# Market Rotation, German Reforms, and US Investment Resilience

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-07-03

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über einen DAX-Rekord und Deutschlandgewinne, Bayers Bündelung und drei sehr volatile E-Auto-Aktien.
Im Thema des Tages beantworten wir die Frage, ist das Reformpaket wirklich eine Revolution?
Und in der Triple E-I-D feilen wir 250 Jahre Amerika.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Holger Zschäpitz und Nando Sommerfeld aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Freitag, der 3.
Juli und wir wünschen euch einen koordinationsstarken Start in den Tag und dann später auch ins Wochenende.
Ja, eine gute Koordination, die ist angesichts dieser krassen Rotation, die wir an den Märkten gerade erleben, wirklich notwendig.
Und am Donnerstag schichteten die Anleger nicht nur geografisch um in Richtung Europa, sondern auch unter der Oberfläche wurde kräftig umgeschichtet.
Da gab es einen wirklichen Führungswechsel weg von diesen Crowded-KI- und Chip-Aktien hinein in so eher klassische Sachen zum Anfassen.
Immobilien, Healthcare, Versicherung, Software, Versorger, Materialien.
Der DAX, der sprang 2,2 Prozent auf den Schlussrekord von 25.581 Punkten.
Und Intrade gab es sogar...
Noch ein Hoch von 25.656 Sommerfeld.
Ja und das nicht ohne Grund, denn am deutschen Markt dominierte das Reformpaket der Bundesregierung.
Ja Bürokratieabbau, etwas mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt, kleinere steuerliche Anpassungen für sich genommen.
Ja wahrscheinlich keine Revolution zusammen, aber genug um die Fantasie der Anleger zu wecken.
Die Botschaft Deutschland will wieder investierbarer werden und dazu veröffentlichte die Deutsche Bank dann auch eine Studie, die zeigte, dass Investoren im zweiten Quartal aus Deutschland ETFs Geld abgezogen haben.
das verstehe ich überhaupt nicht.
Mein Deutschland ETF, der hat nämlich gestern auch 2,5 Prozent gewonnen.
Aber das, was auch wenig verständlich ist, weil wirklich in ETFs gerade wahnsinnig viel Geld fließt.
Aber aus deutschen ETFs ist es eben abgezogen worden.
Besonders stark reagierten Immobilienwerte.
Von Novia gewann 6 Prozent, weil ein geplantes Gesetz Wohnungsenteignungen durch Bundesländer verhindern soll.
Für einen Konzern, der seit Jahren unter der Berliner Enteignungsdebatte leidet, ist das mehr als nur Symbolpolitik.
Auch Around Town stiegen 4,4 Prozent und LEG-Immobilien, die haben ja eher so Hütten in Nordrhein-Westfalen.
Die gewann 3,7 Prozent.
Genau, und die große Analyse zum Reformpaket gibt es dann gleich im Thema des Tages.
Aber kommen wir zurück zum DAX.
Der zweite große Gewinner dort war nämlich Bayer.
Die Aktie sprang fast 9 Prozent nach oben.
Der Konzern bündelt sein US-Glyphosat-Geschäft in einer eigenen Einheit.
Das ist ein Schritt, der vom Markt als...
Versuch gelesen wird, die Haftungsrisiken kontrollierbarer zu machen.
Und zugleich half eine neue Kaufempfehlung der Deutschen Bank mit Kursziel 60 Euro.
Die Aktie ist momentan so bei 53, 54 Euro.
Und in Amerika, da war die Botschaft etwas komplizierter.
Der S&P 500, der schloss vor dem langen Wochenende praktisch unverändert.
Der Nasdaq 100, der verlor 1,6 Prozent.
Der Russell gab 0,6 Prozent nach.
Und gleichzeitig stieg der Dow Jones um 1,1% und markierte einen Rekordwert.
Und der Gleichgewicht der S&P 500, da sieht man alle Werte gleichgewichtet, der legte 0,7% zu.
Also ihr seht auch, es war kein klassischer Risk-Off-Tage in Amerika, sondern auch Rotation und als Koordinationsstärke gefragt.
Ja, wie schon in vergangenen Tagen, die alten Lieblinge, also Chips, Komponenten, Hardware, KI-Zulieferer wurden weiter verkauft und stellt sich halt nun langsam die Frage, ob das nur Quartalsanfangs-Rebalancing ist oder der Beginn eines echten Regimewechsels.
Also die Auslöser lagen auf die ich mal auf der Hand.
Zweifel an der Datencenter-Knappheit, neue Kapazitätspläne von Samsung und SK Hynix.
Apples mögliche Nutzung chinesischer Speicherschips und der Schock durch Chinas GLM 5.2 Modell, das ja angeblich fast auf Augenhöhe mit westlichen Spitzenmodellen liegt, aber natürlich deutlich günstiger ist.
Für die Börse heißt es natürlich, wenn KI billiger wird, ist das gut für Nutzer, aber womöglich schlecht.
für die Margenfantasie vieler KI-Zulieferer.
Und spannend auch eine Meldung von Tesla.
Tesla teilte nämlich seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit, dass ab dem 6.
Juli ein Limit von 200 Dollar pro Woche für KI-Ausgaben pro Mitarbeiter gelten werde.
Ein Zeichen dafür, dass selbst Unternehmen, die sich dem Einsatz dieser Technologie zur Umgestaltung ihrer Abläufe auf die Fahnen geschrieben haben, dass die langsam auf ihre Kosten achten müssen.
Und bisher haben die wohl...
teilweise in Tausie pro Woche auszugeben.
Ja, das ist tatsächlich interessant.
Und wir bleiben mal direkt bei Tesla, nämlich bei der Aktie.
Auf deren Entwicklung konnte man sich gestern so keinen richtigen Reim machen.
Die Absatzzahlen nämlich, die waren richtig gut.
Der E-Auto-Hersteller hat im zweiten Quartal dieses Jahres überraschend viele Autos ausgeliefert.
Im Jahresvergleich stieg die Zahl um rund ein Viertel auf 480.000 Fahrzeuge.
Und Analysten, die hatten nur im Schnitt so mit knapp 400.000 gerechnet.
Und auch die Produktion lag im zweiten Quartal bei 452.000 Autos und ebenfalls deutlich höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Doch was machte die Aktie?
Die verlor 7,5 Prozent.
Also ihr habt richtig gehört, sie verlor.
Der Grund war irgendwie nicht auszumachen.
Wir haben gesucht und gesucht.
Außer vielleicht, dass die Aktie in den vergangenen Tagen halt stark an Wert gewonnen hatte.
Also womöglich Sell on Good News.
Man weiß es nicht genau.
Und wir bleiben auf jeden Fall bei E-Autos.
Und da gibt es noch ein Minus.
Aber das lässt sich besser erklären.
Nämlich Lucid hat die Anleger mit schwachen Auslieferungszahlen und einem Management-Umbau verunsichert.
Die Aktie, die verlor 4,4 Prozent.
Im zweiten Quartal lieferte Lucid.
3.553 Fahrzeuge aus.
Das klingt doch ganz possierlich.
Analysten hatten wir mit 4.618 Fahrzeugen gerechnet und auch die Produktion blieb mit 4.774 Fahrzeugen unter den Erwartungen.
Zudem bekommt Lucid mit Alexandra de Bock einen neuen Finanzchef und mit Raja Ramana Matcha Einen neuen Technologievorstand.
Wenn dann gleich zwei so wichtige Stellen getauscht werden, auch nicht so toll.
Das Unternehmen leidet ja unter schwacher Nachfrage, hohem Konkurrenzdruck und auch Kostendruck.
Und seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 38 Prozent verloren.
Ja, die läuft gar nicht, die Aktie.
Und das ist wirklich schade.
Das sind richtig, richtig gute Autos.
Ich teste jetzt übernächste Woche wieder den neuen Gravity.
Der soll ja auch in Sachen Robotaxi eine wichtige Rolle im...
oberen Segment spielen, aber die sind halt irgendwie stand jetzt einfach, die kommen aus der Nische nicht raus.
Mal gucken.
Jetzt aber mal gute Elektro-News.
Eine angehobene Lieferprognose half nämlich den Aktien von Rivian.
Die Papiere stiegen daraufhin um mehr als 8 Prozent und Rivian erwartet nämlich für dieses Jahr nun 65.000 bis 70.000 Auslieferungen statt bisher 62.000 bis 67.000.
Und Grund sind eine starke Nachfrage nach Lieferwagen sowie SUV und Pickup-Modellen der R1-Reihe.
Und auch das günstige Modell R2 soll das Wachstum stützen.
Das sind schon ein paar mehr als diese 3.953.
Dann mache ich mal schnell Termine.
Wir haben es ja schon anklingen lassen.
Amerika ist kein Börsenhandel wegen des Unabhängigkeitstags.
Der ist zwar erst am 4.
Juli, aber der fällt in diesem Jahr auf den Samstag und wenn man schon mal 200.
50 Jahre feiert, dann macht man den Freitag eben schon mal und feiert da.
Und deswegen findet kein Handel an den Märkten statt.
Und dann gibt es in Deutschland die zweite Frist des Unicredit-Kaufangebots für Commerzbank.
Läuft um Mitternacht aus und es gibt Neuzulassungszahlen des Kraftfahrtbundesamts für Monat Juni.
Und es gibt noch einen Termin.
Man weiß noch nicht genau, ob es passiert, aber es soll heute passieren, lieber Holger.
Ja, was denn?
Es ist Hochzeit.
Sagt dir das was?
Ey, du bist für Gossip wirklich nicht geeinigt.
Taylor Swift und Travis Kelce heiraten heute.
Stimmt, stimmt, stimmt.
Die müssen ja bevor die Saison losgeht, müssen sie ja heiraten.
Ja, außerdem ist es, aber es ist noch nicht ganz klar.
Weil das ist ja alles total geschaut.
Weißt du, wo die heiraten?
Die heiraten, die Hochzeit, die Party findet im Madison Square Garden statt.
Also diese legendäre Sportarena in New York.
Und warum ist das so gar nicht, weil sie sagen, oh, pompös und so weiter, sondern weil das quasi alles abgeschottet ist.
Da hast du dann keine Paparazzi, Security, gar kein Problem und, und, und.
Die feiern im Malice Square Garden und es soll heute passieren.
Das Thema des Tages.
Wir müssen uns heute natürlich mit dem großen Reformpaket beschäftigen, das die Bundesregierung da gestern auf den Weg gebracht hat.
Ja, es geht um Steuerentlastungen, Arbeitsmarkt natürlich, Krankschreibungen, Rente, Gesundheit, Bürokratieabbau, Datenschutz und es ging auch oder geht um den Wohnungsmarkt.
Legen wir mit dem los, was...
zweifellos vorteilhaft und groß ist, nämlich die Rente.
Da ist sie kommen, wie erwartet.
Die Koalition will den Rentenkompromiss der Alterssicherungskommission umsetzen.
Rente mit 63 soll wegfallen.
Eine kapitalgedeckte Zusatzrente soll kommen.
Das ist ja der große...
Game Changer.
Selbstständige und Abgeordnete sollen auch ins System einzahlen.
Das Rentenalter soll langfristig an die Lebenserwartung gekoppelt werden.
Es sieht also wirklich so aus, als bekämen wir die Rentenrevolution.
Alle Details dazu könnt ihr ja nochmal von der vergangenen Samstagsfolge hören, nämlich mit Rentenrevolutionär Jörg Rochel.
Der hat das alles gut erklärt.
Genau, da kann man also einen Haken dran machen.
Bei der Steuerreform allerdings nicht.
Von der angekündigten Einkommenssteuerreform, da war man ja wirklich gespannt, bleibt nämlich kaum was übrig.
Zwar sprechen Finanzminister Klingbeil und der Kanzler von einer Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen und einem Volumen von 10 Milliarden Euro bis 228.
Tatsächlich aber plant die Koalition vor allem das, wozu sie verfassungsrechtlich ohnehin verpflichtet ist, nämlich die Anhörung des Grundfreibetrags.
damit das Existenzminimum halt steuerfrei bleibt.
Und besonders bedenklich ist, dass nicht immer der vollständige Ausgleich der kalten Progression vorgesehen ist.
Was ist kalte Progression?
Da ist es halt die schleichende Steuererhöhung, die alleine durch Inflation entsteht und eigentlich von früheren Regierungen meist ausgeliehen wollen ist.
Und auch im Koalitionsvertrag steht das dritt, dass es gemacht werden soll.
Und auch die geplante Verschiebung der Grenze für den Spitzensteuersatz auf 70.600 Euro.
70.000, da ist man schon im Spitzensteuersatz drin.
Das bleibt deutlich nach dem zurück, was bei angenommener Inflation nötig wäre.
Frühere Forderungen aus der Union, die Grenze auf 80.000 anzuheben, sind damit praktisch vom Tisch.
Ja und die viel zitierte Entlastung einer vierköpfigen Familie um so etwa 600 Euro, die entsteht vor allem durch höheres Kindergeld, nicht durch eine echte Tarifreform.
Und Singles, die profitieren sowieso nur begrenzt, etwa durch den höheren Arbeitnehmerpauschbetrag.
Und gegenfinanziert wird das unter anderem über eine neue Stufe bei der Reichensteuer.
45 Prozent ab 250.000 Euro und 47 Prozent ab 280.000 Euro.
Und dazu, das kann man vielleicht auch noch erwähnen, sinkt der Handwerkerbonus von maximal 1.200 auf 900 Euro.
Und Minijobs, die werden auch steuerlich etwas teurer.
Und für ziemlich viel Aufregung sorgte gestern das Thema Krankschreibung.
Die telefonische Krankschreibung, die soll abgeschafft werden.
Wer krank ist, muss wieder in die Praxis.
ab dem ersten Krankheitstag.
Und Ziel ist, den hohen Krankenstand zu senken.
Und Arbeitgeber werden das begrüßen.
Beschäftigte sehen mehr Aufwand.
Die Ärzte dürften schon jetzt Panik vor noch volleren Praxen schieben.
Aber echt, das bin ich auch.
Aber wie wird es denn gehen?
Dann gehst du vorne zur Sprechstundenhilfe und lässt dir einfach das Ding geben und dann gehst du wieder raus.
Das ist ja nicht so deep, ist das nicht.
Die Digitalisierung muss halt greifen.
Das ist ja sowieso gar kein Problem.
Dann hältst du nur deine Karte dran, kriegst dann das Ding ausgedruckt.
Du kannst hier diese Tille-Arzt-Kram machen.
Das geht ja auch alles schon.
Wir setzen auf den Fortschritt.
Was aber auch ein Aufreger war, sind diese sachgrundlosen Befristungen.
Die sollen künftig bis zu vier Jahre möglich sein, statt bisher zwei.
Wie siehst du das?
Einfach Flexibilität.
Wenn du gut bist, dann gibt es auch keinen Grund, dich nicht weiter zu beschäftigen.
Und es ist halt flexibler, gerade wenn du ein junges Unternehmen bist und nicht weißt, wie geht das weiter, musst du noch fünf Pivots machen.
dann hast du ja keinen Bock, irgendwie immer wieder die hohen Scheiterkosten zu bezahlen, wenn du kündigen musst.
Insofern finde ich, das ist nicht so schlecht.
Wenn du dich in die Situation der jungen Leute versetzt, ich meine, die haben quasi überhaupt gar keine Planbarkeit.
Und wenn wir mal sagen, ey Mensch, wenn keine Familie mehr gegründet, es gibt keine Kinder mehr.
Wenn du das jetzt alles irgendwie immer verlängerst, also da kommt doch kaum noch jemand auf die Idee.
Alter, wenn der soziale Schutz dazu geführt hätte, dass wir mehr Kinder haben.
Soll ich dir was sagen, wie viele Kinder wir hätten?
Wir könnten uns gar nicht retten vor Kindern.
Also wenn diese Argumentation, du musst Kündigungsschutz noch rigider anhand haben und noch das und dann kriegst du mehr Kinder, leider.
funktioniert das auch nicht.
Es trifft halt aber genau die jungen Leute, das muss man einfach sagen.
Der Einstiegsjob wird halt noch schwieriger, aber was du sagen musst, wo du jetzt vielleicht sagst, hey, dann stelle ich ihn gar nicht an, weil ich ihn nicht wieder wegkriege, hast du jetzt vielleicht die Chance, befristet angestellt zu werden und ein paar Mal die Befristung zu verlängern und dann kannst du dich bewähren und dann kriegst du vielleicht einen Job.
Es kann auch positiv sein, diese Sache.
Es muss nicht nur negativ sein, dass du nicht sofort deine unkündbare Stellung hast.
Komm, also es ist...
Muss nicht schlecht sein.
Und ein bisschen mehr Flexibilität.
Junge Menschen wollen auch mal Flexibilität haben, aber da nicht.
Dann sollen sie auch da klarkommen.
So.
Weiß ich gar nicht, ob sie Flexibilität haben wollen.
Aber wir machen mal weiter.
Was nämlich auch neu ist, für Hochverdiener wird der Kündigungsschutz faktisch gelockert.
Und Abfindungen sollen steuerlich attraktiver werden, wenn danach weitergearbeitet wird.
Aber ich glaube, da musst du 150.000 verdienen, bevor da der Kündigungsschutz gelockert wird.
Also insofern ist das quasi für die meisten nicht existent.
Überwiegend positiv waren die Reaktionen auf die Vorschläge zum Bürokratieabbau.
Berichtspflichten gegenüber staatlichen Stellen sollen nämlich pauschal aufgehoben werden.
Und wer sie behalten will, der muss begründen, warum.
Und das ist eben eine Beweislastumkehr und das ist ganz gut.
Nicht mehr Unternehmen müssen nämlich erklären, warum etwas weg kann, sondern der Staat muss erklären, warum es bleiben muss.
Bei Dokumentationspflichten ist die Koalition vorsichtiger.
Innerhalb eines Jahres soll jede vierte Pflicht gestrichen werden, soweit EU-Recht, Verfassung oder Schutzstandards nicht entgegenstehen.
Und beim Datenschutz soll ein Datengesetzbuch kommen.
Die Aufsicht soll vereinheitlicht und auf EU-Ebene will man Ausnahmen für Vereine, kleine und mittlere Unternehmen sowie risikoarme Datenverarbeitung erreichen.
Und jetzt kommt noch ein Punkt, der etwas überraschend kam und den sogar der Bundeskanzler kurz nach Neuen direkt angesprochen hat, was mich auch verwundert hat.
Das schien ihm ein besonderes Anliegen zu sein.
Die Bundesregierung will per Bundesgesetz verhindern, dass Länder private Mietwohnungsbestände, große Immobilienunternehmen vergesellschaften können.
Hintergrund ist vor allem Berlin, wo ja der Volksentscheid Deutsche Wohnen und Co.
Enteignen politisch seit Jahren noch nachwirkt.
Und im September gewählt wird und die Parteien, die das für gut befunden haben, mittlerweile mehr als 50 Prozent in den Umfragen stehen.
Ja, die finden das nicht gut.
Die Wohnungsbranche hingegen jubelt natürlich.
Die Verbände sprechen von Planungssicherheit und ihre Argumentation ist, wer mehr Wohnungen bauen will, braucht privates und institutionelles Kapital.
Und Kapital kommt nur, wenn Investoren nicht fürchten müssen.
später enteignet oder vergesellschaftet zu werden.
Ja, dass es die investorenfreundliche Lesart ist klar, ohne Eigentumssicherheit kein Neubau.
Die Linke sieht es kalt genau andersrum.
Sie sagt, die Regierung bekämpft nicht die Mietenexplosion, sondern nimmt den Ländern ein Instrument aus der Hand.
Ja, aus linker Sicht ist das ein Schutzschirm für große Wohnungskonzerne.
Aber die Koalition macht nicht nur ein Enteignungsverbot.
Parallel soll eine staatliche Wohnungsbaugesellschaft für bezahlbares Wohnen gegründet werden.
Sie soll dort bauen, wo der Markt dauerhaft nicht genug günstigen Wohnraum schafft.
Also ich meine, wenn man sieht, wie Bahnhöfe gebaut werden oder Flughäfen, bin ich mir nicht sicher, ob es so günstig werden wird.
Aber auf jeden Fall soll da Wohnraum geschafft werden und den sozialen Wohnungsbau immer stärken und serielles Bauen unterstützen.
Das könnte man wie im Osten machen.
Da hat man immer so einen Kran in die Mitte gestellt und dann ging der nach links und hat eine Platte hingestellt und nach rechts.
Da könnte man so ein bisschen alten Ostbau wieder machen.
Also Deal, keine Vergesellschaftung, dafür mehr staatlicher Wohnungsbau.
Und insgesamt halten wir mal fest, beim Bürokratieabbau liegt der größte unmittelbare Wachstumshebel, wenn die Regierung dann wirklich liefert.
Zweitens, die Steuerreform ist politisch verkaufbar, ökonomisch aber ziemlich klein.
Und drittens, bei Rente, Gesundheit, Arbeit und Wohnen geht es an echte Strukturfragen.
Und genau da werden allerdings die Konflikte auch erst beginnen.
Und das Reformpaket ist also, jetzt kann man sagen, kein Feuerwerk, aber auch kein nichts.
Und für kurzfristiges Geld hat es nichts gebracht, aber auch nichts gekostet.
Und für die langfristige Zukunft sind aber durchaus einige Hoffnungsschimmer dabei.
Amerika feiert ja an diesem Wochenende 250 Jahre Unabhängigkeit.
Weißt du auch von wem?
Wie von wem?
Von wem, die sich losgesagt haben vor 250 Jahren.
Von den Briten.
Ja.
Genau.
Und das wollen wir bei AAA feiern und mal wohlwollend schauen, was das Land der unbegrenzten Möglichkeiten wirtschaftlich bietet und ob es sich noch lohnt, da anzulegen.
Ja, das erste Halbjahr hat ja einmal mehr gezeigt, dass der Abgesang auf Amerika verfrüht war.
Ich war ja einer, der diesen Abgesang sozusagen mit eingestimmt hat.
Ja, aber dieser Abgesang, das muss man ja auch sagen, ist ein regelmäßig wiederkehrendes Ritual nach der großen Depression oder nach Vietnam, Watergate, die Inflation der 70er, nach der Finanzkrise, nach China, nach Trump, nach Schulden, nach KI-Blase, immer wieder hieß es, jetzt ist aber vorbei mit den USA.
Und genau deshalb lautet unsere Triple-E-Idee heute, niemals Amerika ganz abschreiben.
Nicht, weil alles perfekt ist, sondern weil Amerika historisch eine unglaubliche Fähigkeit hat, Krisen...
in neue Stärke zu verwandeln.
Eine Studie der Deutschen Bank bringt das sehr schön auf den Punkt.
Sie fragt, warum waren die USA über 250 Jahre so erfolgreich und kann das weitergehen?
Und die Antwort ist ja, wahrscheinlich schon, aber nicht automatisch.
Fangen wir mal mit dem Fundament an.
Die Studie nennt gleich mehrere Gründe für den historischen Erfolg der USA.
Erstens politische und institutionelle Stabilität.
Natürlich gab es massive Brüche, Bürgerkrieg, soziale Konflikte, politische Gewalt.
Das darf man nicht vergessen.
Aber im Vergleich zu Europa ist bemerkenswert, das politische System ist seit mehr als 200 Jahren erkennbar dasselbe geblieben.
Und das ist für Investoren Gold wert.
Eigentumsrechte, Rechtsstaat, langfristige Planbarkeit, daraus entsteht Kapitalbildung und daraus entstehen Unternehmen und daraus entstehen Aktienmärkte.
Ja, der zweite Punkt ist die Geografie.
Zwei Ozeane, riesige Agrarflächen, schiffbare Flüsse, große Küsten, dazu Kanada und Mexiko als durchaus nette Nachbarn und keine direkte Großmacht bedrohen wie in Europa.
Und dann natürlich die Energie.
Die USA hatten immer Ressourcen und durch die Schieferöl- und Schiefergasrevolution sind sie inzwischen wieder in einer ganz anderen, besseren Position.
Und für eine KI-Welt, in der Rechenzentren Strom fressen, ist billige und verfügbare Energie ein...
Echter Standortvorteil.
Der Preis der Energie ist ja auch gleichzeitig in der heutigen Zeitart der Preis der Intelligenz.
Und wenn es billiger ist, ist halt die Intelligenz billiger.
Und das hat natürlich von Vorteil.
Und für Amerika spricht auch die Skalierung.
Ein Binnenmarkt mit mehr als 300 Millionen Menschen, hoher Kaufkraft, einer Sprache, relativ wenig inneren Handelsbarrieren.
US-Firmen können zu Hause groß werden, bevor sie dann global angreifen.
Und deshalb sitzen eben acht der zehn größten Unternehmen der Welt in den USA.
Ja, Amerika hat ein System, das Risiko finanziert.
Also Venture Capital, tiefe Börsen, Private Equity, High Yield Märkte, Chapter 11, also eine Insolvenzordnung, die Scheitern nicht sofort als endgültige Niederlage behandelt.
Und das ist halt ein riesiger Unterschied zu Europa.
In Amerika darfst du Scheitern wieder aufstellen, beim nächsten Mal größer bauen.
In vielen europäischen Ländern klebt Scheitern ja wie so ein Makel an dir.
Und genau daraus entstehen auch so Boom, Bust, Zyklen, Eisenbahn, Elektrifizierung, Internet und jetzt KI.
Es gibt Übertreibungen, es gibt auch Blasen, aber es gibt auch Abstürze.
Aber am Ende bleibt oft die Infrastruktur und die Produktivität und neue Gewinne aus dieser Überinvestition übrig.
Wir müssen jetzt aber auch nicht alles schönreden, denn die Herausforderungen sind ja da und die sind real.
China ist die Größte davon.
China ist nicht Japan in den 80ern.
China ist auch nicht die Sowjetunion.
China ist halt wirtschaftlich, technologisch, industriell und militärisch ein Wettbewerber in ganz anderer Größenordnung.
Die Studie sagt, China hat die USA bei Industrieproduktion, Warenhandel und kaufkraftbereinigten BIP schon überholt.
Die USA führen weiter beim nominalen BIP, bei Kapitalmärkten, Dollarsystem und Spitzeninnovation.
Aber der Abstand ist auch da geschrumpft.
Und dann kommt noch der Dollar dazu.
Der Anteil des Dollars an den globalen Devisenreserven ist über zwei Jahrzehnte von ungefähr 72 Prozent auf 58 Prozent gefallen.
Kein Kollaps, aber eine Erosion und dann die Schulden.
Das ist vielleicht der greifbarste Makromakel.
Die Miesen betragen inzwischen fast 40 Billionen Dollar und die amerikanischen Defizite laufen seit 2022 bei etwa 5 bis 6 Prozent des BIP und zwar jährlich.
Und das in der Wirtschaft.
ohne tiefe Rezession.
Ja und jetzt ziehen wir mal einen Strich drunter unter diese ganze Rechnung und da überwiegen schon die positiven Effekte, weil die Vorteile der USA nicht einzeln wirken, sondern sich gegenseitig verstärken.
Nicht zuletzt wegen all der Talente, das darf man auch nicht vergessen, die nach Übersee etwa an die Unis gehen und Talente gründen Firmen, Venture Capital finanziert sie und der Aktienmarkt gibt ihnen halt die Exit-Möglichkeiten und das ist halt ein Schwungrad und genau dieses Schwungrad kann kein anderes Land einfach so kopieren und auch die Demografie ist ja besser als anderswo.
Könnt ihr als Anleger jetzt tun?
Naja, wer einen globalen Aktienindex hat, wie den MSCI World, der ist mit 74% in Amerika investiert, reicht eigentlich auch.
Beim Fuzi All World sind es 63%.
Auch damit ist der Anteil Amerika hoch.
Wer jetzt noch ein bisschen nachschärfen möchte, weil er vielleicht...
noch gar nichts hat, der kann ja mal den Klassiker setzen, ETF auf den S&P 500, da ist einer der größten, der Spyder S&P 500 oder Klassiker, den Nasdaq 100, den Invesco EQQQ oder für Small Caps vielleicht den Spyder Russell 2000 US Small Cap ETF und ich bin ja so ein großer Momentum Fan, auch wenn Momentum gerade richtig auf die Mütze bekommt, da kann man auch mal gucken, da gibt es den iShares Edge MSCI USA Momentum Faktor.
Für die Leute, die das sowas mögen in Amerika, wäre das das richtige Produkt.
Also fassen wir zusammen.
Wer Amerika abschreibt, wettet gegen 250 Jahre Anpassungsfähigkeit, Kapitalmarkt, tiefe Innovationskraft und Krisenresilienz.
Und das war historisch selten eine gute Idee.
Und jetzt würde ich mal sagen, gratulieren wir mal.
Happy Birthday, Amerika.
Das war alles auf Aktien.
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Und zahlreiches Feedback für die Samstagsfolge, also die, die kommt, ist fast schon garantiert.
Bist du ein Leseher oder ein Orakel oder was?
Wir wissen doch alle, Kaum ein Gast sorgt bei unseren Hörern und Hörerinnen für so viel Kontroverse wie Christian Hecker.
Glaubst du?
Ich glaube, nachdem der Kundenservice...
die Probleme abgeräumt sind, ist der Mann auch weniger kontrovers.
Mal gucken.
Auf jeden Fall haben wir mit dem CEO von Trade Republic gesprochen und er hat uns exklusiv erklärt, wie Trade Republic in diese neue Neo-Broker-Welt ohne PFOF, also ohne diese Payment-for-Order-Flow aufbricht, wie die 1-Euro-Strategie auch ab sofort funktionieren soll.
Dann gibt es eine 2-Euro-Strategie.
Ansonsten viele spannende Themen.
Wie sieht Brad Pitt erst mal gefunden haben, wer die Idee hatte und wie sie ihn dann auch geködert haben, weil man muss ihn ja kriegen und welche Rolle Ferdinand Pirch für ihn spielt.
Und dann gibt es noch eine wirklich, eine wirklich, wirklich, wirklich kluge Bullenthese für Deutschland.
Und ich würde sagen, alleine dieser Bullenthese wegen lohnt es, das Ding zu hören.
Auch wer mit Trade Republic nichts am Hut hat, aber das ist schon ziemlich geil, die Idee.
Und deswegen sage ich.
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