# Semiconductor Shifts, AI Energy Constraints, and Market Realignment

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-28

## Transcript

Gestern war wieder ein schwieriger Tag für Chip-Aktien in Europa, in den USA, vor allem wegen chinesischer Konkurrenz.
Was da los war, schauen wir uns natürlich gleich an.
Außerdem geht es um eine beide Dip-Wette bei einer der größten Online-Auktionsplattformen in den USA für Autos mit Totalschaden.
Und zum Abschluss gibt es nochmal eine Wette auf KI-Engpässe bei Erdgas.
Mein Name ist Noah Leidinger, heute ist der 28.
Juli und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital und ich wollte da nochmal auf das Altersvorsorge-Depot hinweisen.
Das kommt zwar erst im nächsten Jahr, aber erstens hat Scalable schon mal einen Rechner gebaut, wo man schauen kann, was einem da ungefähr zusteht, was da gefördert wird, was einem das finanziell bringt.
Und vor allem kann das Thema ja auch mal ein guter Anstoß für alle in eurem Umfeld sein, die sich noch nicht mit Investieren, Aktien, ETFs und so weiter beschäftigen.
Dazu gibt es übrigens auf dem YouTube-Kanal von Scalable auch einen ganz spannenden Deep Dive und den Link zum Rechner packe ich euch in die Beschreibung.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
466% Rendite konnte man gestern machen und das nicht mit irgendeiner kleinen Biotech-Aktie übernommen wird, sondern mit einem der größten Börsengänge in der Geschichte Chinas.
Fairerweise konnten es deshalb auch nur chinesische Anleger machen.
Dort ist nämlich der viertgrößte Speicherchip-Hersteller der Welt, CXMT, an die Börse.
Und wir haben ja schon davor darüber gesprochen, dass die Nachfrage gigantisch war und Privatanleger in China 212 Mal so viele Aktien kaufen wollten, wie überhaupt beim Börsengang für Privatanleger angeboten worden sind.
Und es liegt vor allem auch daran, dass die Bewertung mit knapp 100 Milliarden Dollar beim Börsengang viel zu günstig war und gestern ging es dann entsprechend auch auf über 500 Milliarden Dollar hoch.
Damit ist die XMT nach Tencent die zweitwertvollste chinesische Firma an der Börse.
Genau wie Samsung, SK Hynix und Co.
profitiert auch CXMT vom Speicherchip-Boom, auch wenn sie selbst nicht die High-End-Chips an KI-Firmen verkaufen, wo es ja auch viele Exportbeschränkungen gibt.
Aber dadurch, dass sich die Konkurrenz eben immer mehr auf High-End-KI-Chips fokussiert und dort auch die Produktion hin verlagert, steigen eben auch die Preise für normale Speicherchips und davon profitiert dann CXMT.
Und dazu kommt dann noch, dass zum Beispiel Apple gerade Lobbyarbeit betreibt, um auch Speicherchips von CXMT in seinen Geräten nutzen zu dürfen.
Während in China gestern also Feierlaune war, ist es natürlich gleichzeitig auch ein Symbol für die Aufholjagd von China bei Halbleitern.
Und die Aufholjagd hat gestern auch unseren europäischen Halbleiter-Champion ASMA getroffen.
Laut Medienberichten hat eine staatlich geförderte Firma in China nämlich angefangen, Litografiemaschinen mit tief ultraviolettem Licht herzustellen.
Das sind nicht...
Die mit extrem ultraviolettem Licht, bei denen ASML das quasi Monopol hat, aber trotzdem Konkurrenz bei einem der Kernprodukte.
Fairerweise muss man sagen, dass das gestern nicht nur ASML fast 10% runtergezogen hat, sondern auch andere Chipmaschinenhersteller und manche andere Firmen im Chipbereich wie AMD haben auch unter der schlechten Stimmung gelitten.
Wobei man sagen muss, zu der schlechten Stimmung hat noch eine andere Meldung beigetragen.
Und zwar gab es Gerüchte zu einem neuen Deal von Nvidia, der übrigens auch dazu geführt hat, dass Apple Nvidia als wertvollste Firma der Welt überholt hat.
Und zwar gab es eben Berichte, dass Nvidia darüber nachdenkt, für OpenAI zu bürgen.
Konkret soll OpenAI ein Rechenzentrum für 250 Milliarden Dollar leasen wollen und Nvidia würde den Deal garantieren, falls OpenAI nicht zahlen kann, würden sie also zahlen.
Und weil am Ende in dem Rechenzentrum ja wahrscheinlich auch Chips von Nvidia stecken, pushen die Kollegen so indirekt ihren eigenen Umsatz.
Dazu kam dann außerdem noch raus, dass Nvidia ein substanzielles Investment in Safe Super Intelligence gemacht hat.
Das ist das Startup vom ehemaligen Chefwissenschaftler von OpenAI, Ilya Sutskeva.
Und auch damit pushen sie ihren eigenen Kunden.
Und wenn wir schon bei KI-Meldungen sind, eine absurde gab es noch von Alphabet.
Deren Robotaxis von Waymo haben nämlich scheinbar Probleme mit den Parkregeln und seit 2024 schon 9.325 Dollar für Falschparken in Austin gezahlt.
Der Aktie hat es gestern übrigens nicht geschadet.
Die war genau wie Microsoft relativ stabil.
Ein Grund könnte sein, dass der Deal mit Nvidia und OpenAI zeigt, dass es für OpenAI nicht mehr ganz so einfach ist, an die absurden Summen für das Training der KI zu kommen.
Und davon würden dann eben Firmen wie Alphabet profitieren, die diese ganzen KI-Investments mit ihrem riesigen Kerngeschäft subventionieren können.
Übrigens haben gestern außerdem alle Aktien mal wieder gut performt, die sonst unter KI-Sorgen leiden.
Im DAX waren deshalb SAP, Scout24 und Zalando ganz oben und um die 5% im Plus.
Außerdem ganz gut gelaufen sind Firmen, die unter sinkenden Ölpreisen profitieren.
Gestern sind die nämlich gesunken, weil der Iran und die USA in den letzten Tagen die Angriffe pausiert haben.
Neben KI und Öl waren gestern, wie es sich für einen Merger-Monday gehört, Übernahmen ein Thema.
Nicht so gut gelaufen sind die Gespräche da für den polnischen Einzelhändler Sapka.
Da gab es nämlich Gerüchte, dass 7-Eleven die Firma kaufen könnte.
Das hat 7-Eleven aber abgesagt.
Und die Aktie von Zapga hat um die 10% verloren.
Besser sah es für mein Portfolio aus, weil es Übernahmemeldungen beim schwedischen Online-Casino-Konzern Evolution gab.
wo die Aktie danach 10% gestiegen ist.
Und zwar hat der Milliardär Kenneth Dart, der sein Geld zum Beispiel mit Plastikbechern gemacht hat, sich über 30% der Aktien gekauft und muss damit laut schwedischem Recht ein Übernahmeangebot für die restlichen Aktien machen.
Übrigens ist Kenneth Dart ansonsten vor allem in Tabakaktien wie BAT und Imperial Brands investiert.
Er hat also ein Fable für eher umstrittene Geschäftsmodelle.
Und zum Abschluss noch paar News im Schnelldurchlauf.
Einmal will Amazon 5000 Satelliten ins All schießen, um mit Starlink zu konkurrieren und hat dafür gerade den Antrag bei den US-Behörden gestellt.
Die Aktie hat darauf nicht reagiert.
Stärker reagiert haben die Fleischaktien Tyson und JBS.
Die sind über 5% hoch gestern, weil die USA wieder Rinder aus Mexiko importieren werden.
Das wurde 2024 aus Angst vor einer Erkrankung der Tiere ausgesetzt.
Dadurch waren aber viel weniger Tiere in den USA, was die Preise für JBS und Tyson hochgetrieben hat.
Dann hat noch Porsche verkündet, dass sie nochmal 5000 Stellen streichen werden in den kommenden Jahren und bisschen bessere News aus dem europäischen Luxussegment gab es für Elbe im Arsch.
Die sind in ihrer wichtigen Fashion- und Ledersparte das erste Mal seit zwei Jahren wieder gewachsen, zwar nur ein Prozent, aber immerhin.
Besser gelaufen ist übrigens das Schmuck- und Uhrengeschäft, das hat genau wie bei der Konkurrenz relativ gut performt und ist über 10 Prozent gewachsen.
Und one last thing.
Quanten-Computer-Aktien sind auch gestiegen, angetrieben von D-Wave Quantum, die haben ihre Partnerschaft mit AT&T ausgebaut.
Die Aktie ist danach fast 20% gestiegen.
Man muss da immer sagen, das sind noch sehr frühe Deals, da geht es eher um Forschen und Testen, noch um keine Millionenverträge.
Aber immer ein gutes Zeichen, dass sich große Firmen auf den Bereich einlassen.
Autos mit Totalschaden können ein ganz gutes Business sein.
Und wie gut dieses Business sein kann, erzählt euch jetzt Timon.
Der Schrottautomarktplatz Copart konnte seinen Umsatz über die letzten 10 Jahre im Schnitt mit über 15% pro Jahr auf ca.
4,5 Milliarden Dollar steigern.
Aber seit Mai letzten Jahres ist die Aktie über 50% gefallen und der Börsenwert liegt nur noch bei 27 Milliarden Dollar.
Das Management scheint davon auszugehen, dass es nicht so gerechtfertigt ist und dann im letzten Quartal Aktien im Wert von über 1,5 Milliarden Dollar zurückgekauft.
Das ist der größte Rückkauf in der Geschichte der Firma.
Die Firma hat noch netto 4 Milliarden Dollar Cash auf der Bilanz.
Da könnte also noch mehr kommen.
Erstmal ganz knapp vorweg, was die Firma macht.
Copart betreibt die weltweit größte Online-Auktionsplattform für Autos mit Totalschaden.
Wenn ein Auto einen Totalschaden hat, holt Copart es erst ab, lagert es auf einem seiner eigenen Grundstücke, macht Fotos und versteigert es online.
Bezahlt wird Copart dafür einmal von der Versicherung, die den Wagen loswerden will, aber auch vom Käufer, der ihn ersteigert.
Copart gehören fast alle seine Grundstücke selber und es ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten.
Und da gibt es eigentlich nur IAA und die haben den Großteil ihrer Flächen gemietet und mussten deswegen mit steigenden Pachtkosten kämpfen.
Aber genau das ändert sich jetzt.
IAA hat unter seinem neuen Eigentümer Richie Brose angefangen, selbst Grundstücke zu kaufen, statt zu mieten.
Der strukturelle Vorteil, den Copart über Jahre hatte, schmilzt also ein Stück weit ab und das ist mit ein Grund, warum Anleger nervös geworden sind.
Entscheidender ist aber, dass bei IAA immer mehr Autos verkauft wurden und das scheinbar auf Kosten von Copart.
Hier ist das Volumen nämlich leicht zurückgegangen, wobei man auch sagen muss, dass durch Hurricane Helene und Milton in der Zeit davor besonders viele Autos geschrottet wurden und der Rückgang dadurch jetzt größer wirkt.
Aber es gibt trotzdem auch echte Marktanteilsverschiebungen, unter anderem, weil der Versicherer Progressive einen Teil seines Volumens Richtung IAA ausgelagert hat.
Dazu kommt, dass der Markt gerade insgesamt Probleme hat.
Einmal gibt sie Angst, dass wenn Autos irgendwann selbst fahren, sie auch weniger Unfälle bauen.
Und weniger Unfälle heißt weniger Totalschäden für Copart.
Diese Sorge ist zwar nicht neu, aber jeder Fortschritt, den man bei Waymo und Co.
sieht, wird von manchen Anlegern sofort als Gefahr für Copart gedeutet.
Und dann schließen viele Amerikaner wegen höherer Versicherungsprämien nur noch eine Teilkasko ab und die geschrotteten Wagen landen dadurch gar nicht erst bei Copart oder IAA.
Grund für die höheren Prämien ist unter anderem, dass Reparaturen durch teurere Ersatzteile und mehr Elektronik in den Autos selbst teurer geworden sind.
Das Thema ist aber gleichzeitig auch Rückenwind, weil dadurch, dass Autos mit mehr Sensoren, Kameras und anderer Elektronik technisch immer komplizierter werden, wird selbst bei kleineren Unfällen die Reparatur schnell so teuer, dass Versicherungen Den Wagen lieber abschreiben, statt ihn zu reparieren.
Mit anderen Worten, Unfälle führen häufiger zu Zertalschäden, also zu Fällen für Copart.
Das wird auch ein Grund sein, warum trotz all der Probleme und Gefahren der Umsatz von Copart in den letzten zwölf Monaten leicht gewachsen ist, aber eben auch nur leicht und nicht mehr zweistellig wie in den Jahren davor.
Dazu kommt seit Ende Juni auch noch ein Wechsel an der Spitze.
CEO Jeff Liao geht.
Und der ehemalige CEO und Schwiegersohn des Gründers, Jay Adair, übernimmt wieder die Führung.
Einen konkreten Grund für den Wechsel hat Copart nicht genannt.
Das hat bei einigen Investoren zusätzlich für Fragezeichen gesorgt.
Schaut man sich die Bewertung an, wird nochmal klar, wie sehr sich die Stimmung gedreht hat.
Vor einem Jahr wurde Copart noch mit rund 40 Mal Gewinn gehandelt.
Mittlerweile sind es knapp 17.
Das ist das niedrigste Niveau seit fast einem Jahrzehnt.
Die Situation, in der sich Copart gerade befindet, ist aber auch schwerer einzuschätzen als in den letzten Jahren.
Ich halte mich im Podcast ja eher zurück mit Zukunftsthesen, außer immer zu Beginn des Jahres, wo wir ein paar Prognosen raushauen.
Aber alleine dieses Jahr hat man es mit dem Iran-Krieg und anderen Themen ja wieder gesehen, wie schwer solche Vorhersagen einfach sind.
Gleichzeitig ist es natürlich trotzdem spannend, ein bisschen in die Zukunft zu schauen und eine spannende These, die ich am Wochenende im Invest Like The Best Podcast gehört habe, wollte ich euch nicht vorenthalten.
Ich muss euch ja nicht erzählen, dass KI zu einer massiven Energienachfrage führen wird und man sieht an der Börse ja auch eine gigantische Dynamik bei allen Firmen, die schnell Strom an Rechenzentren liefern können, zum Beispiel mit Gasturbinen von GE Vanover und Siemens Energy oder mit den Brennstoffzellen von Bloom Energy.
Das Ding ist jetzt, dass diese Energiequellen alle vor allem mit Erdgas laufen.
Das macht auch Sinn, weil es vor allem in den USA extrem viel Erdgas gibt.
Aber der Rohstoffinvestor Matthew Smith denkt, dass wir ab 2028 in den extremen Engpass an Erdgas laufen werden.
Die Luzerner Analyse wird nämlich die komplette zusätzliche Erdgasproduktion in den USA so gut wie komplett in Exporte fließen in den nächsten Jahren.
Und das sind oft langfristige LNG-Projekte, die schon seit Jahren geplant sind und auf die andere Staaten angewiesen sind.
Die kann man also nicht einfach zurückdrehen.
Und on top davon kommt jetzt eben zusätzlich die ziemlich relevante Nachfrage durch künstliche Intelligenz.
Jetzt kann man die Produktion zwar ausbauen, aber das dauert und alleine um das Erdgas an der Quelle so zu verarbeiten, dass es in die Pipeline kann, braucht man spezielle Anlagen und um die zu bauen, braucht man auch wieder zwei bis drei Jahre.
Und aus seiner Sicht wird eben gerade nur circa so viel gebaut, dass man die steigende Exportnachfrage decken kann, aber nicht die steigende KI-Nachfrage.
Im Podcast hat er das ganze Thema so ein bisschen mit Speicherchips verglichen, wo sich vor zwei Jahren auch niemand so wirklich Gedanken gemacht hat und auf einmal war ein riesiger Engpass da.
Dazu kommt, dass die Speicher für Erdgas einfach seit Jahren viel zu langsam mitwachsen mit der Nachfrage, was dann auch schneller zu kurzfristigen Engpässen und damit auch Preisanstiegen führen könnte.
Konkret gab es 2010 zum Beispiel genug Speicher, um den Bedarf für 72 Tage zu decken.
Jetzt sind wir schon bei 50 Tagen.
Profiteure von der Entwicklung könnten aus seiner Sicht logischerweise Erdgasproduzenten wie Expand Energy sein.
Das ist der größte unabhängige Erdgasproduzent der USA und war Ende März sogar die zweitgrößte Position im Portfolio vom legendären Investor Howard Marks.
Gleichzeitig ist dort im Februar aber auch ziemlich überraschend der CEO gegangen und der Finanzchef ist letztes Jahr rausgeflogen, also auch eine eher turbulente Firma.
Auch profitieren könnten aus Sicht von Matthew Smith Solarenergiefirmen, weil Solarenergie logischerweise attraktiver wird, wenn Alternativ...
wie Erdgas eben teurer werden und auch Atomkraftplayer wie der Uranproduzent Chemico könnten profitieren.
Leiden könnten dafür genau die Firmen wie Bloom Energy, die sehr stark an günstig verfügbarem Erdgas hängen.
Wie gesagt, erstmal ist es nur eine These und es gibt aktuell ja auch viele smarte Menschen, die sich auskennen und dann auch eher entspannt sind, aber alle, die solche Thesen in der Art auch als Satelliten fürs eigene Portfolio spannend finden, können sich da ja mal tiefer einlesen.
Ich verlinke euch seinen Brief zu dem Thema, wo es nochmal ein bisschen tiefer in die Zahlen reingeht.
Auch nochmal in der Beschreibung.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen natürlich wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
