# Market Shifts: Execution Over Speculation

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-17

## Transcript

Ein deutscher Unternehmer hat gestern 600 Millionen Dollar verdient.
Netflix hat neue Zahlen vorgelegt und wir schauen uns an, ob die auf ein Comeback der Aktie hindeuten endlich.
Außerdem geht es um Altersheim-Investments in Skandinavien und natürlich um alle anderen News von gestern.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Freitag, der 17.
Juli und das ist ohne Aktienwert schwer.
Dieser Podcast wird wie immer gesponsert von Scalable Capital.
die ja nicht nur ein Tagesgeldkonto mit 2,5% Zinsen haben, sondern zum Beispiel auch eine Trading Flatrate, eine hauseigene Börse nur für Privatanleger oder zugeschnitten auf Privatanleger, Portfolioanalysen und, und, und.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Letzte Folge habe ich ja erzählt, dass ASML starke Zahlen hatte und die auf langfristig hohe Chip-Nachfragen hindeuten und trotzdem sind Chip-Aktien nicht gestiegen, weil einfach die Erwartungen in dem Markt schon so hoch sind.
Gestern gab es dann genau dasselbe mit TSMC, also dem größten Chip-Hersteller der Welt.
Die glauben, dass der Umsatz dieses Jahr über 40% steigt.
Bisher haben sie gerade mal über 30% erwartet und gleichzeitig pumpen sie in diesem Jahr bis zu 64 Milliarden Dollar in den Produktionsausbau.
Das sind mindestens 4 Milliarden mehr als davor geplant und dazu muss man wissen, dass TSMC mit sowas eher konservativ ist.
Dass sie so viel investieren, zeigt also, dass sie extrem viel Nachfrage haben.
Und vor dem Hintergrund ist auch nochmal spannend, dass sie sogar zusätzliche 100 Milliarden Dollar in den Produktionsausbau in den USA stecken wollen in den nächsten Jahren.
Alles in allem also eigentlich sehr gute Nachrichten für die Chip-Industrie.
Trotzdem hat TSMC nach diesen Zahlen sogar leicht verloren und eben auch so gut wie alle anderen Halbleiteraktien waren im Minus.
Grund ist einfach, dass die Erwartungen der Investoren so extrem, extrem hoch sind, dass man schon wirklich sehr überraschend gute Zahlen haben muss, um irgendwie die Aktien noch weiter nach oben zu treiben und sonst den Investoren eben eher die Chance, einfach mal Gewinne mitzunehmen.
Dazu könnte kommen, dass Investoren ein bisschen Sorge um das 100 Milliarden Dollar Investment in den USA haben, weil noch nicht ganz klar ist, ob TSMC die Produktionsanlagen oder die Chip-Produktion in den USA genauso profitabel hinkriegt wie in Taiwan.
Eine andere Aktie, die gestern wegen zu hoher Erwartungen nicht mehr gestiegen ist, war Delivery Hero.
Da kam raus, was wir schon Anfang der Woche angeteasert haben, nämlich dass Uber Delivery Hero für ca.
13 Milliarden Euro kaufen wird.
Das ist ca.
10% mehr, als Delivery Hero gestern wert war und trotzdem hat die Aktie nicht zugelegt.
Das klingt erstmal ein bisschen komisch, hat aber einen Grund.
Der Deal muss nämlich erstmal von Kartellbehörden genehmigt werden, was nicht ganz sicher ist.
Damit das durchgeht, verkauft Delivery Hero zwar auch paar seiner Standorte, zum Beispiel Fudora in Österreich, nicht an Uber, sondern an den Private Equity Investor.
Trotzdem nicht ganz sicher, dass die Behörden das genehmigen.
Der Deal kann also noch scheitern.
Das ist ein Risiko, das man hat, wenn man die Aktie gerade kauft.
Und so oder so dauert es einfach, bis so eine Übernahme durchgeht, das Geld wirklich überwiesen ist.
Und als Investor kann ich jetzt drinbleiben und hoffen, dass ich nochmal 10% mache, was aber auch mal ein oder zwei Jahre dauern kann.
Oder ich verkaufe jetzt schon, lege das Geld woanders an und mache in der Zeit vielleicht mehr als die 10%.
Aber jetzt zu den Aktien, die gestern nicht nur gute Nachrichten hatten, sondern auch gestiegen sind.
Und die gab es in den eher langweiligen Branchen.
Zum Beispiel hat die Aktie vom Kompressorhersteller Atlas Copco um die 5% zugelegt, weil sie wirklich extrem starke Zahlen hatten.
Das Auftragsvolumen ist letztes Quartal nämlich 26% gestiegen, getrieben von der Tochterfirma, die vor allem Vakuumpumpen verkauft und Chip-Produktion findet ja im Vakuum statt.
Entsprechend profitiert auch Atlas Copco vom ganzen Chip-Pum.
In dem Bereich ist dann das Auftragsvolumen sogar fast 60% gestiegen und übrigens ist Atlas Copco zwar nicht so wahnsinnig bekannt, aber mit 90 Milliarden Dollar Börsenwert die drittwertvollste Firma in ganz Schweden.
Deutlich kleiner sind die Kollegen bei Roadtorque.
Die bauen einfach gesagt Ventile für alle möglichen Industrien, aber auch für die Halbleiterbranche.
Und deren Aktie hat gestern 70% zugelegt, weil sie von ABB aus der Schweiz übernommen werden.
Auch das mal wieder ein Beispiel, dass man an der Börse auch mit eher langweiligen Themen echt gut Geld verdienen kann.
Andere Beispiele dafür gab es gestern zum Beispiel bei der Logistikfirma JB Hunt.
Die Aktie hat um die 10% zugelegt und sie hatten insgesamt gute Nachrichten für die Gesamtwirtschaft dabei.
beziehungsweise für die Branche der Logistiker, weil sie sagen, dass es nicht mehr so viele freie Kapazitäten gibt.
Fairerweise liegt das auch stark daran, dass paar Player Kapazitäten abbauen oder sich ganz verabschiedet haben, aber auch die Nachfrage zieht zumindest langsam wieder an.
Eine andere Branche, die in den letzten Jahren viele Schwierigkeiten hatte, aber gestern eine ganz gute Dynamik, ist der Gesundheitsbereich, da zum Beispiel der Medizintechnik-Gigant Abbott Laboratories nach soliden Zahlen um die 10% zugelegt und auch starke Zahlen gab es bei der Krankenversicherung United Health, die ist danach um die 5% gestiegen.
Da scheint der Turnaround unter dem neuen CEO also echt zu funktionieren, nachdem die Firma letztes Jahr ja wirklich massiv in der Krise war.
Aber was rede ich hier lang über 5 oder 10% Rendite?
Es gab gestern im Pharma-Bereich auch einen High-Flyer, nämlich Atai Beckley.
Das ist eine Biotech-Firma, die Psychedelika für medizinische Zwecke verkauft.
Ila Lilly will die Kollegen jetzt für 2,8 Milliarden Dollar kaufen, wobei sogar noch eine Milliarde on top kommen könnte, wenn die Medikamente erfolgreich werden.
Die Aktie ist danach gestern über 30% gestiegen und gepusht wurde dieses ganze Thema ja von Trump, der im April eine Executive Order erlassen hat, das die Forschung und Entwicklung rund um Psychedelika in den USA vorantreiben soll.
Übrigens gehören dem relativ umstrittenen deutschen Unternehmer Christian Angermeyer um die 15% der Firma.
Im besten Fall verdient er mit dem Deal also 600 Millionen Dollar.
Und zum Abschluss habe ich noch zwei Hightech-News aus Asien.
Hyundai wird die restlichen 10% am Roboterhersteller Boston Dynamics kaufen, die bisher noch Softbank gehört haben.
Kaufpreis sind wohl um die 300 Millionen Dollar.
Man muss aber sagen, dass die Bewertung heute von Boston Dynamics deutlich höher sein dürfte, aber der Kaufpreis hängt noch an einem älteren Vertrag und generell mal wieder ein Reminder, dass eine der spannendsten Roboterfirmen der Welt eben ein Teil von Hyundai ist.
Und dann plant der chinesische Speicherchip-Hersteller CXMT ja gerade einen riesigen Börsengang und jetzt kam raus, dass Privatanleger über 200 Mal so viele Aktien kaufen wollten, wie angeboten werden.
Und das ist auch logisch, weil Börsengänge in China immer extrem günstig bepreist werden.
Im Fall von CXMT sollen sie zu einer Bewertung von unter 100 Milliarden an die Börse gehen.
Das wirkt jetzt gar nicht so günstig, aber CXMT ist auch eine wirklich große Firma und auf der dezentralen Kryptobörse Hyperliquid gibt es Wetten, dass der Wert am ersten Tag auf 500 Milliarden Dollar steigen könnte.
Leider hat man da in Deutschland aber kaum Zugang zu.
PS, Alphabet hat gestern noch um die 5% verloren, weil ein Bericht von Bloomberg rauskam, dass das neueste Gemini-Modell von Alphabet, also das neueste KI-Modell, weit hinter den eigenen Entwicklungsplänen zurückliegt und sie jetzt Sorge haben, dass sie nicht mehr an JetGPT und Cloud rankommen.
Neben KI und Robotern ist ja eins der großen langfristigen Zukunftsthemen der demografische Wandel und eine Aktie, die davon profitieren könnte, hat heute Timo dabei.
Laut Schätzung wird bis 2040 in Skandinavien jeder vierte Mensch über 65 Jahre sein und schon heute fehlen in ganz Nordeuropa Pflegeplätze und Personal.
Gleichzeitig nehmen psychische Erkrankungen bei jungen Menschen in ganz Skandinavien seit Jahren zu und staatliche Systeme kommen auch hier mit Betten und Personal kaum hinterher.
Genau die Lücke.
Füllt das schwedische Unternehmen Ambea, die 120 Jahre alte Firma, ist in der Region mit 1000 Einrichtungen einer der drei großen Pflege- und Betreuungsanbieter für ältere Menschen, welche mit Beeinträchtigungen und welche die psychosoziale Betreuung brauchen.
Die Kosten für die Pflegeplätze werden in Skandinavien größtenteils von den Kommunen übernommen und die Verträge sind an die Inflation gekoppelt.
Das bringt Stabilität.
Wachstum kommt aber deshalb auch nur durch mehr Einrichtungen, wobei die Ambea gar nicht selbst gehören.
Sie mieten die Gebäude meist für 10 bis 15 Jahre und kümmern sich um den Betrieb.
Oder sie übernehmen die Verwaltung bei Einrichtungen, die dem Staat gehören.
Dieses Zweitgeschäft macht 20 Prozent vom Umsatz aus und die Verträge laufen meist nur um die fünf Jahre.
Das Geschäft ist aber deshalb attraktiv, weil am Bär hier im Worst Case, also wenn die Betten leer bleiben, nichts passieren kann.
Sie mussten nichts vorinvestieren und haben keine Kosten durch die Mietverträge.
Die Ausschreibungen gewinnen meistens nur die großen Player, also entweder Ambea, Attendo oder Humana und Ambea hat letzten Monat 300 Millionen Dollar geboten, um Humana zu übernehmen.
Generell muss man wissen, um Ambea zu verstehen, sie sind ein sogenannter Serial Acquirer, kaufen also kleinere Konkurrenten auf, um selbst größer zu werden.
Die Logik ist auf der einen Seite, dass man dann die effizienteren Prozesse und besseren Einkaufskonditionen auf die übernommenen Firmen übertragen kann und die so profitabler werden.
Dazu versucht man meistens die Firmen zu einer geringeren Bewertung zu kaufen, als man selbst an der Börse wert ist.
Ambea hat in den letzten Jahren viele solche Übernahmen gemacht und will so auch das eigene Wachstumsziel von bis zu 10% erreichen.
Die Hälfte vom Wachstum soll nämlich durch Übernahmen kommen.
Die werden immer auch durch Schulden finanziert.
Netto sind die mit dem Vierfachen vom operativen Gewinn vor Abschreibungen nicht gerade niedrig.
Gleichzeitig kann man argumentieren, dass das Geschäft mit solchen Einrichtungen eben stabil ist und die Schulden damit keine große Gefahr.
Und die Schulden sorgen natürlich auch für Hebel, also für mehr Rendite aufs Eigenkapital.
Trotzdem sollte man das bedenken, vor allem wenn man sieht, dass Ambea nur mit dem 14-fachen vom erwarteten Gewinn bewertet wird.
Das wirkt für das Wachstum sehr günstig, aber mit den Schulden ist die Bewertung dann eben nicht mehr ganz so billig.
Man kann es außerdem als Risiko sehen, dass die Firma so große Übernahmen macht.
Oft kaufen Serial Acquirer eher kleine Konkurrenten, weil die günstiger bewertet sind.
Aber zumindest in den letzten Jahren hat das Modell auch so sehr gut funktioniert.
Seitdem das Business 2017 von KKR und anderen Private Equity Investoren an die Börse gebracht wurde, konnten sie ihren Nachsteuergewinn im Schnitt fast 17% pro Jahr steigern.
Und die Aktie hat sich in den letzten drei Jahren fast vervierfacht.
Denn das gemeinsame Ziel ist klar.
Bloß nicht ins Altersheim.
Crypto Thursday.
Dein Crypto-Kick der Woche.
Netflix verliert Zuschauer zwar nicht insgesamt, aber bei den zweiten und dritten Staffeln von vielen ihrer Erfolgsserien und sie verlieren nicht nur paar Zuschauer, sondern wirklich massiv.
Die Kollegen bei Bloomberg haben sich das vor ein paar Tagen mal genauer angeschaut und bei One Piece ist es zum Beispiel so, dass in den ersten vier Wochen die zweite Staffel 30% weniger Zuschauer hatte als die erste Staffel.
Andere Serien wie Beef oder Night Agent haben sogar 70 und 50% der Zuschauer in der zweiten Staffel verloren und bei vielen anderen ist es ähnlich, teilweise sogar noch krasser.
Solche Berichte sind für Netflix gerade vor allem bitter, weil ja der Kurs in den letzten zwölf Monaten schon 40% eingebrochen ist.
Und wie Timon hier am 30.
Juni erklärt hat, liegt das eben auch vor allem an der Sorge, dass Netflix nicht mehr wachsen kann und zwar weder bei der Zahl der Abos noch bei der Zeit, die Abonnenten mit Netflix schauen verbringen.
Und genau der letzte Punkt, also die Zeit auf der Plattform, ist aber eben entscheidend fürs neue Werbebusiness und damit für den großen Wachstumstreiber.
Aus meiner Sicht ist die Börse da gerade schon sehr negativ eingestellt und es kann schnell sein, dass Netflix mit ein, zwei Hits wieder deutlich mehr Aufmerksamkeit kriegt.
Die Phase gerade zeigt aber eben auch sehr gut, dass so ein Business wirklich kein Selbstläufer ist.
Und dem Vertrauen der Investoren hilft sicher auch nicht, dass Netflix gerade das erste Mal seit Jahren wieder kostenlose 30-Tage-Test-Abos anbietet.
Und genau wegen diesen ganzen Sorgen war natürlich sehr spannend, was die neuen Quartalszahlen gestern gezeigt haben.
Und so richtig optimistisch waren die Zahlen leider nicht.
Der Umsatz ist letztes Quartal 13% gewachsen, ohne Währungseffekte sogar nur 12%.
Im Quartal davor gab es noch 14% währungsbereinigtes Wachstum und Netflix hat damit nur die eigene Schätzung erreicht.
Klingt erstmal positiv, aber diese Schätzung wurde eigentlich von der Börse als sehr vorsichtig eingeschätzt.
Außerdem haben sie noch ihre Jahresprognose angepasst.
Bisher haben sie bis zu 51,7 Milliarden Dollar an Umsatz erwartet.
Jetzt sollen es maximal 51,4 werden.
Nicht dramatisch, aber auch kein super Signal natürlich.
Positiv war dafür, dass die geschauten Stunden im ersten Halbjahr 2% gestiegen sind.
2025 waren es nur 1,5%.
Das geht also ein bisschen gegen die Sorge, dass immer weniger geschaut wird.
Dafür hat Netflix aber auch gesagt, dass sie die Anzahl der geschauten Stunden in Zukunft unregelmäßiger berichten werden als bisher und das zeugt jetzt nicht gerade von Riesenselbstbewusstsein.
Das alles erklärt dann, dass die Aktie nach Börsenschluss nochmal um die 10% verloren hat, was die günstigere Bewertung der letzten Wochen nochmal deutlich günstiger macht.
Wenn wir aber auf die Bewertung schauen, finde ich, sollte man Netflix nicht immer nur eigenständig und im Vergleich zur eigenen historischen Bewertung sehen, sondern auch mit Konkurrenz vergleichen.
Netflix wird ja gerade mit bisschen mehr als dem 20-fachen vom erwarteten Gewinn bewertet, was natürlich viel günstiger ist als in den letzten Jahren.
Wenn man aber mal zum Beispiel auf Disney schaut, kommen die inklusive Schulden nur auf ein Bewertungsverhältnis von 18.
Klar, Disney wächst tendenziell ein bisschen schwächer, hat mit den Parks und anderen Themen aber auch noch ein paar Bereiche, die nicht so krass umkämpft sind wie eben.
der Streamingmarkt.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder zu einer Deep Dive Folge.
Ich hatte den Chef von Baby Biotech zu Gast, einem großen Biotech Investor aus der Schweiz.
Wir haben über die Biotech Industrie an sich gesprochen, wie man da spannende Aktien finden kann, ob man sie als Privatanleger überhaupt noch finden kann, bei den ganzen Hedgefonds, die im Markt aktiv sind.
Also extrem viel dabei.
Hört auf jeden Fall rein.
Bis dahin, alles Gute.
Adios.
