# Market Expectations, ABB Pivot, and Consumer Pricing Power

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-29

## Transcript

Coca-Cola und Unilever haben massiv, wirklich massiv von der BM profitiert.
Wir schauen uns an, was das für die Aktien heißt.
Passend dazu gibt es auch noch den neuesten Deal der FIFA, schlechte KI-Stimmung, solide PayPal-Zahlen und einen Einblick in das Business von ABB und natürlich vieles mehr.
Mein Name ist Noah Leidinger, heute ist Mittwoch, der 29.
Juli.
Und das ist ohne Aktien wird schwer.
Unterstützt wird dieser Podcast von Scalable Capital, die nicht nur einen Broker haben, einen sehr guten Broker, sondern auch einen der meiner Meinung nach besten YouTube-Accounts in Deutschland zu Finanzthemen.
Dort gibt es Interviews mit Top-CEOs, immer wieder auch Gespräche zu Fachthemen, wie zum Beispiel dem Altersvorsorge-Depot.
Also auf jeden Fall mal reinschauen.
Link dazu ist in der Beschreibung.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Aus der Vogelperspektive war der Börsentag gestern sehr ähnlich zu dem am Montag bei Chip und anderen KI-Aktien, die in den letzten Monaten sehr gut gelaufen sind, war die Börse eher skeptisch.
In Deutschland zum Beispiel haben vor allem so Aktien wie ixtron, Siemens Energy und Co.
verloren.
Bei Aktien, die eher stabil sind oder vielleicht sogar normalerweise unter KI-Sorgen leiden, war die Börse optimistischer.
CTS-Evente im SAP Zalando waren deswegen die High-Performer an den deutschen Börsen.
Den konkreten Auslöser für die negative KI-Stimmung gab es mal wieder nicht, aber wenig geholfen haben sicher die Zahlen vom Glashersteller Corning, der ja in den letzten Monaten auch sehr von KI profitiert hat, weil er eben an KI-Firmen Glasfaserkabel in sehr großen Mengen verkauft.
Das Business mit Glasfaserkabeln oder optischer Kommunikation, wie man es im Fassprech nennt, ist auch 32% gewachsen, damit aber nur minimal schneller als erwartet.
Außerdem war die Prognose fürs laufende Quartal nicht ganz so optimistisch.
Sie war zwar mit 16% immer noch sehr solide, aber bei einer Aktie, die dieses Jahr bis Montag schon über 60% zugelegt hat und wo die Erwartungen entsprechend sehr, sehr hoch sind, kann es dann auch schnell gehen, wenn man ein bisschen die Erwartungen verfehlt oder nicht ganz so optimistisch ist.
geht es schnell nach unten und gestern ging es 20% bergab.
Dass die Börsenperformance am Ende nicht nur daran hängt, wie gut die Zahlen sind, sondern vor allem daran, wie gut sie im Verhältnis zu den Erwartungen sind, hat man gestern im positiven Sinn auch bei ein paar anderen Firmen gesehen, zum Beispiel bei Mercedes.
Genau wie VW und BMW haben die nämlich ihre Jahresprognose gekürzt und der Umsatz soll dieses Jahr leicht sinken.
Davor haben sie eigentlich stabilen Umsatz erwartet.
Und trotzdem ist die Aktie gestern deutlich gestiegen.
Grund für den erwarteten Umsatzrückgang ist genau wie bei den anderen Autobauern der extrem schwache chinesische Markt, wo der Umsatz letztes Quartal 30% eingebrochen ist.
Aber es gab auch gute Nachrichten.
In Nordamerika ist Mercedes beim Absatz sogar 10% gewachsen, in Europa um die 4%.
Und außerdem hat sich das Geschäft mit Vans und Finanzdienstleistungen noch ganz gut entwickelt.
Mehr Gegenwind gab es gestern übrigens noch für japanische Autobauer.
BYD ist dort nämlich mit einem elektrischen Mini-Auto gestartet.
Die sogenannten Kikas haben ja in Japan einen überraschend großen Marktanteil.
Und da will BYD jetzt angreifen.
Neben Autos waren Flugzeuge ein großes Thema, beziehungsweise vor allem die neuen Zahlen von Boeing.
Bei denen läuft es auch noch nicht rund, aber es läuft zumindest runder.
Sie haben letztes Quartal so 171 kommerzielle Jets verkauft oder ausgeliefert.
Im Quartal davor waren es noch 143.
Dazu war die operative Gewinnmarge in dem Business mit kommerziellen Fliegern zwar noch negativ mit minus 2,7 Prozent, aber vor einem Jahr waren es noch minus 5,1 Prozent.
Die Lage wird also besser.
Boeing produziert mehr, dadurch lassen sie die Fabriken besser aus und werden profitabler.
Schlechter sah es allerdings im Rüstungsbereich aus.
Da schlägt sich Boeing ja schon lang mit der neuen Air Force One für den Präsidenten rum und musste dafür jetzt nochmal 280 Millionen Dollar an Kosten in Kauf nehmen.
Der Vertrag ist dann nämlich tatsächlich so, dass Boeing auf den Kosten sitzen bleiben wird wahrscheinlich.
Ein ehemaliger CEO meinte mal, dass das ein sehr spezieller Vertrag ist, der in einer sehr speziellen Verhandlung entstanden ist, bei der Boeing sehr spezielle Risiken übernommen hat.
die sie wahrscheinlich nicht hätten übernehmen sollen.
Am Ende sind das aber auch nur kleinere Sondereffekte für eine Firma mit 175 Milliarden Dollar Börsenwert und weil sich das Kerngeschäft eben verbessert hat, war die Aktie gestern um die 5% im Plus.
Ähnlich stark bergauf ging es dann auch bei PayPal.
Da ist es ja ehrlicherweise so, dass die Aktie sehr stark an der Frage hängt, ob PayPal jetzt von Stripe gekauft wird oder nicht.
Die Zahlen gestern haben aber auf jeden Fall mal geholfen, die Stimmung insgesamt nach oben zu treiben und vielleicht haben sie auch dabei geholfen, den Preis von der möglichen Übernahme nochmal nach oben zu treiben.
Bei den Transaction Margin Dollars, also der Frage, wie viel Geld PayPal bei den ganzen Transaktionen am Ende verdient, erwarten sie dieses Jahr jetzt doch einen kleinen Anstieg.
Davor haben sie eigentlich einen kleinen Rückgang erwartet.
Und dazu kommt noch, dass der CEO zwar meinte, er glaubt an seine Strategie, er ist aber auch offen, wenn sich noch bessere Optionen ergeben.
Das klingt nach einer Offenheit Richtung einer Übernahme.
Und wenn wir jetzt schon die ganzen Firmen durchgehen, die in der Krise stecken oder langsam aus der Krise rauskommen, müssen wir auch noch auf Caring schauen, also die Firma hinter Gucci.
Und vor allem Gucci hat nach jahrelanger Krise zwar noch nicht gut performt, aber deutlich besser performt als erwartet.
Und zwar sind sie organisch 2% geschrumpft, der Umsatz ist zurückgegangen, aber erwartet wurden eben 5% Umsatzrückgang, man war also deutlich besser.
Besonders stark performt hat genau wie bei LWM Asch die Schmucksparte mit 18% Wachstum.
Und auch bei Kering ist es insgesamt natürlich so, dass sie jetzt noch weit von einer Wachstumsrakete entfernt sind.
Aber es reicht eben schon, wenn man besser performt als erwartet.
Und deswegen ist die Aktie gestern nach Börsenschluss deutlich gestiegen.
Und dann noch ein paar News im Schnelldurchlauf.
Auch besser performt als erwartet hat der Farbenkonzern Sherwin-Williams.
Der war nach starken Zahlen fast 10% im Plus.
Ansonsten kam raus, dass Visa um die 7% der Stellen streichen wird, um effizienter zu werden.
Und Nvidia hat ein Rechenzentrum in Texas geleast für bis zu 50 Milliarden Dollar.
In dem stecken dann wieder Chips von Nvidia.
Das ist also mal wieder so ein zirkulärer Deal, der von Investoren ja oft kritisiert wird.
Neben KI ist ja Robotik eines der ganz großen Zukunftsthemen, muss man sich nochmal Tesla und den Hype rund um den Optimus-Robot anschauen.
Umso überraschender war, dass letzten Herbst ABB seine Robotik-Sparte verkauft hat, nämlich an Softbank.
Wieso das trotzdem Sinn machen könnte, hat sich jetzt Christoph mal angeschaut.
ABB aus Zürich ist eine der größten Industriekonzerne der Welt mit einem Umsatz von knapp 30 Milliarden Dollar.
Kerngeschäfte sind Elektrifizierung, also zum Beispiel Schaltanlagen und eben alles, was Strom im Gebäude verteilt und Automatisierung, also Steuerungstechnik für Fabriken und Anlagen.
Dazu kam bisher die Robotik, also Roboterarme, die zum Beispiel in Autowerken schweißen oder lackieren.
Genau diese Sparte hat ABB im Oktober für 5,5 Milliarden Dollar an Softbank verkauft.
Und Softbank ist überzeugt vom Investment.
Der Tech-Investor will künstliche Intelligenz mit Robotern verschmelzen.
Für ABB hat die Sparte aber strategisch immer weniger zum restlichen Portfolio gepasst.
Sie hat 2,5 Milliarden Dollar Umsatz gemacht, das sind knapp 7 Prozent vom Gesamtkonzern, hatte aber kaum Überschneidungen mit dem Rest der Firma.
Außerdem ist die Konkurrenz groß und man ist recht abhängig von der Autoindustrie.
Seit kurzem wissen wir, was bei ABB besser ins Business passt.
ABB kauft nämlich die britische Firma Roadtalk für quasi die gleiche Summe, die sie für die Robotik-Sparte bekommen haben.
Damit ist Roadtalk die teuerste Übernahme der ABB-Geschichte.
Die Briten bauen elektrische Stellantriebe, also die Motoren, die zum Beispiel in Raffinerien oder Pipelines Ventile ferngesteuert auf- und zudrehen.
Road Talk macht rund eine Milliarde Dollar Umsatz, wächst etwa 8% pro Jahr und kommt auf eine bereinigte EBIT-Marge von fast 25%.
Damit ist die Firma profitabler als ABB.
Ein Grund dafür, weil solche Antriebe jahrzehntelang laufen, gibt es ein planbares und margenstarkes Service- und Ersatzteilgeschäft.
An der Börse ist der Deal aber überhaupt nicht gut angekommen.
Die ABB-Aktie ist am Tag der Ankündigung um die 3% gefallen, obwohl es gleichzeitig Rekordzahlen gegeben hat.
Der Grund ist der Preis.
ABB zahlt einen Aufschlag von etwa 60% auf den 3-Monats-Schnitt.
Viele Analysten bewerten den Kauf deshalb als zu teuer.
ABB hält dagegen, dass Roadtalk eben die Marge verbessert.
Apropos Rekordzahlen, im zweiten Quartal ist der Auftragseingang um 30 Prozent gestiegen auf gut 12 Milliarden Dollar.
Getrieben wurde das vom Elektrifizierungsgeschäft, in dem die Aufträge um fast 60 Prozent zugelegt haben.
Hier liefert ABB nämlich für Rechenzentren die gesamte Stromversorgung, also Schaltanlagen, Transformatoren und auch Notstromsysteme, damit die Server unterbrechungsfrei laufen können.
Konkret hat sich der Auftragseingang allein im Rechenzentrumsgeschäft mehr als verdoppelt.
Weil das Business immer wichtiger wird, wird ABB inzwischen fast wie ein KI-Gewinner bewertet.
Das erwartete KGV liegt beim Börsenwert von 160 Milliarden Euro bei 27.
Im Schnitt der letzten zehn Jahre waren es eher 20.
Das liegt vor allem an der starken Performance zuletzt.
Allein auf Sicht von einem Jahr liegt die Aktie 50% im Plus.
Dazu gibt es noch rund 1% Dividendenrendite.
Ich höre immer Strom sparen, Strom sparen, Strom sparen.
Verstehe ich gar nicht.
Wie soll ich denn eine Strom aus der Steckdose bei mir im Sparschwein kriegen?
Was für eine Woche für meinen Kollegen Warren Buffett hier.
Am Montag hat Apple ja Nvidia als wertvollste Firma der Welt überholt.
Gestern hat Apple als zweite Firma ever über 5000 Milliarden Dollar Börsenwert erreicht.
Und damit hat Apple dieses Jahr über 20 Prozent zugelegt.
Und damit hat natürlich auch Warren Buffett einige Milliarden verdient, beziehungsweise seine Firma Berkshire Hathaway.
Dazu kommt noch, dass eine der anderen Top 5 Aktienpositionen von Berkshire neben Apple Coca-Cola ist, wo es gestern nach starken Zahlen auch 5% hochging und die Aktie hat dieses Jahr auch schon um die 20% zugelegt.
Genau wie Apple profitiert Coke da wahrscheinlich ein bisschen davon, dass es eine Aktie ist, die aus Sicht der Börse nicht so wirklich von KI abhängt, weder auf der positiven Seite, aber eben auch nicht auf der negativen.
Und dazu gab es gestern dann eben echt solide Zahlen.
In einer Zeit, wo viele Konkurrenten wie Pepsi Schwierigkeiten haben, teilweise sogar Preise senken und trotzdem nicht mehr verkaufen können, erwartet Coca-Cola dieses Jahr 5% Umsatzwachstum ohne Währungseffekte oder irgendwelche anderen Sondereffekte.
Krass ist auch, dass Coca-Cola weiter ziemlich problemlos Preise anziehen kann.
Letztes Quartal gab es alleine 2% Umsatzwachstum durch Preiserhöhungen oder dadurch, dass Kunden teurere Produkte kaufen.
Aber gleichzeitig gab es eben auch 4% Wachstum dadurch, dass sie mehr gekauft haben, die Kunden.
Also die gestiegenen Preise schaden nicht der Nachfrage.
Besonders krass gewachsen ist übrigens Coca-Cola Zero Sugar mit 16%.
Und generell finde ich krass, dass sie aus der Kernmarke Coca-Cola noch so viel Wachstum rauskriegen.
Fairerweise hat da im letzten Quartal natürlich auch geholfen, dass Coca-Cola bei der WM sehr präsent war, die im Juni ja noch voll ins letzte Quartal reingeflossen ist.
Das haben sie auch als starken Wachstumstreiber gesehen.
Übrigens ähnlich saß gestern bei Unilever aus.
Die hatten letztes Quartal ein Volumenwachstum von 6%, also Wachstum ohne Preiserhöhungen.
Und sowas gab es seit 2010 nicht mehr.
Viele haben ja zum Beispiel auch gelobt, dass es von Unilever extrem smart war, dass sie das Rixona-Logo direkt unter die Achsel vom Schiedsrichterassistenten platziert haben, wenn der das Auswechselschild hochhält.
Und es hat scheinbar wirklich sehr gut funktioniert, diese Werbung.
Auch ganz spannend fand ich, dass Content Creator, also am Ende Leute, die selbst auf TikTok oder Insta posten, eine immer größere Rolle spielen.
Rund um die WM hat Unilever mit 50.000 Kreatoren zusammengearbeitet, Coca-Cola mit 2.500.
Die Aktie von Unilever hat nach den News gestern deutlich über 5% zugelegt, hat anders als Coca-Cola aber seit Beginn des Jahres noch so gut wie gar keine Rendite gemacht.
Da muss ich erst noch zeigen, ob der WM-Effekt auch ein bisschen anhält.
Und wenn wir jetzt schon beim kommerziellen Potenzial der WM sind, noch ein Thema, bisschen abseits der Börse, die FIFA denkt darüber nach, eine kommerzielle Einheit abzuspalten, an der sich Investoren eine Minderheit von circa 20% kaufen können, zu einer Gesamtbewertung der kommerziellen Einheit von um die 20 Milliarden Dollar.
Wie wir das bei der FIFA gewohnt sind, hat so ein Deal natürlich ein bisschen Beigeschmack, zum Beispiel den, dass nicht irgendein großer Private Equity Player wie Blackstone, KKR oder Apollo den Deal anführen soll, sondern Thrive, das ist der Fonds von Joshua Kaschner.
dem Bruder von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner.
Das war ohne Akzent wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
