# Strategic Shifts in Gaming, Industrials, and Emerging Markets

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-22

## Transcript

Es gibt Firmen an der Börse, die man fast nur für das Cash kaufen kann.
Dass sie auf dem Konto rumliegen haben, ist relativ selten.
Aber eine Gaming-Firma, bei der das so ist, schauen wir uns heute an.
Außerdem geht es um einen neuen Coca-Cola-Konkurrenten in Indien.
Und davor gibt es natürlich die aktuellen News.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Mittwoch, der 22.
Juli.
Und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Unterstützt wird dieser Podcast von Scalable Capital, die nicht nur Aktien anbieten, sondern seit einem Jahr auch zusammen mit BlackRock einen Private Equity Fonds, in dem man dann ganz einfach im Broker investieren kann.
Zum einjährigen Jubiläum von diesem Fonds gibt es jetzt einen Bonus von einem Prozent auf euer nächstes Private Equity Investment über den Fonds von BlackRock eben und das gilt sowohl für Erstinvestments, aber auch für für Aufstockungen von bestehenden Positionen.
Aktionszeitraum ist bis zum 31.
August.
Mehr Infos sind in der Beschreibung.
Und außerdem spannend, der Fonds hat jetzt auch eine Beteiligung in Anthropic neben ganz vielen anderen Firmen wie Stepstone oder Vinted oder Carglass.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Gestern hat man an der Börse gesehen, wieso es Sinn machen kann, sich eben nicht nur mit KI-Aktien oder ein paar großen Namen zu beschäftigen, über die alle sprechen, weil es auch im Hintergrund teilweise ganz spannende Dynamik gibt.
Zum Beispiel hat die Aktie von Hasbro gestern um die 10% zugelegt, weil die gerade echt Dynamik haben, vor allem bei Magic the Gathering.
Das Spiel hat das erste Mal ever in einem Quartal, also in gerade mal drei Monaten, über 500 Millionen Dollar Umsatz gemacht und ist damit um die 30% gewachsen.
Das natürlich auch bei sehr hohen Gewinnmargen.
Insgesamt hat Hasbro genau deshalb auch die Umsatzprognose für dieses Jahr angehoben.
Und Sie sehen zwar, dass Kunden mit niedrigem Einkommen zurückhaltend sind, dafür geben aber die mit hohem Einkommen umso mehr aus.
Fairerweise muss man auch sagen, dass Hasbro auch sehr stark von Magic insgesamt getrieben wird.
Die anderen Bereiche wachsen nämlich fast gar nicht oder schrumpfen sogar.
Trotzdem will Hasbro dieses Jahr 5 bis 7 Prozent wachsen und das bei einer Bewertung mit immerhin um die 3 Prozent Dividendenrendite.
Trotzdem ist das sicher ein Geschäftsmodell, das ein bisschen riskanter ist.
Mehr Stabilität gibt es zum Beispiel beim Industriegiganten 3M, auch wenn der jetzt fairerweise ein paar Jahre in der Krise war.
Aber sie scheinen da aus dieser Krise immer mehr rauszukommen.
Und gestern ging es nach neuen Zahlen wieder 10% hoch mit der Aktie.
Grund ist, dass auch die ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr angehoben haben.
Und ganz spannend finde ich, dass der Turnaround ein bisschen anders aussieht als bei vielen Firmen.
Oft fokussieren sich die Chefs in Turnarounds ja sehr darauf, dass sie das Business auf einige wenige Bereiche fokussieren, die eben am profitabelsten sind.
Bei 3M will man auch effizienter werden, aber vor allem pusht man einfach extrem viele neue Produkte raus.
Allein dieses Jahr sollen 350 neue Produkte kommen.
Das ist dreimal mehr als vor drei Jahren.
Und ein ganz spannendes Beispiel für so ein Produkt fand ich Steckverbinder für Glasfaserkabel in Rechenzentren, die sehr staub- und vibrationsresistent sind, wodurch man die Rechenzentren einfach deutlich schneller verkabeln kann.
Microsoft will das jetzt auch in seinen Rechenzentren einführen und das Produkt allein macht jetzt schon um die 50 Millionen Dollar Umsatz.
Die letzte News aus eher langweiligen Branchen hat dann gestern noch richtig Rendite gebracht und das sogar mit deutscher Beteiligung.
Und zwar ist die Aktie vom Snack-Hersteller Udz 90% gestiegen, weil die von der deutschen Intersnack-Gruppe gekauft wurden.
Zu der gehören zum Beispiel Marken wie Funny Frisch oder Pombear.
Kosten soll die Firma, also Utz, um die 2 Milliarden Dollar.
Und spannend finde ich es erstens, weil man eine Snack-Firma nicht zu einem der großen Namen wie Mars geht.
Außerdem ja mal gute Nachrichten für Deutschland, dass hier ein deutscher Mittelständler das erste Mal in die USA expandiert.
Übrigens, Intersnack ist nicht an der Börse, macht aber trotzdem um die 5 Milliarden Umsatz.
Aber damit zurück zur Börse.
Da war gestern wieder mal gute Stimmung bei KI-Aktien, also vor allem bei Firmen im Chip-Bereich.
In Deutschland waren zum Beispiel Infineon und Ixtron Top-Performer, genau wie Siemens Energy, die ja, wie ihr alle wisst, massiv von der Energienachfrage der KI-Rechenzentren profitieren.
Konkreten Auslöser für die gute Stimmung hat es eigentlich nicht gegeben.
Eigentlich fast im Gegenteil.
Im Irankrieg gibt es weiter keine Entspannung.
Es kamen gestern sogar weitere Berichte von toten amerikanischen Soldaten.
Dazu gibt es die Sorge vor neuen Zöllen von Trump, weil sein globaler 10% Zoll ja diese Woche am Freitag ausläuft und er am Montag schon 50% Zoll gegen Kanada angekündigt hat.
Und dann meinte auch noch der JP Morgan-CEO Jamie Dimon in einem Interview, dass er glaubt, dass die geopolitischen Risiken gerade von den meisten Investoren unterschätzt werden.
Aber zurück zur Börse, da hat unter den KI-Aktien besonders stark der KI-Rechenzentrumsbetreiber Nebius zugelegt, nämlich über 10%.
Und das könnte daran liegen, dass rauskam, dass Nvidia mittlerweile fast 10% der Aktien hält.
Dass Nvidia sich da groß beteiligt hat, ist schon länger bekannt, aber jetzt eben die konkrete Zahl.
Übrigens ist es auch ein Deal, für den Nvidia immer wieder kritisiert wurde, weil sie mit dem Investment ja indirekt einen eigenen Kunden finanzieren.
Für Nvidia macht es aber gleichzeitig einfach strategisch super Sinn, dass es solche kleinen Rechenzentrumsanbieter gibt, weil sie sonst ziemlich abhängig von den ganzen großen wie Microsoft oder Amazon wären.
Ansonsten gab es noch ein bisschen Beef in der Biotech-Welt.
Novo Nordisk hat nämlich Ila Lilly verklagt, weil sie wohl irreführende Werbung mit ihren Abnehm-Spritzen machen.
Die Börse hat das gestern gar nicht interessiert.
Und es ändert nichts daran, dass die Aktie von Novo Nordisk in den letzten zwölf Monaten wieder 20 Prozent verloren hat und Ila Lilly wieder 50 Prozent hoch ist.
Zum Abschluss fand ich im Biotech-Markt dann noch zwei Berichte ganz spannend.
Und zwar wurden dieses Jahr schon 37 Biotech-Firmen für über eine Milliarde Dollar gekauft.
Das übertrifft den Rekord von 35, der erst letztes Jahr aufgestellt wurde.
Dazu kommt noch, dass viele Biotechs an die Börse gehen und vor allem sehr erfolgreich an die Börse gehen.
Wenn man sich nämlich mal die Aktien von den Biotech-Firmen anschaut, die dieses Jahr an die Börse sind, dann haben sie im gewichteten Durchschnitt 55% Rendite gemacht.
IPOs insgesamt, also über alle Branchen, haben fast 5% verloren.
Pascal ist bei uns ja für die Sportanalysen bekannt.
Gestern gab es die News, dass eine Investmentgruppe rund um Amit Bhatia eine signifikante Minderheit an Liverpool kaufen will.
Finanziert soll das Ganze wohl von der Familie vom indischen Stahlmilliardär Lakshmi Mittal werden und dessen Schwiegersohn ist eben Amit.
Aber um den Milliardendeal soll es jetzt bei Pascal gar nicht gehen.
Er bleibt aber in Indien.
Meine erste Aktie war Coca-Cola und ich bin bis heute drin.
Und ich schaue mir immer wieder an, was Coca-Cola in den großen Märkten treibt.
Coke fährt seit 2015 überall dieselbe Strategie.
Der Konzern verkauft seine Abfüller und bringt sie an die Börse.
In Indien läuft das genauso.
Vor gut einem Jahr haben sie 40% von Hindustan Coca-Cola an die Jubilant Barita Group verkauft für rund 1,4 Milliarden Dollar.
Der Gruppe gehört unter anderem auch Dominos Pizza in Indien.
2027 soll Hindustan Coca-Cola an die Börse in Mumbai und Coca-Cola will dabei noch mehr von dem Abfüller abgeben.
Offiziell prüfen sie das erstmal nur, aber laut Bloomberg prügeln sich die Banken schon um den Börsengang.
Analysten schätzen den Laden auf 10 Milliarden Dollar.
Klingt erstmal wild, beim Deal vor einem Jahr war dieselbe Firma nämlich nur knapp ein Drittel davon wert.
Gut das Dreifache in etwas mehr als 12 Monaten.
Auf den zweiten Blick ist das aber gar nicht so verrückt.
Der Pepsi-Abfüller Varun Beverages kostet an der Börse gerade gut das Siebenfache seines Umsatzes.
Hindustan Coca-Cola käme bei 10 Milliarden auf ungefähr dasselbe.
Coke ruft also nur auf, was die Konkurrenz auch kostet.
Während aber Coca-Cola in Indien also verkauft, ist ein anderer reingegangen.
Mukesh Ambani.
Der zweitreichste Mann Indiens hat sich 2022 für rund 3 Millionen Dollar die alte indische Coca-Cola-Marke Kampa gekauft.
2023 hat er sie zurück in die Läden gebracht, für 10 Rupien die Flasche.
Das sind ungefähr 10 Cent.
Und das hat gezogen, im letzten Geschäftsjahr hat Kampa knapp 500 Millionen Dollar Umsatz gemacht.
Ambani selbst sagt, Kampa ist inzwischen die viertgrößte Cola-Marke des Landes.
Aber der Preis ist nicht der einzige Punkt.
Noch wichtiger sind Kühlschränke.
Cola kauft man in Indien in Millionen kleiner Kioske.
Kirana-Läden heißen die.
Und viele davon haben gar keine eigene Kühlung.
Also stellt die Marke den Kühlschrank hin, zahlt ihn und zahlt oft auch noch den Strom.
Dafür bestimmt sie, was drin liegt.
Deshalb ist der Cola-Krieg in Indien am Ende ein Kampf um Kühlschränke.
Der Chef des indischen Pepsi-Abfüllers hat neulich gesagt, allein Camper Coke und Pepsi stellen gerade rund eine halbe Million neue Kühlgeräte in die Läden.
Wer da sicher gewinnt, sind erstmal die, die die Dinger bauen.
Aber an die Aktien solcher indischen Firmen kommst du in Deutschland kaum ran.
Ambanis Firma kann man dagegen kaufen.
Sie heißt Reliance Industries, gehört etwa zur Hälfte der Familie Ambani und ist der größte Privatkonzern des Landes.
Letztes Jahr hat die Firma rund 124 Milliarden Dollar Umsatz gemacht.
Gut die Hälfte kommt aus Öl und Chemie, knapp ein Drittel aus dem Einzelhandel und fast der ganze Rest aus dem Mobilfunkgeschäft.
Und die Cola?
Selbst großzügig gerechnet ist Kampa kein halbes Prozent des Umsatzes.
Ein Selbstläufer ist die Aktie aber nicht.
Die hat nämlich seit Jahresanfang fast 20% verloren und Reliance schüttet keine 10% vom Gewinn aus.
Zum Vergleich, Coca-Cola schüttet rund 80% aus.
Ambani baut von der Kohle lieber Solarfabriken, Rechenzentren und neue Filialen.
Das Ganze ist also eher eine Zukunftswette auf Indien und die Fantasien von Ambani.
Immerhin ist die Aktie gerade billiger als sonst.
Das erwartete KGV liegt bei etwa 20, im Schnitt der letzten 5 Jahre hat Reliance rund 25 gekostet.
Bei Ambani kaufst du also Indien.
Wer lieber Cola im Depot will, bleibt bei Coca-Cola oder Pepsi.
Wortwörtlich einen Dollar für unter einen Dollar kaufen ist natürlich immer noch der beste Deal oder auch nicht, Timon klärt auf.
Bevor Buffett angefangen hat, nur in hochqualitative Unternehmen zu investieren, hat er nach sogenannten NetNets gesucht.
Also Firmen, die an der Börse für weniger gehandelt werden, als allein ihr Nettovermögen wert ist.
Das operative Geschäft kriegt man dann quasi umsonst.
Das ist eigentlich auch die ursprüngliche Definition von Value Investing, den Dollar für 50 Cent zu kaufen.
Aber diese Strategie ist heute seltener geworden, weil solche Schnäppchen kaum noch zu finden sind.
Hardcore-Value-Investoren haben sich deswegen mehr in Japan und Korea umgeschaut.
2023 wurden knapp die Hälfte aller Firmen dort an der Börse unter dem Nettovermögen gehandelt.
Und auch wenn sich die Situation in Japan verbessert, sind beide Länder bekannt dafür, bilanztechnisch extrem konservativ zu sein.
Häufig haben sie keine oder kaum Schulden.
Problem ist aber, dass sie auch häufig das Cash, das sie erwirtschaften, einfach nur horten, anstatt es auszuzahlen oder zu investieren.
Wenn ich mir ein Unternehmen anschaue, das zwar ordentlich Geld macht, aber das dann einfach nur auf der Bank lässt und an das ich auch nicht rankomme, dann bewerte ich jeden Dollar nicht mehr wie einen vollen Dollar, sondern als weniger Wert.
Perfektes Beispiel ist das koreanische Videospielunternehmen Gravity.
Die machen hauptsächlich ihr Geld mit In-Game-Käufen im Multiplayer-Rollenspiel Ragnarok, haben letztes Jahr 50 Millionen Dollar Nettogewinn gemacht, haben keine Schulden und 400 Millionen Dollar Cash auf der Bank und trotzdem liegt der Börsenwert nur leicht über dem Cashwert bei knapp 430 Millionen Dollar.
Das liegt eben daran, dass der Cashberg jedes Jahr nur immer größer wird und noch nie was von dem Geld ausgezahlt wurde.
Und bei Gravity kann auch kein Aktivist kommen.
um das Management zu besserer Kapitalallokation zu bewegen, weil die japanische Firma Gangho mit einem Anteil von knapp 60% Gravity kontrolliert.
Aber bei Gangho setzt sich seit Anfang 2025 ein Aktivist dafür ein, dass die Firma mehr Geld an Aktionäre ausschüttet, weil auch Gangho selbst Cash hortet.
Und der hatte auch schon Erfolge.
Die Firma hat seine Ausschüttungsquote angehoben, ein Rückkaufprogramm gestartet und sogar die Bezahlung vom eigenen Management umgebaut.
Unter anderem gibt es Boni jetzt nur noch, wenn die Aktie über drei Jahre den japanischen Topic schlägt.
Das ist neben dem Nikkei 225 der wichtigste Light Index in Japan.
Damit wäre es im Interesse vom Management, Investoren zu zeigen, dass man was mit dem Geld macht, weil das bei Gangho ein wichtiger Trigger für die Aktie wäre.
Die Hälfte von Ganghos Cash liegt aber in der Tochter Gravity und damit Gangho überhaupt an das Geld rankommt, müssten sie es als Dividende an alle Aktionäre ausschütten.
Das könnte der Grund sein, warum Gravity letzten Monat bekannt gegeben hat, das erste Mal ever eine Dividende auszuschütten.
Sie haben zwar noch nicht gesagt, wie hoch die sein wird und ob es in Zukunft regelmäßig welche geben wird, aber die Aktie ist an dem Tag knapp 20% gestiegen, liegt aber immer noch leicht über dem Cashwert.
Der Stichtag für die Dividende war schon am 30.
Juni.
Wer da also eine Aktie gehalten hat, bekommt Dividende.
Und wir sollten in den nächsten Wochen rausfinden, was die Ausschüttungsstrategie von Gravity ist.
Es ist der erste echte Bruch mit der alten Cash-Hortungspolitik.
Wenn in Zukunft der Cashberg deutlich abgebaut wird, dann sollte die Aktie steigen.
Wenn es aber nur eine kleine Ausschüttung gibt, dann könnte die Aktie schnell wieder verlieren.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
