# Strategic Shifts in Energy, Luxury Logistics, and AI Infrastructure

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-21

## Transcript

Es gibt nicht nur ein Ferrari an der Börse, das zweite spielt auch im Luxusmarkt und hat sogar mehr Dividende.
Das schauen wir uns heute an.
Außerdem schauen wir uns eine europäische Wette auf hohe Ölpreise an.
Und davor gibt es, wie immer, die aktuellen News.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Dienstag, der 21.
Juli.
Und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Gesponsert wird dieser Podcast von Scalable Capital, die neben dem Broker auch noch einen eigenen KI-Chatbot haben, beziehungsweise haben sie den im Broker, der euch dann alle möglichen Fragen rund um Aktien und Wirtschaft beantwortet.
Und für alle, die möchten, dass wir von ohne Aktien wird schwer bei eurem Arbeitgeber oder vielleicht sogar eurer eigenen Firma, mal ein paar Fragen.
zu Aktien und Wirtschaft beantworten für die Belegschaft, vor allem zu den wichtigsten Grundlagen der Geldanlage.
Sowas planen wir ab sofort öfter zu machen.
Alle Infos gibt es unter orws.de slash Firmenkurse oder natürlich in der Beschreibung.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Die Lage um den Iran hat sich gestern leider nicht richtig entspannt.
Die Houthi-Rebellen haben sogar noch eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt.
Und es gab auch das erste Mal Zahlen von einer Firma, die so richtig hart von dem Irankrieg getroffen wurde, beziehungsweise vor allem von den höheren Ölpreisen, nämlich Ryanair.
Das ist ein bisschen überraschend, weil die ja immer gesagt haben, dass sie 80% ihrer Spritkosten gehätscht haben, also abgesichert.
Das ist auch so, aber die restlichen 20% drücken trotzdem auf den Gewinn.
Und es gibt aktuell viel Unsicherheit, was dazu führt, dass Menschen tendenziell später buchen.
Das hat man jetzt an den Zahlen erstmal gar nicht so gemerkt, weil sogar mehr Passagiere mit Ryanair geflogen sind als vor einem Jahr.
Das haben sie aber nur geschafft, indem sie die Ticketpreise senken.
Und so sind dann unterm Strich die durchschnittlichen Ticketpreise 6% gesunken.
Die Kosten sind aber wegen diesem 20% nicht gehätschten Ölpreis eben 11% gestiegen.
Und die starken Preissenkungen zeigen auch eine Besonderheit beim Geschäftsmodell von Airlines, die wir hier in unserer Deep Dive-Folge zur Luftfahrtbranche Ende Juni besprochen haben.
Und zwar finanzieren Airlines einen großen Teil ihrer Ausgaben und Investitionen damit, dass Kunden erst in ein paar Monaten fliegen, aber schon heute bezahlen und in der Zwischenzeit kann die Airline einfach auf das Geld zugreifen.
In Phasen der Unsicherheit buchen die Kunden aber eben spontaner, wodurch den Airlines dann eine wichtige Finanzierungsquelle fehlt und dann muss Ryanair eben für Reisen, die später sind, die Ticketpreise oft stärker senken, obwohl man die Reisen vielleicht in ein paar Monaten sogar zum vollen Preis verkaufen könnte, bisschen kurzfristiger.
Long story short, waren das natürlich keine berauschenden Nachrichten und entsprechend hat die Aktie gestern um die 5% verloren.
Deutlich erfreulichere Kurs- und auch Preisentwicklungen als bei Ryanair gab es bei der acht wertvollsten Firma Kinas, die ist 250 Milliarden Dollar.
Und kein Tech-Konzern, auch kein Telco-Gigant, auch keine Bank, sondern der Spirituosenhersteller Kwaichao Mutai.
Die sind vor allem für den Mutai-Schnaps bekannt, der eine Art Staatsgetränk in China ist und auf den Quai Chau auch ein Monopol hat.
Und das Monopol nutzen sie gerade, um schon wieder die Preise zu senken.
Das haben sie das letzte Mal erst im März gemacht.
Davon hat man jetzt bei uns nicht so viel, weil die Aktien von Quai Chau bei uns so gut wie gar nicht handelbar sind.
Aber ich fand es trotzdem spannend, vor allem aus zwei Gründen.
Mutai hebt die Preise nämlich an, weil die Nachfrage nicht so hoch ist.
Und das liegt erstens an einer eher schwierigen Wirtschaftslage.
Und genau wie bei uns auch an der jungen Generation, die einfach nicht so viel trinkt.
Zweitens, und das ist eigentlich noch spannender, fährt die Partei gerade eine Kampagne gegen verschwenderische Ausgaben in den Behörden.
Das betrifft zum Beispiel Politik-Events, bei denen dann nicht mehr so viel getrunken und gegessen werden soll.
Und das trifft Kwaichamutai wohl ziemlich direkt.
Passend zur schwierigen Lage bei Mutai ist mir außerdem noch ein Bericht aufgefallen, dass die PKW-Verkäufe in China dieses Jahr 14% sinken sollen.
Und das ist sogar die offizielle Schätzung von der China Passenger Car Association, die am Anfang des Jahres nur gleichbleibende Verkäufe erwartet, sind also schon deutlich pessimistischer geworden und manche Analysten rechnen sogar eher mit 20% Rückgang.
Und das ist, glaube ich, einfach ein ganz wichtiger Hintergrund, auch um einzuordnen, dass die deutschen Autobauer in China gerade schrumpfen.
Das heißt zwar, dass sie nicht stark performen, aber eben auch in einem wirklich schwierigen Markt.
Jetzt aber zurück zu den Themen von gestern.
Obwohl es wie gesagt keine guten News rund um den Iran-Krieg gab, war die Stimmung eigentlich sehr solide.
Broadcom, AMD, Intel und die anderen amerikanischen Chip-Aktien haben zum Beispiel alle deutlich zugelegt.
Und bei AMD könnte noch geholfen haben, dass Microsoft die RECs von ihnen bestellt hat, also nicht einzelne Chips, sondern quasi komplette Großrechner oder Server, die sie bei AMD kaufen.
Außerdem könnten ein paar KI-Deals geholfen haben, die zeigen, dass einfach weiter sehr viel Geld in das Business fließt, angefangen zum Beispiel beim Kabelhersteller Prismian, der für bis zu 6 Milliarden Dollar Kabel für Rechenzentren an einen einzigen Kunden liefern wird.
Dann kam raus, dass die zwei ehemaligen Krypto-Miner, IREN und Hutt8, wieder neue Deals gemacht haben, um ihre Rechenzentren zu vermieten.
Beide Aktien sind danach über 10% gestiegen.
Und dann hat auch noch die Aktie von Alphabet um die 2% zugelegt.
Ein paar Medien haben das in einem Bericht in Verbindung damit gebracht, dass Alphabet einen neuen Chip entwickelt, mit dem Gemini-KI-Modelle noch effizienter laufen werden.
Ehrlicherweise haben gestern aber auch andere große Tech-Aktien wie Microsoft oder Amazon um die 2% zugelegt.
Und dass sie so einen Chip entwickeln, ist jetzt auch nicht wahnsinnig überraschend.
Also ich würde die zwei Sachen dann nicht so miteinander verbinden.
So oder so war die Stimmung auf jeden Fall ganz gut.
Und auch ganz gut war die Stimmung im Filmbereich.
Da gab es auf der einen Seite solide Zahlen von der Kinokette AMC.
Die Aktie ist danach sogar 20% gestiegen.
Und dann hat der Film Die Odyssee am Eröffnungswochenende wirklich starke 264 Millionen Dollar in die Kinokassen gespielt.
Besonders gefreut hat das IMAX, die in den USA ca.
ein Viertel der Ticketeinnahmen kassiert haben, also IMAX Kinos.
International war der Marktanteil bei 15%.
Die Aktie von IMAX hat übrigens nicht so stark zugelegt gestern, aber in den letzten zwölf Monaten ist sie auch schon 40% gestiegen.
Dann gab es noch einmal nicht so gute Nachrichten im Filmbereich.
Ein Gericht in den USA hat nämlich den Gigadeal zwischen Paramount und Warner Brothers, also die Übernahme von Warner Brothers für 110 Millionen Dollar.
Milliarden Dollar erstmal blockiert.
Grund sind Sorgen vor zu krasser Marktmacht.
Aber die Aktien haben nicht so stark reagiert.
Scheinbar denkt man nicht, dass das Urteil hält.
Stärker und positiver auf ein Deal reagiert, hat dafür abschließend die Aktie vom Flugtaxi-Startup Archer.
Zusammen mit dem Rüstungs-Startup Enrile wollen sie nämlich eine Art Drohne bauen.
Die Aktie hat danach direkt 20% zugelegt.
Dazu muss man wissen, dass Enrile zwar noch ein Startup ist, aber mittlerweile schon 60 Milliarden wert und echt ein großer Name in der Branche.
Ich habe ja schon gesagt, die Lage im Iran hat sich nicht entspannt.
Davon profitieren natürlich Ölkonzerne, vor allem, wenn es langfristig so bleiben sollte.
Christoph hat sich mal überlegt, wer abseits der ganz naheliegenden Ideen wie Shell, BP oder den großen US-Playern davon profitiert.
Und er ist auf Eni aus Italien gekommen.
Die sind nämlich nicht nur wegen dem Ölpreis spannend, aber mehr dazu jetzt von Christoph.
Fangen wir trotzdem beim Öl an, denn da verdient Eni gerade richtig gut.
Der Konzern fördert fast zwei Millionen Barrel pro Tag.
Im ersten Quartal waren das unter anderem dank neuer Projekte fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr.
Geplant sind drei bis vier Prozent Wachstum pro Jahr bis 2030.
Eni gehört damit zu den großen Ölkonzernen, die ihre Förderung derzeit noch ausbauen.
Und diese Förderung ist billig.
Das gesamte Fördergeschäft kommt schon mit einem Ölpreis von unter 30 Dollar pro Barrel aus.
Eni rechnet selbst vor, jeder Dollar mehr beim Brandpreis bringt gut 100 Millionen Euro zusätzlichen Cashflow pro Jahr.
Dazu kommt, dass Eni eine feste Ausschüttungsregel hat.
Bis 90 Dollar fließen 60 Prozent vom zusätzlichen Cashflow in Aktienrückkäufe.
Liegt der Ölpreis im Jahreschnitt über 90 Dollar, geht das zusätzliche Geld zu 100 Prozent als Sonderdividende an die Aktionäre.
Das allein wäre aber eben nur eine normale Ölstory.
Wirklich besonders ist Enis sogenanntes Satellitenmodell.
Eni packt nämlich seine Zukunftsgeschäfte in eigenständige Firmen und verkauft Minderheitsanteile an Finanzinvestoren, behält aber die Mehrheit.
Drei Beispiele.
Erstens Eni Life, die Biosprit-Tochter mit Bio-Raffinerien und dem Tankstellennetz.
Da ist KKR mit 30 Prozent eingestiegen zu einer Bewertung von knapp 12 Milliarden Euro.
Zweitens Plenitude, die Ökostromtochter mit mehr als 10 Millionen Kunden.
Dort halten Investoren zusammen 30 Prozent und auch die Bewertung liegt laut Eni bei rund 12 Milliarden.
Und drittens, für die CO2-Speicherung hat sich Blackrocks Infrastrukturfonds GIP mit knapp 50 Prozent eingekauft.
Eni profitiert davon gleich doppelt.
Erstens finanzieren die Partner das Wachstum mit.
Zweitens bekommen die Geschäfte, die im Konzern unsichtbar wären, ein Preisschild.
Allein der Anteil an EniLife und Plenitude ist zusammen um die 20 Milliarden Euro wert.
Eni kommt auf einen Börsenwert von rund 65 Milliarden.
Rechnerisch entfällt also rund ein Drittel vom Börsenwert auf zwei Töchter.
Das zeigt, wie günstig der Markt das übrige Öl- und Gasgeschäft bewertet.
Eni ist also eine Ölwette mit der Satellitenstrategie als Bonus.
Trotzdem hängt die Firma einerseits an der Ölpreisentwicklung, andererseits gibt es ein weiteres Risiko.
Ein großer Teil der Förderung stammt nämlich aus politisch heiklen Regionen.
wie Libyen, Ägypten oder Kasachstan.
Außerdem hält der italienische Staat rund 30 Prozent an Eni.
Dadurch spielen politische Interessen bei strategischen Entscheidungen eine größere Rolle als bei manchen Konkurrenten.
Dafür gibt es knapp 5 Prozent Dividendenrendite.
Die Aktienrückkäufe und hohe Ausschüttungen, die gibt es zwar auch bei Shell, BP und Co.
Bei den Italienern wird ein steigender Ölpreis aber eben nach festen Regeln direkt in höhere Ausschüttungen übersetzt.
Ladies and Gentlemen, if I say I'm an oil man, you will agree.
Timon hat heute eine Firma dabei, die was mit Autos macht, die im Luxusbereich aktiv ist und die Ferrari heißt, aber sie baut keine Sportwagen.
Es gibt nämlich an der Börse zwei Ferrari.
Das unbekanntere Ferrari bringt Schmuck, Designertaschen und Uhren sicher von A nach B für über 100 Luxusmarken wie Burberry, Chanel oder Tiffany.
Übernimmt Ferrari den kompletten Transport von der Fabrik bis in den Laden inklusive Zollabwicklungen, gepanzerten Fahrzeugen und Lagerungen.
Die meisten Verträge laufen zwischen drei und fünf Jahren und auch wenn der größte Kunde über 10% vom Umsatz ausmacht, ist man sonst ziemlich stabil aufgestellt.
Die zehn größten kommen zusammen gerade mal auf 40% und 2023 sind 100% der Kunden, mit denen sie mindestens 5000 Dollar Umsatz gemacht haben, wieder bei ihnen Kunden gewesen.
Das liegt aber auch daran, dass Logistikkosten in der Luxusbranche einen extrem geringen Anteil vom Warenwert aus machen.
Laut Ferrari sind es unter 1%, während Hightech, wie zum Beispiel Smartphones, bei über 5% und der allgemeine Onlinehandel bei über 20% stehen.
Deshalb macht es für Kunden keinen Sinn zu wechseln oder die Logistik selbst zu übernehmen, besonders weil man dadurch ja auch ein Risiko durch schlechteren Service eingeht.
Und wenn Ferrari erstmal in die IT-Systeme und Lagerprozesse eines Kunden eingebunden ist, macht ein Wechsel noch weniger Sinn.
Auch deshalb ist Ferrari mit einer Nettomarge von 15% deutlich profitabler als klassische Logistiker wie UPS oder DHL, die um die 5% haben.
Und das liegt unter anderem daran, dass sich Ferraris Gebühren nicht nur am Gewicht der Ware orientieren, sondern auch am Wert.
Und der ist bei den ganzen Luxusgütern natürlich sehr hoch.
Dazu kommt, dass in vielen Ländern die Zollabwicklung für Luxusgüter extrem kompliziert ist und genau auf solche Themen hat sich Ferrari spezialisiert.
Ein gutes Beispiel ist Brasilien.
Dort kann es Wochen dauern, bis ein Produkt mit den richtigen Zertifikaten und Genehmigungen durch den Zoll kommt.
Und Ferrari kennt die lokalen Regeln und nimmt seinen Kunden genau das ab.
Als die Firma gegründet wurde, war auch genau das ihr Gebiet.
Damals waren sie noch ein reiner Zollspezialist für die Luxusindustrie.
Direkte Konkurrenten wie Temes Luxury oder Malka Emmett sind privat und kleiner.
Trotzdem hält Ferrari selbst mit knapp 9% Marktanteil auch nur einen kleinen Teil von einem Markt.
der auch noch aus sehr vielen Playern besteht.
Hier könnte also eine Chance für Ferrari sein und die Firma scheint auch selbst davon auszugehen, dass sie Marktanteile gewinnen.
Wachstum hängt ja stark vom Luxusmarkt ab und der soll bis 2028 um 6% pro Jahr größer werden.
Ferrari geht in den nächsten Jahren aber ohne Zukäufe mit einem Wachstum von 6 bis 8% aus.
Aktuell steigt die Nachfrage am krassesten im Special-Services-Geschäft.
wo unter anderem auch die Sicherheit bei Events garantiert wird, bei denen die Luxusfirmen ihre wertvollsten Stücke ausschnellen.
Der Bereich macht 11% vom 360 Millionen Dollar Umsatz aus und weil das Unternehmen gleichzeitig kaum Kapital braucht, kann ein Großteil vom Cash in die Dividende fließen.
Da gibt es gerade 4% Rendite und trotzdem hält die Firma auch noch 100 Millionen Dollar Netto Cash.
Das ist bei einem Börsenwert von 830 Millionen Dollar schon ordentlich.
Insgesamt kann man also sagen, Ferrari ist eine Wette auf den gesamten Luxusmarkt.
Ohne großes Risiko, stark von den Trends, um einer Marke abhängig zu sein.
Gleichzeitig ist dafür aber auch das Wachstum geringer.
Die Gründerfamilie steht auf jeden Fall hinter der Firma.
Die ist im Management und hält auch noch über 70% an Ferrari.
Dadurch sind die Aktien aber auch nicht so liquide.
Am nächsten Morgen soll Schmuck im Wert von 250.000 Euro den Besitzer wechseln.
Michael Falkenberg und Carsten Stahl sind auf alle Eventualitäten vorbereitet.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
