# AI Implementation Strategies for Traditional Trades

**Podcast:** KI-Update – ein heise-Podcast
**Published:** 2026-07-10

## Transcript

Das KI-Update – ein heise Podcast mit redaktioneller Unterstützung von The Decoder.
Hallo, ich bin Isabel Grünewald und dies ist unser Deep Dive zum Wochenende.
Wenn wir über den Einfluss von KI auf die Arbeitswelt sprechen, denken wir häufig zuerst an klassische Denkarbeit, an Bürojobs und die Forschung.
Aber künstliche Intelligenz verspricht auch Handwerksbetrieben einen Effizienzschub.
Automatisierte Angebote, bessere Baustellenplanung, schnellere Kommunikation mit den Kunden.
Viele Betriebe investieren derzeit in entsprechende Tools, in der Hoffnung, Zeit zu sparen und Prozesse zu vereinfachen.
Doch die Realität sieht oft anders aus.
Trotz neuer Technologien bleiben die erhofften Produktivitätsgewinne aus.
Aber woran liegt das?
Darüber spreche ich heute mit Dominik Heckner.
Der Unternehmer berät mit seiner Heckner Coaching GmbH Betriebe im Elektrohandwerk sowie in der Energie- und Gebäudetechnik bei Fragen der Unternehmensentwicklung und Organisation.
Hallo Dominik.
Hallo.
Wie genau wirkt sich denn KI auf das Handwerk aus?
Wie genau kommt KI in so einem Elektrohandwerksbetrieb zum Einsatz?
Ja, also gute Frage.
Viele glauben ja, dass sie mit KI bereits große Schritte nach vorne gemacht haben, weil sie jetzt JGBT oder Cloud nutzen.
Die Wahrheit ist tatsächlich, dass wir KI noch viel tiefer gehend mit verschiedensten Tools und verschiedenen Bereichen der Leistungserbringung einsetzen können.
Also wir können zum Beispiel Tablets nutzen, wo wir...
mit der KI auch bestimmte Fragen beantworten können, wo denn welches Material liegt.
Wir können zum Beispiel die Bots hernehmen, die die Firma Heckmann entwickelt hat, zum Beispiel für Mitarbeitergespräche, was ja auch ein Thema ist, was im Handwerk oft vernachlässigt wird, die Mitarbeiterführung.
Das ist so ein Thema, was auch in der Meisterschule oft gar nicht drankommt.
Und da gibt es natürlich KI-Tools, die man einsetzen kann.
Man kann sicherlich auch verschiedenste Angebotstexte prüfen durch die KI.
Allerdings ist hier auch Vorsicht geboten wegen dem Thema Datenschutz natürlich.
Meetingprotokolle sind Themen, die man einsetzen kann.
Und insgesamt als Beschleuniger für die Arbeit natürlich selbstverständlich sehr wichtig und richtig, das einzusetzen.
Wie gesagt, immer natürlich auch mit dem kleinen Schärmchen auf den Datenschutz zu achten.
Jetzt hast du gesagt, KI macht keinen Betrieb automatisch effizient.
Sie macht vor allem sichtbar, wo vorher schon Chaos war.
Was genau meinst du denn damit?
Ja, es ist ja oft so, dass Menschen zu den einfachen Lösungen zuerst hingehen.
Wenn mir jemand verspricht, ich kann mir jetzt 20 Stunden in der Woche an Arbeitszeit sparen oder nicht ein Tool einsetze, dann klingt das natürlich verlockend.
Nur ist es so, wenn ich erwarte, dass die KI gewisse Dinge für mich übernimmt, wo sich bereits ein Mensch schwer tut und zwar der Inhaber, der vielleicht sogar seit 10 oder 20 Jahren sein Unternehmen führt, ja wie soll die KI ohne große Anleitung diesen Job besser machen, ja dann bräuchten wir gar keine Menschen mehr, was ich nicht glaube, was realistisch ist.
Und deswegen ist es so, dass wir tatsächlich auch Dinge strukturieren müssen.
bevor wir zu den Prozessen kommen.
Und ich sage mal, in jedem Unternehmen, das ist völlig unabhängig, von der Branche gibt es drei Ebenen.
Du hast Prozess, Mensch und Technologie und die richtige Reihenfolge ist natürlich Mensch, Prozess, Technologie.
Also wir beginnen immer mit dem Menschen.
Wir brauchen den richtigen Menschen auf dem richtigen Ort.
Und damit meine ich auch, Verantwortungen und Aufgaben ganz genau klären.
Führungskräfte, die wirklich führen und nicht nur auf dem...
Papierführungskräfte sind, dann geht es um Prozesse, die durchdacht sind.
Weil die KI kann mir nicht dabei helfen, dass die Monteure erst um vier nach sieben im Fahrzeug sind, auf dem Weg zum Kunden, dann beim Bäcker stehen bleiben, weil es frische Brezel und Kaffee gibt.
Da kann die Bestigkeit in jeder Welt nicht helfen.
Und das meine ich eben damit.
Wenn ich erwarte hier schnelle Lösungen, ich nehme an einem Webinar teil, lade mir irgendein Tool runter, gereist jemand ein paar hundert Euro und dann spare ich mir zehn Stunden in der Woche.
Das Tool, das würde ich auch haben.
Derjenige, der sowas programmieren kann, wäre über Nacht Multimilliardär.
Natürlich kann mir die KI helfen, extrem viel Zeit zu sparen, selbstverständlich, aber eben halt nicht ohne, dass ich mich...
nicht ohne, dass ich genau weiß, wo ich ansetze und vor allem auch nicht ohne, dass ich vorher die Strukturen in meinem Unternehmen richtig geklärt habe, weil das kann wirklich nur der Mensch.
Das heißt, werden wir mal ein bisschen konkreter.
Welche Grundlagen müssen denn in einem Betrieb vorhanden sein, damit der Einsatz von KI überhaupt sinnvoll ist?
Die erste Grundlage ist für jedes Unternehmen, das jetzt mehr wie zwei oder drei Mitarbeiter hat, Organigramm.
Also wer sitzt an welcher Stelle im Unternehmen?
Und ich sage es auch gleich dazu und ich habe in letzter Zeit viele Vor-Ort-Termine gemacht, wo ich Unternehmer besucht habe, verschiedensten Größen, die Organigramme haben auf dem Papier, aber sie haben es halt leider der Mannschaft nicht erklärt.
Ja, das ist ja dann natürlich auch nicht sinnvoll.
Also wenn ich sage, wir brauchen Organigramm, wir brauchen Stellenbeschreibungen.
dann ist es für Unternehmen, die jetzt nicht grundsätzlich in irgendwelchen finanziellen Schwierigkeiten stecken, einer der ersten Punkte, um die sie sich kümmern müssen.
Wer ist an welcher Stelle im Unternehmen?
Organigramm und Stellenbescheidung ist eben dann das Werkzeug, um diese Frage zu beantworten.
Und wenn ich es richtig umsetze, dann muss ich es mit den Menschen gemeinsam machen und nicht von oben runter diktieren.
Und ich sehe, dass ganz viele Unternehmen, vielleicht 95 Prozent, entweder gar kein Organigramm haben und ich spreche jetzt Unternehmen und sage mal ab 10 Mitarbeitern, es ist unbedingt notwendig, das zu sagen, 95 Prozent dieser Unternehmen entweder gar keines haben oder sie haben es mal irgendwo hingekritzelt, das ist uralt, das liegt bei mir an in der Steckdose und sage, ich schaue dir in der Schublade oder es hängt an der Band und es sieht keiner mehr und die Leute laufen dran vorbei.
Ein Kollege von mir hat mir berichtet, sie war letzte Woche.
bei einem Unternehmer vor Ort und hat die Frage gestellt, hey, könnt ihr mal das Organigramm zeichnen?
Und da hing eines sogar an der Wand.
Und trotzdem hat es niemand zeichnen können.
Und das zeigt mir ganz klar, der Unternehmer hat es irgendwann mal gemacht, vor fünf Jahren oder so, aber es wird einfach nicht gelebt.
Also das ist die wichtige Grundvoraussetzung, dass wir wissen, wer ist an welcher Stelle, wer ist Führungskraft, wer ist nicht Führungskraft, was heißt es überhaupt, Führungskraft zu sein?
Ja, und das ist eine Grundvoraussetzung.
Okay.
Jetzt sagt man ja auch immer, also man kann so ein Tool einkaufen, aber man muss solche Tools tendenziell mit eigenen Daten trainieren, damit sie wirklich für mein Unternehmen funktionieren.
Wichtig sind strukturierte und saubere Daten.
Wo bekomme ich denn als Handwerksbetrieb die richtigen Daten her, um so ein Tool wirklich für mich zu individualisieren?
Also das ist eine sehr breite Frage.
Es hängt natürlich vom Tool ab.
Was möchte ich denn jetzt gerade genau umsetzen?
Je spezifischer es auf meine Anforderungen zugeschnitten sein soll, desto mehr ist es natürlich so, dass die Daten und die Grundsätze von mir kommen müssen.
Je genereller es ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich etwas irgendwo einkaufen kann.
Also jetzt mal ganz konkret gesprochen, Hackner KI, Mitarbeitergesprächsbot, was ich vorher erwähnt habe, ist etwas, das kannst du sogar über verschiedene Branchen hinweg nutzen.
Das ist jetzt nicht super spezifisch.
Wir haben unsere eigenen Erfahrungen genutzt und zwar hunderte von Stunden von Lernvideos, um dieses Modell zu trainieren, sodass es auch dann später genauso antwortet in der Analyse, die du dann gespräch geführt hast, so wie ich es tun würde.
Tatsächlich mit den gleichen Formulierungen teilweise.
Es ist erschaulich, wie gut das funktioniert.
Wenn ich allerdings sehr, sehr spezifische Sachen bearbeiten möchte.
was jetzt nur auf meinen Betrieb passt, dann muss ich mich zwangsläufig irgendwo auch selber drum kümmern.
Aber welche anderen Use Cases gibt es denn noch?
Zum Beispiel so Themen wie Lichtplanung, Lichtplanung visualisieren.
Das sind Themen, die muss ich jetzt nicht selbst für mich programmieren oder neu erfinden, weil ich kann verschiedene Modelle genau dafür einsetzen.
Oder zum Beispiel Meeting-Protokolle.
Da kann ich natürlich dann Modelle nutzen, die das für mich zusammenfassen.
Ich kann dann auch wiederum sagen, okay, sag mir, was du daraus gelernt hast.
Dann wird es wiederum spezifisch.
Also es hängt wirklich vom Use Case ab, weil es in verschiedenste Richtungen hier gehen kann.
Jetzt bin ich keine Handwerkerin.
Darum die Frage, welche Rolle spielen denn die?
Mitarbeiter, also die, die tatsächlich raus auf die Baustelle gehen, müssen die sich auch irgendwie an KI gewöhnen und umstellen oder ist das mehr so eine Sache für die Verwaltung der Betriebe?
Naja, KI ist ja mittlerweile in allen Prozessen irgendwo mit eingebaut.
Wenn wir uns jetzt mal anschauen, die kaufmännischen Softwarelösungen haben im Hintergrund auch verschiedenste Dinge, die automatisch mitlaufen.
Manchmal weiß man das sogar gar nicht.
die dann Vorschläge liefern mit, hey, hast du nicht vielleicht vergessen, dieses Kreuzchen hier zu machen und so weiter.
Grundlegend ist es so, dass bei der Einführung aller Digitalisierungsinstrumente die Mannschaft eine ganz entscheidende Rolle spielt.
Was will der Chef alleine großartig erreichen?
Klar, wenn er sich selbst alleine effizient macht, das ist schön, aber wenn 20 Mitarbeiter nicht mitziehen, dann haben wir hier auch nur sehr limitierten Benefit.
Es gibt grundlegend...
Und wir haben es ja gesehen bei der Einführung der kaufmännischen Software, wenn wir jetzt mal fünf, sechs, sieben Jahre zurückgehen.
Da ging es ja dann wirklich los, dass die breite Masse wirklich die großen Softwarelösungen implementiert haben.
Mittlerweile hat es ja fast jeder.
Und zu dem Zeitpunkt war es auch so, dass viel diskutiert wurde.
Ja, und wird die Mannschaft überhaupt mitziehen?
Und kriege ich meinen Altmeister dazu, das Tablet überhaupt zu nutzen?
Und wird das überhaupt funktionieren?
Ja, natürlich hat es funktioniert.
Der eine hat sich ein bisschen schwerer getan als der andere.
Und der wichtige Punkt ist, dass wir mit den Mitarbeitern immer vorher sprechen, bevor wir...
was ändern.
Und das hat jetzt nichts im Speziellen mit KI zu tun, sondern das Gleiche gilt für Prozesse auch.
Und auch hier hängt es wieder davon ab, welche genauen Lösungen wollen wir denn überhaupt einsetzen?
Die Mannschaft auch befragen, welche Bedenken habt ihr vielleicht oder in welchen Einsatzgebieten machen wir das vielleicht erst mal nicht, bevor es ausgetestet ist oder was werden unsere Kunden sagen, welchen Einfluss hat es auf unsere Kunden und so weiter und so weiter.
Es lassen natürlich alles Fragen.
die wir stellen dürfen, stellen müssen, sodass wir die Mannschaft hier mitnehmen.
Denn ansonsten wird es ein Kreuzzug, den der Chef alleine führt.
Angenommen, ich habe jetzt ein Unternehmen mit 15 Angestellten und komme zu dir und sage, ich möchte gerne mit KI effizienter werden.
Wo sind denn die, also...
Wo siehst du den tatsächlichen Mehrwert?
Was wären so die ersten Schritte hin zur KI für meinen Handwerksbetrieb?
Ja, der erste Schritt ist immer mal eine Ist-Analyse zu machen.
Weil am Ende des Tages, wie ich zu Beginn schon sagte, es ist oft so, dass Leute verschiedene Schmerzpunkte haben.
Und dann zum ersten besten Rennen zur KI ist jetzt die neue Medizin, die jedes Problem löst.
Das ist aber oft nicht so.
Das heißt, ich muss zunächst einmal diese Situation ganz genau unter die Lupe nehmen und mir mal auch anschauen, wie sehen denn die Zahlen vom Unternehmen aus.
Bevor ich verstanden habe, wie das Unternehmen aufgestellt ist und nicht verstanden habe, wie das Unternehmen denn wirtschaftet im Vergleich zur Branche.
Da gibt es nämlich Betriebsvergleiche, wie zum Beispiel den Buscherger Betriebsvergleich, der von der Firma Heckner schon seit vielen, vielen Jahren regelmäßige Abstände erstellt hat.
Ja, wenn ich nicht verstehe.
wo meine Zahlen im Vergleich sind.
Da kann ich auch gar nicht einschätzen, wie groß meine Probleme sind oder habe ich überhaupt Probleme.
Geht es bei mir im Unternehmen eher um grundlegende Dinge oder geht es um das Polieren von einem Prozess?
Das muss ich vorher schon verstehen.
Dann gibt es auch so Dinge wie zum Beispiel die Verhältnisse von Verwaltung und Produktiv.
Also wie viele Leute habe ich im Büro, wie viele habe ich auf der Baustelle?
Wenn ich das noch nicht mal verstanden habe oder wenn ich jetzt keinen Stellvertreter als Chef habe, Dann brauche ich wirklich nicht anfangen mit der KI, dann ist es der falsche Ansatzpunkt.
Das heißt, ich würde grundlegendes Unternehmen ganz genau unter die Lupe nehmen und dann mal herausfinden, ist mein Unternehmen stark aufgestellt, sind wir resilient, passen die Zahlen, haben wir Führungskräfte, die wirklich Führungskräfte sind.
Das sind die wirklich essentiellen Themen.
Und in der heutigen Zeit natürlich auch Auftragsgewinnung.
Wenn keine neuen Kunden reinkommen, brauche ich auch keine KI.
Also das war nur so nebenher.
Aber wenn diese Dinge geklärt sind, dann kann ich mir erst die Prozesse anschauen.
Und das ist eine wichtige Voraussetzung, dass das Zahlenpasst und die grundlegenden Dinge passen.
Und dann kann ich mir die Prozesse wirklich im Einzelnen anschauen.
Also das mache ich auch gerne, dass ich vor Ort mir wirklich den Betrieb anschaue und du siehst ja dann auch physisch, wo sind denn die Probleme in dem Betrieb?
Wie sieht es da aus?
Ist es sauber?
Ist das Lager aufgeräumt oder liegen da irgendwelche uralten Sachen rum, die der Vater vielleicht noch von der Baustelle irgendwann mal wieder zurückgeschleppt hat ins Lager und da liegt es jetzt halt seit 15 Jahren?
Oder sind wir sauber aufgestellt?
Haben wir Scanner?
Haben wir Markouts?
Es gibt ja wirklich Situationen von Bies.
Deswegen ist es jetzt gar nicht möglich zu sagen, jeder sollte jetzt mit KI anfangen für Meeting-Protokolle.
Okay, das kann mit Sicherheit jeder machen, aber es ist absolut banal, wenn die Zahlen zum Beispiel nicht passen.
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Welche Anwendungsfälle von KI beobachtest du denn in der Praxis, die schon...
extrem gut funktionieren, wenn man an dem Punkt ist, dass man sagt, ja, okay, wir sind jetzt soweit aufgestellt, jetzt wollen wir das machen.
Irgendwie Lagerarbeiten oder Meetingprotokolle, hattest du gesagt.
Also in der Verwaltung kann ich mir das gut vorstellen.
Also du kannst KI auch zum Beispiel dazu nutzen, dass du interne Schulungsinhalte generierst.
Das gibt Lösungen.
die dem Chef erlauben, zum Beispiel ein digitales Betriebshandbuch aufzusetzen, in dem Dinge geklärt sind.
Was sind unsere Arbeitszeiten, Pausenzeiten, wir bestellen den Materialumgang mit dem Kfz und so weiter und so weiter.
Und du kannst es dann an einem Bot hängen, wo der Mitarbeiter sogar auf der Baustelle ganz einfach über das Smartphone sagen kann, oh ja, ich habe jetzt folgenden Anwendungsfall, wie soll ich das jetzt technisch lösen?
Und dann untersucht die KI das Skript und gibt dann eine konkrete Antwort, tut man es auf.
In dem und dem Fall sagen wir typischerweise, dass man das so und so machen muss.
Oder was ist eine gewisse Norm, die hier einzuhalten ist und so weiter.
Weil auf dem Handy mal schnell auf Google zu schauen und auf die dritte Seite von Google zu kommen und dann die richtige Quelle zu finden, ist irgendein Schluss.
Die Quelle ist ja vielleicht auch falsch.
Wogegen, wenn ich der KI sage, ich habe hier einen abgegrenzten Wissensfundus und zwar mein eigenes, persönliches, privates, betriebliches.
aber mein abgedächtnis das Betriebshandbuch, dann weiß ich ja, was da drin steht und kann es kontrollieren, dass da kein Schwachsinn ist oder irgendein Blogeintrag von irgendeinem Verrückten von vor 15 Jahren als Wahrheit präsentiert wird, was ja bei KI manchmal im freien Internet wirklich ein Fall sein kann.
Das ist ein völliger Schwachsinn, was teilweise rauskommt.
Das passiert dann in dem Fall nicht.
Also das ist ein konkreter Anwendungsfall, was jeder für sich umsetzen kann und auch auf der Mittelmeer und auf der Baustelle ist.
Gibt es auch so Bereiche, Stichwort Datenschutz, wo du sagst, lasst da lieber die Finger von oder holt euch da externe Hilfe durch Rechtsanwälte oder so, wenn es zum Beispiel um Kundendaten geht oder sowas?
Ja, also sowieso.
Verarbeitung von Kundendaten ist immer ein heikles Thema.
Im Zweifel, wenn es um Kundendaten geht, muss ich immer die Annahme treffen, dass ich es...
nicht da.
Ich muss das dann immer unter die Lupe nehmen und mit einem Experten besprechen, hey, was ist denn hier der Einfluss oder was passiert, wenn ich das mache oder was ist das Risiko und so weiter.
Da gibt es ja verschiedene Tools, da gibt es den Cloud Act, da gibt es Server in Deutschland, Europa, USA, aber bevor wir jetzt hier eine Datenschutz-Session machen, die grundlegende Regel ist, je spezifischer die Information ist, desto vorsichtiger muss ich sein.
Und ich muss immer davon ausgehen, dass ein Kunde mir ganz bestimmt nicht die Einwilligung gegeben hat, dass seine Daten und vor allem personenbezogene Daten, aber nicht nur, personenbezogene Daten sind besonders schützenswert.
Also ich sage mal, das Beispiel, was vielleicht am heikelsten ist, ist, wenn du Arzt bist und Du hast nicht nur die Adresse und das Geburtsdatum von deinen Patienten, sondern auch seine Blutwerte und alles andere.
Das ist so ziemlich der höchste Schutzbedarf, den es gibt.
Aber selbst wenn wir wissen, dass der Herr Müller in der Grenzstraße eine Rahmenlage installiert bekommen hat, das ist auch heikel.
Dann hat er offensichtlich irgendwas zu Hause, was schützenswert ist.
Und das hat dann natürlich nichts in den falschen Händen verloren.
Da wirklich vorsichtig sein und im Zweifel Informationen wirklich rausnehmen, die gar nicht notwendig sind für die Datenverarbeitung.
Und in vielen Fällen kann ich einfach sagen, XY, wenn es denn wirklich notwendig wäre, die Dinge zu verarbeiten.
Aber pauschal alles aufnehmen, pauschal alles in die KI reingeben, das kann später dazu führen, dass es Strafen gibt.
Und das wollen wir natürlich unbedingt vermeiden.
Jetzt berätst du ja sehr viele Unternehmen.
Hast du so Beispiele aus der Beratungspraxis, wo ein Betrieb in KI investiert hat und einen tatsächlichen Effizienzgewinn gespürt hat oder auch Negativbeispiele, wo man ganz viel Geld in die Hand genommen hat und am Ende eigentlich nicht das dabei rausgekommen ist, was man wollte?
Ja, also wir arbeiten mit Unternehmen grundlegend zusammen.
immer einen Projektplan und einen Katalog von Maßnahmen umzusetzen.
Also die Erfahrungsberichte, was es Unternehmen bringt, 50, 100.000 mehr Euro Gewinn pro Jahr und so weiter, Mitarbeiter eingeführt, das ist in der Fachpresse, auf Expertenmarkt, auf Trustpilot, YouTube und so weiter dokumentiert.
Das brauche ich an der Stelle nicht wiederholen.
Schwieriger ist zu sagen, welcher Teil davon ist jetzt eins zu eins auf KI.
zurückzuführen.
Ich glaube, dass wir bei dem Thema wirklich noch ganz am Anfang stehen, dass vor allem auch die Kombination von verschiedenen Tools, die miteinander sprechen, API-Anwendungen und so weiter, wirklich erst die großen Effizienzen aufleben lassen.
Wir sind da wirklich noch am Anfang, vor allem Handwerk sind wir noch am Anfang.
Wenn ich mir die Beratungsbranche anschaue, Agenturbranche, die sind da schon deutlich weiter.
Aber es ist auch auch verständlich, weil wenn die Branche selbst zentralisiert ist, mit Daten umzugehen und die Informationsbranche, hast du ja beantwortet, wo ein Agentur zum Beispiel ist, hat ja nur die Arbeit am PC fast.
Wohingegen der Handwerksbetrieb natürlich sein Geld draußen verdient.
Da ist es nur natürlich, dass da gewisse Dinge etwas später erst kommen.
Spürbare Effizienzgewinne, ich glaube, die sind jetzt schon da.
Aber die größten werden noch kommen.
Und zur Frage hin, gibt es da Beispiele, wo jemand ganz, ganz viel Geld in die Hand genommen hat und wo das Ganze nicht funktioniert hat?
Wir sehen es jeden Tag, dass Unternehmer Dinge anpacken, die zu nichts führen.
Ob das jetzt zwingend...
Zurückzuführen ist nur auf die KI-Maßnahme, soweit würde ich mich jetzt nicht aus dem Fenster lehnen.
Aber ich sehe es täglich, dass Unternehmer einfach die wesentlichen Dinge aus dem Auge verlieren, weil sie irgendwas hinterherlaufen, was besonders toll klingt.
Und die wesentlichen Dinge, so langweilig wie es ist, ist, dass du dir die BDA jeden Monat anschaust und schaust, dass deine Rentabilität jeden Monat passt.
Und das ist einfach so basic.
Und ich sehe Leute, die rennen auf Vertriebsseminare, die schauen sich Digitalisierung an und noch ein Tool und dieses und jenes.
Und dabei haben die Verrechnungssätze.
Sorry, wenn ich sage, wo ist das auch raus?
Die machen den Markt kaputt.
Kümmer dich um deine Basics, kümmer dich um die Kalkulation, kümmer dich um deine Leute.
Schau, dass die verrechenbar sind.
Schau, dass die um sieben Uhr im Fahrzeug sitzen.
Und schau, dass du danach erst ganz viel investierst in Digitalisierung, wenn die Basics nicht passen.
Da sehe ich, dass das meiste Geld verbrannt wird.
Okay.
Das heißt aber, wenn man dann investiert, braucht man auch einen langen Atem und kann nicht erwarten, dass das innerhalb von einem Jahr schon die krasse Veränderung für den Betrieb bringt.
Es kommt immer darauf an, was die Investition ist.
Ein ganz dreister Eigenwährung, sage ich, dass unser Erfolgscoaching im ersten Jahr die Investition wieder zurückbringt und in vielen Fällen, wo man zwei- oder dreifach ist.
Da musst du aber auch mitarbeiten.
Diese Allheillösung mit ich installiere mal schnell was oder mal diesen Prozess schnell oder dieses API und so weiter.
Sorry, aber da werden Marketinggeschichten erzählt.
Da werden Leads eingesammelt, da werden Leute aufgeheizt für Dinge, die dann später einfach nicht wahr sind.
Entschuldigung, aber so sehe ich das Ganze einfach.
Wenn du deutlich, beugnig nach vorne kommen willst, musst du dir die Zeit nehmen, mehrere Stunden pro Woche am Unternehmen arbeiten, mit deinen Führungskräften arbeiten, dich um deine Zahlen kümmern, dich um die Strukturen kümmern.
Das sind noch immer die größten Hebel.
Und dann kann die Digitalisierung und die KI nochmal eine schöne Verfeinerung bringen.
Das kann durchaus sein, dass man hier nochmal einige 10.000 Euro im Jahr zusätzlich spart oder einen zusätzlichen Gewinn bringt.
Oder zum Beispiel der Einsatz von einem richtigen Zähnen, dass wir...
An Interessenten hinterher telefonieren, die sich bei uns mal gemeldet haben, Zusatzleistungen verkaufen, Angebote nicht einfach per E-Mail rausschicken.
Klar, da kann ich KI nutzen, um diese Prozesse zu unterstützen.
Überhaupt gar keine Frage.
Aber ich muss vorher meinen Hirn anschalten und mir die Frage stellen, was will ich denn überhaupt erreichen?
Wo ist denn mein Potenzial?
Was ist denn mein idealer Kunde überhaupt?
Das kann die KI mir nicht sagen.
Das ist ja so ein bisschen auch das Phänomen generell in unserer Gesellschaft gerade, dass ich...
Politiker reden schreiben lassen vom Chatbot oder Studierende halt ihre Hausaufgaben mit KI machen und man benutzt die KI so als eine Art von Abkürzung, um selber die Leistung nicht erbringen zu müssen.
Ist dieser Trend auch sichtbar im Handwerk, dass sich viele Leute, die sich sowieso schon mit diesen ganzen Verwaltungsaufgaben schwergetan haben, denken, jetzt gebe ich das alles an die KI und dann wird das Problem gelöst?
Sicherlich.
Also der Mensch sucht ja immer nach Abkürzungen.
Ich nehme mich da auch nicht mit raus.
Also ich bin gerne faul, wenn ich ein gutes Ergebnis mit weniger Arbeit erreichen kann, dann mache ich das sicherlich auch.
Mittlerweile ist es so, dass KI und JetGPT und Cloud und wie sie alle heißen, sicherlich nichts Neues mehr sind.
Und die Menschen sind mittlerweile auch schon sensibilisiert auf...
Sprachmodelle und KI-Texte.
Und ich merke das, wenn mir jemand einen Text vorlegt, wo das Wort sauber dreimal in einem Absatz kommt, dann weiß ich, das ist das Chat-GBT-Sprachmodell.
Das haben wir schon so oft gesehen.
Sauber bedeutet, ich weiß nicht, welches Wort richtig ist, dann schreibe ich mal das Wort sauber stattdessen rein.
Es kann natürlich dazu führen, und ich finde vor allem auch, dass die jüngere Generation hier mehr gefährdet ist als die alten Hasen.
Es kann dazu führen, dass wir so ein Stück weit zu Zombies werden, weil wir gar nicht mehr selber den Denkanstoß haben, gar keinen Bock mehr haben, uns anzustrengen.
Und da ist natürlich auch Vorsicht geboten.
Was ist jetzt der Unterschied zwischen einer unterstützenden Arbeit und wo bin ich einfach nur faul und was sieht man alles komplett für mich denken?
Und das ist eben der wichtige Punkt.
Ich kann als Gedankenstützer die KI wunderbar nutzen.
Also ich persönlich nutze KI.
für Finden von Fehlern.
Ich bin Legastheniker und ich weiß, dass ich immer wieder Worte vergesse zu schreiben oder mal ein falsches Wort schreibe.
Passiert mir regelmäßig.
Ich klopfe das in die KI rein, selbstverständlich, ohne Kundennarten.
Und dann frage ich, ist da irgendwas falsch und dann hier ein Komma und dieses oder jenes vergessen und so weiter.
Das hilft auf jeden Fall.
Ideen prüfen.
Absolut, ja.
Oder eine Excel-Tabelle mal reingeben und sagen, ist das plausibel, kann das stimmen?
Aber ich muss es immer hinterfragen.
Das Gefährliche an der KI ist, dass 80 bis 90 Prozent wohl richtig sein möge, aber die letzten 10 Prozent sind teilweise so absurd schlecht.
Und ein erfahrener Mensch sieht das sofort.
Aber jemand, wir wollen mal zurück zu dem, was ich sage, für die jüngere Generation ist das eine Gefahr.
Jemand, der noch nicht lange...
in dem Beruf ist und noch nicht diese 10, 20 Jahre Erfahrung hat, das kann für den durchaus plausibel aussehen.
Und wenn es dann weiter benutzt wird, dann kommt halt teilweise ein richtiger Schwachsinn dabei raus.
Und das kann gefährlich sein und Geld kosten.
Zum Abschluss vielleicht noch so die eine Frage.
Wenn du einen Mythos über KI im Handwerk ausräumen könntest, welcher wäre das?
Ja, was ich vorher schon sagte, dass wir mit ganz einfachen Klicks und dreimal API und zweimal Sprachmodell und hier einmal irgendwas installiert, alle Probleme lösen im Unternehmen.
Das ist die Flucht vor der Wahrheit.
Das ist jemand, der den Kopf in den Sand steckt und jemand, der vor allem sich selber nicht ändern will.
Der Mythos der KI ist, dass es...
alles fundamental komplett ändert und dass grundlegende Regeln der Wirtschaft auf einmal nicht mehr gelten sollten.
Weil jetzt haben wir Tools, die für uns alles machen und vor allem für uns denken und für unsere Entscheidungen treffen.
Dem ist nicht so.
Die KI wird vor allem, und das ist ein zweiter Mythos, keine Jobs zerstören, sondern sie wird Jobs ändern.
Ähnlich wie, man nennt es Multi-Purpose-Technology.
Die erste Multi-Purpose-Technology im großen Sinne war wahrscheinlich die Dampfmaschine, wo man das Reisen vereinfacht hat.
Dann waren es verschiedene andere Dinge, dann der PC, dann das Internet und jetzt ist es KI.
Und jedes Mal, wenn eine neue Technologie kommt, dann sagen ja die Menschen so und alles andere ist jetzt revolutioniert.
Und es wird keine Arbeitsplätze mehr deswegen geben.
Es stimmt nicht, die Arbeitsplätze ändern sich.
Und es wird neue Arbeitsplätze geben und neue Experten in der Zukunft geben und vor allem auch diejenigen, die schon von echtem Mehrwert unterscheiden können, die verstehen, wie man verschiedene Tools miteinander vernetzt, dass wir KI-Tools haben, die miteinander kommunizieren, weil dann, dann, dann, dann kann ich wirklich...
großen Mehrwert generieren.
Da kommen Dinge dabei raus, was ein Tool alleine gar nicht kann und dann wird es richtig spannend.
Aber nochmal, es gibt kein Tool, dass ich einfach nur einstecke und das macht meinen Job, sondern ich muss die richtigen Themen in das Tool füttern.
Ich muss es kritisch beobachten und ich muss vor allem auch sagen können, an dem Punkt mache ich jetzt das selbst, weil das Tool gibt mir nicht die Antwort.
Das muss ich selber machen.
Ja, und zumal das Handwerk hat ja auch immer noch die Hände mit drin und KI hat die zumindest noch nicht.
Ja, genau richtig.
Ja, wunderbar.
Vielen Dank für diesen Einblick.
Für jemanden, der überhaupt nicht handwerklich begabt ist, war das sehr spannend, da mal so einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, wie das in so einem Betrieb abläuft.
Vielen, vielen Dank, dass du heute da warst.
Sehr gerne.
Dankeschön.
Das war's für heute.
Und damit verabschiedet sich das KI-Update in eine kleine Sommerpause.
Die nächsten zwei Wochen müsst ihr ohne uns auskommen.
Ich bin dann ab dem 27.
Juli wieder für euch da.
Und ich würde mich freuen, wenn ihr dann wieder dabei seid.
Bis dahin könnt ihr natürlich online mithilfe meiner Kolleginnen und Kollegen bei heise.de auf dem Laufenden bleiben.
Bei MSG bist du als Consultant oder Software-Ingenieur immer hautnah dran an den neuesten Technologien von Cloud bis AI.
In agilen Projekten eröffnen wir Kunden mit nachhaltigen Lösungen neue Wege und dir ausgezeichnete Entwicklungsmöglichkeiten.
Du willst maximale Flexibilität mit einer Top-Work-Life-Balance, umfassende Weiterbildung und Projekte voller Abwechslung?
Dann steig ein bei MSG.
