# Europe's AI Sovereignty Crisis And Strategic Reforms

**Podcast:** Tech and Tales
**Published:** 2026-08-01

## Transcript

Tech & Tales Herzlich willkommen zur 91.
Folge von Tech & Tales.
Heute widmen wir uns einer der drängendsten Fragen unserer Zeit, nämlich ob Deutschland und Europa als KI- und Wirtschaftsstandort überhaupt noch irgendeine Chance hat.
Oder verharren wir seit Ewigkeiten in einer komplett überbürokratisierten Rentnerrepublik.
Denn wenn wir uns angucken, was in China und den USA passiert, dann sind die Unterschiede ziemlich gravierend.
Denn China und die USA überholen uns links und rechts und die USA investieren allein in diesem Jahr über 800 Milliarden Dollar in KI, also sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor.
Das heißt, das sind ungefähr 2,9 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes, mehr als Verteidigung und auch mehr als sie in Bildung investieren.
In China ist es nicht ganz so viel, da sind es ungefähr um die 300 Milliarden.
Das heißt, im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt Chinas sind das ungefähr 1,5 Prozent.
Die haben nämlich einen BIP von 20 Billionen.
Wir haben gerade gesehen, dass Moonshot ein neues Modell released hat, das Kimi K3.
Und es ist ein extrem leistungsstarkes Open Source Modell, hat wahnsinnig viele Parameter.
Ganz Europa fragt sich natürlich, was passiert bei uns?
Werden wir nur zu den besten Anwendern oder sind wir irgendwie in der Lage, auch noch selber Technologie zu bauen?
Und mein Gast heute ist Fabian Westerheide.
Fabian ist Investor, er ist KI-Experte, er hat verschiedene Bücher zu dem Thema geschrieben, also zur künstlichen Intelligenz und diesen politischen Fragen eben auch.
Und er hat mit Rise of AI eine der ältesten KI-Konferenzen in Deutschland ins Leben gerufen.
Aber Fabian, stell dich doch einmal kurz vor.
Guten Morgen, guten Nachmittag.
Fabian Westerheide, Unternehmer, Investor, Vater, europäischer Deutscher mit dem Fokus für Künstliche Intelligenz.
Und du bist ebenfalls Buchautor.
Du hast die KI-Nation geschrieben und wir wollen heute ein bisschen über die Souveränität Deutschlands sprechen, beziehungsweise Europas als KI-Standort, als Wirtschaftsstandort vielleicht auch.
Und daher jetzt meine ganz platte Frage am Anfang für dich.
Glaubst du, wir haben noch eine Chance?
Ja, das ist eine sehr schwierige Frage als Kurzantwort.
Ja, denn ich lebe ja noch hier.
Ich habe vor einer Weile ein Haus gekauft in Berlin.
Das heißt, ich glaube an den Standort Deutschland, ich glaube an den Standort Berlin und den Standort Europa.
Ich bin nicht umgezogen.
Wenn ich umziehen würde, würde ich sogar in Europa umziehen.
Schweiz inklusive.
Ich glaube also, dass wir als Kontinent und als Kulturraum weiter bestehen werden.
Wir werden auch noch in 50, 100 Jahren hoffentlich ein gutes Leben haben.
Aber nicht das Leben, das wir erleben haben könnten oder anders formuliert.
Wäre ich ungeheuer ehrgeizig und würde jetzt sagen, ich will maximalen beruflichen Erfolg, würde ich nicht in Europa leben.
Dann wäre ich schon lange in den USA geblieben oder in den asiatischen Raum gezogen.
Da ist das Wachstum größer, da sind die Chancen größer.
Das heißt, hier in Europa wird es weitergehen, aber natürlich in einem anderen Tempo und unter anderen Bedingungen.
Was wären Bedingungen, die das befördern können?
Weil ich glaube, du hast in deinem Buch ganz konkrete Lösungsansätze gehabt, ganz konkrete Vorschläge zu wie wir es beschleunigen können.
Denn wenn wir uns die Zahlen anschauen, dann sehen wir, dass in den USA 545 Milliarden US-Dollar in den letzten zwölf Monaten für BC geraced wurden.
Und in China waren es 65 Milliarden und im Vergleich in Deutschland waren es 11.
Das heißt, wir haben einen ziemlichen Lag.
Also im Vergleich zum Beispiel zu den UK, dort wurden 34 Milliarden geraced und Frankreich liegt mit 10 Milliarden knapp hinter uns.
Also das ist keine abschließende Kennzahl, aber es ist schon sehr indikativ, finde ich, inwieweit in Investitionen investiert wird und wie auch das gesellschaftliche Bild quasi ist von Venture Capital, von Startups, von Innovationen und so weiter.
Und am Ende ist das, was wir brauchen, um Innovationen ins Land zu bringen.
Aber wie siehst du das?
Also was gibt es für konkrete Lösungsansätze?
A, diese Zahl höher zu bringen, aber auch grundsätzlich?
Also erstens ist die Gap immer schlimmer.
Also als ich mein Buch geschrieben habe, war das noch Faktor 1 zu 25.
Jetzt sind wir schon 1 zu 50.
Das heißt, auf jeden Euro, der in Deutschland investiert wird, werden 50 Euro oder Dollar in den USA investiert.
Und das nimmt zu.
Bedeutet, egal was wir gerade machen, und wir machen ja viel auf dem Papier, die Amerikaner schaffen mehr daraus.
Interessant ist übrigens auch zu betrachten, dass der chinesische Kapitalmarkt nicht explodiert ist.
Der ist vielleicht nach Faktor fünf oder sechs größer als wir.
Das hätte aber auch mehr sein können.
Also ich gucke mir mal global alles an im Vergleich.
Also das eine ist, in Deutschland sind im Moment so Größe Runden drin, geredet von Helsing und Langdok und Palo etc., die überproportional viel vom Kapital nehmen.
Und wir müssen wissen, bei den deutschen Zahlen ist das nicht deutsches Geld.
Von diesen elf Milliarden sind...
Jetzt nagen wir nicht fest zwischen 60 und 70 Prozent amerikanisches Geld.
Also gut, gute Nachrichten ist, der deutsche Markt ist ein guter Markt, dass die Amerikaner gerne auch hier ihr Geld hinterlassen.
Die schlechte Nachricht daran ist, selbst wenn es zu nahen Exit kommt, wenn das recycelt wird, das Geld, dann landet es nicht bei uns, sondern Klischeehaft bei Pensionsfonds für Lehrer in Kanada.
Ja, das hatte ich damals von Börsen gern.
Also für unsere Hörer, was Fabian meint, ist, dass die institutionellen Investoren aus den USA typischerweise diese großen Pensionskassen sind aus Kalifornien, aus Kanada.
Die haben riesen Funds und die allokieren tatsächlich sehr viel in Venture Capital.
Also verhältnismäßig viel, finde ich auch.
War ja mal ein beliebtes Fundraising-Target von uns.
Das ist das, was du meinst.
Das heißt, die Rückflüsse bleiben nicht in der Heimat, sondern gehen direkt wieder zurück über den Ozean.
Genau.
Das heißt, die Zahl ist also verfälscht.
Das heißt, wenn wir jetzt 20 Milliarden oder 30 Milliarden hätten, aber das Geld kommt gar nicht aus Deutschland, dann haben wir von dem Geld gar nicht so viel, wie wir eigentlich wollen.
Und dann hatte ich jetzt heute Morgen so einen schönen Gedanken, denn Kapital ist ja nur eine Möglichkeit, also ein Potenzial.
Und wir kriegen in der Welt gerade Anerkennung, weil Deutschland aufrüstet, Deutschland ja beide in Infrastruktur investiert und all dieses Geld geht in die Vergangenheit.
Also wir sanieren alte Investitionen, Brücken, Schulen etc.
Und ähnliche Summen fließen in den USA auch, aber nicht in die alte Infrastruktur, sondern in neue Infrastruktur, in neue Zukunft.
Also etwas, was Rendite bringt.
Und das ist ein Kernproblem unserer Gesellschaft.
Wir bewahren den Status quo.
als reiche Nation, aber wir sind überhaupt nicht bereit, in die Zukunft zu investieren.
Also ein Unternehmer hätte ein Problem, weil er keine neuen Fabriken baut, weil er keine Kapazitäten macht, sondern sich kaputt schropft und eigentlich nur noch Gewinne abschöpft, die er hat, seine Kunden abschöpft, wo es geht, und gar nicht neue Produkte auf den Markt bringt.
Und da können wir mal drüber sprechen, dass die kulturellen Differenzen sind.
Aber de facto ist es, das deutsche Land, das reich ist, investiert schon lange nicht in seine Zukunft.
Und da können wir auch über Kinderpolitik sprechen.
Das sind so viele Indikatoren, dass wir eine Rentnerrepublik geworden sind.
Ja, eine Gerontokratie am Ende.
Wir sind geleitet von den älteren Herrschaften.
Und ich stimme dir zu, das war die letzten Jahre definitiv nicht im Sinne der Kinder, sondern eher im Sinne der älteren Boomer-Generation.
Aber ich finde...
In dieser ganzen Diskussion um die Investments, auch zum Beispiel um die Datencenter.
Es gab ja gerade, jüngst in den letzten Tagen wurde diskutiert, dass man die Abwärme der Datencenter nutzt.
Ja, das wird verändert werden, sodass es nicht notwendig ist, um eben schneller und effizienter und bessere Datencenter zu bauen.
Nur, und das finde ich, ist eben eigentlich die eigentliche Frage und es ist auch immer eine Leadership-Frage.
Wie viel?
Wie viel KI bedarf es wirklich?
Nummer eins.
Und Nummer zwei ist, an welchen Stellen sagt man auch als Nation Nein dazu?
Weil ich persönlich glaube, dass die Modelle alle zu Commodity werden.
Ich persönlich glaube, dass China den Markt dominieren wird.
Die werden die existierenden Modelle als Basis nehmen und dann darauf die besseren Modelle bauen.
Ich persönlich glaube, dass sie mit Open Source Software den Markt quasi nicht kaputt machen werden, aber schon nuken werden.
Und das heißt, dass wir daran an dieser foundational Technologie gar nicht partizipiert haben, ist vielleicht ein Blessing in disguise.
Das heißt, es ist auch in den Unternehmen wirklich eine Leadership-Frage, an welchen Stellen setzt du KI ein und an welchen Stellen eben nicht.
Ich finde, es ist halt nicht die...
Gesamtlösung für alle Probleme, die wir haben.
Und das Gleiche gilt eben auch auf der deutschen Seite.
Das heißt, es sind wirklich strategische Fragen, die ich auch schwierig finde.
Weil, also auch gerade im Hinblick auf die Rechenzentren, weißt du, die USA hat 527 Rechenzentren aktuell.
Das ist zehnmal so viel wie jedes andere Land.
Natürlich kann man das bedauern und sagen, hey, wir missbrauchen mehr Rechenszentrum, weil das ist Compute und so weiter und das ist Power.
Nur wenn man sich das anguckt, was das mit der Umwelt macht, was das mit den Menschen macht, wollen wir das wirklich?
Also ich meine, wie siehst du das?
Ist halt KI wirklich der Heilbringer für unsere Wirtschaft, für die Zukunft?
Also ich glaube, dass der Heilbringer all das überhaupt nicht ist für unsere Gesellschaft.
Also ich glaube auch gar nicht, dass dieses Wachstum und Kapitalismus überhaupt ein Heilbringer ist für unsere Gesellschaft.
Da komme ich wieder zurück, wie wir unsere Kinder systemkonform machen und wie wir sie in das System reinpressen, anstatt sie freigelden zu lassen.
Also wir haben eigentlich, gerade wir Deutschen, sind extrem gut geworden, zur Effizienzpragmatikern zu werden.
Wir haben ein gesamtes Gesellschaftssystem gebaut, was super gut funktioniert, was nicht optimiert auf Seelenfrieden, auf Glück, auf Selbstliebe, sondern eigentlich auf Effizienz und produzieren und mehr generieren.
Das ist aber eine andere philosophische Diskussion.
Meine Annahme ist, China und USA machen trotzdem weiter und hier geht es um Macht und Abhängigkeit und Souveränität.
Und die Annahme ist, damit wir nicht in einer Wohlstandsverwahrlosung sind, sondern noch schlimmer, damit wir nicht noch abhängiger werden von dem Goodwill anderer, brauchen wir eigene Sachen.
So und für mich sind die beiden wichtigsten Hebel eigentlich in dem Turbo-Kapitalismus, in dem System, das wir haben, Kapital und KI.
So Kapital ist A.
Habe ich ja gesagt, wir haben eine Venture-Capital, wir haben Business Angels, wir haben Fund of Funds, wir haben Wissis.
Aber wir haben zu wenig Exits.
Also in der Kapitalseite ist, wir haben zu wenig Leute, die wieder reinvestieren.
Also SpaceX hat jetzt, glaube ich, tausende von Millionären gemacht.
Das heißt, das wird den ganzen Early-Stage-Markt fladden, weil die alle sagen, ich werde wieder reinvestieren.
Nvidia hat so viele neue Millionäre produziert, ja, aufgrund ihrer ESOPS etc.
Das heißt, es wird den Markt fladden.
Kennst du große Cases in Deutschland, außer Deliver Hero und vielleicht Zalando?
Wo?
extremst viel Geld wieder zurück in den Markt geschwählt wurde und die Leute eigene Fonds gemacht haben.
Also das Geld bleibt nicht da.
Wie ich gesagt habe, das wandert woanders hin, aber das bleibt nicht hier.
Wir müssen halt mehr Erfolgsgeschichten haben.
Dann haben die Leute auch mehr Bock drauf, weil sie festgestellt haben, sie haben auch was davon am Ende.
So, das ist das eine.
Das andere ist, ja, als ich sage, ja, wir brauchen die Einveräferstruktur, wir brauchen die Rechenzentren, einfacher Grund.
Wenn wir immer mehr simulieren mit KIs und Länder wie zum Beispiel Schweden oder Norwegen oder vielen sagen, 30 Prozent ihres BEPs wird durch KI irgendwann generiert, dann will ich, dass diese 30 Prozent Bruttowertschöpfung auch im Land bleiben.
Wenn die komplett nur auf Rechenzentren in den USA laufen werden, weil deren Modelle einfach nur mal die besseren sind und die E-Fostruktur gekoppelt sind, alles läuft auf Nvidia.
Was bleibt denn dann uns?
Das heißt, all diese Wissensarbeit, die die ganzen Berater machen, simulieren wir auf amerikanischen Servern und der Gewinn bleibt auch bei denen, weil wir kriegen das, was übrig bleibt.
Also ich verliere immer mehr Wertschöpfungspotenzial, wenn ich nicht wenigstens die Daten und die Energie und die Infrastruktur habe.
Also diese Hausaufgaben müssen wir sowieso machen.
Wir haben ja auch die Internetökonomie vollkommen verpeilt.
Wir haben nur ein amerikanisches Facebook und ein amerikanisches Google.
All diese ganzen Sachen haben wir verpeilt, weil wir nie nationale Wettbewerbe aufgebaut haben.
Die Chinesen haben es getan.
Und die Chinesen haben es geschafft, ein eigenes Ökosystem zu haben, von vorne bis hinten.
Also diese Hausaufgaben müssen doch irgendwann nachgeholt werden, sonst akzeptieren wir, dass wir keine Autos mehr bauen, das schaffen wir nicht mehr.
Den Maschinenbau geben wir alle Chinesen ab.
Was bleibt denn dann noch in Deutschland?
Banken haben wir keine guten mehr, vielleicht ein paar Versicherungen.
Klar, aber wir haben natürlich eine andere Markt- und andere politische Situation als China.
Also wir haben freie Märkte und wir haben eine freie Gesellschaft, die würde ich auf keinen Fall missen wollen, auch wenn der chinesische Aufschwung in der Tat beeindruckend ist.
Das ist jetzt ein Totschlagargument für Erfolg gewesen, weil das ist nur eins und das betrachtet auch nicht die Zufriedenheit der chinesischen Kultur aus deren Sicht.
Ich halte China aus nationaler Sicht für extremst erfolgreich und dass auch das, was sie geopfert haben, für das Pro Bono, also für das Wohl der Gesellschaft im Endeffekt vernachlässigbar ist.
Das ist unsere Moral, die wir auflegen.
Und zweitens, China ist erfolgreicher als wir und wird uns weiterhin in vielen Bereichen schlagen.
Das ist auf jeden Fall eine interessante Sichtweise.
Also ich denke, auf der regulatorischen Seite sind sie super weit.
Die Chinesen haben gerade dafür gesorgt, dass ab 15.
August zum Beispiel Modelle keine menschlich anmutenden Unterhaltungen mehr führen dürfen.
Das heißt, die sind viel weiter als wir mit unserem AI-Act, der halt durch die verschiedenen Gremien durchdiffundieren muss, bevor dann irgendetwas hängen bleibt.
Und was ich auch interessant finde, ist tatsächlich das Abwandern der Wissenschaftler aus den USA Richtung China.
Also das heißt, Die KI-Forscher, die in die USA ziehen, ist seit 2017 um 89 Prozent gesunken.
Und im letzten Jahr um 80 Prozent.
Das liegt natürlich an Trumps Immigration Laws.
Aber grundsätzlich ist es schwierig zu beurteilen, ob China jetzt als neuer KI-Standpunkt wahrgenommen wird, wo Forschung passiert und so weiter.
Oder ob es eben nicht immer noch Stanford ist.
Siehst du, und da schwöre ich kurz ein.
Erstens in der Statistik, von den Top 10 Universitäten sind 8 chinesisch.
Top 10, aber basierend worauf?
Auf KI, also erst Publikation, KI, Lehrstuhl, Anerkennung.
Was ich sagen will, ist, die Chinesen haben sehr, sehr viel investiert in Bildung.
Sie sind vielleicht noch kein Stanford, kein MIT, sind aber vor den europäischen Universitäten.
Und sie haben uns auch schon lange abgehängt, was die Quantifizierung angeht.
Ich meine, du kannst den Stanford AI Index angucken oder State of AI.
Und ich stimme deiner These zu, China wird den Markt flappen.
Die werden es flabben mit gutem Modell, die energiesparend sind und die reasonable sind, weil sie sich nicht zu schade sind, amerikanische Technologie zu nehmen und sie besser zu machen.
Das, wo wir Europäer und auch wir Deutschen zu stolz zu sind seit acht Jahren, amerikanische Technologie zu kopieren und sie besser zu machen, sondern wir wollen es immer selbst erfinden.
Wir beide wissen, wie viele Projekte für einen deutschen GPT gescheitert sind an Geld, an Fokus oder an sonstigen Sachen.
Kurzum, wir laufen ja immer noch auf den amerikanischen LMMs und die Chinesen werden den Markt flabben.
Aber die Chinesen haben das, also ich meine, das Kopieren, was du gerade ansprichst, das sind alles Copyright Infringements gewesen.
Also das ist die Frage nach der Legalität, brauchen wir uns gar nicht stellen.
Aber auch da können wir wieder diskutieren.
Ich bin total, verstehst du, alles was ist, challenge ich und nicht challenge auch Copyright Infringements und all das.
Weil das ist natürlich der Gewinner schreibt die Geschichte.
Es wurden jede Menge Bücher raubkopiert mit den amerikanischen Modellen.
Aber am Ende, in 50 Jahren würde das keinen mehr interessieren, wenn es dieses eine Modell gab, was vielleicht zu einer AGI geworden ist oder was auch immer.
Ja, also ich meine, unsere deutsche Geschichte ist voll von Copyright Infringements, was wir geklaut haben aus aller Welt und es dann besser gemacht haben.
Also das ist so, wenn du der Underdog bist, bleibt dir nichts anderes übrig.
Ganz viele Gesetze bewahren den Status quo und wir in Deutschland sind einfach, aber andere Diskussionen oft zu stolz und haben so eine Moralperspektive, weil wir sagen, wir sind die moralische Nation, aber Moral sehen wir doch, liegen wir hinten dran.
Ich bin auch gerne moralisch.
Ich sage auch gerne, was die Chinesen alles moralisch falsch machen.
Aber die Chinesen haben Erfolg und die Amerikaner sind auch nicht mehr besonders moralisch erfolgreich mit all ihren Kriegen und was unter Trump passiert.
Aber sie sind erfolgreich.
Und die Frage ist, wollen wir in Europa moralisch sauber sein oder wollen wir wieder Wirtschaftswachstum produzieren, der auch unseren Kindern etwas hinterlässt, außer Schuld?
Aber was wäre die Alternative?
Dass wir selber anfangen, die amerikanischen Modelle zu kopieren und zu fine-tunen?
Also wir haben ja nicht mal die Kapazitäten.
Also wie gesagt, die Rechenzentren ist das Problem.
Dann das nächste Problem ist, der Strompreis für die Rechenzentren ist zu hoch.
Also was sollen wir machen?
Meines Erachtens können wir nicht wieder die Atomkraftwerke anschalten.
Wenn man sich einmal Tschernobyl angeguckt hat, dann sieht man meistens davon ab.
Das heißt, man könnte die Netze effizienter gestalten.
Das Gro der hohen Strompreise liegt dann an Ineffizienz.
auf Netzseite administrativer Natur und so weiter.
Fein.
Aber das heißt, unser Strompreis wird immer relativ hoch sein.
Das bedeutet im nächsten Schritt, wir werden nie Rechenzentren in der Form laufen lassen können wie in den USA.
Das bedeutet im nächsten Schritt, wir werden nie Modelle trainieren können.
Und wie du sagst, wir haben halt Gesetze, dass die es nicht erlauben, diese Modelle zu kopieren.
Aber meinst du, wir sollten das alles über Bord werfen?
Siehst du, ich habe hier zwei Meinungen.
Das eine ist meine persönliche, menschliche.
Ich bin Freund der Demokratie, ich bin Freund von Umweltschutz, ich bin Freund von der Konsensdemokratie wir haben.
Aber der Stratege in mir sagt, damit verlieren wir.
Damit verlieren wir gerade gegen Länder, wie du schon angedeutet hast, die schneller sind, die einfach Gesetze über Bord werfen zu ihrem eigenen Erfolg.
Und das ist das Dilemma.
Also wenn du nehmen, du spielst Fußball und die beiden besten Mannschaften dopen die ganze Zeit und du sagst, nee, ich halte mich aus Doping raus, aber ich gewinne keinen einzigen Titel mehr, was ist das Ergebnis?
Aber wo ist die Grenze?
Unsere Grenze haben wir bisher gezogen.
Wir versuchen als Europa alles richtig zu machen, während uns alle anderen aus unserer Sicht über den Tisch ziehen und an uns vorbeiziehen.
Wo ist die Grenze?
Im Moment ziehen wir die Grenze ja.
Aber ich sage, wenn wir in Europa souverän sein wollen und bettelössehend sein, dann müssen wir diese Grenzen aufweichen.
Und das ist unter anderem auch unsere föderale Demokratie.
Die ist ein Luxus.
Aber die Frage ist, sind wir bereit, für diesen Luxus mit Wohlstand zu bezahlen?
Und das ist halt die Diskussion.
Und spätestens, wenn es rangeht, dass wir uns die Rente nicht mehr leisten können.
Und an diesem Punkt kommen wir irgendwann.
Ja, könnte das Ganze implodieren.
Und wir sehen es doch jetzt schon.
Ja, wir müssen damit rechnen, dass eine AfD vielleicht eine demokratische Mehrheit gewinnt, die wir wahrscheinlich moralisch nicht wollen, aber faktisch passieren könnte.
Und spätestens dann müssen wir uns mit dieser Problematik auseinandersetzen, weil die auf einmal Grenzen einreißen, die ich moralisch auch nicht einreißen will.
Und auch wirtschaftlich nicht einreißen will, weil ich sie nicht für eine progressive Partei halte und ich nicht glaube, dass sie unsere Probleme löst.
Aber wir sind hier in einem absoluten Dilemma und ich sehe wenig Ausweg, außer ein bisschen mehr Machtkonsolidierung zu wagen bei den richtigen Leuten.
Weil sonst komme ich im Wettbewerb mich weiter.
Was meinst du damit genau?
Also ich bin ja zum Beispiel ein Freund von Nationalstaat auflösen und entweder alle Macht auf die EU, also diese ganzen Ebenen, Ebenen, Ebenen weg.
Ich bin ein Freund von, gib dem Menschen mehr Zustimmung auf das, was sie beeinflussen.
Das heißt, ich möchte mehr Mitbestimmung haben, ob das eine 30er-Zone wird.
Ich möchte mehr Mitbestimmung haben, ob die Kitas und Schulen Bio-Essen kriegen oder so.
Ich will Dinge beeinflussen, die mich direkt in meinem, nenn es mal stoischen oder altruistischen, also in meinem Umfeld betreffen.
Aber ob die jetzt einen Euro haben, ob wir eine europäische Armee haben oder ob ein Land wie England die EU verlassen darf, sollte nie in einem...
demokratische Wahl sein, sondern es ist viel zu komplex, als dass ein Laienpublikum das entscheiden kann.
Heißt, ich würde eine europäische Armee machen, das zum Beispiel konsolidiert.
Ja, wissen wir ganz genau, wenn man sich mit Defense-Politik beschäftigt, dass wir mit über 20 verschiedenen Defense-Budgets total ineffizient sind und wir geben mehr Geld aus als die meisten anderen Ländern und kriegen weniger Output.
Also es gibt so ganz viele Ebenen, die wir haben, aber wir sind voll stuck in dem Mittel.
Wir haben ein föderales...
Gleichgewichtssystem entwickelt, weil jeder Angst hat, der andere profitiert.
Die Franzosen haben Angst, dass die Deutschen zu viel Macht gewinnen.
Immer noch.
Die Deutschen schimpfen darüber, dass sie zu viel Geld in andere Länder schicken.
Und überall ist dieses Misstrauen.
Das fängt doch in Deutschland an.
Dann willst du Reformen machen, dann kommt Söder an.
Als Bayern sagt, er ist gegen die Reform, weil er will, dass seine Landwirte bevorzugt werden.
Oder dass irgendwelche anderen Industrie Sachen waren.
Und wenn ich über Lobbyismus diskutiere, also wir...
Da hast du selbst gesagt, der EU-Act wurde komplett durchgewaschen durch Lobbyismus und jeder, der mitsprechen kann.
Und das ist es so.
Ich wurde manchmal gefragt, was würdest du machen, wenn du Macht hättest?
Erstens will ich das nicht, ist ein Scheißstopp.
Und zweitens, was ich machen würde, ich würde es auf zehn Jahre begrenzen und danach nie wieder kandidieren dürfen oder so etwas.
Was nicht passieren ist, dass Macht zementiert.
Aber du brauchst mehr Radikalität, unbequeme Entscheidungen zu treffen.
Die Gesundheitspolitik muss geändert werden auf eine Präventionspolitik.
Wir dürfen kein System mehr haben, dass wir Kranke am Leben halten, sondern wir müssen zu einem System kommen, dass die Leute krank werden.
Ich brauche keine Krankenhäuser, die immer weniger Geld kriegen, sondern ich brauche Gesundheitszentren.
Ich gehe seit zehn Jahren zum Arzt, weil ich gesund bin.
Ich war noch nie krank beim Arzt.
Ganz kurz in Klammern, nur zwei Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben werden für Prävention genutzt.
Wir sind damit absolut Schlusslicht.
Ja, natürlich.
Ich frage meine Krankenkasse.
Ich sage so, ich gebe ungefähr 300, 400 Euro im Monat aus, nur für Supplements.
Ich gebe ungefähr 800 Euro mit meiner Frau aus, nur für gesunde Lebensmittel, weil wir selbst kochen.
Das wird überhaupt nicht vergütet.
Aber es wird vergütet, wenn ich jetzt zum Arzt gehe und da kriege ich irgendwie...
Also das ist ein absolut krankes System.
Unser Rindensystem ist kaputt.
Unser Bildungssystem ist überhaupt nicht zukunftsfähig auf so vielen Dingen.
Unser Staatssystem ist nicht tragbar.
Unser Staat ist viel zu groß und aufgebläht.
Und es kann nicht sein, dass wir teilweise Ministerien haben, die mehr Geld verbrauchen, das Geld auszugeben, was sie am Budget haben, so ungefähr.
Also es ist auf vielen, vielen Ebenen so.
Und deswegen schreibe ich hier gerade ein Buch, was 20 Jahre in der Zukunft spielt, wo wir einfach mal sagen, wir geben die Verwaltungshoheit einer deutschen KI.
Also ich nenne sie mal eine souveräne KI, die wirklich für Deutschland einstiegt.
Die ist dann im Konsens gebildet, die ist moralisch das, was wir wollen.
Also da ist wirklich mal Moral drin und nicht Gesetze.
Und die verwaltet den Staat, ist auch 95 Prozent effizienter.
Und der Kapitalismus wird aus Wohnen rausgenommen und er wird rausgenommen aus Bildung und Gesundheit.
Der Rest läuft weiter, aber da, wo es um das Wohl- und Hygienefaktoren der Menschen geht, kann ich keinen Kapitalismus gebrauchen.
Ja, weil die Optimierung falsch läuft.
Ja, es ist ja tatsächlich so, dass KIs fairere Entscheidungen treffen können.
Also diese Diskussion, die man immer hat, dass bei autonomen Fahrsystemen, ob die Großmutter oder das Kind erwischt wird beim potenziellen Unfall, da kannst du ja...
Keinem Menschen kannst du die wirkliche Wahrscheinlichkeit einhauchen, die du einer KI einhauchst.
Also nur theoretisch.
Das heißt, ich stimme dir zu, dass es möglicherweise, wenn die KIs dazu in der Lage wären, quasi, also wenn die moralisch sind, wie du sagst, dass es möglich wäre.
Es ist tatsächlich interessant, es gab gerade Experimente dazu mit Claude, dass die KIs in verschiedenen Sprachen verschiedene Moralvorstellungen haben übrigens.
Auf Englisch haben die natürlich dieses liberal-amerikanische Gedankengut, aber auf Deutsch haben sie eine andere Moral, andere Haltung als auf Französisch, als auf den arabischen Sprachen tatsächlich.
Das heißt, ich frage mich dann, wie das ausgestaltet werden soll am Ende des Tages.
Aber mit Sicherheit ist da, glaube ich, bringt KI gerade dieses desolate System, was wir haben, also diese Überbürokratisierung letztlich.
Also meines Erachtens sind das alles...
Effekte, die durch die Weltkriege beziehungsweise durch den letzten Weltkrieg halt ins Land gekommen sind.
Und dadurch, wir sind immer noch nicht davon befreit.
Dadurch haben wir diese wahnsinnig vielen ethischen Diskussionen, moralische Diskussionen anstatt einfach mal zu machen.
Ja, aber diese Bürokratisierung ist ja ein Zeichen von Risikovermeidung.
Ja.
Ja, also keine Haftheit.
Und jetzt frage ich, weil wir sind doch, wir haben vorhin darüber gesprochen, wir sind ja eine Rush-O unseres Lebens.
Wir wollen machen und wir wollen gestalten.
Und wir sind trotzdem noch hier, weil wir nicht aufgegeben haben.
Weil wir nicht die anderen, die wir kennen, schon rausgegangen sind aus Steuer- und Lebensqualitätsoptimierung raus.
Aber wie kriegen wir das gelöst?
Wie kriegen wir denn dieses, dass es so diese Bürokratisierung ist, das Land im Getriebe und das ist so vielfältig.
Ich meine, ich habe Elterngeld beantragt, das war ein Akt von um die acht Briefen hin und her, 40, 50 Seiten ausgedruckter Briefe hin und her.
Das ist an jedem Lebensbereich, die Bürokratisierung, eine Katastrophe.
Wie kriegen wir die raus?
Wo kriegen wir das hin?
Und ich finde auch keine Partei, die das ist.
Und wie gesagt, eine AfD ist für mich keine Entbürokratisierungspartei.
Wenn wir das nicht gelöst kriegen, kriegen wir auch KI nicht integriert.
Weil sonst immer das Bedenken vor dem Risiko steht.
Und du weißt ganz genau, wenn ich Bedenken habe, kann ich keine Firma gründen.
Wenn ich Bedenken habe, kann ich kein DC sein, kann ich investieren.
Sondern es bewegt mich nicht auf die Zukunft zu.
Ja, ich meine, das Tragische ist natürlich, dass diese Risiko-Evasion sorgt auch dafür, dass Deutschland grundsätzlich sehr wenig Kapital auch auf privater Ebene zur Verfügung hat.
Alle Menschen, die eben keine Immobilien kaufen, die ihr Geld nicht in die Märkte investieren, und das sind ja einige, stattdessen irgendwie sich mit Rürup und Riester und so weiter auseinandersetzen, die haben...
dadurch sind wir Deutschland auch wieder komplettes Schlusslicht.
Und ich habe in der vorletzten Folge ebenfalls diese UBS-Wealth-Studie zitiert, die wird jedes Jahr einmal herausgebracht.
Die hat eben gezeigt, dass in Deutschland absolut keiner irgendwas besitzt.
Und auch nicht, wenn du die Renten reinrechnest, die darüber hinaus, wo ich wirklich nicht weiß, wie die finanziert werden sollen, wenn momentan der Staat die Rente mit über 100 Milliarden jedes Jahr subventioniert.
Der Rentner zu Steuerzahler, der arbeitet, ist 2 zu 1 jetzt.
Das heißt, wie soll das gehen in der Zukunft?
Also ich stimme dir völlig sehr ablich ein.
Ich sehe dann einen Rentenkollaps, Schuldenkollaps, Rentenkollaps, irgendwie so ein Dilemma.
Und auch das spreche ich offen an und das will nicht gehört werden.
Ja, und in der Politik erst recht nicht.
Und dann sind wir ehrlich, hast du ja vorhin gesagt, die Politik ist ja ein Spiegel der Gesellschaft.
Da wir eine Rentnergesellschaft haben, sind natürlich die meisten unserer führenden Politiker im Rentenalter.
Wo haben wir denn die jungen Leute, die wirklich noch was bewegen wollen, die nicht abgesägt wurden, weil sie mal Fehler gemacht haben und die nicht verziehen werden in diesem Land?
Und das ist so ein Dilemma, das ich auch noch nicht gelöst kriege.
Und KI hängt damit zusammen.
Wir brauchen Altersquoten.
Ich finde, wir brauchen Altersquoten genauso wie wir Frauenquoten brauchen, genauso wie wir andere Quoten an allen Ecken und Enden brauchen.
Wie willst du die Quote machen?
Wie willst du das demokratisch rechtfertigen?
Wenn das durchschnittliche Alter...
alt ist, also aus unserer Sicht, also Renten alt ist, und da die das meiste Wahlmacht ist, warum dürften die Rentner keine Rentner mehr?
Weil du, um zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen, die Leute am Tisch haben musst, die das betreffen.
Genau, und warum wollen wir, aber wir treffen ja keine zukunftsweisenden Entscheidungen.
Wir machen ja eine Verteidigungspolitik.
Also insgesamt.
Jede Renten, also jede neue Verschuldung und so weiter, das sind alles zukunftsweisende Entscheidungen.
Also wenn man Schulden aufnimmt und weiß, dass man sie selber nicht zurückbezahlt, sondern das die nächste Generation macht, dann mag das abstrakt sein, aber da sollte auf jeden Fall dann die nächste Generation mit am Tisch sitzen, meines Erachtens.
Und das tut sie nicht.
Korrekt, ja.
Wir wissen wahrscheinlich, wir zahlen noch Rentenkasse ein, was sind mit unseren Kindern?
Und wie erzählst du deinen Kindern eigentlich, dass die in die Rentenkasse einzahlen und garantiert nichts rauskriegen?
Also ich bin zum Beispiel mit Freude von Grundeinkommen, also Radikalität.
Grundeinkommen, Normalisierung, Bürgergeld weg, überhaupt diese Bittsteller von Bürgergeld weg, BAföG weg, die Transipation weg, radikale Entschlackung des Staates, weniger Verwaltung, weniger Selbsthoheit des Staates und zurück dazu, dass der Staat eigentlich der erste Diener seines Volkes ist, also zum Service-Mentalität kommt.
Also uns dient und uns versucht ein angenehmes Leben zu haben und nicht ständig nervig ist.
Ich habe alleine heute drei Briefe für das Finanzamt gekriegt.
Eine Mahnung für die Hundesteuer, eine Erinnerung, dass die Untersteuer noch nicht pünktlich abgegeben wurde, was inzwischen erfolgt ist und noch ein dritter Brief, der irgendwie die Gewerbesteuerhochrechnung macht etc.
Also ich kriege, was ich an Behördenpost kriege, ist unangenehm.
Das wäre natürlich der erste, also ein bedingungsloses Grundeinkommen inklusive, was einmal alles nivelliert.
Ich frage mich, ob das nicht mal ausgerechnet wurde, vor allem im Hinblick der, wie du schon sagst, BAföG und anderen Teile.
Nur, und das ist, ich meine, dieses bedingungslose Grundeinkommen wird ja von den ganzen Tech-Bros, Sam Altman und ich glaube auch Peter Thiel wird das ohnehin gefordert, weil die natürlich davon ausgehen, dass dank KI die Finanzkraft der Menschen...
massiv sinken wird, weil die Arbeit immer weniger wert wird.
Korrekt, es wird immer weniger wert, beziehungsweise es wird auch immer weniger Arbeit für Menschen geben.
Und gleichzeitig sorgt KI dafür, dass die die A-Kapital...
Anteile haben, davon profitieren und die KI steuern.
Das heißt, wir wissen, dass der Markt von fast 100 Firmen, die Vorumsatz produziert haben, sinkt, dass das nur drei, vier Firmen auf sich konsolidieren, weil sie halt den Werbemarkt aufräumen, den Medienmarkt aufräumen, den Beratermarkt aufräumen und ganz viele Firmen und Arbeitsplätze eigentlich langfristig nicht mehr entstehen werden und immer weniger ist.
Das heißt, KI konsolidiert Macht und Kapital.
Und wenn das nicht wiederum zurückverteilt wird, haben wir wieder ein Problem.
Also deswegen bin ich, ich sehe diesen Trend auch und der wird auch nicht gebrochen.
Und der wird auch nicht gebrochen, indem wir das Reichensteuer auf Einkommen einführen.
Weil ich finde, Arbeit wird sowieso schon viel zu stark besteuert in Deutschland.
Ja, das ist glaube ich noch ein ganz komplett anderes Thema.
Ich glaube, dass steuerlich das Relevanteste ist, dass wir eine Robo-Tax.
brauchen eigentlich.
Das heißt, dass alles, was von KI als Arbeit generiert wird, beziehungsweise dass Bots und so weiter, dass die in gewisser Weise besteuert werden müssen, weil die Gewinne beziehungsweise alles, was an Wertschöpfung, was du am Anfang auch sagtest, was generiert wird, fließt halt direkt in die USA dann ab.
Aber dann müssen die einfach keine besteuert werden.
Nicht wir, weil wir haben in Deutschland ja schon einen...
Die Modelle, genau, korrekt.
Die Amerikaner müssen aber innerhalb Europas, beziehungsweise Deutschland, also beziehungsweise die Modelle, müssen die Bots, die Agents, müssen besteuert werden.
Die Idee gibt es nämlich schon seit den 70er beziehungsweise 80er Jahren.
Das heißt, damals wurde in Deutschland, Österreich nämlich unter dem Begriff Maschinensteuer eine Wertschöpfungsabgabe diskutiert.
Also das ging also, eine Wertschöpfungsabgabe auf Automatisierung war das Thema.
Und sie wurde aber nie umgesetzt.
Dann kam 2016, 2017 diskutierte das EU-Parlament tatsächlich einen Vorschlag zu Berichtspflichten.
Das heißt, dass KI-Beiträge zum Zwecke der Besteuerung und der Sozialversicherungsbeiträge erfasst werden könnten.
Und zur gleichen Zeit machte auch Bill Gates so einen Vorschlag.
Aber die echte Robo-Steuer wurde dann trotzdem abgelehnt 2017.
Und tatsächlich trotzdem auch zur gleichen Zeit das einzige Land, das wirklich das...
umgesetzt hat.
Teilweise ist Südkorea, die haben 2017 nämlich keine direkte Steuer so richtig umgesetzt, aber es gibt eine Kürzung zu bestehenden Steuervergünstigungen für Automatisierungsinvestitionen.
Es gibt wenige, außer Polen tatsächlich, aber die sind quasi auf der anderen Seite.
Da gibt es nämlich seit 2022 eine 50-prozentige Steuererleichterung auf Roboterinvestitionen allerdings.
Und das ist auch noch befristet bis jetzt.
Also das heißt, Dieses Thema wird schon ewig diskutiert, aber wie du sagst, es wird halt nicht radikal genug, beziehungsweise schnell genug umgesetzt.
Weil es in Europa immer wieder kaputt lobbyiert wird.
Also wenn wir ein einheitliches Europa, was wirklich an den Strang zieht, dann hätten wir einfach gesagt, liebe Google, weil das Problem hat man schon bei Google, ja du machst x hunderten...
Milliarden Umsatz in Europa, davon ist ein Profit X, der muss mit 30% versteuert werden.
Einfach OCD-Durchschnitt in Europa 30% oder 15% und das Geld bleibt dann halt da.
Aber wenn ein Land, wie Irland Sonderkonditionen macht oder ein Land, wie die Schweiz Sonderkonditionen macht und diese Schlittflöcher sind und Lizenzgebühren etc.
sind, optimieren sie natürlich steuerlich, dass sie es nicht hier ordentlich versteuern.
Also ich brauche gar keine Abgabe auf Innovation, weil ich will irgendwas zum Fördern.
Ich müsste einfach nur von dem Unternehmensgewinn, der in Europa steht, sollte der anteilig auch hierbleiben.
Also ich sage mal, wenn du mit unseren 500 Millionen Leuten, die wir in Europa sind, Geld verdienst, dann sollte das Geld auch hierbleiben.
Weil wenn du ein Auto verkaufst, dann entsteht ja eine Zollgebühr, um die Wertschöpfung zu kompensieren.
Oder Chinesen auch wieder, die haben einfach gesagt, Google, du musst eine chinesische Firma gründen.
Und jetzt sage ich nicht, dass es ein Joint Venture sein muss, es muss aber nur ein europäisches Google geben.
Wer hat das dann an Europäer der Steuervorschrift unterwegt?
Und da muss sich Europa erstmal einig sein, dass es seine eigenen Steuerstöpflöcher löst.
Und das natürlich verstehe ich, dass internationale Konzerne hier optimieren, weil warum sollten die auch freilich mehr Steuern zahlen, als sie müssen?
Weil ihre Verpflichtung ist ja ihren Shareholder.
Und der Shareholder will ja nicht, dass wir altruistisch Europa finanzieren.
Ja, das Interessante tatsächlich, also insbesondere bei Google oder auch bei den anderen Unternehmen, die haben bis 2020 alle diese Steuerstruktur Double Irish with a Dutch Sandwich verwendet.
Das heißt, das Werbegeschäft lief über Irland sozusagen, dann ging das Ganze nach Bermuda und dann wurde es wieder, ich glaube, dann ging es wieder zurück nach Holland.
Beziehungsweise es gab so eine recht komplizierte Steuerstruktur, in denen zirkulat immer die Gewinne sozusagen weitertransferiert wurden.
Das heißt aber, das ist 2020, also seit sechs Jahren laufen die IP-Lizenzen alle über Bermuda.
Aber das Problem ist natürlich, dass wir als EU an der Stelle nicht genug zusammenarbeiten, dass solche Dinge verhindert werden.
Und da kommen wir wieder zum Kehren.
Das ist ja das Problem an der föderalen Demokratie.
Das sehen wir im Kleinen in Deutschland.
Ja, dass wir mit Bayern und Baden-Württemberg arbeiten, nicht mit Berlin zusammen oder mit Hamburg zusammen.
Wir haben ganz oft so, dass jeder nur an sich denkt und da kein großes einheitliches Bild gibt.
Genau, also die KI-Transformation, die wir gerade sehen, beziehungsweise ist es ja am Ende die Industrialisierung 2.0, was wir vor 150 Jahren irgendwie auf anderen Ebenen gesehen haben, inklusive der Elektrifizierung, ist im Prinzip das Gleiche, was wir jetzt sehen.
Und es gibt ja inzwischen auch Bewegungen in England, die heißen die Luddites.
Das waren ja diejenigen, die die Webstühle verbrannt haben.
Genau, so war das.
Und inzwischen gibt es Bewegungen, die sich, glaube ich, die Luddites von, ich glaube, war es UK, wie auch immer, nennen.
History will repeat itself, glaube ich.
Es wird ähnlich sein.
Aber was ich eben so interessant finde, ist, dass diese KI-Transformation, diese aktuelle Bewegung eben diese ganzen Defizite aufdeckt.
Und zwar in einer Geschwindigkeit, mit der, glaube ich, keiner gerechnet hätte.
Doch, gerechnet habe ich damit zutage.
Ja, natürlich.
Du bist ja schon lange im Game, ne?
Ja.
Seit 15 Jahren.
Also ich habe einen TAP-Vortrag gegeben schon vor 8 oder 10 Jahren, wo ich Studenten erzählt habe, Leute, KI wird immer mehr von euren Aufgaben übernehmen.
Hier sind 50 Jobs, die wir weniger brauchen.
Und ehrlich gesagt, wenn wir das richtig machen, haben wir ein Leben voller freier Zeit.
Weil ich mit der selben Zeit mehr Produktivität produziere.
Und ich nutze es doch in meinem Leben.
Ich sitze weniger Stunden als noch vor 10 Jahren an Rechner und produziere mehr Output.
In welcher Form auch immer.
Das kann man sagen, das ist...
Lebenserfahrung, aber auch ganz klar, ich skaliere mit KI und ich kann das auch messen, wie viel ich weniger Kosten produziere mit KI, wie weniger Anwälte ich habe, wie weniger Praktikanten ich habe.
Also ich messe für mich, dass ich 30.000, 40.000 Euro weniger im Monat ausgebe in meinen Firmen, weil ich das durch KI substituiert habe.
Das ist real.
Und das ist noch nicht mal ein vollautomatisiertes Agentensystem, sondern einfach nur, wie du sagst, für 100 Euro drei, vier Pro-Modelle zu haben und Aufträge reinzugeben.
Ich kriege anstatt von Praktikanten das nach zwei Wochen, kriege ich das nach einer halben Stunde zurück.
Und es ist besser.
Ich stimme dir zu.
Die Frage, also wie gesagt, die Frage für mich stellt sich nur auf, wie wir quasi in Deutschland das Steuer rumdrehen können.
Und ich denke...
Das Einzige, was geht, ist quasi Aufklärung darüber, dass es möglich wäre, wenn wir nur genug Mut hätten, in die richtige Richtung zu gehen.
Image-Kampagne für KI.
Wäre ich sofort dabei, wenn wir das mal initiieren können.
Ja, absolut.
Also nicht nur eine Image-Kampagne, auch eine Image-Kampagne für das Akzeptieren eines Wandels in der Gesellschaft.
Das ist so wie in so vielen...
Oder wie auf so vielen Ebenen, das ist meines Erachtens überwiegend ein Mindset-Problem, was wir haben.
Diese leicht ängstliche Haltung gegenüber Wandel, gegenüber Disruption, gegenüber Dingen, die anders sind, andersartig sind und so weiter.
Also ich würde mir wünschen einfach, dass in der Gesellschaft so ein bisschen mehr Offenheit einzieht, was natürlich schwierig ist, wenn wir uns die Demografie angucken.
Und wo kriegen wir den her?
Weil der letzte Boom, von dem wir bis heute profitieren, ist ja entstanden, 1871 Gründerboom mit der Reichsgründung.
Da war einfach diese Energie.
im Nationalismus gebündelt und das preußische Herrschaftshaus wollte durchs Militär aufrüsten.
Das heißt, wenn das Militär und der Staat sagt, wir wollen eine stärkere Zukunft haben, wurden Bahnen gebaut und Schienen verlegt und späte Autobahnen.
All das wurde großindustriell angelegt, wie wir es in China auch sehen.
Wenn der Staat nach vorne dräscht, dann ist die Infrastruktur ausgelegt, dass die Industrie mitmachen kann.
Und all dieses passiert ja nicht mehr.
Ich finde, Deutschland hat eine vollkommene Zukunftsvision.
Wie soll denn Deutschland in 20, 30 Jahren aussehen?
Und keine Partei entwickelt das gerade.
Das ist nicht schockierend.
Es gibt ein Buch, das heißt die 300 Männer, Aufstieg und Fall der Deutschland AG tatsächlich.
Und da werden eben diese, zu der Zeit, die du gerade ansprachst, die 300 führenden Geister, die das Land Deutschland quasi aufgebaut haben.
Ja, da war Siemens und Daimler und so weiter.
Mein Urgroßvater ist tatsächlich auch dabei.
Der hat Motoren entwickelt und dieser Schwung.
der da geschaffen wurde, den gilt es meines Erachtens zu replizieren.
Wir brauchen wieder diese Gründer, wir brauchen diese Macher, die sich ihre Ärmel hochkrempeln, sich nicht zu sehr in irgendwelchen Regulatoriken verlieren, in irgendwelchen großen Corporates und so weiter und die einfach Dinge aufbauen.
Und weißt du was?
Um das abzuschließen, ich glaube nämlich, dass diese Zeit kommen wird, weil ich glaube, dass KI die Unternehmen derartig disruptieren wird und unsere Wirtschaft disruptieren wird, dass wir einfach harte neue Geschäftsmodelle brauchen werden, die eben nicht in diesen großen, riesen Automobilkonzernen festhängen und so weiter, sondern die klein anfangen, die mit KI irgendwie mit ein paar Leuten riesen Unternehmen groß machen werden.
Ich bin mir sicher, dass es kommen wird.
Und hier möchte ich sagen, die Gründe sind nicht das Engpass.
Wir haben Gründerekorde, wir haben tolle, smarte Leute da draußen.
Wie gesagt, ich halte den Staat für das Trägeste, die Trägeste Einheit, die ganz viel hemmt.
Und jetzt ist die Frage, wie hart muss die Zukunft werden, damit der Staat rekalibriert?
Weil was du nämlich gemachst hast, ist der Gründerboom nach dem Weltkrieg, zwei Weltkriegen, der Gründerboom nach dem deutsch-französischen Krieg gewesen.
Das waren immer Kriege oder Katastrophen oder Revolutionen die Ursache.
Und was brauche ich?
Ein Krieg mit Russland, bevor wir es begreifen?
Ein Krieg zwischen USA und China, bevor wir es vergreifen.
Wie hart muss die Zukunft werden, bevor wir uns bewegen?
Ich möchte nicht, dass sie noch härter wird, weil noch mehr Leid verursacht wird.
Aber empirisch sagt die Geschichte, ja, es muss erst richtig hart sein, bevor wir begreifen, dass wir notwendige Schritte machen müssen.
Ich glaube tatsächlich, dass die Reise nach unten noch weitergehen wird, bis wir final an dem Zeitpunkt angelangt sind, dass Leute mehr gründen.
Beziehungsweise, dass diese...
...nehm, dass es anerkannt wird.
Ja, das ist anerkannt.
Aber dass wir so einen Push durch die Gesellschaft kriegen.
Weißt du, dass ein Siemens wurde geadelt.
Ja, Borsigwerke.
Wir haben Stadtteile geformt.
Und das ist ja, was nicht passiert.
Wir haben eine gute Gründerkultur.
Ich lebe meine Hand in das Feuer für unsere Unternehmen.
Wir haben tolle Unternehmen da draußen.
Aber die Frustration ist, dass der Staat nicht die Anerkennung gibt und es nicht ausreichend unterstützt.
Und dass wir in dieser Rentnerrepublik, wie gesagt, eher gelähmt werden.
Und ich glaube, wie hart muss es kommen, dass die Rentnerrepublik aufwacht und wieder zu einem Aufbruch und zu einer Innovationsrepublik wird.
Was müssen wir machen, damit Deutschland wieder eine Zukunftsnation wird?
Und diese Disruption, die kommen muss, die ist ja auch Disruption auf politischer Seite.
Das heißt, es ist auch eine Frage der Wahlen, des politischen Engagements und so weiter.
Wir sind ja immer noch eine Demokratie.
Also sonst kann das halt nicht funktionieren am Ende des Tages.
Und das ist meine These.
Die AfD wird eine Mehrheit kriegen.
Vielleicht auch eine große Mehrheit, kleine oder große.
Das wird das System noch mehr lähmen.
Es kann sein, dass wir irgendwann zu einer AfD-Regierung kommen und erst danach habe ich Hoffnung, dass wir vielleicht diesen Durchbruch haben, weil es dann vielleicht wieder einen liberalen, zukunftsoffenen und technologieoffenen Konsens gibt am Partei, die sagen, wir wollen doch nicht mehr den Rückschritt in der Begesellschaft, sondern vielleicht nach vorne.
Das wird sich zeigen, kann aber auch sein, in Lämmerpech haben, dass die AfD sich als Rentnerbewahrungspartei manifestiert.
Ja, das wäre natürlich tragisch.
Ich hoffe tatsächlich, dass wir das vorher schaffen und nicht durch dieses Tal der Tränen gehen müssen und unbedingt die Erfahrung mit der AfD machen müssen.
Aber gut, ich danke dir für deine Zeit.
Am Ende meines Podcastes frage ich immer nach Buchempfehlungen.
Was würdest du unseren Hörern jetzt raten zu lesen?
Was findest du spannend zurzeit?
Also ich empfehle nochmal 1984 zu lesen.
Ja, das Buch ist irgendwie sehr, sehr gut zeitlos geworden.
Und wer was Lustiges, Positives lesen soll, mag Uwe Kling Quality Land.
Okay, hervorragend.
Das werden wir in den Shownotes verlinken.
Aber super spannend, Fabian.
Vielen Dank für deine Zeit.
Ich freue mich auf deine Konferenz im nächsten Mai auf jeden Fall.
Rise of AI ist einer der führenden KI-Konferenzen und absolut empfehlenswert mit super guten Speakern und tollen Beiträgen grundsätzlich.
Und ich freue mich darauf, die Diskussion fortzusetzen.
Ich finde das sehr spannend.
Danke.
Okay, vielen Dank.
Bis dann.
Ciao, ciao.
