# Geopolitical Risks, Energy Inflation, and Market Resilience

**Podcast:** Deffner und Zschäpitz – Der Wirtschafts-Talk von WELT
**Published:** 2026-07-25

## Transcript

Herzlich willkommen zu Defner und Schäpitz.
Mein Name ist Defner, Dietmar Defner.
Mein Name ist Schäpitz, Holger Schäpitz.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Zusätzlich zu unserem großen Podcast bekommt ihr jeden Samstag ein Defner und Schäpitz Update mit Ausblick.
Anders als dienstags, kurz und knapp, denn Zeit ist Geld.
Und wir lassen immer eine Uhr mitlaufen, damit keiner hier zu viel redet.
Und das Ganze gibt's freitags auch schon bei Weltfernsehen live um 17.45 Uhr.
Und jetzt rein in die Show.
Die letzte Woche war tatsächlich eine Bullenwoche.
Trotz Gegenwind aus Nahost hat der DAX...
Das war allerdings doch eine ziemliche Achterbahnfahrt.
Am Ende hat er über der Marke von 25.000 Punkten geschlossen.
Auch dank positiv aufgenommener Zahlen von SAP, einem DAX-Schwergewicht.
Und dann hat der DAX eben die Kurve gekriegt.
Das ist faszinierend, weil in der Wall Street ging es nicht so gut los.
Da haben alle Unternehmen zwar gute Zahlen vorgelegt, so wie SAP auch, aber da waren die Kurse so weit schon gelaufen, dass die Erwartungen schon den Zahlen ein bisschen vorausgeeilt waren.
Deswegen erlebt man da ganz häufig gute Zahlen.
Aber trotzdem bekommt es alles drauf.
Alphabet beispielsweise richtig dick in Minus.
Unser Thema der Woche, die Lage im Nahen Osten, die ist weiter eskaliert.
Deswegen müssen wir darüber sprechen.
Die USA und der Iran haben sich weiter gegenseitig angegriffen.
Diplomatische Vorschläge für eine diplomatische Lösung, die von Vermittlerstaaten gemacht wurden, wurden erst mal vom Tisch geschoben, in die Schublade gepackt.
Und es gibt sogar noch eine neue Front, die die mit dem Iran verbündeten Hussis aufgemacht haben im Roten Meer, die Meerenge von Bab al-Mamdab.
Das klingt fast fränkisch, aber nein.
Das ist eben bei jedem unten die Meerenge.
Und dort wollen sie saudische ...
Öltransporte blockieren, haben auch schon 2 saudische Schiffe angegriffen.
Die Straße von Hormuz ist sowieso so gut wie dicht.
Das sorgt dafür, dass es wieder Versorgungsängste an den Ölmärkten gibt.
Das hat den Ölpreis regelrecht explodieren lassen.
Über die Marke von 100 Dollar beim Brandöl getrieben.
Auch wenn wir heute wieder unter diese Marke gefallen sind, bleibt auf Wochensicht ein Plus von rund 10%.
Seit Anfang Juli fast ein Plus von 40%.
So mehr engen Spotter.
ist gerade ein sehr großer Beruf, weil die Schiffe, die machen ihre Radargeräte aus, damit sie da heimlich durchkommen.
Angeblich wird immer noch saudisches Öl, kommt noch auf die Weltmeere, deswegen hat es sich ein bisschen entspannter.
Aber du hast recht, es ist natürlich ein wahnsinniger Unsicherheitsfaktor.
Was die meisten aber gar nicht so gesehen haben, beim Öl ist es ja ungefähr 40 Prozent draufgegangen, aber viel krasser ist es beim Gaspreis.
Wenn man sich den mal anschaut, der europäische Gaspreis liegt jetzt so bei 64 Euro pro Megawattstunde.
Und das ist...
50 Prozent mehr als noch vor einem Monat.
Und warum das so krass ist?
Jetzt haben wir gesagt, wir brauchen doch keine Heizung jetzt.
Ja, A, gibt es Industrie, die produziert auch im Sommer.
Aber B, wir haben diese ganzen Gaspereicher, die müssen gefüllt werden für den Winter.
Und das wird immer im Sommer gemacht.
Und wenn wir jetzt mal schauen, sind wir gerade so bei 49 Prozent Füllstand.
Und wir müssen ja bis November so bis 90, 100 Prozent hochkommen.
Und normalerweise sind wir schon wesentlich höher jetzt.
Und jetzt hat die Frage...
fülle ich jetzt meinen Gasspeicher mit teurem Gas, lasse ich es und warte und hoffe, das ist...
Und das ist natürlich auch ein krasses Ding.
Ja, krass sind natürlich auch die Benzin- und Dieselpreise gestiegen.
Und da macht sich noch mal zusätzlich bemerkbar nicht nur der rohe Ölpreis, sondern dass auch immer mehr Raffinerien in Krieg...
in den Kriegerischen Zerstörungen verwickelt worden sind im Nahen Osten.
Aber auch in Russland, wo die Ukraine fleißig angreift.
Diese Kapazitäten fehlen auf dem Weltmarkt.
So sind die Spritpreise noch mal stärker gestiegen als der Ölpreis.
Das sorgt dafür, dass wieder in Deutschland populistische Forderungen von Politikern laut werden.
Z.B.
der SPD-Generalsekretär fordert jetzt einen Spritpreisdeckel wie in guten sozialistischen Staaten.
Da muss man sagen, Stopp, das ist einfach nicht sinnvoll.
Denn der Spritpreis ist ein wichtiges Preissignal.
Er signalisiert Knappheit.
Und dieses Preissignal sollte man bewirken lassen, damit eben weniger verbraucht wird oder zum Beispiel umgestiegen wird auf E-Autos, was ja momentan auch beliebt ist.
Wenn du schon den Spritpreisdeckel sagst, würde ich sagen, ein Hypothekenzinsdeckel.
Weil die Hypothekenzinsen sind nämlich auch wahnsinnig gestiegen.
Wieder die 10-Jährige über 4%.
Woran liegt das?
Naja, diese Inflationsangst treibt auch wieder die langfristigen Renditen.
Die 10-Jährigen Staatsanleihenrenditen in Deutschland sind diese Woche auf 3,22 gestiegen.
Und das ist der höchste Stand seit 2011.
Und da muss man ja ungefähr einen Prozentpunkt draufrechnen.
Das ist das, was man zahlen muss als Häuslebauer.
Und jetzt mögen die Hauspreise...
bisschen gefallen sein, aber jetzt wird das alles wieder wettgemacht durch diese höheren Finanzierungskosten.
Und die Notenbanken, die sind in so einer Art Dilemma.
Wir hatten ja diese Woche EZB, nächste Woche haben wir die FED.
Ist das jetzt nur ein vorübergehendes Phänomen mit den Ölpreisen?
Das konnte man ja hoffen, weil es eben so kurz war.
Aber wenn jetzt der nächste Ölpreisschock kommt, dann kann es doch langfristigere Folgen haben und auch Zweitrundeneffekte.
Und deswegen ist es so krass, dass man eben nochmal genau aufpassen muss, was passiert da.
Und die EZB hat auch gesagt, wir sehen noch keine Zweitrundeneffekte, aber wir schauen da sehr genau drauf.
In den USA sind die Renditen bei den 10-Jährigen sogar bis auf 4,7% gestiegen.
Das ist deutlich über der Marke von 4,5%, die für Trump die Schmerzgrenze war.
Da ist schon sehr viel Druck auch für Trump da, auch bei den Benzinpreisen in den USA.
Die Börsen gehen immer noch relativ gelassen damit um, wie wir gerade beim DAX gesehen haben.
Aber auch hier könnten die hohen Zinsen mehr und mehr durchschlagen.
Z.B.
auch den KI-Boom ausbremsen, der zum großen Teil auch Kredit finanziert.
Was kann man als Anleger tun?
Man kann sich mal anschauen, ich kann mir schon vorstellen, dass Öl und Gas langfristig höher sind mit so einer Risikoprämie versehen.
Vielleicht einfach mal eine Energieaktion haben, da gibt es so ein MSCI World Energy, da kann man als ETF machen, die großen Öl- und Gasfirmen oder auch mal vielleicht einen Versorgerindex, den man auch wahrscheinlich nicht hat, so ein Spyder MSCI Utilities.
Und dann kann man so ein bisschen Energiesachen haben und kann, wenn die Preise nach oben gehen, ein bisschen damit verdienen.
Mein Bulle der Woche ist ein Brummihersteller.
Denn im Brummi-Geschäft, da brummt das Geschäft.
Nicht nur bei Traton, meinem Bullen der Woche.
Das ist die...
VW-Lkw-Tochter, sondern auch beim Konkurrenten Daimler Truck.
Die sind ja im DAX.
Und beide haben in dieser Woche ihre Prognosen angehoben.
Beide aufgrund des besser laufenden Geschäftes in den USA.
Da scheint also tatsächlich was dran zu sein.
Offenbar haben die Spediteure Trott langsam ihre Kauf-Zurückhaltung aufgegeben nach den Zöllen und bestellen jetzt wieder Lkw.
Und das ist ein gutes Zeichen.
Tratton hat einen Kurssprung von 11 Prozent nach der Progruße.
Anhebung gemacht, ist auf einen neuen Rekord gestiegen.
Vielleicht finden die Schiffe nicht mehr fahren, fahren jetzt LKW.
Kommen wir zu meinem Bär der Woche.
Mein Bär der Woche hat auch was mit Brumm-Brumm zu tun.
Es geht um Tesla.
Das ist der größte Verlierer im S&P 500 und auch im S&P 100 mit minus 19 Prozent.
Was ist da passiert?
Die haben Zahlen vorgelegt.
Da könnte man denken, Mensch, Umsatz plus 25 Prozent.
Klingt doch gut, was ist denn da passiert?
Aber wenn man unter die Haube geschaut hat, dann sah es nicht so gut aus.
Die Margen sind gefallen, auch der Gewinn war niedriger.
Und das Problem ist jetzt, das alte Geschäft, was ja das neue finanzieren sollte, das fängt jetzt schon an zu erodieren, aber das neue kommt noch nicht.
Also die ganzen Robotaxis oder Robotik oder was es auch alles an Energiesachen gab.
Und deswegen sind die Anleger da sehr allergisch, haben darauf reagiert und deswegen ging es für die Aktie so stark runter.
Schwer vorauszusehen, wie es nächste Woche weitergeht.
Vielleicht gibt es ja doch mal eine Richtung Deeskalation in diesem Konflikt.
Und deswegen würde ich jetzt noch mal auf einen steigenden DAX nächste Woche setzen.
Da würde ich auch draufsetzen, weil die Unternehmenszahlen, die sind so gut.
Die sind mit Abstand die beste seit sehr vielen Quartalen.
Da hoffe ich auch drauf, dass es so weitergeht in der Berichtssaison.
Das war es für diese Woche bei Defna und Sharepitz im TV.
Wir sagen Tschüss.
Und wer wissen will, wie es weitergeht mit der Berichtssaison, der hört auch in dem Podcast ab Dienstag bei Welt und überall.
Podcasts gibt.
