# VW Crisis, US Exceptionalism, and Strategic Realignment

**Podcast:** Leben mit Aktien | Der Podcast für Anleger mit Weitblick
**Published:** 2026-07-01

## Transcript

Bevor es losgeht, dieser Podcast ist keine Anlageberatung, sondern dient lediglich der Information und Unterhaltung.
Die Hosts oder der Verlag übernehmen keine Haftung für Anlageentscheidungen, die sie aufgrund der im Podcast gehörten Informationen treffen.
Leben mit Aktien – ein Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche mit Christian Wirröl und Horst von Butler.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Hitze mit Aktien, nein von Leben mit Aktien, dem Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche.
Ich bin Horst von Butler.
Und ich bin Christian Beröhl.
Und ich muss zugeben, ich mag's ja warm.
Ja, ich weiß, du magst es warm.
Ich mag dich nicht so warm, also ich würde dich jetzt ungern umarmen wie sonst.
Ich bin ein bisschen nass.
Also du zerfließt hier gerade von mir.
Ich habe auch gerade nochmal so einen Kräuteraufguss hier gemacht in unserem Podcaststudio, damit so ein bisschen ätherische Öle hier rumwabern.
Das ist wie so eine Bio-Sauna hier gerade.
Also kennst du diese Bio-Sauna, die so auf 60 bis 70 Grad?
Wir sind hier ja im Dachstudio im Gebäude des Tagesspiegels.
Wir nutzen ja hier das gemeinsam mit dem Handelsblatt.
Also die Klimaanlage müssen wir ausstellen, damit sie es keine rauskommt.
gibt es für Sie, liebe Hörer und Hörer.
Also wir leiden für Sie diese Woche.
Aber wir wollen uns nicht über das Wetter beschweren.
Nein, wir haben im Sommer jetzt halt wirklich mal schönes Wetter.
Wir erinnern uns, im Winter, da hatten wir irgendwann mal so kältefrei, da waren die Unwetterwarnungen, jetzt ist es zu heiß.
Und ich finde, also Wetter ist ja irgendwie immer, das nehmen wir so, wie es kommt.
Ich nehme, wie es kommt.
Also mir war es ein bisschen heiß, aber wir lassen es jetzt mal tatsächlich gut sein.
Wo es auch hitzig zugeht, ist tatsächlich gerade in der deutschen Autoindustrie.
Boah, das war eine Dänning.
Ein Gäste Überleitung.
Bevor wir gleich einen Hydration Break machen, was für eine ereignisreiche Woche.
Volkswagen will bis zu vier Werke schließen und 100.000 Jobs aufbauen.
Das war eine Zahl, die tatsächlich seit Freitag weit über Wolfsburg hinaus für einen Beben sorgt.
Und da geht so ein geschasster Bosch-CEO unter sonstige Meldungen glatt unter, denn Stefan Hartung muss sie ja auch gehen und wird durch seinen Vize ersetzt.
Tja, und dann eben Rheinmetall, dass die Aktie die 1000-Euro-Marke sehen und testen würde.
Das hatten wir.
Vor einigen Wochen schon antizipiert.
Ein kurzer Applaus für Christian.
Das hast du wie immer gut antizipiert.
Ja gut, wir hatten ja auch vorher gesagt, bei 2000 haben wir eine Wegmarke und die ist so ganz knapp, wo glaube ich auch mal nachbörslich erreicht werden.
Jedenfalls gab es für Rheinmetall halt jetzt wirklich auch mal operativ einen empfindlichen Rückschlag im Marinegeschäft.
Die Bundesregierung streicht das Fregattenprogramm F-126.
Dem Rüstungskonzern entgeht damit ein Milliardenauftrag.
Ein anderer Konzern profitiert übrigens davon.
TKMS, also die ThyssenKrupp-Abspaltung, wird dann andere Kriegsschiffe an die Bundeswehr liefern.
Aber das bestätigt halt auch ein bisschen die Bedenken, die wir formuliert haben.
Nämlich, dass gerade mit dieser Übernahme der Marinesparte, der Lösenwerf, das ganze Unternehmen schon riskanter wird, weil man noch mehr in diesem Projekt...
Geschäft hat, weniger Systemgeschäft und diese Vision, wirklich einen integrierten Rüstungskonzern zu schmieden, das was Armin Pappberger will, was er ja auch immer wieder mit seinen Aktienkäufen untermauert.
Jetzt hat er ein bisschen teuer nachgekauft.
Die Aktie ist nochmal ein Fünftel abgerauscht.
Es ist am Ende riskant und wir fragen uns natürlich, Achtung, war es das mit dem Kanonendonner an den Börsen?
Und wir haben ein großes Thema, die großen Feiern zum 250.
Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung in den USA.
Diese Woche Grund genug für uns natürlich nochmal unter den Reflecting Pool auf das Geheimnis des amerikanischen Exceptionalism zu schauen.
Legen wir los.
Das liegt im Trend.
Schon seit Monaten, ja eigentlich seit einigen Jahren, schon beherrschen die deutschen Autobauer die Schlagzeilen.
Und zwar leider meist negativ, muss man sagen.
Da geht es um Gewinneinbrüche.
Prognosen, die nach unten korrigiert werden und Marktanteile, die man verliert, vor allem in China.
Und irgendwie, Christian, man hat ja immer so das Gefühl, jetzt ist die Talsohle erreicht, da kommt jetzt nichts mehr.
Naja, und dann merkt man, dass diese schmerzhafte Anpassung an neue Kapazitäten, an niedrigere Kosten und auch dieser Aufholprozess gegenüber den neuen Wettbewerben in China, dass das mitnichten abgeschlossen ist, also dass das noch eine Weile für dauert.
Ja, und dann wurde mal am Freitag wieder deutlich mit einer Schlagzeile, die die Republik erzittern ließ.
Nach einer kurzen Unterbrechung geht es gleich weiter.
Bleiben Sie dran.
Digitalisierung, wenn ich das schon höre.
Jetzt muss ich mich neben meiner Arbeit auch noch um die Cloud kümmern.
Müssen Sie doch gar nicht.
Ach so, machen Sie das dann für mich?
Nee, aber Vodafone Business.
So ist es.
Wir haben die passende Cloud-Lösung für jedes Unternehmen.
Von der Migration bis zum laufenden Betrieb.
Zusammen für Ihr Business.
Vodafone.
Together we can.
Ja, das ist für mich so ein bisschen bei Volkswagen und in der Autoindustrie insgesamt wie bei Rudi Völler.
Ich glaube, das war 2004 im Gespräch mit Waldemar Hartmann in diesem legendären Weißbier-Interview, wo es dann auch gab, ihr habt immer einen Tiefpunkt und noch einen tieferen Tiefpunkt und noch einen tieferen Tiefpunkt.
Und so ist das letztendlich nicht nur bei den Aktien, sondern auch beim Sentiment und bei der Nachrichtenlage.
Denn im Volkswagen-Konzern war ja ohnehin schon ein Job ab.
Bau von 50.000 Stellen vereinbart worden bei VW, Audi, Porsche und der Software-Einheit Carriott.
Und nun gab es einen Bericht des Manager-Magazins, wo weitere 50.000 Stellen im Konzern zur Disposition stehen sollten.
Also doppelt so viel Entlassungen.
Und das ist natürlich einfach durch diese schiere Zahl, 100.000, nochmal ein Signal.
Es läuft in die völlig falsche Richtung.
Ja, oder in diese Richtung, in die es gehen muss.
Das werden wir gleich mal diskutieren.
Und das Besondere daran ist, das ist eben keine Zahl, die ein Konzern wie Volkswagen eben auch irgendwie durch Fluktuation oder Verrentung ausschwitzen kann.
Das ist jede sechste Stelle.
Volkswagen hat über 600.000 Mitarbeiter weltweit.
Und eben, und das ist das Besondere, es stehen deutsche Werke zur Disposition.
Das ist ja immer so dieses große Krisenmoment.
Interessant ist tatsächlich, um welche Werke es geht.
Vier werden immer wieder genannt.
Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm.
Mit den Zahlen wird wild spekuliert.
Die Kollegen bei uns haben recherchiert, dass sie ein bisschen hochgegriffen sind.
Aber unabhängig von den Zahlen, ob es jetzt am Ende 70, 80, 90 oder 100.000 sind, Ja, es ist so der berühmte Watershed Moment.
Also diese Zahl in diesem heißen Sommer ist ein Weckruf für das ganze Land, vielleicht auch für die Europäische Union.
Es gibt ja diese Aufsichtsratssitzung am 9.
Juli, wo dann tatsächlich entschieden wird.
Deswegen wurde es auch durchgestochen.
Wir würden gerne die Schwächen nochmal auch analysieren von Volkswagen, aber auch insgesamt der deutschen Autobauer.
Und der erste Punkt ist, Christian, Volkswagen hat einfach zu viele und zu unproduktive Werke, vor allem in Deutschland.
Es gibt Überkapazitäten und Oliver Blume hatte uns hier...
im Interview schon im März gesagt, ich zitiere mal, Volkswagen war über Jahrzehnte in einer Komfortzone.
Das Geschäftsmodell, das uns über Jahrzehnte getragen hat, funktioniert heute so nicht mehr.
Autos in Deutschland entwickeln, in Europa produzieren und in alle Welt exportieren.
In Europa ist der Markt um mehr als zwei Millionen Fahrzeuge.
geschrumpft mit deutlich zunehmendem Wettbewerb.
Das muss man sich nochmal klar machen.
Wir haben sehr teure Strukturen.
Auch der Markt in Europa, wir reden immer über China und USA, kommen wir gleich noch drauf.
Der Markt in Europa ist einfach kleiner.
Es ist eine Kapazitätsanpassung nach unten, weil Millionen Fahrzeuge im Markt fehlen.
Und die werden auch dann nicht mehr gekauft.
Und das meinte ich ja eben, es läuft alles in die falsche Richtung, strukturell in die falsche Richtung.
Und zwar eben nicht nur im Heimatmarkt, sondern auch im Ausland.
Und da sind wir bei China über lange Jahre nicht nur ein wichtiger Umsatzbringer, sondern auch Ertragsbringer für Volkswagen.
Und da ist VW wie auch...
alle anderen Autohersteller aus dem Ausland größtenteils verloren.
Wenn sie sich gut anstellen, dann bleibt zwar ein signifikantes China-Geschäft übrig, aber nichts, was mit den früheren Erfolgen zu tun hat, schon gar nicht bei der Marge.
Und vielleicht sind es dann ...
Nischen im Luxusbereich bei Sportwägen, die aber dann eher zum Beispiel von einer BMW oder von einer Mercedes bedient werden.
Sicherlich nicht von der Volkswagen als Massenhersteller.
Da haben sie den Anschluss verloren.
Einerseits an das Preisniveau, andererseits aber auch technologisch.
Sprich an das, was die chinesischen Hersteller zu diesem Preisniveau bieten.
An Leistung.
Man sieht es auch in den Zahlen.
Also jetzt im Mai waren die Zahlen auch bei den Verkäufen von Dieseln und Benzinern in China nochmal um 39 Prozent eingebrochen.
Und der Anteil von E-Autos am Gesamtmarkt stieg auf 60 Prozent.
Die Chinesen haben umgestellt.
Und die Kollegen, die jetzt gerade noch mal vor Ort waren auf den verschiedenen Automessen in China, die haben uns das auch noch mal erzählt, wie wichtig das autonome Fahren ist inzwischen in China.
Also wenn du Premium kaufst, bedeutet das eben, dass das Auto bestimmte Dinge alleine kann.
Und da sehen die Deutschen eben alt aus.
Die Technologie ist ein unverzichtbares Merkmal von Premium-Marken inzwischen in China.
Und das kann man nicht mehr so wegdiskutieren.
Das heißt, die Deutschen...
sehen mit ihren Modellen oder die Europäer auf dem chinesischen Markt einfach alt aus.
Die Chinesen haben übrigens in ihrer Stärke auch eine große Schwäche, denn sie haben gigantische Überkapazitäten produziert auf dem eigenen Markt.
Also der eigene Markt geht auch insgesamt zurück.
Da gewinnen sie zwar Marktanteile und jetzt drücken sie mit aller Macht ihre Autos in die ganze Welt.
Und da die Amerikaner bekanntlich dicht gemacht haben, hat das Folgen für den europäischen Markt.
Das ist halt nichts Spezielles für die Autoindustrie.
Das sehen wir in anderen Industrien eben auch, dass China die Überkapazitäten zu Hause nicht mehr entladen kann.
Das sehen wir in der Chemie, das sehen wir in der Solarindustrie.
Es kommt alles auf den Weltmarkt und am Ende verdient keiner mehr Geld.
Die EU muss jetzt also einen Weg finden, dieses unfaire Spiel der Chinesen zu kontern.
Wir erinnern uns, dass es bereits Ausgleichszölle auf reine Elektroautos aus China gibt.
Die gibt es seit Ende 2024.
Die Hersteller haben dann reagiert und haben sehr viel Plug-in-Hybride.
Ist ja auch irre, wie schnell die reagieren können, die Chinesen.
Also die bauen einfach auch schneller und bauen schneller um.
Sie haben dann verstärkt Plug-in-Hybride angeboten und die laufen eben auch sehr gut in Europa, wenn man sich die Marktanteile anguckt.
Und ja, jetzt wird eben diskutiert, ob die EU da nochmal nachsteuern kann.
Das Problem, was wir halt immer haben, sobald wir sagen, naja, liebe Chinesen, ihr spielt unfair, ihr subventioniert eure Autos, wir müssen da irgendwie entgegenhalten, beklagen die Chinesen einen unfairen Wettbewerb und klemmen uns irgendeine seltene Erde, irgendein Germanium oder so ab.
Also wir sind in einer schwachen Position.
Aber ich glaube, da muss in diesem Sommer etwas passieren.
Die EU muss da eine Antwort finden.
Wir können es nicht so laufen lassen, weil das betrifft ja einfach die europäische Autoindustrie.
Und damit sind wir beim dritten Markt, bei dem amerikanischen Markt, der ja auch einige Probleme hat.
Ja, da haben wir das Thema der Zölle.
Die kosten dem Konzern direkt und indirekt rund 5 Milliarden Euro Ergebnis pro Jahr.
Dazu kommt halt, der E-Auto-Markt in den USA ist unter Trump.
kollabiert und das hat ja eben auch bei Tesla, vor allem aber bei GM, bei Ford.
Gigantische Abschreitungen, erinnerst du dich?
Gigantisch Geld vernichtet, ja, Volkswagen natürlich genau da drin und Blume führt die Elektrostrategie weitgehend fort, was natürlich vernünftig ist, weil schon zu viel investiert wurde.
Das ist so ein bisschen dann das Risiko dieser Sunk-Cost-Fallacy, dass du sagst, naja komm, jetzt muss ich auch weiterlaufen, weil ich habe ja schon so viel investiert.
Wichtig wäre, dass man da sehr schnell in eine Situation kommt, dass man zumindest irgendwie halbwegs da am Ende wieder ein bisschen Cash rauskriegt.
Aber auch das wird entsprechend mühsam werden.
Insofern, wir haben ein Umfeld, das gegen Volkswagen läuft.
Aber wir sollten sicherlich auch nicht vergessen, dass die Situation des Konzerns auch eigenes Verschulden ist.
Natürlich, es ist Marktverschulden.
Es waren strategische Fehler.
Die Substanz, das sagen mir meine Kollegen immer wieder, ist eigentlich da.
Also auch bei der neuen Offensive von den Modellen, die haben eigentlich gute Modelle entwickelt und sie sind da auch teils besser aufgestellt als die anderen großen Autohersteller, zum Beispiel wie Stellantis.
Also da sind sie klarer positioniert.
Trotzdem ist die Abhängigkeit vom chinesischen Markt etwas, was einfach einen langen Leidensweg jetzt den Autobauern beschert.
Und man muss sich jetzt wirklich anschauen, wenn das Land Niedersachsen wieder einmal verhindert, dass hier eine Anpassung von Kapazitäten passiert.
dann ist das langsam auch fahrlässig.
Die sitzen ja da im Aufsichtsrat und dieser Stimmanteil...
Sie haben halt 20 Prozent.
Bitte?
Sie haben halt 20 Prozent.
Ja, aber wenn Sie das ewig verhindern und Werke, wo kein Geld mehr verdient wird, erhalten, dann kann Volkswagen wirklich in eine Schieflage kommen.
Sie haben jetzt mit diesem Verkauf von Everlands an Bain vergangene Woche das so ein bisschen untergegangen.
Das war ja erfolgreich.
Spezialmotoren, Sparte, da kommt richtig Geld in die Kasse.
Ja, aber das Geld darf man halt nicht jetzt über Jahre, so wie ThyssenKrupp, weißt du noch, mit dem Verkauf der Aufzugsparte, dann irgendwie verfrühstücken.
Ja, es wurde dann irgendwie immer weniger.
Wenn du Niedersachsen ansprichst, glaube ich, muss man das noch ein bisschen weiter denken.
Wir haben bei Volkswagen insgesamt...
das Problem einer letztendlich toxischen Shareholder- und Stakeholder-Mischung.
Du hast zwei Familienstämme, Porsche, Piège, die sich ja auch nicht immer einig sind und waren.
Du hast das Land Niedersachsen, du hast den katarischen Staatsfonds als großen Ankeraktionär dabei, dann hast du auch noch ein bisschen lauten Free Float und dann hast du natürlich diesen sehr starken Gewerkschaftsflügel im Aufsichtsrat auch mit dabei.
Und das sind so viele Einflüsse dazu, irgendwie eine Unternehmenskultur, die auch unglücklich ist.
Wir erinnern uns nochmal, 2015, als dieser Diesel-Skandal rauskam und als man eigentlich wirklich den Eindruck hat, Unternehmenskultur bei Volkswagen ist so ein bisschen TTV, täuschen, tricksen, verpissen.
Aber hat sich unter Oliver Blum, muss man sagen, wirklich stark geändert?
Ja, aber was war denn dazwischen?
Danach war die große Elektrooffensive, das war staatlich natürlich auch getrieben.
Aber man hat natürlich auch deswegen...
so viel Elektro gemacht, um von diesem Diesel-Desaster abzulenken.
Und was natürlich auch regulatorisch vorgegeben war.
Da muss man sagen, es war ja regulatorisch vorgegeben, also dieses Face-out-Verbrennerverbot in der EU.
Und bei den Planungszyklen von fünf bis zehn Jahren war es unter der damaligen Maßgabe, richtig diese E-Autos zu entwickeln.
Der Markt ist dann halt nicht angesprungen.
Der Markt springt halt nur dann an, wenn du Subventionen und Prämien zahlst.
Das ist einfach das Problem.
Die Modelle sind zu teuer.
Und jetzt haben wir diese Prämien wieder, aber da dringen halt Chinesen mit besseren Autos und besserem Komfort auf den Markt.
Also es sind Marktumstände, es ist eigenes Verschulden.
Und die Aktien drückt das Misstrauen natürlich auch aus, nicht?
Ja, also du hast jetzt eine Market Cap von...
Volkswagen von 37 Milliarden Euro.
Das ist weniger als so ein KI-Startup, ne?
Ist doch so.
Wie heißt nochmal diese Bude, die da Elle Maske 60 Milliarden betauft hat?
Ja, und dann hast du aber, wenn du diese 37 Milliarden Euro einfach mal nimmst, dann hast du da drinstecken ja den 87,5% Anteil an Traton, auch börsennotiert, Nutzfahrzeughersteller.
Der ist aktuell 14 Milliarden wert und die 75,1% an Porsche, die sind 29,5 Milliarden Euro wert.
Das heißt, allein das deckt schon mehr als die Marktkapitalisierung.
Dazu kriegst du halt noch andere Marken, andere.
Geschäfte, ein Finanzierungsgeschäft, was natürlich immer die Betrachtung von Liquidität ein bisschen schwierig macht.
Also in so einer Sum-of-the-Parts-Bewertung sieht die Aktie ganz günstig aus, aber diese Sum-of-the-Parts-Bewertungen sind halt immer äußerst gefährlich und ich muss zugeben, ich habe ja mal irgendwann geglaubt, dass die Familien Pietsch und Porsche tatsächlich eine Neuordnung der Unternehmensstruktur bei Volkswagen durchsetzen würden.
Auch durch den Börsengang von Porsche eine Rauslösung des Konzerns hatte dann lange Zeit die Porsche Holding SE.
Und ich muss hier sagen, das war ja absolute Hybris, ein furchtbar schlechtes Investment, eben aufgrund dieser toxischen Shareholder- und Stakeholder-Kultur.
Und daran hat sich, muss ich halt sagen, bis heute nichts geändert.
Bin ich glücklich.
Ich habe ja öfter schon erzählt, ich habe diesen lustigen Sparplan für eine Porsche-Aktie.
Ich spekuliere damit ja wirklich auf den Turnaround beim Sportwagenbauer gezielt.
Gucken wir mal, was dabei rauskommt.
Immerhin ist der Case ein bisschen konkreter.
Aber man muss sich immer klar machen bei solchen Dingen.
Das ist nichts, wo man jetzt viel Conviction und viel Vermögensanteil reinstecken sollte.
Bei Einzelaktieninvestment hat man immer eine...
Wette darauf, dass es dann wirklich besser läuft als der Markt und bei den meisten Aktien.
Ist es eben nicht der Fall.
So, Christian, kurzes Hydration Break.
Hydration Break.
Wie bei der WM.
Also bevor wir jetzt auf Amerika kommen, du hast dich aufgeregt, weil ich war ja im Presseclub und musste tapfer die deutsche Aktienkultur verteidigen.
Das ist schamlos, wie da von gewisser Seite gelogen wird, was da einfach für Zahlen in den...
Raum geschmissen werden.
Ja, irgendwie die OBS hätte geschrieben, es gäbe nur 3,75 Prozent Rendite und davon geht auch noch die Inflation ab.
Das ist komplett aus der Luft gegriffen.
Es gibt die Studie von der UBS, tatsächlich die Aktienmarktentwicklung seit 1900, also über 125 Jahre aufzeigt und da haben wir je nach Land zwischen 7 und 9 Prozent Renditen und die 3,5 Prozent, das war die Realrendite seit dem Jahr 2000.
Wohlgemerkt, Realrendite nach Abzug der Inflation und da drin eben.
dann auch zwei geharnischte Krisen.
Also jede Menge Aufregung, was ich so mitnehme aus dieser Diskussion vom Presseclub bei diesem Rentenpaket.
Der Widerstand gegen diese Kapitalsäule in der Rentenversicherung formiert sich und da wird jetzt halt mit Zahlen um sich geworfen.
Also der DGB steuert das, viele linke Ökonomen steuern das.
die das eben verhindern wollen und sie machen das mit den alten Reflexen, also das ist Zockerei und Spekulantentum, was gut natürlich sein kann, dass wir Krise und Crash haben und dass so wie die Schweden vor 25 Jahren, dass wir das richtig auf diesem Peak, da muss einem ja auch mummig werden, also wenn wir das jetzt starten nächstes Jahr und das auf dem Peak, aber es ist ja langfristig gedacht, also es vermittelt sich Widerstand und jetzt wird natürlich auch mit Angst.
um sich geworfen, so nach dem Motto, das entzieht jetzt ja irgendwie 30 Milliarden aus Deutschland, was wir weltweit in Tech-Plattformen anlegen.
Wir machen die KI-Unternehmen noch mächtiger und dadurch gehen hier 250.000 Jobs verloren, nur durch diese kapitalgedeckte Rente.
Und ich finde, das ist Angstmacherei.
Und du hast das ja schön gesagt, wir sind ein Land, in dem das Wachstum eher mal zurückgeht.
Insofern macht es ja Sinn, wenigstens unser Geld dorthin zu bringen, wo noch Wachstum ist.
Wir müssen auch als Volk lernen zu diversifizieren.
Und da gehen wir mal dahin, wo das Wachstum ist, lieber Christian.
USA, 4.
Juli feiern die Vereinigten Staaten den 250.
Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung.
Das ist ein Grund genug für uns, mal auf die US-Wirtschaft zu schauen und auf den Aktienmarkt natürlich.
Und auf die Frage, warum die amerikanische Wirtschaft trotz aller Kritik und Krisen, trotz ihrer Widersprüche und Abgründe und trotz der vielen düsteren Prophezeiungen und Prognosen doch immer wieder überrascht und vor allem auch die europäische Wirtschaft outperformt.
Jamie Dimon hat es gerade in einem Interview nochmal gesagt, dass die europäische Wirtschaftsleistung, die ja mal irgendwann auch fast pari war, er sprach von 90 Prozent, aber sie war ja mal Mitte der 10er Jahre fast pari.
Das ist immer so eine Frage der Berechnung.
Aber jetzt sind wir einfach bei 70 Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung.
Rund 32 Billionen Dollar ist das amerikanische BIP.
Die EU liegt bei 23 Billionen.
Was ist da passiert, bevor wir loslegen auf die fünf, sechs Gründe, warum die amerikanische Wirtschaft überrascht?
Ein bisschen Pathos stellen sich als Fanfaren vor.
Christian hat sich auch verkleidet.
Machen Sie sich bereit für die Shining City.
Also für mich ist es ja schon ein besonderer Feiertag.
Für mich ist Amerika halt eine Nation, die ich wirklich sehr bewundere.
Ich bin sehr gerne in diesem Land und ich finde auch die amerikanische Geschichte großartig, hochspannend.
Also so ungefähr, ich würde sie auf Nummer drei setzen nach der deutschen und der französischen, kommt dann für mich so im Interesselevel die amerikanische.
Und ja, was heißt Pathos?
Es ist schon interessant, wie dieser amerikanische Exzeptionalismus schon sehr frühzeitig begründet wurde.
Nämlich, du hast ihn gerade erwähnt, diesen frühen Pilger und Pionier John Winthrop, der 1630, also lange Vorgründung der USA, schon formulierte, we shall be as a city upon a hill.
The eyes of all people are upon us.
Und das hat sich ja dann durch die amerikanische Geschichte durchgezogen und einfach, wenn man mal dieses Selbstverständnis Amerikas ein bisschen einhegen möchte, gibt es einen schönen Satz aus diesen Circular Letters to the States des ersten Präsidenten und Verfassungsvaters George Washington.
Der schrieb 1783.
Die Bürger Amerikas in die beneidenswerteste Lage versetzt, als die alleinigen Herren und Eigentümer eines riesigen Kontinentgebiets, das all die verschiedenen Böden und Klimazonen der Welt umfasst, sind von nun an, ab dieser Epoche, als die Akteure auf einer höchst augenfälligen Bühne zu betrachten, die von der Vorsehung eigens dafür bestimmt zu sein scheint, menschliche Größe und Glückseligkeit zur Schau zu stellen.
Und daran hat sich auch 250 Jahre später an diesem Selbstverständnis nichts geändert.
Es wird nicht mehr so feinsinnig formuliert wie bei George Washington.
Es kommt breitbeiniger daher.
Ja, es kommt breitbeiniger und brutaler manchmal auch daher.
Jetzt haben sich so ein paar Tränen in meine Schweißperlen gemischt, lieber Christian.
Aber ich erinnere, das, was du beschrieben hast.
Ich war ja Mitte der 90er Jahre das erste Mal in den USA nach dem Abitur.
Ein Jahr lang habe ich da studiert.
Und ich kam so aus dieser Helmut-Kohl-Stagnation Mitte der 90er Jahre.
Massenarbeitslosigkeit.
Und wenn du da auf so einem College bist, merkst du ja nicht nur irgendwie...
Ach, diese ganzen Basketballspiele und Cheerleaders und irgendwie Musicals und Drama.
Also das, was du aus dem Fernsehen kennst, ist da irgendwie Realität.
Es war ein unbändiger Zukunftsglaube und die 90er Jahre waren ja so das perfekte Jahrzehnt auch.
Also Bill Clinton und Alan Greenspan, also das war so das perfekte Duo, die hatten so diesen Sweet Spot in der Wirtschaftspolitik gefunden.
Aber es war ein Zukunftsglaube und auch dieser Glaube einfach so, dass es einem besser gehen wird in der Zukunft, was ich einfach bei vielen, trotz aller...
Abgründe und Probleme, die sie natürlich haben.
Also die Idee, dass es dir im Leben besser gehen kann.
Und das fand ich immer so beeindruckend.
Und damals belegte ich einen Kurs und ich habe da ein Buch, musste ich lesen, was sehr interessant war.
Weißt du, wie das hieß?
More.
Also es hieß einfach mehr und es ging The Politics of Economic Growth in Postwar America.
Gingen so alle Präsidenten durch.
Geschrieben von Robert Collins, immer noch sehr lesenswert.
Und dieses More bringt es auf den Punkt.
Es ist ein Streben nach...
Und dieses Streben hat immer wieder auch Krisen, hat auch immer wieder Verwerfungen und Verheerungen, aber dieses Streben bleibt eben so.
Es ist nicht die Idee, dass man irgendwie zurückschraubt, dass man weniger haben will, man will mehr haben.
Und wir haben jetzt mal so fünf, sechs Erfolgsfaktoren rausgesucht.
Christian, das erste ist natürlich dieser gigantische Binnenmarkt, nicht?
Ja, das ist eben ein homogener Markt mit 350 Millionen Konsumenten und eben auch starkem Konsum, der immer wieder Treiber des Wachstums war.
Eine gemeinsame Sprache, ein gemeinsam weitgehend einheitliches Rechtssystem, Sozialsystem, Steuersystem.
Also wirklich eine Plattform, wo du Geschäfte machen und auch entsprechend skalieren kannst.
Und wenn du dort erfolgreich bist, dann hast du einfach ein...
eine sehr starke Basis, um von da aus rauszugehen in alle Welt.
Sozusagen, if you make it there, you're gonna make it everywhere.
Und das ist eben ein großer Unterschied zu Europa, wo wir einfach strukturell im Nachteil sind.
Wir haben 27 Märkte, 24 Sprachen, fragmentierte Kapitalmärkte.
Und wenn du in Deutschland mit einem Produkt oder einer Dienstleistung wahnsinnig erfolgreich bist, heißt das nicht, dass du es einfach passportieren kannst rüber nach Frankreich und dann da aufskalierst.
Weil natürlich gibt es kulturelle Barrieren, an denen kannst du nichts ändern, sprachliche Barrieren.
Aber es gibt halt viele, viele Unterschiede im Rechtssystem, im Steuersystem, im Abgabensystem.
Und dass wir eine gemeinsame Währung haben, ist zwar eine Klammer, aber die überdeckt halt auch nicht diese regionalen Gefälle.
Ein zweites Grund, und wir bleiben gleich bei groß, tief und breit, ist natürlich der Kapitalmarkt, gestützt auf die Weltleitwährung.
Wir erinnern uns an den berühmten Ausbruch von John Connolly, 1971, damaliger Finanzminister.
The dollar is our currency, but your problem.
Also die Dominanz des Dollars.
Und eben dieses gigantische Reservoir an Kapital, das jederzeit mobilisiert wurde und mobilisiert werden kann.
Wir sehen es ja gerade auch bei den KI-Investitionen und zwar in einer Größe und Geschwindigkeit, die weltweit einmalig ist.
Und da haben sie eben diese Investitionslandschaft aus privaten Investoren, aus Pensionsfonds, aus Stiftungskapital der großen Universitäten.
Allein Harvard, Yale und Stanford verwalten ja über 100 Milliarden Dollar, dass in VC und Private Equity fließt und eben auch immer neue Technologien.
Also dieser Kapitalmarkt, wir reden hier in Europa über die Kapitalmarktunion, um das ein bisschen auch das Wachstum hier zu hebeln, das ist natürlich auch eine der großen Stärken des amerikanischen Marktes.
Ja, wie man jetzt im KI-Boom wieder erlebt mit...
aller Macht wird da investiert und natürlich durchaus auch mit Tricks, wenn wir an diese ganzen Kreislaufgeschäfte denken, wenn wir an den zunehmenden Einfluss des Staates, etwa bei der Finanzspritze für Intel denken.
Also ich habe da in Gold We Trust Report ein interessantes Zitat letztens gelesen, das passt eigentlich.
Die UA pokern und setzen auf maximale Hebelwirkung.
Derweil spielt China Go geduldig strategisch auf Einkreisung bedacht und Europa sitzt am Tisch.
das Regelwerk in 24 Sprachen übersetzt, eine Folgenabschätzung in Auftrag gegeben und einen Ethikbeirat einberufen, während die anderen längst ihr jeweiliges Spiel begonnen haben.
Sehr lustig, dass du das sagst, weil ich habe heute...
einen Bericht darüber gelesen, warum dieses Lieferkettengesetz immer noch nicht so abgeschwächt ist.
Abgeschafft wird es ja nicht ganz.
Die SPD hat gesagt, es liegt noch daran, dass in Brüssel noch einige Workshops da zu laufen.
Da dachte ich, achso, Leute.
Aber man sieht es auch an den Zahlen, wenn man sich die vergangenen zwölf Monate allein mal bei der Startup-Finanzierung ansieht, da hat man einen großen Balken, Amerika über 450 Milliarden.
Dann kommen die Chinesen, 40 Milliarden.
Dann UK mit 27 Milliarden, aber Deutschland ist da weit abgehängt.
Also das große Geld ist in Amerika und die großen Investoren kommen natürlich auch aus den USA.
Ja, und die gehen dorthin, wo die Wachstumsperspektiven sind, wo natürlich dann auch entsprechend das Risiko ist.
Und wenn wir dann auch nochmal auf den Dollar blicken, hatten wir ja auch in den letzten 15 Monaten häufig diese De-Dollarization-Narrative, diesen Sell-America-Trade, diesen Up.
auf den Status als Weltreservewährung.
Und da müssen wir jetzt einfach sagen, naja, also da ist jetzt nicht allzu viel draus geworden.
Der Dollarindex, der ja den gewichteten Außenwert gegenüber sechs anderen Währungen misst, der ist wieder auf dem höchsten Niveau seit Mai 2025.
Und noch fassbarer wird das für uns einfach bei Euro-US-Dollar.
Seit über einem Jahr ist der Wechselkurs in einer sehr engen Bandbreite zwischen 1,14 und 1,19.
Jetzt sogar am unteren Ende.
Dollar ist wieder stark.
Und Michael Chemel ist von JP Morgan, hat so ein paar Indikatoren sich mal angeschaut, um den Status des Dollars als Weltleitwährung auch zu beobachten.
Also beispielsweise Cross-Border-Loans, also länderübergreifende Ausleihungen oder eben die offiziellen Währungsreserven, die Anleiheemissionen oder auch die Swift-Payments.
Und wenn man sich da die dokumentierten Anteile des Dollars Dollar anschaut, stellt man seit 2020 in Summe eigentlich kaum eine Veränderung fest.
Genau, es ist recht konstant und sinkt manchmal leicht, aber steigt dann auch wieder.
Also diese Dominanz ist da und sie bleibt eben so.
Und damit sind wir beim dritten Punkt, beim Thema Energie.
Ist oft genannt, aber man muss es glaube ich nochmal festhalten.
Die Amerikaner haben etwas geschafft vor bald jetzt sieben Jahren.
Da wurden sie nämlich zum Netto-Energie-Exporteur 2019.
Die Amerikaner haben ja schon immer ihre eigene Energie selbst produziert.
Aber es war halt so, dass über Jahrzehnte der Energieverbrauch halt viel zu hoch war.
Man muss sagen, wenn man Nettoexporteur ist, heißt das nicht, dass man aufhört jetzt zu importieren.
Aber in Summe, wenn man sich alle Energieimporte und Exporte anschaut, exportieren sie Energie.
Sie sind halt souverän geworden.
Sie sind halt unabhängig geworden.
Und dadurch ist Energie auch billig.
Und man sieht es auch jetzt.
Das lief halt vor zehn Jahren mit der Schiefergasrevolution, die ja eigentlich nur die nächste Energierrevolution war.
Die haben halt ihre Gasreserven nochmal angebohrt.
Dadurch haben sie einfach Gas, sie haben Öl und man darf jetzt gespannt sein, wie sie ihren KI-Boom versorgen.
Es ist ja nicht so, dass sie nicht da ein paar Probleme hätten, zum Beispiel mit ihrem Netz, das ist eine Katastrophe.
Aber was sie halt machen pragmatisch, sie stellen dann halt irgendwie so kleine Reaktoren direkt neben die Datacenter stellen, was die Amerikaner ja überhaupt machen.
Ich meine, wenn man so Stromleitungen gesehen hat, da ist ja sehr viel Frickelwerk, aber sie finden eben auch Lösungen.
Und da steht Europa natürlich einfach schwach da.
Ja, also sie müssen dringend was mit dem Netz machen, weil sie können es sich eigentlich nicht leisten.
Aus ideologischen Gründen oder wegen Netzqualität auf irgendwelche Energiequellen, insbesondere Wind- und Solarenergie zu verzichten.
Ja, deswegen brauchst du das auch.
Du brauchst Microgrids, aber du musst auch in diese Netztechnologie weiter investieren.
Weshalb ja auch Unternehmen wie eine Quanta Services eine großartige.
Zukunft sicherlich haben werden.
Auch Siebens Energy ist in dem Sektor ja sehr, sehr weit, auch gerade in den USA.
Aber nur wenn du alle möglichen Energiequellen anbindest, wirst du diese Last, die da auf die Energieversorgung zukommt, tatsächlich schultern können.
Ein vierter Punkt, du hast ihn eben schon mal angerissen, aber der schon mal wichtig ist für die vergangenen 25 Jahre, dass die Amerikaner haben bei diesem Siegeszug der Plattform natürlich einen irren Hebel auf die Weltwirtschaft.
Und das zeigt sich jetzt eben auch an den Gewinnen.
Die Kollegen vom Handelsblatt haben mit dem Handelsblatt Research Institute sich nochmal alle Unternehmensgewinne und Umsätze angeschaut.
Und da kam eben heraus eine gigantische Summe, dass die 500 nach Umsatz größten Börsenunternehmen in den USA im vergangenen Jahr ihre...
Nettogewinne gesteigert haben nochmal um 11,8 Prozent auf knapp 1,5 Billionen.
Das ist ein Rekord.
Und gleichzeitig sind die europäischen Gewinne um 11 Prozent auf 547 Milliarden Euro gesunken.
Und allein von diesen 1,5 Billionen entfallen 540 Milliarden auf die Big Six, also Alphabet, Nvidia, Apple, Microsoft, Meta und Amazon.
Das sind eben die großen Plattformen und Unternehmen.
Das heißt, diese Big Six verdienen so viel wie die europäischen Unternehmen, die 500 größten, zusammen.
Man hat natürlich auch viele Schwächen, interessanterweise Gewinnrückgang.
Hängt auch mit den deutschen Autobauern zusammen, die natürlich zuverlässig geliefert haben.
Also in diesen Zahlen spiegelt sich einfach ganz viel.
Aber amerikanische Autoindustrie hat eben auch Probleme.
Nur es schlägt halt dort nicht so auf die Situation der Unternehmensgewinne durch, wie hier in Europa.
Aber lass mich ganz kurz noch die Umsatzzahlen von 25 Jahren nennen.
Das ist nämlich interessant.
Also haben sich die Umsätze von 3,8 Billionen auf 15,8 Billionen sind die gestiegen.
Und die der europäischen Unternehmen nur von 4,8 auf 9,8 Billionen.
Also auch eine Vergrößerung, aber die Amerikaner haben das halt vervierfacht.
Und das ist, glaube ich...
klarer und auch beim Gewinn.
Also diese Gewinnmaschine der großen Plattformen ist das, was das amerikanische Wachstum gerade treibt und das können wir in der Form nicht aufbauen.
Ja und nicht nur das Wachstum der großen Plattformen, sondern insgesamt das Wachstum der großen Unternehmen, diese Mega-Capisierung und es wird ja viel dann auch darüber gejammert, dass der S&P verhandelt als amerikanischer Leitindex immer stärker konzentriert ist.
Es sind inzwischen über 40 Prozent des Index aufgreifend.
Ja, das ist richtig.
Aber wenn man sich anschaut, wie der Anteil der Top Ten...
im Index über die Zeit seit 1985 korreliert mit dem Anteil der Top-10-Unternehmen an den Unternehmensgewinn, dann ist das ziemlich in line.
Und der Anteil der Top-10 an den Unternehmensgewinn liegt halt momentan auch über 35 Prozent.
Das heißt, Also dieser vielbesporene Big-Tech-Klumpen im Index, der hat eine realwirtschaftliche Grundlage, der ist ein realwirtschaftliches Spiegelbild.
Wir haben also sicherlich nicht unbedingt eine Börsenblase.
Wir können darüber diskutieren, ob wir vielleicht, und das hatten wir letzte und vorletzte Woche schon mal, eine Gewinnblase, eine Earnings-Bubble haben.
Nur das werden wir erst mit großer Verzögerung herausfinden.
Kommen wir, während ich hier jetzt noch einen Kräuteraufguss mache, lieber Christian.
Also ich weiß gar nicht, wie viel Grad hier inzwischen ist, auf die letzten beiden Gründe für die amerikanische Stärke.
Das ist natürlich das Mindset einfach.
Also dieses Innovate first, regulate later, dieser Glaube an Wachstum, die Bereitschaft auch, diese Verwerfung eben zuzulassen.
Also das Interessante, wir erinnern uns an die vergangenen Krisen, wie die Amerikaner dann auch immer dieses Absacken zulassen.
Also sie lassen dann Unternehmen eben auch pleite gehen.
Manchmal werden sie gerettet, aber sie machen dann eben, Seit 250 Jahren lassen sie ja auch Städte zurück, sie lassen auch Unternehmen zurück.
Und ich erinnere mich bei Covid, die Europäer waren entsetzt, als dann irgendwie Millionen Menschen innerhalb von wenigen Wochen ihren Job verloren.
War schlimm, aber das wurde dann eben genauso schnell auch wieder aufgebaut.
Während wir hier unser Kurzarbeitergeld preisen, was auch oft richtig ist, um Facharbeiter zu halten.
Aber es gibt ja eine Diskussion, ob wir vielleicht auch viele Facharbeiter in unproduktiven Branchen halten.
Also da haben die Amerikaner einfach ein anderes Mindset, wie sie mit Krisen umgehen, immer wieder...
Es gibt auch große Phasen der Deregulierung.
Dann rutscht es in eine Krise, da wird ein bisschen reguliert und dann wird die Wirtschaft wieder entfesselt, damit man weitermachen kann.
Natürlich mit allen Risiken, die auch da für die Börse verbunden sind.
Wenn du eben deregulierst, dann schaffst du einfach Voraussetzungen dafür, dass irgendwelche Spekulationsblasen entstehen.
Aber man hat dann in Amerika doch am Ende schon immer wieder dieselbe Attitude, die auch Jeff Bezos mal skizziert hat vor einigen Monaten.
Das ist nämlich gute Blasen.
sind, wenn am Ende tatsächlich dann ein Fortschritt auf diese Art und Weise zustande kommt.
Und Fortschritt, ja, da sind wir beim sechsten Thema.
Seit Gründung der USA, eigentlich schon davor.
war es ja immer eine Geschichte von Zuwanderung.
Dass Menschen aus aller Welt dorthin gekommen sind.
The best and the brightest.
Ja, es war natürlich am Anfang, muss man bei den Pionieren sagen, auch zunächst mal eine Geschichte von Mord und Totschlag und Vertreibung, indem man diejenigen, denen das Land damals dort gehört hat, entsprechend vertrieben hat.
Das darf bei diesem ganzen Gründungsmythos und Pathos sicherlich auch nicht verloren gehen.
Aber irgendwann waren es dann halt wirklich the best and the brightest.
Und da bist du wieder bei dieser Shining City upon a hill.
Nämlich, dass man aufschaut zu den USA mit dieser außergewöhnlichen Mentalität und dass Amerika eben damit auch Talent.
aus aller Welt angezogen hat, was dann wiederum für Innovation verantwortlich war.
Und da haben wir sicherlich einen Punkt.
Das ist jetzt ein Risiko natürlich.
Da ist ein kulturelles Risiko jetzt.
Das Interessante ist ja, also in der absoluten Zahl, also seit dem Jahr 2000 ist die Bevölkerungsanzahl von 280 Millionen auf 346 Millionen gestiegen.
Da hat man natürlich auch sehr viel das Thema dieser irregulären Zuwanderung, aber eben auch in den Dienstleistungssektor und an der oberen Spitze eben diesen großen Talentpool, wenn man sich anschaut, wo sind die Gründer, was sind eigentlich die CEOs?
Großteil-Tech-Unternehmen, die kommen oft aus dem Ausland.
Das hat ja die Trump-Regierung durch Kreuz teilweise auch gestoppt.
Und ich glaube, die Folgen wird man in einigen Jahren rückblickend dann sehen können, ob die Amerikaner es schaffen, eigentlich mit weniger Zuzug oder auch mit irgendeiner Beschränkung.
Also ob die dann irgendwann so einen Brain Drain auch haben werden.
Man kann es anekdotisch festmachen, noch nicht in den Zahlen.
Werden wir in einigen Jahren vielleicht hier drüber reden.
Genau wie wir auch in einigen Jahren erst wirklich sehen werden, ob es gelingt, Menschen mitzuholen.
die gesamte Gesellschaft mitzunehmen, was den Ausbau von KI angeht.
Wir sehen ja jetzt auch schon in den USA in Umfragen eine gewisse...
Fortschrittsfeindlichkeit, wenn es um die Ansiedlung von Data Centers geht.
Die Data Centers, das sind die neuen Windräder eigentlich.
Man findet das grundsätzlich gut, aber bloß nicht im eigenen Garten.
Die haben so eine eigene Diskussion in den USA.
Es hat natürlich auch etwas damit zu tun, nicht nur mit Befindlichkeiten und Komfort, sondern dass dieses gesamte Thema KI viele Menschen überfordert und dass gleichzeitig auch die sozialen Sicherungssysteme momentan nicht so funktionieren.
dass dieser amerikanische Traum und der Glaube daran, dass die nächste Generation es besser haben wird, wirklich in der Breite noch lebt.
Da muss natürlich was getan werden.
Und wenn jetzt vielleicht manche Hörer sagen, Moment, jetzt zeichnen die aber ein sehr rosarotes Bild.
Natürlich gibt es diese Krisen und Abgründe und Widersprüche.
Unter anderem zum Beispiel das Wachstum auf Pump in den vergangenen Jahren, also diese Defizite 6 bis 7 Prozent.
Man hat natürlich die extreme Ungleichheit.
Aber die Amerikaner sind halt eine Gesellschaft, die sich durch immer neue Erzählungen, also zum Beispiel bei der Zuwanderung, der Zug nach Westen ist ja so eine der großen Erzählungen seit dem 19.
Jahrhundert, also die Eroberung von immer neuem oder eben auch das Wachstum.
Sie schaffen es halt, diese Widersprüche irgendwie auszuhalten.
Also sie haben irgendwie so eine Flexibilität in ihren Debatten oder eine Elastizität in ihren Debatten, wollte ich sagen.
Und das macht sie eben so ein bisschen auch anders, dass man, wie sie mit ihren Schattenseiten auch umgehen.
Nach diesen Spaltungen auch diese Einigkeit einzureden, die es natürlich gar nicht mehr gibt, ist aber egal, weil diese Erzählung dann doch irgendwie immer so ein ganzes Land nach vorne bringen kann.
Ja und gleichzeitig das System der Checks und Balances, insbesondere mit einer starken Judikative, das hat ja auch unter Trump bislang seine Leistungsfähigkeit wieder unter Beweis gestellt.
Und auch das ist ein ganz, ganz wichtiges Signal nach vorne.
Wenn wir in die amerikanische Geschichte schauen, fallen uns ja ganz viele Unternehmen ein, Christian, über die wir hier immer wieder sprechen.
Also ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen sollte.
Man könnte irgendwie bei General Motors, General Electric, alles was General übrigens heißt, man könnte über Disney reden, man könnte über Johnson & Johnson reden, man könnte über Coca-Cola reden, McDonalds, Apple, Meta, you name it.
Aber wir haben uns für diese Folge mal besondere Aktien rausgesucht und du hast die Idee mal genauer angeschaut und es sind auch einige Unbekannte dabei.
Der Anteil amerikanischer Unternehmen am MSCI World haben wir hier oft thematisiert.
Das spiegelt das, was Sie gerade diskutiert haben.
Das ist eben das Spiegelbild des amerikanischen Exzeptionalismus, wobei dieser Spiegelbild halt auch nicht immer auf einem Niveau ist.
Wir haben Phasen gehabt, wie beispielsweise in den 1980er Jahren, als dann Japan das große Gegengewicht wurde in einer am Ende aberwitzigen Spekulationsblase.
Oder auch im Jahr 2000 bis 2008, als plötzlich Europa und die Emerging Markets einen immensen Aufstieg erlebt haben.
Da ist Amerika gegenüber dem Rest der Welt mal ins Hintertreffen geraten.
Also die Überlegenheit Amerikas an der Börse ist kein Naturgesetz.
Aber wir müssen sagen, das aktuelle Gewicht von 62% im MSCI All Country World, das ist schon brocken, gleichzeitig nichts, was es jetzt nicht schon in der Vergangenheit gegeben hätte.
1970 waren wir über 70% US-Anteil.
Damals waren natürlich auch die Emerging Markets eigentlich belanglos.
Jetzt zu den einzelnen Titeln.
Die älteste noch börsennotierte Firma in den USA ist die Bank of New York Mellon.
Hätte ich jetzt bei Günther Jauch auch nicht gewusst.
Ja, es ist natürlich immer die Frage, wie man dann guckt, wie sich Unternehmen verschachtelt haben.
Ja, man wird deswegen, sag ich mal...
Also wenn jemand noch eine ältere findet mit Wurzeln, dann würde mich das nicht wundern, aber von den Großen ist das sicherlich die Bank of New York Madden.
Die wurde tatsächlich gegründet durch Alexander Hamilton, also 1784, ein Gründungsvater der USA, der gleichzeitig auch noch eine Bank gegründet hat.
Das allererste Unternehmen, was überhaupt in der New York Stock Exchange notiert wurde und die von Hamilton gegründete Bank of New York wurde dann 2007 mit der Mellon Bank fusioniert, die damals im 19.
Jahrhundert stark den Aufstieg der US-Schwerindustrie finanziert hatte.
Ja, und da ist eben diese Bank of New York Mellon entstanden, die schon besonders ist, weil sie eben nicht im klassischen Kreditgeschäft oder Investmentbanking zu Hause ist.
sondern abzielt auf das Backend des Finanzmarktes.
Sozusagen das Rückgrat Bank of New York, Mellon, BNY, ist der unangefochtene Marktführer im sogenannten Asset Servicing.
Also wenn wir über Wertpapierdienstleistungen, das sogenannte Custody, die Verwahrung von Wertpapieren, die Administration von Fonds oder über Treuhanddienste für Anleiheemittenten sprechen.
Und sie bietet auch noch andere Dienstleistungen an, also im Bereich Vermögensverwaltung, Abwicklung, Clearing, Verwahrungsdienstleistungen.
Also interessantes Profil, also eher so B2B, würde ich mal festhalten.
Wie blicken da Investoren auf diese Bank?
Man fand diese Rückgratfunktion lange Zeit wenig spannend.
Die Aktie war wirklich...
über 20 Jahre lang seitwärts gelaufen.
Aber als größte Verwahrbank der Welt hält die BNY eben auch große Deposits, auf die sie Zinsmargen einfahren kann.
Und das ist eben ein Ertragstreiber, der dann ab 2022, 2023 durch die Zinswende wieder relevant wurde.
Dazu ist ja gerade bei diesen Abwicklungsthemen ein immens hoher technischer Hebel dabei.
Also Automatisierung von Prozessen, das hat man sehr konsequent durchgeführt.
in den letzten Jahren.
Belegschaft wurde auch innerhalb von nur drei Jahren von über 53.000 auf noch gut 48.000 Menschen reduziert.
Außerdem sind die Gebühren in dem Geschäft mit Custody.
Zwar verschwindend gering in Prozenten, aber es ist halt ein großes Volumen.
Das hängt auch insgesamt an den Kapitalmärkten.
Insofern haben sie auch vom Bullenmarkt an den Aktienmärkten profitiert.
Und das Ergebnis der Aktie 2025 war mit 7,50 Dollar 80 Prozent höher als vor der Zinswende.
Dazu ist die Bewertung gestiegen.
Früher waren sie oft mit einstelligen KGVs gehandelt worden.
Jetzt mit dem 16-fachen der erwarteten Erträge.
Und in Summe heißt das, die Aktie hat sich seit Herbst 2022 fast vervierfacht.
Also deutlich stärker als die meisten anderen US-Balken.
Dann hast du noch eine zweite Aktie herausgesucht und zwar die mit der wohl längsten unterbrochenen Dividendenhistorie und zwar die York Water Company.
Die zahlt seit der Gründung im Jahr 1816, also 210 Jahre lang, Dividende.
Und bei York Water denke ich natürlich irgendwie an die Versorgung mit Trinkwasser.
Das ist tatsächlich auch der Ursprung des Unternehmens, was in York, Pennsylvania gegründet wurde.
Aber es ging auch um die Sicherung von Brandschutz.
Also das Geschäft war...
Das Geschäft war Wasser.
Einerseits die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser, andererseits dann auch die Aufbereitung von Wasser, die Entsorgung von Abwasser.
Das Geschäft macht man heute immer noch für 210.000 Menschen in mehreren Landkreisen im Bundesstaat Pennsylvania.
Und dabei hat man...
Ein gewisses natürliches Monopol, denn Kunden können ihren Wasseranbieter nicht einfach so wechseln.
Also bei Regulatorik bist du ja normalerweise immer vorsichtig.
Ja, ich bin da ganz vorsichtig.
Und natürlich, wie jeder Versorger, ist auch York Water sehr stark reguliert.
Es gibt eine Pennsylvania Public Utility Commission und die genehmigt die Tarife, zu denen die Kunden beliefert werden dürfen, auf Basis der Betriebskosten und auf Basis der getätigten Investitionen.
Das kennen wir hier in Deutschland auch eben von Netzbetreibern jeder Art.
Will also heißen, Wachstum ist nur möglich durch Zuzug oder Neubau, durch Übernahmen, wobei das Regional dann schon sehr limitiert ist, sowie durch Investitionen.
Je mehr Geld das Unternehmen in die Modernisierung der Netze investiert, also beispielsweise Sanierung von Staudämmen oder Digitalisierung von Rohrnetzen, desto höhere Tarife wird die Regulierungsbehörde dem Unternehmen zugestehen.
Und wenn wir über Investitionen sprechen, ist klar, das Geschäftsmodell ist immens kapitalintensiv.
Und wie ganz viele Versorger, auch unsere deutschen Energieversorger, klar, hat York Water hohe Schulden.
Netto 235 Millionen Dollar.
EBITDA, also operativer Ertrag, liegt bei 45 Millionen Dollar.
Das heißt, wir haben also so einen Verschuldungsfaktor von mehr als 5.
angesichts der stabilen Erträge irgendwie rechtfertigen, aber die steigenden Zinsen setzen dem Unternehmen natürlich zu.
Also was du da gerade beschrieben hast, ist eigentlich, um mal in dem Wasserbild zu bleiben, so ein...
lokaler Miniburgraben, den man da irgendwie hat, der nicht größer werden kann und der natürlich auch anfällig ist und kapitalintensiv.
Das heißt, die Aktie ist vermutlich jetzt nicht so eine Rakete gewesen, obwohl sie ein treuer Dividendenzahler ist.
Obwohl sie witzigerweise sogar an der Nasdaq gehandelt wird, die man ja normalerweise immer mit Hightech assoziiert.
Es ist relativ klar, es ist ein wirklich kleines Unternehmen.
Börsenwert gerade mal eine halbe Milliarde Dollar.
Und die Nasdaq hat gerade früher sehr stark um kleinere Unternehmen auch geworben.
Insofern ist es eigentlich logisch.
Aber in der Tat, also früher war das ein Geschäft, das war total beliebt, insbesondere nach dieser New Economy Euphorie, als man sagte, hey, jetzt brauchen wir mal wieder reale Werte.
Dann als das Geld nichts kostete, man einfach Schulden machen konnte für fast nichts.
Ja, von 2001 bis 2021 hat sich der Kurs dieses biederen Wasserversorgers Mehr als verachtfacht, nur seitdem halt minus 40 Prozent.
Auch weil die Bewertung, wie bei so vielen vermeintlich defensiven Aktien, zwischenzeitlich davongelaufen war.
Die hatten mal ein KGV von 40, also so wie Hermes für Wasser.
Aktuell sind wir...
Bei 18.
Aber die fundamentalen Werte, die du gerade skizziert hast, die laufen ungefähr im Gleichstrom, um an der Metapher zu bleiben, mit so anderen amerikanischen Wasserwerten.
Das Interessante ist ja mal bei Infrastruktur, die sind ja an der Börse immer so ein bisschen langweilig, man kennt sie nicht, aber es gibt noch so American States Water, die haben einen Marktwert von 3 Milliarden, Essential Utilities, American Water Works, also man hat ja so verschiedenste Unternehmen und da sieht es ungefähr ähnlich aus.
Ja, da ist also bei American Water...
die waren auch mal sehr teuer, Essential Utilities nicht so stark.
Und wer vorher nicht so teuer war, ist auch danach nicht so stark runtergekommen.
Aber wir sehen schon, dass die Sensibilität gegenüber diesen Schulden und auch den massiven Investitionen, die da ja in die biswahl verrotzte Infrastruktur getätigt werden müssen, schon deutlich zugenommen hatten, dass man deswegen nicht mehr bereit ist, diese Aktien so zu bepreisen, wie das früher mal war.
Also historisch eine ganz tolle Sache.
Es ist wunderbar.
der Dividenden-Streak.
Aber es ist auch eine Story, die einfach davor warnt, für ganz einfache Geschäftsmodelle, die eben nicht so skalierbar sind, allzu viel zu bezahlen.
Nach einer kurzen Unterbrechung geht es gleich weiter.
Bleiben Sie dran.
Digitalisierung, wenn ich das schon höre.
Jetzt muss ich mich neben meiner Arbeit auch noch um die Cloud kümmern.
Müssen Sie doch gar nicht.
Ach so, machen Sie das dann für mich?
Nee, aber wo davon Business?
So ist es.
Wir haben die passende Cloud-Lösung für jedes Unternehmen.
Von der Migration bis zum laufenden Betrieb.
Zusammen für Ihr Business.
Vodafone.
Together we can.
Kommen wir zum Wasser auf eine andere Branche.
Man müsste natürlich eigentlich JP Morgan erwähnen.
Ich meine, wir haben hier oft über...
über die Rolle auch von JP Morgan gesprochen, eigentlich seit 120 Jahren, welche Rolle sie im Finanzsystem gespielt haben.
Aber du hast praktisch über Bande ein anderes Unternehmen herausgelegt.
Ja, ich finde, wir sollten auch nochmal nicht nur die Bank, JP Morgan erwähnen, sondern auch den Namensgeber John Piermont Morgan.
Der hat 1837 bis 1913 gelebt, also in einer wirklich unglaublich spannenden Phase für die USA, diese Industrialisierung.
Und er hat eben nicht nur eine Bank gegründet, sondern...
als Investor auch ganze Branchen konsolidiert.
Beispielsweise 1901 US Steel, dafür hat er damals das Stahlimperium von Andrew Carnegie abgekauft und ist dann fusioniert mit der Federal Steel Company.
Das wurde das erste Milliarden-Dollar-Unternehmen der Weltgeschichte, kontrollierte zweitweise zwei Drittel der US-Stahlproduktion und war so einer der ersten Private-Equity-Deals der Bundesrepublik.
modernen Finanzgeschichte.
Dazu hat er beispielsweise die Erfindungen von Thomas Edison finanziert und die meisten der zahlreichen Patente von Edison 1892 in einem Unternehmen konsolidiert.
Und weißt du, welches Unternehmen das war, in dem die ganzen Edison-Pakete konsolidiert wurden?
General Electric?
Natürlich, General Electric war das.
Man würde erst denken, okay, konsolidiert von Edison.
Das müsste eigentlich Consolidated Edison sein.
Aber der Versorger hat auch was damit zu tun.
Aber der entstand erst später und das waren nur noch so ein paar Reste.
Und das Unternehmen ist ja heute auch weiterhin aktiv.
Und dazu bei John Pirmont Morgan sicherlich auch nochmal diese Begeisterung für...
die USA und sein berühmter Ausspruch, the man who is a bear on the future of the United States will always go broke.
Eigentlich so eine Paraphrasierung, dieses andere Never Bet Against America, also sich nicht mit den Amerikanern anlegen.
Es gibt viele andere Unternehmen, Ikonen der amerikanischen Industrie.
Coca-Cola hatte ich erwähnt, McDonalds.
Apple müssen wir uns eh anschauen, wie die ihre Preiserhöhungen jetzt hinbekommen in den nächsten Wochen.
Wir müssen noch was für nächste Woche haben.
Ja, das ist nochmal ein eigener Blick wert in den nächsten Wochen.
Bei den kleinen Aktien hast du nochmal auf den Russell 1000 geschaut, nicht?
Ja, also es gibt gerade die große Überprüfung der Russell-Indizes.
In dem Kontext steckt ja dann jetzt auch SpaceX auf.
Und tatsächlich sind letzte Woche 43 Aktien, die zuvor in diesem Small-Cap-Index Russell 2000 waren, in den großen Blue Chip Index Russell 1000 aufgestiegen.
Darunter natürlich viele Hoffnungswerte, wie jetzt eine Bloom Energy, die machen ja diese kleinen Atomreaktorenprojekte oder auch eine Ion-Quantencomputing.
Aber eben halt auch Industrieplayer wie eine Sterling Infrastructure.
Die wurden 1955 mal als klassische Straßenbaufirma gegründet, haben sich dann aber...
spezialisiert auf die Vorbereitung von Standorten auf Erdarbeiten und die Bereitstellung von kritischer Infrastruktur.
Das waren früher vor allem Produktionsanlagen und Kraftwerke, dann waren es E-Commerce-Logistikzentren und jetzt sind es natürlich...
Rechenzentren, die die bei Sterling Infrastructure vorbereiten.
Und klar, die meisten dieser Unternehmen, die jetzt da in den Russell 1000 aufgestiegen sind, die werden, siehe Forschung von Professor Bessenbinder, irgendwann wieder verschwinden.
Die werden zum Bodensatz der Börse herabsinken.
Aber eins davon wird vielleicht auch die nächste Nvidia.
Oder Zumindest die nächste Quanta-Services, um mal einen Infrastrukturdienstleister zu nennen, der es inzwischen in den S&P 500 geschafft hat.
Und der S&P 500 bleibt ja trotz aller Kritik eben dann doch das Maß aller Dinge, wenn man in die USA investieren will.
Ja, es ist eben...
Der kapitalisierungsgewichtete Index ohne irgendwelche Kappungen.
Es ist der Index mit dem Qualitätsfilter, dass Unternehmen erst nach zwölf Monaten reinkommen und auch nur, wenn sie ausreichend Streubesitz haben und wenn sie über die letzten vier Quartale aggregiert und im letzten Quartal insgesamt netto profitabel gewesen sind.
Und es wird viel immer über den Index gestöhnt, er sei zu konzentriert.
Ich habe eben schon darüber gesprochen, 35 Prozent mehr als das sind in den Top-10-Werten.
Ja, es gibt nur zwei Aktienmärkte, in denen die Konzentration der Top-10 geringer ist.
Das wäre dann Indien und Japan.
Alle anderen haben in den Top-10-Werten deutlich höhere Quoten.
In Deutschland ist es ja genauso.
Dann wird ja immer wieder darüber diskutiert, ob denn das Technologiegewicht nicht viel zu hoch ist mit, je nachdem wie man es definiert, 35 oder 40 Prozent.
Aber wir sind in einem der stärksten Investitionszyklen der Menschheitsgeschichte.
FTI war ja gerade wieder eine Grafik, wo man daraus folgern könnte.
Es ist sogar noch stärker als der Railroad-Boom.
Und wenn wir auf den Railroad-Boom schauen, damals 1900 steckten rund zwei Drittel des S&P 500 in Eisenbahnaktien.
Also auch diese ganzen Klumpen, die sind nichts Neues.
Liebe Hörer, Sie hören jetzt ein Geräusch, was für Sie nicht wichtig ist, aber für uns beide ein leichtes Piepen, haben Sie vielleicht gehört.
Unsere lieben Kolleginnen und Kollegen im Hintergrund von der...
Von der Aufnahme haben wir uns verboten, die Klimaanlage hier im Podcaststudio anzumachen bzw.
sie auszumachen.
Das heißt, eigentlich sind die Geräusche wichtiger als das, was wir hier sagen.
Christian, wie du das durchgehalten hast, Glückwunsch nochmal.
Wir stehen hier beide völlig durchnässt.
Es ist Wahnsinn.
Nächste Woche wird es vielleicht ein bisschen kälter.
Aber ich glaube, dieser Blick auf Amerika hat uns doch nochmal irgendwie den Blick auch ein bisschen geschärft.
Weil es geht ja nicht darum, dass wir jetzt sagen, wir wollen alle so wie Amerika werden.
Aber ich finde...
Ein paar dieser Regeln, zum Beispiel, Innovate first, regulate later.
Das könnte man sich zum Beispiel anschauen.
Wir haben ja auch großartige Unternehmen und Erfindungen in Europa.
Aber manchmal würde ich sagen, ein Hauch von Amerika könnte uns nicht schaden.
In Bezug auf diesen Zukunftshunger und den Wachstumsglaube und vor allem auch die Dynamik, die man ja doch hier so ein bisschen vermisst.
Und ich würde ja dann doch ganz gerne nochmal mit einem Satz schließen von Warren Buffett.
Den hat er 2016 in seinem Shareholder-Letter geschrieben.
Und ich würde ihn anpassen for 250 years.
It's been a terrible mistake to bet against America and now is no time to start.
Mit dem Nachsatz, don't bet against America, heißt ja nicht, ausschließlich auf Amerika zu setzen.
Genau.
Und die anderen EDCs, die du hier noch analysiert hast, die reichen wir nächste Woche nach.
Und bis dahin wünschen wir Ihnen viel Spaß und viel Erfolg.
Kommen Sie gut durch diese Woche.
Machen Sie es gut.
Nach einer kurzen Unterbrechung geht es gleich weiter.
Bleiben Sie dran.
Frühjahr 2024.
In Gaza herrscht Hunger.
Und ein Mann namens Mahmoud, der versorgt mit einer Suppenküche hunderte Familien.
Ich kontaktierte Chef Mahmoud, um mehr über seine Arbeit zu erfahren.
Doch dann traf ihn ein Geschoss aus dem Himmel.
Wer hat Mahmoud getötet?
Mein Name ist Yassin Moushamas und im Podcast Der Koch von Gaza suche ich Antworten.
Es geht um Terroristen, Geheimdienste, tragische Entscheidungen und die Zukunft des Krieges.
Der Koch von Gaza.
Ab sofort in ihrer Podcast-App und auf zeit.de.
