# GM's Profit Surge, AI Chip Deals, and Defense Sector Boom

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-27

## Transcript

Rüstungsfirmen in den USA boomen gerade.
Volkswagen leidet, während General Motors den höchsten Gewinn der Geschichte hat.
Wir erklären heute, was da los ist.
Davor gibt es natürlich die aktuellen News, unter anderem mit der teuersten Scheidung in der Geschichte Südkoreas.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Montag, der 27.
Juli und das ist ohne Aktienwert schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital.
Die haben durch ihre Vollbanklizenz noch bessere Konditionen.
Zum Beispiel gibt es auf dem Tagesgeldkonto 2,5% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben.
Und im PrimePlus Broker gibt es es sogar mit mehreren Partnerbanken, bei denen dann jeweils die Einlagensicherung greift.
Und für Kinderkonten gibt es das Ganze auch noch.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Starten wir die neue Woche mit guten Nachrichten aus deutscher Sicht.
Wir hatten am Freitag nämlich die große Tech-Aktie mit der besten Performance global gesehen, nämlich SAP.
Ich habe ja letzte Folge schon gesagt, dass die echt solide Quartalszahlen hatten.
Vor allem der Auftragsbestand im wichtigen Cloud-Business ist stärker gestiegen als erwartet.
Und das ist ja gerade in Zeiten, wo es viele KI-Sorgen gibt, einfach ein sehr gutes Zeichen.
Deswegen ist die Aktie dann am Freitag auch um die 9% gestiegen und hat andere Software-Aktien wie ServiceNow oder Salesforce mit nach oben gezogen.
Vielleicht waren die starken Zahlen von SAP aber auch ein Mitgrund dafür, dass es sonst bei Tech-Aktien wirklich sehr bescheiden gelaufen ist, vor allem bei allen im KI-Bereich.
Ich hatte ja letzte Folge zum Beispiel über die wirklich extrem starken Zahlen von Intel geredet.
Die Aktie hat trotzdem 8% verloren am Freitag.
Genauso hat Oracle zum Beispiel 4% verloren, obwohl die sogar einen neuen Deal mit dem Verteidigungsministerium verkündet haben mit 7 Milliarden Dollar Gesamtvolumen über 10 Jahre.
Aber im Gegensatz zu SAP hat Oracle eben ein großes Business mit Rechenzentren und da war die Börse am Freitag einfach skeptisch.
Und dass die Stimmung da alle paar Tage kippt bei den Investoren, sieht man in den letzten Tagen ja sehr oft.
Dazu kam letzte Woche vor allem nochmal eine größere Sorge vor den chinesischen KI-Modellen, die sehr leistungsfähig sind, aber eben deutlich günstiger.
Während Investoren also ein bisschen skeptisch waren, wie lang die Nachfrage nach KI-Rechenzentren noch so hoch bleiben wird, sind die Firmen weiter überhaupt nicht skeptisch und das zeigen, zwei große Deals, die Ende letzter Woche rausgekommen sind.
Nvidia hat Freitagabend nämlich einen Deal mit dem Speicherchip-Hersteller Eski Hynix verkündet und sich Speicherchips in Wert von bis zu 500 Milliarden Dollar für die nächsten Jahre gesichert.
Gleichzeitig gab es noch einen ähnlichen Deal für um die 200 Milliarden zwischen Samsung und Broadcom.
Neben den riesigen Zahlen fand ich aber vor allem auch die Fußnoten der Deals spannend.
Zum Beispiel ist Eski Hynix ja Teil von einem riesigen Konglomerat in Südkorea.
Und ein Teil von dem Konglomerat ist eben auch SK Telekom.
Und genau die können als Teil des Deals Chips von Nvidia kaufen, damit sie dann ein gigantisches Rechenzentrum und auch ein eigenes Cloud-Business bauen können.
Bei Samsung ist es so, dass sie nicht nur Speicherchips liefern, sondern Broadcom bei ihnen auch Chips produzieren wird.
Und Samsung kann damit das Business als Auftragsproduzent ausbauen, wo es ja einerseits mit TSMC sowieso einen sehr, sehr starken, fast schon überstarken Konkurrenten gibt und andererseits Intel auch gerade stärker wird.
Aber nochmal kurz zurück zu SK Hynix.
Da gab es nämlich noch einen Deal, der wirklich historisch war, auch wenn es nicht um 500 Milliarden, sondern nur um 640 Millionen Dollar ging.
So viel muss der Aufsichtsratschef von SK Hynix und Neffe des Gründers von SK seiner Ex-Frau bei der Scheidung zahlen.
Das ist vor allem spannend, weil es den Antrag zur Scheidung seit 2017 gibt und 2022 schon mal niedrigeres Gericht ein Urteil gefällt hat.
Da ging es aber nur um 50 Millionen Dollar, nur ist seitdem eben der Wert von SK Hynix so massiv gestiegen und dadurch auch die Scheidungssumme.
Alles andere als massiv gestiegen ist, wie wir alle wissen, in derselben Zeit der Wert von Volkswagen und er ist am Freitag schon wieder 2% gesunken.
Damit sind wir dieses Jahr bei einem Minus von 30%.
Und das liegt nicht nur an schlechter Stimmung bei Investoren, sondern auch an schwacher Performance im Business.
Am Freitag hat VW nämlich gesagt, dass sie dieses Jahr mit bis zu 3% Umsatzrückgang rechnen.
3% Wachstum erwartet.
Grund ist vor allem ein schwacher Automarkt in China und außerdem meinte Oliver Blume noch, dass chinesische Autobauer gleichzeitig stärker als erwartet nach Europa drängen und hier einfach massiven Druck machen, was ja auch logisch ist, weil die irgendwie einen schwachen Heimatmarkt ausgleichen müssen.
Übrigens meinte Oliver Blume zu der Konkurrenz in China im Analystencall, dass es alleine im ersten Halbjahr auf dem chinesischen Markt über 500 neue Modelle von über 150 Konkurrenten gab.
Wer außerdem hart unter chinesischer Konkurrenz leidet, ist der Batteriehersteller Vata.
Da kam jetzt raus, dass sein Sanierungsverfahren gescheitert ist und sie Insolvenz anmelden.
Und ein Hauptgrund dafür ist die frühere Zukunftshoffnung von Vata.
Und zwar waren sie ja lange der Hauptlieferant von den Batterien in den Apple AirPods.
Genau da steigt Apple aber jetzt wohl komplett auf chinesische Konkurrenten um.
Übrigens war Apple am Freitag auch einer der wenigen großen Tech-Konzerne, wo die Aktie deutlich im Plus war, so um die 3%.
Und sie profitieren einfach oft davon, wenn die Börse ein bisschen KI-skeptischer wird, weil Apple eben anders als Microsoft, Meta, Alphabet und so weiter nicht massiv Geld in eigene Rechenzentren pumpt.
Wer sich dafür mehr Richtung KI positionieren will, ist der T-Mobile-Konkurrent Verizon.
Die Aktie hat am Freitag nach soliden Zahlen um die 6% zugelegt.
Und zu den soliden Zahlen hat der CEO Dan Schulmann, der übrigens davor CEO von PayPal war, auch noch einen Deal mit Alphabet verkündet.
Und zwar wird Alphabet Glasfaser-Verbindungen von Verizon, die bisher nicht genutzt wurden, sogenanntes Dark Fiber nutzen, um Daten zwischen den eigenen Rechenzentren hin und her zu schicken.
Der Deal hat ein Volumen von einer Milliarde Dollar.
Und Dan Schulmann meinte, dass noch mehr Deals in der Pipeline sind, die über ein paar Jahre einige Milliarden bringen könnten.
Das ist jetzt eine KI-Wette, die wirklich noch sehr am Anfang steht, aber dafür eine, die gerade auch 6% Dividendenrendite hat.
Und zum Abschluss noch zwei ganz andere Themen.
Erstens hat Trump wieder neue globale Zölle von um die 10% verhängt, die aber nur die bestehenden ersetzen, die jetzt ausgelaufen wären.
Die neue Begründung der Zölle ist übrigens, dass die Handelspartner nicht genug gegen Zwangsarbeit tun.
In Wahrheit geht es aber immer nur darum, dass Trump Gesetzeslücken findet, mit denen er Zölle erlassen darf, was ja eigentlich nicht seine alleinige Aufgabe als Präsident ist.
Gute Zollnachrichten gab es dafür von der Canadian National Railway, die am Freitag ihre Prognose angehoben hat, weil sich Kunden wohl mehr und mehr an die Zölle anpassen und wieder mehr Produkte hin und her schicken.
Die Aktie hat am Freitag übrigens nicht zugelegt, ist dieses Jahr aber schon 30% gestiegen.
Und letzte, bisschen absurde Meldung.
Japan denkt darüber nach, den Handel mit Pokémon-Karten zu regulieren.
Der Markt hat sich in den vier Jahren bis 2025 fast verdoppelt auf über zwei Milliarden Dollar alleine in Japan.
Und es gibt immer mehr Karten, die für Millionen gehandelt werden.
Dadurch steigt aber erstens das Betrugsrisiko und zweitens sind Karten auf einmal ein ganz guter Weg für Geldwäsche.
Ich habe gerade erzählt, wie bescheiden es bei Volkswagen läuft.
Gleichzeitig gab es letzte Woche auch Zahlen von General Motors.
die einfach im ersten Halbjahr den größten Gewinn pro Aktie ever hatten.
Wie das sein kann, was da los ist, das hat sich Christoph angeschaut.
Fangen wir mit den Zahlen an.
Im zweiten Quartal hat GM knapp 48 Milliarden Dollar umgesetzt und einen Gewinn von fast 1,5 Milliarden Dollar gemacht.
Damit hat der Konzern deutlich besser abgeschnitten als gedacht und das, obwohl darin nochmal Milliarden Restrukturierungs- und Wertberichtigungen rund ums E-Auto-Geschäft stecken und GM weniger Autos verkauft hat als im Jahr davor.
Unter anderem, weil der E-Automarkt geschrumpft ist und einzelne Modelle ausgelaufen sind.
Klingt erstmal nach einem Widerspruch, aber es gibt drei Gründe, die das erklären.
Einer ist Preisdisziplin.
GM hält die Lagerbestände bewusst knapp.
Der Bestand der Autohäuser würde beim aktuellen Verkaufstempo gut 50 Tage reichen.
Im Branchenschnitt sind es rund 80 Tage.
Je weniger Autos auf dem Hof stehen, desto weniger Rabatte muss man ja auch geben.
Die Rabattquote liegt unter 5% vom Listenpreis, die Autobranche zahlt im Durchschnitt mehr als 6%.
Besonders positiv, GM ist vor allem da stark, wo die Margen hoch sind.
Bei den großen Pickups hält der Konzern über 40% Marktanteil und ist damit knapp 10 Punkte vor Ford.
Bei den großen SUVs ist GM seit 51 Jahren in Folge Marktführer.
Der zweite Grund.
Das E-Auto-Geschäft verliert deutlich weniger Geld.
GM hat die Restrukturierung fast abgeschlossen und dafür seit Mitte 2025 insgesamt 11 Milliarden Dollar abgeschrieben.
Für dieses Jahr rechnet GM sogar damit, dass sich das E-Auto-Ergebnis um 1,5 Milliarden Dollar verbessert, weil Batteriekosten sinken und weniger produziert wird.
Der dritte Grund ist besonders spannend.
Es ist ein Geschäft, das kaum jemand mit GM verbindet.
Der Konzern verkauft mittlerweile nämlich Abus.
OnStar heißt Eindienst, das ist eine Art Notruf- und Konnektivitätspaket.
Hier hat GM schon 12 Millionen Abonnenten, bis Jahresende sollen es 13 Millionen sein.
Dazu kommt Super Cruise, ein Assistent fürs freihändige Fahren auf der Autobahn für rund 40 Dollar im Monat.
Um die 6 Milliarden Dollar Umsatz sind damit schon für die nächsten Jahre vertraglich zugesichert.
Das ist ein Plus von rund 50 Prozent.
Die Marge der Software ist dabei deutlich höher als die der Autoverkäufe.
Fairerweise muss man dazu sagen, dass Supercruise drei Jahre im Autopreis enthalten ist und danach verlängern nur so 30 bis 40 Prozent der Kunden.
Außerdem ist das Business noch klein.
Letztes Jahr lag der Konzernumsatz bei fast 190 Milliarden Dollar.
Mit Supercruise erwartet GM dieses Jahr 400 Millionen Dollar Umsatz.
Im Hinterkopf haben sollte man das neue Software-Business trotzdem.
Operativ läuft es also gut und auch die Aktie hat auf Sicht von einem Jahr 60 Prozent gewonnen.
Der Börsenwert von 70 Milliarden Dollar ist dabei nur das Sechsfache vom erwarteten Gewinn.
Das ist weniger als der 10-Jahre-Schnitt, der bei 7 liegt.
Dazu gibt es noch knapp 1% Dividendenrendite.
Und vor allem kauft GM sehr aggressiv eigene Aktien.
Seit 2023 hat der Konzern durch Aktienrückkäufe seine Aktienzahl um knapp 35% reduziert.
Das ist auch ein Hauptgrund dafür, dass General Motors gerade den höchsten Gewinn pro Aktie in einem Halbjahr ever hatte.
Dafür hilft nämlich nicht nur ein hoher Gesamtgewinn, sondern auch weniger eigene Aktien.
General Motors war die Dominator-Komponente, die sich in der Regel zu erinnern kann, die ihre Dealer-Fleet und alles, was sie für sie hatten.
Eine Sache neben General Motors, die in den USA aktuell deutlich besser läuft als bei uns in Deutschland, sind leider auch Rüstungsaktien.
Und was da genau los ist oder los war in den letzten Tagen, habe ich mir mal angeschaut.
Erstens gab es in der Branche ein paar sehr starke Quartalszahlen.
Lockheed Martin und RTX haben nach ihren starken Zahlen letzte Woche so um die 10% zugelegt, genau wie der ehemalige Edward Snowden-Arbeitgeber und Geheimdienst-Dienstleister Booz Allen Hamilton.
RTX und Lockheed haben nämlich beide ihre Umsatzprognose angehoben und sind letztes Quartal mehr als 10% gewachsen.
Dazu sitzen sie mittlerweile zusammen auf einem Auftragsbestand von über 500 Milliarden Dollar.
Im Quartal davor waren es eher 450 Milliarden.
Wichtiger Grund sind übrigens bei beiden die Raketen- und Luftabwehrsysteme für den Iran-Krieg.
Um mal ein Beispiel zu nennen, von RTX haben die Amis in den letzten 10 Jahren im Schnitt 86 Tomahawk-Raketen pro Jahr bestellt.
Für 2027 sind es alleine 785, die sie bestellt haben.
Bei Booth Allen Hamilton ist es ja so, dass sie keine Waffen liefern, sondern eher als Berater und Dienstleister unterstützen, also einfach gesagt Büroarbeit machen.
Und da gab es in den letzten Jahren von Trump viel Gegenwind, weil der in vielen Bereichen Geld sparen wollte.
Bruce Allen hat aber den Vorteil, dass sie einerseits normale Behörden bedienen, andererseits aber auch Geheimdienste und das Verteidigungsministerium und genau da steigt die Nachfrage, während sie im zivilen Bereich, also bei den anderen Behörden, eher sinkt.
Neben den Quartalszahlen der börsennotierten Player gab es außerdem noch die News, dass das Rüstungs-Startup Android gerade mit Investoren spricht und Geld zu einer Bewertung von 100 Milliarden Dollar kriegen könnte.
Damit wäre das nach Lockheed und RTX die drittwertvollste Rüstungsfirma der Amis.
Und dazu passt dann auch, dass große Rüstungskonzerne wie Lockheed oder BAE dieses Jahr schon 4 Milliarden Dollar in Rüstungs-Startups gepumpt haben.
So viel wie noch nie zuvor.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Euch einen guten Start in die Woche.
Adios.
