# Market Shifts: AI Chips, PE Acquisitions, and Commodity Hedges

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-06

## Transcript

Wir starten die neue Woche mit Zukunftswetten von Walmart.
Eine gegen PayPal, die andere gegen Vielmann.
Außerdem geht es um einen der größten Arbeitgeber der Welt, von dem ihr wahrscheinlich noch nie gehört habt, obwohl die Aktie dieses Jahr sehr gut gelaufen ist bisher.
Und davor gibt es natürlich die aktuellen News von Timon.
Mein Name ist Noah Leidinger.
Heute ist Montag, der 6.
Juli und das ist ohne Aktienwert schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital.
Die haben durch ihre Vollbanklizenz noch bessere Konditionen.
Zum Beispiel gibt es, wie ihr hoffentlich wisst, auf dem Tagesgeldkonto 2,5% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben, auch für Kinderkonten.
Und im PrimePlus Broker gibt es sogar mehrere Partnerbanken, bei denen dann jeweils die Einlagensicherung greift.
Die letzte Woche war für den DAX die stärkste seit 16 Monaten.
Wegen Hoffnungen auf Reformen der Bundesregierung und nachlassender Sorgen um steigende Zinsen ging es letzte Woche 4,5% nach oben.
Und der DAX ist am Freitag auf ein neues Rekord hochgestiegen.
In den USA war die Börse wegen dem Unabhängigkeitstag am Freitag geschlossen.
Das gibt uns nochmal die Chance, einen Blick auf das erste Halbjahr zu werfen.
Eine Sache, die unter den ganzen KI und Tech News bei vielen ein wenig untergegangen ist, ist, dass besonders kleine Unternehmen sehr gut gelaufen sind.
Der Russell 2000, der die Performance von kleineren US-Unternehmen trackt, ist in den ersten sechs Monaten knapp 22% im Plus.
Das ist das beste erste Halbjahr seit 1991 und eine doppelt so gute Performance wie der S&P 500.
Das liegt aber unter anderem auch am KI- und Chip-Hype, weil viele kleine Firmen daher in sehr kurzer Zeit zu sehr relevanten Firmen werden.
Über das Beispiel von AT&S aus Österreich hat euch Christoph letztes Jahr ausführlicher berichtet.
Im Russell 2000 gibt es da zum Beispiel die Aktie von Max Linear.
Die hat sich dieses Jahr mehr als verfünffacht und die sind natürlich auch im Chip-Markt aktiv.
Aber zurück zu den aktuellen Themen.
Der Chip-Hersteller Micron hat mit dem Ausbau seiner Chip-Fabrik in Japan angefangen.
Der Ausbau soll fast 10 Milliarden Dollar kosten, wobei der japanische Staat 3 Milliarden davon übernimmt.
Der hat Micron vor auch schon mit fast 5 Milliarden Dollar unterstützt, weil Japan die Halbleiterindustrie in dem Land wieder aufbauen will.
Der Wirtschaftsminister von Japan hat auch betont, dass wenn andere Chip-Hersteller Fabriken in Japan bauen wollen, sie bereit sind, alles zu tun, um die zu unterstützen.
Neben Japan baut Micron auch zwei Werke in Idaho und eine Anlage für ganze 100 Milliarden Dollar in New York.
Insgesamt konnten sich Chip-Hersteller nach dem Rücksetzer am Donnerstag wiederholen.
Zwar nicht in den USA wegen der Feiertage, aber in Südkorea haben SK Hynix und Samsung um die 10% zugelegt.
Und auch in Europa sind ixtron, Siltronic und Süß Microtech zwischen 5 und 10% im Plus gewesen.
Und zu SG Hynix ist noch spannend, dass die Firma ja diesen Freitag auch in den USA als Zweitlisting an die Börse soll.
Und die Firma überlegt wohl, den Banken, die sich um den Börsengang kümmern, knapp 0,5% vom Wert der ausgegebenen Aktien an Gebühren zu geben.
Die Firma ist gerade knapp 1100 Milliarden Dollar wert und will bei dem Börsengang bis zu zweieinhalb Prozent ihrer Aktien ausgeben.
Die Banken könnten also über 130 Millionen Dollar einfahren.
Nach US-Maßstäben wäre die 0,5% Gebühr klein, selbst SpaceX hat ja 0,67% gezahlt und normal sind bei IPOs über 1%.
Trotzdem wäre das Listing eins der größten aller Zeiten.
Geleitet wird der Deal von Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs und JP Morgan.
Dann gab es noch zwei Übernahmemeldungen.
Einmal hat Continental zugestimmt, seine Tochter Contitec an den Private Equity Investor Lone Star Funds für 4 Milliarden Euro inklusive Schulden zu verkaufen.
Contitec macht unter anderem Fließbänder und Luftfedern für die Industrie und Continental will sich durch den Deal stärker auf sein Reifenbusiness konzentrieren.
Die Continental-Aktie war nach den News leicht im Plus, der Deal hatte sich aber auch schon länger angedeutet.
Jetzt steht er fest und soll bis Ende des Jahres durch sein.
Der Großteil vom Cash durch den Verkauf soll an die Aktionäre in Form von Aktienrückkäufen und einer Sonderdividende gehen, der Rest geht in den Schuldenabbau.
Private-Equity-Unternehmen kaufen sich gerade viel bei Industrieunternehmen ein, weil sie die eher als KI-Gewinner als als Verlierer sehen.
Bain Capital hatte sich zum Beispiel letzten Monat eine Mehrheit an VWs Dieselmotoren-Sparte gesichert.
Und Blackstone hat mit anderen Investoren im April den britischen Flugzeugzulieferer Senior PLC übernommen.
Dazu könnte dann auch passen, dass der tschechische Milliardär Michael Strinert gerade in Gesprächen mit dem chinesischen Staatskonzern Sinuchem ist.
Sinochem ist mit 34% Anteil Großaktionär beim Reifenhersteller Pirelli und Strinnert will für 1 Milliarde Euro 14% an Pirelli von Sinochem abkaufen.
Das würde die Firma mit knapp 7,5 Milliarden Euro bewerten, ungefähr so viel wie Pirellis Börsenwert.
Die Aktie ist auch deswegen nur leicht gestiegen, ist dieses Jahr aber auch schon fast 20 Prozent im Plus.
Dass Pirelli zum großen Teil China gehört, stand im wichtigen US-Markt auch schon in Kritik.
Gerade wegen den neuen sensorbestückten Cyber-Rifen macht man sich dort Sorgen um die Datenweitergabe.
Ein kleinerer Sinuchem-Anteil würde da Druck nehmen.
Dabei ist der Deal noch nicht ganz durch.
Die größte Hürde ist die Genehmigung durch Chinas staatliche Aufsichtsbehörde SASAC, die würde frühestens Ende Juli kommen.
Die Deutsche Telekom hat sich jahrelang vor Gericht mit einer dänischen Firma gestritten, die bei uns kaum jemand kennt.
Dabei hält sie tausende Telekom-Standorte in Deutschland am Laufen.
Jetzt ist der Streit vorbei und die Aktie der Dänen ist eine der besten des Landes in diesem Jahr.
Christoph erklärt, was dahinter steckt.
Die Firma heißt ISS und kommt aus Kopenhagen und sie putzt.
ISS ist einer der größten Gebäudedienstleister der Welt und mit über 325.000 Mitarbeitern einer der größten privaten Arbeitgeber überhaupt.
Das Geschäftsmodell Großkonzerne lagern alles rund ums Gebäude an ISS aus, also zum Beispiel Reinigung, Kantine, Empfang, Sicherheitsdienst oder technische Wartung.
Das größte Geschäft ist die Reinigung und die ist anspruchsvoll.
Bei Fahnerkunden zum Beispiel muss es in den Produktionsräumen klinisch rein sein.
Da gelten ganz strenge Vorschriften.
Wer sich da einmal eingearbeitet hat, wird ungern ausgetauscht.
Deshalb verlängern auch 94% der Kunden ihre Verträge.
Damit ist das Geschäft quasi ein Abo.
Insgesamt macht ISS damit um die 11 Milliarden Euro Umsatz.
Allein schon wegen der vielen Mitarbeiter ist die operative Marge aber mit 5% nicht sehr hoch.
Es ist also ein klassisches Volumengeschäft.
Zu den Kunden gehören zum Beispiel die britische Großbank Barclays, britische Ministerien und eben die Telekom.
Grati Telekom zeigt aber ein Problem von diesem Business.
2019 hat ISS das komplette Gebäudemanagement der Telekom in Deutschland übernommen.
Damit kümmert es sich um 9000 Standorte, also Büros, Funkmasten oder auch Rechenzentren.
Das war der größte Auftrag der Firmengeschichte und hat fast 5% vom Konzernumsatz ausgemacht.
Aber ISS hat sich verkalkuliert.
Der Aufwand dafür war deutlich höher als geplant und der wichtige Auftrag wurde zum Verlustbringer.
Der Streit eskalierte, weil sich ISS und Telekom nicht einig geworden sind, wer für die Mehrkosten aufkommt.
ISS zog vor ein Schiedsgericht und die Telekom hielt Zahlungen zurück.
Es ging da um rund 80 Millionen Euro.
Das zog sich über Jahre und zeigt, wenn ein einzelner Kunde so wichtig ist, wird jeder Streit zur Gefahr fürs ganze Geschäft.
Erst im Mai haben die beiden den Streit beigelegt und den Vertrag dann auch gleich bis 2035 verlängert.
Das klingt erstmal komisch, ist aber eigentlich logisch.
Die Telekom will sich einerseits den aufwändigen Anbieterwechsel nicht nochmal antun und ISS andererseits will den größten Kunden behalten.
Die zurückgehaltene Million soll ISS jetzt noch bekommen.
Nach der Einigung hat ISS sogar seine Umsatzprognose angehoben.
Spannend ist auch, wo neues Wachstum herkommen könnte.
Im letzten Analystencall wurde nämlich nach den Chancen durch die Aufrüstung gefragt, denn auch Kasernen und Stützpunkte müssen ja schließlich gereinigt, bekocht oder bewacht werden.
Das australische Verteidigungsministerium hat ISS zum Beispiel schon als Kunden gewonnen.
Das ist auch bei der Aktie gut angekommen.
Auf Sicht von einem Jahr hat sie 60 Prozent gewonnen und ISS ist damit um die 6 Milliarden Euro wert.
Das ist das 14-fache vom erwarteten Gewinn.
Dazu gibt es noch 1% Dividendenrendite.
Nachdem der Telekom-Streit gelöst ist und mit Defense ein neuer Wachstumstreiber gefunden sein könnte, klingt das nicht absurd teuer, aber große Wachstumssprünge sollte man bei so einem Business auch nicht erwarten.
Jetzt frage ich dich, du Socke voll Popcorn!
Fisch im Tor!
Möchtest du bei mir spielen?
Möchtest du das Feuer sein oder das Wasser?
Die Angst vor hohen Zinsen hat den Goldpreis in den letzten Wochen ja massiv gedrückt und auch den Silberpreis.
Viel spannender als all das ist aber die Frage, wer davon profitiert.
Und da ist mir der dänische Schmuckhersteller Pandora eingefallen.
Der hat letztes Jahr wegen dem krassen Anstieg beim Silberpreis über 60% verloren.
Mittlerweile hat sich der Kurs wieder ein bisschen erholt und der Börsenwert liegt bei 8 Milliarden Dollar.
Pandora ist nach Stückzahl der größte Schmuckhersteller der Welt und vor allem bekannt für seine Charm-Anbänder.
Also Armbänder, auf die man sich nach und nach kleine Anhänger draufstecken kann.
Über 100 Millionen Stück Schmuck verkaufen sie pro Jahr, größtenteils von Hand in Thailand und mittlerweile auch in Vietnam.
Und verkauft wird in über 100 Ländern über 2700 eigene und Franchise-Läden.
Die Charmarmänder sind ziemlich attraktiv, weil ein einzelner Anhänger nur paar Dollar kostet, aber wer einmal ein Armband hat, kauft immer mehr Anhänger dazu.
Beziehungsweise bekommt sie gekauft.
Rund 70% vom 5 Milliarden Dollar Umsatz macht Pandora mit Geschenken und wer ein Geschenk kauft, schaut weniger auf Preise oder Rabatte.
Bei Kundenumfragen ist rausgekommen, dass bei der Hälfte dieser Geschenke zumindest schon angedeutet wurde, was der Beschenkte haben möchte.
Das gibt Pandora laut Morningstar Preissetzungsmacht und die Bruttomarge liegt bei 80%.
Vergleichbar mit Softwarefirmen.
Aber weil rund ein Drittel der Materialkosten in Silber steckt, geht das Management davon aus, dass sich die operative Marge 2027 auf 12% halbieren wird.
Der Grund, warum sie nicht schon vorfällt, ist, dass Pandora sich immer für ein paar Jahre gegen den Silberpreis absichert.
Für 2027 stehen diese Verträge nicht mehr.
Das wird also nochmal ein schwieriges Jahr werden.
Zu dem Thema ist mir der Buffett-Spruch eingefallen, dass man keine Farm kauft.
weil man davon ausgeht, dass es nächstes Jahr regnen wird, sondern weil man davon ausgeht, dass es ein gutes Investment für die nächsten 10 bis 20 Jahre ist.
Aber Buffett sagt auch, dass Turnarounds selten turnen und auf einen Business Model Turnaround scheint es bei Pandora gerade hinaus zu laufen.
Um sich nämlich gegen das Silberrisiko abzusichern, sollen bis 2028 80% vom Umsatz mit Silberschmuck von Platin-beschichtetem Schmuck übernommen werden, Der sieht ähnlich aus und fühlt sich ähnlich an.
Bei Pandoras nicht super teuren Affordable Luxury Produkten ist Kunden das tatsächliche Material auch weniger wichtig und außerdem wird es eh nur für die oberste Schicht benutzt.
Drunter ist Pandoras eigene Metalllegierung namens Evershine.
Pandora hat schon Erfahrung mit Gold- und Rhodiumbeschichtungen, aber die Umstellung zu Platinen kostet Zeit und Geld und sie kommt spät.
Die Probleme durch den schwankenden Silberpreis gibt es nämlich schon seit Jahren und man hätte sich eigentlich viel früher breiter aufstellen können.
Seit Januar ist die ehemalige Marketingchefin, Bertha de Pablos-Bavier, CEO, die war vor bei LVMH und Kering und hat jetzt den Platin-Pivot gestartet.
Beim Management gibt es also auch noch Veränderungen.
Das macht es schwerer, ein Investment einzuschätzen, denn damit der Case Sinn ergibt, muss man dem Management glauben, dass sie den Platin-Schiff tatsächlich in den nächsten zwei Jahren schaffen.
Und man muss davon ausgehen, dass die Kunden mitspielen und den Schmuck genauso wie vorher weiterkaufen.
Aktuell ist die Marke stark.
40% der Website-Besucher suchen direkt selbst nach der Seite.
Und unbezahlte Werbungen, wie zum Beispiel über Modemagazine, treibt das Wachstum in einzelnen Ländern, wie zum Beispiel Spanien.
Darauf will sich Pandora jetzt weltweit fokussieren.
Wenn der Shift also klappt, kann es auch wieder mittleres, einstelliges Wachstum geben.
Wenn wir von 5% ausgehen, würde das plus die 3% Dividendenrendite und plus die 6% Aktienrückkaufrendite eine jährliche Gesamtrendite von 14% ergeben, wobei die Rückkäufe erst wieder losgehen, wenn man mit dem Platinschiff durch ist.
In den letzten 10 Jahren haben sie aber über ein Drittel ihrer ausstehenden Aktien zurückgekauft.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Euch einen guten Start in die Woche.
Bis morgen.
Adios.
