# Infrastructure, Niche Manufacturing, and Market Realignment

**Podcast:** Aktien fürs Leben
**Published:** 2026-07-01

## Transcript

Bevor es losgeht, ein wichtiger Hinweis.
Dieser Podcast ist keine Anlageberatung oder Empfehlung.
Alle Angaben sind ohne Gewähr.
Diese stellen keinen Ersatz für eine professionelle und individuelle Beratung dar.
Werteentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklung.
Hallo und herzlich willkommen.
Ja, die letzte Woche war heiß, zumindest was das Wetter betrifft.
Was die Börsen angeht, gibt es mal wieder nicht wirklich etwas Neues.
Ein weiteres Hin und Her zwischen Krieg und Frieden, Angriffe und Waffenruhe.
Daher, Timo, fokussieren wir uns auf unsere Aktien fürs Leben.
Was haben wir denn heute alles dabei?
Wir sprechen über den kanadischen Energieversorger Brookfield Renewables.
Wie der Name schon sagt, ein Stromproduzent, der vor allem auf erneuerbare Energiequellen wie Wasser, Wind und Solar setzt und das ziemlich rund um den Erdball inzwischen macht.
Bedeutet hohe Investitionen, da kommen wir gleich noch drauf, ein sehr spezielles Investment, aber wir werden auf die Unternehmensaussichten auch schauen.
Und Petra, du wirst uns da eine kleine Einordnung geben.
Das werde ich gerne versuchen.
Und dann bleiben wir heute mal wieder in Deutschland und gehen nach Ulm, wo wir uns den traditionsreichen und natürlich börsennotierten Spezialisten für Bodensysteme Uzin Uts anschauen.
Das Unternehmen verbindet eine lange Familiengeschichte mit einem klaren Fokus auf Bau- und Renovierungsprodukte, womit Uzin Uts sowohl Nischen- als auch Qualitätsmodell ist.
Und zu guter Letzt nochmal ein Wert aus den Emerging Markets.
Diesmal den mexikanischen Flughafenbetreiber Grupo Aeroportuario del Sureste, kurz Azur.
Ich hoffe, ich habe es einigermaßen richtig ausgesprochen.
Das hört sich schon sehr gut an.
Ein höherer Tipp, auch dies allerdings auch eine Aktie, auf die unsere Aktienexperten von Kapital für eine Recherche zu schwellen, denn da Aktien schon gestoßen waren und da haben wir gedacht, okay, die nehmen wir mal mit auf.
Wer jetzt zu einem dieser Unternehmen direkt springen möchte, kann dies tun und orientiere sich an den Timecodes in den Shownotes.
Ja, kommen wir zurück auf die vergangene Woche.
Timo und ich glaube, wir zwei müssen zusammenlegen, weil Elon Musk hat ganze 38 Milliarden US-Dollar letzte Woche verloren.
Vom Erstpreis 150 US-Dollar hoch auf 185 und dann der Sturz wieder unter die 150.
Aktuell liegen wir bei 153.
SpaceX hat korrigiert.
Und damit bestätigt sich auch so ein bisschen unsere Einschätzung, die wir an dieser Stelle ja auch gegeben hatten, dass oftmals Börsengänge in Phasen zustande kommen, wo enorme Euphorie im Markt ist.
Und hier wiederum natürlich die Großaktionäre, also Elon Musk und Co.
dieses Zeitfenster nutzen, um ihre Anteile zu Höchstpreisen zu verkaufen.
Zumindest hast du momentan den Anschein.
Ja, ich weiß nicht.
Ich hätte jetzt gesagt spontan, ich stecke vielleicht fünf Euro ins Schweinerl für Elon Musk.
Auf der anderen Seite, wenn du recht hast und er hat selber Kasse gemacht, dann muss er das ja gar nicht.
Dann braucht er das nicht.
Spende ich die 5 Euro lieber lieber anders.
Was ich aber interessant fand, war, dass es jetzt Analysten gibt, die sich jetzt hinter dem Kamin hervortrauen und tatsächlich über faire Werte spekulieren.
Und da werden so Kurse wie 63 US-Dollar plötzlich aufgerufen.
Also das finde ich schon wahnsinnig interessant.
Zuerst wird alles gehypt, auch auf Analysten-Seite.
Und dann plötzlich, wenn es die Korrektur gibt, werden sie vorsichtig und schwenken auch wieder in die andere Richtung.
Ich würde hier erstmal auch weiterhin nicht zugreifen.
Der Rückgang wirkt vom Ausmaß jetzt zwar erstmal dramatisch natürlich, aber solche Ausschläge sind bei einer Aktie mit so geringem Freefloat auch nicht ungewöhnlich und daher weiterhin beobachten.
Das Ganze findet ja statt in einem ganz interessanten Kontext.
Wir haben ja in der vergangenen Woche so einen gewissen Rückzug oder ich sag mal eine Ernüchterung gesehen bei den ganzen KI- und Tech-Titeln.
Die sind alle runtergekommen, auch recht deutlich im Verlauf der Woche.
Und jetzt kommt noch hinzu, dass es Gerüchte gibt, OpenAI-Erwäge.
seinen Börsengang, eigentlich geplant für September, Oktober, zusammen mit dem konkurrierenden KI-Startup Anthropic, zu verschieben.
Da ist ja irgendwie einiges gerade los in dieser Branche.
Und ich weiß nicht, wie du das einschätzt, Petra.
Wir waren ja immer so ein bisschen zurückhaltend und skeptisch, was diese Euphorie und diesen Hype angeht und haben gesagt, das ist...
Völlig aberwitzig, auch diese ganzen Investitionen in die Rechenzentren, die da laufen, die jetzt zu dieser Chipknappheit auch im Markt führen.
Wie schätzt du diesen Tech-Sektor da gerade in den USA ein?
Man kann es nicht wirklich sagen, aber was du jetzt natürlich siehst, ist diese Sorge über den Umfang des Kapitals, was hier eingebracht worden ist.
Und wir stehen jetzt hier natürlich...
an oder in der nächsten Phase der KI-Investitionen, die zu finanzieren sind.
Und natürlich darf man sich die Frage stellen, kann es so weitergehen?
Und da muss es nur an einer kleinen Stellschraube...
was natürlich dann die gesamte Technologiewelt runterzieht.
Wir haben es gesehen bei den Chip-Herstellern, die letzte Woche ja auch eindeutige Verluste verbuchten.
Also eine Qualcomm, eine Marvel fielen auf Wochensicht um 15 Prozent.
Auch Micron legte die Zahlen vor, verliert auf Wochensicht 5 Prozent.
Also das scheint weniger...
eng mit dieser fundamentalen KI-Story verkoppelt zu sein, sondern es liegt eher daran, dass halt diese hohe Konzentration und die starken Zuflüsse, die wir in diese globalen Tech-Werte gesehen haben, so in der vergangenen Woche begonnen haben, sich so ein bisschen aufzulösen.
Es kann jetzt sein, dass ...
Die Anleger wieder, die Borsianer sagen, okay, wir haben Verluste, das nutzen wir zum Einstieg.
Oder dass wir hier natürlich jetzt zittrige Hände bekommen, wo es weiter nach unten rutscht.
Es ist beides möglich.
Daher, wenn ich so eine Verunsicherung spüre, halte ich mich lieber zurück und betrachte das vom Seiten aus.
Es ist schwer einzuschätzen.
Aber was natürlich hinzukommt, ist die US-Notenbank.
Wir hatten auch darüber gesprochen, dass Kevin Walsh ja erst mal nichts gemacht hat.
Den Leitzins hat er so belassen, wie er ist.
Das Wichtige war aber, dass er gesagt hat, er ...
fokussiert sich auf die Inflationsbekämpfung, auch wenn das Wachstum bremst und die Aktienmärkte entsprechend zum Korrigieren bringt.
Und dann leiden natürlich besonders diese zinssensitiven Technologiewerte, die natürlich auch viel finanzieren müssen und Schulden haben.
Und auch das könnte zukünftig wesentlich mehr dann in unseren Fokus geraten als die Euphorie vor der nächsten KI-Welle.
Haben wir so vor vier bis sechs Wochen auch noch nicht für möglich gehalten mit diesem neuen FED-Chef, dass er mit einem einzigen Auftritt und einer Rede und Erklärung seiner künftigen Politik solche Auswirkungen haben wird.
Sehr, sehr spannend, wie das in den kommenden Wochen wohl weitergehen wird.
Ja, wir beginnen mit dem kanadischen Energieversorger Brookfield Renewable Partners.
Die Wurzeln reichen bis in die frühen Jahrzehnte der Unternehmensgeschichte zurück, als Brookfield in Kanada zunächst in Wasserkraft investierte und damit schon in den 1980er Jahren ein sehr starkes Fundament im Bereich der erneuerbaren Energie aufbaute.
Der große Ausbau zum heutigen internationalen Plattformmodell begann dann erst ab 2010, als Brookfield seine Investitionen in erneuerbaren Anlagen deutlich beschleunigte.
Seitdem ist das Unternehmen aggressiv gewachsen, u.a.
durch Zukäufe in Spanien, Portugal, Italien und auch in Japan.
Heute spricht Brookfield von mehr als 45 Gigawatt installierter Erzeugungskapazität.
Zur besseren Vorstellung, was 45 Gigawatt sind, das entspricht der Leistung von etwa 45 großen Atomkraftwerken.
Man kann damit über 30 Mio.
Haushalte gleichzeitig mit Strom versorgen.
Das Geschäftsmodell ist dabei auf langfristige planbare Cashflows ausgelegt.
Brookfield betreibt vor allem Wasserkraft, Wind-, Solar- und Speicheranlagen und verkauft dabei den erzeugten Strom häufig über langfristige Stromabnahmeverträge an Unternehmen, an staatliche Abnehmer und an die Versorger.
Ein zweiter Kern des Modells, und das wird auch noch ganz entscheidend sein, ist die aktive Projektentwicklung.
Das Unternehmen kauft nicht nur fertige Anlagen, sondern steigt oft schon früh in die Planung ein, sichert sich die Flächen dafür, entwickelt die Projekte mit und verkauft oder refinanziert diese Anlagen später teilweise wieder.
Das sind sogenannte Asset-Recycling-Modelle.
Die sollen Kapital freisetzen und den neue höher verzinste Projekte lenken.
So, jetzt hake ich an dieser Stelle einmal ein.
Wir kommen gleich nochmal auf die Projektfinanzierung zurück.
Das Erste ist ja, was man, glaube ich, festhalten kann, Elektrifizierung der Wirtschaft, der Volkswirtschaften ist ein globaler Megatrend.
Wir haben dazu bei Capital gerade eine ganz aktuelle Titelgeschichte gemacht, wo wir vor allen Dingen auf die Rolle der Chinesen eingegangen sind, die da sehr, sehr massiv investieren, nicht nur in China, sondern rund um die Erde.
Stichwort Elektromobilität, Batterieentwicklung, Speicherkapazitäten, heutzutage alles.
Fest in chinesischer Hand, Solarindustrie sowieso und Windkraft werden sie auch immer wichtiger.
So, in diesem Bereich arbeitet jetzt auch Brookfield Renewable Partners, also ein riesen Trend- und Wachstumsbereich.
Auch auf der anderen Seite des Atlantiks selbst, wenn man Donald Trump zuhört und denkt, es geht immer nur um Öl und Kohle.
Nee, auch in den USA und in Kanada geht es ganz viel um auch erneuerbare Energien.
Und da kommt dann das nächste Megathema mit rein, Stichwort KI-Rechenzentren, dieser riesige Energiebedarf, den die Amerikaner gerade zu haben und die Frage, wie decken sie den?
Naja, da sind so grundlastfähige Dinge wie Wasserkraftwerke natürlich total attraktiv, die die Kanadier aufgrund ihrer Unternehmensgeschichte eben im Portfolio haben.
Da können sie direkte Lieferverträge abschließen.
Das finde ich ist alles total nachvollziehbar.
Und jetzt kommen wir mal auf das Spezielle in diesem Geschäftsmodell mit der Projektfinanzierung.
Du hast es gesagt, also die Projekte werden von denen selber entwickelt, werden dann auf Projektebene, wenn ich es richtig verstehe, auch finanziert und dann relativ schnell wieder irgendwie sozusagen, das ist ja so eine, ich will nicht sagen Das klingt immer böse Schneeballsysteme, aber es ist irgendwie schon darauf angelegt, mit einer hohen Verschuldung das Geschäft immer weiter zu entwickeln, um immer neue Projekte anzuschieben.
Und das führt dazu, und dann übergebe ich wieder an dich, Petra, es führt dazu, dass die Kanadier damit zwar sehr ordentliche Umsätze produzieren, im letzten Geschäftsjahr 9,1 Milliarden kanadische US-Dollar, umgerechnet etwa 5,6 Milliarden Euro.
Operativer Gewinn.
Sieht sehr ordentlich aus, 1,3 bis 1,4 Milliarden kanadische Dollar, also knapp eine Milliarde Euro Gewinn operativ.
Aber nachsteuern bleibt bei diesem Unternehmen permanent ein hoher, hoher Verlust, was ich mir erkläre mit hohen Abschreibungen, die da irgendwo zwischendrin abgezogen werden.
Und das müsstest du jetzt einmal erklären, wie bewerte ich dann so ein Unternehmen und wie bewerte ich auch so eine Aktie, wenn ich eigentlich unterm Strich immer nur Verluste sehe.
Ich muss für dieses Geschäftsmodell auf jeden Fall schon mal einen langen Atem haben.
Und das Geschäftsmodell ist wirklich tricky dabei.
Also dieses Schneeballsystem ist wirklich ein böses Wort, weil irgendwann ist es vorbei.
Ich nehme es zurück.
Aber dieses Asset Recycling, das ist doch so ein schönes Wort, oder?
Also Anlagen zu verkaufen.
Klingt aber auch ein bisschen nach Schneeballsystem.
Okay, also Anlagen zu verkaufen, Projekte zu verkaufen, das Kapital freizusetzen und dann wieder in neue, höher verzinste Projekte zu lenken.
Das ist schon äußerst aussichtsreich, aber das ist natürlich etwas, wo du dann nicht auf diesen relativ hohen Nettoverlust deinen Fokus setzen musst, sondern bei der für das Geschäftsmodell wichtigeren operativen Kennzahl FFO musst du dich darauf konzentrieren, also die sogenannten Funds.
From Operations.
Und hier sieht das Bild ganz anders und besser aus.
Weil für das Geschäftsjahr 2025 ...
wurde ein FFO von 1,33 Milliarden US-Dollar, das bedeutet 2,01 US-Dollar je Anteilsschein genannt.
Das entspricht einem Plus von rund 10 Prozent.
Und das ist oft natürlich dann aussagekräftiger als der Nettoverlust, weil bei diesen Infrastruktur- und Energiekonzernen, du hast es eben schon gesagt, Abschreibungen dabei sind.
Es gibt Bewertungseffekte, es gibt natürlich Einmaleffekte, die dann das Ergebnis stark verzerren können.
Aber hinten raus natürlich sind das alles Projekte, Einmaleffekte, die sich nachher bezahlbar machen.
Und daher ist dieses Geschäftsmodell so spannend, weil das Unternehmen natürlich dann auch parallel im Kerngeschäft langfristige Lieferverträge sich sichert mit großen Technologieunternehmen.
Davon wird es profitieren, während gleichzeitig die Produkt- oder Projektpipeline sehr groß bleibt.
Und da werden...
aktuell Berichte genannt, wo die Pipeline, die jetzt momentan aufgebaut wird, wir haben ja eben gesagt, aktuell hat man 45 Gigawatt, die neue Pipeline soll entsprechend 84 Gigawatt ab 2027 entsprechend generieren.
Und das wäre natürlich eine Mega-Leistung, wodurch dieses kanadische Unternehmen mit der internationalen Ausrichtung sehr profitabel bleibt und auch noch weiterhin wird.
Total spannend.
Jetzt würde ich aber einwenden wollen, dieses Geschäftsmodell besteht ja dann offensichtlich auch massiv darin, Schulden aufzunehmen, um diese ganzen Projekte anzuschieben.
Tatsächlich hat Brookfield Renewable Partners ungefähr 30, 32 Milliarden US-Dollar Gesamtschulden.
Und meine Erwartung wäre, dass eine Zinserhöhung oder die Aussicht auf Zinserhöhungen für diese Aktie irgendwie ein Problem sein könnte.
Jetzt haben wir schon im Einstieg darüber gesprochen.
Du hast Kevin Walsh angesprochen.
Du hast irgendwie die zinssensitiven Tech-Aktien, die gerade viel Geld investieren, sich verschuldet haben für ihre Rechenzentren angesprochen.
Ist das nicht aber für so eine Aktie jetzt auch ein Problem?
Ja, kann es werden.
Definitiv sehen wir auch schon an der Kursentwicklung der Aktie, dass sie ein wenig zurückgekommen ist.
Also ganz klar zu den wichtigsten Risiken gehört die Zinsentwicklung aufgrund der hohen Verschuldung.
Natürlich Regulierung, Ausführungsrisiken haben wir.
Wir werden steigende Finanzierungskosten sehen, wenn die Zinsen entsprechend steigen.
Und das wird auch ganz klar das Wachstum dann erst einmal bremsen.
Vor allen Dingen natürlich, wenn ein Teil der Schulden variabel verzinst ist.
Das muss man gucken.
Was auch noch ein großes Risiko ist, ist die Wetterabhängigkeit bei Wind und Solar.
Verzögerungen könnten das auch sein bei den Neubauten.
Wir werden hier immer ein Auf- und Absehen.
Bei der Aktienkursentwicklung haben wir auch in der Vergangenheit gesehen.
Das ist jetzt wirklich nichts, wo man kurzfristig auf eine schöne Rendite aus ist.
Man muss hier langfristig denken.
Aber das, was dieses kanadische Unternehmen hier aufbaut, ist eine gewisse Größenordnung, die mich aufhorchen lässt.
Und das ist das eine, die Entwicklung der Aktie, aber weil du gesagt hast, man sollte langfristig sich das gut überlegen.
Ich meine, was die ja machen, ist tatsächlich aus ihrem Cashflow im Grunde genommen hohe Dividenden auszuschütten, oder?
Und das ist ja durchaus interessant oder attraktiv.
Bei einer Dividendenrendite von knapp sechs Prozent aktuell kann einem ja vielleicht das Hin und Her der Aktie an sich fast ein bisschen egal sein, solange die operativen Geschäfte gut funktionieren.
Ja, definitiv.
Ich gehöre auch zu der Sorte, die sagen, ich finde Timing relativ uninteressant, weil wir beherrschen es nicht.
Wir wissen heute nicht, was nächste Woche passiert.
Also Timing ist für mich, wenn ich langfristig denke, völlig egal.
Wenn ich in zehn Jahren da drauf gucke und ich habe einen Kurs von 120, ist mir das doch heute egal, ob ich bei 37, 30 oder 40 eingestiegen bin.
Und daher...
In der Zwischenzeit stellt mich dann diese wirklich hohe und schöne Dividendenrendite, die sich auch kontinuierlich gesteigert hat in den letzten Jahren, stellt mich zufrieden.
Das nächste Unternehmen sagte mir jetzt erstmal so gar nichts, aber Petra ist ja Hobby-Baumarkt-Expertin und Heimwerkerin.
Auch wieder am letzten Wochenende, ja, bei der Hitze habe ich gewerkelt, stimmt.
Genau, aber habt ihr auch Fliesen verlegt und Bodensysteme?
Nein, das haben wir machen lassen.
Kommen wir zu Utsin Uts.
Das würde ich nämlich zum Beispiel auch immer rausgeben.
Also das Unternehmen, über das wir jetzt sprechen, Utsin Uts, ist ein Hidden Champion in dem Bereich als Komplettanbieter für Bodensysteme.
Was machen die?
Das ist total interessant.
Das ist ein Spezialbereich der Bauchemie.
Die bieten an Lösungen für Parkett, zum Beispiel Verlegesysteme.
Systeme, Klebstoffe, Schleifmaschinen, die haben aber auch Fliesenbelege, keramische Belege im Programm und vor allen Dingen diese ganzen Materialien, die da drunter verlegt werden müssen, um Fliesen und Parkett erstmal ordentlich auf den Boden zu bringen, Stichwort Estrich.
All das ist im Produktportfolio und Angebot von Uzi & Uzi ein.
Familienunternehmen aus Ulm, immer noch fest auch in Hand der Familie Utz.
Und man kann sich leicht vorstellen, dass dieses Unternehmen eine besondere Konjunktur hatte in der Corona-Pandemie.
Tatsächlich sieht man das genau auch im Aktienkurs, denn das Unternehmen ist schon seit etlichen Jahren an der Börse.
Und in der Corona-Pandemie haben die mal einen riesen Höhenflug hingelegt.
Da notierte die Aktie bei über 80 Euro.
Dann ging es ordentlich wieder runter in der Phase danach.
Da kam die Zinswende zum Tragen.
Das hat die Baukonjunktur abgewirkt.
Und inzwischen hat die Aktie aber auch wieder einen ordentlichen Sprung nach oben gemacht.
Auch eine Reaktion wahrscheinlich auf die sinkenden Zinsen, die es in der Zwischenzeit gab.
Und es ist aber auch wieder ordentlich runtergegangen.
500 Millionen Umsatz im letzten Geschäftsjahr.
Nach Steuern blieben 26 Millionen.
Gewinn übrig und wenn man sich das alles so anschaut, ist das für meine Begriffe ein ganz solider, konservativer Familienbetrieb, oder Petra?
Ja, ist es.
Also genau, wenn wir uns die Zahlen, ich habe die Tabelle mir hier aufgerufen, der Umsatz ist auf die letzten sieben Jahre von 345 auf jetzt über 500 Millionen.
Das ist eine stetige Steigerung, keine großartigen Sprünge nach oben.
Der Gewinn ebenso, da gab es auch immer ein solides Wachstum bzw.
ein Halten.
Im ersten Quartal dieses Jahres steigerte das Unternehmen den Umsatz trotz schwachem Start der Baubranche um über 6%.
Das ist schon mal ganz schön.
Die Prognose für 2026 ist der aktuellen geopolitischen Lage angepasst.
Da ist man vorsichtig.
Also für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen weiterhin nur einen leichten Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr.
Da sieht man aber schon, wie defensiv und vorsichtig konservativ dieses Unternehmen unterwegs ist.
Also die haben eine ganz solide Position im Markt, aber ohne die Dynamik, die wir sonst natürlich von den schnell wachsenden Tech-Werten kennen.
Aber genau das macht das Unternehmen aus, dieses Familienunternehmen.
dass es selbst, wenn es eine Krise in der Baubranche geben sollte, den Umsatz und den Gewinn halten kann.
Und das finde ich sehr, sehr attraktiv, charmant.
Das Interessante ist ja, dass die Aktie tatsächlich, ich habe es ja eingangs beschrieben, so ein bisschen so eine Achterbahnfahrt in den letzten fünf, sechs Jahren hingelegt hat.
Einmal hoch, wieder runter, wieder hoch.
in sozusagen Erwartung sinkender Zinsen, jetzt wieder runter in den letzten Wochen und Monaten, wahrscheinlich auch in Reaktion auf die Ölpreiskrise und die Erwartung steigender Zinsen.
Also ein sehr, wir haben heute lauter Aktien, die zinssensitiv sind, auch hier.
Auf der anderen Seite, wenn sich jetzt, wollen wir hoffen, dass es so kommt, die Krise am Golf so ein bisschen entspannt und sich die Lage am Ölmarkt...
dauerhaft entspannt, dann würde sich ja auch diese Zinssorge so ein bisschen vielleicht in Luft auflösen.
Und dann habe ich jetzt hier eine Aktie, die steht aktuell bei etwa 60, 62 Euro.
Wiederum irgendwie deutlich unter dem Höchstkurs zuletzt von etwa um die 80 Euro.
Das heißt, die ist deutlich günstiger geworden.
KGV irgendwo so bei 11 bis 12 für 2026.
So, das ist ja jetzt ein ganz günstiger Einstiegsmoment möglicherweise, oder?
Ja, finde ich auch, weil das, was hier eingepreist ist, das sind halt die geopolitischen Spannungen.
Können die noch wirklich weiter zunehmen, das ist fraglich.
Also hier ist natürlich schon sehr, sehr viel eingepreist.
Das kann man hier nutzen für den Einstieg.
Natürlich ist man hier auch stark abhängig vom Bau- und Renovierungsmarkt.
Haben wir aber eben schon gesagt, dass die auch da sehr, sehr gut planen.
Ansonsten ist das natürlich ein Spezialmarkt, in dem U10UZ tätig ist, wo du mit einem hohen Know-how-Anteil aktiv bist und was auch weniger Preisdruck.
bringt, weil die Nachahmungseffekte oder der Wettbewerb hier relativ gering ist.
Und das Schöne an dem Unternehmen ist, dass man ja diese Systemlösungen anstatt nur Einzelprodukte anbietet, wodurch es natürlich stärker die Kundenprozesse einbindet und natürlich gerne auch Handwerkerbetriebe oder du selbst die Lösungen von einem Unternehmen komplett bei Renovierung und Sanierung einfach haben möchtest.
Also daher viel eingepreist.
Kann man sich mal den Chart angucken.
Wir haben in Rose...
von 15, also profitabel sind sie auch noch.
Wir haben eine kleine Dividendenrendite von knapp 3%.
Ich finde das Unternehmen, es ist halt ein defensives Industrieunternehmen mit einer Familienprägung.
Das gefällt uns beiden ja sehr, sehr gut.
Es hat eine klare Nische, aber es hat eine langfristige Ausrichtung.
Finde ich ganz nett fürs Depot.
Ja, zum Schluss schauen wir auf Azure.
Ich spreche den gesamten Namen jetzt nicht aus.
Wer den hören möchte, geht bitte noch mal ins Intro zurück.
Das hat der Timo so schön gesagt.
Also was haben wir hier?
Das ist ein Unternehmen.
Mir war es im Vorfeld überhaupt nicht bekannt bis zu diesem Podcast.
Aber das ist ein spannendes Infrastruktursegment, wo sich dieses Unternehmen befindet.
Was macht Azure?
Azure betreibt Flughäfen in Mexiko, Kolumbien.
Puerto Rico und hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einem regionalen Betreiber zu einem internationalen Flughafenkonzern entwickelt.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1978 mit der Gründung des Unternehmens.
Später folgte der Ausbau in Mexiko und der Karibik.
Asur baut sein Netz schrittweise dabei aus, eröffnet immer weitere Standorte und wurde vor allem durch Cancun in Mexiko zu einem bedeutenden Namen im internationalen Luftverkehr.
Heute betreibt das Unternehmen insgesamt 16 Flughäfen in drei Regionen.
Neun sind in Mexiko, eins in Puerto Rico und sechs in Kolumbien.
Und das Geschäftsmodell...
ist relativ einfach und deswegen auch attraktiv gestruckt.
Asur verdient sein Geld vor allem mit den Passagiergebühren, mit kommissionellen Erlösen wie Shops, den Restaurants und Parkplätzen sowie mit Infrastrukturleistungen rund um den gesamten Flughafenbetrieb.
Und vor allem natürlich der Standortvorteil durch die touristisch geprägten Regionen im internationalen Reiseverkehr überzeugen dabei.
Genau und auch bei dieser Aktie kann man sich leicht vorstellen, dass es da einen heftigen Rückschlag gegeben hat vor sechs Jahren mit der Corona-Pandemie.
Das sieht man auch genau in den Umsatz- und Gewinnzahlen.
Aber wenn man das jetzt mal auf die lange Frist von sieben, acht Jahren betrachtet, dann sehen wir eben eine Verdopplung bei Umsatz und Gewinn sehr kontinuierlich aufgebaut.
von knapp 0,9 auf jetzt zuletzt 1,8 Milliarden US-Dollar umgerechnet.
Und davon, und das ist ja irgendwie immer sehr schön, bleibt dann ein sehr ordentlicher Nachsteuergewinn übrig.
In diesem Fall nämlich ein Nachsteuergewinn von einem Drittel, etwa 0,6 Milliarden US-Dollar.
Die Aktie ist trotzdem nicht wahnsinnig überteuert, habe ich das Gefühl.
KGV im Moment für dieses Jahr bei knapp 15.
Die Aktie ist auch ein bisschen zurückgekommen in den letzten, würde ich mal sagen, zwölf Monaten etwa.
Ich habe hier einen relativ großen Ausschnitt in meinem Chart.
Das hat sicherlich etwas damit zu tun, dass es nochmal eine zusätzliche Verunsicherung jetzt gerade gibt im Verhältnis USA, Mexiko.
Man weiß nicht, wie sich die Zollpolitik von Donald Trump auswirken wird.
Aber ansonsten, wenn man sich einfach mal Mexiko als Tourismusdestination jetzt gerade mit der Fußball-Weltmeisterschaft anschaut.
dann kann man ja schon davon ausgehen, dass das ganz gut funktioniert und dass dieses Unternehmen zumindest in seiner Historie gezeigt hat, dass es das Flughafengeschäft tatsächlich gut versteht und betreiben kann.
Ja, definitiv.
Und Azur hat auch im eigenen Unternehmensbericht ausdrücklich auf die Risiken hingewiesen.
Natürlich durch die US-Handelspolitik, durch die Migration oder auch die wirtschaftliche Abschwächung in den USA oder in Mexiko.
Klar haben wir hier auch immer Naturkatastrophen, die das ganze Bild so ein bisschen verzerren können.
Und man muss ein bisschen aufpassen, die Passagiergebühren machen einen Großteil des Umsatzes aus.
Sodass, wenn es hier Rückgänge im Reiseverkehr geben sollte, dass sich deutlich natürlich auf Umsatz und Gewinn durchschlagen wird.
Aber grundsätzlich haben wir hier eine Infrastruktur- und Reiseaktie mit einem sehr robusten Geschäftsmodell.
Und die Chancen liegen natürlich weiter im wachsenden Tourismus von den steigenden Passagierzahlen und natürlich von dem Ausbau der kommerziellen Erlöse, die das Unternehmen in den Flughäfen dann selbst auch erzielen wird.
Gut, wir bedanken uns bei unserer Zuhörerin, die uns darauf aufmerksam gemacht hat, dass wir uns diese Aktie einmal anschauen sollten.
Und ich kann schon jetzt verraten, dass wir in einer der kommenden Ausgaben von Kapital uns auch mal die Schwellenländeraktien in Summe etwas strukturierter anschauen werden.
Und da war diese Aktie in der Recherche auch schon.
Genau.
Qualitätswert, profitabel, gute Dividende, sicherlich.
Absolut.
Das war mal wieder Aktien fürs Leben, der Vermögenspodcast von Capital.
Wir sagen danke fürs Zuhören.
Genau.
Bis nächste Woche und etwas kühlere Temperaturen in dieser Woche.
Bis dann.
Tschüss.
Tschüss.
