geht mir besser demnächst.
Da muss jemand auch Geld dafür bezahlen, dass es ihm besser geht.
Und wenn ich das sehe, dann würde ich deiner These nachgehen.
Aber bisher kann ich das nun wirklich nicht erkennen.
Das ist ja auch dann der zweite Schritt.
Bevor man investiert oder wieder neue Stellen schafft, muss man natürlich erst mal die Geschäfte dann auch ausführen.
Also von daher ist erst mal der Blick in die Zukunft wichtig in die Auftragsbücher.
Und dann im zweiten Schritt wird dann auch Investitionen und Arbeitsmarkt folgen.
Das sind ja in der Ökonomie nachlaufende Indikatoren.
Und der DAX ist wiederum ein vorauslaufender Indikator.
Und der macht auch Mut für die deutsche Wirtschaft.
Der ist nämlich, wie gesagt, fast auf Rekordhoch gestiegen.
DAX-Bilanz in dieser Woche auch wieder bekommen.
Und da gab es auch sehr, sehr viele positive Überraschungen.
Rheinmetall, BASF, Deutsche Bank, alle haben mit ihren Zahlen gepunktet.
Auch das macht Mut.
Wenn ich mir die Berichtssaison in Amerika angucke und die in Deutschland, da sieht man schon, in Amerika sind die Zahlen noch besser.
Aber du hast recht, der DAX ist in diesem Monat 3% im Plus.
Wenn man Technologiewerte anguckt, minus 5% im Juli.
Also da wird einfach was verschoben.
Aber das ist eher eine Rotation, als dass die Leute jetzt sagen, Deutschland boomt, ich muss da sein.
Die Leute haben halt untergewichtet Deutschland in den letzten Monaten.
Und jetzt stellt man halt fest, bin ich nicht mehr in den hochgewichteten amerikanischen Werten.
Wo gehe ich hin?
Natürlich da, wo ich zuletzt nicht mehr so doll war.
Und deswegen hat der DAX diese Outperformance gemacht.
Aber ich würde das jetzt noch nicht auf den Boom zurückführen, den du hier schon ausrufen willst.
Nächste Woche der DAX gehe ich davon aus, dass ich da ein neues Rekord hochsehen werde.
Willst du nicht erst mal deinen Bullen vorstellen?
Mein Bullen, stimmt.
Das wollte ich dir schon Schluss machen.
Mein Bulle ist Microsoft in der Tat.
Immer schön der Reihe nach.
Also Microsoft hat wirklich geliefert, muss man sagen, in allen Bereichen.
Cloud-Wachstum so stark wie seit 2022 nicht mehr.
Und man hat gezeigt, dass man tatsächlich auch mit KI Geld verdienen kann.
Co-Pilot, also das KI-Tool von Microsoft, das hat mittlerweile 30 Millionen Zahlen der Abonnenten.
Drei Monate vorher waren es nur 20 Millionen.
Und mit diesen Einnahmen kann man dann auch die steigenden KI-Investitionen verschmerzen.
Die Aktionäre haben das regelrecht gefeiert.
Die Aktie hat 15,5 Prozent nach den Zahlen zugelegt.
Und das war der größte Kursgewinn seit 18 Jahren.
Das ist dann ein Bullen der Woche durchaus wert.
Du hast recht.
Mein Bär der Woche geht an Schäffler, an ein Industrieunternehmen, Autozulieferer.
Da sind die Auftragsbücher etwas schmaler, lieber Deffner, nicht so prall.
Und die mussten ihre Prognosen für das kommende Jahr nämlich runternehmen.
Da dachte man bisher 27 bis 29 Milliarden, jetzt wären es nur 24 bis 26.
Und das Frustrierende daran, es geht nicht nur darum, dass in den klassischen Antriebssträngen, wo sie ja darunter leiden, dass wir eine Transformation zur E-Mobilität haben, leiden, sondern auch in E-Mobilität, da haben sie auch zwei Milliarden weniger gemacht.
Und jetzt sind sie halt so ein bisschen gefangen.
Das eine Geschäft geht zurück, das andere Geschäft läuft nicht so richtig.
Jetzt haben sie mal so ein bisschen gesagt, ja, machen wir halt Robotik, machen wir Space.
Aber auch das zeigt sich halt noch nicht.
Und deswegen ist sie halt gefallen.
Tja, E-Mobilität übrigens in den USA, weil Trump das alles ausbremst.
Das noch ergänzend.
Und nächste Woche, ich glaube, an neue DAX-Rekorde und 26.000.
Ich glaube, es geht runter.
August ist der schlechteste DAX-Monat.
Warum soll es auch diesmal anders sein?
Das war es für diese Woche bei Defner & Champions im TV.
Wir sagen Tschüss und Ciao.
Und wer mehr wissen will, hört auch den Podcast ab Dienstag bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
