# AI Competition, Corporate Restructuring, and Multibagger Investment Strategies

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-20

## Transcript

Werden amerikanische KI-Firmen gerade von China überrollt?
Wird ThyssenKrupp bald ein reiner Finanzinvestor und kann man davon an der Börse profitieren?
Und wie findet man Aktien, die sich nicht nur verdoppeln, sondern vervielfachen?
Das klären wir gleich und davor gibt es natürlich noch die aktuellen News.
Mein Name ist Noah Leidinger, das ist ohne Aktien wird schwer und heute ist Montag, der 20.
Juli.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital.
Die haben durch ihre Vollbanklizenz noch bessere Konditionen.
Zum Beispiel gibt es auf dem Tagesscale-Konto, wie ihr hoffentlich wisst, 2,5% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben.
Das gibt es auch für Kinderkonten.
Und im PrimePlus Broker gibt es sogar mehrere Partnerbanken, bei denen dann jeweils die Einlagensicherung greift.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Starten wir mit einer wirklich absurden News, die am Freitag rausgekommen ist und eine der meistgeteiltesten in unserem WhatsApp-Kanal ever war.
Trump Media & Technology, also die Social Media Firma von Trump, denkt nämlich darüber nach oder plant Investoren und Tradern für 100.000 Dollar im Monat einen schnelleren Zugang zu den Truth Social Posts von eben Donald Trump und neun anderen großen Accounts zu geben.
Es geht da nur um ein paar Sekunden, aber Profi-Investoren müssen sowas fast kaufen, weil seine Posts, die Märkte ja schon echt bewegen und wenn man das nach allen anderen sieht, nach allen anderen Profi-Investoren, hat man da schon echt einen Nachteil.
Aus Business-Sicht ist die Idee also super nachvollziehbar, aber trotzdem mehr als absurd, sowas anzubieten.
Übrigens hat die Aktie von Trump Media & Technology nicht reagiert, was vielleicht auch an Zweifeln liegen kann, ob sowas wirklich umgesetzt wird.
Jedenfalls ist klar, dass Daten und Insider-Infos weiter wertvoll sein werden.
Nicht so klar war der Börse am Freitag, wie wertvoll die führenden KI-Modelle sind.
Ende letzter Woche hat nämlich das chinesische KI-Startup Moonshot AI sein neues KI-Modell Kimi K3 vorgestellt.
Das kann wohl auf allen Ebenen mit den neuesten KI-Modellen aus den USA mithalten, nur nicht mit den ganz neuen Modellen von Anthropic und OpenAI.
Ein Wissenschaftler und der Gründer von Databricks meinte dazu, dass man immer gedacht hat, diese Open-Source-Modelle aus China liegen so sechs bis neun Monate hinten, jetzt sind es eher zwei oder drei Monate und übrigens plant Moonshot jetzt sogar selbst einen Börsengang in den nächsten Monaten zu einer Bewertung von 30 Milliarden für eine Firma, die gerade mal drei Jahre ist.
Jetzt kann man natürlich argumentieren, wie sich das auswirkt.
Keine guten Nachrichten sind das mal sehr sicher für OpenAI und Anthropic und andere Firmen, die eigene KIs entwickeln.
Für die Gesamtbranche gibt es immer das Argument, dass KI dadurch günstiger wird und dann insgesamt sogar mehr genutzt wird, also insgesamt sogar noch mehr Geld in KI-Anwendungen fließt.
Und eine Einschätzung, die so ein bisschen in diese Richtung geht, hat man auch am Freitag an der Börse gesehen.
In den letzten Wochen war es ja immer so, dass die gut gelaufenen Chip-Aktien wie Micron oder Broadcom am meisten verloren haben, wenn es irgendwelche KI-Sorgen gibt.
Am Freitag war das ein bisschen anders.
Die haben zwar auch verloren, aber ähnlich stark haben auch Alphabet, Meta und Tencent verloren.
Also Firmen, die selbst sehr viel Geld in KI-Entwicklung pumpen.
Übrigens hat der Meta-Aktie auch nicht geholfen, dass sie wohl gerade verhandeln, ihre Rechenzentren zumindest zu teilen an Anthropic zu vermieten.
Und nicht geholfen hat die schlechte KI-Stimmung außerdem der SpaceX-Aktie.
Die war am Freitag wieder 5% down und ist damit ziemlich deutlich unter dem Niveau vom Börsengang.
Und dazu hat die Financial Times berichtet, dass gerade 30% aller Aktien von SpaceX, die handelbar sind, von Investoren gehalten werden, die gegen die Aktien wetten.
Und das sind ca.
10% mehr als vor 10 Tagen.
Aber es gab auch KI-Gewinner Ende letzter Woche, zum Beispiel Mitarbeiter von ASML, die sollen von der Firma nämlich einen Sonderbonus von um die 20.000 Euro in Form von Aktien kriegen, die sie ab 2030 verkaufen können, wenn sie eben bis dahin bei der Firma bleiben.
Ein anderer, bisschen ungewöhnlicherer KI-Gewinner ist das Auktionshaus Sotheby's.
Die haben eine getragene und unterschriebene Lederjacke von Jensen Wang, also dem Nvidia-Gründer, versteigert.
Und am Ende hat der meistbietende einfach mal 960.000 Dollar gezahlt.
Aber zurück zu den seriösen Themen des Börsenlebens.
Da gab es noch leider schlechte Nachrichten für den Chirurgieroboterhersteller Intuitive Surgical, wobei schlechte Nachrichten eigentlich übertrieben ist, weil die Quartalszahlen sogar sehr gut waren.
Aber die Aktie ist trotzdem über 10% gefallen und das liegt genau an dem Aspekt, der das Business eigentlich so attraktiv macht.
Intuitive Surgical verdient nämlich nicht nur einmal, wenn sie den Roboter verkaufen, sie stellen für jede OP auch noch Zubehör, also einfach gesagt die Skalpelle oder Zangen, die der Roboter nutzt und kriegen dafür einfach pro OP über 1000 Euro.
Deshalb schauen Investoren aber auch sehr stark drauf, wie stark die Anzahl der OPs steigt und in den USA ist das Wachstum der OPs letztes Quartal auf 12% gesunken.
Klingt immer noch sehr solide, aber im Quartal davor waren es eben 14 Prozent.
Und dieser Wachstumsrückgang kommt dann auch noch in einer Zeit, wo die Börse sowieso schon ein bisschen nervös ist, weil es bei Intuitive Surgical gerade drei Sorgen gibt.
Erstens gibt es mehr Konkurrenz durch andere Medizintechnikfirmen und auch durch chinesische Roboterkonkurrenten.
Zweitens gibt es ein paar OPs, gerade im Abnehmbereich, die durch Abnehmspritzen ersetzt werden.
Und drittens gibt es ja auch ein paar Eingriffe, die nicht unbedingt nötig sind und die leiden unter der aktuellen Wirtschaftslage.
Wegen genau diesen Sorgen ist die Aktie dieses Jahr auch schon 40% gefallen.
Sie wird jetzt immer noch mit dem 30-fachen vom erwarteten Gewinn bewertet.
Das klingt erstmal ziemlich teuer, aber der Schnitt der letzten Jahre liegt eben bei über 50.
Zum Abschluss habe ich dann aber doch noch gute Nachrichten zu einer Branche, der es eigentlich auch sehr gut geht, die an der Börse aber in letzter Zeit auch nicht so gut gelaufen ist, weil die Bewertungen einfach schon so hoch waren.
Und das ist natürlich die Rüstungsbranche.
Am Freitag gab es aber eben mal gute Nachrichten, nämlich die Zahlen von Saab, die Aktie ist dann nach 10% gestiegen.
Grund war unter anderem, dass der Auftragsbestand jetzt schon das fünfte Quartal in Folge gewachsen ist.
Und außerdem gab es in letzter Zeit ja immer wieder Probleme, zum Beispiel bei Rheinmetall, dass die Firmen ihre Riesenaufträge auch wirklich abarbeiten und damit in Umsatz umwandeln.
Bei Saab ist aber eben auch der Umsatz letztes Quartal 30% gewachsen und wir hatten ja hier im Podcast Anfang Januar auch mal mit einer Fondsmanagerin und Ex-Marine-Offizierin über die Rüstungsbranche gesprochen und sie meinte auch, dass Saab als eine der wenigen Firmen bekannt ist, die eben sehr verlässlich liefern.
Und das erklärt dann auch so ein bisschen, wieso die Aktie dieses Jahr 5% im Plus ist, während Rheinmetall zum Beispiel 40% verloren hat.
Aber wenn wir jetzt schon über Rüstung sprechen, der Krieg im Iran hat sich leider am Wochenende nicht entspannt.
Bei einem Angriff vom Iran wurden sogar zwei amerikanische Soldaten getötet und danach haben die Amerikaner dann neue Angriffe gestartet, um den Iran zu bestrafen.
Wir haben in den letzten Wochen ja öfter nach Firmen gesucht, die davon profitieren, dass es bei uns gerade so heiß ist.
Aber es gibt auch überraschende Firmen, die darunter leiden und eine davon hat sich heute Christoph angeschaut, nämlich ThyssenKrupp.
Fangen wir mit dem Rhein an.
Das Duisburger Stahlwerk von ThyssenKrupp braucht jeden Tag rund 50.000 Tonnen Rohstoffe, vor allem Eisenerz und Kohle.
Die kommen übers Wasser, was bei dem niedrigen Pegelstand aber kaum geht.
Deswegen hat ThyssenKrupp seine eigene Schifffahrt eingestellt und chartert teurere Schiffe mit weniger Tiefgang.
Dazu hat der Konzern die Hochöfen vorsorglich gedrosselt.
Diese Reaktion auf eine Krise kann man auch auf den ganzen Konzern anlegen.
Jahrelang machte das schwache Stahlgeschäft ThyssenKrupp zu schaffen und jetzt stehen die Essener vor einem großen Umbau.
Konzernchef Miguel Lopez will ThyssenKrupp zu einer Finanzholding umbauen.
Es wäre also eine Firma, die Beteiligungen an ihren früheren Sparten verwaltet.
Und das läuft schon.
Die Wasserstofftochter Nussera ist seit 2023 börsennotiert und aktuell ist das prominenteste Beispiel die U-Boot-Tochter TKMS, die seit Oktober an der Börse ist und vom Rüstungsboom profitiert.
An Nussera und TKMS hält ThyssenKrupp weiterhin knapp über 50 Prozent.
Und die nächste Abspaltung steht schon bevor.
Anfang August stimmen die Aktionäre über die Handelssparte ab.
Sie soll noch dieses Jahr an die Börse und Aktionäre bekommen für je 20 ThyssenKrupp-Aktien automatisch eine Excellus-Aktie ins Depot gelegt.
Beim Sorgenkind Stahl wurde der Verkauf nach Indien im Mai zwar erstmal auf Eis gelegt, laut Manager-Magazin wird aber auch hier ein Spin-Off diskutiert.
Außerdem hat die Sparte zuletzt dank geringerer Kosten auch wieder besser abgeschnitten.
Am Ende könnte also ein Holding übrig bleiben, die vor allem eine Rüstungsbeteiligung verwaltet.
Wenn man das bewerten will, muss man sich mal die Einzelteile ansehen.
Der ganze Konzern ist an der Börse rund 7,5 Milliarden Euro wert.
Den Wert der börsennotierten Töchter kann man direkt ablesen.
Die Anteile an TKMS und Nucera sind 2,5 Milliarden bzw.
500 Millionen Euro wert.
Heißt, für den kompletten Rest, also Stahl, Handelssparte und Autoteile, zahlt die Börse nur rund 4 Milliarden Euro.
Das klingt erstmal wenig, aber der Umbau wird teuer.
Dieses Jahr erwartet ThyssenKrupp trotz besserer operativer Zahlen unterm Strich einen Verlust von 400 bis 800 Millionen Euro.
Dafür hält ThyssenKrupp noch gut 16 Prozent an der ehemaligen Aufzugtochter TK Elevator.
Die soll jetzt vom Aufzugkonzern Kone übernommen werden und durch den Deal ist der Anteil um die 3 Milliarden Euro wert.
Der Umbau kommt an der Börse auch gut an.
Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 20 Prozent im Plus.
Dazu gibt es eine Dividendenrendite von einem Prozent.
Die Story hängt aber stark an der Rüstungsfantasie von TKMS und daran, dass die Abspaltungen auch erfolgreich ablaufen.
Es ist also eine Wette auf den Umbau, nicht nur auf Stahl oder den Rheinpegel.
Ich bin vor ein paar Tagen auf eine spannende Studie vom Hedgefonds Altafox gestoßen.
Eine Gruppe von Praktikanten dort hat die am besten gelaufenen Aktien zwischen 2015 und 2020 analysiert, um die nächsten Multibagger zu finden.
Also Aktien, deren Kurs sich vervielfacht hat.
Weil der Hedgefonds natürlich nach spannenden Ergebnissen für seinen eigenen Fonds gesucht hat, gab es ein paar Kriterien, wodurch manche Unternehmen ausgeschlossen wurden.
Zum Beispiel wurden sich nur profitable Unternehmen in Nordamerika, Westeuropa und Australien angeschaut, die nicht nur einen kurzen Run hatten, sondern auch im Jahr vor der Auswertung gewachsen sind.
Und wenn ich euch erzähle, dass die am besten performantsten Branchen Tech und Gesundheit waren, Dann macht das Sinn, weil die hohe Margen haben und Tech sich stark skalieren lässt.
Ich muss dann aber auch dazu sagen, dass Finanz-, Energie- und Rohstoffunternehmen von der Studie ausgeschlossen waren.
Am Ende sind ca.
100 Unternehmen übrig geblieben und während der S&P 500 in den 5 Jahren knapp 55% Rendite gemacht hat, lief die Gruppe fast 20 Mal so stark.
Was hatten diese Unternehmen also gemeinsam und was können wir für unser Depot mitnehmen?
Erstens, klein schlägt groß, Firmen mit weniger als 50 Millionen Dollar Börsenwert.
haben im Schnitt fast 1.100% Rendite gemacht, die über 10 Milliarden nur ca.
400%.
Und insgesamt hatten über 80% der ganzen Auswahl zu Beginn einen Börsenwert von unter 2 Milliarden Dollar.
Zweitens, verhältnismäßig sind die USA unterrepräsentiert.
Nicht mal ein Drittel der Multibagger kamen aus den Staaten, obwohl die USA fast die Hälfte aller Aktien ausgemacht haben, die von vornherein für die Studie in Frage kam.
Dafür waren Großbritannien, Schweden, Australien, Deutschland und Norwegen deutlich häufiger vertreten.
Laut Altafox könnte ein Grund sein, dass es in den Ländern einfach weniger Analysten gibt, die die Aktien covern.
Dementsprechend gibt es dann auch mehr übersehene Chancen.
Wenn die Unternehmen dann aber weiter besser als erwartet performen, werden sie eventuell entdeckt und dann auch teurer bewertet.
Grundsätzlich können Aktienkursgewinne ja nur durch drei Hebel kommen.
Erstens, das Unternehmen wächst.
Zweitens, die relative Bewertung steigt, also zum Beispiel das KGV.
Oder drittens, Aktienrückkäufe.
Beim typischen, also dem mittleren Unternehmen aus der Gruppe, hat die teurere Bewertung mit fast zwei Dritteln dabei den größeren Teil zur Rendite beigetragen und das tatsächliche operative Wachstum war nur für rund ein Drittel verantwortlich.
Dabei war bei vielen die Bewertung am Anfang gar nicht super billig.
Über die Hälfte der späteren Multibagger wurden am Anfang des Zeitraums mit einem erwarteten KGV zwischen 10 und 20 gehandelt.
Teils hatten die Unternehmen aber auch noch gar kein erwartetes KGV, weil sie noch nicht von Analysten covered wurden oder sie noch keine Gewinne gemacht haben.
Aktienrückkäufe waren nicht nur kein wichtiger Treiber.
Bei über 80% der Firmen ist die Anzahl der ausstehenden Aktien zwischen 2015 und 2020 gestiegen, teilweise sogar deutlich.
Spannend war auch, dass bei über der Hälfte der Firmen Zukäufe wichtiger Teil der Strategie waren und bei fast 20% gab es sogar eine Übernahme, die das gesamte Geschäft stark verändert hat.
Sowas kann dann eben auch ein Grund sein, warum die Aktie vielleicht vorher niedrig bewertet war.
Das Geschäft verändert sich stark und Investoren wissen nicht, wie sie es einschätzen sollen.
Andere Beispiele in der Richtung, die ähnlich häufig aufgetreten waren, sind komplett neue Produkte, wichtige neue Verträge oder der Anfang von Corona.
Alles Beispiele, wo sich Unternehmen krass verändert haben und es für Investoren schwer war, ob es gut oder schlecht ausgehen wird.
Trotzdem waren es so gut wie nie Sanierungsfälle.
Knapp 90 Prozent der späteren Multibagger waren zum Startzeitpunkt schon finanziell gesund und genauso viele hatten zum Anfang nach Einschätzung von Altafox auch eine Art Wettbewerbsvorteil.
Also zum Beispiel Patente, Skaleneffekte.
oder hohe Wechselkosten für Kunden.
Also ich habe vor zwei Monaten 100 Euro investiert, um in diesen 100 Euro zu traden.
Und wie viel Gewinn hast du jetzt schon gemacht?
Ja, Gewinn habe ich noch keinen gemacht, weil ich mir leider 40 Euro auszahlen musste von dem Trading-Guthaben, weil ich das Geld halt eben dazu gebraucht habe.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Euch einen guten Start in die Woche.
Bis morgen.
Adios.
