# Market Volatility, Banking M&A, and Crypto Tax Shifts

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-09

## Transcript

Ab 2027 soll es neue Steuern auf Krypto geben.
Ein Experte hat uns erklärt, was genau sich ändert.
Und dann haben wir noch ein Update zu Deutschlands Sandalenikone Birkenstock.
Die Aktie ist nämlich auf dem Stand wie vor drei Jahren und das, obwohl der Umsatz 50% gestiegen ist.
Und davor gibt es natürlich die News.
Heute ist Donnerstag, der 9.7.
Mein Name ist Timon Wunderlich und das ist ohne Aktien wird schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital, der einzige Broker, den deine Familie zum Traden braucht.
Bei Scalable Capital gibt es nämlich auch Kinderdepots.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Die Lage im Iran hat sich ja endlich erst beruhigt und dann kam gestern mal wieder Trump.
Die Vertreter des Iran sind Lügner, hat er beim NATO-Gipfel in Ankara gesagt und dass die Waffenruhe aus seiner Sicht vorbei ist.
Es kann zwar weiter Gespräche geben, Aber das klang nicht vielversprechend.
Und entsprechend krass war gestern die Reaktion der Börse.
Der Ölpreis ist fast 10% hoch.
Die Aktien sind gefallen.
Übrigens vor allem auch in Europa, wo der DAX allein um die 2% verloren hat.
Getroffen hat es zyklische Aktien wie Autobauer, Aktien von Firmen, die an großen Investitionen hängen wie SAP und Aktien, die niedrige Zinsen brauchen, weil ein hoher Ölpreis zu mehr Inflation...
und damit tendenziell auch zu höheren Zinsen führt.
Entsprechend waren Immo-Aktien wie Vonovia gestern die schlechtesten Aktien an den deutschen Börsen.
Airlines- und Tourismusaktien sind auch gesunken, die meisten Ölaktien haben zugelegt.
Ich glaube, man muss das jetzt nicht dazu sagen, aber die Lage kann in ein paar Stunden natürlich wieder ganz anders aussehen.
Spätestens jetzt muss aber auch jedem klar sein, dass in den ganzen Friedensmeldungen im Zweifel sehr wenig drinsteckt.
Also schauen wir lieber auf die Themen, die man ein bisschen besser einschätzen kann als Geopolitik.
Zum Beispiel auf die Commerzbank-Übernahme durch die Unicredit.
Investoren konnten ja bis zum 3.
Juli abstimmen, ob sie ihre Anteile an die Unicredit verkaufen wollen.
Insgesamt haben fast 20% angenommen und damit kommt die Unicredit jetzt auf einen Gesamtanteil von 47,5% an der Commerzbank.
Und auch wenn die 50%-Marke nicht geknackt wurde, sollte das für die Kontrolle über die Frankfurter Bank reichen, weil bei Hauptversammlungen sowieso nie alle Aktionäre mit abstimmen.
Dann braucht Unicredit noch grünes Licht von der EZB, um die Anteile anzunehmen.
Das kann laut CEO Orsel bis zu sechs Monate dauern.
Und die deutsche Regierung hält auch noch knapp 13 Prozent der Commerzbank und lehnt einen Verkauf weiterhin ab.
Beide Aktien sind gestern leicht gefallen, das lag aber eher an der allgemeinen schlechten Stimmung.
Aber es gab auch gestern Aktien, die gestiegen sind.
Zum Beispiel hat Alibaba 10 Prozent zugelegt.
Zwischenzeitlich waren sie sogar fast 15 Prozent im Plus und damit so stark gestiegen wie seit zehn Monaten nicht mehr.
Laut Bloomberg liegt das daran, dass Alibaba berichtet hat, dass die Verluste im hart umkämpften Instant-Commerce-Geschäft geschrumpft sind.
Da bietet Alibaba Lieferungen am gleichen Tag oder sogar nur in ein paar Minuten an.
Dadurch, dass hier jetzt die Verluste geschrumpft sind, konnte Alibaba insgesamt seine Marge stabil halten.
Die war ja vorher eben wegen der Verluste im Instant-Commerce-Geschäft eingebrochen.
Seit Anfang des Jahres ist die Aktie trotzdem noch fast 30 Prozent im Minus.
Der Anstieg von gestern hat aber den gesamten Sektor mit nach oben gezogen.
Tencent, JD.com und der gesamte Hang Seng Tech Index waren um etwa 5% im Plus.
Auch weitere positive News gab es für Broadcom.
Wir haben euch ja gestern schon erzählt, dass Broadcom bis 2031 Chips für Apple entwickeln soll.
Jetzt steht auch die Höhe des Deals fest.
30 Milliarden Dollar gibt Apple jetzt aus, um in den nächsten 5 Jahren Chips von Broadcom in den USA fertigen zu lassen.
Broadcom-Investoren hatten zuletzt Angst, dass Apple immer mehr eigene Chips baut und Broadcom deshalb an Bedeutung verliert.
Das war Broadcom nämlich bei Modemchips für Apple schon mal passiert.
Für Apple ist das die größte Einzelinvestition seit dem Versprechen an Trump, 600 Milliarden Dollar in die USA zu investieren.
Konkret fließen anderthalb Milliarden Dollar in Broadcoms Werk in Fort Collins, Colorado, wo dann über 15 Milliarden Chips gebaut werden sollen.
Apples Aktie hat auf die Meldung kaum reagiert.
Die von Broadcom ist fast 5% gestiegen.
Kurz nach dem SpaceX IPO gibt auch die Raketenfirma von Jeff Bezos Anteile raus.
Zwar nicht an die Börse, sondern nur für ausgewählte Investoren.
Aber das ist das erste Mal, seit Bezos die Firma vor 25 Jahren gegründet hat, dass er Kapital von außen reinlässt.
Bisher hat Bezos die Firma ja komplett allein finanziert.
Jetzt will er 10 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 130 Milliarden einsammeln.
Die Firma ist also noch nicht auf dem 2000 Milliarden Dollar SpaceX Niveau.
Trotzdem, Blue Origins macht im Grunde das gleiche wie SpaceX.
Also schwere Raketen, Mondländer, Satelliteninternet.
Aber die New Glenn Rakete darf seit einer Explosion auf der Startrampe im Mai nicht starten, soll aber dieses Jahr wieder fliegen.
Und im Januar hat Blue Origin die Flüge der kleineren New Shepard Rakete gestoppt, um sich mehr auf den Mondländer für die NASA und ein neues Satellitennetzwerk namens Terrawave zu konzentrieren.
Das war das Wichtigste aus der Börsenwelt von gestern.
Jetzt gibt es von Noah noch das Wichtigste aus der Kryptowelt.
Leute, es kommt eine große Änderung auf euch zu, wenn ihr in Deutschland wohnt und Kryptos besitzt.
Bisher waren die ja steuerfrei nach einem Jahr Haltedauer.
Das soll sich laut dem neuen Haushaltsentwurf aber ändern.
Was das bedeutet, habe ich mit Dr.
Florian Zawotzki besprochen.
Er ist einer der Kryptosteuerexperten in Deutschland, außerdem Senior Manager bei EY.
Und die erste Frage war, ob Kryptowährungen, die man bisher schon hat, auch steuerfrei bleiben oder dann eben auch versteuert werden.
Ja, die kann ich da leider auch so nicht ganz beantworten.
Also das bleibt weiter offen.
Vielleicht um es kurz einzuordnen.
Wir haben jetzt eben den Entwurf für den Haushalt.
Da ist natürlich schon eine gewisse Einigkeit in der Koalition da.
Da ist, kann man...
Da kann man mit relativer Sicherheit davon ausgehen, dass der in großen Zahlen so kommen wird.
Aber es braucht ein extra Gesetzgebungsverfahren dazu.
Und die Details kennen wir noch nicht.
Das wird irgendwann im nächsten halben Jahr oder so kommen.
Da würde dann sowas drinstehen, wie mit diesen Altfällen umzugehen.
Aber aktuell muss man dazu in die Glaskugel schauen.
Wenn du willst, tue ich das gerne.
Ja, sehr gern.
Was ist so deine Prognose dazu?
Meine Prognose ist, dass man die Altfälle einfach so lässt und da wird die Jahresfrist weiterhin bestehen bleiben.
Das ist nämlich auch verfassungsrechtlich ein bisschen schwierig.
Da gibt es verfassungsrechtliche Rechtsprechung vom Bundesverfassungsgericht dazu.
Man könnte das schon machen, aber es ist die Frage, warum will sich die Bundesregierung oder eben hier dann der Gesetzgeber am Ende das antun?
Das ist alles dann ein sehr schmaler Grad, wenn man das rechtlich richtig ausgestalten kann.
Aber ein Letztes für die Glasvogel.
Man darf hier gar nicht immer nur so zu negativ denken, denn okay.
wir wollen natürlich irgendwie die, die in der Jahresfrist sind, dass sie keine Steuern mehr bezahlen müssen als Steuerpflichtiger.
Aber wenn man eben Verluste hatte, würde das dann quasi umdrehen, dann kann es ja durchaus auch mal positiv sein, wenn man das noch mit reinzieht irgendwie.
Also die Verluste könnte man ja quasi öffnen.
Jetzt hast du schon so ein bisschen über Vorteile gesprochen.
Ein anderer Vorteil könnte ja auch sein, dass wenn man aktuell unterjährig verkauft, man ja den Einkommensteuersatz zahlen muss.
Da würde dann ja wahrscheinlich die Kapitalertragssteuer fällig werden, also weniger.
Oder kann es sein, dass die beiden auch gemischt bleiben?
Also ich würde schon davon ausgehen, so steht es eben ja da eigentlich auch drin, okay, das soll den Kapitalerträgen gleichgesetzt werden.
Dann sind wir in der Abgeltungssteuer drin.
Also ich denke, wir kommen dann voll aus der Einkommensteuer raus.
Dann wird aber eben die spannende Frage auf jeden Fall sein, einerseits, wie funktioniert das?
Also wie eben angesprochen, einfach in die Steuererklärung.
Ich muss das erklären.
Oder kommen wir eben auch in Kapitalertragsteuerabzugsverfahren rein, so wie wir das ja eben von der Bank kennen.
Die Bank behält schon was ein, ich muss das eventuell zurückfordern, wenn ich meinen Freistellungsauftrag nicht habe und so weiter.
Das ist ein Punkt und natürlich dann der ganz andere Punkt, die Verluste.
Das wird auch eben sehr spannend.
Lässt man diese Verluste so beispielsweise wie die Termingeschäfte ganz alleine dastehen.
Das ist ja auch gerade aktuell beim Bundesverfassungsgericht.
Lässt man die in der Einkunftsschedule Kapitalerträge?
Also man könnte die beispielsweise eben die Kryptoverluste mit Aktiengewinn verrechnen oder macht man es ganz auf?
Da glaube ich jetzt ehrlicherweise nicht dran.
Wäre einfach das Beispiel, wir beide verdienen gleich viel.
Du zockst irgendwie quasi ein bisschen mit Krypto, kriegst eins drauf, indem die alle wertlos werden und dann musst du aber weniger Steuern zahlen als ich.
Also gewissermaßen der Staat unterstützt dich in deiner Zockerei.
Den Gedanken kann man ja von der Seite schon so ein bisschen nachvollziehen.
Wobei ich das noch nur anreißen will, ist ein schwieriges Thema.
Aber das wird natürlich interessant, wie das mit den Verlusten dann ausgestaltet wird.
Meine Heimat Österreich hat ja seine Kryptobesteuerung schon geändert.
Statt um die 300 Millionen an erwarteten Mehreinnahmen dadurch, sind es aber nur 30 Millionen geworden.
Wie kann das sein und könnte das in Deutschland auch passieren, dass man diesen Effekt einfach überschätzt?
Ja, also letzte Frage zuerst.
Ja, ich glaube auch, dass man das übersetzt.
Da kursiert relativ viel im Internet.
Woran?
Liegt das?
Also am Ende ist es, sagen wir, dass man es natürlich sehen müssen.
Aber woran liegt das?
Wenn man jetzt auf Österreich schaut, da ist es eben so.
Wir haben auch diesen Kapitalertragsteuer-Einbehalt.
Aber ganz einfach gesprochen, als nationaler Gesetzgeber kann ich natürlich nicht irgendjemanden verpflichten, der sonst wo auf der Welt sitzt.
Und deswegen, ja, in Österreich ist es so, eben die österreichischen Crypto-Asset-Service-Provider müssen da die Kapitalertragsteuer einbehalten.
Aber wenn die im Ausland sitzen, dann müssen die das natürlich schon nicht mehr, weil die kann ich auch schlecht verpflichten.
Als Birkenstock Ende 2023 an die Börse ist, lag der Börsenwert bei knapp 8,5 Milliarden Dollar.
Jetzt, mehr als zwei Jahre später, ist man wieder bei knapp 8,5 Milliarden, obwohl der Umsatz in der Zwischenzeit fast 50% gestiegen ist, die operative Marge von unter 18% auf 25% gestiegen ist und massiv Schulden zurückgezahlt wurden.
Die Aktie ist auch erstmal gut gelaufen, aber seit Anfang 2025 geht es bergab.
Ich habe mir mal angeschaut, was da los ist.
Birkenstock produziert seine Sandalen fast komplett in Deutschland, aber weil die Hälfte vom 2,5 Milliarden Dollar Umsatz in Amerika gemacht wird, haben die US-Zölle Birkenstock besonders hart getroffen.
Andere Schuhhersteller konnten ihre Produktion besser umschichten.
Der Supreme Court hat zwar Trumps Zölle für verfassungswidrig erklärt, trotzdem liegt der Zollsatz.
Aktuell bei rund 15 Prozent und damit höher als vor Trumps krasser Zollpolitik.
Und der Krieg im Iran hilft auch nicht.
Fürs Gesamtjahr geht man unter anderem deswegen nur noch von 13 bis 15 Prozent Wachstum aus, statt 16 oder 20, wie in den Vorjahren.
Außerdem gibt es Sorgen um das schrumpfende Wachstum im US-Markt und weil die Bruttomarge, also der Anteil vom Umsatz, der nach den reinen Herstellungskosten übrig bleibt und normalerweise als stabiler gilt, über drei Prozentpunkte gefallen ist.
Das liegt aber auch an den Währungseffekten und daran, dass Birkenstock, mehr über Großhändler statt über eigene Läden verkauft hat, da sind die Margen niedriger.
Trotzdem kann man mit den eigenen Läden aktuell noch stark wachsen, im vergangenen Quartal nur mit den bestehenden Filialen sogar zweistellig.
Aktuell haben sie weltweit 111, bis Ende des Jahres sollen es knapp 40 mehr sein und man will sich speziell auf die Region Asia-Pacific konzentrieren.
Die macht aktuell über 10% vom Umsatz aus und ist der absolute Wachstumsmarkt.
Als CEO Oliver Reichert gefragt wurde, warum man sich speziell auf den Markt konzentriert, hat er gesagt, ganz ehrlich, wenn ich gerade 10 Millionen Paar Clocks zur Verfügung hätte, könnte ich sie nach Asien schicken und sie werden innerhalb von einer Woche ausverkauft.
Zum Vergleich, Birkenstock hat 2025 insgesamt knapp 40 Millionen Paar Schuhe verkauft.
Gleichzeitig hat der durchschnittliche Kunde in den USA über drei Paar Birkenstocks, falls das für die neu gewonnenen asiatischen Kunden auch zählt.
wäre da nochmal extra Wachstum möglich.
Und die Firma konnte in den letzten Jahren die Preise fast jedes Jahr erhöhen, ohne dass Kunden weniger gekauft haben und will das auch in Zukunft weitermachen.
Wachstum wird aber auch erwartet.
Das erwartete KGV liegt bei 17 und Mode ist auch immer stark von Trends abhängig.
Und auch wenn es Birkenstocks schon seit 250 Jahren gibt, haben die sich in den letzten Jahren mehr und mehr auf eine neuere Kategorie, nämlich geschlossene Schuhe, fokussiert.
Die machen mittlerweile schon fast 40 Prozent vom Umsatz aus, wachsen also stark.
Aber in dem Bereich gibt es auch mehr Konkurrenz.
Das Management geht trotzdem davon aus, dass die Aktie unterbewertet ist.
Die haben in den letzten zwölf Monaten knapp drei Prozent der Aktien zurückgekauft und jetzt das erste Mal seit fünf Jahren eine Anleihe rausgegeben.
Durch die sollen unter anderem nochmal Aktienrückkäufe für 500 Millionen Dollar finanziert werden.
Das würde aktuell knapp sechs Prozent vom Börsenwert entsprechen.
Das war Ohne, Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
