# Semiconductor Volatility and India's Structural Headwinds

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-08

## Transcript

Indische Aktien waren ja lang so die großen Highflyer in den Emerging Markets.
Seit paar Monaten fallen sie aber, während andere Aktienmärkte wie Südkorea durch die Decke gehen.
Woran liegt das?
Gibt es vielleicht eine beide Dip-Chance?
Und wenn ja, mit welchen Aktien und ETFs investiert man am besten in Indien?
Das alles klären wir heute und davor gibt es natürlich die aktuellen News.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Das ist ohne Aktien wird schwer.
Heute ist Mittwoch, der 8.
Juli.
Und Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital, die neben dem Broker auch noch einen der besten YouTube-Accounts über Börse und Wirtschaft in ganz Deutschland haben.
Link dazu ist in der Beschreibung.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Letzte Folge hat Christoph ja noch erzählt, dass die Stimmung bei Chipaktien endlich wieder ein bisschen besser ist.
In der Nacht auf gestern gab es dann aber neue Zahlen von Samsung.
Und der Umsatz hat sich letztes Quartal mehr als verdoppelt.
Der operative Gewinn hat sich fast verzwanzigfacht auf 58 Milliarden Dollar.
Wir reden da über ein Quartal, also über drei Monate.
Oder anders gesagt, Samsung verdient in drei Monaten einfach mal den kompletten Börsenwert von Rheinmetall.
Also wirklich absurde Zahlen.
Das Problem ist aber, dass dieser Gewinn nur 6% höher war als erwartet.
Und wenn ihr euch zum Beispiel an die Zahlen von Micron Ende Juni erinnert, haben die die Erwartungen der Analysten noch wirklich massiv übertroffen.
Und genau das braucht es auch bei Aktien, die so krass gestiegen sind.
Wenn die Zahlen nur so gut sind wie erwartet oder bisschen besser, dann nehmen Investoren oft Gewinne mit.
Und genau das ist gestern passiert.
Dazu hat dann sicher auch noch beigetragen, dass die Prognose für dieses Quartal von Samsung nicht ganz so optimistisch war, wie einige gehofft haben.
Wie gesagt, das ist alles Jammern auf wirklich sehr, sehr hohem Niveau, aber die Aktien haben sich in den letzten Wochen auch auf sehr, sehr hohem Niveau entwickelt und Investoren sind ja insgesamt nervös, wie lang dieser krasse Engpass bei Speicherchips anhält und wie lang Samsung eben so hohe Gewinne machen kann.
Gestern hat die Aktie dann entsprechend über 5% verloren und hat auch alle anderen Chip-Aktien runtergezogen, vor allem die, die in letzter Zeit so krass gelaufen sind, von Intel über AMD bis ASML.
Und bitter ist die ganze Situation auch für den Konkurrenten Eski Hynix.
Die versuchen ja gerade in den USA an die Börse zu gehen und dass Chip-Aktien gerade so krass volatil sind, macht das natürlich nicht einfacher.
Gewandert ist das Geld der Chip-Investoren übrigens gestern vor allem in stabile Aktien wie Illarili, Walmart oder Johnson & Johnson.
Und zum Beispiel auch in Tech-Aktien wie Microsoft, SAP oder Salesforce.
Und abschließend noch ganz spannend, es kam gerade auch ein Bericht von Goldman Sachs raus, laut dem Hedgefonds letzte Woche die vierte Woche in Folge im Schnitt Chip-Aktien verkauft haben.
Da scheinen also auch paar zu denken, dass die Rally der Chip-Aktien erstmal eine Pause einlegen könnte.
Und bei dieser ganzen Unsicherheitslage hat dann gestern sicher auch nicht geholfen, dass DeepSeek laut Medienberichten an einem eigenen KI-Chip arbeitet.
Und auch nicht wirklich geholfen haben dürfte, dass Amazon mal wieder anleihen...
für 25 Milliarden Dollar verkaufen will.
Das macht Amazon zwar öfter und kann sich auch easy leisten.
Entsprechend hat die Aktie gestern auch nicht negativ reagiert.
Aber insgesamt ist es wieder so ein Reminder für Investoren, dass immer mehr KI-Infrastruktur mit Schulden finanziert wird, was die Sorgen von Investoren gerade in so pessimistischen Phasen natürlich nicht kleiner macht.
Ganz abseits von Chips gab es gestern auch eine eher pessimistische Phase für die Aktie von Rivian.
Und zwar wollen die Kollegen dort eigene Aktien für über eine Milliarde verkaufen, um ihre eigene Entwicklung und Produktion zu finanzieren, fand die Börse nicht so gut, die Aktie hat um die 15% verloren.
Aber ich habe auch gute Nachrichten dabei, zum Beispiel zwei Deal-Meldungen.
Beim ersten Deal ist die Aktie von Biotech, Crenetics Pharmaceuticals, um die 100% gestiegen, weil Vertex Pharmaceuticals sie aufkaufen wird für um die 10 Milliarden Dollar.
Das Ganze ist mal wieder so ein klassischer Biotech-Deal.
Crenetics macht aktuell also unter 100 Millionen Dollar Umsatz, hat aber laut Vertex schon Medikamente mit 5 Milliarden Dollar Umsatzpotenzial.
Und für Vertex ist das wichtig, weil die zwar knapp 10 Milliarden Umsatz machen, aber 85% davon kommt von einem einzigen Medikament.
Und sie müssen sich da einfach langfristig breiter aufstellen.
Und dazu muss man auch sagen, dass sich Vertex bei 130 Milliarden Dollar Börsenwert auch die 10 Milliarden Kaufpreis easy leisten kann.
Dann ist mir noch ein Deal so halb abseits der Börse aufgefallen, den ich aber so spannend fand, dass ich ihn euch nicht vorenthalten wollte.
Erstens, weil es um ein deutsches Startup geht, nämlich Proxima Fusion.
Die entwickeln Kernfusionsreaktoren und haben jetzt 400 Millionen Euro von Investoren gekriegt.
Das an sich sind schon mal gute Nachrichten für Deutschland.
Spannend ist aber vor allem, von wem das Geld vor allem kam.
Ein Investor ist Google.
Der größte Investor, der alleine 100 Millionen Euro investiert hat, ist aber Alex Gerko.
Und die treuen Hörer kennen den.
Das ist ein ehemaliger deutscher Banktrader, der sich vor ein paar Jahren mit seiner Tradingfirma XTX selbstständig gemacht hat.
und dort mit Algorithmen extrem erfolgreich tradet.
Alleine im letzten Jahr hat er sich einfach rund 2 Milliarden Dollar an Dividende ausgezahlt.
Und zum Abschluss gab es dann noch keine großen Kursbewegungen, aber ganz spannende Deals aus der Rüstungsbranche.
Erstens gab es gute Nachrichten für Lockheed Martin, weil Trump angedeutet hat, dass er der Türkei eventuell doch wieder erlauben würde.
F-35 Kampfjets zu kaufen.
Passend dazu zahlt Lockheed Martin 5 Millionen Dollar für ein neues gigantisches Helipad, das neben dem Weißen Haus gebaut wird, beziehungsweise spenden sie diese Summe.
Ob und wie das mit anderen Deals zusammenhängt, kann man aber nicht sagen.
Dann hat die Aktie von Saab leicht zugelegt, weil die NATO 10 Aufklärungsflugzeuge vom Rüstungskonzern kaufen will.
Und es gab noch eine gute Nachricht für Europa.
Der Private Equity Investor Advent hat sich um die 7% am italienischen Raketenbauer Avio gekauft.
Die Aktie hat danach zwar nicht stark zugelegt, aber es ist trotzdem ein spannendes Signal, weil Private Equity Investoren ja nicht mit einer Renditeerwartung von 7% im Jahr antreten, sondern sich meistens deutlich mehr erhoffen.
Die scheinen hier also Potenzial zu sehen.
In den letzten Makromittwochs habe ich mit Christian Röhl, dem Chief Economist von Scalable Capital, den ihr hoffentlich alle kennt, viel über die ganz akuten Themen wie den SpaceX IPO gesprochen.
Aber spannend ist ja auch, was dort passiert, wo gerade nicht alle hinschauen.
Und deshalb haben wir uns heute mal Indien vorgenommen.
Lange sind Aktien dort ja sehr gut gelaufen, in letzter Zeit gar nicht mehr.
Christian, was ist los in Indien?
Wieso läuft die Börse dort so vergleichsweise schlecht?
Ja, sie war ja zuvor auch jahrelang sehr gut gelaufen.
Und ich will mal vier Gründe anführen, warum es gerade in Indien stockt.
Thema eins, gerade dass es so gut gelaufen ist in der Vergangenheit, hat dazu geführt, dass die Bewertungen der Unternehmen teilweise doch sehr hoch waren.
Der Index wurde mit dem 25-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt.
Viele Indientöchter internationaler Konzerne haben wir sogar mit den 50, 60-fachen der Gewinnerwartungen bewertet gesehen.
Das ist einfach zu viel und früher oder später wird sowas korrigiert.
Insbesondere weil, und damit wären wir beim zweiten Punkt.
Es auch im Land ein bisschen ruckelt, nämlich es gab eine Mehrwertsteuerreform, die einige Wirtschaftszweige ziemlich durchgeschüttelt hat.
Und die digitalen Kontrollsysteme, die man für diese neue Mehrwertsteuer implementiert hat, die haben dann auch zeitweise dazu geführt, dass Lieferketten nicht mehr einwandfrei funktioniert haben.
Das hat man dann auch.
in den Abschlüssen der Unternehmen sehen können.
Dritter Punkt, der hängt im Wesentlichen mit dem Iran-Krieg zusammen.
Indien muss rund 80, 85 Prozent seines Erdöls importieren.
Das heißt also, hohe Ölpreise schlagen sofort durch auf die Handelsbilanz, auf die Inflation und auf die Gewinnmargen der indischen Unternehmen, insbesondere im Automobil- und Transportsektor.
Und wenn wichtige Industrien Probleme haben, dann drückt das natürlich auch die Kurse der Banken.
Und die sind im MSCI India der am höchsten gewichtete Sektor.
Dazu als vierter Punkt, du hast gerade KI angesprochen.
Das ist für Indien sehr entscheidend.
Da haben wir es nämlich gleich mit zwei Problemen zu tun.
Einerseits ein strukturelles Problem.
Indians IT-Riesen verdienen ihr Geld nämlich primär mit dem sogenannten Headcount-Modell.
Sie stellen also globalen Unternehmen große Teams von Softwareentwicklern zur Verfügung für Routineaufgaben, Wartung, Softwaretests, Kundenservice.
Und das wird dann alles nach Arbeitsstunden.
Aber wenn nun eben agentische KI hochentwickelte Coding Tools immer mehr von diesen Routineaufgaben übernehmen können zu einem Bruchteil der Kosten, dann kann das natürlich zu Erlös- und Gewinnrückgängen bei indischen Unternehmen führen.
Das preist man ein, weshalb wir bei Firmen wie Infosys, TCS oder Ypro...
auf Ein-Jahress-Sicht allesamt 30 bis 40 Prozent Minus in den Kursen gesehen haben.
Andererseits dann noch ein aktuelles Thema, auch im Kontext KI, diese globale Kapitalrotation, die benachteiligt Indien eben.
Aktuell läuft an der Börse das Thema KI über Halbleiter, Rechenzentren, Spezial-Hardware, Speicherchips.
Indien hat aber eben...
Keine börsennotierten Tech-Giganten in diesem Bereich, die also wirklich im Zentrum der globalen KI-Lieferkette stehen, weshalb Gelder aus Indien abgezogen wurden und dann in anderen asiatischen Ländern, Südkorea, in erster Linie Taiwan natürlich auch angelegt wurden.
Glaubst du, es könnte in Indien gerade eine beide-Dip-Chance geben, trotz der ganzen Schwierigkeiten?
Naja, also wir sehen zwar einen Dip.
Bei den Kursen vor allen Dingen relativ, aber wir haben nach wie vor eine Bewertung mit dem 20-fachen der erwarteten Gewinne.
Das ist deutlich teurer als jetzt andere Emerging Markets, also beispielsweise die asiatischen Tigerstaaten, die osteuropäischen Volkswirtschaften oder auch Lateinamerika bewertet werden.
Da haben wir im Indexbereich so Multiples von 9 bis 13.
Indien wächst stärker.
Laut Prognosen des Internationalen Währungsfonds sollen das weiterhin 6,5 Prozent plus beim BIP pro Jahr sein in den nächsten zwei, drei Jahren.
Aber trotzdem ein Katalysator für eine baldige Trendwende kann ich da nicht ausmachen.
Vor allem eben, solange dieses KI-Narrativ die Weltbörsen dominiert.
Und wenn wir mal auf andere Emerging Markets schauen, dann sehen wir ja zum Beispiel in Lateinamerika, dass Aktienkurse...
selbst bei dauerhaft wirklich günstigen Bewertungen sehr lange seitwärts laufen können, bevor sich dann wirklich Kaufdruck entlädt.
MSCI Latin America 2011 bis 2024 in Euro inklusive Dividenden per Saldo seitwärts gelaufen.
Warum sollte das nicht auch in Indien passieren?
Warum sollten wir nicht dort auch mal wirklich eine längere Phase von rückläufigen oder zumindest stagnierenden Kursen haben bis Wachstumserwartungen und Bewertungen wirklich einen Dip zeigen.
Wenn jetzt trotzdem jemand überzeugt ist vom indischen Markt oder da ein bisschen mehr Exposure haben will, würdest du Indien generell über Indien abdecken oder zum Beispiel über Firmen aus den USA oder Europa, die dort ein großes Business haben, aber eben eher aus stabilen Ländern kommen?
Naja, es gibt ja viele Firmen, die in Indien aktiv sind, aber die Umsatzanteile, die sind ja häufig doch sehr gering.
Wenn wir mal ein Beispiel nehmen, Siemens.
Siemens hat eine indische Tochtergesellschaft, die übrigens selbst auch börsennotiert ist dort.
Und diese Tochter, die hat im vergangenen Jahr so umgerechnet 1,75 Milliarden Euro Umsatz gemacht.
Die wachsen auch zweistellig.
Das ist toll.
Aber in Relation zum Gesamtkonzern Siemens ist das halt auch nur ein Anteil von zwei Prozent.
Gibt natürlich ein paar Ausnahmen.
Also westliche Unternehmen mit einem höheren.
Umsatzanteil in Indien, beispielsweise British American Tobacco, die halten 25 Prozent an ITC.
Das ist einer der mächtigsten Tabak- und generell Mischkonzerne in Indien.
Der Anteil ist immerhin umgerechnet 9 Milliarden Dollar wert.
Das sind aber auch dann nur 7 Prozent der Marktkapitalisierung von British American Tobacco.
Diageo, der Schnapsriese, macht auch etwa 6 bis 7 Prozent des Umsatzes in Indien, hat da sicherlich einen Wachstumsmotor.
Aber die haben ja genügend andere Baustellen im Unternehmen, sodass Indien jetzt da nicht wirklich das ist, was den Kurs bewegt.
Große Firma an einer etablierten Börse mit einem wirklich signifikanten Indian Exposure, das wäre dann eine Suzuki Motors.
Ja, die machen tatsächlich 40 Prozent ihrer Umsätze in Indien, kontrollieren über die Tochter Suzuki Murati rund 40 Prozent des indischen Automarktes.
Das wäre dann so ein bisschen der Play über Bande.
Aber das ist natürlich zu wenig.
Insofern, wenn man an Indien glaubt, wenn man sich langfristig dort engagieren will, dann sind wir am Ende ja auch wegen der Zugangs...
Beschränkungen zum indischen Aktienmarkt beim ETF, beispielsweise MSCI India oder Fuzzi India.
Da hast du dann knapp 30 Prozent Finanzen drin.
Der Rest ist gut gemischt.
Interessanterweise nur noch nach den rückläufigen Kursen rund sieben Prozent Technologie.
Also ein klassisches Emerging Markets Profil, wo man dann sicherlich wenn man insgesamt bei Emerging Markets aufstocken will, einen Satelliten zum Weltportfolio setzen kann.
Im MSCI All Country World ist Indien ja nur mit zwei Prozent dabei.
Im MSCI Emerging Markets, der ja eben erschlagen wird quasi von Südkorea, Taiwan und auch China, sind es zehn Prozent.
Insofern, das spricht dafür, sich ein solches Emerging Markets Profil langfristig wohlgemerkt da hineinzuholen.
Wenn man nicht speziell Indien machen will, kann man das auch mit einem neuen ETF machen vom Wisdom Tree.
Der nennt sich True Emerging Markets ETF.
Der klammert eben diese Länder Südkorea, Taiwan und China, die keine klassischen Schwellenländer mehr sind, aus.
Und da hast du dann zum Beispiel 20 Prozent Indienanteil.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Und übrigens, wenn ihr uns morgen wieder hören wollt, vergesst nicht, den Kanal hier zu abonnieren und am besten auch noch positiv zu bewerten.
Bis morgen, alles Gute, adios.
