# AI Infrastructure, Data Leverage, and Crypto Utility Shifts

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-23

## Transcript

Mit Alphabet hat gestern die erste große KI-Firma in dieser Berichtssaison ihre Quartalszahlen vorgelegt.
Die schauen wir uns natürlich an.
Außerdem gibt es noch Firmen, die vom Rechenzentrumsboom profitieren, von der Bewertung aber noch nicht komplett absurd sind.
Eine haben wir heute dabei.
Und dann gibt es noch drei große Themen aus der Kryptowelt und natürlich die aktuellen News.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Donnerstag, der 23.
Juli.
Das ist ohne Aktienwert schwer und Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital, der einzige Broker, den deine Familie zum Traden braucht.
Bei Scalable Capital gibt es nämlich auch Kinderdepots.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Bevor gestern die Zahlen von Alphabet gekommen sind und damit der ersten großen KI-Firma in dieser Berichtssaison, wurde sehr viel über OpenAI geredet, bei denen ja ein KI-Agent aus einem Umfeld ausgebrochen ist, das eigentlich sicher sein und abgeschirmt sein sollte.
Und der Agent hat danach das KI-Startup-Hugging-Face gehackt.
Das sind jetzt keine besonders guten Nachrichten für die Sicherheitssysteme von OpenAI.
Das hat scheinbar auch Anthropic gestern gesehen und zumindest sehr smart genutzt.
Sie haben nämlich gesagt, dass sie ihre Spenden für die politische Gruppe Public First Action von 20 auf 40 Millionen verdoppeln.
Und das ist eben eine Gruppe, die sich dafür einsetzt, dass starke KI-Modelle von der Regierung limitiert.
beziehungsweise beschränkt werden.
Dass man das ausgerechnet gestern veröffentlicht hat, könnte ein Zufall sein, könnte aber auch ein Versuch sein, sich selbst als der sicherheitsbewusste KI-Player hinzustellen.
Andererseits kann man sicher für OpenAI argumentieren, dass sie mit dem ganzen Vorfall vielleicht indirekt auch gezeigt haben, dass ihre KI schon ganz stark ist.
Der Börsentag gestern hat auf jeden Fall mal wieder gezeigt, wie stark die Nachfolge nach KI weiter ist.
Zum Beispiel kam noch raus, auch zu OpenAI, dass die über 30 Milliarden Dollar in neues Rechenzentrum in Georgia investieren wollen.
Passend dazu hat die Information berichtet, dass auch SpaceX seine Planungen für neues Riesenrechenzentrum in Texas vorantreibt.
Und die News hat gestern auch den Serverbauer Supermicro gefreut, die ja teilweise Serverlieferanten von SpaceX sind.
Dass die Aktie von Supermicro gestern über 20% gestiegen ist, hat aber einen anderen Grund.
Und zwar hatten sie einfach sehr solide Quartalszahlen und da waren vor allem nicht nur die Aufträge hoch, sondern sie rechnen im nächsten Quartal auch mit einer Bruttomarge von so 15 bis 17%.
Davor wurden eher 8% erwartet.
Und das sind für Supermicro wirklich extrem gute Nachrichten, weil die niedrigen Margen immer ein großer Kritikpunkt waren.
Spannend wird aber sein, ob sie das Niveau halten können oder ob das jetzt vielleicht eher eine Ausnahme ist.
So oder so boomt auf jeden Fall der Markt für Server.
Und damit da immer öfter AMD-Chips verbaut werden, haben gestern auch die mal wieder einen klassischen KI-Deal gemacht, beziehungsweise einen KI-Deal, der sich im Kreis dreht.
AMD wird nämlich 5 Milliarden Dollar in Anthropic investieren.
Und Anthropic wird im Gegenzug für zig Milliarden Dollar Chips von AMD kaufen.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Aktie von AMD nicht wirklich stark auf die News reagiert hat und auch sonst gab es gestern, trotz der ganzen positiven News, keine wirkliche Euphorie im KI-Markt, weil die Erwartungen einfach schon extrem hoch sind.
Am besten hat man das, finde ich, bei GE Vanova gesehen, dem Siemens Energy Konkurrenten, der ja auch massiv vom Boom-Berechenzentren und vor allem Gasturbinen profitiert.
Auch dieses Quartal waren die Aufträge mit 24 Milliarden Dollar fast 90 Prozent höher als vor einem Jahr, aber die Aktie...
ist eben dieses Jahr auch schon wieder über 60% gestiegen und bei so hohen Erwartungen haben dann auch die sehr starken Quartalszahlen nicht mehr gereicht.
Entsprechend hat die Aktie gestern um die 10% verloren.
Einfacher Rendite als im KI-Bereich gab es in der Luft- und Raumfahrt.
Einmal ist die Aktie von Airbus über 5% gestiegen, weil sie bis 2029 mit einem operativen Gewinn von so 12 Milliarden Euro rechnen und außerdem in den nächsten drei Jahren eigene Aktien für insgesamt 5 Milliarden Euro kaufen wollen.
Beides ist für eine Firma mit 150 Milliarden Euro Börsenwert dann schon echt relevant.
Und in der Raumfahrt ist die Aktie vom SpaceX-Konkurrenten Rocket Lab um die 5% gestiegen.
Der darf nämlich für die US Air Force Raketen ins All schießen und kriegt dafür um die 300 Millionen Dollar.
Bei einer Firma mit 40 Milliarden Dollar Börsenwert ist es jetzt kein Game Changer, aber immerhin ein gutes Signal.
Und dann kommen wir jetzt endlich zu den Zahlen von Alphabet, wobei wir noch erstmal auf eine andere Aktie schauen müssen, die gestern wegen Alphabet 10% verloren hat.
nämlich Reddit.
Hintergrund war ein Bericht vom Wall Street Journal, laut dem Reddit darüber nachdenkt, Google keinen Zugang mehr zu seinen Daten zu geben, mit denen Google bisher die eigene KI trainieren konnte.
Klingt jetzt nach keinem großen Ding, aber der Hintergrund ist kritisch und zwar merkt Reddit, dass Leute durch die AI-Overviews bei Google halt weniger auf die Antwortzeiten von Reddit schauen und sie dadurch weniger Besucher kriegen und jetzt überlegen sie eben, ob sie das weiter fördern wollen, indem sie Google noch mehr Daten geben.
Aber jetzt zu den Zahlen von Google selbst bzw.
von Alphabet, die ziemlich durchwachsen waren.
Wenn man auf die großen Zahlen schaut, war alles perfekt.
Der Umsatz ist so 24% gestiegen auf fast 120 Milliarden Dollar und war damit 3 Milliarden Dollar über den Erwartungen.
Und der Nachsteuergewinn hat sich auf 112 Milliarden Dollar sogar circa verdreifacht.
Aber zum Nachsteuergewinn muss man sagen, dass der zum großen Teil durch einen Sondereffekt kam, nämlich vor allem daher, dass Alphabet großer Investor bei SpaceX war.
und bei dem Börsengang einfach einen gigantischen Buchgewinn gemacht hat.
Und zum Umsatz muss man sagen, dass vor allem die Cloud-Sparte gut performt hat.
Die ist über 80% gewachsen, damit viel schneller als erwartet.
Gleichzeitig hat das klassische Kerngeschäft mit der Suchmaschine die Erwartungen aber leicht verfehlt.
Und zum Cloud-Wachstum kam auch der Reminder, dass man dafür extrem viel Geld in Rechenzentren investieren muss.
Alleine letztes Quartal gab es nämlich 45 Milliarden Dollar an Capital Expenditures und damit ca.
eine Milliarde mehr als erwartet.
Die Aktie hat nach den Zahlen entsprechend durch Wachsen reagiert und hat sich so gut wie gar nicht bewegt nach Börsenschluss.
Besser sah es bei der Softwarefirma ServiceNow aus, die haben ihre Prognose fürs Gesamtjahr angehoben, auch wenn nur ziemlich minimal und die Aktie ist leicht gestiegen und bei den ganzen KI-Sorgen reichen auch schon solide Zahlen für ein bisschen Rendite.
Keine Rendite und leichten Verlust gab es außerdem bei Tesla, die haben zwar den Umsatz 23% gesteigert und damit viel schneller als erwartet, Aber die Bruttomarge war mit 17 Prozent weit unter den Erwartungen von über 19 Prozent.
Sehr viele Aktien mit KI-Fantasie sind ja in letzter Zeit schon sehr stark gelaufen, dadurch eher teuer bewertet.
Christoph hat jetzt eine französische Firma in einem eher langweiligen Business gefunden, das aber auch von KI profitiert und eben noch nicht so gut gelaufen ist.
Alles weitere jetzt von Christoph.
Es geht um Le Grand aus Frankreich.
Wird ein Gebäude gebaut, kümmert sich der Konzern um alles zwischen Hausanschluss und Steckdose.
Also zum Beispiel um Sicherungskästen, Kabelkanäle oder Schalter.
Damit macht der Konzern fast 10 Milliarden Euro Umsatz und kommt auf eine EBIT-Marge von um die 20 Prozent.
Die hohe Marge liegt daran, dass Le Grand keine Massenware verkauft, sondern viele kleine Nischenprodukte, bei denen es auf Zulassungen und Markennamen ankommt.
Ein Installateur nimmt das, was er kennt und was zur Vorschrift passt.
Und weil so ein Schalter nur einen winzigen Teil der Baukosten ausmacht, spart da niemand.
Soweit zu den Margen, bleibt die Frage, wie man wächst.
Dafür kauft Legrand seit Jahrzehnten kleine Spezialisten.
Allein 2025 waren es sieben Firmen, von denen insgesamt 13 Prozent Umsatzwachstum kam rund ein Drittel aus Übernahmen.
Dazu gibt es Wachstumstreiber im Kerngeschäft, denn auch in Rechenzentren muss Strom verteilt, abgesichert und verkabelt werden, nur in viel größerem Ausmaß.
Genau dafür hat Legrand passende Firmen zugekauft und ist zu einem der großen Ausrüster für Rechenzentren geworden.
Anders als etwa Vertiv das komplette Kühlsysteme baut, liefert Legrand viele Standardkomponenten, die praktisch jedes Rechenzentrum braucht, egal wer die Server oder die Kühlung stellt.
Das Geschäft hat sich von 2020 bis 2025 mehr als verdreifacht.
Damit kommt schon gut ein Viertel vom Konzernumsatz aus Rechenzentren, wobei da nicht nur KI-Rechenzentren mitzählen, sondern auch klassische Cloud- und Unternehmensrechenzentren.
Le Grand hält langfristig sogar 30 Prozent für möglich.
Wichtig für die Einordnung ist auch, wo Le Grand sein Geld verdient.
40 Prozent vom Umsatz kommen aus Nord- und Mittelamerika, also genau von dort, wo gerade die meisten Rechenzentren entstehen.
Wichtig aber für die Einordnung, Le Grand ist kein reiner KI-Profiteur, sondern ein Elektroausrüster, der ein zweites, schnell wachsendes Standbein bekommen hat.
Deswegen hängen die Franzosen aber eben auch an der Bauwirtschaft.
Und die macht Probleme.
In Europa liegen zwei schwache Jahre hinter uns.
In den USA bleibt der Wohnungsbau wegen der hohen Zinsen schwach.
Übrigens wollte der Konkurrent Schneider Electric Legrand schon 2001 kaufen und hatte sogar 98 Prozent der Aktien eingesammelt.
Aber die EU-Kommission hat die Fusion verboten.
Und das hat sich gelohnt.
Für 4 Milliarden hat Schneider seinen Anteil damals an zwei Private Equities verkauft und 2006 haben die Legrand wieder an die Börse gebracht.
Damals war die Firma um die 4 Milliarden Euro wert.
Heute sind wir bei 40 Milliarden Euro, also eine Aktie, die auf lange Sicht sehr gut gelaufen ist.
Die heutige Bewertung entspricht auf jeden Fall dem 24-fachen vom erwarteten Gewinn.
Das liegt ungefähr im Bereich des Fünf-Jahre-Schnitts.
Dazu gibt es eine Dividendenrendite von fast 2%.
Das ist der Rainer, hier wie die Haare.
Wir machen heute eine Entwirkung.
Und zwar eine Entwirkung von einem XLR-Kabel.
Man kennt es, das XLR-Kabel, das Gemeine.
Crypto Thursday, dein Crypto-Kick der Woche.
Weil gerade so viele Quartalszahlen kommen, halte ich unser wöchentliches Krypto-Update mal ein bisschen kompakter, aber über drei Sachen müssen wir sprechen.
Erstens haben Kryptoaktien wie Coinbase oder Circle am Dienstag so um die 10% zugelegt.
Grund sind verschiedene Stimmen, dass die große Krypto-Regulierung der Amis, der sogenannte Clarity Act, endlich auf einem guten Weg zum Abschluss ist.
Es gab da ja noch verschiedene Konfliktthemen.
Ein großes Thema war ein Ethik-Paragraf, in dem geht es vor allem darum, dass die Politiker, die Krypto regulieren, nicht selbst von Krypto profitieren sollten.
Und das betrifft natürlich vor allem Trump.
Jetzt hat sich das Weiße Haus da wohl mit ein paar Senatoren geeinigt.
Man ist also einen großen Schritt weiter.
Sicher, dass das Gesetz durchgeht, ist es immer noch nicht.
Aber erstmal gute Nachrichten für Kryptofirmen, die dann endlich mal regulatorische Klarheit haben, was sie machen dürfen und was eben nicht.
Neben Regulierungshoffnungen ist mir ein neuer, ganz spannender Kryptoindex von S&P aufgefallen, also den Kollegen, die auch den S&P 500 berechnen.
Und der Index ist vor allem spannend.
weil kein Bitcoin drin ist.
Es gibt 18 Kryptos im Index.
Die fünf größten sind IFA, Binance, Solana, Tronix und Hyperliquid, aber eben kein Bitcoin.
Grund dafür ist, dass S&P einen Ansatz verfolgt, den man eher aus der Aktienwelt kennt.
Sie wollen nämlich nur Kryptos drin haben, die einen fundamentalen Wert haben und Umsatz machen.
Wie das funktioniert, haben wir beim Beispiel von Ethereum schon ein paar Mal erklärt.
Bei IFA ist es ja so, dass Handelsgebühren anfallen, wenn man IFA-Transaktionen macht und ein Teil der IFA-Coins, die Handelsgebühren sind, werden danach verbrannt, also quasi aus dem Markt genommen und dadurch gibt es insgesamt weniger IFA-Coins.
Genau wie bei einem Aktienrückkauf steigt dadurch der Wert der restlichen Coins.
Je mehr Umsatz also über die Blockchain läuft, desto mehr dieser Rückkäufe gibt es auch und desto wertvoller wird der Coin.
Der Bitcoin hat so eine Dynamik nicht und funktioniert eher wie Gold, das ja auch keine Cashflows oder Umsätze macht.
Auf jeden Fall ein ganz spannender Ansatz von S&P, auch wenn man sagen muss, dass die umsatzstärksten Coins nicht immer automatisch die wertvollsten sind, da spielen in der Kryptowelt ja auch immer viel Hype und Trading-Dynamik mit.
Das dritte Kryptothema, das mir aufgefallen ist, ist mal wieder ein bisschen absurder.
Und zwar gibt es gerade einen gigantischen Longevity-Trend, der in den USA sehr stark zum Peptid-Boom führt.
Neben den offiziellen Abnehmspritzen von Novo und Ilelele, die ja Peptide sind, gibt es da auch immer mehr nicht geprüfte Peptide, die oft aus Asien kommen und dann eine bestimmte Wirkung haben sollen.
So richtig erlaubt sind die aber eben nicht und deshalb ist es oft auch schwer, bei den Anbietern dieser Peptide offiziell zum Beispiel mit einer Kreditkarte zu zahlen und immer mehr von diesen Anbietern akzeptieren nur noch Kryptos oder Bitcoin.
Laut Bloomberg haben Peptidfirmen im Graubereich alleine im ersten Quartal 2026 über 30 Millionen Dollar an Kryptos kassiert.
Das sind 700 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
