# AI Capital Shifts, Bank Profits, and Strategic Retail Models

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-15

## Transcript

Der Private-Equity-Gigant KKR glaubt, dass er 100 Milliarden Dollar in Sport investieren kann.
Wir checken, was dahinter steckt und ob man davon an der Börse profitieren kann.
Danach gibt's die Eigenmarke von Costco, die auch fast 100 Milliarden Dollar Umsatz macht.
Unfassbar.
Und davor gibt's natürlich, wie immer, die aktuellen News, vor allem mit Blick auf amerikanische Banken und den krassen Crash bei IBM.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Mittwoch, der 15.
Juli und das ist ohne Aktien wird schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, dem Broker, der auch noch einen der besten YouTube-Accounts in Deutschland zu Finanzthemen natürlich hat.
Da gibt es vor allem alle möglichen Insights zu verschiedenen Anlagefragen.
Letztens gab es zum Beispiel eine Folge zum Thema, wie man sein eigenes Depot im Alter entsparen kann.
Das ist auch für alle relevant, die fürs Alter anlegen.
Also gerne mal reinhören und reinschauen.
Link dazu ist in der Beschreibung.
Was ein Tag gestern an der Börse starten wir mit der krassesten Kursbewegung und die gab's bei IBM.
Die Aktie ist so stark gefallen, wie seit über 50 Jahren nicht mehr, nämlich um die 25%.
Und das an einem Tag, wo die Börsenstimmung insgesamt sogar ganz positiv war.
Hintergrund sind erstmal eine Gewinnwarnung und schwache Umsatzzahlen im letzten Quartal gewesen.
Was die Aktie aber vor allem getroffen hat, war die Begründung der Zahlen.
IBM hat nämlich schon damit gerechnet, dass sie durch den KI-Boom auf Kostenseite getroffen werden, dass also manche Komponenten wie die Speicherchips viel teurer werden.
Gleichzeitig gab es aber auch die These, dass IBM mehr Umsatz machen kann, zum Beispiel, weil Kunden fürs KI-Zeitalter aufrüsten und sich mehr rechenstarke Computer und Großrechner von IBM kaufen.
Genau das passiert aber nicht und der CEO meinte gestern, dass ihre Kunden ihre Budgets umschiften, aus Angst vor noch krasseren Kostenanstiegen bei Servern oder Speicherchips, investieren sie genau in diese Themen mehr Geld und sparen dafür bei allen anderen IT-Themen, das heißt auch bei den Großrechnern von IBM.
Und zum Beispiel auch bei den Softwareprodukten von IBM.
Und das erklärt auch, wieso gestern nicht nur IBM verloren hat, sondern auch viele andere klassische Softwareaktien wie SAP, ServiceNow und so weiter.
Großer Profiteur von den Aussagen wiederum sind natürlich die ganzen KI-Firmen, zu denen sich die Budgets hinverschieben.
Entsprechend war die Stimmung da gestern auch wieder sehr gut.
Broadcom, Samsung, Micron, aber auch Dell, die ja KI-Server bauen, haben alle deutlich zugelegt.
Bei Samsung kam dazu noch, dass es da jetzt auch Gerüchte gibt, dass sie eventuell genau wie Eski Hynix in den USA an die Börse gehen könnten.
Wer gestern auch vom KI-Boom profitiert hat, waren viele Banken in den USA, beziehungsweise haben gestern Goldman Sachs, JP Morgan, die Citigroup und die Bank of America ihre Zahlen fürs letzte Quartal vorgelegt.
Und da hat man gesehen, dass die wirklich krass vom aktuellen Börsenumfeld profitieren, das ja eben vor allem von KI-Aktien dominiert wird.
Jamie Dimon von JP Morgan meinte sogar, dass es gerade so gut läuft, wie es eigentlich nur laufen kann, nur weiß man eben nicht, wie lange das so sein wird.
In Zahlen heißt das, dass JP Morgan letztes Quartal einfach mal einen Nachsteuergewinn, also Nachsteuern von 21 Milliarden Dollar gemacht hat.
So viel hat noch nie eine Bank in den USA verdient.
Getrieben wurde das einerseits vom Investmentbanking und den vielen großen Deals wie dem SpaceX-Börsengang, noch stärker gewachsen ist aber bei JP Morgan und auch bei den anderen großen Banken der Umsatz im Aktienhandel, bei Goldman und der Bank of America ist er über 70% gewachsen, bei JP Morgan sogar fast 90%.
Und noch ganz spannend neben den Zahlen, JP Morgan meinte, dass sie mittlerweile in manchen Positionen durch künstliche Intelligenz 40% der Stellen gestrichen haben, aber Mitarbeiter dann oft in andere Stellen verlagern.
Richtig stark zugelegt hat nach den krassen Zahlen übrigens nur Goldman.
Das liegt vor allem daran, dass die ja komplett auf Trading und Investmentbanking fokussiert sind und nicht auch das große klassische Bankenbusiness haben, das natürlich deutlich langsamer wächst.
Außerdem muss man generell sagen, dass Investoren einfach schon sehr gute Zahlen bei allen Banken erwartet haben.
Und übrigens merkt man die starken Zahlen und damit auch die Boni bei den Bankern, vielleicht auch im Luxusmarkt so langsam.
Zumindest gab es gestern Zahlen vom Luxusuhrenhändler.
Watches of Switzerland zum letzten Geschäftsjahr und da ist der Umsatz vor allem in den USA über 20% gestiegen.
Die Aktie hat darauf übrigens auch nicht so stark reagiert, aber die ist dieses Jahr auch schon 60% im Plus.
Alles andere als ein Plus von 60% gab es mal wieder bei uns in Hamburg leider.
Der Wirkstoff-Forschungsgigant Evotec ist ja schon seit Jahren in der Krise wegen schwacher Nachfrage und diversen anderen Problemen.
Und sie kommen einfach nicht aus der Krise raus.
Gestern haben sie schon wieder die Umsatzprognose gesenkt und die Aktie ist über 20% gefallen, auf den tiefsten Stand seit 10 Jahren.
Lichtblick ist, dass das Management nur davon spricht, dass sich manche Projekte nach hinten verschoben haben.
Die Umsätze sind also nicht weg.
Aber die Börse glaubt ihnen die Story nicht so ganz und das ist auch nachvollziehbar, nachdem sie jetzt jahrelang solche Probleme hatten.
Sehr viel richtig gelaufen ist im Gegensatz zu Evotech in den letzten Jahren bei Siemens Energy und deshalb geben die jetzt auf.
Genau gesagt gibt Siemens Energy seinen Namen auf und dazu muss man wissen, dass Siemens Energy ja vor ein paar Jahren von Siemens abgespaltet worden ist und seitdem zahlen sie einfach 1,2% vom Umsatz an Siemens, damit sie die Marke nutzen dürfen.
Allein im letzten Jahr waren das einfach 300 Millionen Euro, die sie nur für diese Marke gezahlt haben.
Siemens Energy denkt jetzt aber, dass sie auf eine neue Marke umstellen können, weil das Business gerade so boomt und sie auch als eigenständige Firma einfach ein sehr gutes Standing aufgebaut haben.
Dazu kostet so ein Rebranding natürlich Geld, aber wahrscheinlich weniger als die 300 Millionen, die da jedes Jahr fällig werden.
Wobei noch die Frage sein wird, wie gut sie aus dem bestehenden Vertrag rauskommen.
Der läuft nämlich eigentlich noch bis 2030.
Und übrigens habe ich noch gar nicht erwähnt, der neue Name von Siemens Energy soll dann Om Terra sein.
Und dann zum Abschluss noch ein paar News im Schnelldurchlauf.
Die Aktie von Delivery Hero hat gestern um die 6% zugelegt, weil Uber wohl schon in sehr fortgeschrittenen Verhandlungen ist und Delivery Hero eben bald kaufen könnte.
Dann hat Buffett mal wieder 6 Milliarden Dollar seiner Berkshire-Aktien an verschiedene Charities seiner Kinder und Familie gespendet, aber die Gates Foundation hat er ausgeschlossen.
Grund ist natürlich der Epstein-Skandal.
Außerdem kam raus, dass er in den nächsten acht Jahren seine kompletten Berkshire-Aktien an eben diese Charities spenden will.
Dann hat noch die Aktie von Biogen 7% verloren, weil es schwache Studiendaten zu einem wichtigen Alzheimer-Medikament gab und um die 7% zugelegt haben die Kollegen bei HarperGloid, die haben nämlich ihre Prognose für dieses Jahr angehoben.
Denn einerseits leidet Harpagloid unter Umwegen, die sie wegen dem Krieg im Iran fahren müssen, andererseits steigen die Frachtraten in solchen Zeiten, weil die Konkurrenz ja auch Umwege fahren muss und dadurch gibt es insgesamt einfach wenig freie Containerkapazität.
Unsere treuen Hörer wissen ja, dass Pascal der größte Sportfan bei unserem Team ist und heute hat er mal wieder eine Story ausgegraben, wie Sport auch an der Börse Sinn machen könnte.
Fußball ist in vielen Ländern Sportart Nummer 1, sportlich und kommerziell.
In den USA sieht es ein bisschen anders aus, was sich aber ändern könnte.
Und dabei spielt auch die Börse eine Rolle.
Schon sechs Wochen vor der WM hat der fast 90 Milliarden Dollar schwere Private Equity-Riese KKR verkündet, dass man bis zu 200 Millionen Dollar in die Nachwuchsliga der Major League Soccer investieren wird.
Die MLS Next Pro.
Um das Investment zu verstehen, muss man die Hintergründe des Sportsystems verstehen.
Anders als in Europa gibt es in den USA keinen Aufstieg und Abstieg.
Die MLS Next Pro ist wie gesagt eine Nachwuchsliga und KKR möchte an der Wertschöpfungskette mitverdienen.
KKR will Clubs nicht kaufen und teurer weiterverkaufen, sondern laufend mitverdienen.
Durch Fernsehverträge, Transfereinnahmen und Saisontickets gibt es im Sport ziemlich verlässliche Einnahmequellen.
Und das ist nicht das einzige Investment in Sport.
Anfang Mai hat KKR nämlich die Übernahme von Arctos Partners für 1,4 Milliarden Dollar abgeschlossen.
Arctos ist laut eigener Aussage die einzige Firma, die in allen fünf großen Sportligen der USA Anteil halten darf.
Arctos hält Minderheitsbeteiligung an mehr als 20 Teams.
Zum Beispiel bei den Buffalo Bills, Golden State Warriors, Los Angeles Dodgers und Paris Saint-Germain.
Trotzdem bringt Arctos nur rund 16 Milliarden Dollar an verwalteten Vermögen mit.
Bei insgesamt 758 Milliarden bei KKR ist das fast nichts.
KKR plant aber Großes mit den Sportinvestments, denn für private Investoren werden Investitionen in Sportteams immer interessanter.
Es gibt nur wenige Topteams auf der Welt und Sport wird immer mehr zum Gegenpol, zu KI.
Deshalb hat KKR-Co-CEO Scott Noddle im letzten Learning Score gesagt, dass die neue Sparte rund um Arctos auf 100 Milliarden Dollar an verwaltetem Vermögen wachsen soll.
Das wären dann mehr als 10 Prozent vom Gesamtbusiness, also sehr relevant.
Und das ist umso spannender, weil die Aktie von KKR seit Jahresanfang fast 25% verloren hat.
Denn KKR hat angekündigt, dass man den Gewinn für dieses Jahr nicht erreichen wird.
Das liegt unter anderem an zwei Dingen.
Nummer eins, es gibt die Sorgen, dass es eine Krise im Private Credit Business gibt.
Genauer gesagt im Direct Lending.
Also Kredite, die nicht Banken vergeben, sondern Private Equity Firmen.
Direkt an die Unternehmen.
Wegen der schwächelnden Wirtschaft und KI-Sorgen sollen mehr Firmen bei der Rückzahlung Probleme haben.
Was zu Grund Nummer zwei führt, KKR tut sich insgesamt wie sehr viele Private Equity Investoren schwer, seine Beteiligungen zu verkaufen, weil viele Käufer vorsichtig sind oder man gerade im Softwarebereich aktuell keine guten Preise kriegt.
Aber nur wenn sie verkaufen, kriegt KKR den Carry, also die Gewinnbeteiligung.
Scott Nuddle sagt, dass man bei KKR auf die Fundamentaldaten schauen soll, um die Gesundheit des Businesses zu sehen.
Das stimmt auch in gewisser Weise, denn KKR hat im ersten Quartal 28 Milliarden Dollar an neuen Geldern eingesammelt, Fast so viel wie im Schnitt der vier Quartale davor.
Dazu kommt, mehr als die Hälfte des Umsatzes macht KKR mit dem Versicherungsbusiness Global Atlantic.
Gut ein Viertel mit Managementgebühren der eigenen Fonds.
Und Direct Lending macht bei KKR nur rund 5% der Assets under Management aus.
Gibt's bei KKR also gerade eine gute Einstiegschance?
Mit einem erwarteten KGV von 15 liegt KKR knapp unter dem Fünfjahresschnitt von 18.
Konkurrenten wie EQT, Apollo oder Carly gibt's günstiger.
Nur Blackstone ist teurer.
Dafür ist KKR jetzt auch sportlich.
Und wenn dann bei den Transfers Investmentbanker entscheiden und nicht mehr Sportmanager, dann geht es dahin.
Der engste Partner von Warren Buffett, Charlie Munger, hat ja oft gesagt, dass Costco eins der besten Geschäftsmodelle ist, das er je gesehen hat.
Ein Grund dafür ist auch die Eigenmarke und die hat sich Timon heute nochmal genau angeschaut.
Kirkland Sparkling Energy Drink kostet im 24er Pack knapp 17 Dollar.
Der Energydrink Celsius ist mehr als doppelt so teuer.
Als Sparkling Energy im März bei Costco eingeführt wurde, ist die Celsius-Aktie am gleichen Tag fast 10% gefallen.
Noah hat schon vor ein paar Wochen erzählt, dass das für Celsius kein großes Risiko sein muss.
Was wir bisher aber noch nicht besprochen haben, ist, dass es mal wieder die Stärke von Kirkland zeigt.
Kirkland bzw.
Kirkland Signature ist Coscos Eigenmarke.
Und was bei der Energydrink-Dose passiert ist, passiert bei Kirkland in hunderten Kategorien.
Costco stellt die eigene, günstigere Version direkt neben die bekannte Marke und lässt die Kunden entscheiden.
2025 hat nur Kirkland rund 90 Milliarden Dollar Umsatz gemacht.
Damit macht die Eigenmarke von Costco einfach mal mehr Umsatz als Unilever, Mondelez und so gut wie alle anderen großen Konsumgüterkonzerne.
Und neben dem Umsatz sind auch die Margen spannend.
Costco deckelt die Marge der eigenen Kirkland-Produkte zwar bei 15%, weil sie alles möglichst günstig anbieten wollen, aber bei externen Produkten nimmt Costco immer nur 14% Aufschlag.
Die Eigenmarke bringt also mehr Marge.
Jetzt könnte man sich Sorgen machen, dass Costco damit die Marken verärgert, aber die sind auf Coscos fast 150 Millionen Mitglieder angewiesen.
Denn Coscos Regalplätze sind nochmal extra wertvoll, weil der Einzelhändler sich extra auf ein kleines Sortiment von knapp 4000 Artikeln beschränkt.
Je weniger Artikel pro Kategorie, desto mehr Stück verkauft Costco von jedem Einzelnen und desto mehr Verhandlungsmacht hat man gegenüber den Herstellern.
Außerdem muss so kaum Ware im Lager zwischengeparkt werden, sie geht direkt von der Palette ins Regal.
4000 Artikel klingt vielleicht trotzdem viel, aber zum Vergleich, Target hat knapp 100.000 Artikel.
Wenn Costco mit Kirkland, also in eine Produktgruppe, reingeht, dann gibt es meist nur einen weiteren Anbieter.
Und mittlerweile macht die Marke ein Drittel vom gesamten Costco-Umsatz aus.
Aber Umsatz ist auch gar nicht so entscheidend.
Costco verdient sein Geld ja hauptsächlich mit den Mitgliedsbeiträgen, die man zahlen muss, um überhaupt in den Filialen einkaufen zu dürfen.
Deshalb können sie die Preise für die Produkte auch so niedrig halten.
Und auch wenn Kirkland von der Größe mit vielen börsennotierten Konkurrenten mithalten könnte, kann man auch deshalb die Firma nicht wie ein eigenständiges Unternehmen bewerten.
Trotzdem ist der Umsatz von Kirkland schneller gewachsen als der Gesamtumsatz von Costco und wenn der Kirkland-Anteil im Sortiment immer weiter steigt, steigen auch die Margen.
Dazu sind die Eigenmarken oft so attraktiv, dass sie eben neue Mitglieder in die Läden bringen.
Analysten nennen Kirklands wachsenden Anteil häufiger als einen der Gründe, warum Costco aktuell mit einem erwarteten KGV von rund 42 über dem ohnehin schon hohen 10-Jahress-Schnitt von knapp 36 liegt.
Das war Ohne-Aktien-Wird-Schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
