# Market Rotation, AI Monetization, and Broker Model Shifts

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-07-02

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über MEDDAS neue Methode, einen erstaunlichen Internetriesen aus Italien und kneifende KNDS-Eigentümer.
Im Thema des Tages erklären wir euch die Regeln der neuen Neo-Broker-Welt und in der EEE-ED geht es um eine Statistik, die alle MSCI World Anleger unbedingt kennen sollten.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Wir begrüßen euch Holger Zschäpitz und Nando Sommerfeld aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte Heute ist Donnerstag, der 2.
Juli und wir wünschen euch einen aufrechten Start in den Tag.
Die Börse stand gestern nämlich Kopf.
Wir erlebten ein umgedrehtes erstes Halbjahr am ersten Tag des zweiten Halbjahres.
Was gut gelaufen war, bis dato wurde ausverkauft wie Chips oder Momentum-Aktien oder der südkoreanische Kospi.
Und zurückgebliebene Werte erlebten dagegen eine kleine Rallye.
Also Zykliker, Software-Rüstung und die Max7 lagen alle deutlich im Plus.
Ja, und wenn wir auf die Indizes gucken, der DAX, der beendete den Handel mit 0,18 Prozent höher bei 25.040 Punkten und der S&P 500, der verlor leicht 0,2 Prozent und der Nestle 100, da gab es ein deutliches Minus von 1,54 Prozent.
Und das Interessante war, dass sogar mehr Werte beim S&P 500 im Plus lagen als im Minus.
Der Equal Rate S&P lag deutlich im Plus.
Das zeigt, dass die Rallye...
etwas breiter geworden ist, aber eben die Chip-Werte, die so stark ausverkauft worden sind und ein solches Gewicht haben, davon hatten wir ja gestern schon berichtet.
Die haben ja mittlerweile 20 Prozent und wenn es da 6 Prozent runtergeht, dann kracht es halt.
Apropos Nasdaq, da hat es ja gestern auch gekracht, aber es gab eine Aktie, die hat wirklich abgeliefert, nämlich Meta.
Die thronten ganz oben und der Konzern sorgte für die Börsennachricht des Tages.
Die Aktie legt um deutlich 9 Prozent zu, nachdem Bloomberg über Pläne für ein eigenes Cloud-Geschäft berichtet hat.
Der Facebook-Mutterkonzern will demnach überschüssige KI-Rechenkapazität an externe Kunden verkaufen und aktienspezialisierter Neo-Cloud-Anbieter wie Corvive oder Navios, die gerieten, klar, stark unter Druck, minus 17 beziehungsweise minus 14 Prozent.
Ja, soweit die Nachricht und die ist, zumindest hat sich dieses Narrativ dann gestern durchgesetzt.
Durchaus positiv für MEDA.
Die hohen Investitionen in Rechenzentren, GPUs und KI-Infrastruktur könnten künftig nicht nur Kosten verursachen, sondern zusätzliche Umsätze und Cashflows liefern.
Damit würde MEDA unabhängiger vom Werbegeschäft.
Das wird ja immer wieder kritisiert.
Und gleichzeitig sendet der Schritt ein Warnsignal an den KI-Infrastruktur-Trade.
Wenn nämlich große KI-Käufer plötzlich Selbstkapazität verkaufen, spricht das gegen die These dauerhaft extremer Knappheit und entsprechend gehörten...
die Rechenzentrums-Infrastruktur-Aktien zu den großen Verlierern.
Und Verlierer ist dann eben auch das Stichwort, der Sox, so hast du es schon gesagt, der Halbleiterindex, minus 6,3 Prozent, Micron minus 10,6 Prozent, die schwächeln ganz schön, nachdem sie eigentlich so gute Zahlen geliefert hatten vor ein paar Tagen.
Ja, hier spielt ja auch eine Rolle, dass Apple Speicherschips in China kaufen möchte.
Das Interessante ist, diese Meternummer hatte ich schon mit Pip Klöckner bei DevLaw Chavis besprochen.
Genauso wie die Aktie, die ich auch schon besprochen hatte, die jetzt als nächstes hier kommt, nämlich Bending Spoons.
Die hatten wir auch besprochen?
Die haben wir auch besprochen, Bending Spoons.
Die war nämlich der Bulle vom Klöckner.
Das ist ja der italienische Internetkonzern.
Die haben nämlich an der Nasdaq einen grandiosen Börsengang hingelegt.
Gleich der erste Kurs, der war gar nicht so grandios, plus sieben Prozent.
Aber im Laufe des Handels ging es dann richtig rauf, plus 40.
Also man kann sogar nach dem ersten Handelstag ordentlich Gewinn machen, wenn man nur rechtzeitig einsteigt.
Und Banning Spoons wird für die wenigsten von euch ein Begriff sein, auch wenn ihr wahrscheinlich, also ich bin es zumindest, einer von halbe Milliarde Kunden des Konzerns seid.
Die Italiener haben nämlich in den vergangenen 13 Jahren stagnierende oder nur noch leicht wachsende Consumer-Apps aufgekauft, so wie andere Briefmarken sammeln und versuchen, das Ganze dann effizienter aufzustellen und vor allen Dingen besser zu monetarisieren.
Das kennt ihr doch, diese Methode.
Da haben wir doch schon eine Samstagsfolge zu gehabt.
Aber bei wem es jetzt immer noch nicht klingelt, nennen wir jetzt mal die Marken, die zu diesem Reich gehören.
Das ist nämlich AOL, das ist ja wirklich ein Dinosaurier.
Aber Vimeo auch, Evernote, WeTransfer und Komoot.
Und die sind tatsächlich alle ziemlich bekannt.
Und das Monetarisierungspotenzial, so scheint es, ist ziemlich hoch.
Denn nur 2% der Kunden, nämlich 9 Millionen Menschen, bezahlen für diese Services.
Wir wissen ja, WeTransfer...
Ist zum Großteil oder sehr, sehr lange halt gratis beispielsweise.
Und ein Großaktionär war Bailey Gifford, die Stücke zum IPO verkauft haben.
Und ja, Bending Spoons ist jetzt nach dem ersten Handelstag immerhin 26 Milliarden Dollar wert.
Und sind wieder Italiener, die...
an die Nasdaq gegangen sind, was natürlich sehr misslich ist.
Dann gab es noch einen zweiten Börsengang.
Der E-Scooter-Anbieter Lime hat auch ein erfolgreiches Debüt an der Nasdaq hingelegt.
Gut für meine Nasdaq-Aktie.
Die Aktien stiegen zum Handelsstart um 8% auf 27 Dollar, nachdem sie zu 25 ausgegeben worden waren.
Und damit wird das Unternehmen nicht ganz so schön wie Bennings bei uns bewährt, sondern nur zu 1,73 Milliarden.
Und Lime ist einer der wenigen großen Anbieter von Mikromobilität.
Jeder kennt das, der in der Großstadt auf die Straße mal guckt.
die die Konsolidierungswelle nach der Pandemie überlebt haben und die nicht irgendwie den Roller irgendwie in der Sen oder wo auch immer irgendwie versenkt worden ist.
Und so meldet der Konkurrent Bird Insolvenz an, während andere Betreiber wie Tier oder Dot fusionierten, um Kosten zu senken.
Lime selbst hat laut Börsenprospekt noch kein Nettogewinn erzielt und wie es für 2025 bei einem Umsatz von 887 Millionen Dollar ein Verlust von 59 Millionen aus.
Das ist so eine Firma erfolgreich, dass man die Börse startet.
Ist auch nicht selbstverständlich.
Von diesem Hype, den es damals gab, sind wir echt inzwischen weit entfernt.
Apropos Hype, wir müssen noch kurz über Rüstung reden, lieber Holger.
Denn das war ein ziemlicher Hammer, wie ich finde.
Der deutsch-französische Panzerbauer KNDES schiebt seinen Börsengang erstmal auf die lange Bank.
Und warum?
Ja, weil man offenbar das Marktumfeld fürchtet.
Die Aktionäre, also die Großaktionäre, hätten dem Unternehmen mitgeteilt, sie wollten die Börsenpläne erst wieder aufnehmen, wenn sich eben dieses Marktumfeld für Rüstungsaktien in Europa wieder verbessert habe.
So teilte das KNDES.
Ja, eigentlich hätte das IPO noch vor der Mitte Juli beginnenden Sommerpause an den Börsen in Paris und Frankfurt stattfinden sollen.
Das nächste Fenster öffnet sich nun frühestens im September, wenn die Investoren dann zurückkommen.
Hätten die mal Triple E hören sollen.
Da haben wir ja über das Comeback der Rüstungsachsen gesprochen.
Und du hast es sogar richtig gecallt hier von wegen Rheinmetall.
Ich habe ja gesagt, die kannst du höchstens bis 1000 traden, dann ist das Schluss.
Und sie ist jetzt wieder bei 1059.
Also die ist richtig gelaufen von 900 auf, wie gesagt, diese 1050.
Das Umfeld ist gar nicht so schlecht und ist wieder besser geworden.
Auch Aeroviromor, ich kann diese Aktien immer noch nicht aussprechen.
Die ist ja auch weiter fett im Plus.
Und auch andere Aktien, Leonardo, Hensoldt, Greatest.
Also möglicherweise hat K&S da nicht...
Triple A gehört und zu früh den Schwanz eingezogen.
Es lohnt sich immer hier rein zu hören, oder?
Das ist echt ein bisschen feige, ehrlich gesagt.
Finde ich auch.
Müssen Sie selbst wissen.
Gehen wir noch kurz auf ein paar, also Software dürfen wir nicht vergessen, die gehörten zu den Gewinnern, haben wir oben schon kurz erwähnt.
Microsoft plus 3%, 17% haben die im Juni verloren.
Da sollen tausende Stellen gestrichen werden, das ist sicherlich der Hintergrund.
Aber ansonsten, wie gesagt, Software stark, Palantir plus 8%, Atlassian plus 7%, ServiceNow auch plus 7%, Workday plus 6%.
Ja und Caterpillar, die verloren 7%, das ist jetzt nicht Software, aber das ist trotzdem spannend, weil Microsoft Michael Burry ist hier short gegangen.
Genau, und man sollte unbedingt dieses Substack-Artikel von Michael Burry, nicht weil man alles das nachvollziehen sollte, sondern es sei sehr unterhaltsam, was der gute Mann schreibt.
Und wenn man das dann schon mal gemacht hat bei Substack, kann man auch noch Aswat Demodoran auch abonnieren.
Und ich glaube, der Glöckner hat auch mittlerweile, das ist so ein, so Substack machen jetzt die klugen Leute, machen das alle.
Sollten wir vielleicht auch mal machen, Sommerfeld.
Ja, wenn sie klugen machen, müssen wir es auch machen, das ist klar.
Du machst die Termine, das ist auch gut.
Ich mache die Termine, genau.
Und da ist nämlich heute gibt es einen richtig großen Termin, nämlich um 9 Uhr.
Also wie in der Nacht, also vor wenigen Minuten bekannt geworden ist, da haben sich nämlich die Spitzen der Großen Koalitionen.
Reformhammer hat es die Bild getitelt.
Ja, genau.
Die haben sich quasi, es gibt eine Einigkeit über ein ganzes Bündel von Reformprojekten, unter anderem auch die Einkommenssteuerreformen soll auch dabei sein.
Und das wird heute, dieses Paket, weil man weiß jetzt eigentlich noch nichts, wie groß das ist und was genau drin ist.
Diese Inhalte werden halt die Vorsitzenden der Regierungsparteien heute um 9 Uhr verkünden und darüber informieren.
Das ist natürlich ein sehr, sehr wichtiger Termin.
Ansonsten noch ein paar kleinere US-Arbeitsmarktberichte haben wir.
Wir haben noch Zahlen von Factset, also Dexo.
Wir haben Absatzzahlen von Tesla.
Wir haben Pre-Close-Call von Kion und Crowdstrike.
Die handeln splitbereinigt aus einer Aktie, werden vier.
Das Thema des Tages.
Seit gestern ist ja nun das PFOV-Verbot für deutsche Anleger in Kraft, aber irgendwie hat es keiner mitbekommen.
Also ich zumindest nicht.
Die Preise sind nicht gestiegen, die 0 oder 1 Euro Orders, die sind auch noch nicht tot.
Aber möglicherweise ist dieses PFOV-Verbot jetzt irgendwie anders da.
Früher hieß es ja Payment for Order Flow, heute heißt es vielleicht eher Spread.
Eigenbörse, Bonifizierung, Rabatt, ETF-Produkt, Cashback oder auch Werbepapierkredit.
All diese Sachen haben dieses PFOF nämlich abgelöst.
Ja, also das Verbot ist da, so viel steht fest, aber die Rechnung ist nicht weg und sie ist halt nur so, man kann so sagen, sie ist vom Preisschild verschwunden und Grund für uns im Thema des Tages mal genauer die einzelnen Modelle der Neobroker anzuschauen und euch zu verraten, wie die Anbieter denn jetzt agieren, denn schließlich haben ja damals viele den Untergang des Privatanlegerabendlandes beschworen.
Und es geht ja um euer Geld und ihr wollt ja wissen, wie ihr günstig weiter Aktien handeln könnt.
Fangen wir vielleicht vorne mal an.
PFOF, das steht für Payment for Order Flow.
Das war ja so, du kaufst eine Aktie bei einem Neo Broker, der Broker leitet deine Order nicht unbedingt an Xeta, Frankfurt oder irgendeinen anderen neutralen Marktplatz weiter, sondern an einen Market Maker.
Also jemanden, der permanent Kauf- und Verkaufskurse stellt, der Verlangen Schwarz oder die Baader Bank.
Ja und der Market Maker verdient an der Spanne zwischen Ankauf und Verkauf, dem berühmten Spread und dafür, dass der Broker ihm die Order bringt, zahlt der Market Maker dem Broker eine kleine Provision und das ist Payment for Order Flow.
Ja, für den Kunden sah das dann am Ende wunderbar aus, Ordergebühr 0 Euro oder 1 Euro und für den Broker war es trotzdem Geschäft und für den Market Maker auch, weil er ja an den Spreads verdient und an den Order Flow kommt.
Und 50 Prozent der Einnahmen aus diesem P4.
Und der Haken, der Broker hatte möglicherweise einen Interessenskonflikt.
Eigentlich muss er ja für den Kunden die bestmögliche Ausführung suchen.
Aber wenn Handelsplatz A mehr Provisionen zahlt als Handelsplatz B, dann ist die Versuchung groß, möglicherweise nicht den besten Kurs zu suchen, sondern eben den besten Zahler.
Ja, und auch wenn niemand wirklich nachweisen konnte, dass Pief auf den Anlegern schadet, wollte die EU die Praxis abstellen.
Das Ziel, weniger Interessenkonflikt, bessere Ausführungen, mehr transparent.
Ja, nur hat die Branche jetzt nicht gesagt, okay, dann nehmen wir künftig einfach 5 Euro pro Order, sondern sie hat gesagt, okay, wir akzeptieren die Challenge, wir bauen das Modell um.
Und weil kein Neobroker seinen Kunden erklären will, ja, die Gratiszeit, die ist vorbei.
Wer 2026 eine Trading-App hat, der weiß, Die Kunden sind sehr preissensibel und da kriegt keiner auf jetzt kaufen, wenn plötzlich 7,90 Euro Ordergebühr daneben stehen.
Also die sichtbare Gebühr, die bleibt weiter niedrig, aber verdient muss natürlich trotzdem irgendwie werden.
Niemand baut ja eine Bank-App oder eine Broker-App aus Nächstenliebe.
Ja, so ist das natürlich.
Jetzt schauen wir uns mal die Modelle an.
Modell 1 Scalable Capital.
Und die sagen, wenn wir keine Zahlung mehr von externen Market Makern bekommen dürfen, dann bauen wir eben selbst mehr von der Wertschöpfungskette.
Stichwort European Investor Exchange, also kurz EIX.
Scalable hat nämlich zusammen mit der Börse Hannover einen eigenen Marktplatz, also einen Handelsplatz aufgebaut.
Und Scalable ist dort auch als Market Maker aktiv.
Und das ist sehr elegant, aber auch so ein...
Bisschen heikel, denn das alte PFOF-Problem hieß ja, Broker bekommt Geld von externen Market Maker.
Das neue Modell kann heißen, Broker verdient nicht mehr an der Rückvergütung, sondern am eigenen Handelsplatz und damit eben auch am Spread.
und an der eigenen Infrastruktur.
Scalable sagt zwar, klar, alles überwacht, alles sauber, Ausführungen mindestens so gut wie relevante Referenzmärkte.
Kunden können auch andere Handelsplätze wählen.
Und das ist auch der entscheidende Punkt, wenn es eine echte Wahlmöglichkeit und faire Vergleichskurse gibt, ist das regulatorisch etwas anders als das alte PIVA.
Aber ich habe jetzt mal in der Scalable App geguckt, da hast du keinen richtigen Überblick, was die Kurse wo sind.
Da musst du immer irgendwie einstellen und so weiter.
Das ist nicht so einfach zu sehen, welcher Kurs wo zu haben ist.
Genau, es bleibt mal zu fragen, was ist das Spread, wann handele ich zu Xetra-Zeiten oder abends um 21.45 Uhr, wenn der Markt dünner ist und die Spreads breiter werden können.
Die wichtigste neue Regel lautet einfach nicht nur auf die Ordergebühr schauen, sondern auf den Ausführungskurs.
Und da werden wir dann auch schon bei Modell 2, nämlich dem von Trade Republic.
Früher war Trade Republic eng mit Lang und Schwarz verbunden.
Die Order ging dahin, der Kunde zahlte wenig und der Broker bekam im Hintergrund Geld.
Und jetzt hat Trade Republic das Modell komplett umgebaut.
Zuletzt wurden die Trades intern über die eigene Bank mit eigener Handelslogik umgebaut.
Aber heute soll ein komplett neues System verkündet werden, das die besten Kurse bei globaler Abwicklung verspricht.
Kleiner Spoiler, wir werden dazu in der Sammelsfallsfolge auch mit Trade Republic Gründer Christian Hecker sprechen, was es damit auf sich hat.
Genau, da wird ihr alles erfahren und so viel wie bei uns verrät dann nirgendwo anders.
Kommen wir aber erstmal zu Modell 3, nämlich zu Smart Broker.
Die gehen weniger über große Magie, sondern eher über Kostenbasis.
PFOF wurde auch hier komplett abgeschafft und gleichzeitig Kosten gesenkt, Clearing optimiert, damit weiterhin kostenlose Handel über GetEx möglich ist.
Und daneben gibt es weiter Handel an anderen Börsenplätzen, bei denen Gebühren anfallen können.
Ja, und dieser Handel hilft dabei, dass GetEx weiter kostenlos bleiben kann.
Das ist relativ klar und auch völlig ehrlich.
Aber es hat eine interessante Schwachstelle.
Wenn plötzlich jetzt alle Kunden nur noch das kostenlose GetEx-Angebot nutzen und keiner mehr die kostenpflichtigen Handelsplätze, dann fehlt irgendwann diese Quersubventionierung.
Dann müsste auch Smart Broker nachlegen und sich überlegen, wie kriegt man das hin?
Denkbar wäre beispielsweise eine Beteiligung an der Plattform, also wenn man sich im Klang und Schwarz zusammen eine Plattform gründet und dann irgendwie sich Dividenden rückausschütten lässt, so eine Art Scalable Light-Lösung.
Aber aktuell ist die Botschaft noch, Für die Kunden soll sich dramatisch nichts ändern.
Dann hätten wir noch Modell 4, nämlich Finanzen Net Zero.
Das ist die Königsdisziplin der juristischen Vernebelung, so würde ich es mal bezeichnen.
Da steht sinngemäß im Preisverzeichnis für eine Aktien-ETF oder Fondsorder steht dem Partner Donau Capital ein Vermittlungsentgelt zu und zwar 7,50 Euro plus 0,25 Prozent vom...
Und bei 10.000 Euro Ordervolumen wären das 32,50 Euro.
Und da denkt man, Moment mal, Zero heißt jetzt wohl Zero Verständnis beim Kunden oder wie?
Aber dann kommt eben dieser Trick oder man könnte es auch vernebeln.
Man versteht es wirklich schwer.
Und ich muss gestehen, ich habe mir das von drei verschiedenen KIen erklären lassen, bevor ich es kapiert habe, wie es funktioniert.
Also der Trick ist so, diese Gebühr wird nicht voll kassiert.
Es gibt eine Bonifizierung von der Baader Bank und gleichzeitig ein Abwicklungsentgelt.
Und im Beispiel ist es so, Bader gibt demjenigen, der handelt, 2,60 Euro und Bader nimmt selbst nur 50 Cent.
So, bleiben 2,10 Euro beimjenigen, der handelt, übrig.
Und diese 2,10 Euro werden dann als Vermittlungsentgelt von eben dieser...
Partner Donau Capital eingezogen und jetzt fragt er euch, der Rest dieser theoretischen 32,50, der wird dann, und jetzt ist es das Komische, gestundet, verrechnet, rabattiert, erlassen, je nachdem, welchen Begriff man gerade schöner findet.
Ergebnis, für den Kunden bleibt es dann bei 0 Euro Zusatzbelastung, weil man ja von Baader Bank 2,60 bekommen hat.
Und das Preisverzeichnis, das ließ sich aber wirklich...
Das ist wirklich wie so eine Steuererklärung nach drei Espressi.
Uiuiui, das ist in der Tat komplex.
Modell 5 und zwar ist das Just Trade und das ist schon fast frech elegant, könnte man das bezeichnen.
Dort heißt die Idee, die Zahlung geht nicht mehr an den Broker, denn das ist ja verboten.
Sie kann aber direkt beim Kunden landen bzw.
mit dessen Gebühr verrechnet werden.
Der Market Maker zahlt nicht mehr, sondern die Vergütung wird beim Kunden sichtbar angerechnet.
Und damit wird es aus der verbundenen Rückvergütung an den Broker eine Art Kundenbonifizierung.
Das ist schon geil.
Kundenbonus.
Was heißt das jetzt für euch?
Die eigentliche Anlegerfrage lautet jetzt nicht mehr, kostet meine Order 0 Euro, 1 Euro oder 4 Euro, sondern wo verdient mein Broker an mir?
Verdient er an der Ordergebühr, am Spread, möglicherweise auch am ETF, den er prominent anzeigt?
Am Zins, auf meinem Cash, am Wertwerbkredit, an der Debitkarte, am Kryptohandel und am eigenen Handelsblatt.
Ja, lass uns mal zum wichtigsten Punkt kommen.
PFOF-Verbot macht den Markt nicht automatisch teurer oder womöglich sogar günstiger.
Es macht ihn auch nicht automatisch fairer oder transparenter.
Es verschiebt die Ertragsmodelle.
Früher konnte man im Kostenausweis sehen, da fließt eine Rückvergütung.
Heute kann der Broker sagen, keine PFOF-Zahlung.
Stimmt, aber der Kunde zahlt vielleicht über den Spread, du hast es gesagt, über Produktkosten oder über schlechtere Ausführungen.
Und das ist für normale Anleger wirklich schwerer zu erkennen als eine Ordergebühr.
Wir machen heute da weiter, wo wir gestern aufgehört haben.
Ihr erinnert euch, wir haben Börsenhalbjahresbilanz gezogen und dann auch noch eine Art Ausblick auf die kommenden sechs Monate gewagt.
Und jetzt ist uns dabei noch was aufgefallen, nämlich ein statistisches Muster, das so auffällig ist, dass wir es heute nochmal hier präsentieren müssen in der AAA-Idee.
Genau, also dir ist es aufgefallen, wenn man ehrlich ist.
Und dieses Muster ist nicht bei irgendeinem Index auffällig, es ist beim Weltindex auffällig, also dem MSCI World.
Der hat im ersten Halbjahr trotz Ölpreisschock, Kriegsangt, Inflation und Zinszittern rund 12% auf Euro-Basis zugelegt.
Das haben wir gestern schon gesagt.
Und die Frage für Millionen-ETF-Besitzer lautet jetzt natürlich, war es das jetzt oder geht da noch was?
Und genau da wird es nämlich spannend, denn die Historie sagt, ein starkes erstes Halbjahr ist oft kein Zufall, sondern ein Signal.
Seit 1971 gab es beim MSCI World 39 Jahre mit positivem ersten Halbjahr.
Und in 32 oder 39 Fälle war auch die zweite Jahreshälfte positiv.
Und das ist eine Trefferquote von gut 82 Prozent.
Wer im MSCI World investiert ist, der darf also optimistisch auf das zweite Halbjahr gucken.
Absolut.
Im Schnitt brachte die zweite Jahreshälfte nach einem positiven Start nochmal 7,2 Prozent.
Aber das ist Statistik natürlich keine Garantie.
Interessant ist auch der Umkehrschluss.
Nach einem schwachen ersten Halbjahr war die zweite Jahreshälfte nur in jedem zweiten Fall positiv.
Dann wird der Markt also offenbar deutlich unberechenbarer.
Und wir haben weiter recherchiert mit dem Ergebnis, dieses Halbjahres-Orakel funktioniert nicht nur beim MCI World, sondern auch beim Fuzzi All World.
Den besparen ja immer mehr Leute, weil ja auch da die Schwellenländer mit drin sind.
Und da war das musste sogar noch stärker.
Nach positiven ersten Halbjahr erfolgte in 87,5 Prozent der Fälle.
Auch ein positives Zweites.
Und beim S&P 500 liegt die Quote bei 75 Prozent, beim DAX bei knapp 69 Prozent und beim Nasdaq 100, da kommt es immerhin diese Quote auf 77 Prozent.
Warum funktioniert dieses Muster überhaupt?
Die Erklärung lautet Regimerkennung.
Wenn ein Markt sechs Monate lang schlechte Nachrichten wegsteckt und trotzdem steigt, dann stimmt meistens mehr als nur ein Faktor.
Risiko, Appetit, Liquidität, Gewinnerwartung, Konjunktur, Bewertungsbereitschaft.
Der Markt zeigt halt, die Käufer sind da.
Es ist so eine Art Momentum und ihr wisst ja, Momentum ist ja auch eines meiner Lieblingsaktien, Trades.
Wissenschaftlich gibt es sogar Hinweise auf...
Time-Serious-Momentum.
Märkte, die über mehrere Monate steigen, steigen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit noch eine Weile weiter.
Dazu kommt noch Psychologie.
Anleger jagen ja Performance.
Wenn ein Index gut gelaufen ist, dann fließt eben auch neues Geld in diese Fonds und ETFs.
Und das kann so einen Trend verlängern.
Jetzt kommt aber der Haken, weil ja klar, dass es auch einen Haken gibt, denn nicht jedes starke erste Halbjahr ist automatisch gut.
Beim MSCI World ist die Stärke des ersten Halbjahres entscheidend.
Also lag das Plus zwischen 0 und 5 Prozent, war die zweite Jahreshälfte in 67 Prozent der Fälle positiv.
Bei 5 bis 10 Prozent waren es 79 Prozent und bei 10 bis 20 Prozent sogar 100 Prozent.
Ja, und was hatten wir im ersten Halbjahr?
12 Prozent.
Und das klingt wirklich nach einer grünen Ampel, denn genau der MSCI World lag ja im ersten Halbjahr genau in dieser Zone.
Ja, aber sobald das erste Halbjahr extrem stark war, also wenn es mehr als 20 Prozent rüberging, dann kippte das Bild und dann scheiterte das Orakel und zwar in zwei von drei Fällen.
Und das lag daran, zu viel Euphorie war oft ein Warnsignal.
Beispiele 1975 oder auch 1987, da war ja ein Megacrash.
Und 2007, da gab es dann halt schon die Vorboten der Finanzkrise.
Ja, die Botschaft für ETF-Anleger lautet also, der Trend spricht für weiter steigende Kurse, besonders beim MSCI World.
Aber das Halbjahres-Orakel ist natürlich kein Naturgesetz.
Es ist ein Marktbarometer.
Es sagt Rückenwind ja, Vollkasko nein.
Und praktisch heißt das, wer langfristig im ETF spart, der muss wegen dieser Daten sowieso nicht hektisch handeln.
Aber er kann verstehen, warum die Börsenampel gerade eher grün als rot zeigt.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback.
Deshalb schickt uns eine Mail an aaa-welt.de oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Ich fand eine sehr interessante Nachricht, hat geschrieben ADZGN, das ist wieder so ein Spotify-Name.
Auf jeden Fall schreibt er oder sie Hallo zusammen.
In der Folge hat der Zschäpitz doch erzählt, dass er sehr viele Sparpläne erlaubt hat.
Stimmt, das hat er erzählt, nicht zum ersten Mal tatsächlich.
Meine Frage dazu, ab welchem Betrag ergibt ein einzelner Sparplan überhaupt Sinn?
Reichen 10 oder 25 Euro pro Sparplan oder sollte man erst ab 50 Euro einen neuen aufmachen?
Und wie viele Sparpläne würdet ihr generell empfehlen, wenn man zum Beispiel 100, 300 oder 500 Euro im Monat zur Verfügung hat?
Ich würde mich über eure Einschätzung freuen und danke für den Podcast.
Ja, wer soll diese Frage anders beantworten als der Sparplankönig?
Ich würde sagen, it depends.
den Sparplan dafür nutzen willst, eine Position aufzubauen und die halt nicht klar und mit dem Timing nicht klar ist, dann würde ich sagen, wenn du wirklich, so habe ich es bei Alphabet zum Jahresanfall gemacht, als ich feststellen musste, Ideologie bringt nichts, haben wir ja in der Jahresschlussfolge gemacht, habe ich den Sparplan begonnen und dann habe ich 50 Euro da investiert.
Und dann würde man einfach sagen, hey, beziehungsweise bei Alphabet habe ich sogar 100 Euro investiert.
Also man sollte wirklich in der Position, die man aufbauen will, wo man sagt, ich bin da hinten dran, aber ich weiß nicht, wie ich es mache, das ist großartig.
Dann gibt es natürlich auch Sparpläne, wo man einfach spielerisch sagt, ich will die mir wie so ein Lesezeichen, will ich mir das irgendwie sichern.
Da war ich nicht so, ich habe so ein paar, so den aktiven Thelen-Fonds oder den Thelen-ETF, da habe ich ein oder zwei Euro einfach drin, um einfach zu sehen, wie läuft der und das immer wieder im Beruf.
Bewusstsein zu haben, hey, da spare ich drin, der ist in meinem Portfolio drin.
Und dann habe ich noch den dreifach gehebelten Nasdaq ja auch noch als Spar, wir haben noch mehr, aber da habe ich dann über viermal im Monat, habe ich dann eher eine kleinere Summe, weil das eher was Zockigeres ist.
Also man muss halt überlegen, ist es Zocken, ist es eine Position, die man aufbauen will oder ist es einfach nur so eine Art Erinnerung und je nachdem macht man das.
Und wenn du jetzt 500 Euro im Monat hast, solltest du sowieso erst mal Basis-Investments haben, bevor du Einzelaktien besparst.
Dann würde ich vielleicht sagen, von den 500, 400 Euro Basis-Investment und dann würde ich nochmal mehr vielleicht noch Saliten-Investments für 50 Euro jeweils noch daneben suchen.
Und bevor ich Einzelaktien mir bespare, sollte schon der Sparplanbetrag im Monat ein Tausi sein.
Wie machst du das dann mal, Feld?
Ich war das ein bisschen anders, aber ja, es ist nachvollziehbar.
Du hast also quasi jede Variante einmal vorgestellt und ich finde, das genügt jetzt auch als Antwort.
Und wer wissen möchte, welchen Sparplan der Zschäpitz als nächstes abschließt, denn der nächste Sparplan kommt bestimmt, der würde ich sagen, abonniert uns am besten, spricht über uns und empfehlt uns euren Freunden, seinen Freunden.
Wir hören uns mal wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
