# Mercado Libre: Ecosystem Scaling & Long-Term Value Creation

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-07-04

## Transcript

Mercado Libre ist mit 90 Milliarden Dollar Börsenwert die wertvollste Firma in Argentinien.
Sie ist eine Art Mischung aus dem PayPal und Amazon Südamerikas.
Sie setzt sich seit Jahren gegen harte Konkurrenz von zum Beispiel Amazon durch, wächst gerade wieder mit 50 Prozent und wird trotzdem nur mit dem 40-fachen vom Gewinn bewertet.
Außerdem hat da gerade der legendäre Investor Michael Burry investiert und er glaubt, dass er über 15 Jahre 15 Prozent Rendite pro Jahr machen kann mit der Aktie.
Ist das wirklich möglich?
Hat das Business...
Große Risiken, die man aktuell nicht sieht.
Und wie funktioniert so ein Geschäft in Südamerika überhaupt?
Das alles haben wir mal wieder mit Lorenz Malte Nina diskutiert, zu dem wir auch schon viele andere Deep Lives hatten, zum Beispiel zu MTU und John Deere.
Wenn er nicht bei uns im Podcast ist, berät Lorenz mit seiner Firma den Fonds Compound Interest, der langfristig in Compounder an der Börse investiert.
2024 war er da auf Platz 22 von 3.700 Aktienfonds bei Capinside.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital.
Die haben durch ihre Vollbank-Lizenz noch bessere Konditionen.
Zum Beispiel gibt es auf dem Tagesscale-Konto 2,5% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben und damit genug der Vorrede und rein ins Gespräch.
Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Lorenz, wir starten ja immer gern mit der Geschichte und unserer Folgenreihen.
Du warst ja auch schon oft zu Gast, hast ja schon oft mitgemacht.
Bei Mercado Libre geht die Geschichte für eine Digitalfirma relativ weit zurück, bis 1999.
Börsengang war dann 2007, also schon eine relativ alte Firma.
Willst du uns mal so grob in die Geschichte mitnehmen, was für die wichtigsten Schritte waren?
Kaveat vorneweg, ich werde ab und zu nicht Mercado Libre sagen, sondern Meli.
Seht es mir nach, der Ticker ist da bei mir eher hängen geblieben als die Company selber.
Wie du gesagt hast, die Firma ist 1999 gegründet worden, die drei Gründer und den Markus Galperin, dem auch heute noch knapp 10 Prozent von der 84 Milliarden Company gehören, waren eben in Stanford, haben da MBA gemacht und natürlich das Silicon Valley damals in der Internetsturm und Drangzeit voll mitbekommen und haben sich dann überlegt, irgendwie gibt es das in Lateinamerika noch nicht, wo wir herkommen.
Und sind dann zurück nach Buenos Aires gegangen und haben da überlegt, jetzt bauen wir mal eBay in so einer Garage eben.
Also so richtig Silicon Valley Style.
Als sie dann eben nach Argentinien zurückgegangen sind und das Geschäft gestartet haben in einem Land, was jetzt nicht nur bekannt dafür ist, auf jeden Fall in den letzten Jahren nicht nur bekannt dafür ist, dass es da gut läuft, haben diese eben wahrscheinlich mit viel Leidensfähigkeit geschafft, als die führende E-Commerce-Website aus Lateinamerika durchzusetzen.
Es gab über 80 Wettbewerber, die auch teilweise deutlich besser finanziert waren.
Aber Meli hat es irgendwie geschafft, so zu wachsen, dass sie als Organisation das verdauen konnten.
Hatten keinen krassen Cashburn für unrentable Kunden und haben dann eben den Dotcom-Crash überlebt, wo ja für viele, die eben unrentabel waren, auf einmal gab es kein Geld mehr, um neue Kundenkohorten zu schreiben.
Und auch kurz nach dem Dotcom-Crash tatsächlich ist dann eben eBay mit eingestiegen.
Sie haben eBay deren Lateinamerikageschäft quasi abgekauft.
Wahrscheinlich einen Tacken zu viel dafür bezahlt, aber haben damit quasi auch einen großen Wettbewerber ganz früh aus dem Markt genommen.
Also da standen sie im Grunde genommen dann alleine da.
Sind dann 2007 mit einem Primärlisting in die USA an die Börse gegangen, an der Nasdaq.
Und ich meine, das Geschäft läuft, lief am Anfang...
Internetnutzer steigen von 18 Millionen auf über 100 Millionen in Lateinamerika.
Die Mittelschicht wächst.
Retail war relativ schwach.
Ich nenne das immer so die erste Phase, wo sie wirklich sehr wie eBay waren.
Sie haben eBay und PayPal gehabt.
Im Grunde genommen den PayPal-Bereich, den sie Mercado Pago nennen, nur um die Transaktionen auf der Plattform zu facilitaten.
Und das Vertrauen herzustellen.
Und die Logistik hat man eigentlich am langen Ende anderen gelassen.
Man hat kein One-Pee gemacht.
Es war auch ein unorganisierter Katalog.
Und in der Phase wuchs das Geschäft auch schön.
Ich habe es mir damals dann 2015, als eBay auf Druck von Carl Icahn PayPal abspalten durfte, habe ich mir eBay angeschaut und bin dann natürlich auch irgendwie auf Mercado Libre gestolpert.
In dem Jahr hat Mercado Libre so knapp 200 Millionen...
EBIT gemacht und dann haben sie sich überlegt, Jupp, wie sieht es denn aus, Amazon kommt jetzt hier auch in unsere Märkte langsam rein.
Zu dem Zeitpunkt waren sie auch schon in ganz Lateinamerika, also Argentinien, Brasilien, Venezuela, Peru, Mexiko, also Großteile abgedeckt.
Das hat sich auch seitdem nicht viel verändert, aber eben Amazon kam mehr und mehr rein, hat Brasilien auch als Fokusmarkt auserkoren und da hat sich dann das Unternehmen mal wieder dafür entschieden zu leiden.
und gesagt, okay, wir wollen nicht, dass Amazon uns den Markt wegnimmt.
Überraschung.
Und haben eben auch physische Logistik aufgebaut.
Also ich war kürzlich in Mexiko-Stadt zum Beispiel und da fuhren deutlich mehr Mercado Libre-Wägen rum, so wie hier die Amazon Prime-Wägen rumfahren, als Amazon Prime-Wägen eben in Mexiko-Stadt.
Und dieses Mercado Envios, nennen sie das Logistikgeschäft, Da haben die schon erstmal auch richtig reingebuttert.
Also von 200 Millionen Gewinn auf minus 100 Millionen zu gehen, als eher mature company, die zu dem Zeitpunkt zwischen 15 und 20 Prozent wuchs.
Und dann hat das auch nicht sofort krass nach oben geschnellt, das Wachstum.
Das muss man auch erstmal durchziehen können als Organisation.
Wie gesagt, also Eigenlogistik aufgebaut.
Heute haben die 50 Distributionszentren.
Deliveren einen Großteil, über 70 Prozent der Packages werden von Envios ausgeliefert.
Größtenteils in 24 bis 48 Stunden.
Was wir in Deutschland, denken wir immer, das muss noch viel schneller gehen.
Aber in den USA und großflächeren Ländern dauert es meistens deutlich länger.
Und da auch spannend, ich glaube tatsächlich Logistik ist gerade in die noch nicht so entwickelt sind, nochmal ein krasserer Mode, weil hat die Person wirklich eine Adresse?
Ist die Straße wirklich da?
Muss man vielleicht nochmal durch drei Hinterhöfe durch, bis man irgendwo ist, wo jemand was bestellt hat?
Das muss man eben alles auch gemanagt kriegen.
Zeitgleich haben sie in der Phase noch den One-P-Marktplatz aufgebaut.
Es ging da primär um Elektronik, aber auch um Lebensmittel.
Das hat, glaube ich, bisher noch nicht so gut funktioniert, die Elektronik aber schon.
Und sie haben eben das Fintech-Ökosystem ziemlich aufgebaut.
Also vorher, so wie wir jetzt noch PayPal hier haben, hast du so einen Button quasi auf der Merchants-Seite bei MercadoLibre und der User hatte seine MercadoPago-App.
Und heute kannst du dann viel mehr Stellen mit dem Payment-System von MercadoLibre bezahlen.
Du kannst eine Kreditkarte kriegen, du kannst Geld anlegen.
Du kannst aber auch einen Konsumentenkredit kriegen.
Und diese Opferungsphase hat sich eben auch hoch bezahlt gemacht.
Von 200 Millionen runter auf minus 100, jetzt auf drei Milliarden.
Ich glaube, wenn man nur die Zahlen hätte, dann würden das die meisten machen.
Das ist aber schon auch ein hohes Risiko.
Und glaube ich auch die Belohnung für langfristiges unternehmerisches Handeln.
Also immer wenn man mit der Company interagiert, merkt man schon, dass die eben so Bezos, credo-mäßig nicht über die nächsten drei, vier Quartale denken, sondern versuchen, okay, wie können wir langfristig unsere Wettbewerbsvorteile erhöhen.
Genau, und jetzt dieses Jahr ist der Markus Galperin, also zum 1.1.
ist der Markus Galperin nicht mehr CEO von Mercado Libre, sondern hat dann den Ariel übergeben, der eben im Grunde genommen den krassen Ausbau der Commerz-Sparte geleitet hat und diesen Logistikaufbau mit vorangeschrieben hat.
Genau, der ist weiterhin als Chairman dabei.
behält seine Anteile, aber ist eben nicht mehr im Day-to-Day-Geschäft dafür verantwortlich.
Da muss man auch sagen, war er wahrscheinlich vorher nicht mehr so super krass.
Er lebt in Uruguay und nicht in Argentinien und so.
Also ja, genau.
Das ist so die Geschichte von Mercado Libre im Kurzabriss.
Du hast jetzt schon OneP als Stichwort angesprochen.
Das heißt, teilweise übernehmen sie auch für andere Händler die Logistik mit.
Und bei OneP ist es so, dass sie selbst quasi Elektronik einkaufen und dann wie ein klassischer Händler weiterverkaufen.
Genau, aber über 90% ist 3P.
Also das ist wirklich, wo sie sagen, es sind Kategorien, die von unseren Merchants nicht so abgedeckt werden, wie wir uns die vorstellen.
Da gehen sie mit rein.
Oder eben auch teilweise, sag ich mal, als Signal für die Merchants, guck mal, hier geht auch was.
Das ist im Grunde genommen eher die 1P-Strategie.
Ich würde jetzt nicht erwarten, dass das drastisch zunehmen wird, aber ich meine, geht am langen Ende auch in die Richtung, wie das Amazon ja fährt.
Die versuchen ja eigentlich auch, ihr One-P-Geschäft zurückzufahren und das eher, also ich übertreibe ein bisschen, aber in der Tendenz, das 3P-Geschäft bei denen wächst viel stärker als das One-P-Geschäft.
Und ist es so, wenn man jetzt nochmal versucht, das Handelsbusiness näher zu verstehen, von den Produkten her kann man sich vorstellen, ist es relativ ähnlich zu dem, was Amazon verkauft oder ist zum Beispiel viel Lebensmittellieferung dabei oder wie ist so das grobe Sortiment?
Nee, eher so, wie kannst du den Kunden auch wie so eine Amazon vorstellen.
Du hast da drunter kommt eine Shopee, das ist ein Wettbewerber aus Asien, der eben viel aus China importiert.
Der greift quasi von unten an, Amazon sitzt so ein bisschen da drüber und Mercado Libre sitzt im Grunde genommen dazwischen.
Aber am langen Ende ist es eher vergleichbar mit einer Amazon von den Produkten her.
Also der Elektronikanteil ist deutlich gestiegen die letzten Jahre, das war lange niedriger als bei Amazon, aber nähert sich dem jetzt auch langsam an.
Und wenn man das mal so einfach nur, wir haben jetzt irgendwie viel qualitativ gesprochen, wenn man das mal einfach in Zahlen greifen möchte, dann ist es eben so, dass eine Melee hat jetzt 32 Milliarden Umsatz gemacht über die letzten zwölf Monate und eben mit einem hohen Umsatzwachstum dazu.
Und der GMV liegt jetzt bei 71 Milliarden US-Dollar.
Also das ist schon auch ganz ordentlich.
Das heißt, wir haben für 71 Milliarden wurden quasi auf der Plattform Produkte verkauft, das ist ja mit GMV gemeint.
Wenn man jetzt schaut für Amazon, das Kernhandelsgeschäft ist natürlich profitabel, aber auch so ein bisschen begrenzt.
Was wir Amazon ein Riesentreiber waren in den letzten Jahren, ist das Werbegeschäft, das wir für ihre Plattform gestartet haben.
Und das hat Mercado Libre auch.
Ist das auch schon so relevant oder ist das was, was jetzt noch in den nächsten Jahren kommen wird?
Das ist auch schon ziemlich relevant.
2,5% vom GMV, das ist jetzt noch nicht...
Das sind so knapp ein bisschen über zwei Milliarden pro Jahr.
Das ist jetzt relevant, weil es eben hoch profitabel ist.
Wenn man eben sagt, man macht drei Milliarden operativen Gewinn und du hast eben diese zwei Milliarden Digital Advertising, dann ist das mit wahrscheinlich 80 Prozent inkrementeller Marge, dann ist das schon extrem wertbeitragend.
Und da ist aber auch noch viel Potenzial drin.
Also die beschreiben selber.
dass sie eigentlich davon ausgehen, dass aktuell ist deutlich unter 50 Prozent von Retail Media digital in Lateinamerika.
Sie haben knapp 50 Prozent davon und sie gehen davon aus, dass das sich mehr als verdoppeln wird die nächsten paar Jahre und implizit auch, dass ihr Anteil daran steigen wird.
Du hast jetzt schon gesagt, es gab quasi eine Phase, wo man sehr kapitaleffizient schon war, gute Gewinne gemacht hat und dann gab es so eine große Investitionsphase.
Und jetzt in diesem Jahr kamen ja wieder Meldungen raus, dass unter anderem auch durch starke Konkurrenz von Amazon, von Shopee, sie wieder mehr in Logistik investieren und wieder mehr Capital Expendages haben.
Wie schaust du auf die Phase?
Jetzt kann man sich nochmal auf so eine Fünfjahresphase einstellen, wo sie jetzt wirklich massiv investieren oder wie schätzt du das ein?
Also ja, ich glaube schon, dass die massiv investieren werden.
Ich glaube nicht, dass sie nochmal...
Lossmaking werden, halte das aber eigentlich für positiv, weil sie mal wieder zeigen, dass sie bereit sind, ein bisschen länger zu denken und damit eben den langfristigen Unternehmenswert steigern können.
Und das ist für mich immer so ein Punkt, der, ich habe da jetzt schon ein paar Mal drauf rumgehackt, aber das sieht man relativ selten, dass Management-Teams und Companies sich dazu in der Lage sehen, diese Entscheidungen zu treffen und zu sagen, hey, ich...
nehmen jetzt den Schmerz und muss mir das von Investoren anhören und man liest in der Presse, ah, dem geht es schlecht und was auch immer, um dann in drei, vier, fünf Jahren besser dazustehen.
Und ich meine, die Opportunität ist nach wie vor groß.
Also ich meine, du hast in Lateinamerika ungefähr 700 Millionen Menschen.
Sie haben gerade mal um die 100 Millionen, so ein bisschen wie du es gucken möchtest, monthly active users.
Der durchschnittliche Kunde in Lateinamerika bestellt so sieben bis acht Items pro Jahr online.
Bei Melee sind es elf, also schon mal 50 Prozent höher.
In den USA sind es eben eher so Richtung 50.
Also da ist schon nochmal, du hast das Potenzial, dass es nicht mehr 100 Millionen User sind, sondern 200, 250, 300.
Irgendwann wird das weniger, weil meistens hast du dann pro Familie oder pro Haushalt einen Account und solche Geschichten.
Und dann eben noch pro Account, dass deutlich mehr eingekauft wird.
Also da ist schon noch relativ lange Wachstumspotenzial für Melee da.
Und sich den Kuchen nicht vom Teller nehmen zu lassen, ist da glaube ich eigentlich eine ganz clevere Strategie.
Und die E-Commerce-Penetration laut Euromonitor ist auch grob die Hälfte von dem, was in der USA so abgeht.
Eigentlich bin ich da ganz optimistisch und sie haben schon angefangen, so eine Amazon Prime-artiges Abo aufzubauen, wo du eben Netflix und so Geschichten mit dazu kriegst und eben auch Loyalitätspunkte, die dann einlösen kannst, um günstiger zu shoppen und so.
Also sie bauen sich da ein Ökosystem um Subscriptions, um Logistik, um AI.
und eben ihren zweiseitigen Marktplatz auf, das finde ich eigentlich ganz gut.
Und dann kommt natürlich noch Fintech dazu, aber da kommen wir ja wahrscheinlich nochmal drauf.
Genau, bevor wir auf Fintech schauen, vielleicht nochmal, wenn man sich jetzt international das Business anguckt, in den verschiedenen Staaten, ist es so, dass es immer noch sehr abhängig von ein, zwei Märkten sind oder schaffen sie es wirklich sehr gut zu diversifizieren, die einzelnen Länder?
Ja, also das ist da ja ein bisschen volatiler.
Also ich meine, aktuell ist es schon so, dass Großteil vom E-Commerce-Geschäft ist Brasilien.
Dann sind Argentinien, Mexiko, Ballpark gleich auf.
Und dann hast du eben, beziehungsweise Mexiko ist doch nochmal einen deutlichen Schnaps größer.
Und dann hast du Other.
Und Other ist echt überschaubar.
Das war mal größer.
war, weil Venezuela, bis die dann eben ihre Krise gekriegt haben vor, was war das, so fünf, sechs, sieben Jahren.
Und dann wurden die irgendwann dekonsolidiert, weil die Inflation da so abgegangen ist und man das einfach accountingtechnisch gar nicht mehr darstellen konnte.
Das ist zum Beispiel ein Risiko, dass hier sowas in Brasilien, in Argentinien auch passiert.
Argentinien ist gar nicht so wichtig, würde ich sagen, auf der...
E-Commerce-Seite, aber auf der Payment-Seite ist das schon das zweitgrößte Land für die.
Also das muss man im Auge behalten.
Meiner Meinung nach sind sie jetzt mit den drei Core-Ländern, die sie haben, ganz gut aufgestellt.
Die anderen Länder sind sie, glaube ich, auch so aufgestellt, dass sie im Zweifelsfall relativ schnell da auch ausrollen können.
Mein Verständnis ist aber zum Beispiel, dass Amazon in anderen Ländern gar nicht aktiv ist.
Also Mexiko und Brasilien sind im Grunde genommen die Kriegsschauplätze.
Und Argentinien ist eben das Gründungsland von Mercado Libre.
Da sind sie unangefochtener Platzhirsch.
Und in anderen Ländern muss man eben schauen.
Ich glaube, die monitoren das sehr klar.
Und je stärker Chinesen da reingehen, desto mehr würden sie wahrscheinlich auch da reingehen.
Aber das sind im Grunde genommen die...
die wichtigen Länder aktuell.
Passend zu Mercado Libre freue ich mich heute wieder auf unseren neuen Partner hinzuweisen, nämlich den Vermögensverwalter und Fondsmanager DJE.
DJE ist ursprünglich mal ähnlich gestartet wie dieser Podcast hier, damals als Informationsmedium für Aktien in Briefform.
Das war schon 1974.
Und mittlerweile verwalten sie über 17 Milliarden Euro an Vermögen.
Das machen sie bis heute als familiengeführtes Unternehmen.
Und was uns an der Partnerschaft gereizt hat, ist, dass DJE, genau wie wir im Podcast, einen starken, fundamentalen Ansatz hat und sehr auf die Qualität bei den Aktien schaut, in die sie investieren.
Und jetzt zum Thema Mercado Libre.
Viele spannende Aktien kommen ja eben aus Regionen wie Südamerika oder Asien, wo man als Anleger teilweise nicht die Zugänge hat, also teilweise gar nicht investieren kann.
oder zumindest nicht die Infos hat.
Zum Beispiel haben wir hier auch schon öfter über den Boom bei koreanischen Rüstungsfirmen geredet, über die man aber an den deutschen Börsen nicht investieren kann.
Bei den Profis von DDE ist es wiederum so, dass sie erstens viel in diesen Ländern unterwegs sind und mit ihrem Fonds DDE Asien direkt in Asien kaufen.
In dem Fonds investiert DDE übrigens einerseits in die eher bekannten KI-Player wie TSMC oder Samsung.
Aber sie haben auch stabile Beimischungen dabei.
Zum Beispiel ist mir aufgefallen Great Eagle, eine der größten Positionen der Hotel- und Immo-Firma.
Oder Guangdong Investment.
Die halten unter anderem 90% an einem gigantischen Infrastrukturprojekt, das Hongkong mit Wasser versorgt.
Noch nie gehört, aber da im Portfolio.
Mehr Infos sind in der Beschreibung und das Ganze ist wie immer natürlich keine Anlageempfehlung.
Wenn wir jetzt auf das zweite Business schauen, du hast schon gesagt, sie haben letztes Jahr, in den letzten zwölf Monaten, so um die 32 Milliarden Umsatz gemacht.
Ein großer Teil davon, um die 40 Prozent, kommt aber ja schon aus dem Finanzbereich, also von Finanzlösungen.
Das war, wie du schon gesagt hast, ursprünglich eher so eine Art PayPal.
Mittlerweile vergeben sie aber auch Kredite, haben viele Kreditkarten.
Kannst du mal so groben Überblick geben, wie dieses Business heute aussieht?
Ja, klar.
Also sie haben da 83 Millionen Nutzer für das Fintech-Geschäft.
Wenn man das mal vergleicht mit PayPal, dann ist das grob ein Fünftel der Anzahl der User und nochmal 83 versus 670 Millionen.
Also da ist schon auch noch ein bisschen Raum.
Das Originärgeschäft, woher das kommt, ist im Grunde genommen auf der einen Seite das Payment Processing für den Händler und auf der anderen Seite die Wallet beim Endkunden.
Also so wie wir es auch mit PayPal gewohnt sind.
Was jetzt aber da noch mit dazu kommt, sind zum einen, dass diese Wallet mehr kann.
Du kannst ja jetzt einfach auch Geld anlegen.
Die verwalten mittlerweile 20 Milliarden in dem Grunde genommen Money Market Funds für Kunden.
20 Milliarden auf 83 Millionen ist eben auch entsprechend ein bisschen mehr als 200, 220 Dollar pro Kunde.
Das ist jetzt auch nicht gerade die Welt.
Also da ist auch noch einiges an Potenzial.
Und dann, wie gesagt, was du angesprochen hattest, neben die Kredite.
Das ist mittlerweile grob die Hälfte von dem Fintech-Umsatz, einen Tacken mehr, glaube ich sogar.
Und das ist auch aktuell der Grund, warum ich nicht investiert bin, weil das schon ein extrem profitables Geschäft ist für die.
Und bei einem Geschäft wie Mercado Libre, was...
die aktuell auf einem knapp 30er operativen Gewinn steht vom Multiple her.
Wenn die eben dann mal ein Viertel wegbrechen würde, dann wäre das eher nicht so schön.
Bisher haben sie aber gezeigt, und deswegen schaue ich mir das kontinuierlich an, dass sie das sehr gut durchmanagen.
Bisher sind die Kreditausfallraten über 30 Tage, über 90 Tage relativ stabil.
Sie machen eben Kredite für Händler, wo sie sagen, hey, wir kennen die Händler schon seit x Jahren.
Wir wissen, wie viel, wie die agieren, wie ihr Geld bei denen reinkommt und können im Zweifelsfall auch einfach bei den Umsätzen, die wir uns auf der Plattform machen, direkt die Kreditrate sozusagen abgreifen.
Bei den Konsumentenkrediten, da haben sie jetzt im ersten Quartal diesen Jahres irgendwie 2,7 Millionen neue ausgegeben.
gelingt an deine Wallet von Mercado Libre.
Sie haben eine Banklizenz in Brasilien.
Ich meine, sie sind in den letzten Zügen, die in Mexiko zu kriegen.
Versuchen natürlich, genauso wie eine Nubank das auch versucht und wie jedes anständige Fintech, das Gehaltskonto zu kriegen.
Schauen wir mal, wie das so geht.
Aber das ist im Grunde um deren Fintech-Geschäft.
Und wie gesagt, das hat eine schöne Das passt gut zusammen mit dem Marktplatzgeschäft, weil du viel mehr Daten über das Verhalten deiner Kunden hast.
Sowohl auf der B2B-Seite als auch auf der B2C-Seite.
Und historisch war es auch tatsächlich so, als dann mal in 2022 ist E-Commerce ein bisschen langsamer gewachsen.
Da hat Fintech dann nochmal Gas gegeben.
Und ich glaube, eigentlich in beiden Segmenten hast du nochmal ordentlich Raum zu wachsen entsprechend.
glaube ich, passt das ganz gut zusammen.
Aber das heißt, bei dir ist es so, du guckst dir die Auswahlraten an, die sind aktuell eigentlich auch noch solide, aber du sagst, okay, Mercado Libre wird gerade mit dem 30-fachen vom operativen Gewinn bewertet und sehr viel von dem Gewinn kommt eben aus so einem Kreditgeschäft, das für mich einfach nicht so viel wert ist, wie wenn das jetzt wiederkehrende, stabile Umsätze werden, die in der Wirtschaftskrise eben nicht wegbrechen können.
Das ist so ein bisschen die Logik, mit der du drauf guckst, obwohl die Zahlen aktuell noch gut aussehen.
Genau.
Und du hast natürlich, also das Kreditgeschäft von Meli, ist vier Monate im Schnitt.
Also die durchschnittliche Duration.
Das heißt, ein Kredit wird dann in vier Monaten im Schnitt zurückgezahlt.
Das heißt, es ist jetzt auch nicht so verrückt, dass es irgendwie ein Zehn-Jahres-Kredit ist.
Wenn ich den falsch bepreise am Anfang, dann tut mir das hinten raus richtig weh.
Aber selbst bei sowas kann mir das richtig wehtun.
Und es ist klassisch so, wenn du ein Kreditbuch hast, da gibt es eben eine EFRS-Regel, die dafür sorgt, dass du im Grunde genommen die erwarteten Verluste auf einen Kredit ganz am Anfang komplett buchst.
Das heißt, in T0 gibt es Kredite in Summe von einer Milliarde raus.
Du erwartest Verluste von 200 Millionen da drauf.
Dann buchst du die komplett in T0.
Das heißt, du hast erst mal 200 Millionen Verlust.
Und dann kriegst du quasi über die Zeit die Gewinne mit dazu.
Bei schnell wachsenden Kreditbüchern, was sie hier definitiv haben, siehst du im Zweifelsfall nicht, wie die wirklichen Ausfallraten sind.
Du kannst nämlich die Zahlen am langen Ende in die Richtung schieben, wie du sie haben möchtest.
Ich glaube nicht, dass es hier der Fall ist, dass sie hier irgendwie betrügen oder irgendwas.
Es ist einfach nur sehr schwer, von außen zu sehen.
Und das ist schon ein sehr profitables Geschäft.
Wenn dir bei einem schnell wachsenden Unternehmen auf einmal den Gewinn ziemlich wegtankt, dann kannst du dir meinen Kurs von Stoneco anschauen.
Der ist nämlich minus 90 Prozent gegangen.
Fairerweise war da Kredit die große Wachstumsfantasie.
Aber natürlich ist auch hier ein Stück weit der Wachstumsfantasie, dass Kredit funktioniert.
Mit jedem Jahr, dass es funktioniert, hast du mehr Daten, dass es wahrscheinlich in die Zukunft funktionieren wird.
Entsprechend kann man dann da wieder mehr Konfidenz aufbauen.
Stone Co.
war dann nicht auch mal Warren Buffett investiert, beziehungsweise Berkshire Hathaway?
Ja, genau.
Und bei denen ist sozusagen die Kreditversion nicht aufgegangen?
Das war nicht so schön.
Stone Co.
ist im Grunde genommen ein kleiner Ausschnitt von dem, was Mercado Pargo macht.
Also die sind im Grunde genommen nur ein Acquirer von Händlern und haben denen im Grunde genommen Kreditlinien gegeben und haben sie ein bisschen zu aggressiv gegeben und dann mussten sie das Geschäft zwischendurch einmal komplett einstellen und es einmal komplett wieder neu aufbauen und da ist der Kurs irgendwie von 90 runtergerasselt auf 7.
Und bei Nubank ist jetzt so, bei Mercado Libre ist jetzt so der Effekt, den du erklärt hast, dass man die Verluste quasi sofort hat und den Ertrag eigentlich erst überzeugt.
Das führt ja auch dazu, dass eigentlich fast die Margen aktuell schlechter aussehen, als sie vielleicht mal sein werden mit dem Produkt.
Also eigentlich könnte man sogar mit denen, sie rechnen sich gerade schlecht.
Ja.
Also ich glaube generell rechnen sich gerade schlecht.
Also ich meine, das ist jetzt über den Daumen gepeilt mit 10% EBIT-Marge, die die aktuell fahren.
Das ist jetzt für das Geschäft, kann das auch eher 30 sein.
Und dann reden wir nicht über eine Firma, die auf einen 30er KGV handelt, auf einen 30er wie EBIT handelt, sondern auf einem 10er entsprechend.
Und wenn man, das ist eben so ein bisschen so die Krux, also wie schnell zeigen sie wieder ihre wahre Profitabilität und welches Wachstum brauchst du eigentlich, um den aktuellen Preis zu rechtfertigen?
Und ich meine, jetzt haben sie letztes Quartal fast 50% Wachstum hingelegt.
Ich glaube, du brauchst eben 15% Ballpark.
Wenn du 15% die nächsten 10 Jahre wächst und deine Marge...
sich halbwegs da einpendelt, wo sich für so einen Marktplatz einpendeln sollte, dann hast du, glaube ich, einen hyper, dann hast du, glaube ich, einen relativ guten Case, dass du irgendwie deutlich über 15% PA machst.
Es ist ja so, du würdest sagen, weil bei Amazon im reinen Retail-Geschäft sind die Margen, da sind es ja auch einen Tick schlechter, aber Amazon hat einfach mehr 1P, also dass sie selber der Händler sind und Mercado lieber ist aber mehr an Marktplatz und deshalb sind die Margen eigentlich deutlich besser oder müssen besser sein.
Ja, aber fairerweise zeigt Amazon dir wirklich seine volle Profitabilität.
Also ich weiß nicht, ob, ich meine, die Firesticks werden jetzt nicht für Marge verkauft am langen Ende.
Da legen sie sicherlich noch Geld mit drauf.
Es werden immer alle Kosten, so Overhead-Kosten, richtig zugeschlüsselt auf AWS und auf Commerce.
Bin ich mir jetzt auch nicht so 100% sicher.
Und ja, wie du sagst, Amazon hat eben relativ viel OnePi vergleichsweise.
Du hast jetzt schon gesagt, dass du quasi ein zentrales Risiko trotzdem noch, obwohl die Zahlen aktuell gut aussehen, aber trotzdem das Kreditgeschäft sicher ist.
Siehst du also ein zentrales Risiko auch die Konkurrenz durch Shopping und Amazon oder glaubst du, das ist eigentlich so eine gute Marktposition, Logistiknetzwerk, das haben sie gut im Griff?
Das ist natürlich ein Risiko.
Ich glaube, keiner von beiden wird jetzt anfangen, die...
wird jetzt aus diesem Markt jeweils rausgehen.
MercadoLibre hat letztes Jahr die Mindestbestellmengen abgesenkt auf seinem Marktplatz, was auch ein Stück weit das starke Wachstum jetzt erklärt.
Und das ist natürlich aus meiner Sicht eine direkte Reaktion auf ByteDance, also auf chinesischen Wettbewerber, Shopee in dem Fall wahrscheinlich, oder ByteDance und oder.
Ja, aber ich meine, historisch haben sie sich gut geschlagen.
Ich sehe jetzt keinen Grund, warum sich das groß ändern sollte.
Sie müssen nur einfach weiter aktiv da dranbleiben und ihr Produktangebot verbessern.
Also ja, ist ein Risiko, aber ich kenne kaum ein Geschäft, was nicht ein Wettbewerbsrisiko hat eigentlich.
Das jetzt einmal kurz quasi Renditeerwartung angesprochen ist auch so, dass Michael Burry investiert hat bei Mercado Libre und sagt, er traut der Aktie über 15 Jahre 15% Rendite pro Jahr zu.
Ich glaube jetzt bei 85 Milliarden, dann wäre man da Richtung über 600 Milliarden sogar, was die Bewertung angeht.
Glaubst du, das ist aber trotzdem realistisch, weil man sagen kann, okay, vielleicht von den 3 Milliarden Gewinn, da wären eigentlich gerade 6 Milliarden möglich und dann wächst man das einfach über 10-15% im Jahr über Umsatzwachstum, das Multiple bleibt gleich und so kommt man dann irgendwie auch in diese Range.
Ja, auch was du nachvollziehen kannst, wenn jetzt nicht das Kreditrisiko so groß kommt sozusagen.
Ja, genau.
Und also ich meine, bisher sind die Anzeichen eher so, dass sie das Kreditrisiko gut im Griff haben.
Also kann auch durchaus sein, dass ich da zeitnah mal wieder investiere.
Ich finde es eben ein unglaublich gut geführtes Geschäft.
Ich war 2022 oder 2023 mal drüben und habe mir auch In deren Entwicklungscenter in Sao Paulo, das ist einfach, die Kultur ist so krass konsistent, langfristig ausgelegt.
Die Leute, die da sind, waren überragend.
Ich glaube, das Geschäftsmodell trägt sich super stark.
Und wir haben jetzt 50 Prozent Umsatzwachstum, oder knapp 50 Prozent Umsatzwachstum.
die nächsten Jahre langsam runterschmilzt auf 10 Prozent, aber langsam, also die nächsten fünf, sechs Jahre runterschmilzt auf 10 Prozent, dann hast du, glaube ich, einen guten Case, dass du deine 15 Prozent pro Jahr hinkriegst im Umsatzwachstum im Schnitt.
Und zusätzlich hast du eben wahrscheinlich noch eine Margenausweitung.
Also ich meine, sie investieren jetzt wieder mehr.
Historisch ist immer dazu geführt, dass sie dann die nächsten Jahre schneller gewachsen sind und ihre Margen wieder ausweiten konnten.
Und wenn du dir Peers anschaust, dann fahren die entsprechend auch deutlich höhere Margen als die aktuellen.
Ebay macht gerade 20% EBIT-Marge.
Also relativ easy mal zwei.
Und auch bei denen würde ich behaupten, dass sie eher gerade in einem Investitionsmodus sind.
Also ich fühle mich da eigentlich ganz wohl damit, der Aussage von Michael Burry da jetzt erstmal nicht groß zu widersprechen.
Das ist ein hervorragendes Unternehmen in einem hervorragenden Markt mit einer guten Eigentümerstruktur, die historisch gezeigt haben, dass sie sich sehr, sehr gut gegen Amazon behaupten können, was jetzt nicht viele von sich behaupten können.
Wenn man jetzt selber nochmal tiefer in Research geht, also wir haben ja schon zwei Kennzahlen angesprochen, die 30 und 90 Tage ausverraten, muss man sich anschauen im Kreditgeschäft wahrscheinlich, GMV-Wachstum, also wie schnell wächst wirklich das Volumen auf der Plattform, kommen natürlich neue Kunden dazu, wahrscheinlich Nutzeranzahl, gibt es sonst noch irgendwelche Kennzahlen, irgendwelche Feinheiten, die du dir anschauen würdest?
Du hast ja bei manchen Unternehmen...
reporten die dir quasi nichts.
Und bei Mercado Libre reporten sie dir tendenziell sehr, sehr, sehr, sehr viel.
Ich würde mir anschauen, wie viel von dem, was auf dem Marktplatz verkauft wird, wird quasi über das eigene Zahlungssystem abgewickelt.
Wie viel von dem, was verkauft wird, wird über die eigene Logistik abgewickelt.
Ich würde mir Marktanteile von Amazon und Shopee und ByteDance anschauen gegen Mercado Libre.
Ich würde mir anschauen, wie sich das Advertising als Prozent des Umsatzes entwickelt oder als Prozent vom GMV entwickelt.
Ich würde schauen, ob neue Produkte dazukommen auf der Payment-Lösung.
Gibt es dann demnächst auch ETFs dazu kaufen.
Ich würde mir anschauen, ob Cross-Border mehr dazukommen.
Das ist jetzt eine Initiative.
auf die ich schon seit ein paar Jahren warte, dass sie jetzt eben auch sagen, hey, du kannst aus Argentinien Sachen von einem Merchant aus Brasilien kaufen, relativ schmerzbefreit.
Das wären so Sachen, die ich mir anschauen würde.
Sonst noch irgendwas?
Ja, und eben wahrscheinlich selber einfach so ein bisschen drauf achten, kauft man mehr mit Agenten ein?
Was heißt denn das so?
Was kann das so heißen für die Economics von so einer Plattform?
Ich sehe es, also ich versuche es immer wieder.
dass ChatGPT oder Claude oder wer auch immer für mich irgendwie Kram kauft oder mir eine Reise bucht.
Bisher funktioniert das irgendwie noch nicht so richtig.
Man könnte argumentieren, dass sie dadurch, dass sie nicht selbst Händler sind und viele nicht selbst auf der Bilanz haben, ein bisschen bedrohter sind als vielleicht Händler, die selber mehr von den Produkten haben durch KI, wenn man sagen kann, okay, wenn sie quasi nur auf der Plattform die Angebote der anderen Händler sammeln, das kann der KI halt schneller selbst abbilden, als dass irgendeine KI-Firma jetzt die...
Gut, Logistik haben sie selber auch.
Logistik nachbaut und selber das alles auf die Bilanz nimmt.
Könnte man argumentieren.
Ja, also ja, das ist immer so ein Investor-Problem.
Ich habe das selber auch.
Man kann sich ganz, ganz toll, ganz tolle Risiken ausmalen.
Aber meistens reagieren so Organisationen auch auf sowas.
Und A, so eine Logistik dahin zu stellen und zu ersetzen, ist, glaube ich, jetzt echt kein Pappenstil.
Die User dahin zu kriegen, da hast du, glaube ich, auch noch.
Wenn ich mir anschaue, wie verbesserungsfähig der KI-Agent von Microsoft ist, im Vergleich zu dem, was Claude kann und das irgendwie gefühlt sich an Microsofts Market Share bisher noch nichts verändert hat, dann siehst du auch mal, wie sticky so Distribution ist.
Und einfach so der Habit davon, ich war schon immer auf der Mercado Libre App zum Shoppen.
Und wir sind ja, wenn man den...
AI-Predigern glauben darf, sind wir ja Short Compute.
Und zu sagen, liebe AI, geh mal 40.000 Händler durch und zeig mir mal alle braunen Lederschuhe in Größe 46 für mich.
Ja, Happy Birthday.
Das ist computeintensiv.
Und selbst wenn jetzt jeder von den Händlern sich aufs GCP, also das ist so ein Protokoll, mit dem Google versucht, sowas eben die einzelnen Händler-Webseiten öffentlich zu machen, damit man die besser abgerufen kann mit der KI.
Selbst wenn das jetzt offen ist, klappert die KI das wirklich alles ab?
Schauen wir mal, wie sich das so verändert.
Aber das ist eben ein Stück weit das Risiko, wenn man unternehmerisch investiert.
Und ja, vielleicht noch als kleine Anekdote.
Gefühlt erwarte ich seit zehn Jahren, dass Visa und Mastercard krass Marktanteile verlieren, aus verschiedensten Gründen, da können wir eine andere Episode drüber machen, passiert eben nicht.
Also die stehen in der Mitte, haben de facto ein Protokoll definiert, Kreditkarte da dran halten, geht da vom Konto runter und die machen einen ganz kleinen Teil, die sagen eigentlich nur, so müsst ihr es machen, Leute.
Es läuft hier einmal bei uns über den Server drüber.
Dafür hätten wir gerne 0,2% an jeder Transaktion.
So.
Kann man auch intelligenter strukturieren.
Also WeChat-Zahlungen kosten, glaube ich, 0,06 Prozent in Tutti.
Aber irgendwie Veränderung ist dann doch schwieriger, als man so denkt.
Ich meine, gerade in Brasilien gibt es auch das Pixels-Thema, haben wir auch schon mal drüber gesprochen.
Und trotzdem schafft es ja auch MercadoLibre dabei, deine Kreditkarten in den Markt zu drängen und mit ihrer Payment-Lösung aktiv zu sein.
Genau.
Ja, das Pix ist so ein bisschen so ein Debit-Karten-Ersatz.
Das, was ja ähnlich, also ich meine, dieses Vero-System, was man jetzt hier gerade in Europa versucht zu pushen, ich glaube, das ist irgendwie Variante 4 des europäischen Zahlungssystems.
Das geht hier auch in die Richtung, kostet dich nichts, ist ganz einfach, geht aber eben direkt gegen dein Konto, wie so eine Debitkarte.
Und häufig genug wollen die Leute ja wirklich die Kreditfunktion der Kreditkarte.
Das haben wir jetzt in In Deutschland nutzen das, glaube ich, tatsächlich sehr wenige.
In Brasilien ist es total normal, dass man sich was auf Pump kauft.
Und einfach direkt an der Kasse kannst du eine Kreditkarte hinhalten.
Und dann sagt er dir, pass auf, fünf Installments, du zahlst einfach in den fünf Installments 20 Prozent mehr, passt schon.
Oder beziehungsweise statt 1000 Reali zahlst du dann eben irgendwie in fünf Installments.
230 oder so was, oder 240, dann ist das immer nicht so transparent wie Irredie.
Also wenn man mal sich über zu hohe Gebühren von Banken aufregen möchte, dann kann man sich gerne mal anschauen, was die Buy-Now-Pay-Later-Raten in Brasilien sind.
Die sind nämlich so mit 20% easy.
Also wenn man es annualisiert und so.
Also es ist schon relativ crazy.
Und das ist zum Beispiel dieses Geschäft mit dem Fünfmal zahlen, das ist im Grunde genommen Stone Co.
um die Ohren geflogen, weil es da nicht gut genug waren in der Kreditrisikoanalyse beim Ausgeben dieser Kredite.
Vielleicht als letzte zwei Themen.
Das erste Kapitalillokation.
Klar, Sie investieren jetzt viel in eigene Logistik und so weiter.
Machen Sie auch ausschüttungstechnisch was?
Aktienrückkäufe oder Dividende oder Übernahmen vielleicht sogar?
Übernahmen würde mich total wundern, wenn Sie das machen würden.
Ich habe mir schon ein paar Mal gedacht, Sie sollten doch jetzt eigentlich mal...
Sie könnten sich doch jetzt eigentlich mal Stoneco schnappen, weil dann haben sie auch mal wieder einen Wettbewerber vom Markt genommen für günstige Konditionen.
Aber die machen zwar Übernahmen, aber jetzt keine, vielleicht bin ich komplett bescheuert, aber ich sehe da jetzt irgendwie keine relevanten Übernahmen, sowohl aus Umsatzgröße als auch von dem, was einen Einfluss aufs Geschäft hat.
Und Dividenden.
machen sie eigentlich nicht.
Sie haben eine Zeit lang Aktien zurückgekauft.
Das haben sie jetzt schon länger nicht mehr gemacht.
Aktuell, glaube ich, brauchen sie tatsächlich auch eher das Kapital für das organische Wachstum.
Und ich meine selbst, wenn du eine Firma hast wie hier, die sehr hohe Kapitalrenditen fährt, wenn du 50 Prozent wächst, dann brauchst du das Kapital eben.
Siehst du abschließend irgendeine Chance, dass es Übernahmeangebot für eine KadoLibre gibt?
Also eigentlich für Amazon, wenn es jetzt keine kartellrechtlichen Sorgen gäbe?
Das wäre ja 3% von deren Börsenwert, die sie irgendwie aufwenden müssen oder vielleicht 5% oder das wäre für die eigentlich total offensichtlich sowas zu kaufen.
Schon vielleicht, aber ich glaube so außer Amazon, also das wäre ja, also ich meine, da musst du ja schon mit Aufschlag dann irgendwie agieren und dann bist du irgendwie bei nicht 85 Milliarden, sondern sagen wir mal 110 und wenn ich mir jetzt eine Amazon anschaue, wäre meine Vermutung, Wenn du als Commerce-Chef von Amazon zum Jesse gehst und dem sagst, Kollege, ich bräuchte mal 110 Milliarden, um Mercado Libo zu kaufen.
Und zeitgleich kommt eben der Chef von AWS zum Jesse, der ja AWS auch aufgebaut hat, und sagt, ich brauche für 100 Milliarden mehr Datacenter.
Das ist, glaube ich, die Antwort relativ klar, wo die 100 Milliarden hingehen.
Sehr gut.
Dann vielen Dank dir wieder für deine Zeit, für die Insights und bis bald.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Vergesst nicht, Laurenz Nienaber auf LinkedIn zu folgen.
Link dazu ist in der Beschreibung.
Außerdem noch ein kleiner regulatorischer Hinweis.
Laurenz Firma ist gebundener Vermittler unter dem Haftungsdach der NFS.
Mehr Infos auf der Website von Laurenz, lmncapital.de.
Euch noch ein schönes Wochenende.
Bis Montag.
Adios.
