# Heatwaves, Retail Resilience, and Japan's Market Shifts

**Podcast:** Leben mit Aktien | Der Podcast für Anleger mit Weitblick
**Published:** 2026-07-22

## Transcript

Bevor es losgeht.
Dieser Podcast ist keine Anlageberatung, sondern dient lediglich der Information und Unterhaltung.
Die Hosts oder der Verlag übernehmen keine Haftung für Anlageentscheidungen, die sie aufgrund der im Podcast gehörten Informationen treffen.
Leben mit Aktien.
Ein Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche.
Mit Christian Wirröl und Horst von Butler.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Leben mit Aktien, dem Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche.
Ich bin Horst von Butler.
Und ich bin Christian Wirröl.
Und das ist Teil 2 unseres Summer Specials, weil Christian und ich im Urlaub sind.
Vergangene Woche ging es ja um den Chip-Boom und Südkorea.
Außerdem sprachen wir über SpaceX, KI und Microsoft und ein Eierkartell in den USA.
Ja, diese Woche geht es weiter mit der Hitzewelle und wie Unternehmen sich anpassen.
Denn auch wenn der Klimaschutz gerade nicht so en vogue ist, Unternehmen haben Kosten, müssen sich anpassen, investieren, wenn Extremwetter ihnen zusetzen.
Zum Beispiel Modeherrnestellern wie Uniqlo.
Wir schauen also nicht auf das Thermometer, sondern auf Beispiele dieser Anpassungen.
Und wir haben ja immer gesagt, man kann mit dem Geschäft, mit der Kälte, da kann man Geld verdienen, zum Beispiel über Klimaanlagen.
Aber Hitze und Klima bedeuten eben auch immer Anpassungskosten und Folgeschäden.
Und wir blicken nach Japan, wo ein historisches Ereignis stattgefunden hat und der Schlips aus dem Warenkorb der Statistiker verbannt wurde.
Legen wir los.
Bevor wir auf das Thema Hitze und Hitzewellen kommen, Christian, würde ich gerne noch einmal so Bilanz sehen.
Was für ein spannendes erstes Halbjahr, wenn man sich so die Prognosen anschaut Ende vergangenen Jahres.
sind manche Ereignisse in der Form nicht antizipiert worden.
Unter anderem natürlich der Krieg der USA gegen den Iran.
Das hat uns das ganze erste Halbjahr beschäftigt.
Schrödingers Meereingang haben wir es genannt, die Straße von Hormuz immer gleichzeitig zu und offen.
Und das Interessante ist ja, es gab wieder düste Prognosen, größte Energiekrise der Menschheitsgeschichte, hat die Internationale Energieagentur gesagt.
Und es war ja tatsächlich auch sehr spooky, zwischendurch sehr angespannt.
Alle haben auf diese Straße von Hormuz geschaut.
Gleichzeitig hat sich ja trotz aller Krisensymptome und dass es Wachstum kostet und vielleicht auch Jobs und Inflation, hat sich doch mal wieder gezeigt, diese erstaunliche Resilienz auch und Anpassungsfähigkeit von vielen Unternehmen.
Und dieser KI-Boom hat ja doch dazu geführt, dass zumindest das erste Halbjahr, also jetzt bis Ende Juni, wenn wir mal zurückblicken, echt ziemlich ordentlich gelaufen ist.
Nach einer kurzen Unterbrechung geht es gleich weiter.
Bleiben Sie dran.
An der Börse zählt nicht nur die richtige Entscheidung, sondern auch, wie sie umgesetzt wird.
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Wenn wir jetzt über abseits mal KI-Themen sprechen, du hast das Stichwort Resilienz erwähnt, so mit Blick auch auf den Iran-Krieg.
Da würde ich sagen, vielleicht ist es auch eine Resilienz-Illusion.
Wir glauben, dass es jetzt ganz gut im ersten...
Rutsch so aufgefangen wurde und jetzt wird irgendwann sich das alles normalisieren.
Wir haben aber gleichzeitig auch in der Pandemie gesehen, dass Lieferketten sehr schnell reißen können, aber bis sie dann wieder komplett neu formiert und rekalibriert sind, kann es lange dauern.
Vielleicht sind die Schäden, die dieser Krieg in der Statik der globalen Energielogistik angerichtet hat, noch gar nicht wirklich visibel.
Also ich will da jetzt nicht unken, aber das könnte ein Thema werden.
Und Inflation ist sicherlich ein Thema, das uns nicht nur aus dem Blickwinkel Energie, sondern wir haben in der letzten Folge darüber gesprochen, auch aus dem Blickwinkel Technologie und Chips auch im zweiten Halbjahr beschäftigen wird.
Ansonsten muss uns aber eins klar sein.
Bei allem, was so mit Marktumfeld zu tun hat, reden wir ja eigentlich immer darüber, was denn jetzt Warnsignale sein könnten dafür, dass der Boom, den wir sehen und damit auch die Rallye an den Börsen irgendwie vorbei ist.
Und das kann man drehen und wenden und es sind auch viele interessante Themen dabei, aber man muss auch ganz einfach sagen, in 95 Prozent...
aller Zeiträume braucht man sich darum eigentlich keine Gedanken zu machen, weil die Märkte es abschütteln.
Und die 5%, die dann bleiben, wo es dann wirklich eine harte Korrektur oder sogar mal einen Crash gibt, naja, das sind dann die Fälle, die man entweder nicht richtig antizipiert oder wo man vielleicht rausgeht, aber später nicht mehr rechtzeitig reinkommt.
Deswegen bin ich...
Sehr stark bei Nick Majulli, dem von mir geschätzten US-Buchautor und Finanzblogger, der ein Buch geschrieben hat mit dem schönen Titel Just Keep Buying.
Ja, einfach dranbleiben und vielleicht sogar Sparpläne aufstocken, wenn es rappelt.
Wir wissen es ja nicht.
Wenn du in den Sommerferien bist oder in deinem Summerbreak, du bist ja ein News-Junkie, Christian.
Ich weiß nicht, du wachst ja morgens wahrscheinlich schon mit einem Chart im Kopf auf.
Und wenn du Spaghetti kochst, blickst du wahrscheinlich auch auf eher so, Charts statt auf so eine Nudelsauce.
Wenn du dann richtig abschaltest, guckst du dann auch mal wirklich so zwei Wochen nicht auf irgendwelche Indizes und sagst so, ich mache jetzt wirklich hier Urlaub und schalte ab?
Nö.
Ich mache schon meinen täglichen News-Check.
Ich schaue ja jetzt nicht jeden Tag 15 Mal ins Depot.
Ich schaue, was an den Märkten los ist, was Themen sind, die mich interessieren, was auch bei Unternehmen passiert.
Ich habe ja auch keine Lust, nach zwei, drei Wochen das alles wieder nachzuarbeiten.
Insofern...
bin ich da weiterhin im Rhythmus drin.
Lese vielleicht ein bisschen mehr mal längere Artikel.
Diese Big Reads in der FT oder mehr Kolumnen im Wall Street Journal, ein paar Blogs dazu, ein, zwei Bücher.
Das ist ganz großartig, aber ich klemme mich jetzt nicht ab.
Du schaffst das besser.
Ich versuche dann einige Tage oder wirklich auch keine News mehr zu lesen.
Ich lese dann tatsächlich viel Bücher.
Ich habe jetzt immer so einen Lesestapel mit Klassikern, wo ich gedacht habe, die will ich abarbeiten.
Ja, weil ich merke, dass dann mein Gehirn einfach besser funktioniert, weil man ständig on ist.
Und es war ja auch viel los.
Und eines, was los war, es war ja sehr heiß, schon ab Juni.
Und diese erste Hitzewelle, der ja andere Hitzewellen auch folgen, die haben natürlich Auswirkungen auf Unternehmen.
Und damit sind wir bei unserem nächsten Thema.
Das liegt im Trend.
Ja, es gab im Juni diese Rekordhitzwelle in Europa und das betrifft Unternehmen ganz unterschiedlich.
Und wir haben also ein, zwei Beispiele mitgebracht, die wirklich interessant sind.
Der japanische Modekonzern Uniqlo, der musste vorübergehend Filialen schließen und deswegen blieb der erhoffte Verkaufsschub bei Sommerkleidung hinter den Erwartungen zurück.
Muss man natürlich immer schauen, dass sie das vielleicht nur auf die Hitze schieben, dass sie das immer dahingestellt.
Aber Uniqlo gehört ja zu Fast Retailing.
Wir haben die Aktie hier einige Male besprochen, ist ein großer Einzelhändler und die haben jetzt offen wirklich gesagt, ja, diese Hitzewelle seit Mitte, Ende Mai hat das Einkaufsverhalten in Europa wirklich beeinträchtigt.
Und sie hätten Filialen schließen müssen, weil viele Kunden wegen der extremen Temperatur lieber zu Hause geblieben sind.
Das war zwar nur eine begrenzte Anzahl, haben sie gesagt, aber sie haben natürlich im Sommer sehr stark auf Verkäufe von leichten Leinhemden, so atmungsaktiven Oberteilen und Shorts gesetzt.
Die Kühlungssysteme in den Städten werden wichtig für den Einzelhandel.
Und wenn es zu gefährlich ist, in diese völlig überhitzten Städte zu gehen, wird das den Einzelhandel natürlich verändern.
Weil man sitzt dann ja nicht zu Hause und sagt, ich mache jetzt irgendwie alles.
Und sie machen jetzt zwei Dinge.
Sie überprüfen, wie sie vielleicht ihre Filialen schneller wieder öffnen können.
Man muss vielleicht auch etwas nachrüsten und natürlich, wie die Lieferketten widerstandsfähig sind.
Und diese Schließung von Filialen, die haben auch andere Ketten gemeldet.
Wir erleben ja auch, es gab diese Hitzewelle in Großbritannien.
Da hat eine britische Bäckereikette Greggs, die haben 11 Filialen für zwei Tage komplett geschlossen.
Max & Spencer hat die Hitzeschutzpläne für Temperaturen bis 45 Grad Celsius gemacht.
Und auch H&M hat angekündigt, dass man sich seine Kollektionen ausrichten muss, aber auch seine Filialen.
Und ich finde das ganz interessant, wie man an so einem Beispiel eines Unternehmens sehen kann, wie die plötzlich von so einer Hitzewelle betroffen sind.
Einerseits wollen sie natürlich irgendwie besonders leichte Leinenmode verkaufen oder sagen, wir machen hier so Kleidung, die irgendwie auch kühlt.
Daran forschen ja auch viele.
Und gleichzeitig merkt man irgendwie, okay, so Shoppen in der City ist bei solcher Hitze nicht da.
Und dann erwähnt man es eben auch mal in einer Bilanzpressekonferenz, weil eigentlich waren die Zahlen von Fast Retailing ganz gut ausgefallen.
bleibt ja wirklich auch ein spannendes Unternehmen.
Deswegen haben wir es ja auch mehrmals hier erwähnt.
Gehst du immer noch zu Uniqlo?
Für Basis finde ich Uniqlo spannend.
Ist jetzt nicht mein einziger Ausschuss.
Ich fand das spannend, der Ben Bernschneider, dieser Fashion-Influencer, der das Buch geschrieben hat, 100 Staple Pieces, gerade in der Bestsellerliste.
Der war bei mir, wir haben gesprochen und dann hat er tatsächlich immer wieder Uniqlo für Basics erwähnt.
Und dann dachte ich, Mensch, also wenn der Ben das jetzt auch so gut findet, also nicht nur mein großes Fashion-Vorbild Horst, sondern auch der Ben, dann muss ich doch mal wieder in diesen Laden reingehen und war dann tatsächlich am Harkischen Markt im Uniqlo wirklich mit der festen Absicht, ich kaufe hier was.
Aber also alles so rumpelig und so...
hässlich präsentiert und dann auch noch so voll.
Irgendwie hat es mir überhaupt nicht gefallen.
Ich bin rausgegangen und nebendran ist Arcat, was ja eine Marke von H&M ist.
Und dort habe ich mir tatsächlich ein Hemd gekauft.
Interessant, dass du das sagst, weil eigentlich sind die japanischen Filialen im Gegensatz zu anderen Retailern immer sehr sortiert.
Also sobald da irgendwie Pullis rausgerissen werden, wird das sofort sortiert und du hast dieses japanische Baukastensystem, klare Farben.
Mir hat das mal ein deutscher Modehersteller so gesagt, wenn du bei Uniqlo reingehst, kannst du sicher sein, da ist eigentlich nichts hässlich.
Also die haben eine gewisse Farbpalette, nichts extravagantes, ist zwischen beige und blau, ist immer alles Geschmackssache.
Und sie haben so als Basis-Baukasten-Mode, das ist sehr gut.
Wir haben ja auch andere Überschneidungen, lieber Christian.
Ich bin ja ganz langweilig, wie ich mich ansehe.
Und irgendwie so ein bisschen Polo, ein bisschen Hackett, ein bisschen...
Bisschen Gant und manchmal haben wir auch die gleichen Poloshirts irgendwie an.
Für mich ist das bloß ein Basisbaukasten.
Ich finde aber aus Unternehmenssicht...
Aber mir gefällt der Basisbaukasten irgendwie nicht.
Nee, musst du auch nicht.
Ich habe tatsächlich auch ein Hemd anprobiert.
Das war dann irgendwie eine S und hing aber trotzdem wie ein Sack.
Das liegt aber vielleicht an dir, weil du zu schmal bist.
Du musst mal essen.
How charming.
Ich sehe halt die Zahlen.
Und normalerweise wäre ich auch, wenn ein Unternehmen so auf dem Wetter rumreitet, zunächst mal skeptisch.
Weil häufig ist ja dann das Wetter die letzte Entschuldigung dafür, warum es nicht läuft.
Im Sommer ist es zu warm, im Winter ist es zu kalt, dann ist es glatt, dann wollen die Leute auch wieder nicht in die Läden gehen.
Dann ist der Winter nicht kalt genug, da werden wieder keine Winterjacken verkauft, die dann höher maschiger sind.
Also da haben wir in den letzten Jahren ja die tollsten.
Narrative gehabt, sowohl von Marken als auch von Online-Plattformen.
Insofern wäre ich da wirklich skeptisch und hätte das gleich böse kommentiert, sofern es halt nicht ein so erfolgreiches Unternehmen wäre wie eben Fast Retailing.
Denn das ist ja schon großartig, wie die nicht nur in diesem letzten Quartal gewachsen sind, sondern wie die das wirklich kontinuierlich durchziehen.
Beim Gewinn über die letzten zehn Jahre eine Wachstumsrate von 20 Prozent.
Und wir reden über Mode und Einzelhandel.
Genau, wir reden über Mode, Einzelhandel, wo man eigentlich sagt, das ist doch total tot, das ist total durch, geringe Marge, Temu, Shein und...
und da kannst du kein Geld verdienen, aber wirklich 20% per annum.
Und das ist großartig.
Auch jetzt mal im Vergleich.
Also H&M läuft ja schon längere Zeit eher mau.
Aber Inditex, der Mutterkonzern von Zara und Massimo Dutti, die kriegen eben auch ein tolles Wachstum hin.
Auch das ist beeindruckend, aber es sind eben nur für die letzten 10 Jahre.
10% im Durchschnitt per annum.
Inditex ist nach wie vor der größte Modehändler, also der Mutterkonzern von Zara.
Und Uniqlo ist jetzt dicht auf den Fersen, H&M vielleicht zu überholen.
Wie ist denn die Aktie eigentlich im MSCI Japan gewichtet?
Ja, im MSCI Japan ist Fast Retailing nur Platz 12 mit 2%.
Wenn man sie höher gewichtet haben möchte in einem Index, dann muss man auf den traditionsreichen Nikkei 225 gehen.
Denn der wird ja nicht, wie es international üblich ist, nach Börsenwerten gewichtet, sondern genau wie der Dow Jones Industrial Average nach den absoluten Aktienpreisen.
Totaler Anachronismus hält sich aber trotzdem.
Trotzdem irgendwie führt dazu, dass Fast Retailing 10% Gewicht hat und damit eines der drei Schwergewichte im Index ist.
Performance kann jetzt nicht mit Tokyo Electron oder Advantest oder anderen KI-Werten mithalten.
Aber plus 83% in den letzten zwölf Monaten und das ganz ohne Speicherchips, das ist schon wirklich beacht.
Das liegt im Trend.
Kommen wir nach Uniqlo noch auf ein zweites Unternehmen.
Dahinter verbirgt sich keine Aktien-Story, aber vielleicht Ableitung von Aktiengeschichten.
Also folgendes.
Eurostar, Hochgeschwindigkeitszug.
Christian, bist du mal gefahren?
Ich bin ja immer nach London geflogen.
Hast du den da eigentlich mal genutzt?
Nein, ich habe noch nie im Eurostar gesessen.
Habe das mal vor, aber bin am Ende, wenn ich dann mal nach London muss, was sehr selten vorkommt, zum Glück immer mit dem Flugzeug unterwegs.
Also Eurostar.
Und deswegen hat sich Eurostar jetzt entschlossen, die Temperaturgrenze...
Und ja, Ableitung deswegen.
Eurostar ist ja selbst nicht an der Börse notiert, aber sie werden diese Züge bei Alstom in Auftrag geben.
Für 1,7 Milliarden Pfund.
50 neue Hochgeschwindigkeitszüge.
Und das Interessante ist ja, wie das dann die Zughersteller eben betrifft.
Da gibt es ja auch andere Unternehmen.
Siemens spielt ja auch damit.
Also wie passen sich Unternehmen eigentlich mit ihren Produkten dann eben auch an Hitzewellen an?
Sehr interessant, dass Eurostag jetzt diese Entscheidung trifft und sagt, naja, wenn die nächsten 30 Jahre laufen sollen, dann müssen sie eben auch größere Hitzewellen abkönnen, weil ja auch Großbritannien eine Hitzewelle hat.
Mein Sohn ist zwei Wochen auf Sprachkurs gewesen und man weiß ja, wenn man seinen Sohn irgendwie im Sommer auf so einen Sprachkurs schickt, südlich von London, was machst du?
Normalerweise packst du Regenzeug ein und sagst hier, hast du auch genug lange Hosen mit?
Und jetzt ist es ja wirklich so, der ist ja bei 30 Grad gewesen.
Und hat einen wunderbaren Sommer südlich von England gehabt.
Aber ich war viel als Kind auch in England und da war meistens schlechtes Wetter.
Das hat sich geändert.
Also das ist auch so ein Beispiel, wie Unternehmen irgendwie sagen, wir müssen in den nächsten Jahrzehnten anders planen, eine andere Resilienz unserer Produkte aufbauen.
Und das betrifft dann zum Beispiel auch andere Unternehmen, wie in diesem Fall Alstom.
Ja, das wird nicht nur produzierende Unternehmen betreffen.
Wir haben ja auch vorletzte Woche schon über industrielle Extremwetterprofiteure wie die Hersteller von Klimatechnik nicht nur für Datacenter gesprochen, sondern es wird natürlich auch Auswirkungen haben, etwa auf den Versicherungssektor.
Da werden neue Versicherungsklassen entstehen, nämlich Versicherungen gegen diese Extremhitze.
Und gleichzeitig wird es natürlich auch auf bestehende Versicherungen erhebliche Auswirkungen haben.
Ja, und das Interessante ist ja eben, egal wie man zum Thema Klimawandel oder Klimaschutz steht, ob man sagt, das ist alles Klimahysterie oder man leugnet gar den Klimawandel oder man ist ein Klimavorreiter, in den Versicherungen sitzen Mathematiker.
Für die ist es eine Frage der Mathematik und nicht der...
Die schauen einfach auf Schäden, die schauen auf Folgeschäden und kalkulieren das hoch.
Und das wird uns sicherlich begleiten.
Schauen wir noch einmal ganz kurz nach Japan.
Wir waren mit Fast Retailing ja indirekt schon in Japan.
Erfolgreiches Unternehmen.
Und in Japan ist etwas passiert.
Wir haben hier mehrfach über Warenkörbe gesprochen.
Warenkörbe spielen eine Rolle bei Inflation.
Ich weiß gar nicht, was im deutschen Warenkorb alles drin ist.
Ich vermute irgendwie Eier, Wurst und andere Dinge.
Naja, und in Japan ist jetzt etwas passiert.
Dort wurde der Warenkorb neu berechnet und da ist etwas Historisches passiert.
Und zwar ist das erste Mal der Schlips nicht mehr in diesem Warenkorb.
Und wenn Sie sich jetzt fragen, was hat denn ein Schlips im Warenkorb zu suchen, dann ist es halt so, dass jahrzehntelang die Krawatte ein unverzichtbarer Bestandteil der japanischen Geschäftskleidung war, auch länger als im Westen.
Und jetzt hat die japanische Statistikbehörde den Warenkorb aktualisiert.
Und ihn angepasst und hat gesagt, zum ersten Mal seit 1948 wird die Krawatte nicht mehr zu den 589 Produkten gehören, anhand derer der japanische Braucherpreisindex berechnet wird.
Der wird alle fünf Jahre überarbeitet.
Und soll so ein bisschen auch das veränderte Konsumverhalten und den Alltag der Bevölkerung abbilden.
Ja, und die Krawatte ist dann auch nicht das einzige Traditionsprodukt, das aus dem Warenkorb verschwindet.
Auch Strumpfhosen und Feinstrümpfe, die früher für Frauen im japanischen Büro ähnlich selbstverständlich waren wie für die Herren die Krawatte, die werden gestrichen.
Tja, auch in Japan mag man es eben inzwischen etwas legerer im Büro.
Hosen, Socken, Turnschuhe haben eben die klassischen Büroaufgaben.
Outfits ersetzt.
Dafür neu dabei sind Tierkrankenversicherungen.
Ich habe ja mal gelesen, die Japaner sollen zu ihren Tieren ein noch spezielleres Verhältnis haben als viele Menschen in Deutschland.
Und was mit drin ist, die Ananas.
Die hätte ich schon längst da vermutet.
Aber scheinbar haben die Japaner...
die Ananas erst in den letzten Jahren so richtig entdeckt, zumindest ihren Konsum da entsprechend hochgefahren.
Nach einer kurzen Unterbrechung geht es gleich weiter.
Bleiben Sie dran!
An der Börse zählt nicht nur die richtige Entscheidung, sondern auch, wie sie umgesetzt wird.
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Fahrradhelme gehören auch dazu, Veränderung von Mobilität und, ganz interessant, Proteinpulver, Nahrungsergänzungsmittel, gehören in Japan inzwischen auch fest zum Alltag.
Ist ja auch hier so, ich weiß nicht, die nächste Generation nimmt ja Proteinpulver in größeren Mengen zu.
Dir steht das noch bevor, lieber Christian, bei deinem Sohn.
Aber die werden ein anderes Verhältnis zu ihrem Körper haben.
Also die sehen nicht mehr so wie wir aus als Teenager.
Nach dem Motto, so ein bisschen hühnerbrüstig vielleicht mal hier ein kleiner Bizeps, aber ansonsten auch schon Speck.
Nein, die haben alle Astralkörper.
Die Pumpen, die gehen in Fitnessstudios und essen Proteinpulver.
Und offenbar ist das in Japan auch so.
Ich finde das ganz interessant.
Man lernt ja so ein bisschen auch immer über ein Land etwas, dass die Japaner sind ja sehr viel formeller im Geschäftsleben gewesen.
Dass sich das hier jetzt auch spiegelt, so in einer Anpassung eines Warenkorbs kann man sehr viel lernen.
Und das hat dann ja immer tatsächlich auch Auswirkungen auf Unternehmen.
Wir hatten vor kurzem ein Interview mit dem Vertriebschef von Hermes.
Das war total interessant.
Der hat uns erklärt, wie Hermes so tickt.
Und er hat diese Wandlungsfähigkeit auch so eines Traditionskonzerns mit seinen Produkten.
Er hat gedacht, fragen Sie mal, wenn wir über Transformation reden, den Chef unserer Krawattenabteilung, also der Sparte, der war in den 90er Jahren der Star und der muss sich auch sehr viel neu erfinden.
Also verendete Konsumgewohnheiten spiegeln sich dann auch immer auf Unternehmen und ihre Geschäfte aus.
Japan bleibt ja einfach interessant, finde ich, ich weiß nicht, der bleibt ja immer so ein bisschen nicht ganz so eng verfolgt wie andere Länder, Wirtschaften und Aktienindizes, aber es ist etwas, was man immer wieder, glaube ich, auch im Blick und in seiner Analyse auch haben sollte.
Deswegen haben wir es hier auch nochmal aufgegriffen.
Ja, es war ja eigentlich 20 Jahre ein Markt, den man eigentlich meiden musste.
der auch viel gemieden wurde, nach dem Absturz Anfang der 90er Jahre halt lange nicht erholt.
Aber Japan war immer ein aktiver Kapitalmarkt, hat ebenfalls ähnlich wie die USA sehr viel Breite und Tiefe, auch was die Sektoren angeht, hat sich in den letzten Jahren ja auch strukturell neu erfunden, auch auf Druck der Börse, auf Druck der Regierung, dass man Unternehmen...
in Richtung einer besseren Kapitalallokation motiviert.
Und es ist halt das zweitgrößte Land im MSCI All-Country-World.
Also für alle, die ein Weltportfolio haben, eine durchaus nicht zu unterschätzende Determinante des Anlagerfolgs.
Und wenn man mal vom Währungseffekt absieht, sind die letzten fünf Jahre ja sehr erfreulich gelaufen.
Liebe Hörerinnen und Hörer, wir machen jetzt eine Sommerpause, weil Christian und ich haben unsere Urlaube nicht abgestimmt.
Wir gehen parallel, zumindest in Teilen parallel in den Urlaub.
Christian, von meiner Seite aus, du hast es auf jeden Fall wirklich verdient.
Deswegen gibt es keine Folge jetzt am 29.
Juli und am 5.
August.
Und ja, ich freue mich auf jeden Fall auf neue Plaudereien und auf neuen Stoff mit dir, weil du weißt ja...
Egal wie es rappelt an den Börsen, you never talk alone.
Ja, wenn ich im Urlaub bin, ist ja meistens irgendwie so ein Gerappel.
Ich erinnere mich noch, vor zwei Jahren im August, da war der, wie nannte man das, Mini-Crash beim Yen.
Und da ging es dann irgendwie in Japan mal kurzfristig 10% runter.
Und auch das war wieder eine Gelegenheit.
wo man den Dip kaufen konnte.
Vielleicht kommt ja in den nächsten drei Wochen auch wieder sowas.
Das wissen wir nicht, weil wir haben ja das mit ein bisschen Vorlauf aufgenommen.
Wir bitten etwaige Inaktualitäten, unseres Podcasts zu entschuldigen.
Auch wir müssen ein bisschen planen und vorproduzieren.
Wir sagen trotzdem Danke.
Danke für Ihre Zeit und für Ihre Treue.
Und wir freuen uns auf das Wiederhören.
Machen Sie es gut.
Nach einer kurzen Unterbrechung geht es gleich weiter.
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