# Strategic Spin-Offs, Last Mover Dominance, and SaaS Moats

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-14

## Transcript

DAX-Konzerne und Agrar-Business waren ja in den letzten Jahren nicht die geilste Kombo, vor allem wenn man an Bayer denkt.
Aber die Kollegen von BASF arbeiten jetzt trotzdem an einem riesigen Agrar-Deal und die Börse ist da deutlich optimistischer.
Die Hintergründe schauen wir uns heute an.
Außerdem gibt es den Weltmarktführer für Restaurant-Software und davor natürlich die aktuellen News.
Mein Name ist Noah Leidinger, heute ist Dienstag, der 14.
Juli und das ist ohne Aktien wird schwer.
Heute mal ein bisschen ungewöhnlicherem Setting, weil wir für eine Deep-Dive-Folge unterwegs sind.
Aber was nicht ungewöhnlich ist, dieser Podcast wird weiterhin unterstützt von Scalable Capital, die ja nicht nur Aktien anbieten, sondern seit ziemlich genau einem Jahr auch zusammen mit BlackRock.
einen Private Equity Fonds, in dem man ganz einfach im Broker investieren kann.
Und zum einjährigen Jubiläum von diesem Fonds gibt es jetzt einen Bonus von einem Prozent auf euer nächstes Private Equity Investment über den Fonds von BlackRock.
Die Aktion gilt sowohl für Erstinvestments, aber auch für Aufstockungen von bestehenden Positionen.
Und die ganze Aktion geht bis zum 31.
August 2026.
Mehr Infos dazu gibt es wie immer in der Beschreibung.
Und außerdem ganz spannend, der Fonds hat jetzt auch eine Beteiligung an Anthropic neben vielen anderen Firmen wie Stepstone oder Vinted.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Gestern war wieder extrem viel los an der Börse und ich habe gedacht, ich breche es mal auf paar Zahlen runter.
Die erste Zahl sind 20 Prozent.
So viel will nämlich Trump jetzt vom wahren Wert aller Schiffe kassieren, die durch die Straße von Humus fahren.
Dafür will er eine sichere Durchfahrt garantieren.
Nur iranische Schiffe sind eben ausgeschlossen.
Diese Meldung hat gestern auf jeden Fall dazu geführt, dass die Ölpreise wieder um die 10 Prozent hoch sind.
Kann einerseits daran liegen, dass jetzt wirklich 20 Prozent Aufschlag auf alle Durchfahrten kommen.
Andererseits auch daran, dass viele Investoren nicht daran glauben, dass die USA die Straße von Humus ohne iranische Zustimmung einfach öffnen kann.
Die zweite Zahl vom gestrigen Börsentag sind 250 Milliarden Dollar.
Das ist ein bisschen mehr als die wertvollste deutsche Firma Siemens insgesamt wert ist.
Es ist circa so viel, wie alle börsennotierten Firmen in meiner Heimat Österreich wert sind.
Und es ist absurderweise auch so viel, wie Meta in sein neues Rechenzentrum in Louisiana investieren wird.
Gestern haben sie nämlich nochmal verkündet, dass das Projekt um die 40 Milliarden teurer wird als bisher geplant.
Die mal wieder absurde Investitionsmeldung hat gestern aber nicht dabei geholfen, KI-Aktien zu pushen.
Da war gestern eher wieder Sektor-Rotation angesagt, wie in den letzten Wochen so oft.
Also die ganzen gut gelaufenen Chip-Aktien wie SK Hynix oder Samsung wurden abverkauft und dafür sind eher gut gelaufen die ganz stabilen Aktien.
Woran es mal wieder gelegen hat, ist schwer zu sagen.
Ein kleiner Auslöser könnte die schwache Performance von der SK Hynix Aktie in Südkorea gewesen sein, die hat dort um die 15% verloren.
Und das könnte wiederum daran liegen, dass viele südkoreanische Investoren in den letzten Monaten die Aktie gekauft haben.
weil sie daran geglaubt haben, dass es einen krassen Wertzuwachs geben wird, wenn Eski Hynix eben in den USA an die Börse geht.
Jetzt, wo der Börsengang durch ist, fällt der Werttreiber aber weg und die Investoren nehmen vielleicht erstmal ein bisschen Gewinne mit.
Was auf jeden Fall kein Grund für die schwache Performance der KI-Aktien war, waren irgendwelche schwachen Zahlen.
Ganz im Gegenteil, es gab nämlich noch vorläufige Umsatzzahlen von TSMC und die sind im Juni einfach 68% gewachsen und damit nochmal viel schneller als in den Monaten davor.
Aber die Börse hat es scheinbar auch schon erwartet, zumindest hat die Aktie gestern nicht positiv reagiert.
Und nicht positiv reagiert hat auch die Aktie vom chinesischen KI-Startup Minimax.
Die sind 20% abgeschmiert, weil die Kollegen bei JP Morgan das Kursziel für die Aktie jetzt das zweite Mal innerhalb von gerade mal einer Woche reduziert haben.
Grund ist vor allem, dass Minimax 2 Milliarden Dollar von Investoren einsammeln will, um neue KI-Modelle zu entwickeln.
Gleichzeitig haben sie aber den Preis für ihr neuestes KI-Modell vor kurzem halbiert und die Kombo daraus, dass Kunden erstens nicht Geld für die KI zahlen, aber Minimax viel Geld in die Entwicklung steckt, ist eben nicht ideal.
Aber jetzt wieder zurück zu den Zahlen und wir wachen weiter mit 50.000.
Oliver Blume hat in einem Interview jetzt nämlich das erste Mal die Medienberichte bestätigt, dass er bei VW nochmal Bedarf sieht, um die 50.000 Mitarbeiter zu entlassen.
Neben den laufenden Programmen kommt man so auf um die 100.000 gestrichene Stellen in den nächsten Jahren.
Als Hintergrund muss man aber wissen, dass es am Donnerstag eine Aufsichtsratssitzung von VW gab, wo er mit seinem eigentlichen Sparplan nicht durchgekommen ist.
der eben genau das auch umfasst hat.
Zum Glück gab es aber gestern auch noch ein paar positive Zahlen für Europa.
Die erste sind 5 Milliarden Dollar.
So viel will Intel in den Ausbau seiner Chip-Produktion in Irland investieren.
Das ist zwar bitter für Deutschland, wo Intel seine großen Chip-Produktionspläne ja abgesagt hat, aber trotzdem positiv das Geld nach Europa fließt.
Noch positiver für Europa sind 18 Milliarden Dollar.
So viel ist das deutsche Rüstungs-Startup Helsing jetzt wert und damit das wertvollste Startup der EU.
Außerdem ist der Rüstungsbereich damit einer der wenigen, wo unsere Firmen in einer ähnlichen Bewertungsregion spielen wie die amerikanischen Player.
Fairerweise muss man auf der anderen Seite sagen, dass es in den USA wiederum Startup-Investoren gibt, die allein für ihr Hobby 10 Milliarden Dollar ausgeben.
Der 70-jährige legendäre Startup-Investor Vinod Kostler kauft nämlich für 9,6 Milliarden Dollar die Seattle Seahawks.
Das ist damit der höchste Preis, der jemals für ein NFL-Team gezahlt worden ist.
Die Agrarsparte von BASF soll 2027 an die Börse gehen.
Mit großen Agrardeals hat man im DAX ja keine so guten Erfahrungen gemacht.
Aber die Börse war gestern ganz optimistisch.
Und was hinter diesen großen Plänen steckt, das hat sich mal unser Experte für deutsche Aktien Christoph Damm angeschaut.
Und wenn Noah gerade schon so viele Zahlen dabei gehabt hat, dann fange ich auch mit der Zahl an, um die sich gerade alles dreht.
20 bis 30 Milliarden Euro soll die Agrarsparte von BASF beim geplanten Börsengang laut Handelsblatt wert sein.
Der Witz daran, der ganze BASF-Konzern ist an der Börse aktuell nur rund 42 Milliarden Euro wert.
Die Agrarsparte wäre damit bis zu 70 Prozent der ganzen Firma wert, macht aber nur ein Sechstel vom Umsatz.
BASF verkauft auch nicht alles, sondern bringt nur einen Minderheitsanteil an die Börse und bleibt selbst Mehrheitseigentümer.
Das alles hat auch einen guten Grund, denn die Sparte ist die Perle im Konzern.
2025 hat sie rund 10 Milliarden Euro Umsatz gemacht und 2 Milliarden Euro operativen Gewinn vor Abschreibungen.
Das will BASF nicht komplett abstoßen.
Das frische Kapital aus dem Börsengang soll dann unter anderem Schulden abbauen.
Der Deal zeigt aber auch das Grundproblem von BASF.
Der Konzern macht nämlich alles Mögliche.
Von Basischemie über Kunststoff bis eben Landwirtschaft.
Und die Börse mag solche Konglomerate überhaupt nicht.
Weil keiner kann die vielen Geschäfte in einem richtig bewerten.
Deswegen gibt es pauschal einen Abzug.
Dazu läuft das klassische Chemiegeschäft gerade einfach schlecht und deshalb stellt BASF eben einzelne Geschäfte eigenständig auf, damit sie am Markt separat bewertet werden können.
Vom Farbengeschäft hat sich der Konzern schon getrennt.
Für 60 Prozent gab es knapp 6 Milliarden Euro vom Finanzinvestor Carlyle.
Die Agrarsparte ist jetzt der deutlich größere Schritt.
Aber ist diese hohe Bewertung auch realistisch?
Der beste Vergleich ist wahrscheinlich der US-Konkurrent Coteva, einer der größten Agrarkonzerne der Welt und der einzige börsennotierte Pure Play der Branche.
Außerdem haben sowohl Coteva als auch die Agrarsparte von BASF eine operative Marge vor Abschreibungen von um die 20 Prozent.
Deshalb kann man auch die Bewertungen gut miteinander vergleichen.
Coteva ist an der Börse 58 Milliarden Dollar wert.
Das ist das 14-fache vom operativen Gewinn ohne Abschreibungen.
Die BASF-Ergarsparte hat letztes Jahr um die 2 Milliarden gemacht.
Es soll dieses Jahr aber leicht sinken.
Unterstellt man also mal 5% Rückgang und setzt dann das Multiple von 14 an, kommt man auf fast 28 Milliarden Euro.
Damit scheint die Bewertung also durchaus erreichbar.
Und im Agrargeschäft ist auch insgesamt einiges los.
Auch ein anderer Konkurrent kommt wohl bald an die Börse.
Syngenta aus der Schweiz, das mittlerweile aber einem chinesischen Staatskonzern gehört, könnte laut Handelsblatt im Herbst seinen Börsengang in China ankündigen.
Die BASF-Pläne sind gestern an der Börse erstmal gut angekommen.
Seit Jahresbeginn ist die Aktie auch schon fast 10% im Plus.
Auf Sicht von 5 Jahren hat sie aber 30% verloren.
Insgesamt wird die Firma mit dem 18-fachen vom bewarteten Gewinn bewertet.
Dazu gibt es fast 5% Dividendenrendite.
Weil BASF so breit aufgestellt ist, braucht die Weltwirtschaft die Produkte vom Konzern.
Aber wenn die Weltwirtschaft wie in den letzten Jahren schwächelt, dann trifft BASF das eben voll.
Dazu muss man immer bedenken, dass die Firma auch um die 20 Milliarden Euro Schulden hat.
Langfristig könnte das Niveau aber wegen der Abspaltungen und bei einer Erholung der Weltwirtschaft interessant sein.
Unkrautmittel für Maisunkräuter.
Wir haben Mittel für Rüben, für Unkräuter im Rüberbau.
Wir haben Mittel für Unkräuter im Getreidebau.
Peter Thiel hat in seinem Buch Zero to One schon vor Jahren darüber geschrieben, dass viele Unternehmer falscherweise darauf fokussieren, der First Mover in dem Markt zu sein, also die erste Firma, die irgendein Problem löst.
Aber eigentlich ist das Ziel am Ende der Last Mover zu sein, also die letzte Firma, die am Ende alle Innovationen und Business-Themen so zusammenbringt, dass sie eben der klare Marktführer wird.
Jetzt gibt es manche Mover, wo First und Last Mover eben zusammenfällt.
Es gibt aber auch Märkte, wo das nicht so ist und das ist für Investoren ziemlich schwierig, weil man bei solchen Fällen oft so ein bisschen zynisch wird.
Zwei Firmen, bei denen mir das zum Beispiel passiert ist, sind DoorDash und Toast.
Es gab so unendlich viele Essenslieferdienste, die alle massiv Geld verbrannt haben, richtig erfolgreich überlebt, haben nur ein paar wenige und DoorDash ist mit 80 Milliarden Dollar Börsenwert und einem wirklich soliden Business mit Abstand der globale Marktführer geworden.
Und dann gibt es Toast mit 17 Milliarden Dollar, der Weltmarktführer für Restaurantsoftware.
In dem Markt gibt es an der Börse gar nicht so viele direkte Konkurrenten, aber ich habe wahrscheinlich für kein anderes Business in meinem Leben so viele Startup-Pitches gekriegt wie für Restaurantsoftware, weil das natürlich auch ein Markt ist, zu dem viele Zugang haben oder den viele zumindest halbwegs zu verstehen glauben.
Die schlechte Nachricht ist, dass ich deshalb beide Investments bisher verpasst habe.
Die gute Nachricht ist, dass Toast gerade wegen KI-Sorgen und jetzt einer anderen Angst in den letzten Monaten einiges an Wert verloren hat.
Und das könnte eine Chance sein, sich die mal wieder anzuschauen.
Kurz zum Business an sich.
Toast ist einfach eine sehr umfassende Restaurantsoftware.
Da kann man also Mitarbeiterdaten, die eigene Logistik und Lieferanten verwalten.
Man hat auch eingebaute Marketing-Tools, zum Beispiel für E-Mail-Marketing.
Und sie wickeln dann auch noch die Zahlungen ab mit Terminals, wie man sie von SumUp kennt.
Außerdem, und das zeigt so ein bisschen, wie tief sie in der Restaurantbranche drinstecken, haben sie zum Beispiel Bildschirme, die in den Küchen stehen, damit man von dort auch alle Bestellungen sehen und abarbeiten kann.
Aktuell schätzt Hosts so, dass sie um die 20% vom Restaurantmarkt in den USA abdecken, haben also erstens schon echt ein starkes Netzwerk, zweitens aber auch noch genug Platz, um zu wachsen und dazu kommt, dass sie eben bisher nur in den USA relevant Umsatz machen, also international können sie noch komplett wachsen.
Finanziell gesehen kommen so ca.
60% vom Gewinn aus dem Bezahlsystem und die restlichen 40% durch Softwareabos, beides wächst seit Jahren mit um die 20%.
Und der Gewinn steigt sogar noch schneller, weil vor allem die Kosten für Verwaltung und Produktentwicklung seit Jahren eigentlich gleich bleiben, nur die Kosten für Sales und Marketing steigen weiter an.
Wenn man jetzt mal die operative Gewinnmarge von um die 10% nimmt, die Investoren für dieses Jahr erwarten, und den geschätzten Umsatz von 7 Milliarden, kommt man auf 700 Millionen Dollar Gewinn bei 17 Milliarden Dollar Börsenwert und von denen müsste man eigentlich nochmal die 2 Milliarden Dollar an Cash abziehen, die Toast gerade rumliegen hat.
Das wirkt jetzt bei einer Firma, die um die 20% wächst, nicht extrem hoch und wenn sie einfach nur die Bewertung halten und dann jedes Jahr 20% wachsen, ist die Upside relativ klar.
Die Downside ist erstens das KI-Risiko, da wäre ich aber eher entspannt.
Es gab in dem Markt, wie gesagt, schon immer sehr viel junge Konkurrenz und am Ende liegt die Kunst auch stark darin, eine gute Vertriebsmannschaft, verlässlichen Service und Vertrauen bei Restaurants aufzubauen und das hat Toast und das kann eine KI-Konkurrenz nicht so schnell nachbauen.
Meine größere Sorge ist eher dortisch.
Anfang des Jahres gab es Berichte, dass die auch ins Business mit Bezahlterminals einsteigen könnten und die haben eben auch schon Kontakt zu vielen Restaurants und durch eine Übernahme letztes Jahr auch schon einiges an Restaurantsoftware.
Außerdem ist es von denen nicht das Kernbusiness, sie können also beim Preis deutlich aggressiver sein und weil ich ja mit Thiel gestartet habe, muss man auch sagen, von dem Monopolgeschäftsmodell ohne viel Konkurrenz, nachdem Thiel ja am liebsten sucht, ist Toast sicher weit entfernt.
Grab slices of your favorite bread, place in the slots and push down.
When they pop up, they are done.
Hot slices of heaven.
Toast.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdam bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder in gewohnter Atmosphäre.
Bis dahin, alles Gute, adios.
