# AI Infrastructure Spending and Market Reallocation Trends

**Podcast:** Leben mit Aktien | Der Podcast für Anleger mit Weitblick
**Published:** 2026-07-15

## Transcript

Bevor es losgeht, dieser Podcast ist keine Anlageberatung, sondern dient lediglich der Information und Unterhaltung.
Die Hosts oder der Verlag übernehmen keine Haftung für Anlageentscheidungen, die sie aufgrund der im Podcast gehörten Informationen treffen.
Leben mit Aktien – ein Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche mit Christian Wirröl und Horst von Butler.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Leben mit Aktien, dem Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche.
Ich bin Horst von Butler.
Und ich bin Christian Wirröl.
Und wir befinden uns auf der Zielgeraden vor unserer kleinen Sommerpause.
Heute haben wir nochmal ein umfangreiches Programm, das wir auf zwei Folgen verteilen werden.
Also ganz schön Komplexität, die wir hier auch erstmal schaffen und dann reduzieren müssen, damit Sie, liebe Hörerinnen und die Behörer, uns nicht zu lange missen und vermissen.
bevor wir beide in unsere wohlverdienten Urlaube gehen.
Und ich grübele ja schon wieder, lieber Christian, welche Aktie ich dir in diesem Jahr mitbringe.
Ich bin in der Toskana und im Südtirol.
Zu einem Ferrari, weißt du, reicht es nicht.
Da müssen wir noch beide ein bisschen schaffen.
Vielleicht finde ich doch nochmal eine gute Pasta- oder Ölaktie.
Ja, das würde mich natürlich freuen, aber du kannst gerne auch was Industrielles mitbringen.
Also in Italien gibt es ja auch eine ganze Reihe Hidden Champions aus dem Mittelstand.
Es gibt ja auch eine Mittelstandsbeteiligungsholding dort, die Tamburi, die gerade ja einen großen Erfolg feiern kann, weil sie auch beteiligt ist an Bending Spoons, die ja...
in New York an die Börse gehen.
Tja, eine Flasche Olivenöl würde mich aber auch auf jeden Fall freuen.
Insbesondere seitdem ich versuche, weniger warm selber zu...
Essen würde sie wahrscheinlich länger halten als der KI- und Chip-Boom oder auch nicht.
Das ist jedenfalls die Frage, um die sich ja seit Monaten alles dreht und den Wasserstand unserer Depots entsprechend auch beeinflusst.
Und das kann man ja wirklich inzwischen im Tagestakt sehen.
Den einen Tag heißt es, KI-Sorgen drücken die Märkte und die Geopolitik ist auch wieder kritisch.
Den nächsten Tag heißt es...
Ja, am nächsten Tag läuft es aber wieder.
Dann heißt es, ach ja, jetzt ist alles wieder gut.
Der AI-Trade wird wieder neu befeuert und ewig grüßt das Murmeltier.
Ja, das wollen wir ein bisschen ordnen heute.
Die großen Fragen des Sommers anhand einiger Beispiele beleuchten.
Wir blicken nochmal auf Microsoft, haben nach dem Bowsenlisting des südkoreanischen Chip-Riesen SK Hynix in New York ein paar Zahlen und Fragen zu Südkorea.
Denn auch dieser Börsengang war eine Bonanza für die Banken, ähnlich wie schon SpaceX.
Apropos SpaceX, lieber Christian, wir haben etwas völlig Neues.
Du kannst es nicht sehen, du kannst es nicht hören, aber ich hoffe, es hält im Hintergrund.
Ich nehme das erste Mal mit einer Internetverbindung von Starlink auf.
Ich bin ja auf einem platten Land, wie du weißt.
Du hast mich hier ja auch schon mal besucht, in einem 60-Einwohner-Dorf.
Glasfaser ist hier zwar schon verlegt, aber nicht angeschlossen.
Und ich habe jetzt seit einigen Wochen Starlink.
Ich habe diese Schüssel da oben anstelliert.
Irgendwie hat sich da leider ein Wespennest direkt auf diese Schüssel gleich erstmal breit gemacht.
Aber ich nehme mit Starlink auf.
Ich hoffe, die Geschwindigkeit hält.
Kannst du mich verstehen oder verstehst du mich sogar noch besser?
Es ist wirklich großartig und wie du dann am Anfang sagtest, also du kannst es nicht sehen, dann dachte ich schon, naja, das ist jetzt wirklich so eine Ankündigung, die geht schon fast in die Richtung von Elon Musk.
Und wir hatten ja damals, als wir vor dem IPO von SpaceX über Starling sprachen, gesagt, die bringen das Internet in die entlegensten Winkel der Welt.
Da hattest du, glaube ich, Bahnhöfe in der Mongolei, Fischerboote im Pazifik genannt und jetzt können wir also auch die hessische...
Provinz zu unserer Liste dazufügen.
Wie schön.
Also es gibt Internet in Zukunft doch.
an jeder Milchkanne, dank Elon Musk.
Ja, frei nach Boris Becker, ich bin jetzt wieder drin und dran.
Ja, viele Themen, also du hast gesagt, die großen Themen des Sommers anhand einiger Beispiele.
Ich meine, und Südkorea ist ja auch deswegen interessant, ist ja so ein bisschen weit weg, aber die Schwankungen dort sind auch exemplarisch und dort wird über den Geist von 1997 schon wieder gesprochen.
Was das ist, klären wir gleich.
Und wir haben ein paar faule Eier im Gepäck, beziehungsweise ein kurioses Eierkartell mit börsennotierten Unternehmen.
Was auch so ein kleines Lehrstück über die Affordability-Crisis ist.
Und wir müssen aber noch einmal zurückkommen zu SpaceX.
Denn da wurde ja zum Zeitpunkt des Börsengangs viel darüber gesprochen, was denn die Einbeziehung in die Indizes für einen Market Squeeze auslösen könnte.
Welche Verwerfungen dadurch entstehen würden.
Wie sehr das Ganze den Hype befeuern würde.
Und wir haben ja diese ganzen Befürchtungen.
deutlich runtergekühlt schon im Vorfeld.
Und wir müssen jetzt sagen, wir hatten auch recht damit.
Inzwischen ist SpaceX ja sogar im Nasdaq 100 drin.
Also jetzt in allen relevanten Indizes enthalten, in denen die Aktie in absehbarer Zeit auch reinkommen könnte.
Und was haben wir gesehen?
Ja eben kein Squeeze, sondern ganz im Gegenteil, der Kurs ist sogar ab.
Und die Aktie nimmt jetzt tatsächlich Kurs auf den Emissionspreis.
Ja, spannend also.
Genug der Vorrede, legen wir los.
Christian, du hattest über diesen Börsengang so schön gesprochen mit dem Satz, wenn es Brei regnet, hält man den Löffel raus.
Also Eska Hinnix ist nochmal an der Nasdaq in New York an die Börse gegangen.
Ist gut gelaufen, der Börsenstart.
Zunächst erstmal war mehrfach überzeichnet.
Börsenkurs ist am Anfang stark geklettert, um 20 Prozent über dem Ausgabepreis von 149 Dollar, hat es dann wieder nachgegeben.
Und im Moment rappelt es so ein bisschen, man sieht da so ein paar Umschichtungen irgendwie aus Südkorea an die Nasdaq und wir wollen das mal so ein bisschen sortieren.
Bevor wir aber über das Unternehmen sprechen, über die Chips, es war ja ein großes Fest vor allem.
Für die Banken wieder nicht, muss man sagen.
Also es war wirklich eine große Geldquelle, was wir schon bei SpaceX gesehen hatten, jetzt auch hier.
Ja, 26,5 Milliarden US-Dollar Volumen.
Das ist der größte Börsengang.
Wenn es nicht SpaceX geben würde, das ist auf jeden Fall der mit Abstand größte Sekundärmarkt-Deal.
Und der Gebührenpool für die Banken, die eine solche Aktienemission begleiten, der speist sich ja eben aus diesem Volumen.
Insgesamt, so schätzt man, könnten da 140 Millionen Dollar zur Verteilung anstehen.
0,5 Prozent des Emissionsvolumens sowie dann eine zusätzliche vom Unternehmen gezahlte erfolgsabhängige Vergütung.
Und dann gibt es immer auch noch so ein paar Fixfees.
Also es ist schon eine richtig lukrative Transaktion, selbst wenn SK Hainix wohl etwas besser verhandelt haben dürfte als Alibaba.
vor zwölf Jahren, als die 2014 ihren Börsengang an der Nasdaq gewagt haben.
25 Milliarden Dollar Volumen.
Da sollen die Banken gemäß D-Logic sogar 300 Millionen Dollar abgesandt haben.
Natürlich jetzt bei SpaceX war es nochmal ein bisschen mehr.
Da dürften es wohl insgesamt 500 Millionen Dollar gewesen sein.
Aber der Deal war ja auch mehr als D-Logic.
Doppelt so groß.
Also eigentlich nochmal eine Bestätigung dafür, dass dieser ganze AI-Boom eben nicht nur industrielle Profiteure hat, sondern auch die Profiteure im Geldgewerbe, nämlich die Arranger für diesen ganzen Transaktionen, die Investmentbanken bzw.
die Investmentbanking-Arme der Universalbanken.
Das ist ja nicht nur im Aktienbereich so, sondern wir sehen ja auch sehr viele Anleiheemissionen, bei denen es auch großzügige Provisionen gibt für die Strukturierung und vor allen Dingen die Platzierung.
Und das ist eigentlich auch schon mal ein ganz guter Prolog für die Quartalssaison, die ja jetzt mit den Ergebnissen der Großbanken beginnen wird.
Und alles andere als strahlende Zahlen im Investmentbanking wäre eine Riesenüberraschung.
Nach einer kurzen Unterbrechung geht es gleich weiter.
Bleiben Sie dran.
An der Börse zählt nicht nur die richtige Entscheidung, sondern auch, wie sie umgesetzt wird.
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Mehr auf Tradegate.direct Genau, die Zahlen werden wir im Einzelnen nicht mehr mitnehmen können, aber es wird schon mal geschätzt, dass es mit die höchsten Zahlen seit viereinhalb Jahren sein werden, eben getrieben von dem, was du gerade gesagt hast.
Und die fünf größten US-Investmentbanken, also JP Morgan Chase, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Bank of America und Citigroup.
werden laut Daten, die Bloomberg zusammengestellt hat von Analysten, im zweiten Quartal einen Anstieg ihrer Investmentbanking-Gebühren um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr melden.
Und damit würden sich die gesamten Gebühreneinnahmen auf gut 11 Milliarden Dollar belaufen.
Das ist der höchste Wert seit fünf Jahren.
Damals gab es ja auch diesen Höhepunkt des Investmentbanking-Zyklus.
Ja, und das Interessante ist, wenn Volatilität ist, über die wir hier sprechen, dann verdienen eben auch immer Menschen.
Sie verdienen an Emissionen, aber eben auch an Volatilität.
Boom der KI-Investitionen, sinkende Ölpreise, aber eben auch andere Geschäfte sorgen dafür, aber auch bei Banken in der zweiten Reihe, dass dort ordentlich die Kasse klingelt.
Also schauen wir mal, ich bin gespannt auf die Zahlen.
Das wird sich auf jeden Fall in starken Bankenbilanzen auch niederschlagen.
Ja, insbesondere, weil ja eins noch hinzukommt.
Nicht nur das Investmentbanking läuft, sondern...
Eigentlich auch das Zinsmarge-Geschäft müsste gut laufen.
Und wir haben momentan eigentlich für amerikanische Banken mit starkem Investmentbanking-Arm die beste aller Welten.
Kapitalmärkte laufen, sind wirklich aufnahmefähig.
Es gibt eine ganze Reihe von Deals.
Es gibt einiges an Fusionen, Übernahmen und Spin-offs zu strukturieren.
Dazu haben wir eine wirtschaftliche Situation, die im ...
ob Konsumentengeschäft auch nicht wirklich jetzt eine höhere Risikovorsorge notwendig macht.
Also das muss man eigentlich schon fast genießen, diese Marktphase.
Und wenn man auf Kursentwicklungen schaut...
Egal, ob es jetzt JP Morgan ist oder ob es auch kleinere Banken sind.
Das sieht ganz gut aus.
Und insofern, ja, Financials gehören auch ins Depot, um solche Phasen mitzunehmen.
Man muss sie ja nicht unbedingt immer explizit nochmal einzeln beimischen, sondern man hat ja schon in einem Weltportfolio einen sehr ordentlichen Finanzmarkt.
Das ist der zweitstärkste Sektor nach dem ganzen Techkomplex.
Und wenn man ja dann beispielsweise auch noch einen Dividenden-ETF beigemischt hat, dann hat man sowieso noch immer zusätzlich Finanzen.
Denn die meisten Dividenden-ETFs haben zwischen 30 und 40 Prozent Finanzanteil.
Wobei das dann natürlich nicht nur Banken sind, da zählen genauso Versicherungen rein.
Werfen wir nochmal einen näheren Blick auf Südkorea, was ja so ein bisschen einer der Schauplätze dieses ganzen Chip-Booms ist, weil zwei Unternehmen symbolisch für diesen Chip-Boom stehen und die ganze Börse eben auch prägen.
Und das ist Samsung und Esker Hinnix, also diese beiden Unternehmen, KI-Chip-Hersteller.
Und deswegen ist der südkoreanische Aktienindex zum zweiten Mal in Folge einer der weltweit erfolgreichsten.
Also hat sich wirklich sehr stark entwickelt.
Und gleichzeitig wird dort über das Trauma oder den Geist von 1997 gesprochen.
Und das ist ganz interessant, was sich dahinter verbirgt.
Und das machen wir jetzt mal ein bisschen in der Geschichtsstunde.
Also, wir haben diese Kursrallye.
Der COSPI, der südkoreanische Aktienindex, ist seit Anfang des Jahres in der Spitze auf um das Dreifache gestiegen.
Angetrieben eben durch diese Chip-Hersteller.
Und in Seoul hat man gehofft, dass man, und wir haben mehrere Male darüber gesprochen, dass der Indexanbieter MSCI jetzt endlich Südkorea nicht mehr als Schwellenland einstuft, sondern als entwickelten Markt.
Da arbeiten die seit zehn Jahren dran.
Im vergangenen Monat hat MSCI jedoch erneut daran festgehalten und Südkorea als Schwellenmarkt eingestuft.
Haben als Begründung genannt, dass es weiterhin Hürden für ausländische Investoren gibt, unter anderem eben keinen vollständig frei handelbaren Offshore-Markt für den Won.
Und jetzt vor dem Hintergrund dieses Kampfes, dass die Koreaner sagen, wir wollen endlich, wir wollen da aufsteigen, werden jetzt über einige Reformen dort gesprochen, aber etwas anderes taucht noch auf, weil es gerade so stark schwankt.
Also da knallt so ein Index ja mal wirklich um neun oder zehn Prozent runter.
Es gab ja diese Asienkrise 1997 und da hat der Won innerhalb von zwei Monaten rund die Hälfte seines Wertes verloren.
Die Devisenreserven sind geschrumpft und es war wirklich so eine Finanzkrise in dem Land.
Und diese Turbulenzen brachten damals Südkorea an den Rand der Zahlungsunfähigkeit, haben die Auslandsschulden explodieren lassen und wirklich auch viele Insolvenzen ausgelöst.
Und dann musste damals der internationale Währungsfonds einspringen, wie in anderen Ländern auch in der Asienkrise, und ein Rettungspaket schnüren.
Und das hat tiefe Spuren einfach hinterlassen.
Wir wissen ja, diese Traumata in der Wirtschaft, die werden über Jahre und Jahrzehnte, sind ja auch noch wichtig.
Und das veranlasste damals die Regierung, diesen Devisenmarkt bis heute streng zu kontrollieren.
Handelszeiten wurden begrenzt, Abwicklung von Währungsgeschäften auf das Inland beschränkt und die Währungsreserven aufgebaut.
Und das ist einer der Gründe, warum MSCI sagt, ihr müsst da Reformen machen.
Ja, also das sind eben dann rein formale, rein strukturelle Gründe.
Der Zustand der Wirtschaft gibt es ja keinen Zweifel.
Südkorea ist technologisch mitführend in der Welt.
Es wird ja viel geschaut.
Natürlich auf Samsung und SK Hynix, die ja zusammen, das ändert sich so im Tagestakt, irgendwie zwischen 45 und 60 Prozent des MSCI Korea ausmachen.
Aber es gibt ja dann auch noch eine ganze Reihe anderer.
dort wie beispielsweise eine SK Square, eine Samsung Electromechanics, aber auch Hyundai als drittgrößten Automobilhersteller.
Es gibt einige sehr bedeutende Rüstungswerte für die gesamte asiatische Sicherheit.
Also insofern durchaus ein wirklich auch aktiver, breiter und tiefer Kapitalmarkt, der allerdings irgendwie nicht so zugänglich ist, wie das die Regularien von MSCI erfordern.
Und das heißt, wenn die Politik wirklich die Hochstufung durch MSCI als zentrales Ziel der aktuellen Legislaturperiode formuliert, dann müssen sie auch etwas dafür tun.
Und der Won ist nur ein Thema, was dabei eine Rolle spielt.
Ja, wird auch dort diskutiert, ganz interessant.
Einige sagen, wenn man hochgestuft wird in Südkorea, dann gibt es Schätzungen von BNB Paribas, die sagen, das würde 30 Milliarden Dollar zusätzlich nach Südkorea lenken können.
Andere Experten sagen, naja, im Moment macht Südkorea allein durch diesen Chip-Boom.
In der Spitze hat es rund ein Viertel im MSCI-Schwellenländerindex ausgemacht.
Im MSCI-Index, der ja viel größer ist, läge man nur bei 3%, wobei das immer noch mehr ist als Deutschland im Moment hat.
Also es wird stark diskutiert.
Viele sagen, naja, die Hochstufung hat auch ein symbolisches Problem.
Südkorea ist nicht nur eine entwickelte Volkswirtschaft, ist ja die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt.
Und von anderen, wie dem FTSE oder S&P Dow Jones, wird es auch als entwickelter Markt eingeschuft.
Also ganz interessant finde ich, was man hier lernen kann an Südkorea.
Das eine ist die Abbildung in Indizes und welche Folgen es auch hat.
Und das andere ist, wie stark doch einige große Unternehmen eben diesen Boom dort treiben, dass der allein durch diese beiden Unternehmen, aber auch durch diesen Anstieg des Cosbys, ist der Börsenwert des südkoreanischen Aktienmarktes auf 4,4 Billionen Dollar angestiegen.
Und damit ist er allein statistisch kurzfristig auch zum achtgrößten Aktienmarkt der Welt geworden, vor Deutschland und Frankreich.
Also ein irrer Boom, der, finde ich, so ein Spiegel dieses Chip-Booms ist.
Das kann nämlich alles zusammensacken, das ist nicht nachhaltig so und das ist das Interessante eigentlich.
Ja, also du hast gesagt, ein irrer Boom, das würde ich unterschreiben.
Spiegelbild des Chip-Booms, naja, also der Chip-Boom hat eine realwirtschaftliche Rückkopplung.
Wenn man jetzt einfach mal die aktuellen Gewinne nimmt von einer Samsung und von einer SK Hynix, dann haben wir ja da keine Bubble-Bewertungen.
Wir können darüber diskutieren, haben wir auch vor einigen Wochen schon mal gehabt, das Thema, ob wir hier eine Gewinnerwartungsblase haben.
Nämlich, dass die Gewinne eben doch nicht so nachhaltig sind und dann wären die niedrigen Kursgewinnverhältnisse, die hier gezahlt werden, ja auch eigentlich berechtigt.
Aber warum ist das Ganze ein Irrerboom?
Das stellst du dann fest, wenn du wirklich mal Börsennachrichten aus Südkorea, zum Beispiel über Twitter, dir anschaust.
und feststellst, wie aberwitzig dort gezockt wird.
Also die SK Hinnix, die schwankt ja schon ordentlich.
Am Tag des Börsengangs an der Nasdaq 20% plus, am folgenden Montag im koreanischen Handel dann 10% minus.
Das ist völlig irre, allein schon.
Aber das reicht ja insbesondere den Privatanlegern in Südkorea noch nicht, sondern das wird dann auch noch...
Und wenn du dir anschaust, wie hoch das Volumen in diesen gehebelten ETFs alleine schon lokal ist und immer bedenkst.
dass ja da dann, je nachdem wie sie gehebelt sind, das Zweifache oder das Dreifache des Notional, des Nominalwertes mit drin hängt, dann sind das natürlich irre Schwankungen, die durch diese Produkte verstärkt werden.
Dann gibt es ja in den USA sowas wie den Roundhill Memory ETF, der in kürzester Zeit, in wenigen Wochen 25 Milliarden Dollar Assets under Management erreicht hat, wo diese Chipwerte auch entsprechend vertreten sind.
gibt es entsprechend darauf wieder Leverage-Produkte.
Und daran siehst du, dass diese Schwankungen einfach unglaublich verstärkt werden durch die Hebel und durch diese Leveraged ETFs.
Und das ist auch nichts, was jetzt einen Markt sonderlich reif erscheinen lässt.
Und es ist sicherlich mit Blick auf die...
gesamte Strategie, Südkorea in den MSCI World zu kriegen, auch nicht positiv, was da vor sich geht.
Da wackelt vielfach also wirklich der Schwanz mit dem Hund.
Und es kommt noch ein anderes Thema hinzu, wenn wir über Won und über Spekulationen reden, alles fein.
Aber wir haben ja auch noch die Sache, dass Unternehmen in Südkorea sich vielfach selbst gehören.
Durch diese Überkreuzbeteiligung und Verflechtungen, Ausgründungen von Konzernen, die dann wieder teilweise integriert werden.
Das ist so ein bisschen was wie diese Deutschland AG.
Das ist dann hier die Korea Inc.
Nur viel stärker verflochten.
auch vielfach zum Nachteil von Minderheitsaktionären.
Und das ist natürlich dann auch ein Problem.
Da müssen diese Trusts, diese sogenannten Schebolts aufgebrochen werden, was eine sehr, sehr titanische Herausforderung ist.
Also schauen wir auf diese Reform, ob die Rechte von Aktionären gestärkt werden, ob der Zugang für ausländische Investoren erleichtert wird.
Und ob sie wirklich den Mut haben, den Devisenmarkt vollständig zu liberalisieren.
Warum ist das eigentlich alles interessant?
Christian, wir haben jetzt ja wirklich über Monate über diesen Chip-Boom gesprochen.
Und wir halten nochmal fest, ja, der ist ein bisschen irre, aber ist real, weil diese Chips werden verbaut.
Unterm Strich, wenn man den CEOs zuhört von diesen Unternehmen, die sagen, es wird alles teurer werden.
weil man hat eine Knappheit.
Also dieser klassische Schweinezyklus, den man von der Chipbranche kannt, der hat eine andere Amplitude bekommen und deswegen werden viele die Preise erhöhen.
Unter anderem hat Apple ja auch schon vorgelegt, weil Chips werden einfach knapp und teuer.
Ja, es wird alles teurer werden.
Die Inflation wird das widerspiegeln.
Das geht dann halt nicht einfach so Schlag auf Schlag wie beim Energiepreisanstieg nach den Militärschlägen gegen den Iran, sondern das sickert langsam ein und ist dann genau die Art von Inflation, die am gefährlichsten ist.
Die Art von Inflation, über die der verstorbene langjährige Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl mal sagte, ist ein bisschen so wie Zahnpasta.
Wenn du einmal auf die Tube gedrückt hast und sie rauskommt, dann kriegst du sie nicht wieder rein.
Und das ist etwas, was wir erleben werden, worauf wir gefasst sein sollten.
Wogegen natürlich dann auch Wertentwicklung von Aktien in gewisser Hinsicht ein Hedge ist.
Insofern wohl dem der Chip-Hersteller im Portfolio hat.
Und dafür muss man ja jetzt nicht separat in Südkorea, separat in Taiwan investieren, sondern das hat man eben dann auch in einem Weltportfolio-Index.
Deswegen nicht von einem Indexanbieter sich abhängig zu machen, wie ist jetzt ein Land klassifiziert, sondern es ist eine Welt folglich auch ein Index, wo meiner Ansicht nach Industrieländer und Schwellenländer drin sein sollten.
Eine kleine Bemerkung zu dieser Wahnsinns-Performance, die wir in Südkorea jetzt sehen.
Ja, zwei Jahre in Folge.
Wohl bester Aktienmarkt der Welt.
Allerdings muss man auch sagen, davor hat sich sehr lange nichts getan.
Wenn du vor 15 Jahren den südkoreanischen Index als ETF in Euro gekauft hast, dann warst du auch im Sommer 2025 noch nahe der Nulllinie.
Erst dann...
hat dieser Schwung eingesetzt.
Jetzt bist du halt für die vergangenen 15 Jahre in Summe bei plus 300 Prozent.
Nur zum Vergleich, der S&P 500 hat derweil fast plus.
800 Prozent gemacht in Euro.
Ich vermute mal, die Leute, die immer gegen die Kapitalrente jetzt wettern, dass sie sich dann den südkoreanischen Index raussuchen, um zu zeigen, dass man an der Börse lange Zeit kein Geld verdient.
Ja, und wie riskant die Börse ist, wenn der südkoreanische Index jetzt mal wieder korrigiert, dann heißt das, dass er innerhalb von 20 Tagen vielleicht dann irgendwann 30 Prozent verloren hat.
Vielleicht schafft er das auch schon in fünf.
Vielleicht die große Abschlussfrage noch für diesen Sommer, Christian, die mir oft gestellt wurde und da interessiert mich deine Meinung.
Achtung, Wortspiel, soll man beim Thema Chips ein bisschen Chips vom Tisch nehmen?
Also du hast ja recht, ich bin da indirekt über große Indizes, aber manche haben auch überlegt, Mensch, sie haben jetzt vielleicht so einen Semiconductor-ETF, der ist sehr gut gelaufen.
Kann man natürlich immer mal, kann man nicht abschließend beantworten, muss jeder selbst entscheiden.
Sollte man sich vor allem vielleicht mal im Vorhinein überlegen, was man als Zielgewichtung für einen solchen ETF im Portfolio bereit ist zu tolerieren.
Wenn man anfängt, den zu besparen, kommt man irgendwann vielleicht auf 5% und dann...
Kommt da richtig Momentum rein und dann ist er jetzt vielleicht bei 10 oder bei 12 oder bei 15 Prozent, je nachdem, wie der Einstieg war.
Und vielleicht ist das dann doch ein bisschen viel.
Deswegen tendiere ich immer dazu, am Anfang, wenn ich irgendeine Position eingehe, schon festzulegen, was bin ich denn bereit maximal anzunehmen.
in Anführungszeichen, zu akzeptieren.
Und was mache ich, wenn dieser Klumpen erreicht wird?
Ich muss ja, wenn ich sage, okay, ich gehe ja initial mit 5% rein, es geht dann auf 10%, das ist meine Grenze.
Dann heißt das ja nicht, dass ich dann unbedingt auf 5% zurück muss oder alles verkaufen muss.
Aber ich kann ja einfach mal ein bisschen was wegnehmen, um einfach die Gefahr zu vermeiden, dass wir hier so einen Tannenbaum-Chart haben.
Oder dass ich halt einfach...
eine irrwitzige Volatilität im Portfolio habe und ein ganz guter Indikator dafür, ob die Position zu groß geworden ist, wenn man sich das vorher nicht überlegt hat.
Das ist auch einfach mal sich selbst zu reflektieren oder die Partnerin oder den Partner zu fragen, wie häufig gucke ich denn in die App und wie bin ich dann gelaunt?
Und wenn man feststellt, wenn die Chip-Stocks runtergehen, dann ist man abends irgendwie schlecht gelaunt und geht mit Kopfschmerzen ins Bett, dann weiß man, die Position ist zu groß.
Und das kann man natürlich auch übertragen.
Ich glaube, bei Rüstung kann man das Gleiche sagen.
Wenn man sehr oft auf seine Rheinmetall-Aktie guckt oder irgendwie an Defense-ETF, gilt das natürlich auch.
Also, das große Thema Chip wird uns auch nach der Sommerpause natürlich beschäftigen.
Machen wir hier erstmal ein...
Strich drunter und kommen auf das zweite große Thema.
Und zwar den KI-Boom, der ja eng damit zusammenhängt.
Und da wollen wir mal auf ein Unternehmen schauen, was davon sehr stark betroffen ist und auch versucht vorne mitzuspielen.
Eine Frage der Größe.
Seitdem wir über den KI-Boom sprechen, gibt es ja jede Menge Fragen und auch Skepsis.
Wer ist eigentlich der Angreifer?
Wer ist der Verteidiger?
Wer wird gewinnen?
Wer wird vielleicht untergehen?
Und manchmal ist es ja auch so, dass manche Unternehmen zugleich als Angreifer gesehen werden, aber auch in ihrem Kerngeschäft als bedroht.
Und dann mehrt sich natürlich auch die Skepsis.
Große Skepsis haben wir derzeit gegenüber OpenAI und den Wachstumsraten, weil irgendwie andere besser sind und auch aufgeholt haben.
Aber ein großer Gigant ist besonders von dieser Frage betroffen und zwar Microsoft.
Denn bei Microsoft stellt sich die Frage, ob es als Softwareunternehmen auch in seinem Geschäftsmodell im Kern disruptiert werden könnte durch den KI-Boom.
Und auf der zweiten Seite kann Microsoft eigentlich mithalten, weil irgendwie Copilot hat ja enttäuscht, nutzt keiner irgendwie so.
Erinnert mich ein bisschen an diese Bing, weißt du noch?
Diese Suchmaschine Bing, die sie mal gebaut haben.
Also irgendwie Claude ist vorne.
Claude ist ja so ein bisschen auch so...
Irgendwie finde ich der Manufaktur-Gintonic geworden irgendwie.
Also ist es schicklich, wie Klo zu benutzen.
Naja, und diese Partnerschaft mit OpenAI galt vor zwei Jahren ja noch als wegweisend.
Super, dass sie da diese Beteiligung gemacht hat, dass sie diese Überkreuzbeteiligung.
Microsoft galt als Vorreiter, gut positioniert.
Und dann gibt es natürlich jetzt auch Fragezeichen von vielen Investoren.
Die Verbindung zu OpenAI hat sich inzwischen...
Aber die Börse ist skeptisch.
Wenn man sich anschaut, auf Jahressicht ist die Aktie deutlich im Minus.
Sie kann von diesem allgemeinen Max-7-Boom nicht mehr mithalten, obwohl ja auch der KI-Boom den Markt deutlich nach oben getrieben hat.
Und Microsoft ist eigentlich eher niedrig bewertet.
Und gleichzeitig steigen die Investitionsausgaben.
Und wenn die explodieren, darüber hatten wir mehrfach gesprochen, dann hinterfragen das welche.
Und die Frage ist jetzt, was passiert mit dieser Microsoft-Aktie?
Und da würde ich gerne mal mit dir drüber sprechen, Christian Wall.
Dass Microsoft in Frage gestellt wird, ist ja nicht das erste Mal.
Also die mussten sich ja schon mehrfach neu erfinden.
Und die Frage ist, können sie das?
Und das ist eine sehr spannende Frage, die man an Microsoft sehr gut erklären kann, dieses Angreifer-Verteidigungsprinzip.
Ja, also Sie haben sich ja schon mal neu erfunden.
Damals, als dann Satya Nadella kam, da war das Cloud-Geschäft ein Game Changer.
Da waren Sie natürlich in einer anderen Situation.
Da war Microsoft eigentlich...
total langweilig geworden.
Sie hatten ihre Softwaregeschäfte, in denen sie einen großen Marktanteil hatten, in denen sie fett Geld verdient hatten.
Und man sah halt eigentlich keine Wachstumsfantasie mehr.
Sie hat sie bepreist wie eine Value-Aktie.
Sie haben ja dann auch Dividenden gezahlt.
Ich erinnere mich an Zeiten, wo es auf einer Microsoft jenseits von 3% Dividendenrendite gab.
Und dann hat Nadella das Unternehmen wieder wachgeküsst.
Das war aber natürlich aus dem Zahlenwerk heraus eine einfachere Situation als heute.
Denn wir haben ja uns in den letzten Jahren immer daran gewöhnt, dass wir Unternehmen wie Microsoft insbesondere nach dem Verhältnis zwischen Unternehmenswert und Free Cash Flow bewerten.
Also Free Cash Flow, das, was am Ende wirklich...
cashwirksam übrig bleibt und an die Aktionäre verteilt werden kann in Form von Aktienrückkäufen und in Form von Dividenden.
Und jetzt stehen wir plötzlich da und sagen, also Unternehmenswert wird tendenziell steigen, nicht weil jetzt der Kurs steigt, sondern weil auch eine Microsoft natürlich zusätzlich Mittel aufnimmt am Kapitalmarkt.
wenn parallel Free Cash Flow quasi nicht mehr vorhanden ist, weil alles das, was operativ an Cash reinkommt, gleich verbraten wird für CapEx.
Insofern ist völlig klar, man tut sich mit der Bewertung des Unternehmens schwer.
Wir haben hier eine entsprechende Zeitenwende und wie reagieren Märkte auf Zeitenwenden?
Sie preisen eine Risikoprämie ein.
Insofern sind die Minuszeichen, die wir beim Kurs sehen, absolut logisch.
Ja, und das Interessante ist ja auch, wir hatten ja gesagt, wenn die größten Käufer von Aktien ausfallen, weil sie das Geld in Rechenzentren stecken, ist das ja erstmal gut.
Wir hatten ja doch immer gefordert, weißt du noch, bei diesen Aktien und Käufern, da fehlt die Fantasie, die sollen wir investieren.
Aber damit fallen jetzt große Käufer einfach in den nächsten Jahren aus.
Das betrifft nicht nur Microsoft, das betrifft auch andere.
Das Interessante ist jetzt, Microsoft fühlt sich natürlich angegriffen.
Eines der großen Ereignisse in den vergangenen Monaten war ja das Modell von Anthropic Cowork.
ja so eine neue Generation von KI-Agenten für Büroaufgaben und Satya Nadella denkt ja darüber nach und der ist ja jemand, der gerne dann auch mal so einen Blog-Eintrag oder so einen Aufsatz verfasst und der hat jetzt wieder ein Essay geschrieben und er hat in diesem Essay gesagt, dass die KI-Anwendungen nur noch wenig mit der klassischen Unternehmenssoftware gemeinsam haben.
Statt so statische Werkzeuge werden sie sich laufend weiterentwickelt, immer leistungsfähiger, indem sie das aufnehmen, was Nadella so Arbeitsabläufe, Fachkenntnisse und Urteilskraft nennt, so der Mitarbeiter eines Unternehmens.
Das heißt, du hast nicht einfach ein Softwarepaket, was installiert wird, sondern es entwickelt sich fortlaufend weiter.
Das ist so seine These.
Und um das volle Potenzial von Software abzuschöpfen...
Das ist übrigens eine These, die sehr logisch klingt für den Hersteller von Software.
Ja, genau.
Da ist natürlich auch ein bisschen Pfeifen im Walde dabei.
Ja, natürlich.
Man muss das ja erst mal so referieren, was er da sagt.
Und das Interessante ist, wenn diese KI-Modelle trainiert werden, gibt es so diesen kontinuierlichen Lernkreislauf.
Und er sagt, damit entsteht eine völlig neue Software-Ebene.
die die Arbeit von KI-Modellen und Menschen koordiniert, um bessere Resultate zu erzielen.
Und Microsoft will da natürlich mitschleppen.
Und die bauen sich wieder mal um.
Sie haben eine eigene Geschäftseinheit, wollen sie jetzt aufbauen, mit 6000 Ingenieuren, die direkt bei Kunden vor Ort eingesetzt werden, um eben die Einführung von KI-Systemen zu unterstützen.
Und das ist ja interessant, weil Amazon macht ja das Gleiche mit AWS.
Die haben auch angekündigt, sogenannte Forward-Deployed-Engineers aufzubauen, also Spezialisten, die direkt beim Kunden arbeiten.
Die werden für IT-Dienstleistern, die werden quasi eine IBM.
Genau.
Das Interessante ist ja, und das wird auch SAP betreffen, du kannst ja nicht einfach irgendwie Systeme abknipsen, die du tief da integriert hast in dein Unternehmen und sagst nach dem Motto, ich mach das jetzt alles mit einer KI.
Kann man vielleicht machen, aber es hat ein Risiko.
Und was die natürlich sagen, wir wollen das vor Ort machen, wir bauen Service noch mehr aus.
Und Nadella hat dann auch eine Warnung an Microsofts Kunden gesagt.
Er hat gesagt, wenn Unternehmen nicht lernen, ihre eigenen KI-Modelle für interne Prozesse zu trainieren, werden die großen KI-Modelle der großen KI-Labore diese Aufgabe übernehmen.
Und dann hat man, Zitat, eine Welt, in der Unternehmen aller Branchen ihre Wertschöpfung an einige wenige Modelle abgeben, die alles verschlingen, was sie sehen.
Also man sieht in dieser Ambivalenz seines Essays, Sehr subtil formuliert er durchaus die Bedrohung, sagt aber auch, wir werden hier reagieren, wir werden uns nochmal neu erfinden und eben Spezialisten vor Ort aufbauen.
Und das finde ich eigentlich sehr interessant.
Microsoft hat eigentlich die technologischen Bausteine und dann Adjela haben sich schon mal neu erfunden.
Aber man wird jetzt nochmal auf die Quartalszahlen schauen.
Im Moment ist einfach diese Skepsis da und deswegen ist in diesem Börsenkurs nicht die Musik.
die in den anderen Tech-Giganten ist.
Und das bleibt spannend.
Ich finde, es bleibt trotzdem ein super Unternehmen.
Ich finde Nadella ein super Manager.
Ich traue dem viel zu.
Mir fehlt im Moment aber tatsächlich die Prognosefähigkeit, wirklich zu sagen, wie geht dieses Software-Rennen aus, weil das lastet ja auch auf dem Kurs von SAP zum Beispiel.
Ist ja nicht nur bei Microsoft betroffen.
Ja, also letztendlich hast du als Anleger mehrere Möglichkeiten.
Du kannst dir natürlich jetzt dezidiert eine Meinung versuchen zu bilden.
Ich glaube, 99 Prozent aller Menschen werden daran scheitern, weil es am Ende nur eine Schein-Conviction ist, weil man was vom einen oder vom anderen Experten nachbetet und ob das dann hinterher aufgeht.
Das wird man sehen.
Insofern die realistischen Möglichkeiten, die einfach bleiben sind, zu sagen, naja, du hast eine Microsoft sowieso in deinem Weltportfolio-Index.
Du hast sie vielleicht, wie ich, als eine von mehreren Technologieaktien drin.
Und du bist dir darüber im Klaren, dass dieser Game-Changer-KI auch dazu führen wird, dass von den heute größten Unternehmen in zehn Jahren eben nicht mehr alle in einer Position der Stärke sind.
Das war immer so.
Irgendeinen der Magnificent Seven, mindestens einen wird es treffen.
Vielleicht ist es Microsoft, die doch wieder Richtung Bodensatz gehen.
Vielleicht ist es aber dann doch auch Meta.
Alphabet war ja eigentlich auch vor anderthalb Jahren der große Abgesang da.
Jetzt ist es plötzlich ein KI-Vorreiter.
Das wird man sehen.
Man hat halt da entsprechende Diversifikation drin.
Oder man sagt sich speziell mit Blick auf die geringeren Kurse jetzt im Softwaresektor, man pickt sich 5, 6, 7 Softwareaktien raus, die man aus wahrscheinlich immer einer Leihensicht für aussichtsreich hält, langfristig und jetzt günstig bewertet.
Microsoft, SAP, sicherlich...
Im Auswahlkreis wäre dann auch eine Adobe, wäre eine Intuit und man macht einfach mal einen kleinen Sparplan auf diese Aktien, lässt es laufen.
dass wir vielleicht ein längeres Tal haben, aber dass zumindest bei ein, zwei dieser Unternehmen inzwischen eine krasse Fehlbewertung da ist und wir am Ende dann doch steigende Kurse wieder sehen, die dann auch die eine oder andere Lusche auffangen.
Aber man muss natürlich auch sagen, selbst wenn man sieben Unternehmen auswählt, was ja auch schon mal eine Stange ist, kann es auch sein, dass man sieben ausgewählt hat, die eher so mau.
Bis Mieslaufen.
Nach einer kurzen Unterbrechung geht es gleich weiter.
Bleiben Sie dran.
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Mehr auf Tradegate.direct Und das Interessante ist ja, wie der Kapitalmarkt draufschaut.
Ich erinnere noch, als es losging, weißt du noch, dass Alphabet als sehr große Verlierer angesehen wurde?
Also alle sagten, Google wird disruptiert, Google ist vorbei.
Und was hat sich Alphabet sozusagen das Spiel gedreht?
Und auch wenn Gemini jetzt nicht das Modell ist, was ganz vorne dran ist, wird Alphabet ja ganz anders gesehen an der Börse.
ja auch gezeigt hat, dass man eben nicht nur Getriebener ist, sondern auch Angreifer in dem Spiel.
Ja und was man sicherlich bei Microsoft aber auch noch dazu sagen muss, es geht hier nicht nur um Co-Pilot und OpenAI, sondern es geht einfach darum, auch dass Microsoft Datacenter Kapazitäten aufbaut.
Und auch wenn man selber dann nicht zu den Vorreitern von KI-Modellen und KI-Einsatz gehört, sofern KI insgesamt, als Thema weiter wächst und ich gehe wirklich davon aus, dann haben natürlich diese Data Center, dann hat diese Rechenkapazität auch einen entsprechenden Wert, den man dann wieder vermarkten kann.
An andere Unternehmen, die damit dann Modelle laufen lassen können, die vielleicht ein bisschen hipper sind.
Last Call.
Wir haben eine kleine, feine Aktiengeschichte entdeckt.
Spielt ein bisschen weit weg, aber ist eine Börsen-Story und man kann viel darüber lesen.
Wir haben ja sehr viel hier über die sogenannte Affordability-Crisis gesprochen in den USA, dass die Kosten explodiert sind.
Vor allem im Alltag spüren das viele Amerikaner und das spüren sie auch bei den Eiern.
Ja, und jetzt gibt es Vorwürfe von Preismanipulation.
Was ist passiert?
Also die Gründerfamilie des größten amerikanischen Eierproduzenten, Cal Maine, Die haben 320 Millionen Dollar durch den Verkauf ihrer Mehrheitsbeteiligung eingenommen.
Und das nur wenige Wochen, nachdem amerikanische Staatsanwälte dem Unternehmen und seinen Wettbewerbern vorgeworfen haben, über Jahre hinweg die Eierpreise künstlich in die Höhe getrieben zu haben.
Die Familie Adams, die Carl Main fast 70 Jahre lang besessen hat und geführt hat, hat ihre Mehrheit zu einem Zeitpunkt verkauft, als Eierpreise.
aber auch die Gewinne und der Aktienkurs historische Höchststände erreicht hatten.
Und die Staatsanwaltschaft sagt jetzt, dass CalMain mit zwei Konkurrenten die Kaufangebote und Handelsaktivitäten untereinander abgestimmt hätten, um den Preisindex zu beeinflussen.
Ja, die CalMain-Aktie ist krass gelaufen.
Sie stand im Juni 2022 bei 45 Dollar, ist sie in der Spitze auf über 115 Dollar gestiegen.
Und parallel, und das ist das politisch Brisante, sind die Eierpreise explodiert in den USA.
Also so ein Dutzend große Eier, Güteklasse A, waren in der Zeit damals auf 8,50 Dollar, das Vielfache des früheren Niveaus.
Und ja, sind schon wieder billiger geworden.
Aber ich finde das Interessante ist, man hat da so einen Eierhersteller, der Umsatz verdoppelt sich von 2,3 auf 4,3 Milliarden Euro, der Gewinn explodiert.
Und gleichzeitig streitet die Politik eben über zu teure Eier.
Und Eier waren ja so eines der Symbole auch in dieser Eierkrise.
Deswegen ist es eigentlich sehr pikant, dass jetzt die Staatsanwaltschaft da ermittelt, ob die sich diese mehrere Eierhersteller, also neben Calmayne ist das Hickmans Egg Ranch und Versova, ob die sich untereinander abgesprochen haben und ein kleines, faules Eierkartell gebildet haben.
Naja, also es gab natürlich ja einen realen Hintergrund dafür, dass die Eierpreise gestiegen sind.
Das war eben die Vogelgrippe.
Dadurch gab es eben diesen Angebotsengpass.
Aber es ist natürlich bei der Datenerhebung das Problem, gerade in den USA, wo das ja auch nicht immer alles so effizient läuft.
Was ist denn jetzt der durchschnittliche Eierpreis?
Und wenn es dann da so einen Informationsdienst wie Honor Barry gibt, dann kann ich mir schon ganz gut vorstellen, dass es möglich ist, den entsprechenden...
zu beeinflussen.
Und es hing ja auch entsprechend Geld dran.
Und inzwischen ist ja auch diese ganze Eierkrise in sich zusammengefallen.
Die Preise sind ja zeitweise sogar unter 2 Dollar fürs Dutzend gefallen.
Und der Kurs von CarMain ist ja dann auch abgesackt bis auf 75 Dollar.
Jetzt ist es inzwischen, interessanterweise, auch schon wieder gestiegen.
Wobei ich muss mir wirklich sagen, ich käme jetzt nicht auf die Idee, diese Aktie mir hineinzulegen.
Also für eine Eieraktie doch immerhin das 24-fache der nach vorne erwarteten Gewinne zu bezahlen, finde ich natürlich schon ein bisschen riskant.
Wobei auch da man wieder sieht, dass man also wirklich mit dem KGV doch vorsichtig sein soll, weil wenn man das KGV auf Basis der historischen Zahlen, die eben von dieser Eierkrise entscheidend beeinflusst waren.
und entsprechend hohe Gewinne ausgewiesen haben.
Wenn man es da berechnet, dann kommt man auf ein 6er KGV.
Das sieht dann aus wie ein Schnäppchen.
Deswegen, also auch für den Sommer jetzt, wenn wir längere Zeit dann bald nicht da sind, nochmal der Hinweis, Vorsicht mit dem KGV, immer einordnen, gerade auch auf der Zeitachse und immer in Einklang bringen, einerseits mit Wachstumsperspektiven und andererseits auch mit der Bilanzsituation.
Halten wir also fest und natürlich empfehlen wir jetzt nicht, irgendwie in amerikanische Eierproduzenten zu investieren.
Es ist bloß ein Leerschub darüber und naja, die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt, unter anderem geht es um eine SMS, die der eine CEO an den anderen geschickt hat mit den Worten, let it rip.
Naja, und dann gab es wohl jede Menge Kaufangebote und wie gesagt, Cal Maine und bei so weisen natürlich die Vorwürfe zurück, müssen wir der Vollständigkeit halber hier erwähnen.
Aber es gibt einen Vergleichsvorschlag, ganz interessant, dass sich Kermain, Versova und Hickmans verpflichten sollen, 53 Millionen Eier an Tafeln und sozusagen Lebensmittelverteiler zu spenden.
Also so kann man sich auch freikaufen.
Liebe Hörer, liebe Hörer, das war's für diese Folge.
Das war's ja für diese Woche auch.
Falls Sie schon im Urlaub sind, genießen Sie die Zeit.
Ich hoffe, Sie können ein bisschen abschalten.
Und falls Sie noch ein paar Wochen vor sich haben, halten Sie durch.
Bald geht es los mit den Sommerferien.
Machen Sie es gut und wir danken Ihnen.
für Ihre Treue und für Ihre Zeit.
Leben mit Aktien.
Ein Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche.
Nach einer kurzen Unterbrechung geht es gleich weiter.
Bleiben Sie dran.
Frühjahr 2024.
In Gaza herrscht Hunger.
Und ein Mann namens Mahmoud, der versorgt mit einer Suppenküche hunderte Familien.
Ich kontaktierte Chef Mahmoud, um mehr über seine Arbeit zu erfahren.
Doch dann traf ihn ein Geschoss aus dem Himmel.
Wer hat Mahmoud getötet?
Mein Name ist Yassin Moushamas und im Podcast Der Koch von Gaza suche ich Antworten.
Es geht um Terroristen, Geheimdienste, tragische Entscheidungen und die Zukunft des Krieges.
Der Koch von Gaza, ab sofort in ihrer Podcast-App und auf zeit.de slash koch.
