# Chip Crisis, ASML Resilience, and Value Rotation

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-07-29

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über die anhaltende Chip-Krise, eine prickelnde Überraschung von Coca-Cola und Hammerzahlen von Seagate.
Im Thema des Tages dreht sich alles um den großen ASM-Ill-Irrtum an den Börsen.
Und für die Triple-E-Idee brauchen wir Popcorn, Nachos und ganz viel Epos aus der Antike.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Wir begrüßen euch Holger Zschäpitz.
Und Lea Oetjen aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Mittwoch, der 29.
Juli und wir wünschen euch einen dramafreien Start in den Tag.
Wer breit investiert ist, hat keinen Grund für Drama, denn der gestrige Tag war mit Blick auf die Indizes ein bisschen langweilig.
Der MSCI World hat 0,1% gewonnen, der S&P 500 ging mit einem Plus von 0,2% aus dem Handel.
Ja, minimale Bewegungen.
Aber wer...
unter die Oberfläche guckt hat, da hat man schon mehr Drama gesehen.
Da gab es nicht durchaus wieder größere Verschiebungen mit Drama.
Der gleichgewichtete S&P 500, der stieg um 1,1 Prozent und da kann man schon sehen, was da passiert ist.
Und zwar auf den Allzeithoch und wenn man den S&P 500 XAI, das ist der Index, der ohne KI-Werte gemessen wird, Der hat sogar 1,5% gewonnen und einen Rekord geschlossen.
Und die Tech-Werte, die waren dicke Minus.
Der Nasdaq 100, der verlor 1% auf 27.763 Zähler.
Und damit steht er kurz vor einer technischen Korrektur.
Und von der spricht man, wenn ein Index 10% vom Top gefallen ist.
Und es sind jetzt 9,5% beim Nasdaq 100.
Schauen wir mal, wie das weitergeht.
Treiber waren aber da auch gestern einmal mehr die Halbleitertitel.
Der Sox verlor 4,5 Prozent, Micron 9 Prozent, Arm 8,1 Prozent, Marvel 8 Prozent.
Das Geld verlässt also weiter die Chips und sucht sich eine neue Heimat.
Der Halbleitersektor steuert auf den schwächsten Monat seit 2002 zu, also seit dem Platzen der Dotcom-Blase.
Und das nach dem besten Quartal, das die Branche je hatte.
So schnell kann es gehen.
Ganz genau.
Wie gewonnen zu zerronnen.
Aber ein Teil zumindest.
Der Index ist ja immer noch ein Plus.
Und auch der Cosby, der gestern 11% verloren hat, auch da ist seit Jahrs einfach noch ein dickes Plus drauf.
Aber die Zahlen, die wir gesehen haben, die waren gar nicht so schlecht.
Corning lieferte solide Zahlen.
Der Ausblick war den Anlegern trotzdem zu dünnen.
Ankur, Carrier und Hubble ging es genauso.
Und wer im KI-Komplex nur gute Zahlen bringt, statt spektakulärer, der wird abgestraft.
Und der Grund...
Der liegt ja etwas tiefer, das haben wir euch schon häufiger gesagt.
Die Investoren, die zweifeln daran, wie lange der Rechenzentrumsboom noch finanzierbar ist.
Die Investitionen übersteigen den operativen Cashflow deutlich.
Das haben wir ja bei Alphabet gesehen.
Und der Rest muss dann eben vom Kapitalmarkt finanziert werden, also zugeschossen werden.
Allein an KI-Anleihen wurden bis Anfang Juli rund 270 Milliarden Dollar begeben.
Und das muss ja irgendjemand kaufen immer, das muss man wissen.
Und das ist fast doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2025.
Ja, und Meta signalisierte ja den Bankern laut Wall Street Journal sogar, dass noch dreistellige Milliardenbeträge nötig werden würden.
Nvidia mietet sich parallel in einen 50-Milliarden-Komplex in Texas ein, um die Nachfrage nach eigenen Chips abzusichern.
Diese Kreisläufe machen den Markt nervös und man kann es irgendwie auch verstehen, wenn es um solche Summen geht.
Und wer wieder besonders unter Druck stand, das waren die Hedgefonds.
Da gab es über die letzten zwei Tage die größten Verkäufe von Long-Hedgefonds seit 2021, das hat Goldman Sachs festgestellt.
Und das würde, und das wäre positiv, wenn es denn so wäre, auf eine Kapitulation hindeuten.
Und man befindet sich im 8.
oder 9.
Inning des Ausverkaufs, also im Endspurt.
Und immerhin gab es nach der Schlussglocke noch etwas Hoffnung.
Da gab es nämlich Zahlen von Seagate und die sprangen 5% nach oben.
Und das ist ja ungewöhnlich für einen Chipwert oder für so ein...
Halbleiter Ding, der Zahlen vorgelegt hat, weil selbst wenn die Zahlen gut waren, ist er zum letzten Schluss immer runtergegangen.
Aber die waren so gut, dass es selbst dieses Muster mal aufgebrochen hat.
Der Flessplattenhersteller hat verdient 5,71 Dollar und erwartet worden waren nur 5,08.
Der Umsatz lag bei 3,63 Milliarden statt erwarten 3,49.
Und die Bruttomarge, die übertraf die Erwartungen mehr als 2 Prozentpunkte.
Und der eigentliche Hammer steckt aber erst im Ausblick.
Für das laufende Quartal stellt Seagate nämlich rund 7,30 Dollar Aktien aus sich.
Die Analysten hatten mit 5,80 gerechnet.
Das ist dann keine Feinjustierung, das ist dann schon eine ganz andere Größenordnung.
Und das ausgerechnet von einem Unternehmen aus der Gruppe, die Anleger gerade ja ein bisschen zu heiß wird.
Wenn die Nachfrage nach Massenspeichern jetzt derart anzieht, steht die These vom kippenden Investitionszyklus natürlich ein bisschen auf wackeligen Füßen.
Bloom Energy legte parallel übrigens 11 Prozent zu.
Ein Zulieferer für Rechner.
Auch das positiv, wobei die im regulären Handel elf verloren hatten.
Insofern haben sie es nur wieder ausgemerzt, nachdem sie Zahlen hatten.
Ein Wort noch zu Coca-Cola.
Die haben im regulären Handel schon die Zahlen vorgelegt.
Und das war mehr als nur eine Getränkemeldung.
Der Konzern verdiente 97 Cent die Aktie und erwartet worden waren 93.
Und das organische Umsatzplus lag bei 6 Prozent.
Also einfach so 6% nochmal Zuwachs.
Gut, teils natürlich über höhere Umsätze oder höhere Preise, aber trotzdem, 6% ist schon richtig cool.
Und das war doppelt so viel, wie die Analysten erwartet hatten, nämlich 3,6% war da nur erwartet worden.
Und die operative Marge, die liegt auch nochmal um 0,9% zu.
Und die Jahresprognose wurde angehoben und die Aktie, die gewann 5%.
Wahnsinn, ich glaube auch auf Allzeithoch.
Getragen hat das vor allem der Markt in Nordamerika.
Dazu kam ja noch Rückenwind aus dem Sponsoring der Fußball-WM.
Die haben da ja mal so ganz großflächig Werbung geschaltet.
Und spannender ist aber die Kursreaktion drumherum tatsächlich.
Nämlich der ganze Sektor der Basiskonsumgüter legte zwei Prozent zu.
Und genau diese Aktien hatten Hedgefonds ja monatelang leer verkauft, um damit ihre Tech-Käufe überhaupt erst zu finanzieren.
Und jetzt dreht dieses Paar und das erklärt ein Teil des Schmerzes The Wall Street.
Ganz genau, Montelès hat auch noch irgendwie zugelegt.
Und die hatten auch noch Zahlen nach Börse.
Aber kommen wir gleich dazu.
Und selbst Visa hat geliefert.
Der Zahlungsdienstleister verdiente 3,32 Dollar die Aktie.
Nachher war das 3,23 Dollar.
Das Geschäft mit Zusatzdiensten wuchs um 45 Prozent und die Jahresprognose, die stieg.
Und parallel hat der Konzern rund 7 Prozent der Stellen gekürzt.
Etwa 2.600 Jobs.
Ja, das passt zum Bild des ganzen Tages.
Der US-Konsument hält sich, die Unternehmen bekommen ihre Preiserhöhungen durch und die Gewinne kommen aus der Breite statt aus einer Handvoll Chip-Werten.
Mondelez, du hattest es eben schon gesagt, steigerte den Umsatz auch und zwar um 2,2 Prozent erwartet worden waren 0,9 Prozent und hob auch die Umsatzprognose an.
Und die Aktie hat nachbörslich sogar leicht geworden, 2,2 Prozent.
Und Rückenwind kam gestern den ganzen Tag vom Ölmarkt.
Iran und Oman machen Fortschritte bei der Wiedereröffnung der Schifffahrt durch die Straße von Hormuz.
Und Brent erlebte die schwächsten drei Tage seit...
2020, das war Corona-Krise, als wirklich die ganze Ökonomie dicht machte und es teilweise negative Ölpreise gab.
Da seht ihr mal, was da passiert ist in den letzten drei Tagen.
Und WTI verlor 4,2 Prozent auf gut 79 Dollar, also wieder unter 80.
In Deutschland lief es da gestern entspannt.
Der DAX gewann 0,4 Prozent auf 25.464 Punkte und liegt damit nicht mehr weit unter seinem Rekord von 25.900 Punkten.
Value zahlt sich gerade aus und das während der Cosby, du hast es glaube ich eben auch schon erwähnt, in Seoul um 11 Prozent eingebrochen ist.
Da blieb der Schaden dann hier auf die Tech-Werte begrenzt.
Aber da war natürlich das Groß-Aix-Tron-Fallow 10 Prozent, SMA-Solat 11.
Und Ziltronic 8%.
Aber Ziltronic legen, glaube ich, am Donnerstag Zahlen vor.
Und da lege ich große Hoffnungen rein, dass da zumindest mal was Stützendes passiert.
Zumindest macht das mein Sohn Fritz in seiner komischen Community.
Die haben nämlich Ziltronic vor den Zahlen gekauft und hoffen, dass sie irgendwie die Zahlen gut ausgehen.
Mal sehen, wie es ausgeht und ob die da auch so gefeiert werden, die Zahlen.
Infineon, die schlossen 6,1% Tive auf den niedrigsten Stand seit drei Monaten.
Und dafür wurde auch da rotiert in Deutschland in Softwareaktien SAP, legt den dritten Tag in Folge zu.
Diesmal um 5,3 Prozent, jetzt 20 Prozent hochgegangen in den letzten Tagen.
Nemetschek sprang 9,6 Prozent nach oben und TeamViewer 9,3.
Und der Tagessieger, der hieß Bechtle, ein Plus von 15 Prozent, weil sich die befürchtete Kaufzurückhaltung wegen teurer Hardware nicht eingestellt hat.
Und aus dem DAX kamen dann ja gestern auch noch Zahlen von Mercedes-Benz.
Die Aktie gewann 2,9 Prozent.
Das operative Ergebnis stieg um 22 Prozent getragen von der Finanzsparte und einem Autogeschäft, das weniger schwach lief als befürchtet.
Die Marge im Pkw-Segment lag bei 4 Prozent, der Konsens hatte 3,5 Prozent erwartet.
Und Bernstein, das Analysehaus, sieht die Zahlen insgesamt über den Erwartungen des von dem Unternehmen selbst erhobenen Konsens.
Die Jahresprognose für Ergebnis und freien Cashflow bleibt stehen.
Und nebenbei haben die Stuttgarter ihren Anteil an Daimler Truck weiter reduziert und aber rund eine Milliarde Euro eingenommen.
Und die Truck-Aktie, wie legte?
3,8 Prozent zu.
Nachbörslich überraschte dann noch RWE mit vorläufigen Zahlen positiv.
Der Versorger hob die Prognose für 2026 und 2027 an.
Das bereinigte EBITDA soll dieses Jahr bei 5,75 bis 6,35 Milliarden Euro landen, nach zuvor 5,2 bis 5,8 Milliarden.
Die Aktie, die zwischenzeitlich mehr als 3 Prozent im Minus lag, verkleinerte das Minus dann auf 0,7 Prozent.
Nachbörsig gab es auch noch Ford.
Die haben ganz klotzig verdient, nämlich operativ 2,5 Milliarden.
Der Markt hatte nur mit 2,1 gerechnet und getragen wurde das vom klassischen Verbrennergeschäft, wo die Marge um 4,8 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent spart.
Erwartet worden waren 3,1 Prozent.
Die Nutzfahrzeugsparte pro blieb zurück.
Dort fiel die Marge auf 9,7 Prozent.
Unter dem Strich gibt Ford die Jahresprognose aber jetzt zum zweiten Mal an auf 10 bis 11 Milliarden Dollar.
Nach zuvor 8,5 bis 10,5 Milliarden.
Tja, dann machen wir Termine.
Da geht es gleich in der Nacht reißlos, nämlich Eske Heinigs.
Die haben zwar schon vorläufige Zahlen vorgelegt.
Die waren ja damals ganz gut beachtet worden, aber eben hat die Kurse nicht nach oben gebracht.
Jetzt legen sie die endgültigen vor, mal sehen, was da passiert und ob das ein positiver Stimmungstest wird.
Dann wird die FED eine Zinsentscheidung machen.
Da hat der Markt irgendwie ein Drittel Zinserhöhung eingebracht.
Das finde ich völlig irre.
Das wird wahrscheinlich nicht passieren.
Aber trotzdem ist es spannend zu sehen, was da passiert.
Und dann berichten ganz viele Unternehmen noch, darunter Microsoft und Meta.
Das ist ganz wichtig.
Microsoft, da ist nicht so viel erwartet.
Da ist auch die Aktie nicht so ausgetreten.
Da sind auch relativ pessimistisch die Anleger.
Insofern sollte das zumindest so einigermaßen funktionieren.
Bei Meta, da muss man sehen, ob das starke Werbegeschäft die nächste Runde der KI-Ausgaben finanzieren kann.
Arm, Larm Research, Qualcomm, SK Heinex und Wörthoff.
Das ist so ein bisschen der KI-Komplex, wenn da was vorliegt.
Dann gibt es noch am Vormittag Deutsche Bank, UBS.
Da geht es um Banken und dazu noch BASF, Rio, Tinto, Porsche, Airbus, Hermes und Procter & Gamble.
Das Thema des Tages.
Uns hat eine E-Mail von Pascal erreicht.
Er fragt, ob wir uns angesichts der EU-V-Entwicklungen in China ernsthafte Sorgen um ASML machen müssen.
Eine Frage, die mit Sicherheit gerade einige von euch umtreibt.
Ja, und das ist kein Wunder, denn schließlich endete der Handelstag an der Börse in Amsterdam am Dienstag erneut mit einem Mini-Börsenbeben.
Und der wichtigste niederländische Tech-Wert rauscht den zweiten Tag in Folge in die Tiefe.
Und auf Wochensicht ist die Aktie des Halbleiter Maschinenbauers schon knapp 12 Prozent im Minus.
Grund für den Absturz, Pascal hatte es ja schon gesagt, ist die Angst vor China.
Laut dem Branchenportal The Information soll dort ein staatlich gefördertes Unternehmen erstmals Chip-Belichtungsmaschinen für das sogenannte DUV-Verfahren zur Belichtung von Chip-Wavern in Kleinserie bauen.
Und allein der Bericht versetzte die Märkte schon in eine Schockstarre.
Nicht nur ASML rutschte ins Minus, auch für Branchengrößen.
Das sind ja so Zulieferer wie Applied Materials und selbst für Nikon und Canon, die ja so auch Zulieferer sind.
Da ging es ins Minus und der japanische Zuliffe Lasertag, der verlor auf Wochensicht sogar 15 Prozent.
Ja, und heißt das jetzt, dass wir uns Sorgen machen müssen um ASML?
Nein, das sagt zumindest unser Weltexperte Benedikt Fust.
Er hat sich die allgemeine Panik des Sektors mal genauer angeschaut und findet, dass der Markt maßlos überreagiert.
Die Aufregung dreht sich, wie gesagt, um sogenannte Immersions-DUV-Systeme.
Und bei dieser Technologie werden die Siliziumscheiben unter hochreinem Wasser mit Laserlicht belichtet, um feinere Strukturen zu erzeugen.
Das klingt fortschrittlich, ist im Grunde aber ein alter Hut.
ASML hat seine erste DUV-Maschine bereits im Jahr 2003 auf den Markt gebracht.
Und die Technologie ist in der modernen Halbleiterwelt längst nicht mehr der Goldstandard.
Die Speerspitze der Chipfertigung heißt heute EUV-Lithographie.
Und hier bleibt das Monopol der Niederländer unangetastet.
Während DUV-Maschinen mit Linsen und Lasern arbeiten, nutzt die neuere EUV-Technik extrem ultraviolettes Licht, Vakuumkammern und hochkomplexe Spiegel.
Damit lassen sich winzige Strukturen von bis zu zwei Nanometern belichten.
Und der entscheidende Punkt für Anleger ist, man kann sich nicht von der DUV-Technik...
einfach schrittweise zu EOV-Hocharbeiten.
Für Maschinen der aktuellen Generation müssten die chinesischen Entwickler komplett bei Null anfangen, weshalb ASMLs technologischer Vorsprung auf Jahre hinaus abgesichert scheint.
Für die Chip-Industrie in China ist die DUV-Technologie aber schlicht die einzige verbliebene Ausweichroute.
Da der Westen den Export der begehrten EUV-Anlagen nach China schon vor Jahren verboten hat, behelfen sich Hersteller wie Huawei mit Mehrfachbelichtungen auf den älteren DUV-Geräten.
Das funktioniert zwar irgendwie, um Chips für Smartphones und KI-Anwendungen herzustellen, ist aber extrem teuer und produziert viel Ausschuss.
Und zudem haben sich Chinas Chip-Hersteller für diesen Fall längst gewappnet und die Lager vollgestellt.
Aus Angst vor immer strengeren Sanktionen haben chinesische Kunden in den vergangenen Jahren hunderte DUV-Maschinen vorsorglich bei ASML eingekauft.
Allein vor dem jüngsten Embargo sicherten sich über 300 Einheiten dieser modernen Twin-Scanserie.
Wenn eine Firma nun ankündigt, in diesem Jahr 5 und im nächsten Jahr 20 eigene DOV-Geräte zu bauen, ändert das an der tatsächlichen Versorgungslage der chinesischen Fabriken bis Ende des Jahrzehnts also schlichtweg erstmal gar nichts.
Bei ASML ist das Orderbuch im Gegenteil dazu prall gefüllt mit festgebuchten Aufträgen im Wert von rund 40 Milliarden Euro.
Und die Produktionskapazitäten laufen am Anschlag und der Konzern baut bei seiner Fertigung sogar weiter aus.
Ein paar chinesische Klonversuche einer 20 Jahre alten Technologie ändern also an den langfristigen Cashflows des europäischen Tech-Aushängeschilds erstmal nichts.
Für kühle Rechner an der Börse war der Rücksetzer deshalb wohl eher ein Nebengeräusch als ein echtes Warnsignal.
Also Pascal, keine Sorge.
Die AAA-Idee des Tages.
Die AAA-Idee, die fängt heute mit einem Mann an, der zehn Jahre für den Heimweg gebraucht hat.
Und Odysseus.
Zehn Jahre Krieg vor Troja, danach nochmal zehn Jahre auf See, Zyklopen, Sirenen, Kalypso.
Und als er endlich in Ithaka ankommt, erkennt ihn niemand außer dem alten Hund.
Und du willst mir jetzt erzählen, dass es dazu eine passende Aktie gibt, nehme ich an.
Na klar.
Und die hat auch eine ziemliche Irrfahrt hinter sich.
Also es gibt doch hier was Parallelen zu Odysseus.
2015 stand diese Aktie schon bei knapp 40 Dollar.
Und danach ging ein Jahrzehnt lang gar nichts.
Und der Film, der sie jetzt nach Hause bringt, der heißt?
Ups, die Odyssey.
Und ihr wisst jetzt ganz sicher, worum es geht.
Es geht um IMAX.
Die Aktie, die hat gestern bei über 46 Dollar neues Allzeithoch markiert.
IMAX ist für die meisten von euch eine Kinokette mit einer riesigen Leinwand.
Aber wenn man sich das als Unternehmen oder als Geschäftsidee anlegt, ist es für Anleger, ist IMAX kein Kino, sondern Lizenzgeber.
Die Kinos, die auch mit viel Kapital anher kommen, die gehören nämlich anderen.
Korrekt.
IMAX liefert die Technik, kassierte Wartungsgebühren, eine Umsatzbeteiligung von Kinobetreibern und noch eine Beteiligung von den Studios fürs Remastering.
2025 waren das 410 Millionen Dollar Umsatz bei 60 Prozent Brutto-Marge.
Also im Prinzip ein Mautstellenbetreiber, der an jedem Blockbuster ein bisschen mitverdient.
IMAX hat weltweit 1.809 Standorte in 91 Ländern.
Das ist weniger als 1 Prozent aller Kino-Leihenwände auf der Welt.
Und über dieses 1 Prozent liefen zuletzt 3,7 Prozent des Kino-Leihenwänden.
weltweiten Box Office.
2019 waren es erst 2,6 Prozent.
Damit wären wir schon wieder bei Odysseus.
Die Aussie Save von Christopher Nolan hat am Startwochenende 52 Millionen Dollar auf IMAX-Linewänden eingespielt.
Das waren 20 Prozent des weltweiten Ergebnisses und das war der beste IMAX-Start aller Zeiten.
Schauen wir nochmal ein bisschen genauer auf die Zahlen.
Das zweite Quartal kam ja vergangene Woche.
Umsatz 102,8 Millionen Dollar plus von 12 Prozent.
Der Konsens lag bei 94.
Das bereinigte EBITDA.
kam bei 48 Millionen rein, erwartet waren 39.
Die EBITDA-Marge lag bei 46,6 Prozent im Quartal.
Bei 47 Prozent Marge schaut man erstmal so zweimal hin, kann man sagen.
Dahinter steckt nämlich ein gewaltiger Hebel.
Kino-Umsatz und Gewinn hängen bei IMAX laut eigenen Zahlen zu 87 Prozent direkt zusammen.
Weil die Kino-Technik längst installiert ist, wandert fast jeder neue Dollar-Kino-Umsatz direkt als Reingewinn in die Kasse.
Also Top-Line, Klein-Bottom-Line.
Das ist immer sehr schön, wenn es solche Firmen gibt.
Und für 2026 peilt iMacs 1,4 Milliarden Dollar Box Office an.
160 bis 175 neue Systeme und eine Marge in den mittleren 40ern mit einem Boden bei 45 Prozent.
Bis 2028 sollen es über 50 Prozent werden.
Wichtig für die Glaubwürdigkeit.
iMacs hat die Guidance in den vergangenen drei Jahren zweimal übertroffen und einmal getroffen.
Jetzt kommt aber noch der Haken und das ist China.
Greater China steht für 800 Standorte und knapp 25 Prozent des Umsatzes.
Das ist gleichzeitig die größte Chance und das größte Risiko.
Hollywood-Filme funktionieren dort nicht mehr so zuverlässig wie vielleicht in anderen Ländern.
Starttermine sind regulatorisch beeinflusst und lokale Blockbuster lassen sich schwer prognostizieren.
Also am Ende hängt alles daran, ob chinesische Filme auf IMAX laufen.
Und da läuft es bisher, kann man sagen, sehr gut.
Sechs der zehn erfolgreichsten IMAX-Titel in China waren 2025 lokale Produktionen.
Und weltweit hat IMAX im vergangenen Jahr 405 Millionen Dollar Box-Office mit Nicht-Hollywood-Filmen gemacht.
66 Prozent über dem alten Rekord.
Und für 2026 sind 75 lokale Titel geplant.
Und die Bilanz ist...
Unauffällig im positiven Sinne, Nettoverschuldung, ja, 132 Millionen Dollar.
Das entspricht 0,7 Prozent des EBDA.
Das ist okay.
Liquidität von 551 Millionen, das ist auch gut.
Und eine Wandelanleihe, die wird erst 2030 fällig.
Also das ist auch kein großes Problem.
Und seit 2020 hat das Unternehmen auch noch 19 Prozent der eigenen Aktien zurückgekauft und eingezogen.
Klingt ja alles ein bisschen zu gut, um wahr zu sein.
Das Problem liegt aber beim Preis.
Auf Basis der 2026er-Schätzungen zahlt ihr etwa das 13-fache des EBITDA und das 25-fache des erwarteten Gewinns.
RedBush hat das Kursziel gerade von 46 auf 54 Dollar erhöht.
Das wären knapp 20 Prozent Luft nach oben.
Aber dieses Kursziel entsteht laut den Analysten zu einem guten Teil dadurch, dass sie das Bewertungsmultiple selbst von 12 auf 13 angehoben haben.
Und Bloomberg Intelligence sieht den Gewinn der Aktie 2026 bei 1,85 Dollar und damit knapp 6 Prozent über dem Konsens.
Es ist also keine Turnaround-Story mehr, es ist eine Erwartungs-Story.
Gute Zahlen allein reichen bei diesem Kurs nicht mehr.
Und dazu noch ein Punkt, der aufgefallen ist.
Es gibt zu viele gute Filme.
ein echtes Luxusproblem, wenn nämlich drei Großproduktionen in vier Wochen starten, konkurrieren sie um dieselben Leinwände.
Und IMAX schöpft dann das Potenzial nicht voll aus.
Und das Kalenderjahr 2027 sieht laut Wettbusch entzerrter aus mit Narnia von Greta Gerwig, Dune Part 3 und dem 50.
Star Wars Jubiläum.
Ja, und was heißt das jetzt für euch als Anleger?
IMAX ist keine Wette auf mehr Kinobesucher, sondern eine Wette auf die Premiumisierung des Kinos.
Die Besucherzahlen dürfen sinken, solange IMAX einen größeren Anteil der teuren Tickets abgreift.
Wer einsteigt, kauft allerdings auf Allzeithoch und mit einem Viertel des Umsatzes im chinesischen Regulierungsrisiko.
Das ist also allenfalls eine Position für die zweite Reihe im Depot, gestaffelt aufgebaut.
Und der nächste Frühstein steht quasi schon im Kalender.
Am 14.
August startet The Odyssey auch in China.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback.
Schickt uns eine Mehrheit in AAA, also A, Eidwild, D oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Und Danny hat uns Feedback zur gestrigen Folge geschickt.
Er schreibt, es gibt auch andere Möglichkeiten, eine regelmäßige Dividende zu erhalten.
Regelmäßiges Blut- und Plasma spenden.
Der Aufwand hält sich in Grenzen und ihr benötigt kein Depot dafür.
Zudem tut ihr etwas Gutes für andere und bekommt regelmäßig kostenlose Gesundheitschecks.
Guter Hinweis.
Und damit belassen wir es für heute.
Also abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Wir hören uns morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
