# Main Street Capital: BDC Strategy & LMM Financing

**Podcast:** Asset Class
**Published:** 2026-07-28

## Transcript

Mehr als 6% Dividenden.
Mehr als dreimal so viel wie beim IPO.
Naja, wobei jetzt so eine Verdreifachung in knapp 20 Jahren nicht so wirklich aufregend ist.
Dann hast du damit eine Basis für satte Cashflows schon mal gelegt.
Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatung.
Kapitalanlagen bergen Risiken.
Du entscheidest, in was du investierst.
Hallo und herzlich willkommen bei Acid Class, deinem Podcast über Wachstum und Werte.
Ich bin Christian Beröhl und heute habe ich für dich monatliche Dividenden.
Und die kommen mal nicht von der Wall Street, sondern von der Main Street.
Also von dort.
wo der Mittelstand zu Hause ist.
Main Street Capital finanziert kleine und mittlere Unternehmen und hat damit in den vergangenen gut zwei Jahrzehnten mehr Rendite eingefahren als der S&P 500.
Welches Geheimnis hinter der Zinseszinsmaschine steckt?
Was der KI-Gewinner Qantas Services damit zu tun hat?
Warum die Aktie an der Börse mit einem fetten Aufschlag gehandelt wird?
Und welche Risiken?
du unbedingt auf dem Schirm haben solltest.
Das und mehr jetzt in unserem Deep Dive, wie immer, zusammen mit meiner Kollegin Katharina Brunsendorf, Head of Content hier bei Scalable Capital.
Hallo Katharina, schön, dass du da bist.
Hallo Christian, ja, da haben wir uns heute wirklich ein spezielles Unternehmen vorgenommen.
Keine Weltmarke wie Amazon oder L'Oreal, keine über 100-jährige Geschichte oder Historie wie bei Coca-Cola oder auch dem Scottish Mortgage Trust.
All diejenigen hatten wir ja hier schon.
schon im Podcast.
Dafür haben wir heute aber ein spannendes Lehrstück, wie in einer vermeintlichen Nische ein Milliarden-Imperium entstehen kann und das mit ganz vielen Querbezügen.
Wirtschaftsförderung unter Ronald Reagan, die Texas Connection, der Enron-Skandal, die Finanzkrise 2009 und das alles in einer Geschichte, wo der Unternehmer nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag hat.
Ja, sieht man selten, aber hat vielleicht auch damit zu tun, dass die Geschichte von Main Street Capital zunächst die Geschichte eines Wirtschaftsprüfers ist.
Und naja, die gelten ja gemeinhin als eher trocken und unglamourös.
Und Vince Foster, um den es geht, der entspricht genau diesem Klischee.
Anders.
Als viele Firmengründer redet er überhaupt nicht über sein Elternhaus und es gibt jetzt auch keine Anekdoten aus der Kindheit, die man dann im Rückspiegel schon als frühe Weichenstellung für so eine erfolgreiche Unternehmerkarriere verklären könnte, was ja viele gerne tun.
Und dazu war Forster nicht einmal auf einer Elite-Uni.
Man würde ja jetzt denken, okay, da kommt Stanford, Harvard, MIT.
Nix, Fehlanzeige.
Geboren 1956 im US-Bundesstaat Michigan.
Hat er auch gleich in der Heimat studiert.
An der Michigan State University.
Und zwar Rechnungswesen.
Warum ausgerechnet das?
Tja, das ist tatsächlich eine der wenigen Geschichten aus seiner Jugend, die Vince Foster mal auf einer Alumni-Veranstaltung seiner Universität preisgegeben hat.
Ein Studienberater hat ihm gesagt, Accounting sei ein schwieriges Fach und Foster dachte sich dann, that seemed to fit me.
Also genau das was.
zu mir passt.
Also quasi ein Mann, der Herausforderungen mag.
Und weil er gesagt hat, ein schwieriges Studium ist nicht genug, hat er dann gleich nochmal ein zweites hinterhergeschoben.
Und zwar Jura, auch in Michigan.
Und das hat er allerdings berufsbegleitend gemacht.
Denn sein Accounting-Abschluss, der war so gut, dass er 1978, gerade mal mit 22 Jahren, gleich einen Job bei Arthur Anderson bekam.
Und die Firma, die wurde 1913 in Chicago von einem Sohn norwegischer Einwanderer gegründet.
Und war damals eben ein Sehnsuchtsort für alle Accounting-Studenten.
Es war eine der mächtigsten Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzlei der Welt mit legendärem Korpsgeist, untadeliger Reputation und innovativen Drive.
Und bereits in den 70er Jahren baute Arthur Anderson parallel zum klassischen Buchprüfergeschäft eine eigene IT- und Strategieberatung auf, die im Sommer 2001 dann als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht wurde.
Accenture war das und mit zweistelligem Umsatz- und Gewinnwachstum lange Zeit ein Star an der Wall Street im Hoch 2021, zeitweise 250 Milliarden Dollar wert.
bevor die Angst vor der Disruption durch KI die Berateraktie um zwei Drittel dann auch gedrückt hat.
Ja, da ist er, der erste der Querbezüge, von denen du eingangs gesprochen hast.
Ja, wie ging es weiter mit Arthur Anderson?
Für die kam diese Trennung des IT-Beratungsgeschäfts sozusagen in letzter Sekunde, nämlich kurz vor dem Enron-Debakel sozusagen das amerikanische Vorbild für Wirecard, nur in einer anderen Branche.
Der Energiekonzern Enron hatte in den 1990er Jahren als milliardenschweres Wachstumswunder gegolten.
Aber dann kam raus, die Bilanzen waren durchweg manipuliert, die Umsätze größtenteils erfunden.
Und die Wirtschaftsprüfer von Arthur Anderson, von dieser großen reputierten Firma, die hatten nicht nur jahrelang nichts davon gemerkt, sondern hatten dann zum Schluss auch noch versucht, die Beweise...
für ihr Fehlverhalten zu vernichten, nachdem die Sache ans Licht gekommen war.
Ende vom Lied, die Mandanten liefen scharenweise zur Konkurrenz über und Arthur Anderson wurde tatsächlich nach fast 100 Jahren bestehend zerschlagen.
Gibt es heute nicht mehr, deswegen spricht man nicht mehr von den Big Five, sondern nur noch von den Big Four bei den großen Prüfungskanzleien.
Aber kommen wir zurück zu Vince Foster.
Der hat ja noch in der Blütezeit von Arthur Anderson dort gearbeitet.
Und zwar direkt nach dem Studium, wie du gesagt hast.
Und er wurde dann relativ bald aus seiner Heimat Michigan in das damals boomende Texas abkommandiert.
Dort warteten allerdings nicht, wie man das jetzt bei so einer großartigen Adresse vermuten könnte, Weltkonzerne wie ExxonMobil, Texas Instruments oder AT&T auf den jungen Wirtschaftsprüfer, sondern Mittelständler.
Wir nehmen die USA ja heute vor allem so als Home of the Megacaps wahr, also als Heimat der großen weltumspannenden Konzerne.
Klar, die gab es auch damals schon, aber die US-Wirtschaft war damals in den 1980er, 90er Jahren stark.
Aber tausende kleine und mittlere Unternehmen mit starkem lokalem Fokus.
Und wenn man ehrlich ist, muss man zugeben, in sehr vielen Sektoren ist das auch heute noch so.
Und bei Arthur Anderson erkannte man frühzeitig eben das Potenzial einer Konsolidierung ganzer Branchen.
Also hat man für Mandanten das entworfen, was man heute Roll-up-Strategien nennt.
Viele kleine Unternehmen aus derselben Branche zusammenkaufen, steuereffizient integrieren und daraus zumindest eine Regionalmacht formen.
Im besten Fall natürlich einen nationalen Champion.
So wie Waste Management.
Beraten von Arthur Anderson.
haben zwei Geschäftsleute, nämlich Wayne Huizenga und Dean Buntrock, in den 1970er, 80er Jahren in rasantem Tempo tausende oft familiengeführte Müllabfuhr- und Deponiebetriebe in ganz Nordamerika aufgekauft und daraus eben einen börsennotierten Entsorgungskonzern geschmiedet, der heute 25 Milliarden Dollar Umsatz macht und der ja auch in vielen Depots im Scalable Broker hier ist.
zu finden ist, weil das Unternehmen sich eben im Laufe der Zeit als super solider Compounder etabliert hat mit einem blütenweißen Dividendentrack-Rekord und der hat ja auch einige inzwischen sehr reputierte Aktionäre angezogen, beispielsweise Bill Gates mit seiner Stiftung, einer der größten bei Waste Management.
Tja, Waste Management war damals, als die ganze Sache entstand, noch in Illinois beheimatet und kam erst 1998 im Zuge der Fusion mit US Waste Services nach Houston.
Deswegen gehen wir mal davon aus, dass Vince Foster mit diesem Deal nichts zu tun gehabt hat.
Und weil die Berater ja allgemein so eine ziemlich verschwiegene Zunft sind, lässt sich leider heute auch nicht mehr nachvollziehen, an welchen Roll-Ups er denn konkret mitgearbeitet hat.
Fakt ist aber, er muss seine Sache bei Arthur Anderson ziemlich gut gemacht haben.
Denn schon 1988 wurde er nicht nur zum, Achtung toller Titel, Director Corporate Finance and Mergers and Acquisitions für den Südwesten der USA befördert, sondern, und das ist ja das, wo es auch finanziell interessant wird, er wurde in den Kreis der Partner von...
Arthur Anderson aufgenommen.
Ja, und damit war er dann mal mit gerade 32 Jahren einer von rund 1.500 Miteigentümern von Arthur Anderson.
Mit einem Einkommen, das damals so um die 250.000 Dollar gelegen haben dürfte.
Das wäre in heutigem Geld so ungefähr 700.000 Dollar.
Und im Wirtschaftsboom der 1990er Jahre soll er dann sogar zum Einkommensmillionär geworden sein.
Und gleichzeitig sah Foster natürlich ...
Bei ihm als Berater landeten nur die paar Krümel.
Das ganz große Geld, das machen die Manager hinter den Roll-Ups.
Diejenigen, die die Firmen kauften, verschmolzen, finanzierten und dann am besten noch an die Börse brachten.
Und so wagte er Anfang 1997 nach 19 Jahren dann den Absprung.
Und gemeinsam mit seinem Arthur-Anderson-Buddy Todd A.
Rappert, dem operativen Mastermind, der später bei Main Street den Maschinenraum dann zusammenhalten sollte, hat er dann sein eigenes.
Roll-Up-Fonds gegründet.
Und ja, es handelt sich hierbei um Main Street Merchant Partners, ausgestattet mit 15 Millionen Dollar.
Teilweise eigenes Vermögen, teilweise Investorengelder und na klar, als Arthur Anders und Alumni haben die beiden ja über ein gutes Netzwerk und großes Netzwerk verfügt.
Und bevor wir dann mal in eines der ersten Projekte der beiden schauen, würde ich nochmal ganz kurz einen Blick auf Todd L.
Rappert werfen.
Der hat nämlich 1991 seinen Bachelor in Accounting an der texanischen Baylor University erworben und dazu auch die Lizenz als Certified Public Accountant im Bundesstaat.
Und als jüngerer der beiden Gründer hat er so den Gegenpol gebildet.
In den entscheidenden Jahren des Wachstums und während des Börsenkampfs besetzte er bei Main Street Capital die Schlüsselposition als President, Chief Financial Officer und Executive Vice Chairman.
Immer toll, dieser amerikanische Titel.
Viel besser als im Deutsch so Aufsichtsrat, Aufsichtsratsvorsitzender.
Das ist so langweilig.
Das ist alles ein bisschen narrativer.
Deshalb wurde es ja auch so ein bisschen zu uns rübergekippt mit den Titeln.
Hört sich alles ein bisschen fancier an.
Aber am Ende, er hat mit den Titeln, das zeigt ja wirklich den Maschinenraum, gesteuert und das operative Geschäft saß dann darüber hinaus auch noch in Investoren.
sowie Kreditkomitees und hielt die Fäden bei der Risikobewertung zusammen.
Und das passt dann auch total gut zu seinem Profil, weil er galt als detailorientiert, detailverliebt, Governant-Experte.
Und was sich dann auch nicht nur innerhalb von Main Street gezeigt hat, sondern auch außerhalb.
Denn er saß im Laufe seiner Karriere in über 30 Boards, also als Aufsichts- und Beirat.
Und hat damit also auch viele Mandate gehabt.
Und darüber hinaus hat er den Prüfungsausschuss des bis 2013 börsennotierten Druckerei-Roll-Ups Consolidated Graphics geführt.
Und hat jahrelang den milliardenschweren Finanz- und Stiftungsausschuss der Baylor-Universität dann ebenfalls geführt.
Die sind auch genau wie Consolidated Graphics beide in Texas ansässig.
Texas hatten wir jetzt schon sehr oft.
Und es wird noch öfter kommen.
Ja, es ist sehr warm da, aber anscheinend schmiedet die Hitze einige gute Ideen.
Jetzt so ein bisschen die Frage, was hat er dann irgendwie nach seinem Ausscheiden aus dem operativen Tagesgeschäft von Main Street Capital?
Hat er sich auch nochmal was Schönes überlegt?
Hat er mit Rapid Capital Partners seine eigene Investmentfirma gegründet?
Um die soll es jetzt aber nicht gehen.
sondern darum, was die beiden umgesetzt haben.
Deshalb Christian, worum ging es bei Main Street Merchant Partners?
Ja, es war ein Investmentfonds, man hat sich Projekte angeschaut.
Und eines der ersten Projekte, die man dann eben mit angeschoben hat, war der Bau und die Wartung von Stromnetzen.
In den 90er Jahren ein Wachstumsmarkt, denn die veralteten Netze mussten dringend modernisiert werden.
Doch es gab eben kaum finanzstarke, landesweit aufgestellte Dienstleister, sondern nur mittelständisch strukturierte...
Handwerksbetriebe, was natürlich jetzt auch für die Energiekonzerne, die diese Investitionen schultern wollten, nicht angenehm war.
Die hätten lieber einen einzigen Ansprechpartner gehabt.
Das war eine ideale Ausgangsbasis für ein Roll-up wieder mal.
Und das hat auch der Unternehmer John R.
Coulson erkannt.
Der hatte sich vom einfachen Mitarbeiter zum Eigentümer eines Spezialisten für Hochspannungsleitungen hochgearbeitet und fusionierte diesen dann 1907.
mit drei anderen regionalen Playern.
Und wo?
Tja, natürlich.
Natürlich in Houston.
Wirklich, Texas, boomender Wirtschaftsstandort.
Damals schon so eine besondere Phase.
Und wir erleben das ja gerade wieder, dass Texas unglaublich anzieht.
Auch die Gründung der Texas Stock Exchange jetzt gerade.
Ein ganz klares Symbol, dass Texas noch weiter nach vorne will.
Auch in der Verbindung von Realwirtschaft und...
Und in Houston kreuzten sich dann die Wege von Colson und Foster.
Man kannte sich eben in den Business-Zirkeln der Stadt und binnen weniger Monate entwarf Main Street dann ein Strategie- und Finanzierungskonzept für...
dieses Roll-up und schon im Februar, sechs Monate nach der Fusion, ging das junge Unternehmen unter dem Namen Qantas Services an die Börse und sammelte 45 Millionen Dollar ein, die sofort für weitere Zukäufe genutzt wurden.
Also ein ganz, ganz schneller Deal, quick and dirty, könnte man sagen.
Ja, und so ein bisschen erinnert mich so dieser Einstieg und die Beginne an den Scottish Mortgage Trust, der ja auch ganz früh in Infrastruktur investiert hat und daher für dich an dieser Stelle der Hinweis, wenn du die Folge noch nicht gehört hast, dann schau da auch unbedingt mal rein.
Aber Christian, weiter.
Ja, Qantas Services, damals irgendwie ein schnell zusammengeflicktes Roll-up, an die Börse gefurzt und dann mit Kapital ausgestattet.
Heute, 28 Jahre später, ist aus Qantas Services ein S&P 500 Unternehmen geworden.
Konzernweit knapp 70.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Umsatz 2025 rund 28,5 Milliarden Dollar.
Dieses Jahr sollen es 35 Milliarden.
Dollar werden und der Wachstumstreiber, na klar, mal wieder Stromnetze, der KI-Boom, denn die Milliarden, die die Hyperscaler wie Microsoft, Alphabet oder Amazon in Rechnungszentren stecken, die landen eben nicht nur bei den Chip-Herstellern, sondern auch bei Unternehmen wie Quanta, die die dafür notwendige physische Infrastruktur bauen.
Seit dem Börsengang, der orchestriert wurde von Forster und Main Street Capital, da hat sich der Kurs von Quanta per Saldo mehr als verachtzigfach.
Wobei man allerdings sagen muss, Zwischen 2000 und 2020 mussten die Aktionäre eine ziemlich lange Durststrecke durchleiden.
Davon hat Manstreet allerdings nicht mehr allzu viel mitbekommen.
Der Fonds ist relativ bald nach dem IPO mit schnellem Gewinn ausgeschieden.
Also nicht nur schnell an die Börse, auch wieder schnell raus.
Zeigt aber auch was.
Gewinne realisieren, mitnehmen und weiter verwandeln.
Genau, in dieser ganz steilen Wachstumskurve war Mainstreet dabei und den Gewinn haben sie dann realisiert.
Wohlgemerkt nur das Unternehmen.
Forster selbst ist Qanta noch bis 2025 als Board Member.
verbunden geblieben und hält noch immer 178.000 Aktien des Unternehmens.
Die hatten per Halbjahresultimo immerhin auch einen Wert von 120 Millionen Dollar.
Und das ist nicht schlecht für so einen Deal, den man irgendwann vor zwei Jahrzehnten mal mitbegleitet hat und der eigentlich nur eine Durchgangsstation war.
Und Main Street Capital hat natürlich nicht nur finanziell von diesem Deal profitiert, sondern dieser Track-Rekord, der lockte natürlich auch weitere Investoren an.
Sowas fiel auch damals schon auf, innerhalb von sechs Monaten was zusammengeschustert und erfolgreich an die Börse gebracht.
Zumal man ja noch einen zweiten Treffer an der Börse landen konnte, nämlich US Concrete.
Auch wieder.
So ein Roll-up, diesmal für regionale Beton- und Baustoffunternehmen.
Die kamen 1999 an die Börse, sind inzwischen allerdings nicht mehr notiert.
Im Sommer 2021 wurde US-Concrete für 1,3 Milliarden Dollar von Vulcan Materials übernommen, dem größten Baustoffproduzenten der USA.
Auch eine spannende Aktie, die trotz oder vielleicht gerade wegen des bodenständigen Geschäfts in den letzten fünf Jahren ungefähr genauso gut gelaufen ist wie der S&P 500.
Und jetzt mit einem 33er KGV für einen Zykliker.
ziemlich ambitioniert bewertet ist.
Aber wir sehen auch hier, selbst der junge Vince Foster hatte seine Finger schon in einigen Deals drin, die bis heute irgendwie nachwirken.
Der hat also schon gemeinsam mit seinem Partner Rapid und den Teams Dinge unternehmerisch auf die Schiene gesetzt.
die sich dann auch tatsächlich weiterentwickelt haben.
Das war nicht nur kurz ein Hype zu reiten.
Insgesamt hat Main Street Merchant Partners, dieser erste Fonds von Foster & Rapid, in den drei Jahren zwischen 1997 und 2000 eine Performance von 300% erzielt.
Also allerbeste Voraussetzung, um anschließend...
frisches Kapital einzuwerben und zwar so richtig.
Wäre da nicht die Geschichte dazwischen gekommen.
Der Crash der New Economy, dann die Terroranschläge vom 11.
September und die anschließende Rezession.
Das hat natürlich Spuren gelassen und Netzwerk hin oder her.
Es dauerte bis 2002, bis der Nachfolgefonds.
Mainstreet Mazzanine genannt, dann tatsächlich an den Start ging.
Der war dann auch schon deutlich größer, nämlich ausgestattet mit 100 Millionen Dollar Kapital.
Und das war auch eine Besonderheit, strukturiert als sogenannte SBIC, nämlich als Small Business Investment Company.
Da sind wir jetzt mitten in...
Förderdschungel der US-Regierung.
Dieses Programm wurde schon 1958 ins Leben gerufen, um dem amerikanischen Mittelstand Zugang zu Wachstumskapital zu geben.
Und das Besondere daran ist die Brücke zwischen privatem Kapital einerseits und staatlicher Förderung andererseits.
Denn für jeden US-Dollar, den der Fonds von privaten Investoren einsammelt, kann er bis zu zwei weitere Dollar von der Regierung leihen.
Und zwar zu sehr niedrigen Zinssätzen.
Also ein bisschen zurück zu den Wurzeln von Foster, der ja mit Mittelstandsunternehmen groß geworden war.
Ja, wir haben da also quasi einen staatlichen Investitionshebel, der aber allerdings an strenge Bedingungen geknüpft ist.
Das Geld muss als Eigenkapital, also per Aktie oder Anteile oder als langfristiges Fremdkapital per Darlehen zur Verfügung gestellt werden, um das Wachstum, die Modernisierung oder Arbeitsplätze in den USA dann auch zu fördern.
Zudem gibt es dann auch Grenzen, was die Größe angeht.
Aktuell dürfen SBICs nur Unternehmen finanzieren, deren materielles Nutzung.
Nettovermögen unter 24 Millionen Dollar liegt.
Und der durchschnittliche Nettogewinn der letzten zwei Geschäftsjahre darf maximal bei 8 Millionen Dollar liegen.
Es geht also wirklich um kleine Unternehmen, während Roll-Ups, mit denen Foster sein bisheriges Berufsleben verbracht hatte, aus diesen Dimensionen, der dann irgendwann zwangsläufig herausgewachsen sind, ja eben dann, wenn sie Traktionen bekommen und erfolgreich skalieren.
Und Main Street war dann eben somit dann auch gezwungen, Investitionen breiter zu schützen.
um die Anlagegrenzen dann auch wirklich einzuhalten.
Weil diese superschnellen Erfolge, das konnten sie damit nicht mehr machen.
Aber das funktionierte auch wieder so gut, dass man schon 2006 einen zweiten SBIC auflegen konnte.
Dieses Mal dann mit einem noch höheren Volumen von 150 Millionen US-Dollar.
Wir haben aber dann auch Nachteile der SBICs.
Diese sind standardmäßig auch zeitlich befristet.
Und das günstige Geld, das die US-Regierung dem Fonds leiht, wird über Anleihen mit einer ganz starren Laufzeit von zehn Jahren vergeben.
Und am Ende dieser Laufzeit wird der gesamte geliehene Millionenbetrag dann auf einen Schlag fällig.
Wir haben also hier eine Lump Sum Payment, sodass der Fonds seine Beteiligung irgendwann zu Geld dann eben machen muss.
Auch wenn die Wirtschaft gerade in einer Rezension steckt oder aber auch die Preise für Unternehmen mies sind.
unter Druck verkaufen müssen.
Jemand wie Foster, der bei Arthur Anderson Optimierung bis ins letzte Detail gelernt und auch praktiziert hat, dem kann sowas ja eigentlich nur missfallen.
Zumal das Auszahlen von Investoren ja bedeutet, dass man für einen Folgefonds wieder neues Kapital dann einwerben muss.
Und Foster, der wollte Permanent Capital.
Und das nicht abgezogen werden kann, sondern fix als Investitionskapital dann auch im Unternehmen bleibt.
Und deshalb schon 2007, also fünf Jahre vor Ablaufdatum des ersten SBICs, der visionäre Schritt, die Gründung von Main Street Capital Corporation.
Nicht als Fonds, sondern als BDC, also als Business Development Corporation.
Auch damit spielte Foster wieder auf der regulatorischen Klaviatur, wobei die Struktur dafür bereits...
bereits aus 1980 dann stammt.
Ja, und da sind wir dann bei Jimmy Carter und Ronny Reagan.
Denn damals, nach dieser langen Stagflation der 1970er Jahre, hat man sich entschieden, dem Mittelstand auf die Beine zu helfen mit dem sogenannten Small Business Investment Incentive Act von 1980.
Und mit dem wurde diese BDC, diese Business Development Company Struktur geschaffen.
Der Act sollte vor allem den Kapitalmarktzugang für kleinere und wachstumsstarke Unternehmen verbessern, vor allem auch den Zugang zu Risikokapital, also wirklich staatlich orchestriertes Venture Capital und das mit einer neuen Unternehmensform.
BDC als Investmentgesellschaften, die über Aktien Kapital einsammeln und dieses dann an mittelständische Unternehmen ausreichen, als Eigenkapital oder als Fremdkapital.
Und das ist dann...
in dieser Struktur an ein paar besondere Bedingungen geknüpft, denn es gibt entscheidende Vorteile.
Damit ein Unternehmen überhaupt BDC werden kann, muss es mindestens 70% seines Vermögens in nicht börsennotierte amerikanische Firmen investieren.
Oder in kleine börsennotierte Firmen mit einer Marktkapitalisierung von unter 250 Millionen Dollar.
Und im Gegenzug dafür, dass man sich darauf so fokussiert, das Rückgrat der US-amerikanischen Wirtschaft zu stärken, gibt es für die BDCs ein mächtiges Steuerprivileg.
Sie können sich nämlich ganz ähnlich wie ein Real Estate Investment Trust, DREED, als sogenannte Regulated.
Investment Company qualifizieren.
Und das heißt, Katharina?
Das heißt ein richtig schönes Häppchen.
Und zwar, solange mindestens 90 Prozent des steuerpflichtigen Einkommens an die Aktionäre ausgeschüttet werden, zahlt das Unternehmen selbst keine Körperschaftssteuer.
Die Steuerlast, die wandert nämlich komplett zu den Anlegerinnen und Anlegern.
Und das ist der Grund, warum...
BDCs traditionell so hohe Dividendenrenditen aufweisen, sie sind einfach schlichtweg dazu verpflichtet, fast ihren gesamten Gewinn auszukehren.
Und gleichzeitig hat der Gesetzgeber auf diese Weise eine Art Anreiz für Privatanlegende geschaffen, in das Rückgrat der US-Wirtschaft dann auch zu investieren.
Unabhängig von Kursentwicklung wird die Rendite direkt sichtbar.
eben in Form der regelmäßig gezahlten Dividende.
Und damit dieses Konstrukt nicht zu einer unkontrollierten Verschuldungsmaschine wird, gibt es zusätzlich strenge Regeln für den Fremdkapitaleinsatz.
Generell muss nämlich ein BDC eine sogenannte Asset Coverage Ratio von mindestens 200 Prozent einhalten.
Ganz vereinfacht gesagt, für jeden geliehenen Dollar müssen mindestens zwei Dollar Vermögen dagegenstehen, was einer Debt Equity Ratio von 1 zu 1 entspricht.
Und im März 2018 hat der amerikanische Kostik mit dem Small Business Credit Availability Act diese Grenze unter bestimmten Bedingungen wie der Zustimmung der Aktionäre auf 150 Prozent gesenkt.
Und das erlaubt BDCs bisher oder seither ihre Verschuldung faktisch zu verdoppeln, also auf bis zu 2 zu 1.
Und insgesamt ist die BDC-Struktur also deutlich flexibler als die SBIC-Fonds, vor allem was die Auswahl ihrer Zielunternehmen angeht und auch eben Verfügbarkeit des Kapitals.
Denn ein BDC hat eben keine Laufzeit, die Investoren müssen nicht ausgezahlt werden.
sondern eben wer aussteigen will, der muss seine Anteile über die Börse verkaufen.
Wobei es aber eben auch nicht börsennotierte BDCs gibt, die Anteile zurücknehmen.
Aber das ist dann wiederum ein eigenes Thema.
Ja, jedenfalls in dieser Struktur der börsennotierten BDC hat sich Main Street Capital dann also aufs Parkett gewagt.
Und zwar im Oktober...
Oktober 2007.
Zum Ausgabepreis von 15 Dollar je Aktie und einem zunächst mal recht bescheiden anmutenden Bruttoerlös von gerade einmal 56 Millionen US-Dollar.
Oktober 2007.
Großartiges Timing, muss man sagen.
Auf jeden Fall auf den letzten Drücker.
Denn wenig später wurde ja das komplette Ausmaß dieser Supreme-Krise.
Offensichtlich, die dann zur Finanzkrise und einem globalen wirtschaftlichen Schockfrost geführt hat.
Und in dem Umfeld hatten dann selbst Großkonzerne zu kämpfen, um liquide zu bleiben, um Kapital einzusammeln.
Ich erinnere mich, damals Daimler begab eine dreijährige Anleihe mit 9% Zinsen.
Und in dem Umfeld wäre es unmöglich gewesen, Geld für kleine und mittlere Unternehmen einzusammeln.
Egal wie gut der Track Record auch vorher war.
Insofern, die hatten so gerade eben noch den Sprung an die Börse geschafft, bevor das Fenster sich erstmal mit Karacho schloss.
Und das war für das Unternehmen natürlich eine unglaublich komfortable Situation.
Ja, denn Main Street musste eben nicht Geld einsammeln.
Und im Vergleich zu dann anderen Fonds und Finanzinstituten mussten sie dann 2008, 2009 dann auch nicht panisch Vermögenswerte zu Geld machen, um auch Investoren auszuzahlen.
Denn man hatte der von Vince Foster noch gerade eben rechtzeitig implementierten BDC-Struktur seit Dank.
Permanentes Kapital.
Und damit wurde Main Street Capital sogar zum Krisengewinner.
Da der US-Mittelstand von den traditionellen Banken komplett abgeschnitten war, konnte Main Street nun die Bedingungen diktieren und aus den durch den Börsengang erlösten Kapital erstklassige Kredite zu zweistelligen Zinssätzen vergeben.
Und das ist eben der Grundstock für die grandiose Wachstumsstory.
Die allerdings erstmal, das muss man auch sagen, mit einem brutalen Abverkauf begann.
Denn als diese Krise 2008 Fahrt aufnahm, da wollten oder mussten viele Aktionäre, die kurz zuvor beim IPO noch eingestiegen waren, nur noch raus.
Was eben in dieser BDC-Struktur, anders als bei Investmentfonds, eben nur über die Börse möglich ist.
Verkaufsdruck einerseits hast und andererseits einen ausgetrockneten Markt, aus dem es kaum Nachfrage gibt, dann fallen die Kurse quasi ins Bodenlose.
Die Mainstreet-Aktie bröckelte erst so langsam ab und sackte dann nach der Pleite von Lehman Brothers sozusagen dem Super-GAU der Finanzkrise so richtig durch.
Und zwar bis in den einstelligen Bereich.
Und Ende 2008 lag der Kurs dann zeitweise 40% unter dem Emissions- Preis vom Oktober 2007.
Klar, in den Verwerfungen damals haben wir noch ganz andere Performancezahlen nach unten gesehen.
Da sind sie noch glimpflich davongegangen.
Trotzdem von der Aufspruchstimmung, die beim Börsengang 2007 da war, zumindest auf dem Parkett nichts mehr zu spüren.
Allerdings, wie das eben so ist in Krisen, wer damals den Mut zum Einstieg hatte.
bei Main Street Capital.
Der wurde sehr schnell belohnt.
Schon Anfang 2010 sah Main Street diese 15-Dollar-IPO-Preis wieder und 2013 kostete die Aktie schon mehr als 30 Dollar.
Also trotz einer epochalen Finanzkrise seit dem Börsengang ein Verdoppler in gut sechs Jahren.
Da waren die Investoren natürlich wieder versöhnt.
Ja und anschließend, da ging es ja auch noch weiter rauf, nicht mehr ganz so steil, aber im Herbst 2025, da notierte die Aktie sogar bei 65 Dollar.
Heute im Sommer 26 sind es überhin noch 50 Dollar, mehr als dreimal so viel wie beim IPO.
Naja, wobei jetzt so eine Verdreifachung in knapp 20 Jahren nicht so wirklich aufregend ist, schon gar nicht im Vergleich mit Indizes wie im S&P 500, der im selben...
Zeitraum eine Verfünffachung hingelegt hat.
Aber wir müssen ja auf der anderen Seite nochmal zum Anfang zurückgehen.
Die Kursperformance ist ja nur ein kleiner Teil der Rendite.
Denn wie festgestellt, BDCs müssen den Großteil ihres Gewinns an die Aktionäre ausschütten.
Und das tut Mainstreet seit dem Börsengang in ganz besonderer Weise.
Denn erstens Mainstreet überweist seine Dividende nicht wie die allermeisten US-Unternehmen quartalsweise, sondern monatlich.
Schön, es klingelt jeden Monat.
Genau, man könnte eigentlich mit The Monthly Dividend Company werben, aber dieser Claim ist ja bekanntlich schon an den Nackauf-Reit-Reality-Income vergeben, zu dem wir übrigens auch schon.
einen Deep Dive gemacht haben hier bei Asset Class.
Doch genau wie Realty Income zielt Main Street mit dieser Dividendenfrequenz natürlich auf Privatanlegerinnen und Privatanleger, die aus ihrem Vermögen ein möglichst regelmäßiges Einkommen erzielen möchten.
Und naja, wenn jeden Monat Geld aufs Konto tröpfelt, dann ist das zwar für sich genommen.
Kein Qualitätsmerkmal, aber auf jeden Fall ein psychologischer Pluspunkt.
Und dieser...
Der monetäre Nieselregen, wie ich das ja gerne nenne, der stärkt auch die Investorenbindung.
Ja, ist ja schön, regelmäßig mal auch was davon nicht nur zu hören, sondern auch immer ein bisschen was zu sehen.
Ja, ist ja auch toll, wenn das Unternehmen E-Mails schickt oder so, was sie gerade alles Tolles machen.
Fein, aber der schönste Gruß, den man von einem Unternehmen bekommen kann, ist der auf dem Kontoauszug.
Und das jeden Monat, klasse Sache.
Zweitens hat Mainstreet die Dividende seit dem Börsengang.
kein einziges Mal gesenkt.
Weder in der Finanzkrise noch in der Pandemie 2020 oder nach der Zinswende 2022.
Ganz im Gegenteil, die Ausschüttung ist sukzessive gewachsen.
Im Jahr 2009 gab es jeden Monat regulär 12,5 Dollar Cent.
Aktuell sind es 26,5 Dollar Cent.
Das heißt also, in 15 Jahren Mehr als verdoppelt.
Das ist eine durchschnittliche Steigerung um 5,1%.
Das ist jetzt nicht Raketenniveau, aber es ist deutlich mehr als die Inflationsrate.
Und das ist auch wieder ein ganz wichtiges Argument für die Privataktionäre von Mainstreet Capital.
Und drittens zahlt Mainstreet immer wieder erfolgsabhängige Sonderdividenden.
Weshalb?
in manchen Monaten, dieses Jahr etwa im März und im Juni schon, statt der regulären Ausschüttung 30 Dollar Cent auf dem Konto gelandet sind.
Also 26,5 Cent hier, da, 30 Cent.
Das sind alles Kleckerbeträge für sich genommen.
Aber über die Zeit summiert sich das eben seit dem Börsengang.
hat Main Street in Summe knapp 50 Dollar an Dividenden ausgeschüttet.
Will heißen, wer seit dem IPO dabei ist, also zu 15 Dollar eingestiegen ist, hat den Einstandspreis zumindest brutto schon dreimal über die Dividende reingeholt.
Allein dieses Jahr sind bereits knapp 3 Dollar je Aktie ausgeschüttet bzw.
annonciert worden.
Bis Dezember dürften nochmal mindestens 80 Dollar Cent hinzukommen.
Also über den Daumen mal so 3,75, 3,80 Dollar dieses Jahr.
Und naja, für Erstzeichner nochmal.
15 Dollar Einstiegspreis.
im Jahr 2007, bedeutet das jetzt eine persönliche Dividendenrendite von sagenhaften 25%.
Ist also wieder mal ein Beispiel dafür, wie Dividendenrenditen sich im Laufe der Zeit entwickeln können, wenn das Unternehmen ordentlich performt.
Vielleicht eine bescheidene Anfangsrendite, aber Wachstum?
Und Kontinuität sorgen dafür, dass wir jetzt hier bei 25% sind.
Und also selbst in Relation zum aktuellen Aktienkurs von gut 50 Dollar kommt man auf Basis dieser Dividend Run Rate auf mehr als 6%.
Ja und entsprechend stark sieht da natürlich dann auch die Gesamtperformance aus.
Summiert man seit dem Börsengang Kursperformance und Dividende auf, kommt man bis Juli 2025 auf rund 580 Prozent Zuwachs.
Also schon was, was dann irgendwie Freude macht und hätte.
Man hat die Ausschüttung immer gleich reinvestiert, beläuft sich das Plus sogar auf knapp 1600 Prozent, also eine Versiebzehnfachung.
Was ja übrigens kein Hätte mehr ist, denn in den USA ist das ja schon seit langem ein Thema und da wird es von den Unternehmen ja angeboten, diese Drip-Pläne, Dividend-Reinvestment-Plans.
Da ist es auch steuerlich ein bisschen besser gelöst.
Netto ausgezahlte Dividende dann, also abzüglich Steuer, automatisch wieder reinvestieren.
Und zwar wo?
Na klar, im Scalable Broker mit der Funktion Drip, die du in der App einfach mit einem Schalter umlegen kannst.
Leider ist es eben nicht die Bruttodividende, sondern nur die Nettodividende.
Aber das liegt nicht an uns, sondern das ist ein Thema, was Vater Staat lösen muss.
Definitiv, aber.
Mit der Versiebzehnfachung braucht Main Street auch den Vergleich mit dem S&P 500 nicht mehr ganz zu scheuen.
Der kommt nämlich seit Oktober 2007 inklusive reinvestierter Dividenden per Saldo nur auf einen Gesamtertrag von rund 600 Prozent.
Also eine Versiebenfachung.
Zweifelsohne eine Performance zum Niederknien, Christian, wie du sagen würdest, vor allem eben dank der Dividenden.
Also Versiebzehnfachung gegen Versiebenfachung.
Das über diesen Zeitraum seit 2007.
Wohlgemerkt inklusive des schlimmsten Teils.
der Finanzkrise und aller anderen Krisen, die wir in dieser Zeit auch erlebt haben.
Ja, jetzt wollen wir nicht zu viel loben, denn Dividende ist ja nur das, was hinten rauskommt.
Und du sagst ja auch oft, dass hohe Dividendenrenditen vielfach kein Qualitätsmerkmal, sondern ja auch ein Warnsignal sind.
Folglich dürfen wir ja nicht nur auf die Zahlen der Vergangenheit blicken, sondern müssen auch nochmal genauer aufs Geschäftsmodell durchleuchten.
Wo kommen denn die Dividenden her und wie nachhaltig sind denn auch diese Ausschüttungen?
Da gehen wir erstmal dahin, wo sie her.
Und da lautet das Zauberwort LMM.
Also wohlgemerkt LMM.
Wir reden ja momentan viel über LLM, Large Language Models.
Ist nah dran, aber doch weit weg.
LMM steht für Lower Middle Market.
Und das zielt darauf ab, dass viele BDCs sich ja als reine Kreditgeber für Größere...
Unternehmen profilieren, die vielfach auch schon im Besitz von Finanzinvestoren sind.
Also letztendlich damit am Tropf der Wall Street hängen.
Main Street geht dahin, wo die Hochfinanz nicht ist.
Eben auf die Hauptstraßen.
Die Main Streets in der Provinz.
Man bückt sich ein bisschen tiefer.
Zielt auf inhabergeführte Mittelständler mit einem jährlichen Umsatz zwischen 10 und 150 Millionen Dollar und einem operativen Gewinn zwischen 3 und 15 Millionen Dollar pro Jahr ab.
Das sind die Zielgrößen, die Main Street momentan in der Investorenpräsentation angibt.
Firmen also?
wenn man sich diese Dimensionen nochmal vergegenwärtigt, die sowohl für Großbanken als auch für die großen Private Equity Fonds schlichtweg zu klein sind und die für viele Regionalbanken aber zu risikoreich sind.
Also quasi so eine Austastlücke.
Und genau in dieser Austastlücke Und da sind wir dann beim zweiten Differenzierungsmerkmal.
Da bietet Main Street sogenannte One-Stop-Finanzierungen an.
Und das heißt nichts anderes als Fremdkapital und Eigenkapital aus einer Hand.
Wir haben es also hier bei diesen LMM-Deals quasi mit zwei Komponenten zu tun.
Zunächst, Komponente 1, vergibt man erstrangig besicherte Darlehen.
Auf Englisch Senior Secured Debt.
Das sind Kredite, die besichert sind durch die harten Vermögenswerte von Unternehmen, also Liegenschaften, Produktionsstätten oder Vorräte.
Und die werfen immense Zinsen ab.
Der Durchschnittszins im Portfolio von Main Street Capital liegt momentan bei 12,6%.
Prozent per annum und das entspricht einer Zinsmarge bezogen auf die eigenen Refinanzierungskosten von 700 Basispunkten.
Und wenn du 700 Basispunkte Zinsmarge machst, die ja dann auch kontinuierlich gezahlt werden, wenn alles normal läuft, dann hast du damit eine Basis für satte Cashflows schon mal gelegt.
Das ist aber nur Komponente 1.
Dazu kommt Komponente 2, nämlich der sogenannte Equity-Kicker.
Im Zuge der Kreditvergabe sichert sich Mainstreet gleichzeitig eine direkte Minderheitsbeteiligung an dem Portfolio-Unternehmen.
Im Durchschnitt etwa so ein Drittel der Anteile, entweder über Aktien oder Optionen oder Genussrechte.
Man hat also auf jeden Fall ein wirtschaftliches Interesse.
Diese Kombination, das ist die eigentliche Renditemaschine für die Aktionäre, denn während die hochverzinsten Kredite für laufende Einnahmen sorgen und dadurch natürlich auch die monatliche Dividende tragen, ist der Equity-Kicker der Wachstumstreiber.
Die Partizipation daran, dass so ein Zielunternehmen nicht einfach nur überlebt.
irgendwie, sondern tatsächlich nachhaltig erfolgreich wirtschaftet.
Und das ist eben der entscheidende Unterschied zwischen Main Street auf der einen Seite und auf der anderen Seite einer Bank oder einem klassischen Kreditfonds.
Kreditgeber tragen immer das volle Risiko.
Aber die Upside, die Gewinnmarge, die ist eben begrenzt auf den Zins.
Main Street hingegen ist klar.
Auch voll im Risiko, verdient aber eben nicht nur an den Zinsen, sondern erhält eben, wenn es gut läuft, auch Gewinnausschüttungen und kann Beteiligungen im Erfolgsfall dann auch mit einem satten Aufschlag wieder veräußern.
Ja, und genau an dieser Stelle sind dann ja auch die großen Gewinner-Deals der Unternehmensgeschichte entstanden.
Paradebeispiele sind hier zwei Investitionen in Unternehmen wie CBT Nuggets, ein Anbieter von IT-Online-Trainings oder Harrison Hydrogen, ein Hersteller von hydraulischen Generatoren.
Und Main Street, die sind da zu einem Zeitpunkt eingestiegen, als die Firmen zwar wachsen wollten, aber eben keine Bankkredite bekommen haben.
Und über die Jahre, da flossen nicht nur die Zinsen für die Darlehen zurück, Unternehmen expandierten und später profitabel rekapitalisiert bzw.
auch verkauft wurden, konnte Main Street das investierte Kapital vervielfachen.
Wobei das natürlich auch nicht immer funktioniert.
Du hast es eben davon gesprochen, sie gehen ja auch immer ins volle Risiko und auch Main Street.
Griff mal daneben.
Im dritten Quartal 2025 beispielsweise meldete Main Street einen realisierten Verlust von knapp 20 Millionen US-Dollar aus der gescheiterten Sanierung von zwei Portfolio-Unternehmen.
Gehört auch dazu.
Klar, oder nehmen die Jahre 2015, 2016.
Damals ist der Ölpreis kollabiert und Main Street ist ja, wir haben mehrfach über die Texas Connection gesprochen.
in Houston beheimatet.
Sie haben also allein dadurch durch diese Nähe lange Zeit eine spürbare Gewichtung bei lokalen Energiedienstleistern und Zulieferern für die Fracking-Industrie gehabt.
Und mehrere dieser Kredite mussten dann als ausfallgefährdet eingestuft und später auch komplett abgeschrieben werden.
Natürlich die Pandemie 2020 hat auch ihren Tribut im Portfolio gefordert, insbesondere klar bei Investments im Bereich der gehobenen Gastronomie oder bei physischen Dienstleistern, die dann eben im Rahmen der Lockdowns monatelang ohne Einnahmen dastanden.
Und das wurde eben nicht alles so abgepuffert, wie wir das hier bisweilen in Deutschland gesehen haben.
Ja Christian, da kommt dann ja aber ein weiteres Zauberwort ins Spiel und das heißt Diversifikation.
Ja, ich liebe es.
Diversifikation.
Großartig.
Schmeißt nie alle Eier in einen Korb und zumindest muss der Korb groß genug sein und gut gepolstert.
Ja, Main Street hat natürlich im Laufe der Jahre sehr gute Risikomodelle.
Du hast ja auch Todd Rappert angesprochen im Maschinenraum des Unternehmens.
Aber auch die besten Risikomodelle, das kennen wir auch von den Kapitalmärkten, die schützen eben nicht vor Ausfällen.
Deshalb steckt selten mehr als ein Prozent des Vermögens in einem einzelnen Unternehmen bei Main Street.
Das größte Engagement kommt derzeit auf einen Anteil von 3,4 Prozent am Portfolio.
Und insgesamt hält man 93 von diesen LMM-Investments, also von Engagements in diesem Lower-Middle-Market, tief ins Regal gebürgt bei kleinen Unternehmen.
Streut Main Street sehr breit über alle möglichen Branchen, wobei Maschinenbau mit so einem Portfolioanteil von einem Sechstel durchaus einen Schwerpunkt darstellt.
Aber Maschinenbau ist eben auch eine sehr breite Definition mit sehr vielen Anwendungsmöglichkeiten und sehr vielen Zielsektoren dann.
Und gerade in Zeiten von KI schauen wir natürlich auch auf den gesamten IT-Sektor.
Software, Services, IT-Dienstleistung, dieser ganze Komplex ist bei Main Street im Portfolio aktuell nur mit rund 10% gewichtet.
Will heißen, diese vielbeschworene FOBO, diese Fear of Becoming Obsolete, die Angst, dass Softwaregeschäftsmodelle durch KI-Agenten disruptiert werden.
die spielt für Main Street nicht so eine große Rolle wie für viele Private Credit Fonds, die derzeit in den Schlagzeilen sind.
Ja, und Private Credit, das ist ein wichtiges Stichwort, denn das LMM-Modell, diese Kombination aus Fremd- und Eigenkapital, das ist ja dann auch wieder nur eine Säule des Geschäfts, denn es gibt ja noch einen zweiten Geschäftsbereich, nämlich die Private Loans.
Was hat es damit auf sich?
Mainstreet hat insgesamt konzernweit 9,2 Milliarden Dollar investiertes Kapital under management.
Und man kann sich vorstellen, dass sich ein Betrag dieser Größenordnung nicht ausschließlich im Lower Middle Market unterbringen lässt.
Dennoch wollte und will Mainstreet natürlich weiter wachsen.
Und deswegen hat man eben dieses...
Private Loans Segment aufgebaut.
Das heißt, die Gesellschaft vergibt gezielt Kredite an etwas größere Unternehmen, die typischerweise von anderen Private Equity Fonds kontrolliert werden.
Das sind so Dimensionen umsatzmäßig zwischen 25 und 500 Millionen US-Dollar und EBITDA so zwischen 7,5 bis 50 Millionen Dollar.
Also volumenmäßig in einer oder zwei liegen über diesem Lower Middle Market.
Wichtig hier, die Kredite sind zu 95% besichert, fast ausschließlich erstrangig.
Und sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie nahezu immer variabel sind.
verzinst sind.
Wenn also die Marktzinsen steigen, dann wirft dieses Portfolio automatisch höhere Erträge ab und natürlich auch umgekehrt genauso.
Damit ist aber vor allem sichergestellt, dass dieses Private Loan Segment komplementär ist zum LMM-Modell.
Das setzt nämlich vorwiegend auf fixe Zinsen.
Die beiden Säulen sind also in der Kombination dann weniger zinssensitiv.
Gleichzeitig, das muss man festhalten, ist das Risiko hier natürlich größer.
Denn bei diesen LMM-Finanzierungen, da ist Mainstreet eben im Driving Seat.
Die tragen alleine den gesamten Deal und können auch alles steuern.
Beim Private Loan sitzt Main Street letztendlich in einem Boot mit Private Equity Gesellschaften.
Und die sind zwar vielleicht anders als der langjährige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering vor 20 Jahren mal gesagt hat, keine Heuschrecken, aber sie sind auf jeden Fall Haifische.
Und um die Eigenkapitalrendite zu optimieren, arbeiten die in aller Regel...
mit hohem Finanzierungshebel.
Wenn dann die Konjunktur mal schwächelt und die Zinslast drückt, dann kann es auch schnell ungemütlich werden, denn in Krisen neigt Private Equity einfach zu knallhartem.
Liability Management will heißen, die Fonds versuchen, die Verträge neu zu verhandeln, Zinszahlungen in neue Schulden umzuwandeln.
Da taucht dann manchmal dieses Stichwort Payment in Kind auf, was dann im Grunde der Zinseszinseffekt als Schnee...
nur Richtung Lawine ist, da wird man nämlich dann von erdrückt, oder eben auch Sicherheiten so zu verschieben, dass Kreditgeber am Ende den Kürzeren ziehen.
Heißt also für Main Street, die müssen ihre Kreditverträge schon sehr wasserdicht schreiben, um nicht von den Haien gefressen zu werden.
Bislang scheint das ganz gut zu gelingen, auch wegen der Diversifikation, aber So einen richtigen wirtschaftlichen Einbruch hatten wir ja, abgesehen von der Sondersituation der Pandemie, seit der Great Recession.
Also der Finanzkrise nicht mehr.
Insofern würde ich sagen, für das Private Loan Portfolio, da steht der finale Stresstest noch aus.
Halten wir also mal fest, wir haben es bei Main Street momentan mit einem über 9 Milliarden Dollar schweren Portfolio zu tun, in dem komplexe Finanzengagement bei knapp 200 Unternehmen stecken.
Etwa hälftig verteilt auf LMMs und Private Loans.
Christian, wie bewertet man denn jetzt so eine Aktie?
Naja, es gibt ja unterschiedliche Perspektiven für eine Bewertung.
Einerseits, was sagt das Unternehmen?
Andererseits, was sagt der Markt?
Lass mal reinschauen.
Wie das Unternehmen sich selbst sieht, erfährt man natürlich im Rahmen der Quartalsberichte.
Denn Mainstreet führt alle drei Monate nach gängigen Rechnungslegungsverfahren eine Bewertung des Portfolio durch.
aus der dann der sogenannte NAV resultiert.
Net Asset Value, Netto Vermögenswert, hatten wir auch beim Scottish Mortgage Fund schon drüber gesprochen.
Dieser NAV lag bei Main Street Capital Ende Q1 2026 bei etwa 33,50 Dollar.
Also übrigens 50 Prozent höher als auf dem Tiefpunkt der Corona-Krise.
Man hat also den Wert des Portfolios da schon schön gesteigert.
Gleichzeitig müssen wir natürlich zugeben, das ist ein rein buchhalterischer Wert, dieser Net Asset Value, der zwar durchaus eine gewisse Orientierung bietet, aber für den ich mir als Aktionär nichts kaufen kann, denn ich kann ja eben meine Aktien nicht zu diesem Wert zurückgeben, denn wir leben ja hier im Permanent Capital.
Das ist ja der große Vorteil aus Sicht des Unternehmens.
Aber wahrscheinlich würde man sowieso seine Mainstreet-Aktien ungern an das Unternehmen zurückgeben, denn der Markt fällt ein sehr überraschendes Urteil.
Oftmals werden solche Investmentgesellschaften an der Börse ja unter ihrem bilanzierten Wert gehandelt.
Man nimmt also auf dem Parkett einen Abschlag vor und das ist ja auch logisch.
Denn nicht nur die Transparenz ist eingeschränkt, sondern auch die Liquidität.
Denn selbst wenn das Management zu der Erkenntnis gelangt, dass irgendein Engagement sich ungünstig entwickelt, Main Street kann ja nicht einfach so aussteigen.
Es gibt ja keinen Markt für diese kleinen Firmenbeteiligungen und Krendite.
Ist nicht so, dass du einfach auf eine Taste drücken kannst, so wie bei einer Apple-Aktie.
Normalerweise müsste es dafür einen Abschlag an der Börse geben.
Bei Main Street ist aber genau das nicht der Fall.
Im Gegenteil.
Im Durchschnitt der letzten Jahre war die Aktie 50% teurer als der bilanzierte Wert.
Es gab sogar Phasen, da lag diese Prämie sogar jenseits von 80%.
Und nur im Corona-Crash, als alle dachten, okay, jetzt kommt die große Weltwirtschaftskrise, NRV und Börsenkurs für eine ganz kurze Zeitspanne mal gleich auf.
Damals war die Aktie dann eben in wenigen Wochen um 60 Prozent eingekracht, hat sich aber dann auch wieder entsprechend schnell erholt.
Warum machen Investoren sowas?
Also für ein Unternehmen mehr bezahlen als das, was das Unternehmen selbst als Wert ansetzt, das ist ja ein immenser Vertrauensvorschuss.
Ja, auf jeden Fall ein Vertrauensvorschuss, der sich im Wesentlichen auf drei Faktoren stützt.
Erstens.
Der Track Record, muss man ja mal sagen.
Main Street hat vom Start weg sehr solide gewirtschaftet, was eben nicht nur durch die Dividendenhistorie belegt wird, sondern auch durch die Bilanz.
Wenn wir mal auf das Verhältnis von Schulden und Eigenkapital gucken, das liegt nur bei 0,73.
Man reizt also diesen regulatorischen Spielraum.
die Schuldenobergrenze, über die du ja eben auch gesprochen hast, nicht aus.
Übrigens im Gegensatz zu vielen anderen BDCs, die gerade in jüngster Zeit kräftig Fremdkapital nachgeladen haben, auch um damit notleidende Engagements zu päppeln.
Zweiter Punkt, die Equity-Kicker.
Die sind nämlich entsprechend den Rechnungslegungsstandards tendenziell konservativ.
Wenn die LMM-Unternehmen sich dagegen erfolgreich entwickeln und Mainstreet die Beteiligungen verwerten kann, dann dürften in dieser Bilanz entsprechende stille Reserven schlummern.
Und ein Teil dieses Potenzials wird eben schon von der Börse eingepreist.
Und dritter Punkt.
Das ist ein systemischer Vorteil.
Main Street managt sich nämlich selbst.
Die meisten BDCs sind eigentlich bloße Kapitaltöpfe, die dann von externen Vermögensverwaltern gesteuert werden.
Das sind oft große Hedgefonds oder Private Equity Gesellschaften wie KKA oder Apollo.
Die lassen sich dafür natürlich entsprechend bezahlen.
Horrende Gebühren, die dann auf dem Gesamtvolumen des verwalteten Vermögens basieren.
Dadurch entsteht natürlich immer so ein gewisser Anreiz, das Portfolio nicht zuletzt durch Schulden immer weiter aufzublasen, um mehr Fundament für die Gebührenrechnung zu haben, auch wenn vielleicht das Umfeld eigentlich dagegen spricht.
Der Vince Foster hatte allerdings in seiner langen Wirtschaftsprüferkarriere gesehen, dass Fehlanreize früher oder später immer zu einem Debakel für Kapitalgeber führen.
Und deswegen ist von Anfang an das gesamte Management bei Main Street internalisiert.
Es gibt keine externen Geldverwalter, sondern nur Angestellte.
Und deren Gehälter, deren Boni sind an den langfristigen Zuwachs des NAV und an die Qualität der Kredite gekoppelt, nicht an die schiere Größe.
Dazu hast du natürlich auch einen gewissen Unternehmenswert, wenn das Know-how, das Intellectual Property eben nicht nur für horrende Gebühren immer von extern auf Zeit eingekauft wird, sondern wirklich fix im Unternehmen ist.
Wenn das...
Kompetenzzentrum selber dazugehört.
Das rechtfertigt einen Bewertungsaufschlag, wenngleich man natürlich darüber diskutieren kann, ob der nicht mit 50% im Durchschnitt ein bisschen üppig geraten ist.
Aber wie gesagt, Track Record, Equity Kicker und eben hier der systemische Vorteil des Self-Managements, das sind gleich drei.
treibende Qualitätsfaktoren.
Ja, und wenn man jetzt reinschaut und nach den typischen schmutzigen Corporate Governance-Skandalen sucht, da sucht man eben vergeblich bei Main Street.
Es gibt nie keine Schlagzeilen über veruntreute Gelder, fingierte Bilanzen oder Insiderhandel.
Das Einzige, was wirklich richtig Aufregung bringt, die es rund um die ...
Aktie dann auch zyklisch ist, sind die regelmäßigen Attacken dann von den Short-Sellern.
Diese werfen nämlich den BDCs wie Mainstreet phasenweise vor, die Bewertung ihrer nicht börsennotierten Portfoliofirmen in den Büchern zu optimistisch anzusetzen, um den Buchwert künstlich hochzuhalten.
Doch bisher sind diese Vorwürfe bei Main Street ins Leere gelaufen.
Denn sobald eine Krise kam, bewies das Portfolio seine Resilienz und die bar ausgezahlten Dividenden auf den Konten der Anleger ließen sich ohnehin nicht wegdiskutieren.
Du hast gesagt, da haben wir es schwarz auf weiß, der Gruß auf dem Kontoauszug.
Und dazu kommt dann eben auch noch, das Management hat eben Skin in the Game, ist also am Unternehmen maßgeblich bezeitigt.
Und die Corporate Insiders, also die Vorstände, Boardmember, Direktoren, die halten insgesamt mehr als 5% der Aktien.
Und allein Vince Foster, wenn wir mal wieder auf ihn schauen, der besitzt rund 1,8 Millionen Anteile im Wert von knapp 100 Millionen US-Dollar.
Und auch wenn er bereits seit 2018 nicht mehr CEO ist, sondern nur noch...
Chairman of the Board, also quasi Aufsichtsratsvorsitzender.
Ja, aber nicht nur sozusagen dadurch ist Kontinuität gewahrt.
Auch sein Nachfolger als CEO Dwayne L.
Heisek gehört seit 2000 zum Team.
Und seit 2002 ist auch der Chief Investment Officer David L.
Magdal an Bord.
Also wirklich eben langfristig, den scheint es da auch zu gefallen, weil sicherlich auch die Zahlen am Ende schmecken.
Insofern könnte Main Street-Aktionäre eigentlich das tun, was du ja sogar mal auf einen Buchtitel geschrieben hast, Christian.
Cool bleiben und Dividenden kassieren.
Im Prinzip ja, aber die übliche Antwort auf Fragen an Radio Erivan.
Also ganz klar, Qualität von Main Street gerade im Vergleich zu anderen BDCs ist auf jeden Fall bemerkenswert.
Das zeigt nicht nur der Blick auf diese lupenreine Dividendenhistorie, sondern auch der Vergleich.
mit einem BDC-ETF.
Den gibt es in Deutschland noch nicht.
Nur in den USA handelbar, der Fanag BDC Income ETF.
Der bündelt insgesamt 36.000 notierte BDCs und hat sich seit Auflegung 2013 inklusive reinvestierter Ausschüttung gerade einmal verdoppelt, während Main Street sich in dieser Zeit inklusive Dividenden mehr als vervierfachen.
Und wenn man mal die Ausschüttungen außen vor lässt, also nur auf den NAV schaut, dann haben wir bei Main Street in dieser Phase eine Stabilität mit leichter Aufwärtstendenz gesehen.
Wir haben also NAV auch gesteigert, da ist dann wieder der Equity-Kicker, während wir beim BDC-Income-ETF einen sukzessive fallenden Kurs sehen.
Also im Durchschnitt fallende NAVs dieser 36 börsennotierten.
BDCs, ja, und Wenn wir jetzt auch mal auf die letzte jüngere Vergangenheit schauen, Mainstreet-Aktie bereinigt um die Dividenden Mitte Juli gerade mal 16 Prozent unter ihrem Hoch, während andere BDCs teilweise 40 Prozent und mehr eingebrochen sind.
Beispielsweise auch so ein renommiertes Unternehmen wie KKR, die mit FSKKR Capital da gerade wirklich einen schwierigen Fall.
im BDC-Bereich haben.
Und da sieht man, es ist alles kein Zufall, sondern dass Main Street so gut dasteht, dass...
Resultiert eben aus dem besonderen Charme dieses LMM-Segments, was einerseits die kontinuierlichen Zinseinnahmen aus besicherten Krediten, andererseits unternehmerische Abseits und beides geht eben voll in die Taschen der Aktionäre, weil es keine Gebührenschinderei durch externe Verwalter gibt.
Also ganz großartiges Geschäftsmodell.
Gleichzeitig sollte man sich aber bitte darüber im Klaren sein, dass...
Mainstreet jetzt nicht irgendwie so eine kuschelige unternehmerische Mittelstandsholding ist, wo man sagt, naja, wir beschützen unsere Unternehmen und wir entwickeln die ganz langsam.
Ja, ist alles toll.
Aber im Kern ist es trotzdem bei allen Narrativen eine hochkomplexe und nur bedingt transparente Finanzierungs- und Investmentsgesellschaft.
Und deren Profil liegt eben irgendwo zwischen Private Credit Engagement auf der einen Seite und einem aktiv gemanagten Small- und Micro-Cap-Trust auf der anderen Seite.
Übrigens, also wenn man gerade die Perspektive nochmal einnimmt, Small und Micro Cap, dann ist natürlich eine Mainstreet im Portfolio-Kontext jetzt auch die fokussiertere Alternative zu einem ETF auf einen US-Nebenwerteindex, namentlich auf den Russell 2000, weil der diese unglaubliche Breite hat.
Da hast du bei Mainstreet ein bisschen weniger Unternehmen, aber du hast sie dadurch ganzheitlich eben über Fremd- und Eigenkapital abgedeckt.
Also nicht nur auf die monatliche Dividende schauen, sondern auch die Risiken im Blick haben, sagst du damit ganz klar.
Ja, also wir haben einige Themen genannt.
Ich will das nochmal in zwei Punkte ein bisschen kondensieren.
Erstens, wir sehen momentan eine latente Skepsis gegenüber allem, was mit Private Credit zu tun hat.
Es gab ein paar spektakuläre Pleiten.
Manche Fonds haben ein zu hohes Exposure bei Softwareunternehmen, damit also ein zu hohes Risiko für KI-Disruption.
Und aus einigen Vehikeln, auch von namhaften Investmentgesellschaften, wollen Investoren mehr Geld abziehen, als kurzfristig zu mobilisieren ist.
Und deswegen wurden Anteilsrücknahmen rationiert.
Das ist so ein Hagel von Schlagzeilen, der auf den Private-Credit-Markt einprasselt.
Und der geht jetzt schon einige Monate.
Ist bei Main Street alles kein Thema.
Aber wenn das Vertrauen in den Sektor nachhaltig leidet, dann kann eben auch der Kurs von Main Street deutlich nachgeben, unabhängig davon, wie das Geschäft eigentlich läuft.
Weil da ist dann dieser hohe Aufschlag auf den inneren Wert, nicht nur eine Qualitätsprämie, sondern auch in gewisser Weise eine Hypothek.
Und die muss dann vielleicht mal an den Markt zurückgezahlt werden, dann schrumpft der.
Und ein zweiter Punkt, Mainstreet ist ausschließlich in den USA aktiv und da läuft die Konjunktur auf Hochtouren großartig, nicht zuletzt wegen des KI-Booms, der weit in den industriellen Bereich hineinwirkt, wo viele Portfoliounternehmen von Mainstreet auch von profitieren.
Aber wir sollten nicht vergessen, eine Wirtschaft...
kann auch überdrehen.
Und wenn die Inflation weiter anzieht und die Zinsen steigen, dann kann das gerade für kleine und mittlere Unternehmen so ungemütlich werden, dass auch eine breite Diversifikation Verluste nicht verhindern kann.
Und dann sind wir auch in einem Stresstest für diese Private Loan-Sparte.
Und dann geht es auch unter Umständen mal wirklich an die operative Substanz.
Auf jeden Fall nochmal plädiere ich dafür, der Investment Case, den du dir für Main Street machst, der sollte nicht nur allein aus fetten Prozenten bestehen, also nicht nur auf den Blick auf die Dividende, denn naja, also wenn du 5% per annum in US-Dollar haben möchtest, dann kannst du auch einfach ein US- Dollar High Yield Bond ETF kaufen, also Junk Bonds, klassische Ramsch Anleihen, dann aber von deutlich größeren Unternehmen, weil dessen Durchschnittsrendite pendelt eben auch zwischen 5 und 5,5 Prozent.
Gerade deswegen machen wir ja auch diesen Deep Dive, damit man sich mehr mit den unternehmerischen Basics, mit der Philosophie, mit dem Portfolio einer solchen BDC beschäftigt und Main Street ist da, auch was die ganze Herangehensweise, wie wir es hier gemacht haben, eigentlich ja passt pro toto.
Genau in dieser Form kannst du natürlich auch mal dir andere BDCs anschauen mit anderen Strategien, wie beispielsweise eine Iris Capital Management oder auch eine Blue Oil und ja, vielleicht auch mal einen Fallen Angel wie eine FSKKR.
wenn dich das Thema wirklich packt.
Aber dann musst du tief reingehen.
Ja, Christian, das war's für heute.
Vielen Dank, dass du dabei warst.
Und wir hoffen, dass du was mitnehmen konntest und auch, dass es dir gefallen hat.
Denn wenn es dir gefallen hat, dann lass uns einen Daumen nach oben da, ein paar Sterne und vor allen Dingen auch ein Abo.
Schreib uns aber auch in die Kommentare, wie dein Investment Case für Main Street aussieht.
ob du auch ein anderer BDCs im Portfolio hast oder warum diese Spezialität der US-Börsen, der vielleicht überhaupt gar nichts für dich ist.
Und wenn du Anregungen hast für Themen oder auch Gastvorschläge, dann freuen wir uns über deine E-Mail an podcast.scalable.capital oder schick uns auch eine Nachricht auf unseren sozialen Kanälen und abonniere uns unbedingt auch dort.
Das war's für heute.
Tschüss aus Berlin.
