# Market Rotation, China Tech IPOs, and Income ETF Strategies

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-07-28

## Transcript

Nando, du kennst mich ja, wenn es um ETFs geht, dann werde ich schwach.
Ich da auch, Holger.
Aber weißt du, worüber kaum jemand spricht, wo man seine ETFs eigentlich handelt?
Die meisten klicken bei der Order einfach durch.
Dabei kann das richtig Geld kosten.
Ganz genau.
Ein guter Preis hängt eben nicht allein an den Gebühren.
Entscheidend sind die Liquidität des Handelsplatzes und ein enger Spread, also eine kleine Differenz zwischen Kauf und Und da gibt es Xetra.
Das ist der zentrale Handelsplatz der deutschen Börse für Aktien und ETFs für Privatanleger.
Ja, genau.
Und was eben viele nicht wissen, Xetra ist eben nicht nur was für Profis, sondern auch für Privatanleger.
Rund 1.000 Aktien und 3.500 ETFs und ETPs sind dort handelbar.
Und die hohe Liquidität sorgt dafür, dass eure Orders schnell und vollständig ausgeführt werden.
Engere Spreads, das wisst ihr ja, senken eure Kosten bei jedem einzelnen Trade.
Und?
Ihr könnt von 8 bis 22 Uhr handeln, also auch abends nach Feierabend.
Wählt bei den teilnehmenden Banken und Brokern einfach aktiv Xetra als Handelsplatz aus.
Das ist ein Klick, der sich lohnt und alle Infos dazu findet ihr unter xetra.com slash allesaufaktien.
Xetra, der führende Handelsplatz für Aktien und ETFs in Deutschland.
Disklaimer, Kapitalanlagen bergen riesigen.
Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über liederliche Märkte, ein mattes Lebenszeichen von NVMA und ein Rekord bei der Odesseus-Aktie.
Im Thema des Tages verraten wir euch, was ihr aus einem Börsengang mit 466% Kurssprung für eure China-Investments lernen könnt.
Und in der AAA-Idee stellen wir euch fünf Fonds vor, die jeden Monat passives Einkommen aufs Konto bringen.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Wir begrüßen euch Holger Zschäpitz und Lea Oetjen aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte Heute ist Dienstag, der 28.
Juli und wir wünschen euch einen aufgeräumten Stadientag.
Ja, ein bisschen Ordnung zum Start in die neue Woche.
Das wäre ja ganz schön gewesen.
saß gestern eher so nach einer Art, je nachdem was man hatte, umgekippten Schublade aus.
Wer sich jetzt nur die Schlusskurse angeschaut hat, der denkt, ach, da ist ja nichts passiert.
Der S&P 500, der ging bei 7.413 Punkten aus dem Handel und lag damit quasi unverändert auf dem Niveau vom Freitag.
Der Dow Jones, der legte 262 Punkte zu, es war ein Plus von 0,5 Prozent.
Und der Nesdegger 100, der verlor 0,3 Prozent auf 28.039.
Dann gibt es aber noch die Zahlen, die zeigen, was gestern wirklich los war.
Der gleichgewichtete S&P 500 stieg nämlich um 0,8 Prozent.
Der Russell 2000 der Nebenwerte kletterte um 0,7 Prozent.
Unter der Oberfläche war das also durchaus ein freundlicher Tag für die Durchschnittsaktionäre.
Die Schwergewichte haben ihn nur leider so ein bisschen überdeckt.
Selbst der Ölpreis konnte nicht den Gesamtmarkt nach oben bringen.
Dabei verbilligte sich WTI um 8 Prozent auf 81,99 Dollar.
Brent kostete nur noch knapp 90 Dollar.
Vergangene Woche standen wir da ja noch bei mehr als 100 Dollar.
Der Grund ist eine inoffizielle Feuerpause zwischen den USA und dem Iran.
Laut Berichten aus Washington fehlen dem Pentagon Abfangraketen und Munition.
Ja, gleichzeitig verhandeln Teheran und Oman über eine Wiedereröffnung der Straße von Hormuz.
Da ist sie wieder.
Ja, und du warst jetzt vier Wochen weg und es fühlt sich genauso an wie vorher, oder?
Ja.
Siehst du, die Themen sind noch die gleichen.
Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal um diese Uhrzeit noch wach war.
Im Urlaub habe ich immer so früh schlafen gegangen.
Okay, aber was man sagen kann, du warst in einem Land, was ein wirklicher Outperformer war.
Ja, darfst du dann werden.
Darüber werden wir diese Woche noch was hören, weil es ist ja immer die gute Tradition, dass die Menschen, die länger im Urlaub irgendwo waren, dann ihr Land noch vorstellen und ein paar kluge Anlageideen mitbringen.
Naja, auf jeden Fall, wir waren bei der Straße von Hormuz und da sprach...
Trump von einer guten Chance auf Einigung, das hätte man auch vor vier Wochen sagen können.
Und das war dann auch am Anfang die Nachricht, die den Mark Beine gemacht hat, jedenfalls für ein paar Stunden.
Aber irgendwie wollte das dann bis zum Ende nicht ganz zünden.
Und auch die Anleihemärkte, die haben nicht richtig mitgemacht.
Die 10-Jährige amerikanische Rendite, die fiel gerade mal drei Basispunkte auf 4,65 Prozent.
Und wenn Öl...
8 beziehungsweise 9 Prozent verliert und die Zinsen sich trotzdem kaum bewegen, dann irgendwie ist der Markt davon nicht so ganz überzeugt und denkt dann, die Inflation kommt längst nicht nur aus dem Ölfass, sondern vielleicht noch aus ganz anderer Richtung.
Ja, das eigentliche Drama des Tages spielte sich nämlich am Chipmarkt ab.
Mal wieder.
Dort kippte der Sox zwischenzeitlich um mehr als 5 Prozent ab.
Das war wieder so eine krasse Rotation.
Software und Internet zogen 4 Prozent an, Halbleiter verloren 3,5 Prozent.
Und getroffen hat es genau die Titel, in denen alle drin sitzen.
AMD mit minus 6 Prozent, SunDisk mit minus 13 Prozent und Chipausbruster wie ASML und LAM Research mit bis zu 7 Prozent im Minus.
Und auch Nvidia gaben 4,2 Prozent ab.
Und drei Gründe kursierten an der Wall Street für dieses Minus bei den Chip-Aktien.
Erstens der Nvidia OpenAI-Deal.
Nvidia soll Garantien über 250 Milliarden Dollar geben, damit OpenAI ein 10 Gigawatt Rechenzentrum in Ohio anmieten kann, das Softbank entwickelt.
Und hier ist also wieder diese Angst vor diesen zirkulären Deals, wenn Nvidia seine Kundschaft über Garantien großzügig unterstützt.
Und dann gab es noch eine Meldung aus The Information.
dass China einen Durchbruch bei DUV-Belichtungsmaschinen erzielt hat.
Und das ist natürlich schlecht für ASML, die ja quasi ein Monopol darauf bisher hatten.
Und drittens gab es weiterhin die billigen chinesischen Open-Source-Modelle wie Kimi 3, die weltweit Marktanteile gewinnen, wo halt die Frage ist, ob die in Amerika irgendwann verboten werden.
Dreimal ist Bremer recht und drei Gründer haben gereicht für die perfekte Chip-Katastrophe gestern.
Bei der Rotation spielen auch die Headfonds eine unrühmliche Rolle.
Die klassischen Long-Short-Fonds liegen im Juli 4,5 Prozent im Minus.
Das ist der zweitschlechteste Monat seit 2023 und die nehmen jetzt Risiken natürlich raus.
Aber in Deutschland, das sah es besser aus.
Da gab es A einen positiven IFO-Geschäftsklimaindex.
Der war besser als erwartet, also zumindest die Zukunftskomponente.
Und das hat den DAX angetrieben und den DAX hat auch noch angetrieben, nämlich SAP, die ihre Rallye fortgesetzt haben.
Die haben auch davon profitiert, dass es eine Rotation in Software gab.
Und der DAX, der gewann am Ende 1% auf 25.361 Punkte.
Und wie gesagt, SAP hatte ich schon angesprochen, die Rallye 7,9% ging es darauf und auch andere Softwaretitel haben gewonnen.
Atos legt dem Nebenwerteindex SDAX um fast 10% zu und natürlich auch noch Nemechek und TeamViewer auch Softwareaktien und Ionas, auch die haben noch zugelegt.
Ja, auf der anderen Seite der gleiche Film wie in New York.
Infineon minus 4,5 Prozent, BE Semiconductor 9,7 Prozent im Minus.
Der europäische Tech-Sektor knickte 3,2 Prozent ein.
Selbst Hochtief verlor 3 Prozent, obwohl das Unternehmen die Prognose angehoben hat.
Aber der Auftragsbestand da hängt ja auch echt wirklich sehr stark am Rechenzentrumsgeschäft.
Ist auch eine KI-Aktie, Hochtief, auch von der Bewertung.
Die Ölpreisentspannung, die hat dann so ein bisschen den Rest von Europas Börsen geschrieben.
Lufthansa gewann 2 Prozent, Air France plus 1,3 und bei BP und INI, da ging es natürlich klar runter 2,6 Prozent.
Der europäische Energiesektor, der verlor 2,1 Prozent.
E.ON und RWE gaben auch rund 2,5 Prozent.
Prozent ab.
Gesucht waren Vodafone mit 4,8 Prozent nach einer angehobenen Prognose und dazu Zalando mit 4,1 Prozent und Scout24 mit 4,8 Prozent.
Und dann in Paris sprang noch Ubisoft um 8,7 Prozent an, weil ein neues Far Cry in Arbeit sein soll.
Kannst du mit was anfangen?
Far Cry?
Ich habe keine Ahnung, was das ist.
Muss ein Spiel sein.
Weites Wein.
Guck mal, zum klassischen Frauenthema.
Wir waren hier schon bei Klischee sind.
Ich versuche auch gar nicht, es ist Französisch auszusprechen.
Ich bleibe bei LVMH.
Die haben nämlich gestern seit Monaten mal wieder ein Lebenszeichen gesendet.
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 3% und damit stärker als die erwarteten 2,3%.
Die Erlösesdarlagen bei 19,5 Milliarden Euro, das operative Ergebnis im Halbjahr bei 8,7 Milliarden Euro und damit ebenfalls über den Prognosen.
Doch die Börse schaut bei LVMH vor allem auf die Entwicklung von Louis Vuitton und Dior.
Und genau dort blieb der Konzern hinter den Hoffnungen zurück.
Und die Fashion- und Leather-Goods-Sparte, die wuchsten um 1 Prozent.
Städte erwarteten 1,5 Prozent.
Und der Umsatz, der lag mit 8,9 Milliarden knapp unter den Schätzungen.
Und die Aktie, die verloren nachbörslich rund 1,5 Prozent.
Und für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt derzeit Berner Arnaud.
Selbst der 77-Jährige reagierte ungewöhnlich öffentlich auf eine 6.
teilige Le Monde-Recherche über sein Imperium, seinen politischen Einfluss und die Nachfolge seiner fünf Kinder.
Ach, kriegt mal viel Platz.
In einem offenen Brief wies er die Spekulation über einen Familienmachtkampf zurück und bedankte sich gleich spöttisch für die sechsmonatige Recherche und die sechs Doppelseiten über seine Person.
Er hat sich dafür auch extra einen X-Account erstellt und da hätte man ja eigentlich schon drauf kommen können, dass das vielleicht nicht so die beste Idee ist und auch das Timing.
von Bernard Arno hätte irgendwie ein bisschen besser sein können.
Ich habe auch ein X-Account, jetzt hören Sie mal zu.
Ja, aber hast du dir den erstellt, um eine Recherche zurückzuweisen?
Nein.
Noch nicht.
Vielleicht wollte er Le Monde ärgern, weil die ja eher auf dem linken Spektrum sind und X ja eher auf dem konservativeren angesiedelt ist.
Jetzt haben wir so viele Tretminen gemacht.
Ich habe mich hier diese LVMH-Sache.
Das war übrigens, ich wollte es nur sagen.
Das war Ironie.
Also, wenn es nicht gehört hat, ihr müsst da jetzt keine Mails zuschreiben.
Vielleicht war das ja auch so ein Callback zur Folge mit der Finfluencerin.
Da ging es doch auch in Handtaschen.
Hör mir bitte auf.
Wir wollen hier nicht irgendwie, da haben die auch schon genug, da habe ich genug Ärger bekommen.
Reicht jetzt.
Dann kommen wir noch zu einer Aktie, die mein Sohn jetzt zuletzt nicht gekauft hat, im Westworld-Club mit seinen drei Kumpels, nämlich IMAX.
Die ist ja die Odysseus-Aktie.
Das haben sich selbst überlegt, wenn das jetzt überall auf diesen IMAX-Dingern läuft, Technik läuft, dann muss die Aktie laufen, hat er recht.
Und sie ist 4% gestern gelaufen und hat jetzt ein neues Rekordhoch geschafft.
Und die entwickelt sich so ein bisschen von einem zyklischen Kinozulieferer zu einer Premium-Plattform für globale Blockbuster.
Und der Investment-Case lautet da jetzt, die Zahl der Kinobesuche, der muss nicht mal dauerhaft steigen, damit die Aktie wächst.
Entscheidend ist nur, dass IMAX wirklich diese richtig großen, wertvollen Filme und Blockbuster bekommt und dann eben auch da die Ticket-Umsätze mit abschöpfen kann.
Und China ist ein ganz wichtiges Ding, steht für ein Viertel des Umsatzes.
Und angeblich läuft jetzt Odysseus auch in China an.
Und das sollen wohl alle...
IMAX-Geschichten komplett ausgebucht sein.
Und deswegen ist es eben um, wir müssen da unbedingt mal eine Triple-E-Idee des Tages draus machen, ob die Aktie vielleicht was kann, weil ich finde, die sieht sehr spannend aus.
Ja, nehmen wir mit auf die Liste für die kommenden Tage.
Erstmal schauen wir jetzt aber auf den heutigen Tag.
Ich mache nämlich die Termine.
Und ich würde sagen, die Berichtssaison kommt dann langsam richtig in Fahrt.
Es gibt nämlich heute viele, viele, viele Zahlen und ich stelle euch mal eine kleine Auswahl davon vor.
Aus Deutschland beziehungsweise Europa kommt die Mercedes-Benz Group TeamViewer Safran, Erlikit, Unilever, Philips, Barclay, Standard Chartered, Sulzer, Zika und Logitech.
Dann kämpfen wir uns in den USA einmal durch so eine ganze Halbleiter-KI-Lieferkette durch.
Startet mit Seagate, dann NXP Semiconductors und KLA.
Zudem noch Paypal, Visa, UPS, Mondelez, Boeing, Coca-Cola, Ford, Invesco.
und Royal Caribbean Cruises.
Und außerdem werfen wir noch einen Blick auf die Zahlen, die zum US-Verbrauchervertrauen kommen.
Das Thema des Tages.
466 Prozent an einem Tag.
Das ist die Zahl, über die gerade die halbe Finanzwelt redet und über die wir auch im Thema des Tages reden müssen.
Denn diese Zahl zeigt, was gerade in China abgeht und was ihr da auch als Anleger tun könnt.
Der chinesische Speicherchiphersteller CXMT ist nämlich am Montag in Shanghai an die Börse gegangen.
Ausgabepreis 8 Yuan 66, Schlusskost 49 Yuan und zwischendurch stand die Akt sogar bei 55.
8,66.
Sowohl die 8 als auch die 6 gelten in China als absolute Glückszahlen.
Kein Zufall also, dass der Ausgabepreis so gewählt wurde.
Nur brauchte es das Glück an dem Tag eigentlich gar nicht mehr.
CXMT war zeitweise 3,7 Billionen Yuan wert und damit kurzfristig das wertvollste chinesische Börsenunternehmen.
Wertvoller noch als Tencent.
Zum Schluss waren es 3,3 Billionen Yuan, also rund 488 Milliarden Dollar.
Und damit war es aus dem Stand die Nummer 2 in China für ein Unternehmen, das erst 2016 gegründet worden ist.
Ist wirklich krass, CXMT produziert DRAM-Speicherchips.
Die stecken in Handys, Rechnern und vor allem in KI-Servern.
Und CXMT sitzt in Hefi und ist die Nummer 4 der Welt hinter Samsung, SK Hynix und Micron.
Und der Weltmarktanteil, der liegt bei rund 7,7 Prozent.
Tendenz ja doch relativ stark steigend.
Ja, und die Nachfrage beim IPO war wirklich absurd.
Die Kleinanleger-Tranche war mit 212-fach überzeichnet.
9,4 Millionen Orders, über 7 Billionen Yuan.
Das ist rund das Zehnfache dessen, was Privatanleger beim SpaceX IPO gezeichnet haben.
Und das ist ein wirklich hervorragender Vergleich, weil auch da haben wir ja schon über permanente Superlative eigentlich gesprochen.
Und die Zahlen des Unternehmens, die Geschäftszahlen haben sich in einem Jahr komplett gedreht.
Im ersten Quartal 7,5 Milliarden Dollar Umsatz nach weniger als eine Milliarde im Vorjahreszeitraum und der Gewinn 3,66 Milliarden Dollar.
Und in zehn Jahren davor hatte CXMT 730 Milliarden Yuan Verlust angehäuft.
Also Yuan ist immer höher als Dollar, aber trotzdem ist halt krass, wie sich das so schnell gedreht hat.
Der Haken ist beim Preis.
Das Kursgewinn-Verhältnis lag nach dem Debüt zeitweise über 1600.
Und die Analysten sind sich völlig uneins.
Nomura sieht 116 Yuan, Morningstar hält 14,9 Yuan für fair.
Dazwischen liegt Faktor 8.
Die Diskrepanz liegt an der Technik.
Bei den schnellen HBM-Speichern für KI-Server hängt CXMT hinterher, weil die US-Exportkontrollen den Zugang zu moderner Lithographie blockieren.
Die Optimisten sagen, das holen sie irgendwann über die schiere Masse wieder auf.
Die Skeptiker sagen, ohne EUV ist irgendwann Schluss.
Aber CXMT ist weit mehr als nur eine Chip-Story.
Man sieht hier sehr gut, was Peking mit dem Aktienmarkt vorhat, mit dem chinesischen.
Es gibt nämlich eine krasse Lücke, wenn man da mal drauf schaut.
China steht für rund 16,5 Prozent der Weltwirtschaftsleistung, aber an der weltweiten Börsenkapitalisierung, da hat das Land nur rund 8 Prozent.
Heißt wirtschaftlich Supermacht an der Börse dann doch aber eher ein bisschen Mittelgewicht.
Und genau diese Lücke will Peking jetzt schließen.
Vor einer Woche haben zwei Staatsholdings 60 Milliarden Yuan in heimische Aktien und ETFs gepumpt.
Die Börsenaufsicht will die Stützungsmechanismen dauerhaft einbauen und Analysten wurden aufgefordert, sich rational zu äußern.
Rational ist ein schönes Wort für, sei mal optimistisch oder konstruktiv, sagt man auch so gern.
Naja, das ist so ein bisschen wie eine Art Peking-Put.
Der implizite Deal, der lautet ungefähr so, der Staat verhindert den Absturz und dafür finanzieren Chinas Sparer die Halbleiter und KI-Strategie.
Und was heißt das jetzt für uns als Anleger, also als westeuropäische Anleger?
Na, das ist der spannendere Teil, denn ein einheitliches China und China-Markt gibt es nämlich gar nicht.
Schauen wir mal die Zahlen seit Oktober 2023 an.
Seither gibt es nämlich einen ETF auf den chinesischen Nasdaq-Index, der Star heißt.
Der Crane Shares Star 50 ETF liegt seit Auflage 88 Prozent im Plus.
Der Invesco EQQQ Nasdaq 100 ETF hat im selben Zeitraum nur 73,6 Prozent gemacht.
Heißt also, chinesische Chips haben den ikonischen Nasdaq an 100 geschlagen.
Wenn man sich auf den breiten China-Markt anguckt, dann ist das eine ganz andere Geschichte.
Der X-Striker CSI 300 ETF, der hat seit Oktober 2023 immerhin 46% geworden.
Klingt noch gut, aber wenn man sich den iShares MSCI China A-Shares anguckt, der hat nur noch plus 27 und noch...
Schlechter steht der HSBC Hangseng Tech ETF da.
Da denkt man, der Tech könnte doch genauso gut wie Star sein, ist es aber nicht, sondern plus plus 12 Prozent.
Das ist schon frappierend.
Der Star-50-Index, 88 Prozent, gegen die ja doch dann eher mickrigen 12 Prozent beim Hangseng Tech mit eher traditionellen Tech-Werten im selben Land.
Deswegen lautet die Frage für euch inzwischen, welches China ihr denn jetzt kauft.
Das geförderte China der Chips, Batterien und Roboter läuft völlig anders als das alte China der Banken, Immobilien und Internetplattformen.
Und an CXMT, da kommt ihr direkt schon mal nicht ran.
Das ist eine A-Aktie und über Stock Connect vorerst gesperrt.
Frühestens Mitte September könnte die dann handelbar werden.
Aber der Umweg, der führt über den Cranestar 50 ETF.
Der allerdings kostet 0,82 Prozent im Jahr und hat auch nur 61 Millionen Dollar Volumen.
Das dürfte aber wahrscheinlich steigen, wenn alle Leute jetzt über den auch an diesen Chipwert ran wollen.
Das ist noch relativ klein, aber man sieht eben auch so ein Cranes Share ETF.
bleibt eher so ein taktischer Baustein als ein Depotkern.
Die Börse ist für viele Anleger der Ort, an dem sie langfristig Vermögen aufbauen und Rendite erzielen wollen.
Doch gerade Investoren, die bereits ein größeres Depot aufgebaut haben, verfolgen oft ein anderes Ziel.
Sie wollen nicht nur auf Kursgewinne setzen, sondern regelmäßige Erträge erzielen.
Der Wunsch, das Depot arbeitet vor sich hin und wirft immer mal wieder was ab, wie ein Garten, in dem das ganze Jahr über neue Früchte wachsen.
Genau diesen Wunsch bedient die Finanzbranche mit immer mehr Produkten.
Die Ausschüttung versprechen und zwar regelmäßige Ausschüttung.
Besonders beliebt sind dabei ETFs, weil sie einfach handelbar sind und meist mit überschaubaren Kosten auskommen.
Und je nach Fonds liegen die jährlichen Ausschüttungen zwischen 3 und 13 Prozent.
Und hier gilt nur, der Baum wächst nicht ohne Wind und Wetter.
Die Ausschüttelungen, die können fließen, wenn der Kurs gleichzeitig aber dann doch ordentlich schwanken kann.
Keine Sorge, wir machen jetzt Schluss mit der Garten- und Baummetaphorik.
Die Kursschwankungen sind nämlich für viele Anleger gar nicht der entscheidende Punkt.
Sie schauen weniger auf den täglichen Depotstand, sondern auf das, was regelmäßig auf dem Konto landet.
In der Finanzwelt hat sich dafür der Begriff Income etabliert, also die Idee, mit dem eigenen Vermögen laufende Erträge zu erzeugen.
Was früher vor allem ein Thema für Menschen im Ruhestand war, ist inzwischen auch bei jüngeren Anleger.
Ein Beispiel ist der Vanguard Euro Corporate.
Der steckt sein Geld in rund 3.500 Unternehmensanleihen mit guter Bonität und kommt aktuell auf eine Ausschüttungsrendite von etwa 3,2 Prozent.
Allerdings pro Jahr, nicht pro Monat.
Und der Vorteil, die Schwankungen, die fallen meist geringer aus als bei Aktienfonds.
Ganz ohne Risiko sind aber auch diese vermeintlich ruhigen Produkte nicht, denn Anleihen reagieren auf die Zinsen am Kapitalmarkt.
Steigen die Renditen, geraten bestehende Anleihen oft unter Druck und damit eben auch der ETF-Kurs.
Wer also jeden Monat Geld bekommt, muss trotzdem mit zwischenzeitlichen Verlusten leben können.
Und mehr Rendite gibt es bei Schwellenländeranleihen.
Der PIMCO Emerging Markets Advantage Local Bond ETF, der setzt auf Staatsanleihen aus Ländern wie Brasilien, China oder Indien und kommt auf eine Aussturzungsrendite von rund 6,5 Prozent.
Und dazu kam zuletzt ein Kursgewinn, sodass die Gesamtrendite auf Jahressicht sogar bei 10,7 Prozent lag.
Der Haken.
Hier spielen zusätzlich die Währungen in eine Rolle.
Verliert beispielsweise der brasilianische Real gegenüber dem Euro an Wert, kann das die Rendite schnell drücken.
Und noch höhere laufende Erträge versprechen dafür Dividenden-ETFs.
Der Global X Super Dividend ETF etwa investiert in Aktien von Unternehmen mit besonders hohen Ausschüttungen und zahlt monatlich aus.
Und die Ausschüttungsrentität lag zuletzt bei rund 9,2 Prozent.
Klingt irgendwie verlockend, aber hohe Dividenden sind an der Börse oft kein Geschenk.
Manchmal steckt dahinter auch ein Unternehmen, dessen Geschäft gerade schwächelt und dessen Aktie deshalb günstig bewertet ist.
Und deswegen ist der Kurs von diesem ETF, der geht auch eher nach unten.
Das muss man dazu sagen.
Mit Dividenden kann das okay sein, aber ohne Dividende, wo man ja noch Steuern drauf zahlen muss, kann das eben aus der Substanz dann möglicherweise ausgeschüttet werden.
Eine noch jüngere Spielart des Income Trends sind sogenannte Covered Call ETFs.
Hier verkaufen Fonds zusätzliche Kaufoptionen auf ihre Wertpapiere und kassieren dafür Prämien.
Das lässt sich vergleichen mit einer Wohnung, die man vermietet.
Man bekommt regelmäßig Einnahmen, gibt dafür aber einen Teil der möglichen Wertsteigerung ab.
Und der Income Shares Gold Plus Yield ETF und der Income Shares Silver Plus Yield ETF nutzen genau dieses Prinzip mit Edelmetallen und kommen auf eine Ausstellungsrendite von zuletzt bis zu 12,9%.
Und der Silver Plus Yield kam zuletzt sogar auf eine Gesamtrendite von fast 40%.
Ja, auf 12-Monats-Sicht.
Ihr müsst nur beachten, dass die Income-Strategie nicht für jeden der richtige Weg ist.
Wer noch Vermögen aufbaut, verschenkt mit jeder Ausschüttung nämlich den Zinseszins und zahlt obendrein sofort Steuern auf Verträge, die er gar nicht benötigt.
Heißt, und da wären wir dann doch wieder beim Baum, solche Finanzprodukte stehen für die Ernte und sollten nicht mit der Aussaat verwechselt werden.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns über Feedback.
Schickt uns eine mehr in AAA, also A, Eidwildi oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Und wir wollen uns bedanken für die vielen Fragen, die uns für unsere Samstagsfolge erreicht haben.
Damit können wir gut arbeiten.
Also A, die wir schon hatten.
B, die wir noch bekommen haben.
Und für euch eine spannende Samstagsfolge basteln.
Ja.
Ansonsten hat sich Axel noch gemeldet und zwar von Bora Bora.
Er macht gerade Urlaub auf der Insel im Südpazifik und schreibt, ich höre euch überall.
So soll es doch sein.
Direkt mitgeliefert hat er übrigens den örtlichen Nutella-Preis.
Ein 350 Gramm Glas kostet auf Bora Bora umgerechnet knapp 8 Euro.
Ja, Schnapper.
Und wo auch das jetzt geklärt wäre, müsstest du uns jetzt noch verraten, was uns heute bei Defna und Schepitz so erwartet.
Wir werden das China-Thema nochmal vertiefen, zumal er definitiv ein großer China-Optimist immer ist.
Ich bin ja immer so gegen autokratische Staaten gegenüber etwas kritischer aufgestellt und das werden wir diskutieren und mit welchen Investments das man am besten machen kann, so ein China-Ding und das werdet ihr hören.
Und das solltet ihr nicht verpassen und genauso wenig solltet ihr uns morgen wieder verpassen.
Vielleicht schaffen wir es ja morgen mal in etwas kürzere Zeit hier zu performen.
Und deswegen, weil ihr es nicht verpassen wollt und es mitkriegen wollt, ob es klappt, heißt es, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Wir hören uns morgen wieder, ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
