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**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-07

## Transcript

Warum eigentlich nur Urlaub machen in Griechenland und nicht versuchen, von der starken Wirtschaft zu profitieren?
Und warum setzt Walmart jetzt auf Optika?
Das sagen wir euch heute, am Dienstag, den 7.
Juli.
Ich bin Christoph Damm und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Dieser Podcast wird gesponsert von Scalable Capital, dem Broker mit eigenem KI-Chatbot, der euch alle möglichen Fragen rund um Aktien und Wirtschaft beantwortet.
Und wir starten mit den News.
Wir starten mit einem Blick auf den Tech-Bereich.
Broadcom ist gestern um die 5% gestiegen.
Grund ist der neue Deal mit Apple.
Der läuft bis 2031 und Broadcom entwickelt für Apple Chips.
Die sollen laut Broadcom in mehreren Generationen von Apple-Produkten landen.
Ganz neu ist die Partnerschaft nicht.
Broadcom liefert Apple schon sehr lange Bluetooth- oder 5G-Komponenten fürs iPhone.
Spannend ist das Ganze eher, weil Apple zuletzt eigentlich versucht hat, unabhängiger von Broadcom zu werden.
Jetzt kommt aber trotzdem ein neuer Multijahres-Deal und der ist wichtig für Broadcom, denn rund 20% vom Jahresumsatz macht Broadcom mit Apple.
Insgesamt war gestern ein guter Tag für Chip-Aktien.
AMD, Micron und Intel waren jeweils um die 5% im Plus.
Und es gab eine große Meldung von Microsoft, genauer gesagt von Xbox.
Die streichen nämlich 3200 Jobs, also um die 20% der Belegschaft in der Gaming-Sparte.
Dazu kommen nochmal 3200 Stellen bei Microsoft außerhalb von Xbox, vor allem im Vertrieb.
Der Grund dafür ist, dass das Xbox-Geschäft einfach schlecht läuft.
Die neue Xbox-Chefin hat intern ziemlich deutlich geschrieben, dass das Geschäft nicht gesund ist und die Margen drei bis zehnmal niedriger sind als bei vergleichbaren Firmen.
Das ist besonders bitter, wenn man bedenkt, dass Microsoft 2023 noch fast 70 Milliarden Dollar für Activision Blizzard gezahlt hat.
Deswegen trennt sich Xbox jetzt auch von fünf Spiele-Studios, die unter dem alten Chef eingekauft wurden, um den Game Pass zu pushen, also ein Abo für Spiele.
Das Wachstum ist da aber abgeflacht.
Der größere Kontext ist übrigens hier KI.
Microsoft steckt gerade riesige Summen in Rechenzentren und spart dafür an anderen Stellen.
Schon letztes Jahr gab es zwei Kündigungswellen mit 15.000 gestrichenen Jobs.
Die Aktie hat sich gestern aber kaum bewegt, vermutlich weil die Gaming-Sparte schon länger struggelt.
Deutlich größer war die Reaktion bei TerraWolf, die Aktie war nämlich um die 10% im Plus.
Der Bitcoin-Miner hat einen 20-Jahres-Mietvertrag mit Anthropic unterschrieben.
Der soll fast 20 Milliarden Dollar Umsatz bringen.
Konkret geht es um einen KI-Campus in Kentucky mit rund 400 Megawatt Kapazität.
Die ersten Kapazitäten sollen in der zweiten Hälfte 2027 ans Netz gehen.
Voll ausgebaut wird dann Anfang 2028.
Der Deal ist vor allem deshalb spannend, weil TerraWolf damit seinen Umbau weg vom Bitcoin-Mining vorantreibt.
Kommt auch an der Börse gut an.
Seit Jahresanfang hat sich die Aktie schon mehr als verdoppelt.
Und dann war gestern mal wieder Merger Monday.
Fangen wir an mit der Airline EasyJet.
Die hat sich mit dem US-Private-Equity-Investor Castle Lake auf eine Übernahme geeinigt.
Das Angebot liegt um die 7,5 Milliarden Dollar und die Aktie war deshalb gestern um die 10 Prozent im Plus.
Dabei war das Interesse gar nicht neu.
Castle Lake hat schon fünf Angebote für EasyJet gemacht.
Erst letzten Monat hatte die Airline noch ein niedrigeres Angebot abgelehnt, gibt jetzt aber den Widerstand auf.
Trotzdem ist der Deal noch nicht fix.
Bis Anfang August muss Castle Lake noch ein verbindliches Angebot vorlegen.
Das Timing ist schon interessant, weil Airlines gerade eigentlich unter Druck sind.
Durch den Konflikt im Nahen Osten sind ja die Kerosinpreise stark gestiegen, was auf die Gewinne der Airlines drückt.
Der Verband IATA schätzt sogar, dass sie sich halbieren könnten.
Auch Novartis hat es so gekauft, nämlich das britische Biotech Myrix Bio für bis zu 1,5 Milliarden Dollar.
Damit will Novartis seine Krebspipeline stärken.
Das Spannende an dem Deal ist der Preis.
Myrix wurde erst 2019 gegründet, hat die wichtigsten Wirkstoffkandidaten noch gar nicht am Menschen getestet und bei der letzten Finanzierungsrunde 2024 haben sie gerade mal 120 Millionen Dollar eingesammelt.
Er sollte hier nichts verpassen und zahlt auch ziemlich viel.
Die Aktie war leicht im Minus.
Dann gab es noch einen großen Deal im Chemiebereich.
Solstice Advanced Materials übernimmt nämlich Element Solutions für 14,5 Milliarden Dollar, großteils in Aktien.
Solstice ist der Honeywell Spin-Off, der erst vor acht Monaten an die Börse gekommen ist.
Die Aktie ist seitdem 75 Prozent gestiegen und diese starke Bewertung nutzen sie jetzt quasi als Währung für den Zukauf.
Element stellt Spezialmaterialien für Halbleiter her und zusammen wollen sie die KI-Lieferkette beliefern, von Chip-Packaging bis zur Kühltechnik für Rechenzentren.
Die Solstice-Aktie war um die 10% im Minus.
Und dann gab es noch zwei Deals und eine weitere Meldung im Rüstungsbereich.
Lockheed Martin kauft für 3,5 Milliarden Dollar Ultra Maritime, eine Firma, die auf U-Boot-Ortung spezialisiert ist.
Die bauen also Sonarsysteme, Sonarbojen und Torpedo-Abwehrsysteme und beliefern damit die Marinen in den USA, Kanada, Großbritannien und Australien.
Verkäufer ist der Private Equity Investor Advent und für die war es ein ziemlich guter Deal.
Die haben nach eigenen Angaben in den letzten drei Jahren nur rund 170 Millionen Dollar in die Firma investiert und haben damit verzwanzigfacht.
Lockheed war leicht im Minus.
Dann hat auch der französische Rüstungskonzern Thales eine Übernahme geplant.
Und zwar vom Unterwasserdrohnenkonzern Exale für 4 Milliarden Dollar.
Das wäre ein Aufschlag von 44 Prozent auf den Kurs von Ende Juni.
Auch Konkurrent Safran war interessiert, hat die Firma aber nur auf knapp die Hälfte bewertet.
Exale und Thales waren beide leicht im Plus.
Und dann noch die Meldung von TKMS.
Der Konzern kriegt nämlich wohl den Zuschlag für einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag aus Kanada.
Konkret geht es um zwölf U-Boote und TKMS hat sich dabei gegen Hanwha Ocean aus Südkorea durchgesetzt.
Der Auftrag soll über 10 Milliarden Dollar einbringen.
TKMS war um die 10 Prozent im Plus.
Das Bild von Griechenland hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt und zwar zum Positiven.
Pascal erzählt euch, wie man davon profitieren kann.
Pleite Griechen, das hat die Bild vor 15 Jahren geschrieben.
Heute sieht es anders aus.
Die griechische Wirtschaft wächst doppelt so schnell wie der Durchschnitt im Euroraum.
Auch an der Börse läuft's, der Artix Composite.
Der griechische Leitindex mit den 60 wertvollsten Firmen ist in den letzten 12 Monaten über 30% gestiegen.
Beim DAX waren es unter 10%.
Die Entwicklung hat auch der Indexanbieter MSCI gesehen, denn während der Schuldenkrise ist Griechenland aus den entwickelten Märkten geflogen.
Bedeutet, Griechenland war auch nicht Teil des MSCI World.
Das macht den Markt weniger liquide und attraktiv für ausländische Investoren.
Aber das ändert sich bald wieder.
Im Mai 2027 steigt Griechenland wieder auf.
Kurzfristig führt das wahrscheinlich zu Verkaufsdruck.
Denn in den Emerging Markets ist Griechenland ein Schwergewicht.
Im MSCI World nur ein Winzling.
Einige Emerging Market Fonds müssen ihre griechischen Aktien deshalb verkaufen.
Aber laut den Kollegen von Morgan Stanley sollen nach dem Aufstieg netto 700 Millionen Euro in den Aktienmarkt fließen.
Wie also kann man davon profitieren?
Mit dem Amundi MSCI Greece gibt es nur einen in Deutschland handelbaren ETF.
Mit einem Plus von 33 Prozent in den letzten zwölf Monaten lief der ganz gut.
Aber das Fondsvermögen von 400 Millionen Euro ist nicht allzu groß und hat auch nur die 25 größten griechischen Aktien.
Und genau die haben einen Haken, denn mehr als 60% des Fonds stecken in den vier größten griechischen Banken und im griechischen Abfüller für Coca-Cola.
Große Teile der Performance kommen von den griechischen Banken, die von der wachsenden Wirtschaft und dem Zinsniveau profitieren.
Spannend dabei, die Alphabank gehört zu fast 30% der Unicredit.
Wesentlich spannender sind aber kleinere Firmen wie Krikri Milk.
Das ist ein Hersteller von griechischem Joghurt und dafür muss ich ein Shoutout an Jonathan von Abilitato geben.
Der hat vor einiger Zeit über die Firma im Podcast gesprochen.
Kurzum, wegen des Trends zur gesunden Ernährung kann Krikri sich vor Nachfrage nicht retten.
Letztes Jahr ist der Umsatz um 28 Prozent auf rund 330 Millionen Euro gestiegen.
An der Börse ist Krikri trotzdem nur 660 Millionen Euro wert.
Nicht so gesund ist Karelia Tobacco.
Das griechische Familienunternehmen ist für jede 300.
Zigarette auf der Welt verantwortlich und macht einen Netto-Umsatz von rund 340 Millionen Euro.
Klingt erstmal wenig, aber zwei Dinge sind spannend.
Zum einen liegt die operative Marge bei 38%.
Zum anderen ist die Familie ziemlich konservativ.
Auf der Bilanz liegen 700 Millionen Euro Cash.
Die Börse bewertet die Firma aber nur mit einer Milliarde.
Das heißt, das profitable Business wird nur mit knapp 300 Millionen Euro bewertet.
Der Haken, die Familie hält fast alle Aktien.
Gehandelt wird kaum was.
Genau deshalb bleibt die Bewertung wohl auch so niedrig.
Wer aber wirklich auf den Aufstieg der griechischen Wirtschaft wetten möchte, kann einen Blick auf Lambda Development werfen.
Die haben vor paar Jahren günstig den alten Athena Flughafen gekauft.
Dort entsteht mit die EleniCon eins der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas und mit dem Riviera Tower der erste Wolkenkratzer Griechenlands.
Lambda hat alle 170 Wohnungen schon verkauft.
Durchschnittspreis 3,6 Millionen Euro.
Zudem ein Hardrock-Casino.
Malls, Marinas, Restaurants und Co.
sollen 80.000 Jobs schaffen.
Das eigene Portfolio schätzt Lambda auf 3,8 Milliarden Euro.
An der Börse ist die Firma aber nur 1,2 Milliarden Euro wert, plus circa einer Milliarde Euro Schulden.
Walmart setzt jetzt auf Optica.
Warum und wie groß das Business für den US-Einzelhandelsgiganten wirklich ist, sagt euch Timon.
Wegen dem Demografiewandel gibt es bei vielen Berufen Nachwuchsprobleme.
Bei Optikern in den USA sind die laut Marktforscher Reveal Your Labs aktuell heftiger als bei 85% aller anderen untersuchten Berufe.
Das ist wohl ein Grund, warum vielmann sich immer mehr auf den 70 Milliarden Dollar US-Markt konzentriert.
Die haben sich die Ketten SVS Vision und Shopko Optical dazu gekauft, haben mittlerweile über 230 Filialen in den USA und sehen den als größten Wachstumshebel.
Da müssen sie aber auch gegen den Big Player Walmart angehen.
Die 900 Milliarden Dollar schwere Einzelhandelskette hat nämlich in seinen Filialen eigene Vision Center, in denen Brillen und Sehtests verkauft werden, oft eine der ersten Anlaufstellen, wenn man in den Markt kommt.
Und weil sie das Nachwuchsproblem direkt zu spüren bekommen, bilden sie ab sofort selbst Mitarbeiter zu Optikern aus.
Zwei Jahre Training, ein eigener Abschluss in Optician Science und wer durchkommt, verdient hinterher fast doppelt so viel.
Normalerweise würde so eine Lizenz über 20.000 Dollar kosten, die übernimmt Walmart jetzt komplett.
Der Konzern hat das in der Vergangenheit auch schon öfter gemacht.
Über 1000 Mitarbeiter konnten ihren Führerschein bei der Firma machen, als es einen LKW-Fahrermangel gab.
Und für Klimaanlagen und Kühltechnik wurden über 600 Wartungstechniker ausgebildet.
Und Walmart lässt hier mittlerweile 75% der Arbeiten mit dem eigenen Personal statt mit externen Dienstleistern machen.
Das spart auch noch Kosten.
Das Optikerprogramm soll erstmal mit 30 Mitarbeitern gestartet werden.
Falls es dann breiter ausgeweitet wird, hat Walmart mit über eineinhalb Millionen Mitarbeitern auch einen großen Pool, um Fachkräfte selbst günstig auszubilden, statt sie teuer am Markt einkaufen zu müssen.
Das Geschäft macht zwar nur weniger als 0,5% vom 700 Milliarden Dollar Gesamtumsatz aus, das ist mit über 2 Milliarden Dollar aber trotzdem so viel wie Vielmanns weltweiter Gesamtumsatz.
Ein anderes Programm, das auch noch relativ klein ist, aber noch sehr wichtig werden könnte, ist OnePay.
Das ist Walmart's eigene Finanz-App, mit der man ein Konto eröffnen, eine Kreditkarte bekommen oder sogar in Kryptowährungen investieren kann.
Die App hat laut Bloomberg mittlerweile 6 Millionen monatlich aktive Nutzer, doppelt so viele wie im Vorjahr.
Und wickelt aufs Jahr gerechnet 50 Milliarden Dollar an Zahlungen ab, auch eine Verdopplung.
Bewertet wurde OnePay zuletzt mit 4 Milliarden Dollar und für Walmart ist die App spannend, weil sie wieder die riesige eigene Mitarbeiter- und Kundenbasis nutzen.
Ein neuer Walmart-Mitarbeiter kann sein Gehalt in zwei Klicks und 20 Sekunden direkt auf ein OnePay-Konto bekommen, inklusive vorgezogener Lohnenauszahlung und besserer Zinsen, ganz ohne klassische Bank.
Und zwei Drittel von denen nutzen hinterher noch mindestens ein weiteres Produkt der App, trotzdem...
laufen mittlerweile schon über 80% der Ausgaben auf OnePay-Karten außerhalb von Walmart-Filialen und über Partnerschaften mit Lohnabrechnungsanbietern wie Workday sollen jetzt auch Mitarbeiter von anderen großen Arbeitgebern als Kunden dazukommen.
Nachteil ist, dass man für diese Wachstumswetten aktuell teuer bezahlen muss.
Walmart handelt aktuell mit einem erwarteten KGV von fast 40, klar über dem eigenen Schnitt der letzten 10 Jahre von ca.
25, damit ist der Einzelhändler mittlerweile teurer bewertet als viele Tech-Konzerne.
Aber das Business ist im Zweifel auch stabiler als viele Tech-Konzerne und nicht so von KI bedroht.
Außerdem drücken die aktuellen Investments auf die Margen.
Mit einer Nettogewinnmarge von 3% ist Walmart zwar noch sehr solide unterwegs, es waren aber in den besten Jahren mal fast 4%.
Wenn man da wieder hinkommt, wäre allein das 25% Gewinnwachstum.
Und wenn man das dazu rechnet, sinkt das KGV schon mal auf 30%.
Anders gesagt, das ist keine total absurde Bewertung, die man gar nicht nachvollziehen kann, aber auch keine, wo man diese Zukunftswetten kostenlos dazu kriegt.
Die müssen eher aufgehen, damit die Aktie vom aktuellen Niveau noch stabiler weiter steigen kann.
Unter anderem deswegen ist die Aktie seit dem High vor zwei Monaten knapp 20% gefallen.
Grund ist nämlich, dass trotz guter Zahlen im letzten Quartal die Prognose nicht erhöht wurde und Wachstum bei gleicher Filialanzahl leicht gefallen ist.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Schönen Tag euch, tschüss!
