# Strategic Data Ethics & Digital Sovereignty in Enterprise Architecture

**Podcast:** Software Architektur im Stream
**Published:** 2026-07-17

## Transcript

Hier ein Hinweis in eigener Sache.
Softwarearchitektur im Stream live vor Ort.
Wir sind bei den IT-Tagen im Dezember in Frankfurt mit dabei.
Mehr Infos dazu und spezielle Rabattcodes für unsere Community findest du auf unserer Website.
Software-architektur.tv Sei dabei, stell Fragen und komm auch gerne auf uns zu.
Genau, herzlich willkommen zu einer weiteren Episode von Softwarearchitektur im Stream.
Dieses Mal mit Felix Sühlmann-Faul.
Felix, möchtest du kurz zwei Worte über dich sagen?
Ja, gerne.
Erstmal freue ich mich sehr, hier dabei zu sein.
Ich bin freier Techniksoziologe.
Das heißt, ich bin unabhängig von einem Institut oder sowas Speaker, Autor und Berater.
Und in diesem Thema Techniksoziologie bin ich spezialisiert auf den Bereich von Digitalisierung und Nachhaltigkeit.
Und das bedeutet, eine nachhaltige Digitalisierung vereinbart sich mit sozialen und ökologischen Gesichtspunkten.
Und ich habe einen sehr weiten Nachhaltigkeitsbegriff.
Deswegen bin ich auch zertifiziert als Beauftragter für Informationssicherheit und Datenschutz.
Weil Nachhaltigkeit bedeutet ja im Grunde, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse genauso befriedigen können wie aktuelle Generationen.
Das ist ja diese alte Brutland.
Definition und das bedeutet, dass heutzutage ist eben Informationssicherheit und Datenschutz einer dieser Punkte, die das gewährleisten für zukünftige Generationen.
Und als Datenschützer bin ich auch angestellt bei der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen und bin da in der Stabstelle Datenschutz.
Super, sehr spannend.
Also Techniksoziologe hört sich auf jeden Fall schon mal spannend an.
Noch kurz ein bisschen Vorspann um ein paar allgemeine Sachen.
Also du sprichst bei den IT-Tagen.
Wir haben ja schon länger eine Koalaboration mit den IT-Tagen.
Und im Rahmen dessen haben wir auch dann diese Episode angesetzt.
Und bei den IT-Tagen gibt es einen 100-Euro-Rabatt mit dem einfach zu merkenden Code itt26-sys-352.
Die sind vom 7.12.
bis zum 10.12.
in Frankfurt findet man aber auch auf der Webseite und zumindest da oben steht ja auch, wo diese Webseite ist.
Und weil wir halt gerade bei so diesem Themen sind rund um Nachhaltigkeit und eben auch digitale Souveränität wird ja auch, glaube ich, eine Rolle spielen und IT und Gesellschaft noch eine Ankündigung in eigener Sache.
Also wir sind jetzt mittlerweile auf treff.tech, also treff und dann der wie der Punkt auf der Tastatur.tech, das ist eine URL.
Und das ist so eine Webseite, wo man sich eben für Community-Veranstaltungen, Community-Konferenzen und so weiter einen Terminkalender angucken kann.
Und die ist halt dann offen für alle Menschen, die halt solche Seiten organisieren und das gerne veröffentlichen wollen.
Und das benutzen wir jetzt, um eben unsere Termine tatsächlich zu veröffentlichen.
Da kann man sich dann auch das ECS-File runterladen, mit dem man das halt in den Kalender reintragen kann.
Das heißt, wir haben unser eigenes System da irgendwie abgelöst zugunsten von dem.
Wenn ihr halt irgendwie Meetup habt oder irgendwie sowas, dann guckt da gerne mal rein und registriert euch.
Und das ist auch ein Fee-Diverse-Ding, also das heißt, das ist eben auch offen und auch föderiert, so ähnlich wie machst du dann, sodass das, glaube ich, irgendwie an der Stelle offen ist.
Gut, das so ein bisschen so als Vorspann.
Den Talk bei den IT-Tagen, also ich habe vorhin schon gelernt, dass es Techniksoziologie gibt.
Dein Talk bei den IT-Tagen trägt den Titel Datenschutz, Solidarität und Demokratie, warum Datenethik die Grundlage für eine freie und gerechte Gesellschaft ist.
Ich bin hängen geblieben bei diesem Begriff Datenethik.
Was ist Datenethik?
Also zunächst mal beim Thema Ethik, da lohnt es sich immer zu den alten Griechen zurückzugehen.
Und Aristoteles hat gesagt, die Ethik sei, ist die Wissenschaft des guten und richtigen Handelns.
Und es geht eben dabei nicht bei Ethik um Regelbefolgung, sondern es geht um legitimes, legitimen Maßstäbe des Handelns.
Also Ethik begründet und bewertet moralische Normen.
Und Moral und Ethik wird dann häufig in einen Topf gemacht.
Aber Moral ist halt sehr konkret, konkrete Normen, Werte und Regeln.
Und Ethik ist im Grunde das, was darüber schwebt.
Ethik ist das, was im Grunde zwischenmenschlich gut und richtig ist.
Und Datenethik bedeutet eben, wir wenden ethische Gesichtspunkte, ethische Prinzipien auf den Umgang mit Daten an.
Also solche Themen wie Selbstbestimmung, Vertraulichkeit, Privatheit, Integrität.
Und vor allem ist halt wichtig die Wahrung der Menschenwürde, weil Datenethik...
ist dann in dem Zusammenhang eben nicht ein rein technisches Thema oder sowas, sondern die Frage ist, was ist gesellschaftlich richtig, wenn ich mit Daten umgehe, was eröffnet und bewahrt Freiheiten von anderen Menschen?
Weil entscheidend an dem Punkt ist natürlich, dass dieser alte Begriff EDV eben Menschenbilder und Machtverhältnisse etablieren kann.
Datenschutz ist halt ein Teil dieser Ethik.
Datenschutz ist im Grunde dafür da, Freiheiten zu eröffnen und zu bewahren.
Damit hängst du das Thema ja sehr hoch.
Du sagst, dass das Auswirkungen auf Menschenwürde hat und das ist ja tatsächlich ein sehr grundlegender Wert unserer Gesellschaft und auch von unserem Grundgesetz.
Kannst du ein Beispiel nennen?
was das konkret bedeutet, also wo Daten halt Menschenwürde verletzen können?
Naja, das hängt im Grunde damit zusammen.
Also ich hatte ja gerade das Thema Freiheit einschränken oder eben auch nicht.
Also wenn für dich beispielsweise Dinge entschieden werden, gleich von vornherein her.
Nehmen wir mal an, du bewirbst dich irgendwo oder du möchtest eine Lebensversicherung abschließen.
Dann ist es so, dass viele Bewerbungsverfahren in der Zwischenzeit basieren im Grunde darauf, dass diese Firmen oder beziehungsweise das Software eingesetzt wird, die sich bedient an Data Brokern.
Data Brokers sind ja diese kleinen Firmen, die im Grunde nur Daten kaufen und verkaufen.
Und Versicherungen und Banken sind beispielsweise auch in der Zwischenzeit große Kunden.
gute Kunden von Data Brokern.
Weil wenn du jetzt zur Versicherung gehst und sagst, ich würde gerne Lebensversicherung abschließen, dann sagt die Versicherung, ja, klar, kein Problem, aber du kriegst dann beispielsweise eine schlechtere Quote oder musst mehr dafür bezahlen als dein Nachbar.
Und das hängt eben damit zusammen, dass die Versicherung vorher bei den Data Brokern Daten gekauft hat und auf die Art und Weise wird eben ein Profil von dir erstellt.
Du wirst eingeteilt in die Risikoklasse und dann gibt es zusätzlich noch im Grunde den Automation Bias, der da dahinter hängt und der Automation Bias macht das im Grunde möglich, dass viele Menschen dem, was ein Computer sagt oder ein Algorithmus sagt oder sowas halt blind, das unhinterfragt einfach übernehmen.
weil es hat ja sozusagen so den Anschein von Wahrheit und dich dann eben entsprechend einteilen in irgendeine Risikoklasse und du musst dann zum Beispiel mehr für deine Versicherung zahlen oder du wirst auch abgelehnt für eine Lebensversicherung, weil diese Datensätze das eben sozusagen sagen.
Das muss auch überhaupt nicht wahr und richtig sein oder sowas, aber das ist halt so ein Punkt, wo deine Freiheiten eingeschränkt werden.
Und also ich muss gestehen, ich bin gegenüber dieser Information so ein bisschen ambivalent.
Also auf der einen Seite ist es, glaube ich, irgendwie wahnsinnig wichtig, sich das halt zu vergegenwärtigen aus der Perspektive von Softwarearchitektinnen, dass eben die Systeme, die wir bauen, tatsächlich echte Menschen beeinflussen.
Und nicht, also ich folge zum Beispiel diesem Account von Sanktionsfrei und das ist eben tatsächlich so, dass Menschen schlicht, wenn sie halt kein Geld bekommen von den öffentlichen Behörden, eben tatsächlich sich einfach ihr Leben nicht leisten können.
Und von daher ist das halt, glaube ich, auf der einen Seite total nachvollziehbar und hoffentlich auch etwas, was sozusagen von der Diskussion her hilfreich ist, sich das eben zu vergegenwärtigen, weil das halt sonst ein bisschen abstrakt ist.
Auf der anderen Seite ist irgendwie das Problem, also du hast jetzt genau dieses Beispiel mit dem Kundenscoring.
Und ich muss halt gestehen, wenn ich halt irgendwie ein Beispiel brauche für einen komplexen Algorithmus, ist tatsächlich Kundenscoring so eine von den Sachen, die ich dann mal nehme.
Also nehmen wir mal zum Beispiel ein Kundenscoring und das ist ja kompliziert und dann erzähle ich halt irgendwas über Architektursachen.
Das ja bedeutet, dass ich im Prinzip völlig daran gewöhnt bin und dass das eben auch etwas ist, von dem ich eben annehme, dass die Menschen, mit denen ich athenisch rede, dass die eben das Thema kennen und eben einigermaßen verstehen.
Das heißt, wir sind daran eigentlich gewöhnt, diese Systeme zu bauen.
Hast du irgendeinen Hinweis für uns, was wir denn tun sollen?
Also das ist irgendwie Tagesgeschäft und du sagst, das ist halt irgendwie möglicherweise schwierig.
Was sollten wir denn tun?
Hast du eine Idee?
Ja, also bei eurem Geschäft sozusagen ist eine wichtige Angelegenheit im Grunde zunächst mal, ich denke es sind vier Sachen.
Das eine ist, Der Grundsatz von Privacy by Design, also Datenschutz und Minimierung von Beginn an in die Architektur einplanen.
Wichtig wäre Transparenz, also Systeme müssen nachvollziehbar und erklärbar bleiben.
Das ist vor allem halt bei KI ein wichtiges Thema, weil eben die...
Observability ist ja ein großes Thema und das zum Beispiel einzubauen in KI-Systeme ist eine wichtige Angelegenheit.
Fairness ist wichtig, das wäre der dritte Punkt, also Verzerrungen vermeiden, Autonomie und Grundrechte respektieren und dann der vierte Punkt, das ist relativ weit, also ich würde sagen Lebenszyklusverantwortung, ethische Prinzipien.
kontinuierlich über den gesamten Systemlebenszyklus sichern.
Aber da ist eben auch wichtig beim Lebenszyklus, dass gleich von vornherein her die Nutzenden integriert werden in die Entwicklung.
Das ist vor allem bei, das ist schwierig, natürlich bei Softwarearchitektur, aber insgesamt bei technologischen Innovationen ist das ein wichtiges Thema, weil das ansonsten bildet es so zwei Gruppen.
Es gibt dann immer Leute, die die Technik entwickeln, Technologie entwickeln und es gibt dann halt die zweite Gruppe und auf die wird die Technologie beispielsweise angewendet oder sie müssen die anwenden.
Und das bedeutet auch, ja, Technologien werden im Grunde auch besser dadurch, dass du die Nutzenden gleich von vornherein her einbaust, mitdenkst und die verschiedene Perspektiven einholt.
Das ist ja im Grunde auch in Silicon Valley ein altes Thema, dass die KI-Entwickler größtenteils irgendwie so 70 Prozent sind halt mittelalte weiße Männer.
Und dann ist dann klar, welche anderen Gruppen da unter die Räder geraten.
Es gibt dieses populäre Beispiel von dieser Dame, deren Name mir nicht erinnerlich ist, die bei Google tatsächlich auch...
im Bereich Ethik tätig war und eben auch nicht weiß ist und dann irgendwie gefeuert wurde, nach einiger Zeit.
Was ja irgendwie auch interessant ist.
Gut, bedeutet halt, also bedeutet halt, andersrum, ich würde das unterstreichen mit Benutzern einbeziehen.
Ich glaube, dass das im Allgemeinen auch Vorteile hat, weil man dadurch eben bessere Software baut, die ja besser auf Nutzer hinabgestimmt sind und das ist auch, glaube ich, ein kritischer Erfolgsfaktor.
Was wiederum bedeutet, dass in meiner Praxis zum Beispiel dieser Aspekt häufig nicht betrachtet wird.
Also es ist erschreckend, wie viele Projekte einfach Dinge bauen und nie mit den Menschen reden, die halt diese Dinge bauen, obwohl das auch wirtschaftliche Vorteile hat, also nicht nur aus ethischen Gesichtspunkten hat, irgendwie sinnvoll ist.
Was also bedeutet, dass wir an vielen Stellen sicher Optimierungspotenzial haben.
Zum einen leite ich jetzt aus dem, was du sagst, ab, dass man dort eben wie aktiv sein sollte, hat Software-Hächtig, also dass man sozusagen auf die Agenda bringen sollte.
Hast du noch mehr Dinge, die man da tun sollte oder die dir da einfallen?
Also wichtig ist auch Datenminimierung.
Das ist ja im Grunde auch eine Vorgabe, die der Datenschutz schon bestimmt.
Also Artikel 5 aus der DSGVO bestimmt eben, dass die Sammlung von Daten auf ein notwendiges Maß beschränkt sein muss.
In dem Bundesdatenschutzgesetz, also es gibt die DSGVO, die gilt europaweit und jedes einzelne Land kann sich nochmal zusätzliche Gesetze geben.
In Deutschland ist es das Bundesdatenschutzgesetz und das spricht von Datensparsamkeit.
Aber beides bedeutet dasselbe und das hat eben auch Vorteile.
Das bedeutet nicht, dass man sich da irgendwie abknapsen muss oder sowas oder dann schlechtere Software baut, sondern das hat was damit zu tun, auch weniger Verantwortung tragen zu müssen.
Weil mehr Daten sammeln bedeutet eben auch eine höhere Verantwortung.
Und in ganz vielen Formularen beispielsweise wird immer nach dem Geburtsdatum gefragt.
Und das ist einfach Kappes größtenteils an ganz vielen Stellen, das nach dem Geburtsdatum gefragt wird.
Das wäre dann eine ethische Herangehensweise an die Gestaltung, das sozusagen mitzudenken, weil das ja auch ein Vertrauensverhältnis baut zu den Leuten, die die Software anwenden oder die ein Formular ausfüllen müssen oder sowas.
Und was jetzt noch mit dazu kommt, ist das Thema Nachhaltigkeit, weil wenn du weniger Daten sammelst, musst du weniger speichern und das verbraucht weniger Energie.
Ganz nebenbei ist es ja jetzt momentan, wo die Speicherpreise durch die Decke schießen, ja auch nochmal so ein Thema, wenige Daten zu sammeln.
Genau, also die, Martina hat gerade sozusagen vom Backoffice gesagt, die Person, die ich meine, ist diese Timnit Gebru und das ist die auch tatsächlich.
Ich verlinke das nochmal in den Show Notes.
Ein Thema sozusagen einzugehen, ich würde es gerne ergänzen mit, es gibt lustigerweise von dem Martin Fowler, der ja so einer von den ganz großen Namen in unserem Bereich ist, ein Artikel über Datensparsamkeit und dieser Artikel nennt das auch tatsächlich Datensparsamkeit, weil das eben ein deutscher Begriff ist, der sich etabliert hat und den halt adaptiert hat.
Und also, wie soll ich sagen, es gibt Menschen und er sieht das halt positiv.
Es gibt also tatsächlich Dinge, die wir halt in Deutschland so machen, dass wir das Fachbegriff halt auch in den internationalen Sprachgebrauch reingehen.
Ich würde außerdem noch mal gerne unterstreichen, ich glaube, das ist wirklich eine Sache, die man sich halt überlegen muss.
Daten kann ich nicht wirklich absichern.
Und die Frage ist halt also in dem Sinne, dass ich es nur sehr schwer machen kann, dagegen diese Daten halt zu bekommen.
Wenn ich einen Geheimdienst habe, dann kriege ich die Daten halt irgendwie raus, führt zu der Frage, was passiert, wenn die Daten halt irgendwie öffentlich werden.
Und eine Antwort ist, Daten halt nicht sammeln.
Und ich glaube, das ist tatsächlich etwas, wo man sich auch im täglichen Leben mit auseinandersetzen muss und sich das halt überlegen sollte, ob man diese Daten sammeln will, weil wenn man sie nicht sammelt, sind sie eben tatsächlich sicher.
Damit haben wir, glaube ich, schon den Zusammenhang zu Cybersicherheit hergestellt, zwischen Datenschutz und Cybersicherheit, oder?
Gibt es da noch mehr?
Weil du nicht auf deiner Homepage sagst, ich mache Datenschutz und Cybersicherheit und ich hatte immer das Gefühl, also Cybersicherheit sind halt für mich so Leute, die irgendwie rumlaufen und so sagen, hier ist halt die Möglichkeit für eine SQL Injection und das, was du jetzt diskutieren oder was wir gerade diskutieren, ist halt ein ganz anderes Thema.
Also ist das so der Zusammenhang oder warum bist du da sozusagen in beiden Bereichen?
Ich bin in beiden Bereichen, deswegen, weil, also beides hat, Sehr zentral.
Ich habe ja immer so eine soziologische Perspektive auf diese Themen.
Und beides hat eben sehr zentral mit dem Schutz von Menschen zu tun.
Also der Datenschutz schützt nicht Daten, sondern er schützt Menschen.
Und bei Cybersicherheit ist es auch so, der schützt nicht Geräte.
Also ja, teilweise schon, ja.
Aber worum geht es denn bei diesen Geräten?
Und dann kommen ganz schnell im Grunde menschliche Schicksale, die eben sozusagen an der Sicherheit dieser Geräte hängen.
Und beides, das ist auch eine Gemeinsamkeit, beides muss niedrigschwellig und im Grunde einfach sein, damit auch nicht so tech-affine Menschen sich selbst schützen können.
Aber es gibt eben auch eine Trennung zwischen den zwei Themen.
Datenschutz ist eher ein juristisches Thema und Cybersicherheit ist eher ein technologisches Thema.
Und ein eher konkreter Anteil, aber macht eben auch Datenschutz in der Praxis erst möglich.
Also Cybersicherheit macht Datenschutz möglich so.
Ich glaube, das große Problem, was Datenschutz hat, ist, dass es immer so als Hemmnis gesehen wird.
Auch möglicherweise als Innovationshemmer.
Es gibt, glaube ich, gerade eine politische Diskussion, die hat irgendwie gesagt, wir müssen halt diesen Datenschutz reduzieren, damit wir halt irgendwie in diesem KI-Bereich...
wettbewerbsfähig sind.
Wie siehst du das?
Auch als Hemnes oder ist das für dich was anderes?
Also für das Thema KI-Entwicklung halte ich das für ein Strom-Argument, weil es im Grunde darum geht, was Bestimmtes durchzusetzen.
Und Leute, die Datenschutz reduzieren möchten, die haben normalerweise spezielle Hintergedanken.
Wenn man sich die Studienlage anguckt, dann ist es so, Bei Umfragen beispielsweise von KI-Startups, dann nennen die Datenschutz als Problem.
Ja, klar, aber die wichtigeren Themen sind zum Beispiel Verunsicherung durch rechtliche Hürden und Unklarheiten.
Dann fehlen das technisches Know-how oder personelle Ressourcen.
Ja, das ist ja überall ein Thema.
Und dann kommt auch irgendwann Datenschutz.
Das heißt, das ist nicht das brennende Problem in der KI-Entwicklung.
Aber es wird halt immer gerne genannt, wenn es darum geht, eigentlich Datenschutz zu schwächen.
Und da gibt es natürlich dann viele Interessenlagen beim Punkt, Datenschutz zu reduzieren, bis zu dieser speziellen Gewerkschaft, sage ich jetzt nichts dazu, die spezielle Ansichten haben, wie Datenschutz eigentlich aussehen müsste.
Okay.
Ich befürchte, das hatten wir vorher nicht besprochen, aber es gab ja jetzt gerade diese, ich weiß nicht, die so und so vierte Abstammung über dieses Thema mit der Massendatenüberwachung in Bezug auf Chats in der EU, im EU-Parlament.
Chat-Kontrolle.
Genau, Chat-Kontrolle.
Hast du eigentlich, also...
Ich finde das so, wie soll ich sagen, also das, was du ja im Prinzip sagst, ist, es geht um die Menschenwürde und es geht darum, dass der Datenschutz letztendlich eine Auswirkung für die Menschenwürde hat und das ist fundamentalist Thema innerhalb unserer Gesellschaft, das ist irgendwie nicht Grundlage des Grundgesetzes.
Und dann gibt es halt irgendwie solche Sachen wie Chatkontrolle, wo ich halt behaupten würde, das widerspricht eigentlich diesem Ideal oder diesem Ansatz.
Und gleichzeitig ist es halt so, dass halt irgendwie bei mir der Eindruck entsteht, dass das halt so lange abgestimmt wird, bis halt irgendwann mal tatsächlich zugestimmt wird.
Was ja bedeutet, dass es halt irgendwelche PolitikerInnen, müssen es ja sein, demokratische PolitikerInnen gibt, die halt versuchen, das dann letztendlich doch durchzusetzen, obwohl es ja eigentlich den Grundlagen ein bisschen widerspricht.
Hast du eine Erklärung dafür, dass das irgendwie...
permanent nochmal versucht wird oder habe ich einen falschen Eindruck?
Also was ist da die treibende Kraft?
Warum ist es nicht so, dass irgendwie diese Argumentation halt klar ist, dass das eben eine Grundlage unserer Gesellschaft ist und dass man es halt einfach nicht machen sollte?
Punkt.
Also das ganz, ganz grundsätzliche Problem beim Thema Überwachung allgemein ist, dass im Grunde dieser Grundsatz im Zweifel für den Angeklagten, also dass du erstmal davon ausgehst, dass die Leute unschuldig sind, dass dieser Grundsatz umgedreht wird.
Es geht darum, dann im Grunde zu sagen, eigentlich sind alle schuldig und du musst nachweisen, dass du nicht schuldig bist.
Und das ist ein ganz, ganz, ganz großes Problem, was dahinter steckt, weil das ganz viele Konsequenzen nach sich zieht.
Beim Thema, speziell beim Thema Chatkontrolle ist es so, das wird wie viele andere Themen auch in der EU sehr stark gepusht von Lobbys, die da gerne schön Geld damit verdienen wollen, die da ihre politischen Ansichten durchdrücken möchten.
Es gibt im Grunde kein einziges Argument dafür.
Ganz wichtig ist auch, dass gleich am Anfang wurde genannt und da muss man dann gleich irgendwie die Ohren spitzen, wenn man sowas hört.
Und zwar, dass das den Austausch von Bildern und Videos von sexuellem Missbrauch von Kindern verhindern soll.
Das ist gleich so ein riesiges Totschlagargument, weil wenn du dann sagst, ja Entschuldigung, aber jeder hat irgendwie Privatsphäre und Würde und so weiter, dann stellst du dich dann nämlich ganz schnell auf die Seite von Leuten, die Kinder sexuell missbrauchen.
Ja, oder du möchtest gern terroristische Anschläge gutheißen oder sowas.
Und gleichzeitig ist es ja so, dass wir wissen, dass halt mit Hilfe von Grock halt kinderpornografische Werke erzeugt werden können, was ja auch juristisch halt nicht, also tatsächlich strafbar ist.
Verstehe ich das richtig?
Damit sagst du also, es gibt eine Lobby und ich nehme mal an, das sind Leute, die halt Software herstellen, die dann tatsächlich so eine Chatkontrolle machen würden und das sind die, die letztendlich dafür verantwortlich sind, dass dieses Thema halt nicht von der Agenda kommt und nicht endgültig abgelehnt wird.
Ist das die Aussage?
Big Tech ist da auch ein ganz großes Thema dahinter, weil es gibt zwar keine technische Lösung in dem Zusammenhang, aber Big Tech müsste da auf jeden Fall irgendwie mitspielen in dem Zusammenhang, um irgendwelche Hintertüren oder sonst was einzubauen.
Und das ist natürlich super für Big Tech, weil dann Google und Apple und so weiter noch zusätzlich jede Menge Daten sammeln können.
Und das etabliert ja im Grunde sozusagen so einen weiteren wo man an Big Tech sozusagen nicht vorbeikommt.
Und darum geht es ja im Grunde sozusagen, die Macht auszubauen und die Unentbehrlichkeit auszubauen.
Danke für die Einblicke sozusagen.
Ich würde, glaube ich, das Thema kurz wechseln wollen und auf Privascore zu sprechen kommen.
Das ist ja eins von den Projekten, was dir offensichtlich sehr am Herzen liegt.
und wo du auch die treibende Kraft hinter bist, möchtest du was dazu sagen, was das ist und warum es hilfreich ist?
Genau, der Privacy Score ist eine Angelegenheit, die ein zentraler Baustein in meiner Doktorarbeit war.
Und zwar ...
manchmal liege ich nachts wach, so gegen vier oder sowas und dann habe ich Gedankenkreise, ich denke, dass das viele Leute kennen, aber manchmal habe ich auch irgendwie so einen kleinen Geistesblitz oder sowas und mein Geistesblitz in einer Nacht war eben, dass Datenschutz halt eine irre komplexe Angelegenheit ist für wahnsinnig viele Leute und es wird denen ja auch sehr schwer gemacht, im Grunde durch lange AGB-Texte oder durch verschnörkelte Formulierungen in Datenschutzerklärungen oder deine Daten sind uns, deine Privatsphäre ist uns sehr wichtig, aber sag doch mal bitte ja zu den 531 Partnern.
Also auch Leute, die sich um ihren Datenschutz kümmern wollen, denen wird es im Grunde zusätzlich schwierig gemacht.
Es gibt ja diesen Nutri-Score im Supermarkt und dieser Nutri-Score sagt ja, wie gesund ein Lebensmittel ist.
Und im Grunde müsste Datenschutz ja eigentlich so einfach sein wie dieser Nutri-Score.
Und dann ist der Privile-Score entstanden, weil der Nutri-Score bewertet die Gesundheit von Lebensmitteln und der Privile-Score bewertet das Datenschutzniveau von Apps und digitalen Diensten.
Und das stelle ich, also für die Doktorarbeit war sozusagen der Proof of Concept, waren Messenger-Dienste, die eben zu vergleichen nach Datenschutzniveau und speziellen Kriterien jeweils.
Und in der Zwischenzeit sind aber jede Menge mehr Themen dazu gekommen, also Browser beispielsweise oder Cloud-Anbieter, Keyboard-Apps.
für die Android-Telefone, solche Sachen sind eben mit dazugekommen.
Und das ist schnell und es ist kostenlos.
Man braucht kein technisches Vorwissen.
Man muss nicht AGBs lesen oder Datenschutzerklärungen lesen.
Und es ist gemacht für Anna und Otto Normal Nutzerinnen, die sich um ihren Datenschutz kümmern wollen, aber im Grunde eigentlich nur eine einfache Information brauchen.
Und deswegen werden diese Dienste halt nach Ampelfarben eingeteilt, nach grün, gelb und rot.
Und was mir auch wichtig war, dieser Nutri-Score, damit habe ich mich beschäftigt, der ist irre komplex und er ist auch teilweise so ernährungsphysiologisch stark zu hinterfragen.
Was mir wichtig war, ist, dass diese Bewertung von den Diensten und Apps, dass die auch möglichst transparent ist und nachvollzogen werden kann.
Und deswegen, ich als Soziologe habe ja mit viel Statistik zu tun und ich wollte halt ein einfaches statistisches Verfahren einsetzen, das diese Bewertung eben ermittelt und das steht alles offen auf der Webseite und ist Es ist Nutzwertanalyse, nennt sich dieses Verfahren und es ist im Grunde einfache Additionen, Multiplikationen.
Es ist nicht keine Conjoint-Analyse oder irgendwas anderes Undurchsichtiges.
Transparenz hinter der Bewertung war mir eben auch wichtig.
Genau, ich habe die URL hier nochmal eingeblendet.
Also es ist privascorealleszusammen.org und verlinkt das auch nochmal in den Shownotes.
Und ja, also wie du ja schon gesagt hast, da gibt es halt eine ganze Menge an sehr guten Informationen, finde ich, und auch sehr ausführlichen Informationen.
Das ist eben auch sehr praktisch nutzbar.
Also es sind sehr praktische Aussagen.
Noch irgendwas da, also kann man dich da irgendwie unterstützen?
Also offensichtlich kann man die Ergebnisse nutzen, das ist ja klar.
Aber gibt es darüber hinaus noch irgendwelche Sachen, die du dir wünschst als Unterstützung für das Projekt?
Mund-zu-Mund-Propaganda.
Ist im Grunde sinnvoll.
Ich habe jetzt gerade, liege in den letzten Zügen eines dritten Buches.
Deswegen habe ich mich nicht so gut kümmern können um den Privile Score, weil ich das halt im Grunde alleine betreibe.
Ich habe auch ein kleines Team, wo ich mich mehrfach beworben habe beim Prototype Fund und wir haben aber leider den Zuschlag nicht bekommen, weil wir dieses Thema deutlich größer aufsetzen wollten.
Aber ich betreibe das im Grunde alleine.
Und jetzt, nachdem ich das dritte Buch beinahe abgeschlossen habe, wird es auch wieder mehr Updates geben.
Das verteile ich dann natürlich auch bei Mastodon und so weiter.
Mastodon first.
Und ja, Mund-zu-Mund-Propaganda, das Nutzen.
Und ich bin auch immer offen für Kritik und so weiter.
Also weitersagen.
Ja, und also...
Das ist auch das Gefühl, was ich halt immer habe.
Also man muss nicht irgendwie selber aktiv daran partizipieren und halt aktiv Inhalte generieren.
Es reicht eben also genau Feedback geben und nutzen.
Das ist halt, glaube ich, auch ein großes Thema, auch gerade so bei Open Source.
Es gibt eine relativ umfängliche Frage von dem Jojo bei Twitch.
Also die erste Frage, die er oder sie stellt, ist, wie steht ihr zu den geplanten Kontrollen vor verschlüsselten WhatsApp-Nachrichten?
Ich hätte jetzt gedacht, das haben wir mit dem Chat-Kontrolle-Thema abgehackt oder gibt es da noch irgendetwas, was mir entgeht?
Ne, ich glaube, dass dieses Thema anspricht.
Genau, also da hatten wir vorhin drüber gesprochen, kannst du dir in der Aufzeichnung nochmal angucken und sind eben dazu gekommen, dass es dafür, also Felix hatte glaube ich so ungefähr gesagt, es gibt halt überhaupt keine nachvollziehbaren Gründe dafür, warum man das halt machen wollen würde.
Und dass eben darüber die, letztendlich die Unschuldsvermutung, das ist eine Basis unseres Justizsystems, eben darüber ad acta gedicht wird und dass das eben aus dem Grund halt keine gute Idee ist.
Und dann ist halt die zweite Frage, wie steht ihr zu der Planung, dass schon der Internetzugang mit Ausweis verifiziert werden soll?
Womöglich durch ranhalten an die Fritzbox, die den Ausweis dann scannt.
Also schon in einem Layer, bevor der Applikationsebene sich dem niemand entziehen kann.
Ich würde die Frage gerne noch erweitern, weil es gibt einen Bereich, in dem das ja schon so ist.
Das sind halt Mobiltelefone.
Und ich war irgendwie vor ein paar Jahren, ich weiß nicht, ob das noch so ist, in Österreich und habe dann irgendwie, habe damals noch eine SIM-Karte gekauft und habe dann überrascht festgestellt, dass ich die einfach nutzen kann, ohne dass ich mich registrieren muss, während das halt in Deutschland damals schon so war.
dass man sich auch für Prepaid-SIMs registrieren muss.
Das heißt, es gibt tatsächlich, also damals zumindest gab es unterschiedliche Standards.
Und letztendlich ist es eben ja tatsächlich so, dass ich ja beim Telefon über einen Internetzugang, über einen mobilen Internetzugang spreche, beziehungsweise über Telefonzugang.
Also wie stehst du dazu, dass diese Sachen eben nicht anonym mehr möglich sind oder möglich sein sollen?
Es ist im Grunde dasselbe wie mit allgemein mit Überwachung.
Also die Frage ist halt, wie sehr möchtest du die Rechte und Freiheiten von Menschen einschränken?
Und da gibt es eine hervorragende Studie, die kann man auch immer noch hervorragend lesen, und zwar von einem, kannst du auch verlinken, Steinmüller, heißt der Autor, Steinmüller et al.
von 1971.
Und da war damals eine Anfrage an die Bundesregierung, wie das denn aussieht, wenn mehr EDV in die Verwaltung genutzt wird, inwieweit man da das Thema Datenschutz nochmal neu angucken müsste.
Und diese Studie, wie gesagt, kann man immer noch lesen, weil sie gut geschrieben ist und ganz, ganz, ganz viele grundlegende Sachen aufwirft.
Und Steinmüller schreibt, wir können uns nie darauf verlassen, dass politische Verhältnisse stabil sind.
Und das ist jetzt gerade wieder ein ganz, ganz aktuelles Thema, wenn man so in verschiedene Bundesländer schaut und die Landtagswahlen, die da bevorstehen und wie die Antidemokraten da jetzt nach Wahlumfragen irgendwie dastehen.
Und parallel dazu wird in Sachsen zum Beispiel das Polizeigesetz geändert.
Es wird mehr ausgebaut, die Überwachung mit KI-gesteuerten Kameras, die dann...
das Verhalten von Menschen analysieren und so weiter.
Palantir wird eingekauft und das passiert alles parallel dazu zu solchen Umfragen zum Thema Wahlergebnis.
Also die ganze Infrastruktur von Überwachung, Unterdrückung, Diskriminierung, Hass im Grunde.
wird jetzt ausgebaut, während die politischen Verhältnisse aktuell so aussehen.
Und das kann ich einfach nicht verstehen.
Also ja, ich kann es auch nicht verstehen und würde dem halt voll zustimmen.
Der Jojo hat da noch ein paar, also stimmt uns glaube ich auch zu, und ich hatte irgendwie geschrieben, ich habe da Vollhorrorszenarien vor, das fühlt sich irgendwie falsch an.
Das ist irgendwie, also würde ich unterstreichen, ganz deutlich.
Da geht dann halt weiter, wie sehr bzw.
tief darf die EU in die Privatsphäre der Bürger eingreifen.
Das ist, glaube ich, das, was wir auch diskutiert haben.
Und dann irgendwie, das nimmt ausnahm Maße an, die über das Normale hinausgehen.
Also ich sehe das sehr kritisch, weil damit auch viele Leute mundtot gemacht werden könnten, die Presse- oder Oppositionsarbeit leisten.
Und das ist, glaube ich.
Ja, dann überlegst du dir halt dreimal, ob du zum Beispiel demonstrieren gehst oder so.
Ich glaube, es gefunden zu haben und habe das halt irgendwie verlinkt, dieses Gutachten.
Das scheint irgendwie vom Bundestag gewesen zu sein.
Und finde ich halt spannend.
Das ist also älter als ich, das Gutachten.
Genau.
Lass uns, also wenn es für dich okay ist, würde ich halt weitergehen zu diesem Thema mit der digitalen Souveränität.
Und du, also von deinem Tätigkeitsbereich, Scheinst du halt auch irgendwie Dinge zu tun, gerade so in der öffentlichen Verwaltung.
Und da ist halt für mich die Frage, du kritisierst die Nutzung von Technologien von großen Tech-Konzernen in der Verwaltung.
Warum denn eigentlich?
Und ich meine, die sind ja irgendwie führend, nicht?
Also irgendwie Microsoft, Google oder so bieten halt Dinge an und solche, also sowas wie zum Beispiel die Office Suite von Microsoft ist eben.
eher ein fundamentales Bestandteil von ganz vielen IT-Systemen.
Wie kann ich denn da überhaupt wegkommen?
Beziehungsweise das bedeutet ja auch, dass die vielleicht tatsächlich führend sind und eben einfach die beste Lösung sind.
Naja, also das kann man sicher sehr unterschiedlich betrachten.
Es gibt halt so ein paar Punkte, die muss man sich vor Augen führen.
Und das erste ist das Thema Cloud Act.
Der Cloud Act ist ein Teil der US-Fraktion, Rechtsprechung, der besagt, dass amerikanische Behörden auf die Clouds und Server von amerikanischen Unternehmen zugreifen dürfen.
Und das begrenzt das Thema eben nicht nur auf den amerikanischen Boden, sondern das ist ganz genau so in Europa, in Deutschland, Castro, Brauxel, wo auch immer diese Server stehen, darf die US-Regierung darauf zugreifen.
Und das bedeutet eben auch, dass alles dieses Souveränitätswashing, was Amazon betrieben hat und Microsoft Azure von wegen, ja, alles super souverän und so weiter, weil die Server stehen ja in Deutschland, das ist alles Quatsch.
Und das ist ein großes Problem, vor allem in der Verwaltung.
Wenn die amerikanische Regierung dann beispielsweise auf Verwaltungsdaten aus Deutschland zugreifen darf, ich habe mit Gesundheitsdaten zu tun in der Kassenärztlichen Vereinigung, das hat ja auch im Grunde auch was mit nationaler Sicherheit zu tun.
Wie viel du über die Einwohner von einem anderen Land weißt.
Was dann auch dazu kommt, sind natürlich die immens steigenden Lizenzkosten.
Die deutsche Verwaltung, die deutschen Verwaltungen haben, 2024 1,3 Milliarden Euro nur für die Abonnements bezahlt von den Betriebssystemen bzw.
von MS 365, während 96 Prozent der deutschen Verwaltung damals noch eben auf Microsoft lief.
Und das sind halt alles Dinge, die auch ein hohes Maß von Abhängigkeit ja im Grunde mit sich bringen.
Die Frage ist ja, wie stark, weil die Exit-Strategie, du hast eine Pfadabhängigkeit über Jahre und Jahrzehnte hinweg und alle deine Programme und so weiter laufen auf dieser Basis.
Und diese Pfadabhängigkeit führt dazu, dass du dieses Spielchen immer mitspielen musst.
Und die Frage ist eben, wie stark möchtest du dich abhängig machen?
Aber ein zentraler Machtfaktor eigentlich von Big Tech, also wo kommt es her und so weiter, das habe ich in meinem letzten Buch beschrieben, Der goldene Käfig, das Digitalkapitalismus.
Und zwar habe ich da einen anderen Machtfaktor.
Begriff verwendet als sonst.
Macht wird ja häufig so dargestellt, dass man Gewalt ausübt auf andere Menschen beispielsweise und die zwingt, irgendwas Bestimmtes zu machen.
Aber die Macht von Big Tech funktioniert anders und zwar über Suggestion und die Beschränkung von Alternativen.
Du nimmst den Leuten einfach den Spielraum weg und erzählst ihnen, dass es keine Alternativen gibt.
Und dafür brauchst du keine Gewalt oder sowas, sondern du begrenzt einfach nur still und heimlich den Spielraum.
Und das wird eben verpackt mit so einem zentralen Narrativ, was Big Tech dir gerne erzählt, dass es keine Alternativen gibt.
Und für dieses Narrativ braucht es halt dann auch zwei Gruppen.
Es braucht eben die Leute, die das Narrativ erzählen, aber es braucht eben auch sehr, sehr, sehr viele Leute.
die diese Suggestion, dieses Narrativ eben auch übernehmen und glauben.
Was dann eigentlich bedeutet, dass halt meine Frage sozusagen das Problem ist, die hat irgendwie nicht postuliert, dass es eben keine Alternativen gibt und damit bin ich sozusagen reingefallen und ich glaube, ich muss das auch nochmal loswerden.
Also ich mache das jetzt hier gerade von einem Linux-Rechner aus und wir von Software-Hacktum-Stream achten ja auch darauf, dass wir halt wie soll ich sagen, die Möglichkeit bieten, genau, du hast ein Linux-T-Shirt, wir achten ja auch darauf, dass es die Möglichkeit gibt, unsere Sachen zu konsumieren, außerhalb von Big Tech.
Also es ist nicht nur so, dass wir YouTube haben, sondern wir haben eben auch YouTube, wo man das runterladen kann, im Fili-Wurst, wir haben...
den Podcast, der halt irgendwie bei podcaster.de gehostet wird, sodass man da irgendwie auch einfach stumpf durch den RSS-Feed und eben wie so ein kleines deutsches Unternehmen sich das halt irgendwie anhören kann.
Und für mich ist das eben auch tatsächlich wichtig, diese Alternativen halt irgendwie aufzubauen.
Obwohl eben natürlich der allergrößte Teil der Menschen das halt konsumiert über YouTube, zumindest das Video.
Bei Podcasts bin ich mir gar nicht so sicher.
Hier haben wir noch einen Kommentar, sozusagen ein bisschen zurückgegriffen auf dieses Chat-Kontroll-Thema.
Ich finde den aber tatsächlich irgendwie sehr passend und sehr spannend.
Also da sagt PhilScotty8309 bei YouTube, für uns gibt es die Chat-Kontrolle für die Politik, die Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes, also diese Asymmetrie, dass wir zwar sozusagen unsere Chats offenlegen dürfen, aber die Politik sich ja gleichzeitig das Recht herausnehmen will, eben uns die ja eigentlich der Souveränseit sind, als das Volk, das Reporting da sozusagen einzustellen.
Und das ist natürlich absurd.
Ich weiß nicht, ob du dazu noch was sagen wolltest.
Du setzt es, glaube ich, gerade an.
Ja, also ich spreche in dem Talk bei den IT-Tagen, spreche ich ja auch über den Zusammenhang mit Solidarität.
Und da gibt es ein altes Gedankenexperiment von einem US-amerikanischen Politikwissenschaftler, John Rawls hieß der, und das Thema nennt sich Schleier der Unwissenheit.
Die Frage dahinter ist, wie entsteht Solidarität?
Das macht jetzt eine kleine Runde, aber ich komme auf dieses Thema wieder zurück.
Und zwar, die Frage ist, in welcher Gesellschaft will ich leben?
Und dieses Gedankenexperiment funktioniert so, dass Menschen zusammentreffen, die nichts voneinander wissen.
Also nicht Hautfarbe, sind sie arm, sind sie reich, sind sie krank, sind sie gesund oder sonst irgendwie was.
Alle diese Sachen sind unbekannt.
Und dann fragt man jede dieser Personen, in welcher Gesellschaft möchtest du leben?
Und dann ist es eine ganz rationale Entscheidung zu sagen, ich möchte in einer möglichst fairen Gesellschaft leben, weil ich könnte hier aus dieser Gruppe der Kränkste sein, ich könnte der Ärmste sein.
Ja, das ist eine rein rationale Entscheidung.
Und so funktionieren auch unsere sozialen Sicherungssysteme.
Krankenkassen beispielsweise, die funktionieren auf Basis von Solidarität.
Leute, die gesünder sind, finanzieren Leute, die kränker sind.
Und da sind wir wieder beim Thema ethischer Umgang mit Daten.
Weil wenn du nämlich anfängst, solche Themen zu individualisieren, dann hast du ein riesiges Problem.
Dann fällt nämlich die Solidarität auf die Art und Weise weg.
Es gibt einen deutschen Soziologen, der heißt Christoph Kucklik und der schreibt, Information ist der Gärstoff der Differenz.
Das bedeutet, die Voraussetzung für Solidarität ist im Grunde Unwissenheit.
Und jetzt kommen wir zu diesem Kommentar, nämlich wir müssen im Grunde diesen Schleier tragen können.
Souveräne Bürgerinnen und Bürger.
Aber der Schleier legt sehr viel mehr auf Institutionen.
Und gerade dieses Thema mit der Informationsfreiheit, mit diesem Gesetz, das gekippt werden soll oder eingegrenzt werden soll, beschränkt werden soll, das macht im Grunde diesen Schleier gegenüber den Institutionen dichter.
Und das ist ein Problem.
Ich sollte vielleicht noch kurz erwähnen für Menschen, die das sozusagen nicht...
verfolgt haben, also dieses Informationsfreiheitsgesetz sagt halt im Prinzip, dass man als, ich hätte jetzt fast gesagt normalsterblicher, du weißt es wahrscheinlich genauer, eben Informationen bei öffentlichen Behörden nachfragen kann.
Es gibt diese Webseite Frag den Staat, die das auch sehr einfach umsetzbar macht, wo man also tatsächlich eben Fragen sozusagen durch die Webseite moderiert abgeben kann oder das hat eben dazu geführt.
dass verschiedene Skandale hochgekommen sind.
Also der Massenskandal von dem Herrn Spahn beispielsweise und etliche Sachen.
Ich hatte das Gefühl, praktisch alle, die in letzter Zeit irgendwie da waren.
Und es gibt eben bei Frag den Staat auch eine Unterschriftenaktion, die mittlerweile, glaube ich, eine halbe Million Unterschriften hat, mindestens, um dieses Informationsfreiheitsgesetz zu erhalten.
Und genau das.
Da kann man also mehr nachgucken.
Ich weiß nicht, ob du da noch was ergänzen kannst oder willst.
Nee, das ist im Grunde genau das Thema.
Es fällt dann wie immer der Zivilgesellschaft auf die Füße und ich freue mich sehr darüber, dass viele Themen fallen unter den Tisch, viele wichtige Themen fallen unter den Tisch in der Öffentlichkeit, um die man sich eigentlich kümmern müsste.
Aber in dem Fall, dass eine halbe Million Unterschriften zusammenkommen, finde ich wahnsinnig gut.
Ja, genau, das geht mir ganz genauso.
Ich würde trotzdem gerne nochmal sozusagen den Fokus komplett ändern.
Also wir haben ja eine starke ethische Diskussion und wir haben eine Diskussion, die sozusagen globalgalaktisch über die Gesellschaft spricht.
Wenn wir jetzt über, und das ist ja auch glaube ich irgendwie inhärent, gibt es denn auch einen Wettbewerbsvorteil durch sowas wie Datenschutz oder insbesondere digitale Souveränität?
Also gibt es sozusagen, wenn ich jetzt nur auf mein Geld achte, So wie die Wirtschaft das ja nun im allgemeinen aus nachvollziehbaren Gründen oft tut, gibt es dann noch Gründe, sich digital souverän zu verhalten?
Auf jeden Fall.
Und zwar, es geht um das Thema, die Metafrage, die über dem Thema Souveränität steht, ist ja eigentlich, wie abhängig kann ich mich machen?
Wie abhängig?
Oder wie abhängig muss ich mich machen?
Das ist ja eigentlich die Frage.
Wie abhängig muss ich mich machen?
Vorhin hatten wir das Thema, dass wir uns nicht darauf verlassen können, dass politische Verhältnisse dauerhaft bestehen.
Und so ganz genauso ist es eben auch von Anbietern, von Software und Hardware beispielsweise.
Und das Thema Open Source und So hat eben die Möglichkeit, dass du dich möglichst, also sehr, sehr viel geringer abhängig machen musst.
Die Exit-Strategie ist sehr viel einfacher.
Und wenn wir jetzt sehen, beispielsweise auch hier in Deutschland, in Schleswig-Holstein beispielsweise, da gibt es ja jetzt 30.000 Beschäftigte ungefähr, die LibreOffice nutzen und Nextcloud und Open Exchange und das soll auch auf Linux.
als Betriebssystem umgestellt werden.
Eine französische Gendarmerie hat 100.000 Arbeitsplätze, die schon seit Jahren auf Ubuntu laufen, also einer Linux-Distribution.
Also das stärkt die Souveränität einfach deswegen, weil du eine einfache Exit-Strategie hast.
Kurzfristig ist es natürlich so, weil es ist teuer.
Du kannst den Leuten die Software nicht vor die Füße Und deswegen hat zum Beispiel dieses Experiment mit Linux in der Münchner Verwaltung vor ein paar Jahren, hat deswegen nicht funktioniert, weil die halt von jetzt auf nachher den Stecker gezogen haben.
Und dass das nicht funktionieren kann, ist natürlich klar.
Das heißt, Schulungen und so weiter sind zentral.
Die österreichische Armee hat jetzt auch umgestellt auf LibreOffice und dieser Prozess hat fünf Jahre gedauert.
weil die das Thema einfach sehr grundlegend angegangen sind.
Stuhlungen sind absolut zentral und das macht die Sache natürlich kurzfristig, macht das teurer.
Das ist keine Frage.
Aber du brauchst einen längerfristigen Prozess.
Ich habe früher eine ganze Zeit lang Akzeptanzstudien von technologischen Innovationen durchgeführt und da hat sich immer wieder gezeigt, Akzeptanz und Vertrauen, jetzt in dem Fall alternativen Softwareanwendungen, baust du auf, indem du die Leute das anfassen lässt.
Und deswegen braucht es eben Schulungen und so weiter und Support und so eine ganze Weile.
Ja, und dann ist es erstmal teurer, aber längerfristig fährst du viel günstiger damit.
Und das hängt unter anderem auch damit zusammen, Ich bin ja im Thema Digitalisierung und Nachhaltigkeit und deswegen beschäftige ich mich auch mit solchen Themen wie Elektroschrott.
Und wir haben jedes Jahr ungefähr so 60 Millionen Tonnen Elektroschrott, den wir weltweit erzeugen.
Aber alleine durch die Umstellung auf Windows 11, weil Windows 11 so wahnsinnig blutig gecodet ist und wahnsinnige Ansprüche an Rechenleistung stellt.
kommen nochmal zusätzlich 120 Millionen Tonnen Elektroschrott mit dazu.
Nur durch die Umstellung dieses Betriebssystems.
Also, und wenn man sich Linux betrachtet, was wirklich echt schmal ist und was du auf den ältesten Kisten installieren kannst.
Ich stehe jetzt hier gerade vor einem Rechner, der ist zehn Jahre alt und läuft wie eine Eins.
Und es war natürlich nicht möglich, da Windows 11 drauf zu installieren.
Und ich habe halt die Reißleine dann gezogen.
Und bin jetzt seit anderthalb, zwei Jahren auf Linux und bin sehr froh damit und ich kann meinen Rechner wahnsinnig viel länger verwenden und brauche keinen neuen Rechner.
Das heißt, es sind auch Kosten, die eingespart werden können.
Wobei man noch hinzufügen muss, dass halt bei Windows 11 ja interessanterweise dieser Sicherheitschip der Killer war.
Das heißt, du konntest halt auch einen sehr Hardware...
Content-Rechner haben, auf dem es trotzdem nicht läuft, weil dieser, ich habe vergessen, was es ist, TPM oder TPU 2.0 oder so, eben nicht vorhanden ist, sodass du den dann eben auch nicht darauf updaten konntest.
Vielleicht noch kurz als Ergänzung, ich verlinke das auch nochmal in den Shownotes, es gibt halt zwei Episoden, eine Episode mit meinem Kollegen Lukas Domen, da geht es halt um die Sache mit dem Hyperscaler-Exit, also er hat ein Beispiel, er berichtet dort von Ein Projekt, wo ein Kunde von uns von AWS wegmigriert, also Amazon Web Services, Amazon Cloud wegmigriert zu einer einfachen Cloud, also zu einer Headstack Cloud.
Und das hat halt tatsächlich zum einen eine Reduktion der Kosten zur Folge.
Und das andere ist das, was du gerade sagtest, das System wird im Rahmen dessen so reduziert, dass es eben im Prinzip dann irgendwo laufen kann und eben dieser Lock-In-Effekt, der vorher bei AWS war, eliminiert ist, sodass es jetzt eben auch keinen Lock-In-Effekt gegenüber Hetzner Cloud gibt, sodass man es halt irgendwo importieren kann.
Das ist, glaube ich, eine gute Illustration für das, was du sagtest.
Und dann gab es noch die Episode mit dem Sven Müller von Synix, der auch über Software-Architektur und digitale Souveränität gesprochen hat und eben im Prinzip...
auch das, glaube ich, gesagt hat, was du gerade gesagt hast, man investiert halt in die Softwarearchitektur, baut ein System, ähnlich wie ich es vorhin beschrieben habe, in dem Fall von Lukas mit dem AWS wegmigrieren, das halt portabel ist sozusagen, also keinen Lockdown hat und hat dadurch einen wirtschaftlichen Vorteil, weil man eben nicht erpressbar ist.
Ich meine, mich zu erinnern, von einem Fall gehört zu haben, wo eben tatsächlich irgendein Softwarezulieferer einfach die Preise massiv erhöht hat.
Und das ist halt irgendwie nicht so cool, wenn man halt selber im Produkt abhängig ist davon.
Und das ist letztendlich dann ein wirtschaftlicher Grund, glaube ich, für digitale Souveränität.
Da ist noch ein Kommentar.
Also da steht halt, es wird ja oft Nutzerfreundlichkeit des Software-versus-Backtech-Konzern gelobt.
Ich würde da, glaube ich, erstmal eine persönliche Notiz loswerden.
Also ich bin tatsächlich von Windows runter auf Ubuntu.
Und ich finde es umgekehrt.
Also für mich ist die Benutzerfreundlichkeit von, also gut, ich bin vielleicht auch die Ausnahme, aber insgesamt finde ich die Benutzerfreundlichkeit von Ubuntu angenehmer, weil alles eher aus einem Guss ist und weil ich nicht das Gefühl habe, dass sich verschiedene Software um meinen Bildschirmplatz streiten und halt versuchen, sich zu installieren, um dann mir irgendwelche Services anzubieten, die ich eigentlich nicht haben will.
Also, müsste man mal schauen, aber ich wäre nicht überrascht, wenn man da rauskommt, dass Linux tatsächlich benutzerfreundlich ist an einigen Stellen.
Also, es wird oft dieser Vorwand genannt, der Software- und Big-Tech-Konzerne und das als Vorwand genommen, um nicht umschleunig zu wollen.
Ich denke aber, wenn man die Gelder der öffentlichen Hand nach dem Motto Public Money, Public Code für die Weiterentwicklung von Open Source verwenden würde, könnten wir da schnell auf mindestens dem gleichen Level unterwegs sein, auf dem sich Microsoft und Co.
bewegt.
Man darf ja auch nicht vergessen, das sind Steuergelder, die dann beispielsweise nicht für Kindergärten, Schwimmbäder und so weiter eingesetzt werden.
Genau.
Und da ist für mich, du hattest von dem österreichischen Bundesheer gesprochen, ich habe halt irgendwann mal in der Bahn längere Zeit mit jemandem von der Bundeswehr gesprochen, von der deutschen Bundeswehr.
Und ich kriege sozusagen dieses Bild halt nicht aus dem Kopf.
Also es ist ja tatsächlich so, dass Bundeswehrsoldaten auf Gründern waren, aufgrund der Spannung.
Und, also ich nehme mal an, die haben Laptops mitgehabt und ich bin sehr sicher, dass diese Laptops halt mit amerikanischen Chips und amerikanischem Betriebssystem verbunden, na, versehen sind.
Und wenn diese Soldaten jetzt tatsächlich sozusagen zum ernsthaften Einsatz gekommen wären, bin ich gespannt, was passiert wäre.
Es ist ja passiert sozusagen beim Internationalen Gerichtshof.
Da hat Microsoft, das ist nicht ganz klar, ob das eine direkte Weisung war oder vorauseilender Gehörsam, hat Microsoft ja dem internationalen Gerichtshof die Outlook-Konten gesperrt.
Und zwar deswegen, weil der internationale Gerichtshof unter anderem ein Haftbefehl für Benjamin Netanyahu und andere israelische Regierungsvertreter ausgesprochen hat.
Und das hat der amerikanischen Regierung nicht besonders gefallen.
Und dann musste der internationale Gerichtshof relativ schnell von Outlook umstellen auf, ich weiß nicht, Tutor oder Protonmail, eins von beiden.
Ja, ich denke halt auch, dass man nicht, wie soll ich sagen, Verschwörungstheoretiker sein muss, um halt da Risiken zu sehen.
Gut.
Wir sind so ein bisschen am Ende der Zeit.
Gibt es irgendetwas, was ich noch hätte fragen sollen?
Irgendwelche Dinge, die dir noch aufgefallen wären?
Irgendwelche Sachen, die du noch loswerden möchtest?
Naja, das war ja ein breiter Bogen.
Also man kann natürlich fragen, ich bin inspiriert, was kann man jetzt im Grunde tun?
Also ganz technisch erstmal ausprobieren.
Gerade bei Linux ist es ja ein eigenes Urteil bilden.
Gerade bei Linux ist es halt sehr cool, weil die meisten Distributionen, es gibt natürlich Distributionen, da bindet man sich die Schnürsenkel zusammen, also Arch oder sowas.
Das sind halt Sachen, das ist nur für eingefleischte Profis.
Linux Mint beispielsweise ist großartig und hat eigentlich so eine Art Windows-Oberfläche.
Da findet man sich wirklich sehr schnell zurecht.
Und zwar die meisten Distributionen kann man auf so einen USB-Stick brennen als Live-Installation und damit den Rechner hochfahren.
Und dann kann man das Thema erstmal ausprobieren, ohne dass sich an dem Rechner irgendwas ändert.
Wenn man wieder runterfährt und den USB-Stick zieht, ist der Rechner wie vorher, dass es...
eine Möglichkeit, die man auf jeden Fall hat.
Und ich finde es halt auch, das wollte ich noch ergänzen, was du vorhin gesagt hast, ich finde halt auch meine Umstellung auf Linux und so weiter ist halt so, dass ich auch das Gefühl habe, sehr viel mehr Kontrolle tatsächlich darüber zu haben, was mein Rechner macht und so weiter.
Windows 11, sind wir mal ehrlich, ist halt auch eine riesige Überwachungsmaschine.
Und man muss sich diesen ganzen Scheiß auf gut Deutsch nicht geben, sondern kann sehr viel mehr die Hand drüber halten und mehr Kontrolle ausüben.
Und das, finde ich, gibt mir ein gutes Gefühl.
Also zumindest.
Ich finde, das hast du sehr gut auf den Punkt gebracht.
Das ist, glaube ich, auch so ein bisschen meine Motivation.
Ich hatte das Gefühl, dass ich halt sozusagen gegen Teile meines Rechners kämpfe und das muss halt in mir nicht sein.
Und ich möchte in dem, weil du jetzt sehr stark auf Linux sozusagen abhebst, ich möchte berichten von einem, ich glaube, Erfolg.
Also ich habe es tatsächlich geschafft, dass es halt ein paar Gruppen gibt, die sich halt auf Signal organisieren, statt eben auf WhatsApp.
Und wobei ich halt die ganze Zeit denke, also auch zu deinem Privascore-Thema, Da kam dann halt irgendjemand und hat eine Nachricht geschrieben im Sinne von WhatsApp Signal, was soll das?
Die sind sowieso alle irgendwie ähnlich.
Also ich glaube tatsächlich, dass da der implizite Vorwurf haltbar war, dass eben Signal genauso mit den Daten umgeht wie irgendwie WhatsApp.
Und dann habe ich halt irgendwie so einen Absatz geschrieben, also Signal ist halt eine Foundation, das heißt also es ist, ich weiß nicht, ob es gemeinnützig ist, aber es ist eben.
ein offenes Ding, was halt irgendwie versucht, Privatsphäre halt zu stärken.
Es gibt ja auch irgendwie die Geschichte, dass der, wie hieß der Mensch noch, der das bei der NSA aufgedeckt hat?
Ich komme gar nicht auf den Namen.
Ja, dass Snowden eben mal damit auch kommuniziert hat und so weiter und so weiter und dem gegenüber steht eben WhatsApp, die halt zum Metakonzern gehören und die halt davon leben, dass sie halt die Daten verkaufen und irgendwie hatte ich das Gefühl, also danach war die Diskussion irgendwie beendet, also ich hatte das Gefühl.
oder hoffe, dass das sozusagen überzeugend war.
Und ich glaube, da auch eine Wissenslücke geschlossen zu haben.
Also ich weiß nicht, ob das, für mich war so ein bisschen das Learning nicht Dinge, von denen wir vielleicht glauben, dass sie halt allgemein gut sind und halt selbstverständlich sind, eben nicht so klar.
Und das ist mir da irgendwie klar geworden, dass jemand ernsthaft sagt, Sieglen ist dasselbe wie WhatsApp, ist, wenn man sozusagen in der In-Group ist, so eine Aussage, die halt ganz komisch ist, aber nicht, so ist eben der Wissensstand und da müssen die Leute halt abgeholt werden.
Sicherheit ist blöderweise ist halt nicht barrierefrei.
Ich merke das halt auch, ich nutze seit mehreren Jahren jetzt in der Zwischenzeit statt Android GraphenOS, was halt so ein sehr sicheres, geschlossenes Betriebssystem ist und das macht halt manche Sachen einfach ein bisschen aufwendiger.
Bei Signal ist es so ein bisschen so eine zweischneidige Angelegenheit.
Das ist natürlich super, um die Leute abzuholen, weil Signal von der Oberfläche her wirklich sehr ähnlich wie WhatsApp funktioniert.
Signal nutzt und da stehen die auch offen dazu, blöderweise amerikanische Infrastruktur und sehen das auch als Problem an.
Das ist ein schwieriges Thema, aber sie sammeln halt zum Beispiel deutlich weniger Daten.
Das heißt, auch wenn das FBI beispielsweise anfragt, habe ich in meinem Buch, das ist so ein Dokument geleakt, das das FBI halt bei verschiedenen Messengern angefragt hat nach Nutzerdaten.
Und der Vorteil bei Signal ist eben, dass halt sehr wenig Daten tatsächlich gesammelt werden, sehr wenig Metadaten und so weiter.
Und dann kann das FBI halt auch sehr wenig damit anfangen.
Ich glaube, also ich erinnere irgendwas im Sinne von, die wissen halt, seit wann es den Account gibt und das war es.
Ich glaube, das ist sowas in dem Dreh.
Also gar keine Informationen über die Bildung.
Ja, ich glaube, das auf jeden Fall.
Und ich bin mir nicht sicher, ich glaube, wann die letzte Nutzung war oder sowas.
Aber also tatsächlich Dinge, wo du Schwierigkeiten hast, wo du noch sehr viel mehr zusätzliche Informationen brauchst, um da jemandem einen Strick draus drehen zu können.
Genau, so sind wir zum Beispiel nicht wissen, dass wir miteinander überhaupt über Signal kommuniziert haben.
Ja.
Achso, und in dem Zusammenhang vielleicht auch, weil du gerade über Grafino S gesprochen hast, also ich bin halt, ich muss gestehen, ich benutze ein iPhone, aber das ist für mich halt der Kompromiss nicht.
Also ich war früher auf dem Android-Phone und ich glaube, dass halt ein iPhone halt das bessere System ist in Bezug auf Privacy.
Aber ich...
Ich wage halt den Schritt Richtung Graphinen-OS nicht.
Also es ist halt irgendwie auch so eine Geschichte von, es gibt halt Verbesserungen und Verbesserungen bedeuten nicht unbedingt, dass man halt das Optimum erreichen muss.
Das wäre vielleicht noch ein Hinweis.
Wie kann man mit dir zusammenarbeiten?
Ja, man kann mich ansprechen.
Es gibt eine Webseite von mir, sylmann-foul.com, das ist sicher in den Shownotes.
Und ich gebe gerne Workshops und Vorträge an auch Schulen unter anderem.
Also öffentliche Institutionen können mich gerne ansprechen, weil da mein Herz dafür schlägt.
Und es muss nicht unbedingt um digitale Souveränität gehen, sondern es geht um, bei Lehrkräften beispielsweise vermittle ich einfache, niedrigschwellige, aber essentielle.
Tipps in Sachen Cybersicherheit, weil Lehrkräfte beispielsweise, also der Bildungssektor ist allgemein jetzt in der Zwischenzeit, wird sehr häufig angegriffen, weil der Bildungssektor in aller Regel sehr viele sensible Daten hat und in aller Regel sehr schlecht geschützt ist.
Und deswegen vermittle ich gerne grundlegende Schritte in Sachen Cybersicherheit, in Sachen Datenschutz und so weiter und das mache ich.
sehr gerne, auch an öffentliche Institutionen oder ich berate Unternehmen.
Das sind alles Themen, auf denen man mich ansprechen kann.
Sehr gerne.
Genau, vielen Dank.
Ich komme nicht umhin, glaube ich, noch eine Anekdote zu erzählen, weil du gerade von Schulen berichtet hast.
Also es begab sich, dass ich das Zeugnis meiner Tochter zugeschickt bekommen habe, per E-Mail.
Das Problem ist nur, ich habe gar keine Tochter.
Oh, spannend.
Nicht wahr?
Ja, will ihm auch sein.
Ja, vielen Dank nochmal, dass du dir Zeit vorhin hast.
Und wir sehen uns dann sicher auf den IT-Tagen.
Ja.
Und dann würde ich sagen, schönes Wochenende und bis dahin.
Vielen Dank.
Das wünsche ich auch.
Vielen Dank.
Hier ein Hinweis in eigener Sache.
Softwarearchitektur im Stream live vor Ort.
Wir sind bei den IT-Tagen im Dezember in Frankfurt mit dabei.
Mehr Infos dazu und spezielle Rabattcodes für unsere Community findest du auf unserer Website.
www.software-architektur.tv Sei dabei, stell Fragen und komm auch gerne auf uns zu.
